Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->
Liebe ADFDler,


wir wünschen euch einen schönen Sommer. Achtet gut auf euch, überlastet euch nicht und denkt daran, dass die Hitze für den Körper nicht leicht ist, gerade im Entzug und/oder wenn man Medikamente nimmt.

Das Team ist weiterhin nur gering besetzt, die Neuanmeldungen nehmen aber weiter zu. Bitte schaut daher gegenseitig gut auf euch. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Lorazepam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Oliver
Gründer
Beiträge: 8430
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Oliver » Donnerstag, 30.07.15, 19:23

Hallo Nadija,

so eine Liste gibt es nicht. Wir haben eine (sehr) kurze private Liste mit Ärzten, bei denen die Chance einigermaßen gegeben ist, dass man auf mehr Verständnis stößt, wenn man Medikamente ausschleichen will und das war es schon.

Ich wünsche Dir viel Erfolg morgen bei Deinem Termin, und dass Du den Arzt auf Deine Seite holen kannst, damit er Dich beim Weg aus Deiner Abhängigkeit begleiten kann.

Alles Gute
Oliver

Murmeline
Team
Beiträge: 12915
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14519 Mal
Danksagung erhalten: 13032 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 30.07.15, 19:38

Hallo Nadja,

der erste Versuch könnte ggf. wirklich sein, beim Hausarzt die Karten auf den Tisch zu legen. Ich hoffe, dass sich dann eine praktikable Lösung findet.
Zu meinem Psychiater kann ich auch nicht gehen. Bei dem hatte ich heute einen Termin und er hat mir schon keine mehr verschrieben
Morgen werde ich ja (zu meienm Hausarzt) hingehen, habe aber keine Ahnung was er sagen wird. Tavor habe ich keine mehr da. Wenn er mir kein Rezept mitgibt, werde ich von Freitag - Dienstag ohne Tavor sein.
Mir bleibt aktuell eine Frage offen: Wenn der Psychiater nichts mehr verschreibt, und der Hausarzt nichts mehr, wo kommt dann am Dienstag das Tavor her? Meine Frage mag etwas provokativ klingen, aber bei einem ambulanten, kontrollierten, selbstdisziplinären Entzug ist Ehrlichkeit (auch) sich selbst gegenüber ganz wichtig. Und ich verstehe wirklich nicht, von wem in der aktuellen Situation am Dienstag das Tavor kommen soll. Oder meinst Du das Tavor, dass der Hausarzt Deiner Mutter bisher verschrieben hat?

Grüße Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag:
Oliver
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Donnerstag, 30.07.15, 19:50

am Dienstag habe ich wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Hatte mich wohl falsch ausgedrückt. Es ist nicht so, dass er mir gar nix verschreibt. Nur eben weniger.

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Donnerstag, 30.07.15, 19:53

Oh je, dieser Link zuur Patientenverfügung...da steht so viel. Hab grad gar nich den Nerv das alles zu lesen. Aber ich denke, ich sollte sowas unbedingt haben...da ich in keine Entzugsklinik will.

Meine Eltern haben mich mit 16 mal aus totaler Verzweiflung in die Klapse einweisen lassen wollen..und das eigentlich nur, weil ich die Schule schwänzte. Klapse ist da ja nich der richtige Ort.

Jedenfalls traue ich meinen Eltern nicht so 100% über den Weg. Ich weß ich kann auf sie zählen...aber wer weiß was sie anstellen, wenn sie wieder mal nicht weiter wissen?!..

Hab keinen Bock drauf in der Entzugsklinik Tavor kalt zu entziehen und dafür mit zig anderen Medikamenten vollgepumpt zu werden.

Ich muss sagen, das hat mir jetzt richtig Angst gemacht. Die Vorstellung zwangseingewiesen zu werden, und dann die Medikamente nehmen zu MÜSSEN die man dort bekommt....das macht mir alles Angst.
Aber im Grunde kann man ja nur Zwangseingeliefert werden...wenn man eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt, Suizidabsichten hat..usw....

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Donnerstag, 30.07.15, 21:23

Wieso raten mir alle zu einem stationären Entzug??

hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=3462

steht doch schwarz auf weiß:

"Ist ein ambulanter Entzug dem stationären vorzuziehen?

Ja, da bei einem stationären Entzug oft zu schnell abgesetzt wird. Dadurch kommt es häufig zu Rückfällen."



Oder gilt das nur für Menschen die zwar abhängig sind..aber "nur" im low dose Bereich?
Und Menschen wie ich sollten besser in eine Klinik....?!

Das habe ich im selben Thread auch noch gefunden:

WARNUNG

Ein kalter Entzug (also von heute 100% auf morgen 0%) ist auf keinem Fall zu empfehlen, es würde wahrscheinlich viel länger dauern bis Du Dich von den starken Entzugserscheinungen wieder erholt hast und es kann auch sein, dass Du Dich nach einem kalten Entzug nie wieder richtig erholst.



:(

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Donnerstag, 30.07.15, 23:50

Nochmal ich...

hab ziemlich Angst vor dem Termin morgen bei unserem Hausarzt. Der fällt aus allen Wolken und schmeisst mich vll aus der Praxis...
ich hab echt ne riesige Angst vor morgen..

Als ich den letzten Termin bei meinem Psychiater hatte, bat ich ihn mir etwas aufzuschreiben, damit ich besser einschlafen kann, weil ich seit Wochen große Probleme beim einschlafen habe.

Er gab mir dann ein Rezept mit Zolpidem. Er meinte auch das sollte man nicht zu lange nehmen, weil es auch abhängig machen kann.

Irgendwo habe ich gelesen, dass es wohl so ne Art Benzo sein soll?! habe die bisher aber nicht angerührt...

Oliver
Gründer
Beiträge: 8430
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58
Hat sich bedankt: 5660 Mal
Danksagung erhalten: 2259 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Oliver » Freitag, 31.07.15, 0:00

Hallo Nadija,

ich kann Dir keine konkreten Ratschläge geben, wie Du mit Deinem Arzt umgehen sollst. Ich kann nur sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn ich ehrlich meine Ängste und Befürchtungen zeige und so klar ich es hinbekomme kommuniziere, ich mich zwar verletzlich mache aber dann auch oft gute Dinge passieren, die mich wirklich weiterbringen.

Was das Zolpidem angeht: nutz einfach mal unsere Suchfunktion oben rechts, da wirst Du einiges finden.

Alles Gute
Oliver
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Oliver für den Beitrag (Insgesamt 2):
albertinepadma

Jamie
Beiträge: 15358
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37
Hat sich bedankt: 18776 Mal
Danksagung erhalten: 24787 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Jamie » Freitag, 31.07.15, 0:51

hallo,

sage morgen die Wahrheit und biete an, als Beweis deines guten Willens erst einmal morgens ohne Substitut 0,5mg wegzulassen.
Freiwillige Kontrolltermine alle 10 Tage beim Doc, Führen eines Absetztagebuchs.
Dann nach 10 Tagen auch mittags 0,5mg reduzieren. Sollte unangenehm sein, aber nicht völlig unsaushaltbar.
Nach 10 Tage wieder freiwillige Kontrolle. Als Gegenleistung in den niederen Dosibereichen dann aushandeln, dass es dafür Diazepam als Substitut gibt.
Das könnte klappen. Wenn der Arzt merkt, dass es dir todernst (!!!!) ist und du kooperierst und auch Erfolge vorweist, wird er dir sicher irgendwann auch mehr helfen und entgegenkommen. Das wäre meine Idee, aber die nächsten drei Wochen werden erst mal nicht ganz leicht - zeig, dass du bereit bist, das auf dich zu nehmen. Ich denke das erhöht deine Chancen bei deinen Docs.

Gruesse
Jamie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Jamie für den Beitrag (Insgesamt 4):
OliverMurmelinealbertinepadma
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Murmeline
Team
Beiträge: 12915
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50
Hat sich bedankt: 14519 Mal
Danksagung erhalten: 13032 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Murmeline » Freitag, 31.07.15, 7:10

Hallo Nadja,

das "System", wie es bisher funktionierte, geht nun nicht so weiter. Daher musst Du Dich mit den Varianten und den Vorgaben auseinandersetzen und schauen, was jetzt der nächste Schritt sein könnte.

Ich habe nicht gesagt, dass Du in die Kinik musst/solltest. Ich habe nur aufgezeigt, dass die Strukturen/Vorgaben des Gesundheitssystems in deiner Situation (mit der aktuellen Hochdosierung) dies wahrscheinlich nahelegen und das hat wiederum Auswirkungen auf die Haltung/Bedenken der Ärzte bzgl. eines ambulanten Entzuges. Die Vorgaben sorgen dafür,

dass eine neue Arztsuche schwierig sein könnte, und dass Du, wenn das erfolgreich sein möchtest, ehrlich zu Dir und ihm sein musst und es dann auch sehr diszipliniert durchziehen musst.
egal welcher Arzt das ambulant unterstützen würde eben auch eine große Verantwortung trägt und dass man dann partnerschaftlich, vertrauensvoll zusammenarbeiten und selbstdiszipliniert sein muss.

Es ist nicht so, dass es keine Wege gibt.

Ggf. ist der von Jamie beschriebene Weg erstmal ein Anfang und erfolgreich.
Ggf. findet sich ein anderer Arzt, falls der Hausarzt/Psychiater sich nicht darauf einlässt.
Ggf. findet sich eine Klinik, mit der man reden kann, dass man es ohne weitere Medikamente und nicht so zügig versuchen will (ci weiß nicht, wie gut da die Chancen sind).
Du hattest mal von einer Suchtberatung gesprochen, bei der Du warst, ggf. kann diese als Teil in einem Kooperatives Netzwerk (Finchen hat das ja auch mit Psychiater und Hausarzt) eingebunden werden, und Dir Unterstützung geben (Gespräche, Therapien, etc.) Da kenne ich mich nicht aus.

Geplante Wege können sich auch ändern, Independencia hat erst ambulant entzogen und dann eine Klinik gefunden, wo sie den Rest ohne Deckelung abgesetzt hat (sie kommt allerdings nicht aus Deutschland). Ihr Hinweis auf eine langzeittherapie finde ich auch wichtig, hast Du denn derzeit irgendeine Form von therapeutischer Begleitung?
viewtopic.php?p=94008#p94008
Finchen hat geschrieben:
ABER, ich will Dir nichts vormachen, es braucht jede Menge Mut, Durchhaltevermögen und einen großen Willen.

Independencia hat geschrieben:

Was mir unglaublich hilft ist meine Einstellung. Ich bin mit einem eisernen Willen und dem festen Wunsch nach benzofrei (...) und das habe ich bis jetzt an Denkweise beibehalten
Das solltest Du auch haben und rüberbringen.

Es wird sich schon ein Weg finden.

Grüße, Murmeline
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Murmeline für den Beitrag (Insgesamt 3):
Oliveralbertinepadma
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Freitag, 31.07.15, 23:17

Ich war heute nicht bei unserem Hausarzt. Ich konnte einfach nicht mit, hab mich nicht getraut. Mir gings auch nich gut, war total zittrig, da ich ja nicht die morgendlichen Tavor zu mir nehmen konnte. Hatte nix mehr da.

Mein Vater ging allein hin und hat ihm alles erklärt. Naja zumindest fast alles. (Ja, ihr dürft mich jetzt ruhig dafür steinigen, dass ich nicht mit bin..obwohl es um mich geht).

Das Positive ist, dass mein Hausararzt nicht sauer wurde und meinte er unterstützt uns/mich. Er meinte dann aber auch noch, dass ich in meiner Situation besser bei einem Psychiater..Neurologen aufgehoben wäre. Er sagte dann auch, welchen Arzt er meint, bei dem man den Entzug vll machen kann.

Werde mal am Montag einen Termin ausmachen, und dem dann alles erklären...ich bezweifel aber, dass er sich drauf einlässt.

Obwohl das ja heute alles recht gut verlaufen ist, gehts mir richtig schlecht. Weiß gar nich so genau, warum. Vermutlich, weil ich erst heute so richtig begriffen habe, wie tief ich in der Sch***** stecke.

Und ich grad auch wieder sehr negativ eingestellt bin, was den Entzug betrifft und ich mir die Frage stelle, ob das überhaupt zu schaffen ist, da ich mich ja im Hochdosis Bereich befinde.

Was auch hinzu kommt ist, dass jetzt auch mein Vater richtig bescheid weiß. Wusste er bis vor ein paar Tagen nicht. Zumindest nicht, dass es so schlimm ist.

Ich glaube er hat unseren HA auch gefragt ob es okay wäre, wenn ich nicht direkt mit dem Entzug beginne sondern erst mal wieder stabil werden kann. Weil, ganz ehrlich, ich bin einfach total kaputt gerade. Habe die letzten Monate auch stark abgenommen, weil ich kaum noch was gegessen habe. Der Grund war, dass ich keinen Appetit hatte, da ich total den Druck hatte, während ich meine Bachelorarbeit schrieb. Ich wurde dann auch gerade so am Abgabetag fertig.

Diesen Mittwoch hielt ich ja dann noch die Abschluss Präsentation. Also Studium ist jetzt fertig.

Aber direkt JETZT mit dem Entzug anfangen, geht denke ich mal nicht gut, da ich mich einfach erst mal erholen muss, von diesen fast 6 jährigem Studium, welches ich zum Schluss nur unter qualen noch fortführen konnte...aber ich wollte es ja zuende bringen und nicht abbrechen...erstens wegen meinen Eltern nicht, da ich sie nicht enttäuschen wollte und zweitens wegen meinem Bruder. Ich habe ihm am Grab geschworen, dass ich das vollenden und durchziehen werde, weil er es ja nicht konnte, da er während seines Studiums verstarb.

Allein aus diesem Grund bräuchte ich erst mal ein paar Tage Erholung. Dann noch der Selbstmord von meinem besten Freund....also kurz zusammengefasst, ich bin momentan nich wirklich stabil.
Aber ich denke das wird sich schon geben in kurzer Zeit, wenn ich jetzt einfach mal nach so vielen Jahren, wenigstens für 1-2 Wochen mal einfach nur Leben kann, etwas zur Ruhe kommen kann.

Und NEIN, das ist jetzt keine Ausrede. Falls ihr jetzt denkt, dass wäre wieder nur eine Ausrede.

Wenn ihr euch 6 Jahre durch ein Studium quälen würdet, und sowohl zu Beginn des Studiums euer Bruder stirbt und zum Ende des Studiums euer bester Freund...wenn ihr trotz diesen Umständen, die volle Kraft hättet, direkt mit dem Entzug zu beginnen, bitte. ICH hab diese Kraft momentan nicht.

Was nicht heißt, dass ich mein Vorhaben aufgegeben habe!!!

Ich möchte nach so vielen Jahren der Qual, einfach mal für paar Wochen zur Ruhe kommen und einfach mal ein bißchen leben, ein bißchen Zeit mal nur für mich.... Spazieren gehen, schwimmen, wieder anfangen richtig zu essen...

Wenn es mir dann etwas besser geht und ich auch vom Gewicht her stabiler bin, möchte ich es versuchen.

Wer der Meinung ist, ich hätte nach dem ganzen Theater die letzten Jahre und den zwei Todesfällen, wovon ich den meines Bruders die meiste Zeit verdrängt hatte...und mir es dann immer so Schubweise schlecht ging, als die Trauer hoch kam.
Wenn ihr jetzt der Meinung seid, ich hätte es nicht verdient mal zur Ruhe zu kommen (und das eben noch mit der aktuellen Tavor Dosis), der ist meiner Meinung nach auf eine Art ein Unmensch!
Das sage ich jetzt einfach mal so, weil es halt einfach meine Meinung ist. Und ich hoffe, dass ich jetzt nicht direkt gesperrt werde, wegen dieser Aussage.

Dass ich später wieder Ausreden finden werde, wird nicht der Fall sein, da es für mich kein später mehr geben wird höchtwahrscheinlich. Ich denke nicht, dass ich nach so einer langen Einnahme von Tavor und das in so einem hohen Bereich, nach dem Entzug (falls er klappen sollte), noch in der Lage bin, arbeiten zu gehen.

Mal ehrlich, wir wissen doch alle, dass ich danach zwar das Tavor los bin, aber auch ein Wrack sein werde, oder? Da es bei den meisten der Fall ist, wenn sie den Entzug überhaupt schaffen.

Gibt es überhaupt einen Fall, wo jemand Tavor über einen Zeitraum von 6 Jahren genommen hat, und die Dosis zum Schluss auf ca. 13 mg erhöht hat, der einen Entzug geschafft hat und DANACH noch voll Funktionsfähig war, einer Arbeit nachgehen konnte?

Gibt es solche Fälle? Wenn nicht, dann entmutigt mich das schon sehr, muss ich ganz ehrlich zugeben.

Vor allem, weil die Möglichkeit besteht, dass ich hinterher ein Wrack sein werde. Jetzt geht es mir zwar auch nich gut, aber bin wenigstens "lebensfähig" mit den Tavor.

Wie wird es sein, wenn ich den Entzug schaffen sollte? Wer bin ich dann hinterher und wie bin ich? Bin ich überhaupt noch? Welchen Preis zahle ich wenn ich nicht entziehe und welchen, wenn ich es tue?

Als mein Vater dann heute vom Arzt zurückkam meinte er zu mir..ich könnte doch auch jetzt schon anfangen, einfach mal eine Tablette weniger zu nehmen. Aber ich kann es eben NICHT!! Ich habe versucht ihm das zu erklären...er hat es nicht verstanden, und meinte dann ich wäre ja hysterisch, nur weil ich etwas lauter wurde im Gespräch.

Da schrillten bei mir sofort die Alarmglocken und mein einziger Gedanke war nur noch, dass ich dringend so ein Patientverfügungs Ding brauche.

Was mich auch total unter Druck - und das mag sich jetzt für den ein oder anderen komisch anhören - aber gestern meinte ich noch, meine Eltern sind die einzigen Personen, die mich noch lieben, die einzigen die ich noch habe, die zu mir stehen.

Nachdem mir mein Vater heute unterstellt hat ich wäre hysterisch geworden, nur weil ich kurz etwas lauter wurde, war mir klar...meine Eltern sind ab heute keine Vertrauenspersonen mehr sondern für mich eine potenzielle Gefahr.

Unser HA weiß nich wieviel Tavor ich täglich nehme. Ich glaube mein Vater meinte was von 10 Stück am tag, also 5 mg...es sind aber mehr..momentan befinde ich mich bei 4 mg morgens und 2-2,5 nachmittags/abends.
Ich konnte das meinem Vater nicht sagen, es ging einfach nicht.

Bei diesem Arzt, den uns unser HA empfohlen hat, bei dem ich den Entzug machen soll, den werde ich gleich am Montag mal anrufen. Evtl. schickt er mich ja auch wieder weg, wenn er erfährt, wie viel ich am Tag nehme. Denn zu ihm kann und WILL ich dann auch ehrlich sein.

Heute ist der erste Tag, wo mir so richtig bewusst wurde, in was für einer extrem schlimmen Situation ich mich befinde.
Vll denke ich ja anders, wenn ich das einfach alles erst mal sacken lasse?!

Ich hab jetzt auf einmal auch total Angst vor meinen Eltern. Die wollten mich schon mit 16 mal in eine Klapse stecken, weil ich eine notorische Schulschwänzerin war. Ich erinnere mich noch genau an den Tag. Wie meine Eltern einfach ein paar Sachen von mir gepackt haben, mich ins Auto gezerrt haben (und nein, gezerrt ist nicht übertrieben) und mit mir in die Klapse gefahren sind.

Allerdings haben sie mich nicht dort lassen, weil das einfach nicht der richtige Ort war für mich. Auch die Leute dort, haben sich gewundert, warum ich wegen Schuleschwänzen zu ihnen, in die Klapse soll.

Meine Eltern waren damals einfach nur sehr verzweifelt und wussten nicht mehr weiter.

Sie haben mir zwar hoch und heilig versprochen, dass sie mich jetzt nicht einfach so wegschicken, wenn was ist, aber wer garantiert mir das? Was ist wenn sie wieder so verzweifelt sind, dass sie mich wegbringen?

Obwohl das Gespräch mit dem HA heute erfolgreich war...habe ich auf einmal eine tierische Angst.


Werdet ihr mir jetzt direkt wieder unterstellen, ich sei grundsätzlich gegen einen Entzug? Oder kann vll. jemand meine Sorgen zumindest ein Stück weit nachvollziehen? Ich bin grad richtig ratlos und verzweifelt.

Auf der einen Seite denke ich,muss von dem Tavor loskommen, da das so nicht ewig gut geht. Auf der anderen Seite, habe ich das Bild vor Augen, in dem ich jahrelang langsam entziehe und dann im besten Fall das Tavor los bin, aber gleichzeitig auch vll auch Invalide danach!!!!!!!

Ich war die ganzen 6 Jahre, also seit ich das Zeugs nehme, nicht so verzweifelt, wie ich es heute bin.

Oliver
Gründer
Beiträge: 8430
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Oliver » Samstag, 01.08.15, 0:17

Hallo Nadija,

hier wird Dich keiner sperren, weil Du mit Dir selber kämpfst und das hier dokumentierst. Das hat sicher einen Wert für andere und später auch für Dich. Ich finde es selber auch viel konstruktiver das eigene Gefühls- und Gedankenchaos aufzuschreiben anstatt es immer weiter im Hirn kreisen zu lassen.

Ich wünsch Dir viel Kraft und Geduld für die nächste Zeit :schnecke:

Alles Gute
Oliver

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Samstag, 01.08.15, 0:18

Ich glaub ich hab ziemlich viel Bullshit vorhin geschrieben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was heute bei uns los war....ich nur am heulen, meine Mama nur am heulen...alle verzweifelt, vor allem ich.

Das macht mich unglaublich fertig. Und ich hab so eine Angst.

Vll liegt es auch daran, dass mein Studium jetzt zu Ende ist und mir wohl erst jetzt so richtig bewusst wird, dass ich mir auf eine Art mein Leben kaputt gemacht habe...
So könnte man es doch ausdrücken oder? Dass ich es mir kaputt gemacht habe auf eine Art.

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Samstag, 01.08.15, 0:45

ich habe gerade mal in den "erfolgreich abgesetzt" Thread geschaut. Das ist ja wirklich wie ein Schlag ins Gesicht....wie wenige das sind.

Und wenn ich mich nicht verlesen habe, hatte keiner von denen einen so große Menge genommen.

MorulaMyomatosus
Beiträge: 284
Registriert: Mittwoch, 04.06.14, 14:28
Wohnort: Köln/Bonn
Hat sich bedankt: 143 Mal
Danksagung erhalten: 450 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von MorulaMyomatosus » Samstag, 01.08.15, 9:41

Kurz auf die Schnelle: Schau mal bei www.benzobuddies.org vorbei. Ist zwar englisch, aber dort findest du viele Successstorys, da dieses Forum knapp 20.000 User hat. Und ich kann dir sagen, dass du nicht die einzige im Hochdosisbereich bist. Schau dich da mal um!
Das ADFD hat nicht so viele User und dazu kommt, dass wahrscheinlich viele Menschen, die den Entzug hinter sich haben, viel zu sehr mit leben beschäftigt sind, als mit Erfolgsgeschichten schreiben.

Lg
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor MorulaMyomatosus für den Beitrag (Insgesamt 4):
MurmelinealbertineOliverpadma
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Lisamarie
Beiträge: 9434
Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16
Hat sich bedankt: 3528 Mal
Danksagung erhalten: 9375 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 01.08.15, 12:24

Hallo Nadja, ja du steckst ziemlich doll in der Sche.... , da gebe ich dir recht. Und du solltest dir einen guten Psychologen suchen der mit dir zusammen deine Probleme bearbeitet.

Und nicht nur dir ist inzwischen das Ausmaß deines Benzosmissbrauchs klar, sondern auch deinen Eltern. Das sie dich bei etwas unterstützt haben das schadet , du hast einen hohen Preis für dein Studium bezahlt und das ist deinen Eltern inzwischen auch klar . Das da die Abrechnung für kommt hast du immer wieder nach hinten geschoben und die Einnahme gerechtfertigt.

Jetzt bricht dein Glashaus im Moment zusammen und das ist auch gut so, denn vom Verstand her ist dir schon klar das du kein Leben gestalten kannst indem du immer höhere Mengen nimmst. Selbst wenn dein Arzt da jetzt nicht die Reissleine ziehen würde . Was denkst du welche Auswirkungen das auf deinen Körper hat, ich weiß wovon ich spreche ich war nicht Jahre lang abhängig sondern Jahrzehnte davon zwei Jahre wie du im Hochdosisbereich. Ich hab jetzt in einem Jahr umgerechnet 32 mg Diazepam abgesetzt. Von ca 50 mg auf heute 18 mg. Und die letzten mg fliegen auch raus. Ich hab dazu 1.5 Jahre gebraucht und ich habe noch ein Leben, bin auch berufstätig, sogar selbstständig. Das hab ich mir alles während des Entzuges aufgebaut. In dieser Zeit habe ich habe ich meine Freundin zu Grabe getragen und Anfang des Jahres meine Mama.

War mein Weg einfach ? Nein . Hat der Entzug mein Leben zerstört ? Nein. Ich habe durch den Entzug Einschränkungen erfahren, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Nimm dein Leben und die Sucht selber in die Hand bevor dir das wirklich jemand abnimmt , das trägt kein Arzt mit. Hab nicht soviel Angst und Panik. Sondern sehe es als Chance dein Leben wieder in den Griff zu bekommen . Verstehe auch nicht warum du denkst der Entzug zerstört dein Leben. Und mal ehrlich was ist das für ein Leben überleben von einer Stunde zur anderen immer mit dem Gedanken die Sucht befriedigen zu müssen. Und Angst davor zu haben das nächste Rezept nicht mehr zu bekommen.

Wenn du schreibst das du nicht auf eine Tablette verzichten kannst , verstehe ich das , das ist auch gar nicht der Weg sondern langsames abdosieren , was würde dir denn keine Angst machen ? Vielleicht fängst du ganz langsam damit ab hier und da ein Krümmelchen mit der Nagelfeile abzufeilen. Nur soviel das du keine Panik bekommst und dann mal ehrlich in dich hineinhorchst , was passiert. So hast du die Gelegenheit dich langsam an den Entzug heranzutasten. Und du wirst feststellen das es geht und bekommst mehr Mut. Fang nicht nächste Woche an , sondern heute , sag dir heute ist der Tag zurück in ein normales Leben. Mal faktisch gesprochen du bist bist so übersättigt mit dem Travor und deine Rezeptoren haben nur eine bestimmte Aufnahmekapazität. Sind die alle mit Wirkstoff belegt geht das Travor so wieder raus , deshalb würde ich mich wundern wenn du das Krümmelchen das du abpfeilst überhaupt merkst.
Dein Weg wird nicht so weitergehen wie bisher und du musst was ändern und es auch wollen. Ein Entzug ist kein Höllentrip , sondern der Beginn eines selbstbestimmten Lebens .
Nur Mut Petra
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lisamarie für den Beitrag (Insgesamt 8):
MurmelineClarissaalbertineOliverMorulaMyomatosusUlrichpadmaJamie
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
.

albertine
Beiträge: 219
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 18:36
Wohnort: bei Freiburg
Hat sich bedankt: 156 Mal
Danksagung erhalten: 488 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von albertine » Samstag, 01.08.15, 13:04

Hall Nadja,
Nadija hat geschrieben:Mal ehrlich, wir wissen doch alle, dass ich danach zwar das Tavor los bin, aber auch ein Wrack sein werde, oder? Da es bei den meisten der Fall ist, wenn sie den Entzug überhaupt schaffen.
Das ist kompletter Schwachsinn. Mir geht es jetzt ohne Benzos deutlich besser als mit. Allerdings mache ich immer noch Therapie, da ich als Kind schon traumatisiert war. und eben deswegen süchtig geworden bin.
Wie wird es sein, wenn ich den Entzug schaffen sollte? Wer bin ich dann hinterher und wie bin ich? Bin ich überhaupt noch? Welchen Preis zahle ich wenn ich nicht entziehe und welchen, wenn ich es tue?
Wenn du nicht entziehst wird es dir mit jedem Jahr schlechter gehn. Letztendlich wirken die Benzos nicht mehr, verursachen aber sehr wohl immer mehr Entzugserscheinungen, sodass man sich dann quasi auch mit Benzos im Dauerentzug befindet. Ich habe das selbst erlebt

Ich komme übrigens auch aus Ba.-Wü. und kann dir eine gute Klinik empfehlen.

Grüße von Margot
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor albertine für den Beitrag (Insgesamt 6):
MurmelineOliverMorulaMyomatosuspadmaClarissaJamie
1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Station für innere Medizin, Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging, die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima, das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg
1.1.2018 - 15 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Samstag, 01.08.15, 21:09

Hallo,

ich hab mir eure Beiträge durchgelesen, bin aber grad nich so in der Lage zu antworten...oder jedenfalls nich so, wie ich es gern möchte. Bevor ich nur so paar gedankenlose Sätze schreibe, lasse ich es lieber ganz.

Wollte mich trotzdem melden. Mir gehts richtig, richtig scheisse...und das, obwohl ich noch nicht mit dem Entzug angefangen habe und mich momentan auch (noch keiner drängt).
Es ist wohl wirklich so, dass alles über mir zusammenbricht, ich merke dass das sture Durchziehen des Studiums letztendlich ja auch nix gebracht hat, zumindest für die nächste Zeit wohl nicht. Im Gegenteil.


Und dann auch noch diese letzte Dosis Erhöhung zum Ende des Studiums und nach dem Suizid meines besten Freundes. Das war auch noch so eine "unkontrollierte" Erhöhung. Ich weiß momentan selbst nicht so ganz genau, welches die Dosis ist, mit der ich klar komme. Wenn wenigstens DAS nich gewesen wäre. ...aber ist halt passiert. Kann ja jetzt schlecht meinem besten Freund die Schuld geben und sagen "verdammt warum hast du dich umgebracht?!"

Ich bin so am Arsch grad und wütend auf mich selbst.

Allein die Tatsache, dass der Entzug von Lorazepam der SCHLIMMSTE aller Entzüge ist, sogar schlimmer (angeblich) als der von Heroin...da möchte man doch am liebsten gleich alles hinschmeissen.

Eigentlich bin ich ja nicht so, war eher eine Kämpferin. Habe mir das hart erarbeitet...blöde Abendschule, dann nochmal auf die Schule um überhaupt studieren zu können. Und dann das Studium, was dann zur Qual wurde. Aber kann ich überhaupt stolz drauf sein? Nein, schließlich habe ich es nur mit Tavor geschafft. Dennoch war ich stur und wollte es durchziehen.

Bei dem bevorstehenden Tavor Entzug, werde ich aber ganz klein. Den traue ich mich irgendwie nicht zu. Warum?

Mein Zeugnis wird die nächsten Tage wohl kommen. Ich werds direkt in den Keller bringen und erst gar nich den Briefumschlag öffnen. Soll ich meinen Studium Abschluss noch feiern, wenn der mist indirekt mein Leben versaut hat.


Ich bin so wütend auf mich!

Ach Kevin, zu dir wollte ich noch was sagen. Du hattest mir eine PN geschrieben und sie dann wohl wieder gelöscht?! Als ich sie öffnen wollte, stand, die sei gelöscht worden...oder irgend sowas..
Du meintest auch, ich solle das was du schreibst nicht hier zitieren, oder darauf "eingehen", also es halt nich erwähnen. (ich hoffe, es ist jetzt nicht schlimm, dass ich DAS jetzt schreibe, weil ich dich ja jetzt auch zitiere quasi, aber anders gehts ja irgendwie nich).
Dass du das nich willst, also dass ich hier Sachen erwähne, die du MIR in einer PN schreibst, verstehe ich gut.

....dir zurückschreiben über PN kann man aber auch nicht. Zumindest ich nicht. Wie soll so eine normale Kommunikation möglich sein? Das soll jetzt kein Angriff sein oder so, aber ich versteh nich so ganz, was das soll. Nur du kannst den Leuten schreiben aber sie dir nich zurück? Man "darf" sich also im Grunde nich dazu äußern, was du schreibst? (also bitte nich falsch verstehen, bin jetzt nich sauer deswegen, ich verstehs nur nich und finde das irgendwie schade, da ich deine Beitrage eigentlich immer geschätzt habe und gerne darauf eingehen würde und es irgendwie auch seltsam finde, warum du solche Sachen dann löschst.
Vll ist das ja alles nur gut gemeint von dir und du denkst dir,...."nee das hätte ich jetzt nich schreiben sollen" und löschst die Nachricht einfach, bevor ich sie lesen kann. Aber überleg mal was das für ein Gedankenkarrussell auslösen kann, bei anderen Menschen. Ich frage mich schon seit heute mittag, was wohl in der Nachricht stand.....

Ich freue mich aber trotzdem über Nachrichten von dir! Also bitte nich falsch verstehen jetzt.
Zuletzt geändert von Nadija am Samstag, 01.08.15, 21:17, insgesamt 3-mal geändert.

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 14 Mal

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Samstag, 01.08.15, 21:10

Ach, und danke Lisamarie. Dein Beitrag hat mir ein bißchen Mut gemacht. Momentan, kann ich das noch nicht so ganz annehmen. Aber ich werde ihn mir sicher noch des Öfteren durchlesen und werde wie gesagt, auf eure Beiträge noch eingehen.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Nadija für den Beitrag:
Murmeline

Nadija
Beiträge: 92
Registriert: Sonntag, 17.08.14, 14:12

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Nadija » Samstag, 01.08.15, 21:21

ist das hier eigentlich schlimm, wenn man mehrere Beiträge hintereinander schreibt. In vielen Foren ist sowas ja unerwünscht. Also, wenn man mehrfach hintereinander schreibt, Doppel Posting, Triple Posting...in diesen Fall.

Oder ist es zumindest im "eigenen Thread" okay?

Oliver
Gründer
Beiträge: 8430
Registriert: Freitag, 10.10.03, 23:58

Re: Lorazpam abhängig: Ich weiß nicht mehr weiter

Beitrag von Oliver » Sonntag, 02.08.15, 1:00

Hallo Nadija,

das passt schon alles so, mit den mehreren Beiträgen, damit haben wir hier kein Problem :hug:

Alles Gute
Oliver

Antworten