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Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 27.10.16, 15:12

Hallo Mockingjay,
Mockingjay hat geschrieben: bin gerade einen Link in der Sammlung (sehr zu empfeheln) am Ende des Buches am durchlesen, wo die Serotonin-Theroie wissenschaftlich widerlegt wird.
Eine wissenschaftliche Widerlegung der Serotonin-Hypothese ist mir bis jetzt nicht untergekommen. Kannst du den Link vielleicht teilen?
Soweit ich mich durch sämtliche Studien und Berichte auf PubMed gewälzt habe, ist es nur unstrittig, dass die Serotonin-Hypothese eben eine Hypothese ist und nicht wissenschaftlich belegt ist.

Alles Liebe,
Cat
Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis ( Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
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Mockingjay
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 27.10.16, 15:19

Hallo Cat

Bitte suche den ZEIT-Artikel, den ich genannt habe, Dort hat es einen weiterführenden Link in dem Absatz über die Serotonin-Hypothese. Sind aber keine Pub Meds.

Hier noch ein Auszug aus dem Artikel:
"Dass Depressionen durch eine Verschiebung von Neurotransmittern wie Serotonin entstehen und dass Antidepressiva dies wieder ausbalancieren, stimmt mit Sicherheit nicht."
und
Viele Forscher vermuten inzwischen, dass Serotonin nur indirekt mit der Depression zu tun hat. Die irische Medikamenten-Aufsichtsbehörde jedenfalls untersagte 2003 einem Pharmahersteller, in Informationsbroschüren zu behaupten, das Antidepressivum korrigiere ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn.
Werde mich aber am Weekend auf die Suche nach der entsprechenden Publikation machen.

Liebe Grüsse
MJ
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
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Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.10.16, 15:23

Hallo,

auf den Artikel aus der Zeit (Aus dem Schatten ans Licht) kann man gerne verlinkten: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/25 ... edikamente
Wir haben ihn hier in die Hintergrundinfos bereits eingestellt (da gibt es überhaupt viel zu entdecken)
viewtopic.php?f=6&t=11628

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 27.10.16, 15:34

Hallo,

danke für den Hinweis, Mockingjay und danke für den Link, Murmeline!

Das Problem mit den Studien ist ja, dass die meisten, die die Wirkung von SSRI widerlegen oder die Serotonin-Hypothese widerlegen, niemals öffentlich gemacht werden. Deswegen war ich gerade so neugierig, ob es da tatsächlich schon eine Studie gibt, die diese Hypothese eindeutig widerlegt!

Ich meine, im Sinne des Mottos "Wer heilt, hat recht" wäre es auch egal, ob die Medikamente tatsächlich wirken oder der Placeboeffekt wirkt. Ich stehe dem Placeboeffekt da sehr positiv gegenüber, denn letztlich ist er nichts anderes als aktivierte Selbstheilung. Allerdings wäre das nur dann positiv, wenn die Medikamente keine Nebenwirkungen und keine Absetzsyndrome verursachen würden. Da sie das aber tun, sehe ich es äußerst kritisch, dass sie so leichtfertig dauerhaft verschrieben werden.
Aber ich denke ich renne hier offene Türen ein, da wir ja sowieso alle hier dieser Meinung sind :)

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 27.10.16, 16:21

Straycat hat geschrieben:Hallo,

Das Problem mit den Studien ist ja, dass die meisten, die die Wirkung von SSRI widerlegen oder die Serotonin-Hypothese widerlegen, niemals öffentlich gemacht werden. Deswegen war ich gerade so neugierig, ob es da tatsächlich schon eine Studie gibt, die diese Hypothese eindeutig widerlegt!
In the face of such complexity, research into the genetics of ‘mental disorders’ such as depression,
schizophrenia and bi-polar has continued. In 2003, for example, a study was published in the journal
Science that asked why stressful experiences lead to depression in some people but not in others. After
analysing 847 patients over time, it found that those who had one or two copies of a gene variant that
interfered with serotonin transport were three times as likely to develop depression if subjected to certain
stressful life events, like losing a job or getting divorced. This study was thought to provide evidence of a
gene-by-environment interaction, in which an individual’s response to environmental stresses is
moderated by his or her genetic makeup.8 This finding generated a great deal of excitement, until
another study, published a few years later, tried to replicate these findings. This next study assessed
over 14,000 people via a meta-analysis of over 14 studies. But the conclusion it reached, dampen the
previous excitement: ‘This meta-analysis yielded no evidence that the serotonin transporter genotype
alone or in interaction with stressful life events is associated with an elevated risk of depression in men
alone, women alone, or in both sexes combined.’9
http://cepuk.org/wp-content/uploads/201 ... actice.pdf


A microarray, which can house an entire genome on one laboratory slide, was used to pinpoint the involved genes. Of the 14 genes that showed increased activity in the paroxetine-treated cells, the gene that expresses ITGB3 showed the greatest increase in activity. That gene,ITGB3, is also crucial for the activity of SERT. Intriguingly, none of the 14 genes are related to serotonin signaling or metabolism, and, ITGB3 has never before been implicated in depression or an SSRI mode of action.
http://www.salon.com/2013/12/13/new_dev ... n_partner/
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.10.16, 22:20

Hallo ihr,

wenn der Austausch nun zu weit abschweift inhaltlich, dann würde ich die Beiträge ab hier in einen eigenen Thread abkoppeln, jeweils mit Querverweisen.

MJ, Studien kannst Du in den Hintergrundinfos einstellen!

Grüße, Murmeline
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von MMel » Montag, 31.10.16, 8:31

Liebe Murmeline,

danke, dass du unser Buch hier vorgestellt hast. Genau wie Mischa bin ich dankbar für Feedback, damit wir unser Buch nach und nach noch optimieren können. Ich kann den Einwand hinsichtlich der Formulierung verstehen... Ich möchte da niemanden verletzen, denn ich habe meine eigene "Horrorstory" mit Medikamenten erlebt (was im Buch ja beschrieben wird).

Zu einer Stelle würde ich gerne noch etwas anmerken:
Murmeline hat geschrieben: Geschmunzelt habe ich bei diesen Stellen im E-Book:
Manche Fachleute empfehlen das Absetzen in 10-Prozent-Schritten (also z. B. von 50 mg auf 45 mg). Bei Tabletten ist das aber nicht immer
durchführbar.
Mit Antidepressiva in Tropfenform geht das Absetzen häufig noch leichter. Schwieriger ist es, wenn es sich um Kapseln handelt.
In den letzten 13 Jahren wurden von den ADFDlern so viele kreative Wege gefunden, ihr Tabletten kleinzukriegen, dass wir hier glaube ich für fast alles ein Lösung haben.
Das verstehe ich gut, dass du da geschmunzelt hast :) Natürlich gibt es viele Wege, die Medikamente "kleinzukriegen". Allerdings mussten wir hier sehr vorsichtig sein, da wir ja beide keine Ärzte oder Heilpraktiker sind und daher keine Empfehlungen hinsichtlich der Einnahme von Medikamenten geben dürfen. Da fühle ich mich im Rahmen eines solchen Forums freier als in einem Buch, das offiziell unter meinem Namen erscheint. Gerade weil wir im Vorfeld schon Gegenwind gespürt haben, wollten wir vermeiden uns rechtlich auf Glatteis zu begeben. Ich denke es finden sich darüber hinaus doch einige hilfreiche und sehr konkrete Tipps im Buch.

Es ist gut, dass es dann so ein Forum wie dieses hier gibt, in dem Betroffene konkrete Erfahrungsberichte zur Dosierung finden! Mir hat mein Tablettenschneider lange gute Dienste erwiesen und Kapseln habe ich am Schluss einfach aufgedreht und den Inhalt geteilt... Auch da gilt für mich, was wir im Buch immer wieder empfehlen: Finde deinen ganz persönlichen und für dich stimmigen Weg.

Liebe Grüße, habt eine gute Woche,
Melanie
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Montag, 31.10.16, 9:06

Hallo,

zum Thema "Tabletten zerkleinern" habe ich auch noch einen Punkt: Bei manchen Medikamenten, wie bei Bupropion ist es tatsächlich nicht möglich langsam auszuschleichen, da es in Form von Retardtabletten als 150mg- und als 300mg-Variante angeboten wird. Teilen scheidet bei Retardtabletten aus, weshalb man keinerlei Möglichkeiten hat mit 5-10% Schritten abzusetzen...
So gesehen stimmt es schon: Immer ist das Teilen leider nicht möglich...

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Jamie » Montag, 31.10.16, 9:27

Hallo straycat,

das stimmt leider und wir weisen auch immer darauf hin, dass retardierte Formen nicht geteilt werden dürfen.
Wenngleich manchmal lässt es eine Tabelle aus der Klinik zu (Tabelle für Sondenapplikation), retardierte Präparate zu suspendieren - da gucken wir dann nach.

Ich schreibe das explizit, weil ich nicht möchte, dass hier der Eindruck entsteht, wir würden tatsächlich für alles eine Lösung haben und dass wir dazu raten würden, auch retardierte Präparate zu teilen. Das tun wir nicht.

Gleichwohl hatten wir hier Fälle, da haben es die Betroffenen trotzdem versucht (aber nicht bei Bupropion). Meines Wissens nach ist ihnen kein Schaden entstanden, aber sie taten das auf eigene Verantwortung hin.


Grüße
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Montag, 31.10.16, 13:17

MMel hat geschrieben:
... Ich möchte da niemanden verletzen, denn ich habe meine eigene "Horrorstory" mit Medikamenten erlebt (was im Buch ja beschrieben wird).
Liebe Melanie

Deine Geschichte hat mich sehr berührt und aber auch Mut gegeben.

GLG
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von MMel » Montag, 31.10.16, 18:00

Mockingjay hat geschrieben: Liebe Melanie

Deine Geschichte hat mich sehr berührt und aber auch Mut gegeben.

GLG
Mockingjay
Vielen Dank für deine Rückmeldung - das bedeutet mir viel, wenn ich mit meiner Geschichte anderen vielleicht etwas Mut machen kann. :)
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Montag, 31.10.16, 18:46

Hallo Jamie,
Jamie hat geschrieben: Ich schreibe das explizit, weil ich nicht möchte, dass hier der Eindruck entsteht, wir würden tatsächlich für alles eine Lösung haben und dass wir dazu raten würden, auch retardierte Präparate zu teilen. Das tun wir nicht.
Das finde ich sehr gut. Leider kann man auch nicht immer für alles eine Lösung haben. Aber alleine dafür, dass ihr euch über all diese Dinge Gedanken macht, recherchiert, weiterbildet gebührt euch eine extra Portion Dank, wie ich finde!!
Zum einen, weil man hier immer wieder Zuspruch findet, wenn man denkt man dreht durch und ist alleine in dieser Situation.
Und zum anderen, weil ihr hier wirklich eine Menge sehr nützlicher Informationen zusammengetragen habt, die man sich sonst nur mühsam in Eigenrecherche zusammensuchen kann.

Eigentlich ist es wirklich ein Wahnsinn, dass die Hersteller von Wellbutrin und anderen Bupropion-Präparaten nur diese 2 Dosierungen anbieten. Vor allem weil man davon ausgehen kann, dass die Hersteller wissen, welche Entzugserscheinungen man von ihren Präparaten bekommen kann und wie wichtig das langsame Ausschleichen ist... So dankbar ich bin, dass es medizinischen Fortschritt gibt und manche Medikamente einen echten Durchbruch bedeuten, so sehr muss ich mir manchmal an den Kopf greifen, wie unverantwortlich manche Pharmafirmen agieren.

Liebe Grüße,
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Straycat » Montag, 31.10.16, 19:08

P.S.: Um retardierte Tabletten zu teilen, muss man sich - glaube ich - recht gut mit der Wirkungsweise auskennen und wissen, wie die Retardierung die Dosierung ändert. Das habe ich mir persönlich dann nicht zugetraut, weshalb ich es mit 150mg auf null probiert habe. Bislang klappt es bei mir recht gut, aber ich habe Bupropion ja auch nur 2 Monate genommen. Da wurden meine Rezeptoren vermutlich noch nicht so "hinaufreguliert", wie es bei längerer Einnahme der Fall ist...
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 03.11.16, 14:28

Sorry aber dieser Absatz aus dem Interview mit dem Psychiater irritiert mich jetzt schon sehr. Dann hätten ja alle hier im Forum einen Rückfall... !!!????
Wie trifft ein Psychiater die Einschätzung, ob es sich um Absetzerscheinungen
oder einen Rückfall handelt? Für einen Betroffenen ist das
sehr schwer und verunsichernd, vorhandene Symptome richtig einzuordnen
und zu wissen: „Muss ich wieder etwas nehmen oder muss ich
da jetzt durch?“

Es gibt zwei Faustregeln, an die man sich halten kann. Die erste: Wenn
die Symptome direkt nach dem Absetzen auftreten, sind es wohl
Absetzerscheinungen und keine Depression. Auch wenn man mit der
Therapie anfängt, dauert es zwei bis vier Wochen, bis man etwas von der
Wirkung merkt, weil im Zellkern komplizierte Prozesse umgestellt werden.
Bis sich nach dem Absetzen im Zellkern alles so umgestellt hat, wie
es ohne Tabletten war, würde es ebenfalls zwei bis vier Wochen dauern.

das hier erscheint mir dann doch wieder logischer
Die zweite Regel: Ich erwarte schon typische
Symptome der Depression, also Freudlosigkeit, Antriebsmangel,
Interessenverlust, bevor ich denke, das könnte eine depressive Episode
sein. Die Absetzerscheinungen sind ja oft körperliche Wahrnehmungen
und Unwohlsein bei sonst nicht gekippter Stimmung. Damit lassen sich
schon relativ viele Situationen erkennen.
Medikamente: Levothyroxin, Triiodthyronin, Fluoxetin (am ausschleichen), Relaxan, Symbicort.
Nahrungsergänzungsmittel: Vitamdin D3 hochdosiert.
Diagnosen: Emotionale Instabilitätsstörung Typ Borderline, generalisierte Angststörung, Hashimoto-Autoimmunthyreoiditis (Hypothyreose), diverse Allergien und Nahrugnsmittelunverträglichkeiten, Asthma.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Absetztagebuch:
Fluoxetin ab 2002, 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. Ab 2006 Wiederbeginn, Absetzversuche 2008/2010/2014 ohne Erfolg. Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
Seit 6.5.2018 Extremer Tinnitus und Übelkeit nach Kortisondepotspritze wegen Pollenallergie.
Ab 12.05.2018 Runter auf 13 mg.

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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 03.11.16, 14:51

Hallo Mockingsjay,

ja, wenn es nach dieser und anderen Quellen gehen würde, dann gabe es alle Betroffenen im ADFD garnicht. :x

Das sind so die Grundnannahme dieser Psychiaters, der bis 2014 noch keinen Patienten mit Entzugssymptomen getroffen hat :shock: :?:
Man liest immer mal wieder von Absetz-Phänomenen unter Antidepressiva. Damit ist gemeint, dass Patienten, die über eine längere Zeit ein Antidepressivum erhalten haben, nach dem Absetzen unerwünschte Symptome wahrnehmen. Insbesondere wird über Unruhe, Schlafstörungen und eine schlechtere Stimmung geklagt.

Pharmakopsychiatrisch kann es für so ein Absetz-Phänomen nur eine Erklärung geben: Rezeptoren, die durch längere Stimulation in ihrem Gleichgewicht verändert worden sind, reagieren, wenn diese Stimulation abrupt endet. Typischerweise trifft das bei histaminergen Substanzen zu, manchmal auch bei Alpha-adrenergen Substanzen.

Anders sieht es bei der Behandlung mit reinen SSRI wie Citalopram oder Escitalopram aus. Diese haben praktisch keine histaminerge oder Alpha-adrenerge Wirkung. Der oben beschriebene Mechanismus kann hier also nicht auftreten.

Es ist sehr fraglich, strittig und meiner Kenntnis nach nicht gut untersucht, ob das Absetzen eines reinen SSRI überhaupt zu Absetz-Phänomenen führen kann. Die Erklärung müsste dann ja sein, dass der Abfall der Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt zu bestimmten Symptomen führt.

Meine Beobachtung ist, dass in den ersten Tagen einer Behandlung mit einem reinen SSRI wie Citalopram überhaupt keine Wirkung festzustellen ist. Das spräche dafür, dass nach einem plötzlichen Absetzen auch überhaupt kein Absetz-Phänomen zu erwarten ist.

Ich selbst habe bei den von mir behandelten Patienten noch nicht erlebt, dass es nach dem abrupten Absetzen eines reinen SSRI wie Citaloprams zu erkennbaren Absetz-Phänomenen gekommen wäre.
Quelle

Aktuell 242 Beiträge auf seinen Artikel sowie externe Hinweise auf vorliegenden Studien sprechen eine andere Sprache. Experten für Absetzfragen und -symptomatiken findest Du eher in z.B. Dr. David Healy und Dr. Peter Breggin, die hören Betroffenen seit Jahrzehnten schon genau bzgl. dieser Symptomatik zu.

Zum Thema "selektive" SRI bzw. "praktisch keine histaminerge oder Alpha-adrenerge Wirkung" siehe diese Studie zu Paroxetin (von Horni :) mal hier eingestellt): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24138712

Grüße, Murmeline
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Donnerstag, 03.11.16, 15:22

LOL Das Zitat ist ja echt der Brüller. Vor allem die letzten zwei Abschnitte!
(PS: Danke für den Link zum Astract)


Nun aber nochmals zum Buch:

Das Kapitel über die Achtsamkeit finde ich wirklich sehr gut und der Abschnitt mit dem Selbstmitgefühl hat mir einen AHA-Effekt ausgelöst! (-> die Achtsamkeitspraxis versuche ich mir bis Ende Jahr einzuüben).

Auch gut finde ich, dass nach jedem Kapitel eine Zusammenfassung der Tipps gegeben wird.
Vor allem aber auch ist mir auch etwas klarer geworden, dass ich mich VOR dem Absetzen besser vorbereiten sollte (auch für die Zeit danach, Bewältigungsstrategien)


..tja wäre da noch das Thema mit dem Bildschirm... ich muss gestehen, beim Videospielen kann ich voll abschalten, aber andererseits tut das den Augen und dem Gerhirn sicher nicht gut auf Dauer (und es fehlt die Bewegung). DA muss ich einen anderen Weg finden.

Meine Kritik:
Das Kapitel Ernährung war für mich zu allgmein/kurz, aber vielleicht kam mir das einfach so vor, da ich mich schon seit längerem mit der Ernährung beschäftige und für mich das meiste schon klar ist oder ich schon umgesetzt habe ;-)
Anstatt der sehr umfangreichen Buchempfehlung hätte ich mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht.

LG
Mockingjay
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Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Krise. Vermehrte Angstzustände und Grübeln.
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 03.11.16, 15:32

Ergänzung:

Persönliche Betroffenheit ist ein ganz wichtiger Faktor, um sich überhaupt mit Entzug auseinanderzusetzen oder das Thema zu verstehen.
Siehe Erfahrungsbericht von Pharmakologe Dr. David Taylor, der sich auch die Frage stellt, warum seine Kollegen gegenüber Entzug so blind sind:
viewtopic.php?p=165437#p165437
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von MMel » Sonntag, 06.11.16, 17:49

Guten Abend!

Das hab ich grad mit Freude gelesen...
Mockingjay hat geschrieben: Das Kapitel über die Achtsamkeit finde ich wirklich sehr gut und der Abschnitt mit dem Selbstmitgefühl hat mir einen AHA-Effekt ausgelöst! (-> die Achtsamkeitspraxis versuche ich mir bis Ende Jahr einzuüben).
...weil gerade dieses Kapitel mir besonders am Herzen liegt. Für mich war gerade die Selbstmitgefühls-Praxis ein ganz wichtiger Schritt für meine eigene Genesung. Ich hab gelernt, selbst sehr gut für mich zu sorgen, für mich da zu sein. Das war ein langer, nicht ganz einfacher Weg (Selbsthass war mir da schon viel näher...) - aber letztlich hat genau das vieles verändert und möglich gemacht.
Schön, wenn es da einen AHA-Effekt gab! Ich wünsch dir alles Gute für den Weg mit der eigenen Achtsamkeitspraxis. :)
Mockingjay hat geschrieben: Meine Kritik:
Das Kapitel Ernährung war für mich zu allgmein/kurz, aber vielleicht kam mir das einfach so vor, da ich mich schon seit längerem mit der Ernährung beschäftige und für mich das meiste schon klar ist oder ich schon umgesetzt habe ;-)
Das kann ich nachvollziehen und wir nehmen dieses Feedback gerne für die zweite Auflage auf! Das Thema Ernährung ist einfach sehr komplex und es gibt dazu sehr viele verschiedene Ansätze und Meinungen. Wir wollten uns nicht anmaßen zu sagen, was denn nun "die Wahrheit" ist, da wir keine Ernährungsexperten sind. Also haben wir vor allem angeführt, was uns gut getan hat und was z.B. Studien gezeigt haben. Und natürlich haben wir deshalb das Video-Interview mit der Ernährungsberaterin Nadja Polzin dem Bonus-Material hinzugefügt - denn sie hat sich mit dem Thema Ernährung und Psyche intensiv auseinandergesetzt. Ich glaube in dem Interview gibt es doch 2-3 wichtige Impulse und Ideen zu diesem Thema.

So oder so sind wir sehr dankbar für konstruktives Feedback, damit wir unser Buch weiterentwickeln und immer besser machen können.
Vielen Dank dafür!

Herzliche Grüße
Melanie
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mockingjay » Samstag, 12.11.16, 11:04

Ich bin derzeit das Buch nochmals intensiv am durchgehen, und zusammen mit einem anderen, wo es ums Ängste überwinden geht, bastle und schreibe ich mir mein eigenes Zusammenfassungs-/Übungsheft zusammen (PS: macht richtig Spass). Ich möchte hier einen Satz aus dem Kapitel Achtsamkeit zitieren, der sicher auch anderen hier im Forum eine grosse Hilfe ist, wenns einem mal dreckig geht:
Warum fühle ich mich so? Ist das jetzt ein Rückfall? Was stimmt nicht mit mir? Warum kann ich nicht wie andere einfach mal nur gut drauf sein? Was als Problemlösungsstrategie beginnt, ist oft der Weg zurück in die depressive Gerübelspirale, die nur in eine Richtung führt: abwärts. Denn es gibt keine sinnvollen Antworten auf diese Fragen. Wir müssen keine Lösung finden. Die Antwort ist: Du bist einfach jetzt gerade traurig. Alle Menschen erleben das. Und es geht vorbei.
<3
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Re: Neu: E-Book "Antidepressiva absetzen" von Mischa und Melanie

Beitrag von Mischa » Mittwoch, 23.11.16, 16:25

Hi Mockingjay,

das finde ich echt großartig, wie du mit dem Buch und deiner anderen Lektüre wirklich arbeitest. Hut ab!
Mockingjay hat geschrieben:Ich bin derzeit das Buch nochmals intensiv am durchgehen, und zusammen mit einem anderen, wo es ums Ängste überwinden geht, bastle und schreibe ich mir mein eigenes Zusammenfassungs-/Übungsheft zusammen (PS: macht richtig Spass).
Denn das Konsumieren ist immer da eine - sich Dinge herauszuziehen, die einem helfen können und die auch tatsächlich anzugehen das andere.

Ich kenne das aus meiner eigenen Geschichte nur zu gut. Was meinst du, wie viel Bücher über Angst ich gelesen habe, weil ich dachte, dass ich dabei so nebenbei geheilt werde? ;)

Ich wünsche dir, dass du dranbleibst. Alles Gute und liebe Grüße

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Erfahrungen mit diversen AD (u.a. Mirtazapin, Paroextin, Opipramol)
Juni 2015 Absetzversuch erfolgreich beendet, seitdem ohne Psychopharmaka

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