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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Mockingjay: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Mockingjay
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Mockingjay: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 11.08.16, 9:52

Liebes Forum

Ich habe mich heute angemeldet und schreibe hier meinen ersten Beitrag. Meine Geschichte werde ich sobald ich kann, in meiner Signatur verewigen. Es ist eine lange Leidensgeschichte, die vor Jahrzehnten begann. Genauer gesagt als Kleinkind, wo ich die ersten Angstattacken hatte. (dazu muss ich sagen, die familiären Verhältnisse waren nicht so toll... Gewalt/Misshandlung, Scheidungskind, Vater hat Geliebte, Freund der Mutter Alkoholiker, Mutter labil/tablettenabhängig etc.).

SSRI (genauer gesagt Fluoxetin) nehme ich seit 2002 (mit kurzen Unterbrüchen), ernsthafte Absetzungsversuche unternehme ich seit 2008. Meine Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung, generalisierte Angststörung, Schilddrüsenunterfunktion (substituiert seit Kindheit), Keratokonus im Stadium 2.

Vor 3 Monaten habe ich mir einen minutiösen Plan zurechtgelegt, der sich über ca. 1,5 - 2 Jahre erstrecken soll. Ich möchte endlich weg von SSRI kommen.

Als langjährige Userin kann ich sagen, dass SSRI abhängig macht, was ja über den ganzen Globus von der Pharmaindustrie und Ärzten konsequent verleugnet wird. :whistle:

Nach dem ersten Absetzversuch von 2008, wo ich diese abrupt absetzte und grauenhafte Symptome wie Brain Zaps und Halluzinationen hatte, folgten weitere Ausschlauchversuche, die sich meist über Wochen bis 2 Monate erstreckten. Meine Maximaldosis lag aber nie bei mehr als 20mg. Jedesmal fühlte ich mich anfangs besser, es folgte aber meistens eine Katastrophe, mein ganzes Leben brach jeweils mehr und mehr zusammen wie ein Kartenhaus, bis ich kapitulierte. Und doch gebe ich nicht auf... .ich bin eine Kämpfernatur, stehe immer wieder auf.

Nun aber zu meinem Plan. Seit ich im Sommer 2015 meine erste erfolgreiche Therapie nach 10 Jahren abgeschlossen haben, möchte ich nun endlich von den AD wegkommen.

Mitte Juni bin ich von 20 auf 15mg runter. Schwere Folgen gab es bisher keine ausser eines kleinen Drogenausrutschers nach jahrelanger Abstinenz. Aber eben so kleine Wehwechen wie teilweise tagelanger Müdigkeit, kleine Sehstörungen, mal Tinnitus oder kleine Depressiönchen, feine kleine Angstattacken (die habe ich aber sowieso immer mal wieder). Ich merke, dass ich eher mal gereizt bin, Gefühle mich eher mal übermannen. Vorallem aber lässt meine Disziplin (Sport. Ernährung etc.) stark nach, was mich sehr stört. Ich weiss aber auch, dass ich dem Körper Zeit lassen muss, sich an die veränderte Hormonmischung im Gehirn anzupassen. (übrigens habe ich früher mal sehr viel darüber und über Fluoxetin gelesen) und von sich aus den Serotoningehalt wieder anzupassen. Ich weiss, das braucht Zeit. Ich habe mir 3 Monate gesetzt, danach ein halbes Jahr 10mg als Erhaltungsdosis bis zum ersten ernsten Schritt.

Reichen 3 Monate?
Kann man 5mg Unterschied wirklich spüren oder ist das nur meine Angst, wieder zu versagen, Absetzsymptome?


Es ist so, ich war immer und bin berufstätig, im Geschäft weiss keiner was von dieser Gesichte, zu gross wäre die Scham. Nie und nimmer würde ich davon etwas durchsichern lassen. Aber ich merke schon, dass ich halt im normalen Arbeitsmarkt schon grosse Mühe habe (bin zwar in einer guten Position), doch eine IV oder ein geschützter Arbeitsplatz käme für mich nie in Frage. Meine Arbeit gibt mir halt und Struktur, das Geld ist mir wichtig, damit ich auf Reisen gehen kann. Diese Unabhängigkeit könnte ich nie aufgeben.

Aber ich schweife wieder ab... :schnecke:

Nun, seit 2 Tagen ist mir ständig schlecht, und seit einigen Tagen habe ich Mühe einzuschlafen.

Sollte ich mir noch mehr Zeit geben als bis Mitte September, oder wieder rauf? So komme ich ja nie ans Ziel. Ich habe Angst, aus meiner Komfortzone herauszukommen..

Ich danke Euch allen, die das lesen und mir vielleicht Tipps geben können.

GLG
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2016-2018:
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Donnerstag, 11.08.16, 11:40

hallo Mockingjay, :)

willkommen im ADFD.
Schön, dass du von Fluoxetin weg möchtest.

Ich kann gerade nur kurz antworten, da ich gleich weg muss.

Deine geplanten Schritte sind viel zu gross.

Wir empfehlen hier Reduktionen von höchstens 10% der letzten Dosis alle 4 - 6 Wochen
Kann man 5mg Unterschied wirklich spüren oder ist das nur meine Angst, wieder zu versagen, Absetzsymptome?
5 mg sind sehr viel. Ich kann Fluoxetin nur in 0,1 mg Schritten absetzen.

Ich verlinke dir hier die wichtigsten Infos:
FAQs
Was bei passiert bei der AD Einnahme und im Entzug
AD Absetzinfos

liebe Grüsse,
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 11.08.16, 11:49

Danke für die Deine Antwort und für die Links, die sind sehr hilfreich.
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von TeaTime » Donnerstag, 11.08.16, 12:07

Hallo Mockingjay,

vielen Dank für Deinen Eintrag.

Tipps kann ich Dir keine geben, weil mir Erfahrungen mit Deinem Medikament fehlen, aber dazu werden sich andere aus diesem Forum melden und Dich sehr gut unterstützen.
Ich finde es wirklich klasse, dass Du Dir schon soviele Gedanken und einen Absetzplan gemacht hast.

In manchen Deiner Ausführungen zu Deiner Person/Lebensweise erkenne ich mich wieder. Arbeit war mir auch immer enorm wichtig. Ich wollte einfach funktionieren, wie immer. Dachte immer, wenn ich arbeite, dann wird alles wie immer. Dann muss ich früh aufstehen und kann auch irgendwann wieder schlafen. Naja, ein Irrtum, in meinem Fall.

Du hast eine Menge extremer Erfahrungen hinter Dir und es trotzdem geschafft, Dir Dein Leben, wie Du es brauchst, zu erhalten. Das verdient Respekt !!! Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, wie enorm anstrengend das ist. Bei mir endete das dann nach dem ersten BurnOut, einige Monate später, in einem zweiten.

Pass gut auf Dich auf !!! Aber Du wirkst so zielstrebig und auch sicher, dass ich überzeugt bin, dass Du es schaffen wirst, Deine Medikamente weiterhin zu reduzieren. Du hast auch eine lange Gesprächtherapie hinter Dir, also alles richtig gemacht.

Weiterhin alles Gute !!!! Hier wirst Du viel Unterstützung finden, da Du ja im normalen Umfeld Deine Probleme nicht preis geben willst (was verständlich ist, viele können damit nicht umgehen), wirst Du hier offene Ohren und eine tolle Aufnahme finden.

Lieben Gruß

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(Heinrich Heine)

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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Sunnyrose » Donnerstag, 11.08.16, 13:04

Gutan Tag MockingJai

Herzlich willkommen im ADFD :)

Deine Lebensgeschichte (Kindheit) berührt mich sehr, sie erinnert mich an meine :( Es ist sehr verständlich, dass sich da Ängste aufbauen.

Ich bin sehr froh, dass du zu uns gefunden hast. Auch wenn du dir viel Zeit eingeplant hast, sind die Absetzschritte wirklich viel zu gross!

Wie empfehlen und praktizieren folgende Regel, die dann ganz individuell nach oben oder nach unten angepasst wird.

10% der Dosis alle 4-6 Wochen. Manche können nur 5% runterdosieren, manche sogar noch weniger oder müssen längere Abstände einhalten. Manche können ein wenig mehr runterdosieren. Das ist wirklich ganz individuell.

Jedoch gelingt es mit dieser langsamen und achtsamen Methode die Absetzsymptome moderat zu halten und bestenfalls bleibt man alltagstauglich. :)
Mockingjay hat geschrieben:Kann man 5mg Unterschied wirklich spüren oder ist das nur meine Angst, wieder zu versagen, Absetzsymptome?

5mg sind 25% bei deiner Ursprungsdosis von 20mg. Viel zuviel und ja das reicht nicht nur sondern kann sehr viel Absetzsymptome auslösen. Dass sie verzögert eintreten ist auch üblich, vorallem auch gerne bei zu grossen Schritten.
Mockingjay hat geschrieben:Sollte ich mir noch mehr Zeit geben als bis Mitte September, oder wieder rauf? So komme ich ja nie ans Ziel. Ich habe Angst, aus meiner Komfortzone herauszukommen..
Du kommst an dein Ziel, bestimmt. Ca 2 Jahre sind eine gute Einschätzung der Dauer, jedoch die Schritte zu gross. Ich würde dir empfehlen, da es seit 2 Tagen schlimmer geworden ist (ein klares Zeichen, dass dein Gehirn nicht nachkommt) wieder leicht aufzudosieren. Vorerst mit 1-1,5mg. Vielleicht reicht das um dein Gehirn zu beruhigen. Und dann ca. 4 Wochen diese Dosis halten, oder so lange bis du dich stabil fühlst.

Erst dann in 10% Schritten weiter absetzen. :roll:

Hier noch ein Thread mit der Wasserlöse-Methode, mit der du jede Dosis hinkriegst:

viewtopic.php?f=16&t=10923&p=127508&hil ... de#p127508

Liebe Grüsse
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2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Mockingjay
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 11.08.16, 16:41

Liebe Deria

Vielen lieben Dank für Deine Antwort. <3

Ja, mittlerweile habe ich auch Konzentrationsprobleme und ich kann nicht mehr aufhören, an Sachen herumzugrübeln... da muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder in eine Depression rutsche... ich muss wohl wieder einen kleinen Schritt hinauf. Jedoch habe ich 3 Grosspackungen Tabletten und nichts flüssiges. Ich schau mal ob ich das tauschen kann in der Apotheke.

Nächsten Dienstag steht der Termin bei der Psychiaterin an, den ich extra wegen meinen Absetzplänen vereinbart habe (die Therapeutin selber die ich hatte, war "nur" Psychologin).

Ich habe nur Angst, dass ich nie fertig werde oder die Geduld aufbringe, wenn ich so winzige Schritte mache, na gut eben ich werde dann die Abstände dafür verkleinern.

GLG
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2016-2018:
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Donnerstag, 11.08.16, 19:01

hallo Mockingjay, :)
Ja, mittlerweile habe ich auch Konzentrationsprobleme und ich kann nicht mehr aufhören, an Sachen herumzugrübeln... da muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder in eine Depression rutsche... ich muss wohl wieder einen kleinen Schritt hinauf.
Dazu würde ich dir auch raten. Derias :) Vorschlag von 1 - 1,5 mg mehr, schliesse ich mich an.
Jedoch habe ich 3 Grosspackungen Tabletten und nichts flüssiges. Ich schau mal ob ich das tauschen kann in der Apotheke.
Fluoxetin gibt es nicht mehr in flüssiger Form. Du kannst jedoch die Wasserlösemethode benutzen, damit bekommst du jede Dosierung hin.
Ich habe auch Fluoxetintabletten, meine lösen sich sehr gut. Hier ist es erklärt:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936

Hast du das Bild in deiner Signatur selbst gemacht oder hast du dafür Urheberrechte?
Falls nicht, nimm es bitte schnell heraus, da es ansonsten eine Urheberrechtsverletzung ist und das kann sehr teuer werden und wir können mächtig Ärger bekommen.

liebe Grüsse,
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 12.08.16, 7:23

:sad-angel:

die Lage hat sich gestern dann akut ziemlich verschlechtert. Schon beim Mittagessen war ich teilweise abwesend, während meine Teamkollegen redeten, was mir jeweils erst auffiel, wenn ich merkte, dass ich das Gespräch nicht mehr verfolgen konnte bzw. nicht mehr wusste, wovon sie redeten. Das Pfeiffen im Ohr wurde immer lauter und ist nun immer da. Ich hatte mich auch ein paar Mal auf der Toilette eingeschlossen, weil ich so auf 180 war. Alles hat mich gestresst, meine liebe Bürokollegin ihre Stimme ihr Verhalten hat mich so aufgeregt. Hab dann zuhause auch ein Durcheinander geegessen. Und wieder einmal mehr Einschlafprobleme. Heute morgen bin ich mit Bauchkrämpfen aufgewacht und nur mit Mühe habe ich mich jetzt aufraffen können, überhaupt zur ARbeit zu gehen. Ich stehe kurz vor einen erneuten Nervenzusammenbruch (den ich damals vor 2 Jahren hatte und deswegen den Job kündigen müsste). Ich habe Angst, dass wieder alles zusammenbricht.


Es ist zum verzweifeln. :cry: :cry: :cry:

Jetzt erst mal wieder 20mg für eine Woche, nächsten Dienstag Lagebesprechung mit Arzt, Spritzenbesorgung. Zur Ruhe kommen. Neuen Plan aushecken.
Zuletzt geändert von Mockingjay am Freitag, 12.08.16, 9:39, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Sunnyrose » Freitag, 12.08.16, 8:26

Guten morgen Mockingjay

Das tut mir sehr leid, das Nerevensystem ist einfach hochsensibel mit der Zeit :hug:

Könntest du eventuell, bis du mit der Wasserlösemethode beginnst die Tablette vierteln mit einem Tablettenschneider? So dass du auf 17,5mg bist.

Ich finde es gut, dass du wieder eindosiert hast, jedoch ist gleich 5mg wieder recht viel auf einmal. Bei diesen Substanzen ist es wichtig kleinschrittig und vorsichtig vorzugehen. In beiden Richtungen.

Liebe Grüsse
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 12.08.16, 11:23

Liebe Deria

Ich muss Dir Recht geben, denn ich habe den ganzen Vormittag nun Herzklopfen, schon verrückt... wegen 5 mg Unterschied, und das eben auch bei der Aufdosierung.

Ich habe zuhause einen Tablettenspalter. Aber schon wenn ich die Hälfte (von 20mg) spalten will, gibt es meistens mehrere Bröckchen. Oder gibt es bessere Tablettenspalter/schneider?

PS: Ich bin so wütend auf die ganze Scheisse, auf die Pharmaindustrie, die mir diese seit Jahren bestehende beschissene Situation beschert hat. Und auf die Ärzte, deren Schäfchen. Das kotzt mich so an! :evil: :evil: :evil: :evil: :evil: :evil: :evil: :evil: :evil:
Am liebsten würde ich einfach - zack - alles absetzen obwohl ich weiss, dass dann wieder was "Schlimmes" passieren wird. Aber ich will mal jetzt vernünftig sein.


Wer von hat es eigentlich geschafft? Gibt es da einen Thread oder Liste hier im Forum?

GLG
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 12.08.16, 11:31

hallo Mockingjay, :)

es tut mir sehr leid, dass es dich so erwischt hat.
Was du beschreibst sind alles typische Absetzsymptome. Diese Gereiztheit und dass alles einen aufregt, kenne ich auch. Das ist wirklich kaum auszuhalten.

Ich fände es auch besser, wenn du zunächst nur auf 17,5 mg gingst.
nächsten Dienstag Lagebesprechung mit Arzt,
Stell dich besser darauf ein, dass dein Arzt möglicherweise nicht anerkennt, dass du unter Absetzsymptomen leidest. Es gibt nur sehr wenige Ärzte, die darüber Bescheid wissen. :(
Lass dir bitte kein anderes Psychopharmaka aufschwatzen.
Spritzenbesorgung. Zur Ruhe kommen Neuen Plan aushecken.
Zur Ruhe kommen ist ganz wichtig.
Pläne funktionieren i.d.R. nicht, da das Absetztempo immer auf das aktuelle Befinden abgestimmt werden muss.
Ich würde es zunächst mal mit nur 1 mg Schritten testen. Aber erstmal stabilisieren, mindestens 6 - 8 Wochen aufeiner Dosis.

Hier noch eine Liste mit möglichen Symptomverstärkern http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442

Ich hoffe, dass du dich zügig stabiliseren kannst

liebe Grüsse,
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Sunnyrose » Freitag, 12.08.16, 11:40

Liebe Mockingjay

Berechtigte Wut ist gut. Wir haben allen Grund dazu. :hug:
Jetzt ist es so wie es ist und es ist wirklich ein schwerer und langer Weg.

Dennoch mit Vernunft, Geduld und Akzeptanz ist es wirklich möglich da wieder rauszukommen.
Mockingjay hat geschrieben:Am liebsten würde ich einfach - zack - alles absetzen
Das möchten wir alle! Und es wäre schön, wenn es wenigstens möglich wäre wie es im Beipackzettel steht. Bei manchen funktioniert es sogar. Da spielt die Vorgeschichte stark mit rein. Bei uns leider nicht :(

Deshalb umso vorsichtiger sein und das Ziel im Auge behalten :)
Mockingjay hat geschrieben:Ich habe zuhause einen Tablettenspalter. Aber schon wenn ich die Hälfte (von 20mg) spalten will, gibt es meistens mehrere Bröckchen. Oder gibt es bessere Tablettenspalter/schneider?
Du könntest in der Apotheke fragen. Ich hatte dieselbe Schwierigkeit und durch das Schneiden war bei mir die Dosis auch ungenau.

Ich finde die Wasserlösemethode hervorragend. Sie ist so genau und wirklich ganz einfach anzuwenden.
Mockingjay hat geschrieben:Wer von hat es eigentlich geschafft? Gibt es da einen Thread oder Liste hier im Forum?
Ja die gibt es. Über die Suchfunktion erfolgreich abgesetzt eingeben. Und hier viewtopic.php?f=18&t=7526

Leider melden sich die, die es geschafft haben nur selten wieder. Für uns wäre es sehr gut, jedoch habe ich vollstes Verständnis wenn man froh ist nichts mehr mit diesem Thema zu tun zu haben.

Was anderes: bist du auch Fan von Tribute von Panem? <3

Liebe Grüsse
Deria
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Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Murmeline
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Murmeline » Freitag, 12.08.16, 11:42

Hallo Mockingjay,

für den Arztbesuch kannst Du Dir die Infos aus den Fachinformationen für Ärzte zu Deinem Medikament durchlesen:
Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufi g auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Prüfungen traten sowohl in der Fluoxetin Gruppe als auch in der Placebo Gruppe bei 60 % der Patienten nach
Absetzen der Behandlung Nebenwirkungen auf. Von diesen Nebenwirkungen waren 17 % in der Fluoxetin Gruppe und 12 % in der Placebo Gruppe schwerwiegend.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und
intensiver Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein.

Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2-3 Monate oder länger). Es wird daher
empfohlen, bei einer Beendigung der Behandlung mit Fluoxetin Sandoz 40 mg die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten
http://www.sz-produkte.de/pdf/fi/fi_flu ... ternet.pdf

entsprechend den Bedürfnissen des Patienten

Ein ganz wichtiger Satz aus diesen Fachinformationen!
Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.
Betroffenengruppen haben die Erfahrung gemacht, dass man nicht auf die gewohnte Dosis zurück muss, aber eben im Zweifel etwas erhöhen muss.

Grüße, Murmeline
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 12.08.16, 11:54

Liebe Deria

Ich kann nur von mir mir sprechen, mir würde es enorm helfen und Mut geben, wenn andere von ihrem Erfolg berichten würden. Vielen liebe Dank für den Link, hab ein paar Beiträge durchgesehen, aber das sind eben keine Langzeit-User. Gibt es da allenfalls noch einen spezialisierteren Thread? Ich finde, das macht einen Unterschied, ob 2 Jahre oder >10 Jahre genommen.

PS: Ja ich besitze alle Teile der Hunger Games Reihe als DVD :-)
Meine Geschichte: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=11927

-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002 10mg (Angststörung), 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. 2000-2007 Drogenkonsum. Ab 2006 Wiederbeginn mit 20mg. Diagnose Borderline. Ab 2008 etliche gescheiterte Absetzversuche.
2016-2018:
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
2019:
05.02. Reduktion auf 15mg.
Jahrgang 1974.

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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Murmeline » Freitag, 12.08.16, 12:04

Hallo,
Vielen liebe Dank für den Link, hab ein paar Beiträge durchgesehen, aber das sind eben keine Langzeit-User. Gibt es da allenfalls noch einen spezialisierteren Thread? Ich finde, das macht einen Unterschied, ob 2 Jahre oder >10 Jahre genommen.
Nein, es gibt keinen weiteren Thread. Nimm Dir ruhig mehr Zeit, da in die Geschichten reinzulesen oder schau, ob Du über die Suchfunktion und entsprechende Stichworte etwas findest.

Leider ist es nicht gesagt, dass Kurzzeit-Einnahme unproblematischer ist beim Ausschleichen als Langzeiteinnahme. Manche haben mehr Probleme, andere weniger, manche kürzer, manche (viel) länger).

Saskia hat einen Kaltenzug nach 15 Jahren hingelegt und kommt soweit zurecht (wir empfehlen das nicht)
viewtopic.php?f=35&t=11199

Laura hatte nicht mal eine knappe Woche ein SNRI eingenommen, musste wegen NW abrupt und kämpft seither mit zusätzlichen Störungen:
viewtopic.php?f=51&t=11903

Ich habe nach 10 Jahren schrittweise, aber schneller als hier im Forum abgesetzt (kannte diese Empfehlungen nicht) und hatte kaum körperlichen Enzug, aber schon eine Übergangszeit.

So unterschiedlich kann das sein.

Grüße, Murmeline
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Sunnyrose » Freitag, 12.08.16, 12:12

<3
PS: Ja ich besitze alle Teile der Hunger Games Reihe als DVD :-)
<3

Habe kürzlich alle 3 nochmal geschaut :)

Liebe Grüsse
Deria

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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Murmeline » Freitag, 12.08.16, 13:34

Hallo,

schau mal, Zelda :) setzt auch Fluoxetin nach Langzeiteinnahme ab und hat sich gerade wieder mal gemeldet. Lies doch mal bei ihr rein viewtopic.php?f=18&t=10881, vielleicht wollt ihr Euch austauschen? Du kannst immer gerne bei anderen in den Threads Kontakt aufnehmen und schreiben.

Grüße, Murmeline
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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von zelda » Freitag, 12.08.16, 13:38

Klar, nur zu! Ich bin auch Langzeituser und Mitglied im Schneckenclub :-)
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Einnahme von Fluoxetin 20 mg/Tag über 12 Jahre
zuvor Amitryptilin, Citalopram und 2x Fluspirilen

Absetzen von Fluoxetin seit August 2015:
August-September 6,5 Tbl. statt 7 über die Woche verteilt
Oktober bis Dezember 6 Tbl. über die Woche
Seit Januar 5,5 Tbl/Woche
Mitte Januar 2016 erste Probleme mit den Dosisschwankungen, Hinweis von padma. Symptome: Zaps, Konzentrationsschwierigkeiten, Fahrigkeit
Jahr 2016: von 16mg auf 10mg/Tag mit der Wasserlösemethode
Jahr 2017: von 10 mg/Tag auf 8 mg/Tag - lange Absetzpause drin, Symptome erforderten Schneckentempo
Jahr 2018: von 8mg/Tag auf 7mg/Tag im September, in 0,25mg-Schritten.
Restsymptom: Brainzaps beim Aufwachen. Tolerierbar.

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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von Wolke76 » Freitag, 12.08.16, 13:41

Hallo Mockingjay,

auch von mir ein herzliches Willkommen. :D
Ich selber setze auch gerade Fluoxetin ab. Nehme es auch schon seit 12 Jahren. Schreibe dir am WE ausführlicher, da ich noch auf der Arbeit bin. :wink:

Liebe Grüße
Wolke
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Seit Januar 2005 30 mg Fluoxetin , Diagnose: Major Depression
Seit Januar 2009 20 mg Fluoxetin
Seit Dezember 2010 40 mg Fluoxetin (Verschlechterung durch Antibiotika-Einnahme)
Seit 21.04.2011 30 mg Fluoxetin
Seit 29.06.2011 25 mg Fluoxetin
Seit 05.07.2011 20 mg Fluoxetin
Seit 12.09.2011 17,5 mg Fluoxetin
Seit 10.10.2011 15 mg Fluoxetin
Seit 07.11.2011 12,5 mg Fluoxetin
Seit 05.12.2011 10 mg Fluoxetin (starke Absetzsymtome)
Seit 01.01.2012 5 mg Fluoxetin (sehr starke Absetzsymptome)
Seit 29.01.2012 kein Fluoxetin mehr (sehr starke Absetzsymptome)
Seit 27.02.2012 wieder 10 mg Fluoxetin
Seit 05.03.2012 20 mg
Seit 09.03.2012 30 mg (erneute schwere Depression)
Seit 16.03.2012 40 mg (weiterhin schwere Depression)
Seit Ende April Abklingen der Depression
Seit Anfang Mai wieder stabil
Seit 26.06.2012 30 mg (sehr leichte Absetzsymptome)
Seit 02.08.2012 25 mg (keine Absetzsymptome)
Seit 04.09.2012 20 mg (Ohrenrauschen, Schweißausbrüche, Angst)
seit 25.10.2012 25 mg (Ohrenrauschen, Schweißausbrüche, Depression)
seit 06.11.2012 30 mg Fluoxetin
seit 01.05.2015 20 mg Fluoxetin
seit 29.03.2016 17,5 mg Fluoxetin (für eine Woche Kopfschmerzen, Kiefer-und Nackenverspannungen)
seit 22.04.2016 15 mg Fluoxetin (für eine Woche Übelkeit, Kopfschmerzen, Gereiztheit)
seit 20.05.2016 12,5 mg Fluoxetin (für eine Woche Ohrenrauschen,Druck auf Ohren,Kopfschmerzen)
seit 27.06.2016 11 mg Fluoxetin (für eine Woche Ohrenrauschen,Kopfschmerzen,leichte Übelkeit,Schlafprobleme)
seit 27.07.2016 10 mg Fluoxetin (da vermehrte Symptome und privater Stress und gesundheitliche Probleme, jetzt erstmal Pause :schnecke: )
seit 18.09.2016 12,5 mg Fluoxetin, da wieder sehr depressiv
seit 24.09.2016 15 mg Fluoxetin
seit 23.10.2016 20 mg Fluoxetin
Neuer Anlauf 2018
seit 09.04.2018 17,5 mg Fluoxetin (keine Beschwerden)
seit 07.05.2018 15 mg Fluoxetin
vom 15. bis 17.6.2018 Ciprofloxacin aufgrund einer Blasenentzündung.
25.06. bis 5.7. Tramadol und Novalgin aufgrund eines Bandscheibenvorfalls
seit 23.07.2018 13,5 mg Fluoxetin
seit 10.09.2018 12,5 mg Fluoxetin
vom 19.10. bis 28.10.2018 Amoxicillin 1000 3mal täglich
seit 26.10.2018 Unruhe, Ängste, Grübeln, Freudlosigkeit
ab 31.10.2018 wieder besser
seit 14.11.2018 11 mg Fluoxetin(frühes Erwachen für 1 Woche mit Grübeln, Gereiztheit und Haarausfall
seit 24.12.2018 10 mg Fluoxetin und Vitamin B Komplex, Omega-3 keine Absetzsymptome
seit 04.02.2019 9 mg Fluoxetin extremer Stress auf der Arbeit
Sehr starke Absetzsymptome
Seit 09.02.2019 10 mg Fluoxetin keine Besserung
Seit 10.02.2019 12,5 mg Fluoxetin keine Besserung (Panik wieder eine schwere Depression zu bekommen)
Seit 17.02.2019 15 mg Fluoxetin keine Besserung, Neurologe diagnostiziert erneute Depression (sollte eigentlich 40 mg nehmen)
20.05.2019 17,5 mg Fluoxetin (seit 27.05. wieder stabil)

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Re: Fluoxetin nach 14 Jahren absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 12.08.16, 13:45

hallo zusammen, :)

da können wir ja glatt noch einen Langzeitfluoxetinuserschneckenclub aufmachen.
Wir werden die 0 schaffen, mit gaaanz viel Geduld :schnecke: :schnecke: :schnecke:

lg padma
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SunnyroseMockingjayzelda
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
15.06.2019: 0,04 mg



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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