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sigli: Diazepam ausschleichen nach Substitution

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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Jamie » Dienstag, 10.06.14, 1:35

Hallo sigli,

je mehr Gewicht du dem jetzt Erlebten verleihst, desto schwerer wird es in Zukunft werden.
Ich weiß es klingt abgedroschen, aber meine Empfehlung wäre: Hak es ab.
Niemand weiß, wie der nächste Reduktionsschritt verlaufen wird und wenn du jetzt zu sehr darüber grübelst oder dich sorgst, dann ist das sicherlich nicht förderlich. Bekanntermaßen wird oft das wahr, wovor wir uns fürchten (Gesetz der Anziehung); also wäre es wirklich vorteilhaft, diese Episode zu den Akten zu legen.
Es kann gut sein, wie Lisamarie schrieb, dass bei dir dir 11,5mg ein kritischer Wert sind / waren. Aber das sind nur Mutmaßungen.

Da du keine Depressionen in deiner Vorgeschichte hattest, halte ich es nicht für sonderlich wahrscheinlich, dass du jetzt eine entwickelst.
Vielleicht im Rahmen einer Absetzreaktion, aber nichts, was dauerhaft bliebe.

Ich denke fast jeder im Benzobereich hatte einfachere und weniger einfachere Zeiten im Verlauf des Absetzens und es ist m. Er. nichts Besorgniserregendes, wenn es auch mal nicht so toll läuft - sofern es nicht völlig aus dem Ruder läuft.


Ich hoffe, dass dich der Zuspruch aus dem Forum tröstet und dir wieder neuen Mut verleiht :group: .

Grüße
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Kevin05

Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 10.06.14, 7:03

Liebe Sigli,

ich vergesse immer wer einen psychischen Hintergrund seiner Erkrankung hat und wer nicht, bei dir war das ja nicht der Fall, du bist aus anderen Gründen beim Diazepam gelandet. Man liest ja eher wenig drüber im Forum, aber meine persönliche Sicht ist dass das Diazepam sehr wohl sehr stark Depressionen begünstigt, da ich in meinem Leben hauptsächlich diese Substanz genommen habe. Das war früher schon so und ist heute noch extremer geworden. Daher solltest du grad die Depression als Nebenwirkung sehen, die sicher wieder vergeht.

Ich habe einige Tage Alprazalom genommen, da mir dauernd übel war vom Dia und es ging mir psychisch deutlich besser, also nicht so diese Ausweglosigkeit wie unter Diazepam, wobei zu erwähnen sei dass mir auch das Alprazalom nicht gut tut, weil ich beim Diazepam bleiben sollte und das auch generell versuche, aber in Situation, wenn es mal schlecht geht, dann versuche ich eben alles was mir zur Verfügung steht bevor ich bei einem Arzt oder Psychiater lande.

Was ich damit sagen will ist, dass ich deine Depression unmittelbar mit dem Diazepam verbinde, auch wenn es erst jetzt aufgetreten ist. Du kannst nur versuchen dich so gut es geht abzulenken, wie immer das aussehen mag bei dir, das weiß ich nicht. Symptome werden dich sicher noch längere Zeit begleiten selbst wenn du die 0 mal geschafft hast, wo ich mir bei deiner Konsequenz sicher bin, dass das gelingt. Aber im Normalfall hast du sicher gute Chancen dass du zumindest die psychischen Sachen dann wieder los bist - langsam aber stetig. Wie es mit der körperlichen Symptomen ist kann man schwer sagen.

Die Erfahrung im Forum zeigt leider dass der Prozess ein recht langer ist bis man wieder richtig durchschnaufen kann und da fallen mir aktuell vor allem Carlotta, Sandra und Jamie ein, die allesamt das Benzo geschafft haben, aber die weiter schwer am kämpfen sind, mal mehr mal weniger. Aber jeder ist individuell, es gibt sicher auch Menschen, denen es auch schneller wieder gut geht, du nimmst ja nur das Dia - da haben wir eh schon öfter diskutiert Vorteil oder Nachteil, im mein viele andere nahmen oder nehmen aus welchen Gründen auch immer ein AD dazu was sie nach dem Benzo abbauen.

Ich glaube, dass du wenn du dran bleibst einen kleinen Vorteil hast, dass du nur das Dia hast, weil die ADs ja auch eine Eigendynamik haben und daher sieh mal der Zukunft positiv entgegen, grad ein Mensch wie du der mit dem Glauben so verwurzelt ist, sollte sich an dem ein Stück festhalten.

Ich wäre und auch andere hier wären glücklich wenn sie das schon geschafft hätten, wo du heute stehst, also schau auf das was du geschafft hast und weniger auf das was noch kommt, weil das weiß ohnedies niemand, versuch dein Leben zu genießen so gut es geht trotz Einschränkungen, das ist die Herausforderung. Grad den drei Damen, die ich früher aufgezählt habe gelingt dies scheinbar ganz gut, weil denen geht es auch nicht gut, aber allesamt strahlen eine positive Sichtweise für Ihre Zukunft aus und letztendlich sagst du anderen ja auch immer sie müssen es positiv angehen, also liegt diese positive Sichtweise auch in dir, du musst nur danach leben, alles Gute, Kevin

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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 10.06.14, 8:54

Liebe Sigli. Ich kann gut verstehen das dich das erlebte ordentlich durchgeschüttelt hat und ich kenne dieses sich schwer depressiv fühlen nur zu gut. Nach meinem Kaltentzug ging es mir so ein halbes Jahr , es war echt die schlimmste Zeit in meinem Leben. Eben auch weil ich vorher noch nie im Leben depressiv war und das von traurig sein und sich schlecht fühlen weit entfernt war. Ich dachte auch ich komm da nie im Leben mehr raus.

Aber ich erholte mich wieder und verblieb nicht in diesem Zustand. Ich denke auch das das bei dir so sein wird. Absetzen holt die schlimmsten Symthome hervor, wie du gerade erlebt hast. Aber es sind "nur" Entzugserscheinungen , sie kommen und sie gehen. Ich denke auch nicht das du mal in einer festhängen wirst, weil du genau wie ich keine Depression in der Vorgeschichte hast , also kann auch nichts von vorher wieder hochkommen wenn wir absetzen. Ich glaub nichtmals das du das nochmal erlebst beim weiteren Absetzen .

Ich verstehe das du einen ordentlichen Schreck bekommen hast, aber es ist jetzt vorbei, grüble nicht länger darüber nach warum und wieso. Mach jetzt viel positive Sachen in deinem Leben, genieße es wieder fühlen zu können, geh spazieren , Treff dich mit Freunden, das rückt manchmal auch den Kopf wieder zurecht. Leg es wie Jamie sagt zu den Akten , das es eine furchtbare und angstmachende Sache war glaub ich dir aufs Wort. Aber es ist vorbei. Versuche es abzuharken, damit du diese Angst nicht in den nächsten Absetzschritt mitnimmst. Aber jetzt erhol dich erstmal von dem Schock.
Alles liebe wünscht dir LisaMarie
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 10.06.14, 9:10

liebe sigli, :D

es tut mir so leid das es dir so mies geht. jeder schritt kann eine krise bringen, jamie hat recht, hak es ab. bei mir sind es vor allem körperliche symtome und diesmal auch wieder heftig und heute ist der 14 tag nach dem reduzieren aber dann fällt mir auf, das ein anderes symtom nicht dabei ist und schon schöpfe ich hoffnung. deine angst das es wieder kommt kann ich sehr sehr gut verstehen, geht mir jedesmal so und es war jedesmal schlimm aber eben anders und ich weiß das es irgendwann aufhört :sports: :whistle: die symtome schränken mich stark ein, so dass ich dann richtig traurig werde. meine geduld ist eigentlich am ende ... aber es muss weiter gegen, wir schaffen das ! :!: :roll:

ich habe das gefühl als ob der körper nach 3 tagen merkt, jetzt fehlt etwas und ab da dauert es bis zu 7-10 tage bis er sich daran gewöhnt hat, das ist meine meinung. ich würde empfehlen lustige sachen zu lesen oder filme zu schauen, das lenkt ab und hilt mir jedenfalls sehr diese krisentage zu überstehen. ganz ehrlich, ich verstehe deinen kummer aber bitte halte durch und erhole dich jetzt von dem stress und - wie schrieb die prof. asthon: ist doch egal wie lange es dauert, hauptsache wir schaffen es den mist loszuwerden, oder? also lass dir wieder zeit und mache wieder eine pause, niemand jagt dich und vielleicht wird es beim nächsten mal einfacher, wer weiß? <3

sei lieb gegrüßt und lass dich drücken :hug: chrissi - ich kämpfe auch :haha:
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Dienstag, 10.06.14, 10:38

Vielen Dank für eure mutmachenden Zeilen.

Es ist ja vorbei; aber der Schreck sitzt tief, das kann ich nicht ableugnen. Doch ich bin eine Kämpfernatur. Meine Art ist es, beim nächsten Mal vorzubeugen. Abzuhaken ist eine Kopfsache, das fällt mir sehr schwer... vielleicht wenn mehr Zeit vergangen ist.

Übrigens habe ich am letzten Tag der Depression mich daran erinnert, dass die Schüsslersalze Nr. 3 bei einem Trauma eingesetzt werden. Ich hatte nämlich mal ein schlimmes Trauma. Über die Gründe und Details will und kann ich hier nicht sprechen. Es war auf jeden Fall so, dass sich eine Woche lang alles in der Mitte des Körpers zentriert hatte, ich hatte kalte Hände und Füße, mein Kopf war leer und gleichtzeitig gestresst, und ich bin jeden Morgen gegen 3.00 Uhr mit Ängsten aufgewacht. Ich erinnerte mich an die Nr. 3 der Schüsslersalze (leider erst eine Woche nach der auslösenden Sache), nahm sie in etwa 5 Stunden bestimmt 6 bis 8 mal und schon am gleichen Tag waren die Symptome verschwunden.

Ich hatte auch hier am letzten Tag durchweg, vielleicht 8 bis 10 mal am Tag die Nr. 3 genommen. Es kann Zufall gewesen sein oder wirklich geholfen haben. Auf jeden Fall brauche ICH, mit meinem Naturell solche Krücken. Und ich werde vom ersten Absetztag eine Woche lang die Nr. 3 der Schüsslersalze nehmen. Es ist ja irgendwie ein Trauma für Körper, Geist und Seele, wenn ihnen was weggenommen wird, wo man sich gerade erst stabilisiert hat und wieder gut fühlt.

Ich hab' mich mal schlau gemacht. Lebertran hebt den Seratoninspiegel. Das werde ich auch mal ausprobieren. Außerdem habe ich mir gerade ein Buch mit CD: Endlich glücklich: Wege aus der Depression, bestellt.

Ich war auch mitten in dieser Depressionsphase bei meinem alternativen Behandler. Er holte mich sofort (es war mittags) bei der Behandlung aus der Depression. Ich fühlte mich stark und klar im Kopf und Ich dachte, das war's. Doch es kam am nächsten und übernächsten Tag wieder latent, aber nicht ganz so schwer wieder zurück.

Ich werde mir noch einiges überlegen, was ich anderes in der Entzugswoche machen kann. Ich kann ja nicht 5 Tage bei jedem Entzug 200 km zu meinem Behandler fahren.

Ich gehe schon mit einem mulmigen Gefühl in den nächsten Entzug, doch ich werde sehr bewußt in den Entzug gehen; aber wenn ich im Hinterkopf einige Krücken habe, wird es vielleicht nicht mehr kommen. Ich brauche sowas. Und EINEN Behandlungstermin lege ich immer etwa auf den Zenit des Entzugszeitraumes.

Für weitere Tipps von denen, die wissen, wovon ich spreche, wäre ich dankbar.

lg Sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 10.06.14, 11:06

Liebe sigli, ja das ist ein schweres Trauma für den Menschen. Vielleicht können dich auch die Rescue Tropfen auffangen, wenn es noch mal kommen sollte, was ich für dich nicht hoffe. Sofort nehmen wenn du merkst das es wieder in die falsche Richtung geht. Und ich finde es gut das du dich vorbereitest das es eventuell noch mal passieren kann, dann erwischt es dich nicht mehr so kalt wie beim letzten Mal.

Jetzt erhol dich erstmal von dem ganzen Schock alles Liebe wünscht dir LisaMarie
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Dienstag, 10.06.14, 11:58

Hallo Lisamarie,

das ist auch eine sehr gute Idee. Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Ich hab' sie sowieso immer im Haus. Danke. Sehr gut!

lg Sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 10.06.14, 22:19

Liebe Sigli. Vielleicht kann dir das auch weiterhelfen

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 612#p76839


Lg Lisamarie
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von ataraxia » Donnerstag, 12.06.14, 16:24

Hallo Sigli!

Ich habe dir ja noch nie geschrieben, aber immer wieder still mitgelesen (auch bei dem Streit einmal, wo die Worte gefallen sind, dass deine Ernährungstipps total abgehoben und nicht umzusetzten sind), deswegen war es mir wichtig dir zu schrieben, dass ich mich immer sehr gefreut habe, deine Beiträge zum Thema Ernährung zu lesen!
Seit dem Absetzten habe ich so viele Unverträglichkeiten entwickelt, dass ich mich eigentlich auch vegan und glutenfrei ernähre und deine Tipps echt zu schätzen weiß!

Sonst wünsch dir dir alles Gute und viel Kraft!
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Donnerstag, 12.06.14, 18:28

Liebe Ataraxia,

du kannst dir nicht vorstellen, was deine Zeilen mir bedeuten. Ich habe mich sehr zurückgezogen, weil ich einfach nicht mehr wußte, welcher Streit von was oder wem verursacht wurde. Ich will auf keinen Fall auch wieder etwas aufwärmen. Deine Worte sind für meine gerade gebeutelte Seele wie Balsam und tut mir sehr sehr gut. Ich werde heute Abend im Bett sicher noch daran denken. :)

Vielleicht kann ich da gerade noch was nachtragen: ich hatte ja vergangene Woche eine schwere depressive Phase. Gestern war ich durch andere Umstände, denen ich gerade nicht ausweichen kann, auch sehr beansprucht und gestresst, und meine Konzentration war gefragt. Das ist ja, glaube ich, bei uns allen ein wunder Punkt. Mittags dann noch andere unangenehme Dinge formeller Art, die ich, wie viele andere hier auch, irgendwie auf die Reihe kriegen müssen. Auf jeden Fall war ich sehr aufgewühlt (obwohl ich sagen muß, dass ich den Eindruck habe, dass mein Stresslevel, den ich ertrage, steigt); aber vielleicht zeigt mir die Depression meine Grenzen.

Habe heute morgen bemerkt, dass sich wieder was Depressives anschleicht, was mittags auch etwas schlimmer wurde. Man könnte bei mir evtl. davon ausgehen, dass eine depressive Phase einer Stresssituation folgt. Ich werde das mal beobachten, werde es aber bestimmt nicht immer vermeiden können.

Auf jeden Fall hatte ich nochmal bei den Schüssler-Salzen gegoogelt und gefunden, dass man in einer depressiven Verstimmung drei Mittel auf einmal, jeweils 1 Tablette alle 10 Minuten nehmen soll. Empfohlen waren die Nr. 3, 5, 6 und 7. Von der Nr. 3 wußte ich es. Ich entschied mich für 3, 5 und 6 und habe sie etwa 5 bis 6 mal alle 10 Minuten genommen.

Was hatte ich gemerkt? Vorher hatte sich mein Gehirn angefühlt, als wäre es undurchlässig (ich finde keinen besseren Ausdruck). Schon nach wenigen Einnahmen spürte ich, wie mein Kopf sich etwas freier anfühlte, einfach durchlässiger (fällt mir beim besten Willen nichts Besseres ein). Ich konnte dann auch ein Stündchen schlafen.

Es ist nicht zu 100 % vorbei, aber viel viel besser, vor allem, seit du mir so etwas Nettes geschrieben hast :) :) :) :)

Noch etwas möchte ich dir schreiben. Ich habe mich damit befasst, welche Lebensmittel gut für den Serotonin-Spiegel sind. Das sind Algen, Ananas, Avocado, Bananen, Brokkoli, Eier, Hefe (ich denke mit Melasse Hefeflocken ist man da gut beraten), Muskatnuss, scharfe Schoten und Sojamilch.

Viele von diesen Lebensmitteln sind leider auch sehr histaminhaltig. Ich persönlich bin mit Histamin nicht sehr belastet, gebe aber grundsätzlich etwas acht. Ich für mich werde jetzt immer etwas von diesen Lebensmitteln einbauen. Man muß ja nicht hinstaminfrei essen, wenn man keine Probleme hat. Ich denke, etwas vorbeugen und die Sache im Hinterkopf haben ist da gut.

Nochmal vielen lieben Dank für deine netten Zeilen. Du hast mir den Tag gerettet. :hug:

lg Sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Berlin-2013 » Freitag, 13.06.14, 17:52

Liebe sigli,

Bitte lass das Köpfchen nicht hängen, sonst fällt die Krone runter und das wollen wir doch nicht, oder?

Dieser weg wird keiner leichter sein, sondern steinig und schwer aber am ende :party: :party: :party: :party: :haha: :haha: :haha: :haha: :haha:
Lieben gruss chrissi :hug: :hug: :hug: :hug: :hug:
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Freitag, 13.06.14, 21:22

Liebe Chrissi,

nein, auf keinen Fall. Es gibt immer einen Plan B. Ich habe zwar noch einen weitaus längeren Weg vor mir als du, aber ich werde so weiter machen. Im nächsten dreiviertel Jahr werde ich in vielen Dingen wahrscheinlich nicht umhin kommen, mich von Stresssituationen ganz fern zu halten, und deswegen wird das Absetzen nur langsam vorwärts gehen. Aber vielleicht hat das ja auch seine positiven Seiten.

Und du schaffst den Rest auch noch. Hast ja auch aus deinen Fehlern gelernt und wirst deinen Weg vorbildlich zu Ende gehen.

In diesem Sinne

lg Sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Sonntag, 15.06.14, 12:51

Hallo an alle,

mein größtes Problem ist z. Z., dass ich mich unter Druck fühle, Bekannten, Freunden und meinem Mann gerecht zu werden, gewisse Dinge, die gemacht werden müssen, zu erledigen und mich alles überfordert.
Ich will nicht, dass mein Mann darunter leidet, muß Einladungen absagen, will mich aber auch nicht erklären. Es wissen nur sehr wenige über mein Absetzporblem. Ich will auch nicht, dass das in einem Dorf auf dem Lande die Runde macht.
Heute Nacht hatte ich typischerweise einen Traum, in dem ich von jemandem verschleppt und eingesperrt wurde, ich im Haus von Zimmer zu Zimmer, auf der Flucht, rannte und dann auf eine Scheibe "HELP" schrieb, damit es außen jemand sieht und mich befreit.

Wenn ich versuche, Dinge anzugehen (es ist halt gerade mal so, dass ich mich nicht ausklinken kann), spüre ich nach kurzer Zeit, wie ich regelrecht hochfahre. Mich zu konzentrieren ist, so glaube ich, das eigentliche Problem, das mich stresst. Augendruck, Kopfschmerzen und "hoffentlich werde ich nicht wieder depressiv" denke. Früher waren Dinge, die geplant, recherchiert usw. werden mußten, eine Stärke von mir. Heute schadet es mir bzw. ich habe noch nicht gelernt, anders damit umzugehen, damit es mir nicht schadet.

Augenblicklich fühlt es sich wie ein Fass ohne Boden an. Ich habe Zukunftsängste, weil ich weiß, wie lange das ganze Absetzen noch dauert. Am Dienstag, wenn ich wieder meinen Termin bei meiner Psychotherapeutin habe, werde ich dieses Problem ansprechen, wie ich besser mit Stress umgehen kann. Vielleicht gibt es ein Lösung, wie ich Dinge angehen kann, ohne mich "hochzufahren".

Vielleicht hat aber auch hier jemand in diesem Punkt einen Rat, wie er sich da selbst geholfen hat.

Gruß Sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Berlin-2013 » Sonntag, 15.06.14, 13:14

liebe sigli,

mir geht es genauso - allerdings sage ich allen was los ist, weil ich denke, das es besser ist mit offenen karten zu spielen und es ist ja nicht meine schuld, sondern - so sehe ich es jedenfalls - ein versagen, der mich behandelnen ärzte! und das sage ich auch.

ich mache nur was geht und sage alles ab was nicht geht und wer fragt, warum, der kriegt eine ehrliche und erklärende antwort.

lieben gruss chrissi
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Dia_HB » Sonntag, 15.06.14, 14:16

Liebe sigli,

ja chrissi hat recht, warum Verschweigen das ist nicht richtig, klar ist es nicht normal was mit uns ist , aber es ist nicht unsere Schuld wie es ist.
Im Januar dachte ich das mein Leben nicht mehr normal wird und du weißt wie es mir ging.
Ich habe meinem Mann alles , aber wirklich alles erzählt , jedes sch... Symptome , meine Ängste nie mehr die alte zu werden, jeder aus meiner Familie weiß was los ist sie geben mir das Gefühl von Stärke, wenn man alles verbirgt ist das mit Stress verbunden und jeder denkt du bist fit was aber nicht stimmt.
Warum Scham zu zeigen was ist, wenn mehr Offenheit da ist und die Menschen wirklich wissen wie es dir geht , geht auch schon etwas Streß weg, weil man dir entgegen kommt.
Ich gehe offen damit um in jede Richtung .
Liebe sigli , schämen müssen die sich die es uns angtan haben und verschwiegen haben was wir durch machen müssen um es los zu werden NICHT DU !


Liebe Grüße Heike
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Schmerzpatientin , behandelt mit Diazepam seit 1992 mit anfangs 60 mg Krankenhaus, über Jahre unbewusst bei 10 mg gelandet ,2013 Toleranz entwickelt, Juni 2013 über 10 Monate ausgeschichen mit Doxepin, Januar 2014 Krankenhaus schwere krämpfe Doxepin aprut abgesetzt 37,5mg, 21 Januar durch falsche Diagnose wieder Diazepam Einnahme 25mg Symptome keine Verbesserung, Mai Doxepin dazu 12,5mg und persönliche Veränderung, Euphorie, Vergesslichkeit selber nicht gemerkt.
19 Mai 2014 erneutes ausschleichen Diazepam, Dezember 2014 bei 10,5 mg Diazepam und doxepin 35 mg, Januar 2015 Erhöhung Doxepin 45 mg plus 9,5 mg Diazepam begleitet mit schmerzen Muskeln, Kopf zucken, Verwirrtheit, Koordination weg , Februar ging nichts mehr, zurück auf 37,5mg Doxepin und 7,5 mg Diazepam keine Besserung, versucht durchzuhalten mit 9 mg Diazepam, Arzt besucht Vermutung Krampfschwelle durch Doxepin runter gesetzt, Doxepin auf 0 mg Anweisung vom Arzt, nicht aushaltbar, eindosiert 12,5mg bis hoch auf 30 mg ,erste Krampfanfälle Kopf ,dann richige epileptische Anfälle.
Krankenhaus Diagnose Krampfschwelle unten durch Doxepin.
9 Mai, Doxepin runter, Diazepam hoch ,keine anfälle mehr. Dritter Anlauf des ausschleichens ohne zweites Medikament in kürze.
Nach 14 Monaten wieder stabil ,seit 7 Wochen Dia am ausschleichen. 16.03.2016

Kevin05

Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 15.06.14, 15:40

Hallo Sigli,

du musst einfach lernen NEIN zu sagen und lernen Dinge zu machen die dir gut tun und darüber nachdenken, welche Dinge das sein könnten, eben ein Gegengewicht zu deinen Problemen zu schaffen, weil die sind ja sowieso da, aber eben auch schauen was dir Freude machen könnte trotz Symptome bzw. vielleicht rücken die dann auch in den Hintergrund, das geht aber nicht mit Umdenken sondern mit Üben bzw. konsequentem Machen. Das wäre ein Ansatz und der Ansatz ist nicht von mir sondern von meiner Psychologin, die mir letztens auch die Frage stellte, was könnte ich heute noch alles machen damit es mir morgen vielleicht besser geht? Ich kann dir hier nur wiedergeben, wie Psychologen das meist sehen, eben den Fokus auf das was Freude macht, damit man aus dem Problemdenken mal rauskommt, sonst dreht sich alles nur um uns selbst. Ob du dir nun Sorgen machst wie lange der Entzug dauert oder nicht ändert nichts sondern es belastet dich nur, Ängste und Sorgen steigern deine Symptome.

Und die andere Seite was hier angesprochen wurde hat für mich zwei Seiten, ja einerseits bringt ein Outing, dass es einem nicht gut geht so etwas wie eine Druckentlastung, nur das Problem ist, dass die meisten Menschen entweder es nicht verstehen können oder wollen, weil sie es ja selbst nicht haben oder es ist ihnen egal so meine Erfahrung. Also in meinem Umfeld wissen eigentlich alle Bescheid, aber glaub bloß nicht, dass das irgendwas gebracht hat, genau Null, ich werde auf Familiefeiern gezerrt, die ein Albtraum für mich sind und selbst wenn ich sage, dass ich da massiv Medikamente brauche interessiert das niemanden, vor einem Jahr wurde mir sogar alles mögliche angeboten dorthin zu fahren, ich habe dann nichts gegessen, nichts getrunken, nicht gesprochen und bin wieder nach Hause gefahren, sehr sinnvoll. Aber ich habe ja auch niemand enttäuschen wollen, meine Frau freute sich, meine Mama meinte, wie sieht denn das aus, wenn ich nicht komme, ich denke das kommt einigen bekannt vor und genau hier muss man stark sein und NEIN sagen. Und nochmals sämtliche Leute, auch die etwas intelligenteren unter meiner Familie, Freunde usw. verstehen ohnedies nicht mein Problem und bitte sagt mir nicht dass ihr das auch nicht versteht, weil ich rede hier vom Benzoentzug bzw. Benzokonsum und den Ängsten. Ich schreibe das weil man mir ja immer vorwirft, meine Beiträge wäre so unverständlich.

Übrigens hab ich meine Strategie geändert, ich spreche mit niemanden mehr über meine Probleme, weil erstens keiner helfen kann, also für was Energie verschwenden und es gibt ja noch die Fraktion, die sich darüber freut wenn es einem schlecht geht und bei meiner Familie hab ich es auch aufgegeben, die werden es nie kapieren.

Also zusammenfassend, ich verstehe dich gut, es ist schlimm und ich hoffe du findest einen anderen Zugang zu dem Thema und vielleicht war ja eine Anregung dabei, wenn nicht einfach verwerfen, hoffe es geht dir bald besser, alles Gute Kevin

@Heike
Du hast recht gewisse Menschen sollten sich schämen was sie uns angetan haben, vor allem Menschen wie dir, die durch einen Unfall in diese Situation kamen, was wirklich ein Drama ist und da warst du wirklich schuldlos und warst anderen ausgeliefert in der Hoffnung richtig behandelt zu werden, was leider nicht der Fall war. Und auch bei anderen haben die Mehrzahl der Ärzte ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und es wird leider nicht besser. Die Beiträge wie Menschen behandelt werden wird ja immer schlimmer, ist keine gute Entwicklung, dir auch alles Gute, LG Kevin

sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Sonntag, 15.06.14, 16:17

Hallo, Chrissi, Heike und Kevin,

natürlich weiß mein engstes Umfeld Bescheid. Mein Mann kriegt alles hautnah mit und kann sich doch schlecht in mich hinein versetzen.

Liebe Chrissi, ich denke ein 2000-Einwohner-Ort auf dem Lande ist doch etwas anderes als Berlin. Wenn du hier jemanden etwas erzählst, kommt das beim 10., der es dann zu hören bekommt, völlig anders an. Nur das will ich vermeiden. Ich habe mich für nichts zu schämen. Auch meine Psychotherpeutin sagte letzten Dienstag, dass sie es immer noch nicht fassen könne, dass ich ein geschlagenes dreiviertel Jahr mit dieser Sache von unserem Gesundheitssystem allein gelassen wurde.

Ich wohne etwa 200 km abseits von der Familie, in die ich reingeboren worden bin. Meine Schwester weiß auch Bescheid, auch meine Tochter. Außer Distanz, die ich spüre, kommt da keine Reaktion; sie können sich einfach nicht in mich hinein versetzen. aber eigentlich bin ich immer froh, wenn ich eher weniger Verpflichtungen habe.

In zwei Wochen ist ein Familientreffen der besonderen Art. Alle Verwandten meines Großvaters, der starb, als ich 4 Jahre alt war, treffen sich. ich glaube, ich kenne 95 % nicht. Mein Mann freut sich drauf, meine Schwester hofft mich zu sehen und dass ich noch bei ihr übernachte, und ich plane einfach nur, dass ich vorher nicht unter Entzug stehe, eine Woche danach noch zum Regenerieren habe, habe Bedenken, dass ihre süße zweijährige Enkelin nicht ruhig genug für mich ist und hoffe, dass ich das durchstehe. So ist mein Denken. Ich glaube, das ist den meisten von euch auch nicht neu.

Diese Woche steht eine Einladung beim Sohn meines Mannes an. Mein Mann sagte schon "bleib zuhause, ich erkläre es ihm". Ich fühle mich immer so sch... deswegen. Ich will auch meinen Mann nicht ständig unter meinen "Unpässlichkeiten" leiden lassen. Deswegen hat mir deine Ermunterung, Kevin, auch Mut gemacht.

Und wie geht ihr mit euren Verpflichtungen (abseits von Einladungen), denen ihr täglich nicht ausweichen könnt und die einfach manchmal erledigt werden müssen und dennoch nicht so einfach zu erledigen sind, um?

Danke erst mal und

lg Sigli
Wer kämpft, kann verlieren, wer aufgibt, hat schon verloren.

2.4.2018: Diazepam: 0 mg
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Dia_HB
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Dia_HB » Sonntag, 15.06.14, 17:31

Liebe sigli,
sigli hat geschrieben: In zwei Wochen ist ein Familientreffen der besonderen Art. Alle Verwandten meines Großvaters, der starb, als ich 4 Jahre alt war, treffen sich. ich glaube, ich kenne 95 % nicht. Mein Mann freut sich drauf, meine Schwester hofft mich zu sehen und dass ich noch bei ihr übernachte, und ich plane einfach nur, dass ich vorher nicht unter Entzug stehe, eine Woche danach noch zum Regenerieren habe, habe Bedenken, dass ihre süße zweijährige Enkelin nicht ruhig genug für mich ist und hoffe, dass ich das durchstehe. So ist mein Denken. Ich glaube, das ist den meisten von euch auch nicht neu.
Wenn ich das so lese bist du immer nur am denken was passiert dann, ich habe am 10.6 meine Oma beerdigt und kann dir sagen von mir selbst das alles was du jetzt im Kopf hast ganz anders kommt.
Ich dachte auch das es alles zuviel wird und ich es nicht schaffe, aber soviele Menschen die da waren lenkten mich ab, selbst meine Gedanken waren frei und ich bewegte mich ganz sicher.
Was ich damit sagen möchte ist, alles was ich vor dem Tag x dachte nicht mit einem Stück eingetroffen sind, sondern es war als ob ich ganz ich war.
Ich habe mir den Kopf umsonst zermatert und mich nervlich platt gemacht.
Nun weiß ich das es falsch war und wenn nun nochmal was kommt lasse ich es kommen , wie sagt man immer, es kommt anders als man denkt.

Den alltäglichen Streß muss man meistern und Dinge die gemacht werden müssen um ans Ziel zukommen macht man mit positiven Gedanken, Ruhepausen.
Liebe sigli denk an das schöne was noch kommt, ich wünsche dir ganz viel positive Gedanke und schicke noch Stärke mit.


Liebe Grüße Heike :hug:
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schneefloeckchenLisa Stern
Schmerzpatientin , behandelt mit Diazepam seit 1992 mit anfangs 60 mg Krankenhaus, über Jahre unbewusst bei 10 mg gelandet ,2013 Toleranz entwickelt, Juni 2013 über 10 Monate ausgeschichen mit Doxepin, Januar 2014 Krankenhaus schwere krämpfe Doxepin aprut abgesetzt 37,5mg, 21 Januar durch falsche Diagnose wieder Diazepam Einnahme 25mg Symptome keine Verbesserung, Mai Doxepin dazu 12,5mg und persönliche Veränderung, Euphorie, Vergesslichkeit selber nicht gemerkt.
19 Mai 2014 erneutes ausschleichen Diazepam, Dezember 2014 bei 10,5 mg Diazepam und doxepin 35 mg, Januar 2015 Erhöhung Doxepin 45 mg plus 9,5 mg Diazepam begleitet mit schmerzen Muskeln, Kopf zucken, Verwirrtheit, Koordination weg , Februar ging nichts mehr, zurück auf 37,5mg Doxepin und 7,5 mg Diazepam keine Besserung, versucht durchzuhalten mit 9 mg Diazepam, Arzt besucht Vermutung Krampfschwelle durch Doxepin runter gesetzt, Doxepin auf 0 mg Anweisung vom Arzt, nicht aushaltbar, eindosiert 12,5mg bis hoch auf 30 mg ,erste Krampfanfälle Kopf ,dann richige epileptische Anfälle.
Krankenhaus Diagnose Krampfschwelle unten durch Doxepin.
9 Mai, Doxepin runter, Diazepam hoch ,keine anfälle mehr. Dritter Anlauf des ausschleichens ohne zweites Medikament in kürze.
Nach 14 Monaten wieder stabil ,seit 7 Wochen Dia am ausschleichen. 16.03.2016

Kevin05

Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von Kevin05 » Sonntag, 15.06.14, 18:23

Liebe Sigli,

bei den alltäglichen Verpflichtungen geht es vermutlich vielen ähnlich, die Probleme haben, es ist unangenehm und man versucht es irgendwie zu überstehen, das können auch so banale Dinge wie Einkaufen sein, aber wenn man es hinter sich gebracht hat na ja, jetzt wollt ich grad schreiben, dann ist man erleichtert, aber so ist es ja nicht wirklich. Ich denke es dauert eine Zeit bis man diese Dinge wieder entspannter angehen kann und das dauert eben so seine Zeit, also wenn ich dir jetzt schreibe eine Situation überstanden und heißt damit das nächste Mal kein Problem mehr wäre das gelogen. Was ich dir damit sagen will, ist einfach schwer... - so meine Erfahrung. Alles Gute und Kopf hoch, Kevin

sigli
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Re: Diazepam ausschleichen nach Substitution

Beitrag von sigli » Sonntag, 15.06.14, 19:42

Liebe Heike,

du hast recht mit dem, was du sagst. Mein Mann redet auch immer so; aber erstens bin ich von meiner Art her anders (ich wünschte wirklich, dass ich manches gelassener sehen könnte) und zweitens kennt er "unseren" Zustand nicht. Ich arbeite ja dran.

Zur Zeit habe ich auch eine Phase, in der ich einfach nur zäh mit dem Absetzen vorwärts komme und trotz großen Pausen seit 2 Wochen stressbedingte Symptome habe. Da kommt dann einfach wieder durch "und wenn das alles nicht mehr aufhört?".

Lieber Kevin, ich rede nicht von Einkaufen und dergleichen. Da habe ich schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass solche Dinge vielen schon Probleme machen. Ich meine andere Dinge, mit irgendwelchen Ämtern sich auseinander zu setzen oder überhaupt erst mal rauszukriegen, wie manches zu händeln ist, wenn man ein Vorhaben hat. Mein Mann klinkt sich hier immer völlig aus, weil er als amerikanischer Staatsbürger da völlig überfordert ist. Er ist immer völlig baff, welche unnötigen Gesetze und Verordnungen es hier gibt.

Ich will einfach lernen, trotz Absetzsymptomatik Dinge angehen können, ohne dass ich gleich wieder an mir zweifle. Ich hoffe sehr, dass mir da meine Psychotherapeutin Ansätze geben kann. Ich stresse mich selbst, das ist mir klar.

Ich hab's einfach völlig vergessen: ich habe, seit ich Anfang August 2013 in diese Falle unseres Gesundheitssystems getappt bin, vieles vernachlässigt. Sei es im Haushalt, Kontakte mit anderen und vieles mehr. Ich war froh, wenn ich zweimal am Tag mit meinem Hund die Mini-Gassi-Route gehen konnte.

Ich glaube, nach der 7wöchigen Pause, in der ich mich am Schluss so stark gefühlt hatte, dachte ich, dass es so weiter geht. Aber - wie wir alle wissen - Benzos sind unberechenbar. Und im Prinzip kann ich heute doch viel mehr machen und erledigen als in den ersten Monaten.

Ach, ich höre auf. Es gibt noch so viele, denen es viel schlechter geht. Da kommt dann auch wieder gleich das schlechte Gewissen. Aber wo soll man sich ausko..., wenn nicht hier?

Ich wünsche euch allen und mir auch, dass es aufwärts mit uns geht.

lg Sigli
Wer kämpft, kann verlieren, wer aufgibt, hat schon verloren.

2.4.2018: Diazepam: 0 mg
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