Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->
Liebe ADFDler,


wir wünschen euch einen schönen Sommer. Achtet gut auf euch, überlastet euch nicht und denkt daran, dass die Hitze für den Körper nicht leicht ist, gerade im Entzug und/oder wenn man Medikamente nimmt.

Das Team ist weiterhin nur gering besetzt, die Neuanmeldungen nehmen aber weiter zu. Bitte schaut daher gegenseitig gut auf euch. Wenn ihr mögt und könnt, begrüßt gerne Neuankömmlinge, verlinkt die Grundlageninfos oder lasst einfach ein gutes Wort da.

Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Da wir hier viel zu tun haben, kann das eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Petunia: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
lunetta
Beiträge: 1600
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 31.08.17, 10:54

Liebe Beate!

Ich wünsche dir für deinen Klinikaufenthalt alles Liebe und Gute!

Ich werde ganz fest an dich denken und Daumen halten, dass es für dich eine Verbesserung oder zumindest einmal Ruhe bringt!

Versuch dich zu erholen und Kraft zu tanken und es positiv zu sehen!

Ganz iebe Grüße und eine gute Zeit!
► Text zeigen
.

Clarice
Beiträge: 307
Registriert: Dienstag, 12.05.15, 14:45

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Clarice » Donnerstag, 31.08.17, 10:59

:hug: Alles Gute heute!
Aktueller Stand:
26.06.2018 1,7 mg E.
► Text zeigen

Petunia
Beiträge: 871
Registriert: Dienstag, 18.04.17, 17:38
Hat sich bedankt: 1252 Mal
Danksagung erhalten: 2550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Petunia » Donnerstag, 31.08.17, 12:48

Danke Euch, Ihr Lieben!

Ich bin heute morgen doch allein hergefahren. Auf dem Parkplatz habe ich eine Weile gesessen und überlegt ob ich wieder fahre.
Solche Angst!

Aber nun bin ich hier im Zimmer. Bis jetzt eine junge nette Zimmerkollegin.

Schnappe vor Schwindel und Panik fast über.
Beim Aufnahmegespräch mit der Schwester musste ich so viel erzählen, was alles passiert ist . Das hat mich so getriggert, dass ich dachte, ich breche auf dem Stuhl zusammen. Die Schwester war sehr lieb und verständnisvoll.

Sie musste mir zeigen, wie ich zurück ins Zimmer komme. Konnte mich nicht orientieren . Auch im Speisesaal beim Mittagessen nicht. Mein Gott, was für eine Sch....., dieser Zustand! Einfach nackte Panik durch diese Symptome im Kopf. Und überhaupt.

Jetzt warte ich auf dem Bett auf das Aufnahmegespräch beim Arzt.

Für mich ist es schlimm, dass ich nicht wirklich heulen kann in Gegenwart von andren Patienten. Kann mich deshalb hier im Zimmer nicht fallen lassen. Obwohl das wahrscheinlich ok wäre.

In der Nacht im Büro habe ich gemerkt, dass ich es im Grunde nirgends aushalte.

Also ich denke, ein paar Tage Benzos sibd wohl angebracht. Hier drin merke ich nochmal stärker, wie sehr am Ende ich bin.

Ich drück Euch!
Ganz liebe Grüße Beate
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Petunia für den Beitrag (Insgesamt 3):
wegUlulu 69stubi
► Text zeigen
Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 Mikrogramm

weg
Beiträge: 1459
Registriert: Samstag, 01.04.17, 16:35

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von weg » Donnerstag, 31.08.17, 12:58

:fly: hallo beate,

drücke dir ganz fest die daumen und hoffe, dass du überall aufmerksam und ernst genommen wirst. :fly:

herzlich
weg
► Text zeigen
seit 28.06.2018 auf 0

Gwen
Team
Beiträge: 1833
Registriert: Donnerstag, 12.01.17, 12:31
Hat sich bedankt: 1874 Mal
Danksagung erhalten: 3459 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 31.08.17, 13:13

Liebe Beate, schön, dass Du dich meldest!
Also ich denke, ein paar Tage Benzos sibd wohl angebracht. Hier drin merke ich nochmal stärker, wie sehr am Ende ich bin.
Das hatte ich gemeint, als ich schrieb dass es einem manchmal anfangs erst schlechter geht. Irgendwie fällt dann alles ab und man muss sich nicht mehr zusammen reißen.
Ich hoffe, deine "Mitbewohnerin" wird sich als nett erweisen! :)
Auf was für einer Station bist Du?

Liebe Grüße Gwen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Gwen für den Beitrag:
LinLina

padma
Team
Beiträge: 14937
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 36589 Mal
Danksagung erhalten: 19469 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 31.08.17, 14:15

liebe Beate, :)

die Fahrt und die erste Aufnahme hast du jetzt bereits geschafft.
Ich drücke dir die Daumen für das Arztgespräch. :hug:

Ich würde auch sagen, dass du wenn ein Medikament, dann ein Benzo für ein paar Tage möchtest.

Du kannst in deinem Zimmer und auch auf der Station weinen, wenn dir danach ist. Das wird da niemand ungewöhnlich finden.

liebe Grüsse, :hug:
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 2):
LinLinastubi
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Petunia
Beiträge: 871
Registriert: Dienstag, 18.04.17, 17:38
Hat sich bedankt: 1252 Mal
Danksagung erhalten: 2550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Petunia » Donnerstag, 31.08.17, 14:27

Liebe Weg, liebe Gwen, liebe Padma,

Danke Euch!

Ich bin auf einer offenen Station.

Gerade hatte ich das Gespräch mit der Ärztin. Freundlich, aber natürlich keine Ahnung von protrahiertem Entzug.
Sie sagte, wenn ich kein AD einstellen wolle, könne ich nur ein paar Tage hier bleiben.

Sie würde mir Sertralin vorschlagen, das ginge nicht aufs Herz.
Ich habe gesagt ich überlege es mir noch.

Wir sind erst Mal so verblieben, dass ich Tavor 0,5 mg bei Bedarf bekommen kann, wenn die Symptome zu schlimm werden. Ausserdem wenn ich mag was zum Schlafen.

Und Kytta Sedativum, das ist ja ein Wort.

Das Gespräch war zwischendurch auch doof, weil ich trotzig geworden bin bei der Diskussion um die Entzugsproblematik. Habe mich aber wieder gefangen und es ging gut zu Ende.

Was sagt Ihr zu Sertralin?

Puh, bin ich fertig!

Ich habe das Gefühl, dass die mit meinen Symptomen nicht viel anfangen konnte. Die werden unter Depression subsumiert und fertig.

Die Diagnose meiner Therapeutin, komplexe PTBS, zweifelt sie an. Ich ja auch irgendwie.

Mann ist das alles schwierig.... Aber jetzt kann ich ja ein paar Tage abwarten und das Tavor mal testen und das Kytta Sedativum.

Schlafmittel nehme ich auf keinen Fall.

Ich bin überhaupt nicht in der Lage das Zimmer zu verlassen. An irgendwas teilzunehmen. Aber ich hoffe, das wird besser.

Bei meiner Bekannten oder überhaupt draussen konnte ich mir viel mehr in die Tasche lügen, oder wie soll ich sagen, irgendwie vertuschen, wie wenig ich kann.

Ich kann kein Buch lesen, mich nicht lange unterhalten, Geselligkeit ist Folter.

Meine Zimmerkollegin ist eine nette junge Frau mit Alkoholproblem. Erinnert mich an meine kleine Schwester. Sie redet viel, ist aber topfit und hilfsbereit, nimmt keine ADs.

Soweit erstmal.

Ich drück Euch, alles Liebe

Beate



Ganz liebe Grüße Beate
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Petunia für den Beitrag (Insgesamt 2):
wegUlulu 69
► Text zeigen
Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 Mikrogramm

lunetta
Beiträge: 1600
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09
Hat sich bedankt: 487 Mal
Danksagung erhalten: 3486 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 31.08.17, 15:47

Hallo!

Wie schön dass du dich meldest!

Ganz verständlich dass dir jetzt bewußt wird, wie viel Kraft dich die letzte Zeit gekostet hat!

Du wirst sehen, wenn du dich ein wenig eingewöhnt hast, dann kannst du auch weinen, sollst du ja auch, wenn dir danach ist. Das kann manchmal sehr befreiend sein!

Ein Benzo bei Bedarf ist ok, und dieses Kytta sed. ist auch sehr gut, wirkt wirklich sehr beruhigend und schlafanstoßend, das würde ich auf jeden Fall probieren!!

Zum Sertralin kann ich nichts sagen, ist halt ein AD.

Obwohl ich komplett gegen Medikamente bin, hat mich Mirta vor 2 Jahren gerettet, als ich nichts mehr essen konnte und meine Übelkeit monatelang nicht aufhörte. Ich war bettlägerig und ein Pflegefall.
Jetzt muß ich es zwar ausschleichen und es ist keine Zuckerschlecken, aber es hat definitiv geholfen.

Ich wünsche dir die richtige Entscheidung und lebe dich erstmal gut ein.

GLG
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor lunetta für den Beitrag (Insgesamt 3):
PetuniaJamieUlulu 69
► Text zeigen
.

carlotta
Beiträge: 2838
Registriert: Dienstag, 17.04.12, 16:10
Hat sich bedankt: 6370 Mal
Danksagung erhalten: 6229 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von carlotta » Donnerstag, 31.08.17, 16:14

Liebe Beate,

lese häufig mit und wollte nur kurz was zur "ärztlichen Beratung" sagen. Ich hatte sowas schon befürchtet. Ich würde mich keinesfalls auf ein AD einlassen; speziell im Entzug werden diese häufig - gerade bei längerer Zeit auf null - gar nicht mehr gut vertragen. Der Schuss kann böse nach hinten losgehen.

Übrigens, als NW lese ich beim Sertralin zumindest Tachykardie:
https://psylex.de/psychopharmaka/psycho ... nwirkungen

Ich kenne kein AD, was sich nicht irgendwie aufs Herz auswirkt. Sertralin ist wohl mal als Alternative mit günstigerem NW-Profil vermarktet worden, aber was wir von derartigen Vermarktungsstrategien halten können, wissen wir ja mittlerweile. Mit unabhängiger Wissenschaft hat das meist nichts zu tun.

Ich befürchte einfach, die Einnahme könnte Dich im Entzug zurückwerfen. Die Rezeptoren etc. sind ja schon länger dabei, sich neu zu justieren. Und vom Absetzen möchte ich gar nicht reden. Erfahrungsgemäß wird jeder neue Entzug schwieriger als der vorherige. Man verlängert letztendlich alles.

Ich finde es ehrlich gesagt auch einen Hammer, dass man die Einnahme zur Bedingung für einen längeren Aufenthalt macht. Aber das läuft wohl häufig so. Habe das sogar mal in einer anthroposophischen (!) Psychosomatik so erlebt.
Du brauchst Ruhe und keine Erpressung. :frust:

Benzo bei Bedarf OK (wenn nicht zu häufig). Was für ein Schlafmittel soll das sein? Z-Drugs (wirken wie Benzos) oder gar ein NL? (Ich weiß, Du hast gesagt, Du willst es nicht. Wäre nur vielleicht nicht schlecht, wenn man zumindest wüsste, worum es genau geht.)

Ich hoffe, Du kannst Dich zumindest etwas ausruhen dort.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor carlotta für den Beitrag (Insgesamt 6):
PetuniaClarissaJamiepadmaLinLinaJofab
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

Petunia
Beiträge: 871
Registriert: Dienstag, 18.04.17, 17:38
Hat sich bedankt: 1252 Mal
Danksagung erhalten: 2550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Petunia » Donnerstag, 31.08.17, 16:42

Danke, liebe Lunetta und liebe Carlotta!

Also ich werde kein AD nehmen, und wenn die Depression noch so schwer ist. Ich weiss zwar nicht, wie ich ansonsten aus diesem Albtraum wieder rauskomme, aber die Angst vor einem AD ist so riesig, dass es wahrscheinlich schon deswegen nicht wirken könnte.

Ich habe eine Riesenangst, dass der Schwindel und die Kopfsymptome noch schlimmer werden. Das packe ich einfach nicht!

Nach dem Namen des Schlafmittels werde ich fragen.

Jetzt habe ich mich mal in den Regen in den Garten gesetzt. Unter Dach versteht sich. Aber ich finde es toll dass es kalt wird. Dann ist auch nicht so viel los, die Raucher bleiben nicht lange.

Die Oberärztin hat ja nicht abgestritten, dass alle SSRI aufs Herz gehen. Aber was anderes kann sie auch nicht vorschlagen. Und für eine psychosomatische Klinik bin ich zu instabil.

Aber immerhin, ich darf es mir überlegen.
Sie sagt, ohne AD ginge nicht wegen der Kosten, im Akutkrankenhaus verlangen die Kassen eine "stabilisierende " Medikation. Ist kein Ort zum Ausruhen.

Naja. Wie gesagt, ich teste Tavor und Kytta S.

Ganz liebe Grüße Beate
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Petunia für den Beitrag:
Ululu 69
► Text zeigen
Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 Mikrogramm

Anikke
Beiträge: 580
Registriert: Mittwoch, 05.07.17, 7:20
Hat sich bedankt: 190 Mal
Danksagung erhalten: 1324 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Anikke » Donnerstag, 31.08.17, 16:47

liebe beate,
ojeee die Ärztin macht mir beim lesen kein gutes Gefühl.
so wie ich dich wahrnehme bist du im potrahierten entzug oder bzw eher und hast eine komplexe PTBS.
Argumente für eine komplexe PTBS sind, wie deine Familie sich verhält, was du von deiner Biografie mitteilt.
die symotome die du wahrnimmt, die Stimmungsschwankungen, das Gefühl, wie ein kleines Kind zu sein, der Lärm im Kopf usw. können ptbs-symptome und genauso Entzug sein.
schade dass die Ärztin auf diesen beiden Augen blind ist. das passiert bei PTBS leider oft, da auch die Patient/innen die Diagnose nicht wahrhaben wollen.
vielleicht kommst du hier ein paar Tage zumindest zur Ruhe. Ich würde das Sertralin an deiner stelle ablehnen. es gibt andere Wege für dich, sicher.
ich hoffe es gelingt dir, die Ärztin nicht zu ernst zu nehmen. es zeugt nicht von Kompetenz gleich im erstgespräch die Diagnose der behandelnden thera infrage zu stellen.
alles gute dir liebe beate.
Anikke
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Anikke für den Beitrag (Insgesamt 2):
carlottapadma
► Text zeigen

Gwen
Team
Beiträge: 1833
Registriert: Donnerstag, 12.01.17, 12:31
Hat sich bedankt: 1874 Mal
Danksagung erhalten: 3459 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 31.08.17, 18:41

Liebe Beate,

im Zweifelsfall kannst Du ja zustimmen und das Sertralin dann einfach nicht nehmen bzw wieder ausspucken. Ist zwar Kinderkram, aber dann hättest Du das Thema vom Hals.

Ich würde aber an deiner Stelle erst Mal versuchen, damit zu argumentieren dass Dir eine erneute Einnahme Angst macht und Du es deshalb erst Mal ohne probieren willst. Damit gewinnst Du zumindest Zeit, um Dir einen Eindruck zu verschaffen, ob das Krankenhaus für dich das richtige ist.

Ich wünsche dir eine gute erste Nacht, liebe Grüße Gwen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Gwen für den Beitrag (Insgesamt 3):
carlottalunettaClarice
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: aktuell 2,0mg (12.03.2018)
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

padma
Team
Beiträge: 14937
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 36589 Mal
Danksagung erhalten: 19469 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 31.08.17, 19:03

liebe Beate, :)

das ist genau so, wie es in diesen Kliniken leider meistens läuft. :frust:
Sie sagt, ohne AD ginge nicht wegen der Kosten, im Akutkrankenhaus verlangen die Kassen eine "stabilisierende " Medikation.
Das ist ein gängiges Argument, möglicherweise machen die Krankenkassen tatsächlich Druck.
Falls sie die Einnahme nicht so streng kontrollieren, wäre es wirklich eine Option es zum Schein zu aktzeptieren, aber nicht wirklich zu nehmen. Ob darüber zu diskutieren sinnvoll ist, weiss ich nicht, es könnte sie misstrauisch machen und zu strengerer Kontrolle veranlassen.
Die Oberärztin hat ja nicht abgestritten, dass alle SSRI aufs Herz gehen.
Aha 8-)
Seltene NW von Sertralin: Herzinfarkt, krankhaft verlangsamter Puls, Herzerkrankung
http://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Sertral ... nt-10.html
Nöö, geht nicht aufs Herz :frust:

liebe Grüsse,
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinacarlottaUlulu 69Clarice
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

LinLina
Team
Beiträge: 6509
Registriert: Montag, 14.09.15, 16:20
Hat sich bedankt: 21532 Mal
Danksagung erhalten: 9929 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von LinLina » Donnerstag, 31.08.17, 19:43

Liebe Beate :-)

das ist so schlimm, dass immer die Einnahme von Medikamenten gefordert wird - obwohl den meisten das gar nicht hilft und oft genug weitere Probleme mit sich bringt. :-( ist total unlogisch.

Und warum soll eine Klinik nicht zum ausruhen gut sein - wo soll man denn sonst Ruhe und Hilfe bekommen, die man so dringend in einer Krise braucht, wenn sie zu hause nicht bekommen kann? Kann da nur immer den Kopf schütteln. Wir sind doch keine Maschinen die man immer möglichst schnell aktiv reparieren muss, sondern ganz komplexe Wesen mit viel Potential zur Selbstheilung besonders unter den richtigen Umständen.

Ich selbst war vor 2-3 jahren 2 mal für ein paar Wochen in einer anthroposophischen psychosomatischen Akutklinik, dort haben sie auch auf psychopharmaka gedrängt, aber es gab dennoch einige Patienten die keine nahmen und das wurde letztlich auch akzeptiert (ich selbst nahm leider schon das AD und das Benzo als ich dort hin kam). Nur als Info, es muss nicht immer so sein dass man gar keine andere Wahl hat, aber meist ist der Druck sehr hoch.

Diese Klinik war für mich auch wirklich ein ausruhen, das ich so dringend gebraucht habe, und es hat mir sehr geholfen aus dem Kreislauf der PTBS, Schmerzen, Angst und Entzug etwas rauszukommen bzw. etwas Kraft zu sammeln. Nicht die Therapien haben mir dabei geholfen, sondern einfach die Möglichkeit endlich versorgt zu sein und körperlich angenehme Anwendungen machen zu können.

Übrigens war ich da auch in ziemlich schlechtem Zustand, körperlich und seelisch und wurde dennoch aufgenommen. Nur akut suizidgefährdet durfte man nicht sein, ansonsten sprach nichts dagegen.

Versuch erstmal anzukommen und zu schauen welche Optionen du dort hast wo du jetzt bist. Aber auch wenn es nicht der richtige Ort sein sollte, es gibt noch andere Orte :hug: ein schritt nach dem anderen.

Wie ist es denn mit deiner Zimmergenossin, du schriebst doch sie nimmt keine Medikamente - bei ihr scheint das also zu gehen, oder habe ich das falsch verstanden?

Liebe Grüße
Lina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor LinLina für den Beitrag (Insgesamt 3):
carlottaUlulu 69padma

Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,004 mg Mein Thread
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Petunia
Beiträge: 871
Registriert: Dienstag, 18.04.17, 17:38
Hat sich bedankt: 1252 Mal
Danksagung erhalten: 2550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Petunia » Donnerstag, 31.08.17, 22:25

Ihr Lieben,

Ich bin so fertig und verzweifelt. Es geht mir unfassbar schlecht. Ich war beim Pfleger und wollte mir Kytta S geben lassen.

Der fragte ob ich öfter so aufgeregt sei, wie mein Blutdruck sei..... Ich sagte der ist immer normal, es tobt im Kopf.
Die daneben stehende Schwester bot mir Atosil (heisst das so oder ähnlich?) an. Da ist also das weitere Bedarfsmedikament. Ich lehnte ab und behauptete einfach, ich hätte damit schlechte Erfahrungen gemacht.

So habe ich 4 Stück Kytta S vor deren Augen geschluckt. Im Stehen. Bin fast umgefallen vor Gleichgewichtsstörungen. Meine Zimmerkollegin kam gerade vorbei und fragte, ob sie mir helfen könne. Der Pfleger hat es nicht gesehen oder ignoriert.

Was ist nur los mit mir? Ich heule mal kräftig, die Gelegenheit ist günstig.
Bin allein im Zimmer. Meine Zimmerkollegin ist topfit und spielt draussen mit anderen Karten.

Das kann ich alles nicht!
Der Kopfstress ist riesengroß.

Nein, ich fürchte, zur Ruhe komme ich hier nicht.

Sertralin zum Schein nehmen ist für mich keine Option. So schön ist es hier nicht, dass ich gerne länger bleiben möchte. Es gibt nirgends was ansatzweise gemütliches. Alles kahl und trist. Es verlockt mich überhaupt nicht, dieses Zimmer zu verlassen.

Liebe Anikke, ich denke irgendwie schon, dass ich so eine PTBS habe, wenn ich das auch natürlich nicht gerne wahrnehme.
Aber was kann ich dann tun? Mich in einer guten Traumaklinik anmelden? Sehr lange Wartezeiten. Und therapiefähig muss ich erstmal werden. Ok, daran müsste ich in der Zwischenzeit arbeiten.

Doch lieber erstmal ein Zuhause finden, das diesen Namen verdient. Vielleicht hilft das ja, die Symptome zu lindern. Stabilität finden, was meinen Aufenthaltsort betrifft. Nicht diese ständigen Wechsel in der verzweifelten Hoffnung, Ruhe zu finden und Geborgenheit.

So verunsichert bin ich.

Jetzt schau ich mal, dass ich schlafen kann. Und was der Tag morgen bringt. Ich werde ja Fotos bekommen, wie der Raum aussieht, wenn meine Sachen drin sind.

Gute Nacht wünsche ich Euch! Danke für heute!

Ganz liebe Grüße Beate


Liebe Lina,

Danke auch Dir!

Meine Zimmerkollegin ist wegen Alkoholentzugs hier und muss nichts nehmen. Sie geht in einer Woche in eine längere REHA.

Ich warte die nächsten Tage ab, wie es hier sein wird. Wenn ich hier weiter so extrem gestresst reagiere, sehe ich zu, dass ich wieder rauskomme und eine Alternative finde.

Auch Dir eine gute Nacht und ganz liebe Grüße!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Petunia für den Beitrag:
LinLina
► Text zeigen
Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 Mikrogramm

padma
Team
Beiträge: 14937
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04
Hat sich bedankt: 36589 Mal
Danksagung erhalten: 19469 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von padma » Donnerstag, 31.08.17, 22:42

liebe Beate, :)

das hört sich alles nicht so prickelnd an. :(
Es ist wirklich die Frage, ob dir das gut tut.

Atosil ist ein Neuroleptikum und wird gerne als Bedarf zur "Beruhigung" gegeben.
Schau mal: sehr häufig bis häufig:
Verlängerung QT-Intervall im EKG und Erregungsleitungsstörung;
https://psylex.de/psychopharmaka/psycho ... tosil.html
:frust: :frust: :frust:
. Ich lehnte ab und behauptete einfach, ich hätte damit schlechte Erfahrungen gemacht.
Wenn sie nachfragen, es kann Unruhe auslösen oder auch Übelkeit.

schlaf gut, :hug:
padma
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor padma für den Beitrag:
Petunia
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

lakeSonne1
Beiträge: 207
Registriert: Samstag, 23.11.13, 16:28
Hat sich bedankt: 290 Mal
Danksagung erhalten: 469 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von lakeSonne1 » Freitag, 01.09.17, 0:22

hallo,

ich fühle mit dir. Ich kann mich gut an den ersten Tag damals in der Klinik erinnern.
Ich fand alles unpersönlich, abweisend und unpassend für mich und meine Probleme. Ich fühlte mich heillos überfordert.
Ich hab dann meinen Vater angerufen und ihm gesagt, daß er mich wieder abholen soll in 2 Tagen, das sei alles nix für mich.
Kurz: ich bin doch geblieben - und es war gut so. Dieser Fluchtimpuls war einfach der totalen Überforderung geschuldet.
Die ersten ein, zwei Tage sind wirklich schwer:
Man kennt sich nicht aus, fühlt sich noch nicht angekommen und auch nicht angenommen. Die Betreuer/Ärzte sind erstmal fremde Menschen, die man nicht einschätzen kann und ihnen misstraut. Meint Tip: Gib ihnen eine Chance für ein paar Tage, dann kannst du immer noch gehen.
Wegen den Medis: Du hast das Cita abrupt absetzen MÜSSEN wg. einer QT Zeit Verlängerung, wenn ich das richtig weiß.
Verweiße darauf, wenn sie dich wieder auf was einstellen wollen. Das du da mit dem Herzen Probleme hast, ist eine massives Argument keine SSRI o.ä. zu nehmen. Das können sie eigentlich nicht ignorieren.

lg lake
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor lakeSonne1 für den Beitrag (Insgesamt 5):
wegSiggiLinLinapadmaPetunia
Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
► Text zeigen
2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.2018: 8,8mg Cita
9.6.2018: 8,7mg Cita
15.6.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 25 (von ehemals 50)
20.6.2018: 8,6mg Cita
16.7.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 0
17.7.2018: 8,5mg Cita: wegen Thyronajod absetzten nur langsames, vorsichtiges Absetzten des Cita. Will Körper nicht überfordern
23.7.2018 8,4mg Cita
9.8.2018 8,3mg Cita
14.8.2018: 8,2mg Cita

Clarice
Beiträge: 307
Registriert: Dienstag, 12.05.15, 14:45
Hat sich bedankt: 385 Mal
Danksagung erhalten: 550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Clarice » Freitag, 01.09.17, 9:53

Liebe Beate,
der erste Tag in der Klinik ist leider wirklich ein Graus. Es geht einem beschissen, wie du sagst alles kahl, und lauter fremde Menschen, denen es auch schlecht, nur anders schlecht geht. Ich fand die bunte Mixtur an psychisch Kranken teilweise auch schwer erträglich.

Aber man findet dann doch immer jemand, der zu einem passt.
padma hat geschrieben:
Sie sagt, ohne AD ginge nicht wegen der Kosten, im Akutkrankenhaus verlangen die Kassen eine "stabilisierende " Medikation.
Das ist ein gängiges Argument, möglicherweise machen die Krankenkassen tatsächlich Druck.
Mich hatte vor zwei Jahren meine damalige Psychiaterin ja regelrecht "angeschissen", warum ich mein (damals noch) Venlafaxin nicht endlich erhöhe. Was sie der KV sagen soll, warum es mir immer noch nicht besser geht.... :censored:

Krank sein kostet geld...da bleibt keine Zeit für Erholung durch Ruhe und mit Muse. Alles auf dieser Welt muss schnell gehen. :vomit:
Falls sie die Einnahme nicht so streng kontrollieren, wäre es wirklich eine Option es zum Schein zu aktzeptieren, aber nicht wirklich zu nehmen. Ob darüber zu diskutieren sinnvoll ist, weiss ich nicht, es könnte sie misstrauisch machen und zu strengerer Kontrolle veranlassen.
Das sehe ich auch so. Ich bin inzwischen auch soweit, dass ich die Ärzteund KV bescheissen würde. Rezept geben lassen, einlösen, aber nicht einnehmen. :haha:

Beate, weiterhin alles Gute! Du hast es bis hier hin geschafft, du schaffst es weiter!
Viele Grüße Clarice
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Clarice für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaClaudiiiipadmaPetunia
Aktueller Stand:
26.06.2018 1,7 mg E.
► Text zeigen

stubi
Beiträge: 332
Registriert: Donnerstag, 12.02.15, 19:16
Hat sich bedankt: 1008 Mal
Danksagung erhalten: 771 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von stubi » Freitag, 01.09.17, 11:18

Liebe Beate,

du bist jetzt in dieser Klinik und du fühlst dich nicht gut, das tut mir sehr leid. Die wollen jetzt das du diese Medikamente nimmst und das gleich am ersten Tag deiner Ankunft. Da kann man drüber denken was man will.
Ich bin 3 mal in einer Psychosomatischen Klinik gewesen und habe schon AD's genommen als ich dort angekommen bin. Nur in der dritten Klinik hatten die mit mir rum experimentiert, ich hatte schon Sertralin 150mg genommen und 100mg Lyrika und dann haben die Lyrika abgesetzt von heute auf morgen und mir Lamotrigin 50mg gegebenen.

Habe ich nicht so gut vertragen, doch was soll ich sagen, diese Pillen haben bei mir nicht die Wirkung erzielt die ich von anderen Menschen gehört hatte. Mir haben diese Medis nie das Leben gerettet oder so, die Nebenwirkungen waren stets schlimmer als die sogenannte Hilfe. Hitzewallungen und Libidoverlust und Aggressivität waren dem Sertralin vordergründig und nicht zu vergessen Gewichtszunahme.

Das habe ich alles hingenommen da ich die Hoffnung hatte, eines Tages finde ich ein Medikament das mir hilft meine Depressionen zu überwinden. Auch die Therapien erwiesen sich als wirkungslos.

Warum ich dir das schreibe liebe Beate, wenn man ein Medikament nimmt, dauert es eine ganze Weile, bis es beginnt seine Wirkung zu zeigen, bei den meisten zumindest, die Einen vertragen ein Medikament und es tut seine Wirkung und bei den anderen halt nicht, steckt man nicht drin.
Beim Absetzen ist es genauso, ach meine liebe ich hoffe du findest die geeignete Hilfe für dich, ich wünsche es dir so sehr und drücke dir ganz fest die Daumen das es endlich einmal klappt und du etwas Ruhe und Entspannung finden kannst.

Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich das Absenden soll, denn ich will dich auch nicht beeinflussen in deinen Entscheidungen, ich weiß wie hilflos man ist in seinem Leid und auf Hilfe von außen hofft, sich endlich einmal fallen lassen im Vertrauen das alles wieder gut werden wird.

Ich wünsche es dir so sehr liebe Beate!

Ich umarme dich. :hug:

Liebe Grüße
Renate

PS: Die Trennungen von deinem Mann und das verlassen sein von deiner Mutter, Schwestern, Freunden und den Verlust deiner Wohnung, ist schon Grund genug der überforderung und rechtfertigt den Aufenthalt in dieser Klinik. Die haben keine Ahnung von Entzugssymtomen und wollen auch nichts darüber wissen, also würde ich den Fokus auf das erstere lenken und vorübergehend das kleinere übel von Benzos wählen. Vielleicht ergibt sich dann das geeignete für dich. Nur so eine Idee.

Renate
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor stubi für den Beitrag (Insgesamt 2):
LinLinaPetunia

Petunia
Beiträge: 871
Registriert: Dienstag, 18.04.17, 17:38
Hat sich bedankt: 1252 Mal
Danksagung erhalten: 2550 Mal

Re: Escitalopram zu schnell ausgeschlichen

Beitrag von Petunia » Freitag, 01.09.17, 19:14

Danke Euch, Ihr Lieben!

Auch dieser Tag geht zum Glück vorbei.

Heute früh ging es mir so schlecht, dass ich nicht aufstehen konnte . Bekam dann doch ein Atosil. Wollte zwar Tavor, aber der Pfleger meinte, Atosil sei jetzt geeigneter.
Mir ging es so schlecht, dass es mir egal war .

Dann lag ich und wartete ab. Der Schwindel wurde stärker, aber die Panik liess nach. Nach einer halben Stunde kam der Pfleger und fragte nach. Ich sagte ihm, es sei nicht besser und ich könne nicht aufstehen.
Er erwiderte, wenn ich in einer Viertelstunde nicht vorne sei, sei das Frühstück weg.

Also das war dann weg. Mittagessen auch.

Ich hab erst nach der Einnahme über Atosil hier gelesen. Und war so sauer auf die Ärztin, weil wir das mit der Herzproblematik doch wirklich intensiv besprochen hatten.

Habe mich dann bei einer Schwester beschwert, auch darüber, dass ich bis 15.00 Uhr nichts zu essen und zu trinken bekommen hatte, obwohl die wussten, dass ich bettlägerig war.

Sie brachte mir dann freundlicherweise Tee und Wasser und Zwieback. War mir dann egal, dass da Gluten drin war.

Um 5 bekam ich dann eine Tavor.

Eine Stunde später 160:90 RR und 105 Puls

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen unverändert.

Meine Schwester und mein Schwager kamen vorbei, ziemlich fertig vom Umzug. Der war wohl sehr chaotisch, jetzt sieht es im Büro schlimm aus und sie haben auch keine Fotos gemacht. Sie haben gesagt, ich wäre total durchgedreht, wenn ich dabei gewesen wäre. Bestimmt.

Ich musste so weinen als sie da waren. Alles kam hoch. Und das ist ja nicht wenig.

Sie haben mich dann rechts und links eingehakt und zum Abendessen geschleppt, denn richtig frei gehen kann ich auch mit Tavor nicht. Das ist beängstigend.

Trotzdem bleib ich jetzt hier und gebe dem ganzen eine Chance. Draussen wartet das Chaos und ich fühle mich dem nicht gewachsen. Überhaupt nicht.

Die Ärztin sehe ich erst Montag wieder. Bis dahin entscheide nun wie besprochen Ich, was ich nehmen will, und nicht der unfreundliche Pfleger.

Aber wenn ich weiter auf Tavor paradox reagiere mit hohem Blutdruck und Puls, dann kann ich es mir auch schenken. Die Panik geht zwar runter, aber der Kopf tobt weiter und ich kann nicht gehen.

Das ist so schwer, Ihr könnt das nachfühlen.

Meine Schwester meinte, ich soll nicht verzagen, ich sei ja in Sicherheit und die Ärzte wollen ja helfen. Es sei wichtig auch ein wenig zu vertrauen. Es dauert eh noch lange, bis ich wieder gesund bin. Das ist für mich schwer zu schlucken.

Und mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Das ist weg. Es wird schwer. Aber aufgeben kommt nicht in Frage.

Jetzt ist noch eine dritte Frau um Zimmer. Wir sind nicht so angetan von ihr, wir hatten uns zu zweit schon ganz gut eingespielt, sehen beide nicht fern und so....das ist jetzt anders.

Naja.

Ihr Lieben, ich hoffe es geht Euch so gut wie möglich und habt einen schönen Abend.
Danke für heute!

Ganz liebe Grüße Beate
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Petunia für den Beitrag (Insgesamt 4):
LinLinaUlulu 69padmaJamie
► Text zeigen
Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 Mikrogramm

Antworten