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Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Rippatha39
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Rippatha39 » Donnerstag, 06.12.18, 22:51

Also ich werde es mir mit fünf Milligramm über den Winter gemütlich machen und auch nicht mehr weiter absetzen.

Wie man meiner Signatur unschwer entnehmen kann hatte ich ja schon sieben mal das Vergnügen abzusetzen.

Beim Pulvern verschreiben sind unsere Ärzte in Österreich sehr schnell. Wenn es aber ums absetzen geht, schaut die Sache schon anders aus.

Im Dezember haben wir auch die kürzesten Tage und der längsten Nächte kommen ja auch schon dann die Rauhnächte.

Ein weiteres absetzen halte ich in der Winterzeit sowieso nicht für sinnvoll.

Ich finde du machst das ganz richtig dass du jetzt deinen absetzt stop Bein legst und vielleicht beginnst du auch erst wieder im Frühling weiter zu reduzieren.

Ich bin mittlerweile aber auch davon überzeugt, dass nicht nur das richtige und langsame Absetzen mit der vorgestellten Wassermethode ein wichtiger Bestandteil ist, sondern man auch Geist und Körper aufbauen muss wie zum Beispiel ein regelmäßiger Sport, hochwertige biologische gesunde Ernährung, regelmäßige Auszeiten, erlernen eine Entspannungsmethode.

Ich z. B. Mache fast täglich MBSR
mindfulness based stress reduction von Jon Kabat-Zinn.

Auch ich bin dem Forum überaus dankbar, da ich erst hier letzten Jahres erfahren habe, dass meine zeitversetzten (Absetz)Symptome dem Medikamente geschuldet sind und nicht die Rückkehr meiner ursprünglichen Erkrankung bzw Problematik ist oder war.

Wünsche euch allen noch einen schönen Nikolaustag
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Erste Symptome 2002

Erschöpfung, körperliche Schwäche, Angst aus heiterem Himmel, Panikattacken. Daraus resultierende Agoraphobie. Rückenverspannungen, körperliche Missempfindungen, ständig angespannt und unter Stress. In dem Jahr haben wir geheiratet, wollte eigentlich nicht. Keine richtige Diagnose. Arzt verabreicht mir einen Beta-Blocker für 2 Wochen, dann abgesetzt. Erste Panikattacke nach Absetzen des Beta-Blockers bei Freunden im Ausland.
Bis Sommer 2006 Beschwerdefrei.

August 2006 wieder Panikattacken

Diagnose Psychiater: Erschöpfungsdepression mit Angststörung. Beginn Einnahme von Antidepressiva Tresleen 50mg

08/06-05/07 Tresleen 50mg

Beginn 1.Absetzen
01/2007-05/2007 Tresleen 25mg
05/07-09/07 keine Einnahme

Beginn Widereinnahme
09/2007-04/2008 Citalopram 20mg
(Gehirnhautentzündung Frau und Tochter)

Beginn 2.Absetzen
05/2008-07/2008 Citalopram 10mg
08/2008-12/2008 keine Einnahme

Beginn Widereinnahme
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1 Panikattacke im Urlaub und nach Rausch im Oktober)

Beginn Widereinnahme
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Seit 04/2018- Citalopram 15mg
Seit 24.06.18- Citalopram 10mg
Seit 24.07.18- Citalopram 7,5mg
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Entzugssymptome: meistens nach 5-7 Monate stellen sich folgende körperliche und psychischen Symptome:
Erstes Anzeichen sind immer Schulter Nackenverspannungen
unbegründete Nervosität, Stress, vermehrtes Schwitzen auf den Fussohlen, kalte Füsse, aufgewühlt sein, Magenbeschwerden, innere Getriebenheit, es fällt mir dann immer schwerer mich zu entspannen. In weiterer Folge können auch leichte Angst, Konzentrationsschwierigkeiten und allgemeine Niedergeschlagenheit auftreten. Der Höhepunkt ist dann eine Panikattacke.

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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 07.12.18, 0:33

Hallo Rippatha :)

Genau so machen wir's und wenn wir uns bereit fühlen, geht die wilde Fahrt weiter.

Gestern war ich abends nach sehr langer Zeit mal wieder richtig gelähmt vor Angst und dachte nichts geht mehr. Heute war ich beim Pilates, fühle mich ausgepowert und gut und bin auch richtig gut gelaunt durch die körperliche Anstrengung.

Wie du sagst - auch Erholungsphasen gehören dazu. Ich denke dann hat man gute Chancen, wirklich dauerhaft wegzukommen.

Alles Gute auch dir für deinen Weg und halte mich am Laufenden :)

GLG Anna
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Rippatha39 » Freitag, 07.12.18, 11:01

Was lähmt dich so an deiner Angst?

Hast du das Gefühl, dass es vom Absetzen kommt?

Oder reagierst du auf gewisse körperliche bzw. psychische Symptome mit Angst darauf?

Hast du Angst zu sterben?
Hast du Angst verrückt zu werden?
Hast du Angst dass du umfällst und bewusstlos wirst? Oder ist es eine Angst, die du eigentlich gar nicht benennen kannst?

Ich schreibe dir das, weil ich vom Gefühl her und was ich bereits gelesen habe sagen kann, dass wir sehr viele ähnliche Komponenten in unserer Geschichte haben.

Ich für meinen Teil habe Anfang November von 7,5 mg auf 5 mg reduziert.

In der Phase von 7,5 mg hatte ich keine sonderlichen Absetzsymptome bzw. waren diese zu vernachlässigen.

Jetzt bei 5 mg muss ich sagen sieht die Sache schon anders aus.

Angst habe ich zwar keine, was mir aber in der jetzigen Phase doch sehr auffällt, ist wie stark einem diese Antidepressiva doch benebeln.  Also die Konzentration bzw. Die im Forum bzw. auch im Internet oft beschriebene Depersonalisation und Derealisation kenne ich sehr gut ind ist im Moment fallweise doch wieder stärker vorhanden.  Jetzt kommt aber auch eines dazu, dass wir in der dunkelsten Jahreszeit sind und speziell der November auch bei uns sehr sehr wenig Sonnenschein hatte. Auch spüre ich schon eine gewisse ausgelaugtheit bzw. Müdigkeit aufgrund eines relativ starken beruflichen Jahres.

Und da bin ich auch ich schon auch wieder ein wenig bei dem Thema  Ängstlichkeit.

Ich weiß das Gefühle von Depersonalisation und Derealisation bzw Konzentrationsstörungen, brainfog oder Gehirnnebel, wie man das alles auch ein wenig bezeichnen kann,  nicht Anzeichen einer Psychose oder Schizophrenie sind.

Aber in solchen Phasen fühlt man sich auch nicht  sonderlich wohl in seiner Haut. Man fühlt sich so abgespalten und nicht involviert. Man hat es auch mal als eine wie durch eine Scheibe sehen bezeichnet.

Ich habe eines gemerkt, dass mir wie gesagt Ruhe, Stille,  besonders die Abende wo es auch finster ist sehr gut tun und Sport.  Das hatte ich aber letztes Jahr zur gleichen Zeit auch, wo ich noch keine Tabletten eingenommen habe.

Ganz ehrlich  ist meine, wenn man so sagen möchte größte Angst bzw. aber gleichzeitig auch steckt ein Wunsch dahinter folgende, dass ich immer wieder diese Schleifen habe. Ich hoffe, dass auch ich es jetzt mit der richtigen Methode nachhaltig schaffe ohne Tabletten mein Leben bestreiten zu können.

Die vergangenen sieben Absetzversuche waren natürlich unter ganz anderen Gesichtspunkten getriggert.  Ich bzw. auch fachärztliche Begutachtung gingen immer wieder von Rückfällen aus (Herbstdepression Depression Ängste usw.).

Eigentlich konnte keiner der Ärzte, ob das der Hausarzt war oder meine Psychiaterin war, eine Diagnose stellen die mich restlos zufrieden stellte.

Eigentlich erst durch das entdeckte Forum letzten Jahres, wo ich aber bereits das siebte Mal relativ rasch ausgeschlichen habe, tauchte ein neuer Aspekt meiner Symptome auf.

Im Gegensatz zu anderen Betroffenen, hatte ich ja nicht gleich nach dem Absetzen Absetzsymptome und Reaktionen, sondern dauerte es bei mir meistens 6 bis 24 Monate bis ich wieder in die Spirale kam. Das machte es mir dann auch so schwer zu erkennen, sind das jetzt wirklich Absetzreaktionen vom Medikament oder doch die ursprünglichen Probleme.

Na ja fürs erste ist das mal sicherlich genug, wir fahren heute in den Urlaub und sind ab Dienstag dann wieder da.

LG und schönes Wochenende
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Erstes Anzeichen sind immer Schulter Nackenverspannungen
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Samstag, 08.12.18, 0:52

Hallo Rippatha

Ich habe weder Angst verrückt zu werden, noch zu sterben. Es ist nicht wie bei einer Panikattacke.

Die Angst im Entzug ist eine andere. Ich bin Hypochonder, habe also Angst vor schlimmen Krankheiten und da eher davor, die Kontrolle über mein Leben zu verlieren. Daher wohl auch die besondere Angst vor Krebs, die Ungewissheit die diese Krankheit mit sich bringt. Und gleichzeitig meine Dummheit, nächtelang in Krebsforen gelesen zu haben um ja jedes Anzeichen aufzusaugen. :frust: Es gibt bestimmt viele andere Krankheiten, die einen ähnlichen Verlauf nehmen, da ich darüber aber nichts weiß, habe ich keine Angst davor - was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Wenn ich von lähmender Angst schreibe, meine ich damit dass ich wie im konkreten Fall eben zB auf die Waage steige und auf das angezeigte Gewicht mit einem irrationalen Panikausbruch reagiere. Das ist aber nicht wie eine Panikattacke, sondern eine übersteigerte Angstreaktion auf diesen Trigger. Ich habe dann rasende Gedanken, die mir schlimmste Szenarien ausmalen, kann mich kaum beruhigen und es ist mir nicht möglich, einen einzigen vernünftigen Gedanken zu fassen.

Ich muss dann abwarten, nach ca 1, 2 Stunden beruhigt es sich etwas, dann kann ich logische Begründungen für den Trigger finden zB dass ich weniger gegessen habe und es deshalb ganz normal ist, dass ich weniger wiege. Und dann verflüchtigt sich der Zirkus immer mehr.

Die Tendenz war immer schon da, doch im Entzug finde ich sind diese Panikphasen viel intensiver. Wie eine Explosion im Kopf.

DP und DR habe ich wie oft beschrieben bisher glücklicherweise noch nicht erlebt, das muss auch sehr anstrengend sein.

Sport tut mir sehr gut. Das Wissen über die Leistungsfähigkeit des Körpers hilft mir, nicht auf jedes Zucken zu reagieren.

Ich hab zu meinem Mann gesagt, dass ich selbst wohl nie so einen an der Klatsche entwickeln hätte können wie jetzt durch die Tabletten und den Entzug. Nicht nur welche Symptome das überhaupt auslöst, ist auch die Reaktion oft eine Aufgabe für sich.

Ich habe über die Jahre von 20 auf 15mg und vor zwei Jahren von 15 auf 10 und 5mg je ohne Probleme reduziert. Erst unter 5mg wurde es immer hart und unter 3mg sowieso.

LG Anna
Zuletzt geändert von Guglhupf am Samstag, 08.12.18, 1:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Jofab » Samstag, 08.12.18, 1:16

Liebe Anna,

entschuldige, wenn ich so in deinen Thread platze.
Guglhupf hat geschrieben:
Samstag, 08.12.18, 0:52
Ich habe weder Angst verrückt zu werden, noch zu sterben. Die Angst im Entzug ist eine andere. Ich bin Hypochonder,
habe also Angst vor schlimmen Krankheiten.
Gerade heute habe ich versucht, etwas ähnliches zu beschreiben. Bei mir ist es nicht die Angst vor Krankheiten, die
diese irrationale Panik verursacht, sondern die Angst, verlassen zu sein oder verlassen zu werden.
Guglhupf hat geschrieben:
Samstag, 08.12.18, 0:52
Ich habe dann rasende Gedanken, die mir schlimmste Szenarien ausmalen, kann mich kaum beruhigen und es ist mir nicht möglich, einen einzigen vernünftigen Gedanken zu fassen.
Genauso ist es auch bei mir. Es ist keine Panikattacke im üblichen Sinne.
Guglhupf hat geschrieben:
Samstag, 08.12.18, 0:52
Die Tendenz war immer schon da, doch im Entzug finde ich sind diese Panikphasen viel intensiver.
Es scheint wirklich so zu sein, daß diese Angststörungen ganz individuell ausgelöst werden.

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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von feenarm » Sonntag, 09.12.18, 7:38

moin,

das mit der angst erlebe ich auch so.
alle strategin die ich erlernt habe gegen ängste und panik sind nicht anwendbar. und die angst fühlt sich anders an.

schon beruhigend das es andere auch so erleben. naja auch erschreckend.

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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Donnerstag, 13.12.18, 17:08

Hallo ihr Lieben

Ein Update - wie erhofft, hat sich bei mir nun alles eingependelt. Endlich wieder sorglos, kein Gedankenkreisen um mögliche Krankheiten, kein Herzrasen morgens, keine Verdauungsprobleme, kein schlimmes Sodbrennen. Ich kann ein völlig normales Leben führen, sporteln und bin richtig happy.

Ich hab schon nicht mehr daran geglaubt, dass ich mich noch stabilisieren kann, diese Erfahrung jetzt ist für mich sehr wichtig und gibt mir Kraft und Hoffnung.

Wenn ich mich dazu bereit fühle, geht die Reduktion weiter. Trotzdem empfinde ich es als riesigen Etappensieg, so gut mit der Dosis leben zu können, bei der ich sonst immer gescheitert bin. Ein Beweis, dass ich auch mit weniger und irgendwann ganz ohne Medi leben werde können. Ganz ehrlich, die vielen schlimmen Berichte hier und meine eigenen Erfahrungen im letzten Jahr haben mich inzwischen immer mehr daran zweifeln lassen.

Ich habe nochmal bei meinem Arzt nachgefragt, wie lange ich das schon nehme weil ich wohl gehofft habe, mich doch zu irren. Aber nein, es sind tatsächlich 10 Jahre. Auch deshalb habe ich überhaupt keinen Stress mehr. Ziel ist nicht schnell wegzukommen, sondern langfristig problemlos.

Alles Liebe euch
Anna
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von carlotta » Freitag, 14.12.18, 0:04

Hallo Anna,
Guglhupf hat geschrieben:
Donnerstag, 13.12.18, 17:08
Ganz ehrlich, die vielen schlimmen Berichte hier und meine eigenen Erfahrungen im letzten Jahr haben mich inzwischen immer mehr daran zweifeln lassen.
Die schlimmen Verläufe entstehen zumeist dann, wenn zu schnell und/oder in unpassender Weise (bspw. durch tageweises Auslassen) reduziert wird. Menschen landen ja leider oft erst in Anlaufstellen wie dieser hier, wenn etwas schief gelaufen ist im Absetzprozess, und häufig ist das eben mehr als ein bisschen. :(

Bei achtsamem Vorgehen sollten sich Symptome in Grenzen halten, wenn die Vorgeschichte für das ZNS nicht allzu strapaziös war. Und selbst dann lässt sich mit vorsichtigen Schritten noch was regulieren.

Lass Dir - wie geplant - die notwendige Zeit.

Liebe Grüße
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 14.12.18, 0:25

Hallo Carlotta :)

Ja das dachte ich auch, trotzdem sieht die Realität oft anders aus. Lake und auch Buetze reduzieren langsam, trotzdem hat jeder zu kämpfen. Auch ich hab in höchstens 10% Schritten reduziert, bei 2,7mg ging trotzdem nichts mehr.

Ich sehe nur bei jenen konstante Erfolge, die vielleicht 1 oder 2 Jahre die Medis genommen haben. Je länger die Einnahme, desto schwerer die Reduktion.

LG Anna
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von tigger123 » Freitag, 14.12.18, 8:05

Hallo,
auch ich habe massive Probleme trotz langsamen Rezuzieren. Und das seit über einem Jahr. Jetzt fünf Monate ohne Reduktion absolut nicht annähernd altagskompatipel :cry:

Gruß
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von lakeSonne1 » Freitag, 14.12.18, 9:49

hey Anna,

du hast Recht, mir gehts oft auch sehr bescheiden nach einem Reduktionsschritt.
Glücklicherweise hat es sich aber bisher immer wieder stabilisiert und ich fühle mich dann BESSER als
vor der Reduktion,d.h. es geht in die richtige Richtung. Falls dem nicht so wäre, würde ich aufhören zu Reduzieren und versuchen die verbleibende Medikamentation vorläufig zu akzeptieren, um z.B in einem halben Jahr noch mal anzugreifen.

Guglhupf hat geschrieben:
Freitag, 14.12.18, 0:25
...Auch ich hab in höchstens 10% Schritten reduziert, bei 2,7mg ging trotzdem nichts mehr.
Das du unter 10mg Dosis 10%tige Reduktionsschritte machen kannst, finde ich schon erstaunlich genug. Geht gar nicht bei mir.
Seit ich unter 10mg bin ist 5% das maximum. Aber das stört mich nicht (mehr) so sehr, solange ich spüre, dass das langsame Reduzieren funktioniert.
Versuchs doch mal mit 5% Schritten, denn:

:party2: Kleine Erfolge sind besser als keine Erfolge :party2:

Gruß
/lake
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Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch

2016: ab 20.3.16: 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE auf 15mg: 3.9.2016 - 2.3.2017
2017: 15mg auf 10,3mg
2018: 10,0mg auf 7,7mg
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carlotta
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von carlotta » Freitag, 14.12.18, 13:27

Hallo Anna,

bei beiden Beispielen, die Du nennst, gab es in der Vergangenheit mehrfach überhöhte Reduktionen, also bereits eine tiefer greifende Reizung des ZNS. So eine Vorgeschichte führt exakt zu den häufig hier beschriebenen Problematiken - und in der Regel dazu, dass 10-Prozent-Schritte in Folge oft nicht mehr funktionieren, sondern man WESENTLICH vorsichtiger reduzieren muss, will man mit möglichst geringen Symptomen davonkommen.

Beides sind gute Beispiele für das, was ich oben beschriebenen habe.

Und bei Lake sieht man ja, dass sich das Nervensystem mit kleineren Schritten letztlich wieder arrangiert.

10 Prozent besagt zwar die Faustregel, die sind aber leider für viele nicht umsetzbar bzw. gar nicht so behutsam für das ZNS, speziell im unteren Dosisbereich. Mit vorsichtigem Vorgehen meine ich auch nicht, sich stur an die 10 Prozent zu halten, sondern zu schauen, was INDIVIDUELL möglich ist und den Prozess daran anzupassen. Das können auch nur 8 oder 5 oder 2 Prozent sein. Viele meinen, sie bräuchten nur im 10-Prozent-Bereich zu bleiben und dann dürfte nicht viel kommen an Symptomen - dem ist leider nicht so. Dem Nervensystem sind solche Zahlen egal. Es allein gibt das Tempo vor.

Liebe Grüße
Carlotta

Edit: Und ich meinte auch nicht, dass man trotz langsamem Vorgehen unbedingt relativ symptomfrei bleibt; das ist eher selten. Es geht ja darum, die Symptome von Zeit und Intensität her in einem akzeptablen Rahmen zu halten, sodass man nicht Gefahr läuft, völlig aus dem Alltagsleben katapultiert zu werden.
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Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Samstag, 15.12.18, 13:21

Hallo

Lieber Lake :)

Kleine Erfolg sind besser als keine Erfolge - da stimme ich dir absolut zu. Ein sehr guter Slogan für so viele Bereiche des Lebens. Für das Ausschleichen eines PP allerdings mM nach nur bedingt geeignet, weil der Weg so unvorhersehbar ist. Ein kleiner Erfolg kann sich da schon morgen als Reinfall herausstellen und man muss wieder erhöhen. Das ist für mich dann kein Erfolg.

Ich war immer schon ein Mensch, der seinen Körper sehr gut kannte. Im Entzug ist das nochmal deutlich mehr geworden. Der ganze Körper steht im Entzug unter Dauerstress. Wie schon erwähnt, hatte ich zuletzt reale Beschwerden wie regelmäßig. Magenschmerzen, schlimmen Reflux. Ich sehe wirklich keinen Grund diese Zustände einfach auszuhalten. Das sind in meinen Augen Zeichen, dass der Körper erstmal genug Dauerstress ertragen hat.

Und ich denke auch, dass ich von 20mg bis 5mg nur deshalb so problemlos ohne Zwischenschritte reduzieren konnte, weil Jahre dazwischen lagen.

Hallo Carlotta :)

Ich hab dazwischen auch mal 5% Schritte gehabt, mit durchwachsenen Erfolgen.

Wie auch immer, es muss sowieso jeder seinen Weg gehen.

Liebe Grüße
Anna
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