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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 29.01.19, 7:54

Hallo, Dan.

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und Kraft auf diesem Weg und drücke Dir die Daumen.

Alles Gute und VG von Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Dienstag, 29.01.19, 15:36

Hallo Clarissa, :)

vielen Dank für deine netten Worte :hug:

ich möchte natürlich keine allzu großen Rückschritte machen und werde deshalb versuchen unter 2mg zu bleiben.
Schließlich soll die letzte Zeit nicht für umsonst gewesen sein. Aber ein wenig intervenieren werde ich aktuell wohl
müssen, ich hänge wirklich sehr böse da. Ich merke einfach wenn ich jetzt einfach so weitermache wird es wohl nicht
so gut enden.

Ich habe heute morgen wie gewohnt meine 0,5mg Tavor genommen und vor gut einer Stunde eine zweite (sprich 1mg)
für heute. Die zweite Tablette hat mir überhaupt nicht bekommen, ich bin jetzt noch benommener als vorher und
schaffe es gerade so hier zu schreiben. Auch fallen mir fast die Augen zu vor Müdigkeit. Eigentlich wollte ich mit
der zweiten Tablette ja die Symptome ein wenig im Schach halten aber das schien auch nicht so richtig funktioniert
zu haben. Als ich noch nicht am abdosieren war bin ich in solchen Fällen meist zügig klarer im Kopf geworden und fühlte
mich anschließend zügig besser und nicht mehr krank. Jetzt scheint gerade das Gegenteil eingetreten zu sein.
Der Kopf ist alles andere als klar und einfach nur leer was ich als sehr unangenehm empfinde. Dazu dieses
Gefühl nichts mehr ertragen zu können wohl wissend das man es aber muss. Schon ein bisschen eigenartig, denn
früher hatte ich mir zum Beispiel Depressionen genau so oder so ähnlich vorgestellt. Nämlich nicht einfach nur
Traurigkeit sondern einen Zustand indem einfach überhaupt nichts mehr geht und man nichts mehr ertragen kann, wo
einem selbst nichts tun als unerträglich erscheint und das Leben selbst zum Problem geworden ist. Vielleicht liege
ich da auch falsch, ich habe bis jetzt von manchen Ärzten eine Depression bescheinigt bekommen von anderen wiederum
nicht. Ich hoffe meine neue Psychologin wird mir bald ein paar Ansätze liefern können denn dieses mal habe ich ein wirklich
gutes Gefühl den richtigen Therapeuten gefunden zu haben der mir helfen kann.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von albertine » Dienstag, 29.01.19, 15:57

Hallo Dan,
Ich habe heute morgen wie gewohnt meine 0,5mg Tavor genommen und vor gut einer Stunde eine zweite (sprich 1mg)
du solltest die Tavor besser verteilt einnehmen, also morgens, mittags, abends und zur Nacht je ein Viertel deiner Dosis. Morgens gleich so eine hohe Dosis ist jedenfalls ganz schlecht.
Der Kopf ist alles andere als klar und einfach nur leer was ich als sehr unangenehm empfinde.
Von Benzos wird man nicht klar im Kopf, im Gegenteil, Benzos betäuben.

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Station für innere Medizin, Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging, die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima, das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg
1.1.2018 - 15 mg
27.9.2018 - 7,5 mg
30.6.2019 - 5 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

2018 tiefenpsychologisch fundierte Therapie

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Dienstag, 29.01.19, 16:26

Hallo Dan,

Sehe ich genauso wie Margot. Ich habe bis zu vier Portionen gemacht und die größte zum Abend.
Ich schlafe von Benzos immer ein :o .

Liebe Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 29.01.19, 16:34

Hallo.

Ich kenne das auch von mir, als ich in der Toleranz war und mein ZNS gereizt, daß mir nur ein Benzo einen vermeintlich klaren Kopf verschaffte. Das klappte nach kurzer Zeit trotz Dosiserhöhung nicht mehr.

Nachdenkliche Grüße von Clarissa.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Dienstag, 29.01.19, 17:47

Clarissa hat geschrieben:
Dienstag, 29.01.19, 16:34
Ich kenne das auch von mir, als ich in der Toleranz war und mein ZNS gereizt, daß mir nur ein Benzo einen vermeintlich klaren Kopf verschaffte. Das klappte nach kurzer Zeit trotz Dosiserhöhung nicht mehr.
das letzte mal als ich diesen Effekt so richtig spürbar hatte war am 24. November als ich nach dem aufwachen sehr unruhig gewesen
bin und sich eine heftige Panikattacke ankündigte. Damals war ich bereits seit kurzem am abdosieren und seit ein paar Wochen bereits bei
1,5 statt 2mg täglich. Ich habe dann vor lauter Panik damals 2,5mg genommen und danach war nicht nur die Angst verschwunden sondern auch
mein Kopf fühlte sich wieder richtig klar und gut an. Als wäre eine schwere Last kurzfristig von einem genommen worden. Ich erinnere mich
noch wie ich einfach nur dagelegen habe und es genossen habe mich wieder wie ein Mensch zu fühlen. Am Ende war diese "Verschnaufpause"
natürlich nur von kurzer dauer.

Ich habe damals sogar über diesen Rückfall hier berichtet und Jamie war es gewesen, die mir erklärt hat, dass so kein Entzug
funktionieren kann. Ich war damals noch so unwissend und dachte eine einmalige Ausnahme sei nicht so tragisch. Dann aber
habe ich durch Jamie von dem sogenannten "Kindling Effekt" erfahren.

Ich kann ja nun nicht wieder auf so eine extrem hohe Dosis wie damals gehen nur um mal von dem ganzen Elend verschnaufen zu können, das
würde sich (und das ist mir bewusst) bitter rächen und einen Entzug unmöglich machen. Über 1mg möchte ich keinesfalls hinaus gehen und
hoffe das es zumindest etwas besser wird die nächste Zeit um wieder etwas Kraft tanken zu können für den weiteren Entzug.

Ich versuche auch wie mir hier empfohlen wurde die Dosis über den Tag besser zu verteilen. Ich habe morgens immer massive Schwierigkeiten
aus dem Bett und in die Gänge zu kommen weshalb ich gerne eine 0,5 Tablette auf einmal nehme, aber das ist vielleicht ein Fehler. Auf
der anderen Seite würde ich mir nämlich auch wünschen in der Nacht früher einschlafen zu können und mich generell über den Tag verteilt
ein bisschen besser zu fühlen.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 04.02.19, 11:30

Hallo ihr lieben,

ich melde mich mal wieder in voller Verzweiflung, die Dinge gehen in eine Richtung die ich mir nie hätte träumen lassen. Ich habe
jetzt die letzten Tage minimal auf 1mg aufdosiert was mir aber keine Verbesserung brachte. Im Gegenteil, es geht mir von Tag zu
Tag schlechter und alles wird immer merkwürdiger in meinem Kopf. Besonders schlimm ist es zu denken, das fühlt sich so surreal
und eklig an ich verstehe das alles nicht mehr was hier mit mir geschieht. Ich konnte die letzte Nacht überhaupt keinen Schlaf finden,
da mich diese Leere im Kopf und das Entfremdungsgefühl zu sehr daran gehindert haben. Dementsprechend kaputt und benommen fühle
ich mich jetzt wo ich das hier schreibe auch. Den Termin bei meiner Psychologin musste ich absagen da ich wieder kaum aus dem Bett komme.
Aber selbst im Bett ist es unerträglich was mein Kopf mit mir veranstaltet. In den letzten Tagen habe ich massive Suizidgedanken entwickelt
(was mir normalerweise fremd ist), aber ich sehe einfach keinen anderen Ausweg mehr. Ich würde so gerne noch weiter kämpfen und sehen
ob es nicht doch bald besser wird aber auf der anderen Seite habe ich wirklich kaum noch Kraft das alles auszuhalten. Jeder Tag ist eine
unvorstellbare Qual und es scheint immer schlimmer zu werden.

Ich habe mich nicht getraut die Dosis massiv anzuheben und zu schauen ob es zumindest kurzfristig eine Verbesserung bringen könnte, aber
spiele mittlerweile mit dem Gedanken daran es zu versuchen. Das würde dann zumindest meine
Restzweifel/Angst beseitigen die ich nach wie vor habe, dass mein Zustand nicht ausschließlich dem Tavor/Mirtazapin geschuldet ist.
Je stärker die Symptome werden desto mehr Zweifel habe ich daran.
Mittlerweile habe ich Angst, dass ich mir wirklich etwas antun könnte als Spontanhandlung wenn ich es überhaupt nicht mehr aushalte.
Mich würde wirklich interessieren ob der Spuk ein kurzzeitiges Ende hätte wenn ich einmalig eine hohe Einmaldosis nehmen würde.

Ich stehe jetzt mit einem anderen psychiatrischen Krankenhaus in meiner Nähe im Kontakt welches im Zweifelsfall recht zügig innerhalb
von wenigen Tagen Wartezeit eine Aufnahme organisieren könnte. Momentan zerbricht gerade alles vor meinen Augen und ich kann
rein gar nichts dagegen tun. Am liebsten würde ich weinen und schreien zugleich aber stattdessen liege oder sitze ich den ganzen
Tag apathisch herum und versuche es auszuhalten und abzuwägen es weiterhin auszuhalten oder es zu beenden.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Montag, 04.02.19, 11:39

Hallo, Dan.

Mein vollstes Mitgefühl für Deine schwierige Lage. Ich habe mich in einer ähnlichen befunden.

Ich bin gottfroh, mir nichts angetan, sondern durchgehalten zu haben.

Mein Leben ist mir auch weggebrochen in der Benzoabhängigkeit und ich konnte, wie Du, keine Termine mehr wahrnehmen, das war einfach schrecklich. Ich war ganz unten und vollkommen verzweifelt.

Ich weiß nicht, ob massives Hochdosieren eine gute Idee ist. Ich selbst hab das nie gemacht, nachdem ich mich knallhart zum Absetzen entschlossen hatte.
Ich hätte auch nie geglaubt, was für Symptome PP und Entzug alles hervorrufen können.

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 04.02.19, 12:15

Hallo Clarissa,

ich glaube niemand der nicht selbst davon betroffen ist oder war kann das nachempfinden was man durchmacht.
Das schlimme ist nunmal, dass einem Niemand konkret sagen kann was man tun kann als abzuwarten, auszuhalten und
Schritt für Schritt herunterzudosieren. Aushalten kann ich das sicher noch eine ganze Weile nur habe ich Angst, dass ich hinterher
nicht mehr derselbe sein werde bzw. das einfach Spätfolgen zurückbleiben und ich für den Rest meines Lebens in einem furchtbaren
Zustand verbringen muss in dem ich wie jetzt "gefangen" bin.

Ich habe nochmal mit meinem Neurologen gesprochen am Freitag am Telefon und ihn gefragt ob man denn überhaupt nichts
versuchen könnte um zumindest etwas Linderung zu bekommen wie z.B. auf Diazepam umstellen. Er hatte aber Sorge, dass
ich das Medikament nicht vertrage und es mir hinterher noch schlechter als jetzt geht. Im Internet habe ich dann gelesen, dass
man bei ambulanten Entzügen auch auf Clonazepam umstellen kann was glaube ich eine längere HWZ als Tavor hat.
Ich möchte mir eben nicht den Vorwurf machen lassen (allen voran von mir selbst) etwas unversucht gelassen zu haben in Anbetracht
der Umstände.

Meine Psychologin hat mir am Telefon jedenfalls dringendst dazu geraten sollte ich in die Klinik gehen mir keine Zusatzmedikamente
andrehen zu lassen. Ich könnte mir auch nicht vorstellen weitere Psychopharmaka zu nehmen nach dem ganzen. Lediglich
eine Umstellung auf ein anderes Benzo mit längerer HWZ.

Lieben Gruß
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Montag, 04.02.19, 14:03

Hallo Dan,

Ich kann dir nur zustimmen, es ist schlimm, was wir erleiden.
Wahrscheinlich können wir noch froh sein, dass wir nur 2 (du) und 3 (ich) Medikamenten hängen. Die mit fliegenden Wechseln tun mir so leid.

Bei manch einem wäre nie ein PP nötig gewesen, wenn man mal Ursachenforschung betrieben hätte.
Mir wurde ja noch etwas von Vererbung und Serotonin-Defizit erzählt.

Du hast mein ganzes Mitgefühl.
Dan092 hat geschrieben:
Montag, 04.02.19, 12:15
Aushalten kann ich das sicher noch eine ganze Weile
Das ist doch schon mal eine gute Feststellung.
Dan092 hat geschrieben:
Montag, 04.02.19, 12:15
nur habe ich Angst, dass ich hinterher
nicht mehr derselbe sein werde bzw. das einfach Spätfolgen zurückbleiben und ich für den Rest meines Lebens in einem furchtbaren
Zustand verbringen muss in dem ich wie jetzt "gefangen" bin.
Es wird bei allen besser, dabei kann ich mich natürlich auch nur auf das beziehen was man in den Foren liest und z.b. Baylissa schreibt.

Aus meiner eigenen Erfahrung versichere ich dir, dass es mir nach Null in (wohlgemerkt ) kleinen Schritten besser geht.
Belastbarkeit ist nicht so toll, aber ich hoffe da auch auf Besserung.
Sigli schrieb letztens in ihrem update, dass ihre Belastbarkeit nach 10 Monaten steigt.

Wir halten alle zusammen weiter durch :group:

Viele Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von gioia » Montag, 04.02.19, 15:35

Lieber Dan

Bin sehr betroffen wie schlecht es dir geht. Ich gehe immer noch vom Kaltentzug Mirtazapin aus, der ja von 30mg auf Null schön heftig war. Und auch für PP Verhältnisse nicht lange her ist :(
Andererseits könnte es auch sein, dass du das Mirtazapin auch nie vertragen hast, sprich verstoffwechseln konntest.
(CYP Test??)
Niemand kann genau sagen, wie jetzt das Tavor hier dann auch noch mit reinspielt. Ob es dir noch mehr schadet oder im Moment noch hilft. Das Hauptproblem sehe ich nach wie vor im Kaltentzug. Vor allem auch weil genau Mirtazapin solche Symptome sehr oft auslösen kann.
Noch sehr sehr lange nach Null.

Von Clonazepam/Klonopin möchte ich dir dringend abraten. Ich lese teilweise auch auf amerikanischen Seiten/YouTube und lese dort massenhaft von Klonopin Schwerstgeschädigten. Es scheint eine sehr bedenkliche Substanz zu sein.

Alles Gute :hug:
Gioia
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Schlafstörung/Burnout Sommer 2016
2 Monate Einnahme Escitalopram und MIrtazapin: bettlägrig, stromempfindungen, zittern, extreme Schwäche, Hitze im Körper, Ängste wie nie zuvor im Leben
Auch nach absetzen, über Monate zittrig und schwach
12/2016: Pregabalin, nach 3 Monaten Einnahme: wieder bettlägrig, massives inneres und äußeres Zittern, extreme Schwäche, Gangstörungen, kaum mehr Morgenharn, Wasseransammlung im Gewebe, Krampfanfall, Atemnot , massiv verstärkte Ängste, massive Anspannung
Schnelles absetzen, (08.03.2017)massive Symptome über Monate, stromartige Spannung jeden Tag, Ängste, die ich vorher nie hatte, zittern wie bei Parkinson
04/2017: Deanxit aus Verzweiflung, Spannung hört langsam auf, kann Benzo absetzen, jedoch fühle ich mich nicht wie früher oder gesund, viel viel ängstlicher als ich je war
10/2017: Absetzen deanxit über einige Wochen, danach bricht Stromspannung mit aller Gewalt wieder los, wie im März zuvor
Muss wieder praxiten nehmen, da unaushaltbare Zustände
Benzo (praxiten/Halcion) konnte ich problemlos reduzieren, auch nach langer Einnahmedauer kaum Toleranz, Benzo für mich Lebensretter
2018: war in meinem ganzen Leben noch nie so krank wie durch dieses Dreckszeug, SSRI, SNRI, Pregabalin,
03/2018: starkes Vergiftungsgefühl, Blasenprobleme
ab 06/2018: massiver Haarausfall, netzartige Flecken auf Armen und Bauch
10/2018: Atemprobleme kommen verstärkt dazu
03/2019: je mehr Folterspannung zurückgeht, desto weniger Praxiten brauch ich, Atmungsprobleme bessern sich langsam, Haare wieder normal, totale Erschöpfung
04/2019: an guten Tagen kurz spazieren gehen, total erschöpft, Spannung ab Mitte April langsam besser, Nervenschmerzen, Nervenbrennen, immer wieder starkes Ziehen in den Armen , bei Zyklus wie in andere Galaxie geschossen, Schlaf immer noch gestört, werde immer noch nicht normal müde wie früher vor diesem Tablettenalptraum
Beine zittern vor Erschöpfung, kein Einkaufen , kein Autofahren möglich

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Montag, 04.02.19, 15:59

Hi Gioia, :)

angenommen deine Theorie mit dem Mirtazapin würde stimmen, welche konkreten Maßnahmen ergeben sich dann Deiner Meinung jetzt daraus? Soll er wieder Eindosieren?

Was gegen deine Theorie sprechen würde: Die eigentliche Problematik hat vor dem Mirtazapin begonnen. Er hatte sehr wahrscheinlich eine Panikattacke. Daraufhin wurde ihm eine Elephantendosis Tavor verabreicht. Ab diesem Zeitpunkt ging es ihm zunehmend schlechter. Ein paar Monate später hat er dann auf Grund des zunehmenden Schweregrades Mirtazapin verschrieben bekommen. (Bitte korrigieren wenn ich es falsch wiedergebe).

Was für deine Theorie sprechen würde: Er hat im Oktober kalt das Mirtazapin abgesetzt. Erfahrungswerte legen nahe, dass es nach 3 Wochen spätestens zu einer starken Verschlechterung der Situation kommen könnte durch das Absetzen. Das war bei Dan so. Allerdings verschlechtert sich bei vielen Menschen in unseren Breitengraden die Situation nach der Uhrzeitumstellung Ende Oktober.

Es ist nicht unwahrscheinlich dass du recht hast. Aber wenn sich daraus keine konkreten Handlungsschritte ableiten lassen dann würde ich sagen dass man sich Vermutungen sparen kann. Besonders weil Dan eh schon massiv zum Grübeln neigt.

Liebe Grüße :)

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13.05.2019 10,5mg Mirtazapin

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 04.02.19, 19:08

Hallo Sarah, Gioia & Lithium :)

erstmal wie immer danke für eure Antworten, ich weiß das wirklich sehr zu schätzen!

Nun ich werde mir noch bis zur Unendlichkeit den Kopf zerbrechen können ob der Hauptübeltäter jetzt das Mirtazapin oder
das Tavor ist aber letztlich ist das ja auch egal.

Ich werde mich morgen mal in der Klinik vorstellen da ich die Situation weder meinen Eltern noch meiner Freundin länger zumuten
möchte. Ich weiß jetzt schon, dass ich dort keine NL oder Antidepressiva nehmen werde also was habe ich groß zu verlieren?
Zur Not kann ich ja immer noch gehen sollte ich mit etwas nicht einverstanden sein. Aber so wie es jetzt daheim läuft kann es
auch nicht weitergehen, das ist ein unhaltbarer Zustand.

Ich weiß nicht ob das an der schlaflosen Nacht lag aber heute hauen die Symptome richtig heftig rein. Wenig Schlaf triggert das bei
mir habe ich herausgefunden. Aber da es die letzten Tage generell schlechter zu werden schien möchte ich jetzt nicht alles darauf
schieben. Jedenfalls war der heutige Tag eine Art Weckruf das es so nicht weitergehen kann auf diese Art.

Wie ihr wisst stehe ich Psychiatrien sehr kritisch gegenüber und habe auch generell so meine Probleme woanders zu schlafen, aber
ich weiß mir momentan wirklich keinen anderen Rat mehr. Mein Kopf wird immer leerer habe ich das Gefühl und ich habe ständig
das Gefühl gleich bewusstlos zu werden weshalb ich zu 95 Prozent des Tages entweder sitze oder bevorzugt liege. Laufen ist die
reinste Hölle. Dazu habe ich den ganzen Tag über Todesangst (also wirklich Angst jeden Moment sterben zu können) aufgrund der
Leere im Kopf. Ich habe dann Angst, dass der Kopf einfach einen Blackout bekommt und alles vorbei ist. Dazu ist da oben alles
so zusammenhanglos und wirre, ich kann es wirklich schwer beschreiben aber am besten beschreibt es das Wort "Chaos".

Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

LG
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Montag, 04.02.19, 20:12

Hallo Dan,

Ja berichte bitte.

Ich finde es sehr bewundernswert, dass du trotz deiner wirklich schlimmen Lage dennoch Kraft und auch etwas Zuversicht durchblicken lässt.

Du bist sehr reflektiert und wirst es ganz bestimmt mit viel Geduld, Selbstannahme und Therapie schaffen, wieder von all dem befreit zu werden.

Ich wünsche es dir sehr :hug:

Viele Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 06.02.19, 11:06

Hallo Sarah,

vielen Dank für deine aufmunternden Worte :hug:
ich kenne deinen Thread und weiß, dass es dir momentan auch sehr bescheiden geht und dennoch die
Kraft aufwendest anderen hier zu schreiben :)

Nun es gibt ein paar Neuigkeiten und zuerst sei gesagt, dass ich nicht in der Klinik sondern daheim bin. Meine Mutter unterstützt mich
momentan sehr und hatte gestern nochmal ein langes Telefongespräch mit meiner Psychologin sowie der Klinik. Daraus hat sich dann
ergeben, dass eine stationäre Aufnahme nicht sinnvoll in meinem Fall wäre. Zum einen tue ich mich wie ihr ja wisst extrem schwer
mit Psychiatrien (nicht zuletzt wegen den Erfahrungen in meiner Kindheit) und zum anderen möchte ich auf keinen Fall weitere
Psychopharmaka nehmen welche mich überhaupt erst in diese Lage gebracht haben. :cry:

Zumal ich dank dem Forum hier weiß, dass Substitutionen wie beispielsweise Atosil Symptome eines Benzoentzugs nicht
deckeln können. Mit diesem Wissen ist es als logisch denkender Mensch ja nur logisch diese Medikamente abzulehnen.

Bis auf Kopfschmerzen gestern sind die Symptome zum Glück nicht stärker geworden die letzten Tage.
Was ich erst vor kurzem erfahren habe ist, dass ich überhaupt kein Antidepressivum hätte nehmen dürfen aufgrund
meiner Schilddrüsenunterfunktion und dem L-Thyroxin.

Mein Neurologe hat mir nun 10 Sitzungen Ergotherapie verschrieben die auch Hausbesuche machen da ich nicht
in der Lage bin die Termine wahrnehmen zu können.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 08.02.19, 20:57

hallo forum,

gerade ist es ganz schlimm ich bin wieder kurz davor den notarzt zu rufen weil mir so komisch im kopf ist, mein puls ist bei 134 und der blutdruck extrem hoch ich zittere am ganzen körper und hab einfach nur todesangst was soll ich tun? ich hab den ganzen tag viel zu wenig gegessen und getrunken weil es mir so schlecht ging und jetzt ist es ganz fürchterlich als würde ich jeden moment in ohnmacht fallen und die kontrolle verlieren ich hab einfach nur angst. meine eltern möchten mir keine weitere tavor geben, ich habe heute nur eine 0,5mg bekommen und mich zerreisst es innerlich gerade... kann denn wirklich nichts passieren? also das man ins koma fällt etc?
Diagnose: F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Schwere Angststörung, Gedankenkreisen, Somatisierung.
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Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Jamie » Freitag, 08.02.19, 21:08

Hallo Dan,

das hat so keinen Sinn. Du hast eine ausgewachsene Panikattacke und dadurch steigen Herzfrequenz und Blutdruck.
Es gibt auch noch den umgekehrten Effekt, dass durch hohen Puls und Bluthochdruck sozusagen Panik ausgelöst wird; das ist auch möglich. Ich weiß jetzt nicht, was genau bei dir los ist, aber eins von beidem wird es sein.

Wenn ihr jetzt den Notarzt umschiffen wollt, muss Tavor nachgenommen werden und zwar ausreichend hoch (0,75 - 1 mg?).
Der Zustand wird sich sonst weiter aufschaukeln.

Du solltest dir für die Zukunft unbedingt einen Notfall Betablocker verordnen lassen; damit lassen sich Blutdruck und Herzfrequenz auch senken, ohne dass man gleich zum Lorazepam greifen muss.

Im Zweifel lass dich bitte zum ärztlichen Bereitschaftsdienst oder in die Notaufnahme bringen.
Danach musst du dich neu sortieren und weitersehen. So scheint es nicht zu gehen.

Mitfühlende Grüße
Jamie
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Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 08.02.19, 21:17

hallo jamie,

ich konnte meine Eltern überzeugen mir noch eine weitere Tablette zu geben aber sie scheinen noch nicht verstanden zu haben, dass es mit dem Kopf durch die Wand nicht geht. Teilweise verweigern sie mir ja eine weitere Tablette und sagen es sei sonst alles für die Katze gewesen. Aber ich meinte ja selbst eben, dass es total eskalieren werden wird wenn sie mir nichts geben jetzt. Selbst da musste ich bitten und betteln und erst mit dem Notarzt drohen ehe sie mir eine weitere Tablette gegeben haben. Ich weiß nicht wie ich sie sensibilisieren soll dafür, dass es nun mal keinen Sinn macht mich ständig unterdosiert zu lassen. Sie haben überhaupt kein Verständnis dafür wie es mir in solchen Momenten und generell geht. Sie konfiszieren die Tabletten und entscheiden selbst welche Dosis ich zu nehmen habe. ich habe schon überlegt mir heimlich welche zu beschaffen um selbst ein wenig Gewalt über den Entzug zu haben. Auch aufzudosieren haben sie mir nicht gestattet, ich liege nach wie vor bei 0,5 bis maximal 0,75mg täglich.
Ich hoffe ich bekomme sie überzeugt, dass ich endlich wieder aufdosieren muss ehe ich vollkommen am rad drehe.

lg
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Dienstag, 12.02.19, 2:16

Hallo Forum,

ich konnte den Notarzt letzten Freitag tatsächlich umgehen indem ich eine weitere 0,5mg Tavor genommen habe. Zum Glück besserten sich die akuten Symptome etwa eine Stunde nach der Einnahme allmählich. Die Gesamtdosis an dem Tag lag dann bei 1mg.

Ich hätte vor der Einnahme nicht gedacht, dass mich das eine weitere 0,5mg aus der Situation raushaut weil es sehr heftig gewesen ist aber sie hat überverhältnissmäßig gut
angeschlagen an diesem Abend.

Am nächsten Tag ging es mir halbwegs gut ehe es seit Sonntag wieder schlechter wird. Die Dosis liegt aktuell bei
0,75mg was in meinen Augen zu wenig ist.

Ich möchte natürlich wie bereits gesagt nicht allzu große
Rückschritte machen und bin deshalb vorsichtig was das aufdosieren angeht, jedoch geht es mir mittlerweile einfach viel viel zu schlecht jeden Tag um einfach so weiterzumachen. Ich bin mittlerweile ein regelrechter
Pflegefall der zu fast nichts mehr im Stande ist. Ich will einfach nur, dass es aufhört. Klar möchte ich vom Tavor loskommen aber so scheint es nicht zu funktionieren.

Wäre es in Anbetracht dieser Umstände ratsam, dass ich auf eine Dosis gehe unter der ich wieder halbwegs stabil bin oder würde ich mir damit zu sehr schaden?

Es bringt ja in meinen Augen auch nichts einfach so weiterzumachen und diesen für mich wirklich längst nahezu unaufhaltbaren Zustand weiter zu ertragen mit dem Risiko, dass ich mir deswegen bald etwas antun könnte weil ich es einfach nicht mehr aushalte im Kopf.

Auf der anderen Seite möchte ich mich natürlich nicht noch tiefer in die sch :censored: hineinreiten und stehe so
in der Frage letztlich zwischen zwei sehr sehr wackligen
Stühlen. Es ärgert mich einfach, dass kein Arzt mal etwas zusammen mit mir wagt, wie beispielsweise den Versuch auf die Umstellung eines Benzos mit einer längeren HWZ.

Liebe Grüße
Dan
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Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 12.02.19, 7:10

Hallo, Dan.

Ich habe leider keinen Rat für Dich, der Dein Problem löst - haben wir nicht auch schon alles geschrieben?

Selbst eine Umstellung auf ein an anderes Benzo erfordert mega Geduld, Konsequenz und auch Leidensfähigkeit beim Abdosieren.

Ich weiß aus eigenem Erleben, was Benzoentzug bedeutet, betone aber immer wieder: es lohnt sich! Schon allein der Schlaf ohne PP und der klare Kopf! Und die Überzeugung, daß Benzos nun keine nicht überschaubaren Schäden mehr bei mir anrichten können.

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

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