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Meinleben: Seit dem Absetzen (Sertralin) völlig ohne Halt

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Meinleben: Seit dem Absetzen (Sertralin) völlig ohne Halt

Beitrag von Meinleben » Donnerstag, 17.05.18, 13:47

Hallo!

Habe dieses Forum gestern entdeckt und bin froh dass es sowas gibt. Habe seit Herbst letzten Jahres nach 10 Jähriger Einnahme vom Sertralin 50mg (anfangs 100) meine Medikamente innerhalb ca 3 Monate abgesetzt, weil mir mein Körper sagte, dass ich das nicht mehr schlucken möchte.

Nun das Absetzen ging erstaunlich gut, dafür dass ich es früher schon mal versuchte und mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen zu tun hatte.

Nun ist es allerdings so dass sich komplett alles verändert hat. bzw meine Person auch. Ich konnte mich noch gut erinnern als ich mit den Medikamenten angefangen habe wie sich meine Wahrnehmung und insbesondere meine Augen, Pupillen verändert haben. Es war alles sehr strange.. Irgendwann hab ich mich daran gewöhnt und dies als Realität anerkannt. In den letzten Jahren ging es mir zunehmend schlechter und ich wusste nicht, ob ich mehr Medikamente brauche, andere oder keine. Letzten Endes sagte mir irgendwas innerlich dass ich keine mehr nehmen möchte und endlich mich meinen Problemen stellen möchte.

Nun ich hatte bis vor kurzem noch Psychotherapie jedoch diese beendet da mir meine Psychotherapeutin zum Schluss nur mehr gesagt hat ich soll doch besser wieder Medikamente nehmen und Ev stationäre Therapie machen anstatt mir akut zu helfen, mit meinen Gefühlen umzugehen. Die stationäre Therapie hatte ich schon vor gut 10 Jahren. Ich habe mich aber dafür entschieden in bzw mit meinem Alltag die Probleme zu lösen da man nach so einer Therapie wieder bei 0 anfängt.

Nun gut meine eigentliche Problematik ist nun jene: ich befinde mich im kompletten Gefühlschaos, würd mich am liebsten nur zu Hause mit geschlossenen Vorhängen zurückziehen.. Nicht weil ich depressiv bin sondern weil ich meine Aussen Welt kaum ertrage. Alles was mir halbwegs vertraut ist ist weniger das Problem. Ich hab eine sehr gute Freundin und bei ihr fühl ich mich verstanden und wie ein Mensch. Ansonsten hab ich immer das Gefühl ich bin eine Marionette die funktionieren soll. Ich fühl die Diskrepanz was ich sein soll und was ich bin. Meine beruflichen Verpflichtung nehme ich eher zaghaft in Angriff. Ich kann nur für kürzere Zeit was machen dann brauch schon eine Pause. Generell hab ich das Gefühl alles was ich mache stresst mich.. Ausser Sport! Nur kann ich noch Jeden Tag 2 Stunden Sport machen. Ich habe ständig einen Druck auf der Brust und im Rücken.. Mittlerweile seh ich es sogar selbst an meinen Augen die starr sind.. Vor Wut hauptsächlich und oft Trauer. Dann weine ich furchtbar und manchmal habe ich das Gefühl dass ich gar nicht in diese Welt gehöre. Ich weiß oft gar nicht mehr wer ich bin. Ich war früher total ein offener empatischer Mensch. Jetzt fühl ich mich oft wie eine Lehre, abgenützte Hülle :/

Mir kommt es so vor als wäre das alles ein Film so unreal. Ich spür mich einerseits oft gar nicht andererseits wieder enorme Wut und Trauer. Die hochkommt Vorallem wenn ich funktionieren soll. Wenn ich normale glückliche Menschen sehe kommt mir das so vor, als wäre das so unerreichbar für mich. Vor allem Lärm und kindergeschrei und weinen machen mich total aggressiv. Oft ist es so, dass mich Gedanken von Vergangenheit Zukunft und Gegenwart gleichzeitig überrumpeln. Ich fühl mich oft wie ein psychisches Wrack. So schlimm war es noch nie. Ich erkenne mich oft im Spiegel nicht mehr selbst.

Ich werde nächste Woche zu einer Energetikerin gehn.. Psychotherapie hatte ich jahrelang ohne den wirklichen Erfolg. Eher oberflächlich.

Zu meiner Vorgeschichte. Ich bin mit einem sehr schwer auto aggressiven Ausistischen Bruder aufgewachsen.. Von daher war es damals alles andere als normal. Mit 18 habe ich plötzlich von heute auf morgen meinen sehr nahestehenden Vater verloren. Das macht mir bis heute noch oft sehr zuschaffen. Langfristig Partnerschaften sind bisher noch nie gelungen.

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Wann nimmt das endlich ein Ende..

Wer kann mir helfen oder findet sich darin wieder bzw weiß Problemlösungen..

Danke schon mal fürs Durchlesen..
Zuletzt geändert von Gwen am Mittwoch, 04.07.18, 22:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Seit dem Absetzen völlig ohne Halt

Beitrag von Aufgehts » Donnerstag, 17.05.18, 18:30

Hallo Meinleben,

schön, daß Du hierbist!

Bin ebenfalls erst kürzlich hier im Forum gelandet und versuche, nach über zehn Jahren, vom Sertralin loszukommen.

Es macht den Eindruck, daß Du die Medikamente zu schnell abgesetzt hast. Ich selbst stecke in dieser Situation und habe gerade begonnen, in ganz winzigen Schritten, zu reduzieren. Sertralin darf man (was viele Ärzte und Therapeuten leider nicht wissen) nur sehr sehr langsam ausschleichen.
Hier im Forum stehen sehr viele gute Studien und Berichte dazu und hilfreiche Erfahrungen von den Leuten im Forum. Lies Dich einfach mal ein: viewtopic.php?f=18&t=12880

Du wirst vieles hier entdecken, was Dich vorwärts bringt.

Vieles, was Du schreibst, kommt mir sehr vertraut vor. Das Gefühl, einfach nur noch zu funktionieren, das Nichtertragen der Außenwelt und die Kraftlosigkeit, Dinge zu bewältigen.

Ich lese aber aus Deinen Zeilen, daß trotz dieser "dunklen schier endlos hohen Mauer" die Dich zu umgeben scheint, viel Willen in Dir steckt.
Du scheinst ein gesundes Bauchgefühl zu haben, weil Du Deinen Alltag bewältigen möchtest, auch ohne Therapie, weil Du Sport machst, und weil Du Hilfe suchst und Dich Deinen Problemen stellen willst.

Auch finde ich Deine Haltung bezüglich der Therapie gesund und pragmatisch. Es ist leider Gottes eim Teil des Lebens, daß man mit ganz schweren Situationen konfrontiert wird, wie Tod, Verlust, kranke Angehörige, schlimmen Erfahrungen.
Eigentlich sollte jeder Mensch so weit wie möglich, ohne medikamentöse Hilfe, Probleme bewältigen können. Vor allem – und das hast Du – für sein eigenes Leben Verantwortung übernehmen. Das ist happig und braucht Kraft und Zeit. Ich selbst hätte mir in meinen schwersten Phasen gewünscht, daß meine Therapeutin mir ganz praktische Tipps und Hilfestellungen gibt, wie mit was umgehen, anstatt alles mit Medis zu vernebeln. Ich bin kein Fan von diesen Endlos-Therapien, wo man nur auf der Stelle tritt.

Ich finde, auch wenn es nicht danach auszusehen scheint für Dich – Du machst es gut!

Lese Dich doch hier mal durch und schaue, wie die anderen das mit der Dosierung machen. Ganz langsam, maximal in 10%-Schritten reduzieren, einige Wochen warten wie es wird. Manche machen eine Wiedereindosierung von einer ganz geringen Menge (tw. nur 0,5 - 1mg) wenn es zu feste Absetzsymptome gibt.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut!

Alles Liebe,
Aufgehts
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Re: Seit dem Absetzen völlig ohne Halt

Beitrag von padma » Donnerstag, 17.05.18, 19:08

hallo Meinleben, :)
(schöner Nick :D )
Habe seit Herbst letzten Jahres nach 10 Jähriger Einnahme vom Sertralin 50mg (anfangs 100) meine Medikamente innerhalb ca 3 Monate abgesetzt, weil mir mein Körper sagte, dass ich das nicht mehr schlucken möchte.
Es war sicher richtig auf deinen Körper zu hören, dass das Medikament nicht gut für dich ist. Aber du hast viel zu schnell abgesetzt :shock: . Nach 10 Jahre Einnahme hättest du für ein risikomindendes Ausschleichen, das wir hier empfehlen, mindestens 2 Jahre gebraucht.

Was du beschreibst sind alles typische Absetzsymptome.
Nach zu schnellem Absetzen ist eine Wiedereindosierung so ziemlich das einzige, was man direkt tun kann. Du bist allerdings seit einem halben Jahr auf 0 und da ist es sehr fraglich, ob eine Wiedereindosierung noch greifen würde.

Die andere Möglichkeit ist, abzuwarten, bis sich das Nervensystem von selbst wieder erholt. Die gute Nachricht ist, dass es sich wieder erholt, die schlechte, dass es lange dauern kann.

Lies dich erstmal ein und dann können wir weiter überlegen.

liebe Grüsse,
padma
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Seit dem Absetzen völlig ohne Halt

Beitrag von Black-Hannah » Donnerstag, 17.05.18, 21:22

Hallo Meinleben,

auch von mir herzlich willkommen im Forum.

In deinen Beschreibungen bzgl. deiner Absatzsymptome finde ich mich auch komplett wieder. Ich habe auch nach vielen Jahren mit AD den Schritt gewagt ohne Medikamente mein Leben zu gestalten und ging durch die gleiche Symptomatik wie du. Bei mir war es zwar Venlafaxin aber in den Absetzsymptomen unterscheiden sich die zahlreich verschiedenen ADs nicht sonderlich voneinander.

Die verminderte Stresstoleranz und das Gefühlschaos sind ganz typisch für ein gereiztes ZNS. Man ist ständig überfordert mit den einfachen Angelegenheiten und wenn was unvorhergesehenes passiert, erscheint einem das als unüberwindbare Herausforderung und man könnte sofort los heulen und herum trampeln wie ein kleines Kind. Dieses Durcheinander von Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft kenne ich auch, zusätzlich noch das hochschwemmen alter Erinnerungen, alles verwirrend und beängstigend. Schlimm, dass es dir so schlecht geht, tut mir leid. :hug:

Die Artikel über die Neuroemotionen und das gereizte ZNS haben mir sehr geholfen zu verstehen was mit mir gerade passiert. Dazu hatte dir ja Aufgehts den Link gegeben.

Auch an meiner Sportlichen Routine festzuhalten gab mir zumindest für kurze Zeit das Gefühl halbwegs "normal" zu sein. Ich musste zwar phasenweise die Intensität und Dauer der Trainingseinheiten reduzieren, ganz weggelassen habe ich es aber nie.
Es ist gut, dass du weiterhin Sport machst und auch sonst versuchst dein Leben weiterhin adäquat zu gestalten. :sports:

Ich bin jetzt 11 Monate nach Null, und kann dir schon mal sagen, dass es mit der Zeit besser werden wird. Mittlerweile kann ich wieder besser mit meinen Gefühlen umgehen und auch das Gefühl, sich im falschen Film zu befinden hat etwas abgenommen.

Und wenn du möchtest, erzähl doch bitte wie dein Termin bei der Energetikerin war. Ich stehe Psychotherapien mittlerweile auch eher skeptisch gegenüber (meine war leider auch nicht sehr hilfreich, da auch eher oberflächlich), deshalb bin ich schon neugierig was bei Alternativen Verfahren so gemacht wird.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!
Liebe Grüße
Hannah
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Diagnose: Depression (endogene) Januar 2010

Venlafaxin 75mg, hochdosiert weil keine Besserung

seit Frühjahr 2010 225mg Venla (NW Durst, Schwitzen)
seit 2011-2013 stärkere täglicher Cannabiskonusm
wegen zunehmender Teilnahmslosigkeit und Emotionsmangel runterdosiert

ca.Sommer 2012 runter auf 150mg,
Verbesserung des Gemütszustandes, größere Bandbreite an Emotionen

Frühjahr 2015 runter auf 75mg
erstes Mal starke Absetzerscheinungen (Schwindel, Brain-Zaps)
angefangen mit Sport, weniger Cannabiskonsum

September/Oktober 2016 runter auf 37,5mg
NW: Schwindel erstes Mal Unruhe, Angst und Panikgefühle

Mai/Juni 2017 runter auf 0
Sehr starke Absetz/Entzugserscheinungen: Schwindel,Gangunsicherheiten,Brain-Zaps, Ohrensausen/druck, starke Stimmungsschwankungen
Juli/August Magen-Darm-Probleme, diverse Unverträglichkeiten, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Herzrasen, Angst/Panik
Verzicht auf Kaffee, Schwarzer Tee, Cannabis, Milchprodukte

Oktober Downphase, Suizidgedanken, ständiges Wasserlassen(immer noch bzw. immer wieder), Grübeln
seit Dezember/Januar wieder häufige Angstzustände, Grübeln/Denken über jetziges Leben/Vergangenheit/Kindheit/Tod, Suizidgedanken, starke negative Emotionen (Wut, Zorn, Trauer)

seit März 2018 das erst mal seit langem ab und an "gute Tage", bin wieder fähig mich zu freuen

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Re: Seit dem Absetzen (Sertralin) völlig ohne Halt

Beitrag von Meinleben » Sonntag, 03.06.18, 5:58

Liebe Padma, liebe Hannah,

Ich danke euch recht herzlich für eure ausführlichen Infos und Erfahrungen :) es hat mir sehr geholfen, besonders auch der Link mit den ganzen Absetztsymptomen.. Gut mich darin und auch andere wiederzufinden. Ich war ja schon fast komplett am Durchdrehen was mit mir los sei.

Sorry dass ich erst jetzt zurück schreibe aber ich wollte halbwegs wieder stabil sein um hier zu schreiben.

Nun ich war dann damals bei der Energetikerin und ich muss sagen sie hat mich mit ihrer Unterstützung wieder mehr in die Realität gebracht. Da sie auch Schamanisch Arbeitet und mit Verstorbenen in Kontakt tritt also an das Gegenteil glaubt von meiner letzten Psychologin, die mir prompt einreden wollte, es gibt nach dem Tod nichts und dass das die letzte Hoffnung wäre dass mein Vater noch irgendwo existiert, hat mir diese Gewissheit wieder mehr Lebensmut gegeben. Ich hatte immer vorher das Gefühl dass mein Vater noch irgendwo ist, aber es ist halt glaub ich auch ein schmaler Grad zwischen, festhalten und einfach nur annehmen können dass es da doch noch was gibt. Bzw bin ich bis heute noch immer nicht schlauer geworden was eigentlich damit gemeint ist, jmd loszulassen. Wenn er doch noch existiert wo hin soll ich ihn loslassen und wenn ich mit ihm in Kontakt treten kann, wohin soll ich ihn dann wieder loslassen wenn er da ist :D.

Ihr seht das ist etwas dass mich schon seit dem plötzlichen Tod meines Vater begleitet und irgendwie bin ich noch immer nicht ganz im reinen damit. Ich möchte gern mein Leben wieder genießen können, mich frei fühlen, meine Gedanken im Kopf einfach loslassen können mit einer geordneten Gewissheit dass alles gut ist wie es ist, aber es fällt mir oft nicht leicht.

Wie gesagt ich weiß nach dem Absetzen eben nicht genau, was sind meine ungelösten Konflikte und was ist die reine Unordnung und Verwirrung bzw Chaos im ZNS.

Ich meine wenn ich Sport mache und so geht es mir kurzfristig auch besser nur umbringen kann man sich damit auch nicht.

Ich war früher eher immer sozial zurückgezogen und viel allein, zwangsweise von meinem Aufwachsen mit einem autistischen Bruder, der immer die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog, da hab ich mich in meine kreative und phantasiereiche Welt zurück gezogen.

Sobald ich da nicht wirklich raus musste (also um Geld zu besorgen, arbeiten auf gut Deutsch) ging es mir auch halbwegs gut, bzw könnt ich mir meine Glücksgefühle teilweise darin selber erschaffen.

Mit der Zeit merkte ich jedoch wie das wahre Leben an mir vorbeizischte, also eher das soziale. Zb in dem alle anderen nach der Reihe Beziehungen hatten und bei mir es nicht annähernd geklappt hatte. Bzw ich such immer nur sehr begrenzt mit Freundinnen kontakt hatte.

Ich musste mich mit der sozial realen Welt konfrontieren und es fiel mich anfangs absolut nicht leicht. Ich hab es immer wieder geschafft, durch job Unterbrechungen bzw,. Pausen und jetzt die selbständigkeit, mich dem sozialen Umfeld weitgehend zurück zu ziehen. Jedoch war ich in den letzten 1,5 Jahren damit sehr unglücklich und ich wusste es war an der Zeit das zu ändern und mich dem Leben zu stellen..
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Re: Seit dem Absetzen (Sertralin) völlig ohne Halt

Beitrag von Meinleben » Sonntag, 03.06.18, 6:28

Wie gesagt seit dem Absetzen der AD ging es mir zwar nicht gleich aber in Bezug auf meine alten Mustern und Wunden wieder teilweise sehr schlecht.. Wie oben beschrieben.

Vor allem in Beziehung mit Männer kommt immer wieder alles hoch. Einerseits diese große Verlustängste, andererseits dieser Wunsch nach Geborgenheit aber auch gleichzeitig auch die Unabhängigkeit zu bewahren, das ich emotional leider oft nicht so hinkriege. Und dann bin ich oft so, dass ich wenn der Mann vor mir steht ich Letzendlich doch nicht sicher bin, ob er der richtige ist oder zumindest ob ich mich weiter einlassen wollen würde bzw. Bin ich komplett Achterbahn gefühlsmäßig wenn er sich nicht meldet bzw ich auch nicht sagen kann dass ich ihn nicht will :S.. Ich weiß dann nicht ob es nur meine Angst ist, die mich hindert mich endlich mal wieder auf jmd einzulassen oder ob es Ev vielleicht doch nicht passt und ich mir nur wieder den falschen Mann ausgesucht habe :D.. Hmm

Wenn es um Nähe geht, weiß ich nicht ob es meine Kinsheitswunden nach dem Wunsch nach Aufmerksamkeit sind oder auch irgendwo dann doch wieder das alte Kapitel mit meinem Vater.. Er ist doch sehr früh von mir gegangen, jedenfalls war es letztens so schlimm dass ich echt glaube ich verliere meine Identität und Werd komplett verrückt :/.. Sozusagen wenn ich ihn loslassen, lass ich mich auch los, weil ich ja ein Teil von ihm bin.( Meine Energetikerin meinte dass ich schon ziemlich weit aus meinem Körper war :/) kein Wunder wenn man sich vor Reizuüberflutung nicht mehr halten kann dann..

Wie gesagt zum Glück hat sie mur viel geholfen mich zu stabilisieren, jedoch ganz erkenne ich mich oft nicht wieder im Spiegel wer ich jetzt bin eigentlich.

Vielleicht liegt auch daran, dass ich früher immer allein war und jetzt mit Leuten zusammen bin und mich so neu entdecke oder ich teilweise nur etwas gut überspielen könnte :o

Trotzdem fehlt mir glaub ich seit dem Absetzen der AD so richtig das Gespür teilweise für mich.

Ich merkte das zb im ballett.. Vorher war ich die Ruhe in mir selbst.. Selbst wenn etwas zurück gezogen.. Meine Balance war 1a..jetzt stand ich teilweise in der Klasse und ich hatte mich nicht im Griff was die Kontrolle betrifft.. Also zumindest für meine Verhältnisse nicht wie früher. Das ist schon irgendwie frustrierend wenn man plötzlich merkt wie man absackt nur weil man so instabil ist. Und dass natürlich niemand an die Nase bindet dort.

Na ja ich weiß nicht ob der Gewinn von sich körperlich spüren die Aufgabe von der Kontrolle mit sich bringt oder bringen muss bzw die Vorstellungskraft bzw Phantasie aufgeben muss, jedoch wäre es schade drum.

Letzendlich ich mich jedoch trotzdem lieber für das soziale Leben entscheiden würde.

Nur frag ich mich manchmal wenn genau diese Ressourcen die ich von meiner zurückgezogen Kindheit deswegen aufgeben müsste, dann wäre das auch nicht Sinn der Sache.. Aber ja..

Ihr seht schon ich bin ein ziemlicher Denker und Analyst :/.. Mir wär lieber ich könnte das oft Abschalten und einfach im Flow mein Leben mehr genießen..

(kleine Anmerkung.. Ich trinke ja prinzipiell nichts alkoholisches, doch letztens wollt ich es einfach mal ausprobieren ein bißchen die Kontrolle abzugeben :) versteht mich nicht falsch ich werde sicher nicht gleich zum Alkoholiker :D - aber ganz ehrlich: ich hab mich schon lange nicht mehr so viel lachen gesehen bzw hatte nicht das Gefühl mit der Welt wie man so schön sagt Verbunden zu sein ;))

Eigentlich voll arg wenn man sich denkt, wieviel einem entgeht nur weil einem sein Hirn so viel versaut :D

Na ja ganz plump ausgedrückt, aber es könnte so einfach sein wenn das alles einfach wieder im Lot wäre :o

Hmm anscheinend die Kunst des Lebens ;)


Nun gut sollte mal rei gen für eventuelle Denkanstöße :)

Ich grüße euch recht herzlich!!

Meinleben ;)
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Re: Seit dem Absetzen (Sertralin) völlig ohne Halt

Beitrag von Towanda1 » Sonntag, 03.06.18, 16:49

Meinleben hat geschrieben:
Sonntag, 03.06.18, 5:58

Nun ich war dann damals bei der Energetikerin und ich muss sagen sie hat mich mit ihrer Unterstützung wieder mehr in die Realität gebracht. Da sie auch Schamanisch Arbeitet und mit Verstorbenen in Kontakt tritt also an das Gegenteil glaubt von meiner letzten Psychologin, die mir prompt einreden wollte, es gibt nach dem Tod nichts und dass das die letzte Hoffnung wäre dass mein Vater noch irgendwo existiert, hat mir diese Gewissheit wieder mehr Lebensmut gegeben. Ich hatte immer vorher das Gefühl dass mein Vater noch irgendwo ist, aber es ist halt glaub ich auch ein schmaler Grad zwischen, festhalten und einfach nur annehmen können dass es da doch noch was gibt. Bzw bin ich bis heute noch immer nicht schlauer geworden was eigentlich damit gemeint ist, jmd loszulassen. Wenn er doch noch existiert wo hin soll ich ihn loslassen und wenn ich mit ihm in Kontakt treten kann, wohin soll ich ihn dann wieder loslassen wenn er da ist :D.

Ihr seht das ist etwas dass mich schon seit dem plötzlichen Tod meines Vater begleitet und irgendwie bin ich noch immer nicht ganz im reinen damit. Ich möchte gern mein Leben wieder genießen können, mich frei fühlen, meine Gedanken im Kopf einfach loslassen können mit einer geordneten Gewissheit dass alles gut ist wie es ist, aber es fällt mir oft nicht leicht.
Liebe Meinleben,

mich plagten bei einem plötzlichen Todesfall eines sehr guten Freundes ähnliche Gedanken. Mir hat ein kleines Büchlein damals sehr geholfen: "Der Tod - die andere Seite des Lebens" - das hat mir wieder Hoffnung gegeben, eben weg von dem Gedanken, daß, wenn einer gestorben ist eben alles vorbei ist.

Zu Deiner Empfindlichkeit bezüglich der Außenwelt: Hast Du Dich schon mal mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigt? Deine Beschreibungen klingen sehr ähnlich.

Ich wünsche Dir alles Gute,

lG Towanda
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11.02.18 - 22,50 mg Mirtazapin - Zustand stabilisiert sich, NW: leichte Muskel- und Gelenkschmerzen,
aber gut auszuhalten, hin und wieder Kribbelbeine
19.02.18 - Psychiatertermin - bei 22,5 mg bleiben
29.03.18 - 18,75 Mirtazapin
07.04.18 - wegen Gewichtszunahme Intervallfasten begonnen
14.05.18 - Psychiatertermin - Kribbelbeine sind schlimmer geworden, Empfehlung: Mirtazapin auf 15 mg reduzieren
22.05.18 - 15,00 mg Mirtazapin - 3 Tage später leichte Stimmungsschwankungen, 1 x Drehschwindel,
insgesamt nicht so stabil, Tagesschwankungen, aber auszuhalten
26.06.18 - 5 Glob. Ciprofloxacin C30
30.06.18 - 13,50 mg Mirtazapin - Wasserlösmethode
01.07.18 - 13,50 mg Mirtazapin - Umstieg auf Feinwaage und Nagelfeile :D
03.08.18 - 12,00 mg Mirtazapin


Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

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