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Luisa 1974: Citalopram abgesetzt und verzweifelt! Neu eindosiert

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Luisa1974
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Luisa 1974: Citalopram abgesetzt und verzweifelt! Neu eindosiert

Beitrag von Luisa1974 » Donnerstag, 01.12.16, 7:29

Hallo,

ich leide seit Mitte September - nach dem Absetzten von Citalopram - unter dem protrahiertem Entzugssyndrom, einem Tinnitus, und was mir im Moment am meisten zu schaffen macht, Stimmungsschwankungen, so extrem - von super hoffnungsvoll am Morgen bis zu Suizidgedanken am Abend..

Kennt ihr dies auch?

Mit dem Tinnitus habe ich inzwischen "gelernt" zu leben, weil ich einige Augenblicke hatte , wo es still war, nachts, oder früh morgens, das gibt mir so viel Hoffnung und Kraft. Auch hatte ich vor 10 Jahren ein Knalltrauma im linken Ohr und das hat fast ein Jahr gedauert, bis es vorbei war. Deshalb habe ich immer noch Hoffnung und das hilft mir durchzuhalten, wenn es ganz schlimm ist.
Es wurde besser, als ich 2 Wochen an der Nordsee war. Die langen Spaziergänge am Meer, nachts wenn ich aufwachte, war es dann manchmal still.. das tat so gut und mit diesem Gefühl lebe ich, ..

ABER.. diese Stimmungsschwankungen machen mich kaputt.. einen Tag so aufgedreht und voller Hoffnung, mache Pläne, ... einen Tag später oder manchmal noch am gleichen Tag, dann wieder totale Lähmung, schwere Glieder, als hätte man mich voll Blei gepumpt.. oder und das ist noch schlimmer, Hoffnungslosigkeit und nur der Gedanke, warum kann ich nicht sterben? ich kann nicht sterben, weil ich meinen Hund nicht alleine lassen möchte..

Ich hoffe ich schaffe es heute, endlich meine Reha zu beantragen..

Ich hatte keine Depression als ich mit dem Citalopram begonnen habe in 2012. Ich habe es wegen meiner sozialen Phobie genommen. Als ich es abgesetzt habe, war es, als ob ein "Vorhang fiel" und alles war schwarz......... schwarz, grau, gelähmt...
Das ist besser geworden, ich habe ja ab und zu diese guten Gefühle, es ist aber wie eine Achterbahn!

Ich muss jetzt Hartz IV beantragen, mich kümmern, dass ich im Januar Geld habe.. woher die Kraft nehmen? Leider bin ich ganz allein. Meine Familie hat mich als faule Arbeitslose beschimpft..

Wie geht es euch? Kennt jemand diese Gefühle ? Freue mich sehr über Eure Gedanken.

Habt einen "ruhigen" Tag
Luisa
Zuletzt geändert von Gwen am Mittwoch, 04.07.18, 20:06, insgesamt 3-mal geändert.
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KatharinaFlummi
Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg (keine großen Probleme, schwitze nur wieder extrem), Mirtazapin meistens 15 mg, bei Bedarf auch mal mehr oder weniger- brauche dies vor allem zum Schlafen

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von MorulaMyomatosus » Donnerstag, 01.12.16, 8:58

Liebe Luisa,

ich kenne diese Achterbahn auch sehr gut. Ich war mir zeitweise sicher eine bipolare Störung zu haben. Es gibt Tage, da wechselt die Stimmung im Minutentakt.
Das ist sehr, sehr anstrengend und gibt mir immer das Gefühl, das ich keine Kontrolle über mein Leben habe. Schrecklich. Auch den Tinnitus habe ich seit Anfang an. Teilweise auf beiden Ohren, oder im gesamten Kopf.
Das einzige was mir "irgendwas" bringt ist, dass ich höllisch aufpassen muss mich nicht zu viel Stress auszusetzen. Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe einen psychosozialen Dienst? Auch die Caritas oder Diakonie haben solche Anlaufstellen. Dort könntest du dir Unterstützung holen, besonders was die ganzen Anträge betrifft. Außerdem würde ich mal nach Selbsthilfegruppen suchen. Du wirst wahrscheinlich keine finden über den AD Entzug, aber vielleicht eine SHG für Abhängige? Dort sind auch sicher Menschen die Medikamentenabhängig sind/waren (Benzos?). Ich denke es ist irgendwie wichtig, dass man mit anderen Menschen in Kontakt kommt. Gerade wenn man alleine mit dem Entzug ist.
Vielleicht kannst du dir ansonsten auch vorstellen mit einer Gruppe Spaziergänge zu machen? Bei uns gibt es zB. Hundebesitzer die in Gruppen mit ihren Hunden in den Wald gehen. Als meine Suizidgedanken ganz schlimm waren habe ich auch bei der Telefonseelsorge angerufen
(0800-1110111 oder 0800-1110222). Es hat mir geholfen diese quälenden Gedanken auszusprechen, ohne mir Gedanken zu machen was mein Gegenüber von mir denkt.
Ach Mensch.. Es tut mir so leid, dass es dir so schlecht geht. Aber bitte glaub fest daran, dass wir wieder gesund werden. Es braucht Zeit und Geduld.

Alles Liebe
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Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 01.12.16, 11:37

Hallo Luisa,

es ist wirklich eine sehr schwierige Zeit, es ist gut, dass Du Dir die schon etwas bessere Momente bewahren und daraus etwas Hoffnung und Kraft ziehen kannst.

Hier gibt es Affirmation, wenn man im Entzug steckt. Vielleicht hilft es Dir, sie zu lesen, ggf. auch aufzuschreiben und in Deiner Wohnung aufzuhängen?
viewtopic.php?f=50&t=11992&p=154329#p154329

Liebe Grüße, Murmeline
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Straycat » Freitag, 02.12.16, 14:17

Hallo Luisa,

ich kenne diese Stimmungsschwankungen auch nur zu gut und es macht den Alltag wirklich sehr schwierig! Ich verstehe dich gut.
Was sehr simpel ist, und mir geholfen hat, ist ein Tagebuch! Ich schreibe mir in guten Momenten auf, wie es mir gut und wie es sich anfühlt. Das hilft mir dann in den schlechten Momenten, damit ich darauf vertrauen kann, dass es auch wieder gute Zeiten gibt. Und in den schlechten Phasen hilft es mir, weil ich mir den Kummer von der Seele schreibe. Manchmal kritzle ich auch kleine Zeichnungen, um es für mich irgendwie auszudrücken, wie es mir geht. So muss ich es niemandem erklären oder so, aber kann es trotzdem "rauslassen".

Dieses Forum hier ist zum Glück eine Art "Selbsthilfegruppe" - man kann sich mit vielen austauschen, denen es ähnlich geht. Mir hilft das meistens, weil ich dann weiß, dass ich mit diesen Problemen nicht alleine bin und Menschen finde, die exakt nachempfinden können wie es mir geht.

Dass du keinen Rückhalt von deiner Familie hast, ist natürlich besonders schlimm.
Hast du denn Freunde, mit denen du ehrlich über all das reden kannst?

Gib nicht auf! Ich weiß, es kann sehr sehr dunkel werden in solchen Phasen, aber es geht dann auch wieder bergauf. Die Berg-und-Talfahrt ist zwar anstrengend, aber irgendwann wird sie sich auch wieder einpendeln.

Hast du denn Unterstützung durch einen Therapeuten?
Auch wenn deine Depression wohl durch das Absetzen ausgelöst wurde, kann dir ein guter Therapeut beim Umgang mit den dunklen Zeiten (egal ob es jetzt Stunden, Tage, Wochen oder Monate sind) helfen. Man kann Strategien erlernen, mit deren Hilfe man solche Täler durchschreitet.

Liebe Grüße,
Cat
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Symptome : Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas; Panikattacken/ Neuralgien seit 2017 Diagnose: unipolare Depression (2006), Panikstörung (2017)
Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis ( Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
Link zu meinem Thread

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Samstag, 03.12.16, 9:06

Ihr Lieben! Vielen Dank!!
Ja es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich hoffe nicht, dass es noch 2 Jahre dauert... arbeitet ihr denn noch oder wovon lebt ihr? Aber abgesehen von den Finanzen, 2 Jahre so ein Auf und Ab, das halte ich nicht durch und ich weiß auch gar nicht ob ich dies will...
Ich habe nächste Woche ein Gespräch bei meiner früheren Therapeutin und am 15. Dezember endlich einen Termin bei einer Psychiaterin. Aber ich habe so das Vertrauen verloren. Ich habe auch schon so viele schlechte Erlebnisse mit Ärzten hinter mir. Zudem habe ich vor ca 15 Jahren in einem der größten Pharmakonzerne gearbeitet und dort mit vielen Ärzten zusammen gearbeitet, da verliert man viel Vertrauen!!! :-(

Tagebuch habe ich jahrelang geschrieben und dieses Jahr dann alle Bücher weggeworfen weil alle so deprimierend waren, zum größten Teil... Ich habe mir angewöhnt Fotos von schönen Momenten zu machen, das hilft mir sehr. Es sind immer nur kleine Momente, einen Sonnenuntergang, oder ein Spaziergang mit meinem Hund, ein schönes Essen, aber wenn ich diese Momente anschaue, dann denke ich, es gab trotz all dem Negativen auch einige schöne Momente. Und das hilft mir sehr.

Ich habe keine Freunde mehr, bzw. nur ganz wenige und die sind weit weg.. wegen meiner Krankheit habe ich immer wieder Termine und Verabredungen absagen müssen ode mir ging es so schlecht und viele verstehen dies nicht, die verstehen auch nicht dass es eben so lange dauert.
Die sagen , ich hätte meine Zeit vertrödelt, wenn ich wirklich was getan hätte, Arzt Therapie , dann wäre ich schon gesund!
Das tut weh, vor allem weil ich mir selbst dies manchmal sage, dass ich nicht genug tue

Im Moment weiß ich nicht, ob ich eventuell doch mit einem anderen Medikament wieder aufdosiere. ich habe ja einen Termin bei einer Psychiaterin. Soll ich vielleicht noch einmal einen anderen Post schreiben, nur mit diesem Thema?
Ich habe ein einziges ganz altes Medikament mal genommen, ich erinnere mich nicht an den Namen, aber es war das einzige Medikament ohne Nebenwirkungen .dann habe ich etwas über Brustkrebs in Zusammenhang mit diesem Medi gelesen und es abgesetzt.

Ohne Unterstützung - was ist wenn mein Hund krank wird, sie ist eh sehr zeitaufwändig und schwierig da aus dem Tierschutz und nicht auf Menschen sozialisisert - ohne Unterstützung halte ich diesen Zustand nicht länger aus..

Danke auch für die Motivation, ich werde es mir ausdrucken!
LIEBEN DANK EUCH ALLEN!
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Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg (keine großen Probleme, schwitze nur wieder extrem), Mirtazapin meistens 15 mg, bei Bedarf auch mal mehr oder weniger- brauche dies vor allem zum Schlafen

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Murmeline » Samstag, 03.12.16, 9:55

Guten Morgen Luisa,

Du hast ja noch einen Hauptthread, dort würde ich alles reinpacken, was deinen Verlauf angeht, also auch die Frage, wie es weitergehen soll. Dann bleibt alles halbwegs zusammen und hier kannst du dich mit anderen speziell über Stimmungsschwankungen im Entzug austauschen.
viewtopic.php?t=12169

Den Vertrauensverlust in Ärzte oder auch in das Gesundheitssystem allgemein teilst du hier mit viele anderen.

Vermutlich wird die Psychiaterin in deiner Symptombeschreibung eine rein psychische Störung sehen und davon ausgehen, dass du weiter Medikamente nehmen solltest. Dass man nach dem Absetzen in postakute Zustände fallen kann mit einer Reihe von Symptomen, das können sich die wenigsten vorstellen, sie haben darüber nichts gelernt. Das Fachwissen dazu hinkt ganz schön dem Betroffenenwissen hinterher, wobei es einzelne, meist englischsprachige Praktiker gibt, die das anerkennen.

Das mit dem Fotos ist eine schöne Idee, Bilder sagen ja oft auch mehr als viele Worte.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Straycat » Dienstag, 06.12.16, 16:43

Hallo Luisa,
Luisa1974 hat geschrieben: Ja es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich hoffe nicht, dass es noch 2 Jahre dauert... arbeitet ihr denn noch oder wovon lebt ihr? Aber abgesehen von den Finanzen, 2 Jahre so ein Auf und Ab, das halte ich nicht durch und ich weiß auch gar nicht ob ich dies will...
Ich habe nächste Woche ein Gespräch bei meiner früheren Therapeutin und am 15. Dezember endlich einen Termin bei einer Psychiaterin. Aber ich habe so das Vertrauen verloren. Ich habe auch schon so viele schlechte Erlebnisse mit Ärzten hinter mir. Zudem habe ich vor ca 15 Jahren in einem der größten Pharmakonzerne gearbeitet und dort mit vielen Ärzten zusammen gearbeitet, da verliert man viel Vertrauen!!! :-(
Ich verstehe dein Misstrauen sehr gut. Ich gehe deshalb auch nur noch zur Hausärztin, um mich bei einem grippalen Infekt krankschreiben zu lassen oder bei ähnlichen Dingen. Und zu meiner Psychiaterin gehe ich gar nicht mehr.
Wie Murmeline schon geschrieben hat, sind viele Ärzte leider viel zu wenig über die Absetzthematik informiert oder sie wollen es sich einfach machen, in dem sie Medikamente verschreiben. Es gibt sicher auch sehr gute Ärzte, die Einfühlungsvermögen besitzen und sich kritisch mit speziellen Fragen auseinandersetzen, aber meiner Erfahrung nach sind sie sehr selten.

Dennoch würde ich der Therapie eine Chance geben. Wenn du dich von deiner früheren Therapeutin nicht gut unterstützt fühlst, kannst du eventuell eine andere suchen? Ich weiß, es ist mühevoll, aber die Suche nach einem guten und passenden Therapeuten kann manchmal dauern - aber es zahlt sich aus, wenn man dann einen findet, der einen optimal unterstützt!
Luisa1974 hat geschrieben:Tagebuch habe ich jahrelang geschrieben und dieses Jahr dann alle Bücher weggeworfen weil alle so deprimierend waren, zum größten Teil... Ich habe mir angewöhnt Fotos von schönen Momenten zu machen, das hilft mir sehr. Es sind immer nur kleine Momente, einen Sonnenuntergang, oder ein Spaziergang mit meinem Hund, ein schönes Essen, aber wenn ich diese Momente anschaue, dann denke ich, es gab trotz all dem Negativen auch einige schöne Momente. Und das hilft mir sehr.
Das ist eine super Idee. Bilder sprechen manche Menschen auch noch viel tiefer in der Seele an, als Worte. Wichtig ist, die guten Zeiten zu dokumentieren, so dass man sie sich in schlechten Zeiten auch in Erinnerung rufen kann. Dann weiß man, dass nicht alles dunkel ist und dass auch wieder bessere Zeiten kommen.
Luisa1974 hat geschrieben:Ich habe keine Freunde mehr, bzw. nur ganz wenige und die sind weit weg.. wegen meiner Krankheit habe ich immer wieder Termine und Verabredungen absagen müssen ode mir ging es so schlecht und viele verstehen dies nicht, die verstehen auch nicht dass es eben so lange dauert.
Die sagen , ich hätte meine Zeit vertrödelt, wenn ich wirklich was getan hätte, Arzt Therapie , dann wäre ich schon gesund!
Das tut weh, vor allem weil ich mir selbst dies manchmal sage, dass ich nicht genug tue
Das ist sehr traurig, was du da schreibst. Leider können viele Menschen sich schwer in andere hineinversetzen oder haben zu wenig Einblick in eine Thematik und fällen vorschnelle Urteile.
Aber ich bin mir sicher, dass du auch wieder neue Freundschaften knüpfen wirst und Menschen treffen wirst, die besser auf deine Problematik reagieren! Nur Mut!!
Luisa1974 hat geschrieben:Im Moment weiß ich nicht, ob ich eventuell doch mit einem anderen Medikament wieder aufdosiere. ich habe ja einen Termin bei einer Psychiaterin. Soll ich vielleicht noch einmal einen anderen Post schreiben, nur mit diesem Thema?
Ich habe ein einziges ganz altes Medikament mal genommen, ich erinnere mich nicht an den Namen, aber es war das einzige Medikament ohne Nebenwirkungen .dann habe ich etwas über Brustkrebs in Zusammenhang mit diesem Medi gelesen und es abgesetzt.
Was würdest du dir von diesem Medikament denn versprechen? Und wieso hast du es damals abgesetzt?
Meistens setzen wir Medikamente ja nicht ohne Grund ab oder wechseln grundlos zu anderen Präparaten.
Luisa1974 hat geschrieben:Ohne Unterstützung - was ist wenn mein Hund krank wird, sie ist eh sehr zeitaufwändig und schwierig da aus dem Tierschutz und nicht auf Menschen sozialisisert - ohne Unterstützung halte ich diesen Zustand nicht länger aus..
Versuche nicht allzu negativ zu denken. Im Moment ist dein Hund ja nicht krank oder?
Und falls Notsituationen eintreffen, dann findet sich auch dafür eine Lösung. Kennst du andere Hundehalter, mit deren Hunden sich deine Hündin gut verträgt?
Mir hilft es immer, einen Notfallplan zu haben, falls alle Stricke reißen. Aber gehe mal nicht gleich davon aus, dass ein solcher Notfall eintritt. Bisher hast du es auch gut geschafft, dich um sie zu kümmern. Und das schaffst du sicherlich auch weiterhin!

Alles Gute,
Cat
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Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
Seit 06.05.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% (also Reduktion um 7,5 mg) - derzeit also 67,5 mg Venlafaxin
Seit 05.06.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis ( Reduktion um 6,7 mg) - derzeit 60,75 mg Venlafaxin
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Luisa1974
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Dienstag, 13.12.16, 18:31

Lieben Dank Euch beiden und sorry, dass ich erst jetzt antworte. Mir geht es manchmal so, dass ich einfach nicht mehr leben möchte..
Eine vielleicht gute Nachricht habe ich, die poste ich dann in meinem "HauptThread"?
Ich war letzte Woche bei meiner Frauenärztin. Sie hat mittlerweile noch ein weiteres Studium begonnen und hat jetzt eine Privatpraxis für Stressmedizin.
Sie sagte mir, ich solle mal meinen Serotonin Spiegel testen lassen.
Habt ihr davon schon mal was gehört?
Liebe Grüße
Luisa
Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg (keine großen Probleme, schwitze nur wieder extrem), Mirtazapin meistens 15 mg, bei Bedarf auch mal mehr oder weniger- brauche dies vor allem zum Schlafen

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von padma » Dienstag, 13.12.16, 19:22

hallo Luisa,

der Serotoninspiegel hat keinen Aussagewert (Ausnahme ist bei einem Serotoninsyndrom).
Der Spiegel im Blut sagt nicht aus, wie der Spiegel im Gehirn ist. Zudem gibt es keine "Normwerte", die anzustreben wäre. Die ganzen Neurotransmitter und ihr Zusammenspiel sind viel zu komplex und nicht wirklich erforscht.

Schau mal hier
10 Mythen über Psychopharmaka
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liebe Grüsse,
padma
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Mittwoch, 14.12.16, 11:56

Danke Padma!
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14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Donnerstag, 12.01.17, 8:37

Hallo Ihr Lieben,

ich bin mir immer noch nicht sicher, wie und wo ich schreiben soll/darf? als Antwort auf meinen 1. Post?

Ich wollte nur ein kurzes Update geben.

Also, ich merke, dass der Tinnitus besser wird. Ich war eine Woche bei meiner Mutter und habe dort echt mal so eine Art Geborgenheit und Sicherheit gefühlt, kein Stress, einfach nichts tun. Da hatte ich schon 2 Tage wo es morgens fast still war, so wie in meinem Urlaub an der Nordsee.
Ich merke, sobald Stress da ist, wird es mehr.
Wieder zu Hause hatte ich auch das Gefühl, dass sich was ändert, der Ton ist anders, und oft auch wieder leiser.

Allerdings sind die Stimmungsschwankungen extrem. Morgens noch ganz ok, dann kommen immer wieder Selbstmordgedanken oder Hoffnungslosigkeit - und heute fühle ich mich so aus Blei, dass ich es nicht mal schaffen würde aufzustehen, hätte ich keinen Hund, der raus muss.

Das Allerschlimmste ist für mich, dass ich zurzeit keinen Arzt habe. Ich habe mich mit meinem Hausarzt, der mich über 10 Jahre betreut hat, zerstritten, habe ich ja geschrieben. Und ich habe so kein Vertrauen mehr. Gerade wo mich die Psychiaterin ja auch quasi vor die Tür gesetzt hat, weil ich das Citalopram in Eigenregie abgesetzt habe und nicht in eine Klinik wollte.
Meine Reha wurde abgelehnt, weil mein Ex-Hausarzt so einen miesen Bericht geschrieben hat. Wie konnte er das nur tun? Ich verstehe das nicht. Jahrelang habe ich nur mit den ganzen Tabletten funktionieren können und war andauernd krank geschrieben und er schreibt in den Befund ich wäre arbeitsfähig, schreibt dann noch so einen Mist von Migräne und Beschwerden im Bein!! Ich fasse das nicht.

Ich fühle mich so unendlich alleine. Vor mir liegt so viel, und ich kann es nicht bewältigen
Am Montag soll ich eine Maßnahme vom Jobcenter beginnen!! Wie soll ich das schaffen?
Und wenn ich dies nicht tue, dann streichen sie mir mein Geld.
Bin echt verzweifelt im Moment

:'(
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August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
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3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
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Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
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14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
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01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 12.01.17, 13:55

Hallo Luisa,

:hug:

Du hast es genau richtig gemacht, hier in deinem Thread kannst du weiter schreiben und berichten.

Es tut mir sehr leid, deine verzwickte Situation, ich kann mir gut vorstellen dass du dich elend deswegen fühlst. Nicht arbeiten zu können aber auch nicht krank geschrieben zu werden ist ganz furchtbar :cry:

Pass auf, ich denke du brauchst dringend einen Plan wie du das mit der Krankschreibung hinbekommst.

Es ist wichtig, dass du wieder einen Arzt/eine Ärztin hast. Ich würde Heute noch versuchen Termine auszumachen und einen neuen Arzt zu finden. Wenn dieser Arzt sagt, du musst Medikamente nehmen dann versuch vielleicht zunächst zu sagen dass du das lieber nicht möchtest, aber wenn er nicht einlenkt oder sagt du musst es tun sonst hilft er dir nicht dann willige halt ein. Du musst sie ja dann nicht nehmen. Wirf das Rezept weg und sag das nächste Mal, du hast sie nicht vertragen (ist ja auch so, oder?) und hast ganz schlimm gezittert, hattest stechende Kopfschmerzen und komische Gedanken nach der Einnahme bekommen, oder sowas ähnliches.

Irgendwie brauchst du eine Krankmeldung, um diesen Druck raus zu nehmen, wenn du dir absolut nicht zutraust am Montag in diese Maßnahme zu gehen.

Wenn du eine Krankschreibung hast, dann können sie dir das Geld erstmal nicht streichen.

Es ist normal, dass erstmal versucht wird die Leute mit allen Mitteln in solch eine Maßnahme zu bringen um Druck auszuüben, das habe ich auch durch.

Liebe Grüße
Lina
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,001 mg Mein Thread
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 12.01.17, 14:17

Hallo Luisa!

Ich sehe es wie Lina, bitte such dir einen anderen Hausarzt, es gibt ja nicht nur den einen!
Im Notfall auch einen privaten, das kostet vielleicht einmal etwas,a ebr es sind keine Unsummen, wenn man nur hingeht weil man rezepte braucht oder eine Arbeitsunfähigkeitsbestätigung.
Und wenn du die erst mal hast, dann könntest du ja noch mal um eine Rehamaßnahme ansuchen.

Bei unseren Absetzproblemen ist Zeit der wichtigste Faktor, und den gilt es zu nehmen, egal wie!

Nicht verzweifeln, das wird schon! Du hast schon so viel geschafft!

LG
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Freitag, 13.01.17, 7:05

Dankeschön Ihr beiden !!

Ich habe jetzt meinen früheren Hausarzt doch um Hilfe gebeten. Er war nicht da, also habe ich für Montag um Rückruf gebeten. Bei ihm konnte ich immer alles telefonisch regeln. Ich hoffe, er hilft mir und lässt mich nicht alleine..

Ich habe im Moment wieder eine ganz schlimme Phase. So eine Welle, wo alles schwarz ist und durch den Druck durch das Jobcenter ist alles noch furchtbarer geworden.

Der Tipp mit dem "nichts sagen, Rezept mitnehmen und Medikamente nicht nehmen" ist wirklich super! Ich habe ja am 24. Januar einen Termin bei einer neuen Psychiaterin. Das werde ich dann gleich mal anwenden :-) Auch werde ich mir überlegen, was ich genau sage, damit sie meine Reha unterstützt. Ich will einfach nicht wieder in eine Klinik, dieses Eingesperrtsein und Ausgeliefertsein halte ich nicht noch einmal durch.

Liebe Grüße und ein schönes hoffentlich entspanntes Wochenende
Luisa
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seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
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Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
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Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
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23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
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31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Murmeline » Freitag, 13.01.17, 15:12

Hallo Luisa,

ich drück die Daumen, dass Du bei Deinem alten Hausarzt die Hilfe bekommst, die Du Dir wünschst.
Ich habe im Moment wieder eine ganz schlimme Phase. So eine Welle, wo alles schwarz ist und durch den Druck durch das Jobcenter ist alles noch furchtbarer geworden.
Das ist total verständlich, das ist auch eine schwierige, existenzielle Situation. Vielleicht kannst Du versuchen, den ganzen Sorgen gegen Abend zu sagen: Ich verstehe, dass ihr da seid und ich höre Euch auch zu. Aber die nächste Stunde gehört mir, also seid bitte jetzt ruhig, damit ich mich um mich kümmern kann, sonst hab ich bald keine Kraft mehr. Und dann schaust Du, dass Du Dir bewusst etwas gutes tust. Mit etwas Übung könnte das mit der zeit klappen.
Auch werde ich mir überlegen, was ich genau sage, damit sie meine Reha unterstützt. Ich will einfach nicht wieder in eine Klinik, dieses Eingesperrtsein und Ausgeliefertsein halte ich nicht noch einmal durch.
Sich auf eine Argumentation vorbereiten, kann da wirklich hilfreich sein.

Dir auch ein schönes Wochenende!

Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Luisa1974
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Luisa1974 » Montag, 16.01.17, 18:36

Ihr Lieben,

ein Update. Ich war heute bei der Maßnahme, da ich morgen erst einen Termin bei einer Hausärztin bekommen habe.

Und mein Tinnitus ist wieder viel stärker, sogar rechts. Mir macht das total Angst, weil ich jetzt befürchte , dass bei Stress und Druck der Tinnitus nie wieder weggehen wird, wie soll ich da jemals wieder arbeiten können... ? Diese Angst wird immer größer, dass ich nie wieder arbeiten werden kann... bei mir ist es auch so, dass ich unbedingt hier weg möchte, ich habe hier keine Freunde und keine Familie und alles nur trübe Erinnerungen..

Was wenn meine Reha wieder abgelehnt wird? Was wenn die Psychiaterin am 24. Januar wieder nur sagt, "schnell in die Klinik und mit Medikamenten vollplumpen?.. Habe im Moment Angst.. Drückt mir die Daumen, dass ich morgen eine verständnisvolle Ärztin treffe!!! Das würde mir so helfen, wenn ich endlich wieder einen Hausarzt hätte, dem ich vertrauen kann, und ich mich nicht so alleine fühle..

liebe Grüße, Luisa
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Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15
==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg (keine großen Probleme, schwitze nur wieder extrem), Mirtazapin meistens 15 mg, bei Bedarf auch mal mehr oder weniger- brauche dies vor allem zum Schlafen

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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von LinLina » Dienstag, 17.01.17, 13:00

Liebe Luisa,

ich drück dir die Daumen dass dein Termin heute gut verlief/verläuft!

Diese was-wäre-wenn Gedanken sind verständlich, aber versuche doch so weit es geht einen Schritt nach dem anderen zu gehen und zu denken. Man weiß gar nicht, was irgendwann sein wird, wir müssen jetzt das tun was wichtig ist, und alles weitere wird sich dann zeigen.

Schau, ich kann auch schon lange nicht arbeiten aber es geht weiter und man findet erstmal andere Dinge die den Tag füllen und gut tun. Und irgendwann kann sich das auch wieder verändern.

Liebe Grüße
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Re: Protrahiertes Entzugssyndrom - fühle mich so ausgeliefert, Stimmungsschwankungen..

Beitrag von Jamie » Samstag, 21.01.17, 17:58

Liebe Luisa :),

wie geht es dir mittlerweile?
Ich habe öfters an dich gedacht, weil ich es schlimm finde, dass du durch den Harzt IV Status einem solchen Druck ausgesetzt bist :(.
Ich hab das ja auch mehr oder weniger alles durch; echt furchtbar.

Grüße
Jamiw
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wer hat wieder aufdosiert nach Monaten auf 0?

Beitrag von Luisa1974 » Sonntag, 22.01.17, 12:41

Hallo Ihr Lieben,

wer von Euch hat nach einem monatelangem O wieder aufdosiert? Ich weiß, es gibt kaum Hoffnung habe ich bei einigen von Euch gelesen. Wer hat es trotzdem getan und hatte vielleicht doch positive Erfahrungen?

ich bin total verzweifelt, so verzweifelt dass ich nur noch an Selbstmord denke. Ich habe seit dem auf 0 Setzen ein Auf und Ab, eine Depression bis zum Gelähmtsein, einen Tinnitus dass mir der Kopf platzt und ich denke ich würde irre, und immer wieder Selbstmordgedanken, bin total gereizt.

Da ich nicht zur Ruhe komme, ganz alleine bin, meine Familie mir nicht hilft, .. ich kann nicht mehr..

Ich habe auch keinen Arzt mehr, da ich mich mit meinem Hausarzt, der mir jahrelang ohne irgendeine Diagnose, Citalopram und Bromazanil verschrieben hat, zerstritten habe. Ich habe das Citalopram gegen meine soziale Phobie genommen, ich hatte damals keine Depression in 2011.

Als ich dann nach einem Burnout die Depression bekam, hat das Citalopram nicht geholfen. Ich hatte massive Schlafstörungen, Unruhe, Kribbeln. Habe es dann zu schnell abgesetzt, von 10 auf 0, da ich es in meinem Urlaub vergessen hatte. Bin leider erst später auf dieses Forum getroffen..

Dienstag habe ich einen Termin bei einer neuen Psychiaterin. Aber sie hat so schlechte Kritiken im Internet, dass ich kaum glaube, dass sie mir helfen kann. Aber hier wo ich wohne wartet man auf einen Termin bei Facharzt 3 Monate mindestens und die meisten Ärzte nehmen einen gar nicht auf..

:cry:
Eure traurige Luisa
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seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem, besser auszuhalten
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Mitte Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
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==>> in der Klinik soll das Citalopram abgesetzt werden mit Hilfe eines anderen Medikamentes

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31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg (keine großen Probleme, schwitze nur wieder extrem), Mirtazapin meistens 15 mg, bei Bedarf auch mal mehr oder weniger- brauche dies vor allem zum Schlafen

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Re: wer hat wieder aufdosiert nach Monaten auf 0?

Beitrag von TeaTime » Sonntag, 22.01.17, 13:12

Hallo Luisa,

dass es Dir jetzt so schlecht geht ist sehr traurig und tut mir ehrlich leid.

Auch wenn unsere Geschichten sich nicht gleichen, wollte ich Dir trotzdem antworten, weil ich zumindest eine Sache beitragen kann.

Aufgrund von 2 BurnOuts habe ich Mirtazapin und Zolpidem genommen. Das nach 6 Monaten abgesetzt. Dann über 9 Monate nichts genommen, bis zu meinem zweiten BurnOut. Der allerdings einzig und alleine daher kam, dass ich nichts umgesezt habe, von dem, was ich mir vorgenommen habe.

Da ich dann wieder etwas Hilfe beim einschlafen wollte, nahm ich dann das Mirta und Zolpidem im Wechsel mit Zopiclon ein.

Also ich war auf 0 und fing wieder damit an, aber nur um einschlafen zu können.

Und es half mir genauso wie die Monate davor auch. Also beim einschlafen, nicht mehr und nicht weniger. Vollkommen gleiche Wirkung ohne Nebenwirkungen.

Aber genau deshalb habe ich es dann auch wieder abgesetzt, also nach langer Einnahme, denn gebracht hat es mir letztendlich nichts, als etwas Sedierung um einschlafen zu können.

Als ich meine eigene Einstellung geändert habe, umgesetzt habe was ich ändern muss, von da an ging es mir besser.

Und wie bei Dir, BurnOut, Tinnitus XXL, Schlafstörungen XXL.

Das alles ist schlimm, bringt einen aber nicht um.

Mache Dir im Vorfeld nicht so viele Gedanken über die neue Psychiaterin. Wenn Du da schon mit negativen Gedanken hin gehst, wird es nicht einfacher. Bewertungen anderer können zwar hilfreich sein, müssen es aber nicht.
Meine Gyn ist für mich die beste Ärtzin die man sich wünschen kann und hat dermaßen viele negative Bewertungen, dass ich mich manchmal frage ob die Frauen woanders waren.

Lasse das auf Dich zukommen, bilde Dir selber ein Urteil.

Deine momentane Verzweiflung kommt sicher zum einen vom schnellen Absetzen, aber auch Deiner Angst und weil Du Dich alleine fühlst.

Aber das wirst Du in den Griff bekommen.

Du bekommst hier sicher noch Tipps wie Du mit Deinem Medikament am besten wieder eindosierst, falls das nicht schon in Deinem eigenen Thread erfolgt ist.

Liebe Grüße,

TeaTime
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"Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber frag mich nur nicht: wie?"
(Heinrich Heine)

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