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Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Freitag, 29.06.18, 10:53

Guten Morgen,
Hier gleich 2 Fragen

1 an clarissa: hörten deine Symptome die vom "parkinson " sofort nach dem Ende der Einnahme der NL auf? Und welche waren das?

2 an Jamie: ist bei dir diese körperliche Schwäche komplett weg? Oder nur andere jetzt?

Freue mich auf eure Antworten....
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Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Freitag, 29.06.18, 11:38

Hallo, liebe Berlin.

Ich hatte Tremor unter ALLEN AD und NL.

Unter den NL, obwohl niedrig dosiert und nicht lange genommen, entwickelten sich Muskelsteifigkeit (Rigor) und Akathisie. Da war ich bereits im Benzoentzug und keiner weiß, inwieweit dieser da mit reingespielt hat.

Nur das Zittern hat bald nach Abbruch der Einnahme der NL aufgehört.

Unter Rigor leide ich noch immer, aber in abgeschwächter Form.

Die Akathisie macht mir in unterschiedlicher Ausprägung weiter zu schaffen.

Den Teufel werde ich tun, das einem Arzt zu klagen.
Ich sehe bei mir den deutlichen Zusammenhang zu den PP.

Die körperliche Schwäche ist mir auch erhalten geblieben.

Alles wegen meiner Kaltentzüge :? ?

Ich würde gern Besseres berichten.

VG von Clarissa.
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los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Freitag, 29.06.18, 11:59

Dankeschön clarissa für dir prompte Antwort...

Ich bin ja nun leider in diese Falle getappt und mein Körper lechzt nach dem ldopa aber ich konnte auf 4 × 0.75 also 300 mg reduzieren auch wenn es ein Kraftakt war.

Meine körperliche Schwäche und dieses Muskelsteifigkeit verbunden mit dem Kehlkopfdruck machen mir noch zu schaffen....

Und ich habe Haarausfall aber das nenne ich Häutung und Erneuerung....

Stress ist noch ein Thema aber das kann ich ja etwas beeinflussen....
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Montag, 13.08.18, 15:27

Update August 2018

Es ändert sich alles nur sehr langsam und oft bemerke ich es eher zufällig wie zum Beispiel das ich einen schweren Koffer, huch, auf einmal wieder ohne an Hilfe zu denken, ganz alleine hoch geschleppt habe..oder das ich mich verquatsche nach dem Einkauf und das ganze Drumherum mich nicht mehr stört oder ich ganz selbstvergessen etwas repariere usw.

Daran erkenne ich meine Heilung allerdings auch daran das ich konzentrierter Arbeiten kann und wieder Lachen und Pläne schmiede, die ich zeitnah umsetze.

Rückschläge deprimieren mich nicht mehr so und die Regenerationphase ist verkürzt....

Ich wette, ich werde wieder normal sein, demnächst :haha:
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 14.08.18, 14:48

Am 1. Juli schrieb Eathan bei benzobuddies

Er wachte auf und spürte ein Gefühl der warmen Entspannung welches durch seinen Körper floss und darauf hatte er so lange gewartet und deshalb blieb er in embryonaler Haltung so lange im Bett liegen, bis dieses wunderbare Gefühl aufhörte... jetzt ist er sich sicher, zum einen das es Heilung gibt und das diese Wellen existieren und das wollte er mit uns teilen... wunderbar oder? Es dauerte etwa 1 Stunde an aber immerhin :D

Ist mir auch schon passiert. Ich freue mich sehr über jeden Tag an dem ich mich wieder normal fühle und ich wieder ich bin, jeder der den Entzug hinter sich hat wird es verstehen und die drin stecken können Hoffnung schöpfen
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Mittwoch, 15.08.18, 9:23

Der Titel spricht von Austausch aber warum findet er nicht statt? Vermisse Berichte von euch die nach Null sind egal wie es euch geht..... wo seid ihr??? Wie geht euch???
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 15.08.18, 11:00

Hallo Berlin.

Bei mir gibt es nichts Neues.

Mir geht es nicht grottenschlecht, ich komme ganz gut klar und liebe mein Leben, aber von "gesund" bin ich weit entfernt.
Wenn es Verbesserungen gibt, dann doch ziemlich allmähliche. Ich habe keine beschwerdefreien Fenster. Es gibt bessere und schlechtere Tage, ich habe keine Zusammenhänge aufdecken können. Außer vielleicht zu Streß oder Belastung, danach geht es mir regelmäßig schlechter, aber ich kann mich wieder berappeln, ohne auf Medikamente angewiesen zu sein.
Ganz "normal" fühle ich mich nie.
Leider blieben mir auch "Gefühle warmer Entspannung" nach dem Aufwachen bisher verwehrt.

Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Es war anfangs viel schlimmer.

VG von Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Donnerstag, 16.08.18, 9:02

Liebe Clarissa,

schön das du dich gemeldet hast und auch wenn sich nichts großes bewegt, so habe ich den Eindruck das es dir gut geht und du zufrieden bist, denn das was du schreibst klingt jedenfalls so und freut mich sehr.

Vor zwei Tagen bin ich gestürzt weil ein Auto auf dem Bürgersteig kurzfristig parkte und die Fahrerin im Gespräch war. Jedenfalls wollte ich das Auto umlaufen, übersah einen Wackerstein und kam ins Stolpern und viel auf die Straße direkt vor das Auto. Meine linke Seite ist betroffen und schmerzt ziemlich weil der Ruck heftig war und der Oberschenkel ist an einigen Stellen blau und mein linkes Knie aufgeschlagen... natürlich fühlte ich mich blöde weil ich dachte meine Schuld und Ungeschicklichkeit also doch Parkinson. Dann wurde mir klar: nein es war das Auto auf meinem Gehweg und der Wackerstein und natürlich war ich nicht fokussiert auf mein Laufen, sondern auf das Auto auf meinem Gehweg das ich umlaufen musste indem ich auf die Straße musste und den Verkehr beachten und meine Sicherheit gewährleisten. Warum ich es schreibe?

Weil mir klar wurde, das es nicht mein Versagen oder sogar meine Schuld ist.... nur den Schaden, der ist ganz bei mir, genau wie bei den Benzo's.

Ich bin echt wütend und ziemlich angefressen und das nicht nur wegen der Schmerzen die, bis auf nachts, ganz gut auszuhalten sind und langsam besser werden.

Viele Grüße aus Berlin grrrrr
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Liv71
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Erfahrungsaustausch:Benzo erfolgreich abgesetzt, wie gehrt es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Liv71 » Samstag, 18.08.18, 23:53

Hallo zusammen,

ich lese schon eine Weile mit und bin sehr dankbar, dass es dieses Forum gibt. Die Schilderung der verschiedenen Leidensgenossen hat mir den Entzug von Diazepam "erträglich" gemacht, dafür möchte ich Danke sagen.
<3
Ich bin jetzt 22 Monate nach 0mg, davor habe ich jahrzehntelang Diazepam abends zum Schlafen genommen, anfangs mit größeren freien Intervallen (Monate), später regelmäßiger (freie Intervalle nur noch 1-2 Wochen), zum Schluss 1 Jahr lang täglich 10 mg. Meine Entzüge waren bis auf den letzten alle kalt, 4mal bin ich nach 3 Monaten, 1mal nach 12 Monaten wieder rückfällig geworden.
Beim letzten Entzug habe ich 6 Wochen lang Diazepamtropfen runterdosiert (10-5-4-3-2-1 mg). Rückblickend denke ich, dass 6 Wochen zu kurz waren, aber sie haben es mir wenigstens ermöglicht, mich mental auf den Entzug einzurichten. Ich habe damals nicht gewusst, dass man eigentlich über Monate ausschleichen muss.
Interessanterweise ist jeder Entzug etwas anders verlaufen. Beim ersten hatte ich besonders nachts mit Nackensteifigkeit und Ohrenproblemen zu kämpfen, beim zweiten hatte ich hüpfende Beine, die mich nicht haben schlafen lassen, beim letzten war es eher "Käferkrabbeln" an den Beinen. Tagsüber hatte ich immer mit Empfindlichkeit (Lärm, Licht, Gerüche) zu kämpfen, ich war nicht belastbar, hatte Kopfschmerzen und Migräne mit Aura. Besonders schlimm waren die Symptome 3 Monate nach 0, da hatte ich das Gefühl mein Gehirn sei wundgescheuert und das Bedürfnis, einfach mal eine Nacht vernünftig zu schlafen, wurde unerträglich. Besonders belastend fand ich die Gedankenspiralen, die einen runtergezogen haben und das Gefühl, das allerletzte erbärmliche Häufchen Elend zu sein. Ich konnte mich nicht konzentrieren, ich hatte Wortfindungsschwierigkeiten und die Parallelschaltung von Denken und Sprechen hat nicht funktioniert was zu sekundenlangen, peinlichen Hängern im Gespräch geführt hat. Morgens war mir meistens zum Heulen, nachmittags war ich platt und mir war das Meiste egal.
6 Monate lang gab es schlechte und weniger schlechte Tage, aber es gab nicht einen einzigen guten. Dann wurde es besser. Ich habe vergessen, in welcher Reihenfolge die Beschwerden aufgehört haben, aber es ging deutlich aufwärts. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Anflug von "guter Laune", den ich überhaupt nicht einordnen konnte (ich habe mich minutenlang gefragt "warum geht es dir so gut?" und konnte keine Ursache finden :o ). Im Nachhinein habe ich das Datum nach den schlimmen ersten 6 Monaten zum Stichtag gemacht, denn von da an ging es nur bergauf, eigentlich ist es ein neuer Geburtstag.
Ich möcht allen, die sich im Entzug befinden Mut machen. Selbst bei meiner langen Abhängigkeit und trotz des m.o.w. kalten Entzugs ist es möglich a: von den Benzo´s loszukommen und b: wieder einigermaßen normal zu werden. Jetzt, 22 Monate nach 0mg, führe ich mein Leben ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Es ist einfach selbstverständlich und alle Gefühle kommen darin vor. Vor allem aber der Hunger auf Leben, der unter dem Diazepam ja komplett verlorengeht. Natürlich gibt es auch schlechtere Phasen, die möglicherweise dem Entzug zuzuordnen sind, auch lässt die Belastbarkeit noch etwas zu wünschen übrig, aber es hält sich im Rahmen.
Was ich in dieser schwierigen Zeit durch Mitlesen von Erfahrungsberichten in diesem Forum an wichtigen Infos rausgezogen habe war insbesondere die Nachsicht, die man mit sich selbst üben muss. Also habe ich meine Ansprüche auf ein Minimum reduziert und wenn ich selbst dieses Minimum nicht hinbekommen habe war es auch nicht schlimm. Ich habe mir gesagt "jeder Tag den du schaffst, egal wie, ist ein Erfolg" - und wenn man am Anfang steht kommen einem 6 Monate unendlich vor. Das ändert sich. Rückblickend denke ich jetzt oft, "oh ja, damals warst du erst 12 Monate nach 0, da hast du ja noch ganz am Anfang gestanden". :schnecke:
Was mir auch sehr geholfen hat war die Berichte hier immer und immer wieder zu lesen. Man kann sich ja nichts merken, daher habe ich mich immer wieder neu über die Symptome informiert.
Viel Wasser trinken, Sport und ggf Magnesium haben mir auch geholfen.
Alles in allem rechne ich mit noch weiteren 1-3 Jahren, die es braucht um die Begleiterscheinungen, soweit machbar, hinter sich zu lassen. Den Bärenanteil habe ich, denke ich, nach 1,5-2 Jahren geschafft.

Vielen herzlichen Dank an alle von deren Erfahrungsberichten ich profitieren durfte.
Und allen, die noch dabei sind: Haltet durch! :sports:

Viele Grüße Liv
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Sonntag, 19.08.18, 7:55

Danke Liv71, für diese interssante Geschichte und deine Sicht der Dinge und deine Erfahrungen.... Klasse und toll das du so offen berichtet hast ... LG
viele Grüße und 2018 wird super
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 19.08.18, 8:57

Auch von mir: ausdrücklich Danke!

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Beitrag von Kaenguru70 » Sonntag, 19.08.18, 15:01

Hallo Liv71,

Herzlichen Dank für diesen ausführlichen und mutmachenden Bericht.

Es wäre sehr schön, wenn uns alle so wie du (auch wenn man zwar für sich alleine ohne das Forum abgesetzt hat) hier einen abschliessenden Erfahrungsbericht schreiben.
Ein unglaublich wertvolle Sammlung an Informationen wäre das für alle Betroffenen.
Und zwar nicht nur für die Foris, sondern für alle Mitlesenden und Leidgeplagten im www.

Vielen Dank und alles Gute 🍀

Sarah
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