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SeventhWave: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
SeventhWave
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SeventhWave: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Donnerstag, 06.07.17, 13:39

Hallo.

Es ist, wie bei vielen hier, eine lange Geschichte. Ich halte es so kurz wie möglich.

Am 18. März 1996 erlebte ich eine Panikattacke, aus der ich nicht mehr herauskam. Nach diversen Untersuchungen landete ich beim Psychiater der meinte, ich hätte Probleme mit dem Erwachsenwerden. Ich solle mir Kava-Kava kaufen und abwarten. Das ging mehrere Monate, ein Albtraum. Als ich fast vorm Bahngleis stand, ging ich zu der Urlaubsvertretung.

Der Arzt nahm sich lange für mich Zeit, erklärte mir was eine Panikerkrankung ist und ich erhielt … keine Ahnung mehr was für ein AD und Antelespin (Benzo). Heute nehme ich an, dass ich an diesem März-Tag unter Post-Traumatischen Stress litt, verursacht durch den Motorradunfall meines Vaters ein Jahr zuvor.

Nach einem Jahr war ich wieder relativ aufgeräumt. Es passierte mir jedoch mit jeder Packung, dass ich mir kein neues Rezept holte, damals wusste ich auch nicht, dass meine ganzen Anpassungsschwierigkeiten von einer undiagnostizierten ADHS ausgingen. Beispiel:

Ich sitz beim Arzt: „Ich bin voll auf turkey!“
Doc: „Was haben Sie genommen?“
Ich: „Eben nix, die Tabletten sind alle“
Doc: „Wenn das der Fall ist, werden Sie und ich weltberühmt, weil ADs nicht süchtig machen und es deshalb auch keine Entzugserscheinungen gibt. Was Sie erleben ist die Krankheit. Sie ist immer noch da. Nehmen Sie das AD, wie mache ihr Insulin usw. Wenn es ihnen damit gut geht, dann nehmen Sie es halt für immer.“

Gute Idee, dachte ich.

Ich nehme an, ihr kennt die Sprüche.

20 Jahre später, ähnliche Vorkommnisse gab es immer wieder. Ich wechselte gelegentlich das Präparat, zuletzt von Clomipramin auf Citalopram vor ca. 5 Jahren.

Jahreswende 2015/2016

Der unglaubliche Stress in meinem Leben setzt mir zu, ich streite es ab und Ende im Burnout. Nur wusste ich nicht, dass es ein Burnout ist. Wieder tingel ich von Arzt zu Arzt, muss mir eingestehen, dass ich Somatisierungsstörungen und Hypochondrie entwickelt habe. Zudem habe ich eigenständig versucht, Citalopram zu reduzieren (ich war auf 10 mg). Mir gings ja gut!

Es muss weitergehen, also: Therapie und gleich Tagesklinik! Ich arbeite hart an mir, schließlich muss ich schnell wieder gesund werden. Frau, Kinder, Arbeit – alles braucht mich. Kurz vor Beginn der Tagesklinik keimt in der Therapie die Vermutung, ich hätte ADHS. Die Vermutung hatte wohl mein ganzer Bekanntenkreis, außer mir. Erst als mein erster Sohn die Diagnose erhielt – und quasi auch meine Frau gab das alles plötzlich Sinn.
Aber zurück zur Tagesklinik, in der ich ja hart arbeitete. Ich kaue meine ganze Schulzeit durch, jeden Streit den ich im Leben hatte, jeder Misserfolg, jede Demütigung. Ich mach Sport, Kunst und Familienaufstellung. Und kurz vorm letzten Drittel ging es mir gut. Es ging mir perfekt, zudem hatte ich die Diagnose der ADHS, konnte mit mir, der Schule, meine Eltern, oder was auch immer Frieden machen.

„Und dann wechseln wir doch mal von Citalopram auf Elontril. Das wird aber nicht ohne Turbulenzen passieren.“ Wieder ne gute Idee. Ich versprach mir als i-Tüpfelchen noch eine Verbesserung der ADHS-Symptomatik.

Hier beginnt der Horror, wegen dem hier alle sind.

Innerhalb einer Woche kam die Panik. Nach zwei Wochen konnte ich nur noch lächeln, wenn ich daran dachte, wie die S-Bahn in der ich sitze entgleist.
Mein Fazit: „Ich vertrage Elontril anscheinend nicht“ ;-)

Darauf kam ich auf Station. Nach über zwei Wochen wurde ich medikamentös zurückgestellt. Dazu gabs Tavor und Promethazin. Als ich entlassen wurde, gab ich im Bogen an, dass es mir schlechter als zuvor geht. Das Team sah das differenziert, weil ich jetzt endlich sehr ruhig war. So wurde also meine gott-gegebene Hyperaktivität als Agitiertheit missinterpretiert und mein depressiver Zustand (ja, jetzt war ich wirklich Depressiv) als Therapieerfolg.

Da stand ich nun alleine. Mit viel Geheule bekam ich ein paar Wochen später einen Termin bei einem Psychiater.

Da ich das Citalopram, ja so gut vertragen habe, wurde die Dosis auf 40 mg erhöht, dazu sollte ich zum Schlafen Trimipramin nehmen. Von letzterem war ich sehr schnell weg, auch die Benzos ließ ich liegen. Irgendein Gefühl sagte mir schon lange, dass da was nicht stimmt.
W
ir befinden uns jetzt vor ca. 3 Monaten: Während einer Schulung für Eltern von ADHS Kindern lernte ich eine Kinderärztin kennen, die mir das erste Mal sagte. „Sie brauchen keine Therapie, Sie brauchen kein SSRI, das einzige was ihnen hilft ist Methylphenidat. Ein tiefenpsychologisches Gebohre ist kontraindiziert, da geht es ihnen höchstens noch schlechter.“

Also, neuer Arzttermin. Mit dem Gutachten meiner ADHS wackel ich zum nächsten Psychiater. Ich bekomme Medikinet adult. Nach zwei Monaten fühle ich mich so gesund wie … ich kann es bald nicht sagen. Mir geht es GIGANTISCH! Der Horror wird vom MPH gnadenlos weggedrückt. Zwei Monate Glück.

Am 26.06.17 sollte ich nun mit dem Absetzen von Citalopram beginnen. Von 40 auf 20 mg. Ob 40 oder 20, spielt ja keine Rolle. Ja, gute Idee. Ich hab ja ADHS und keine Depression.

7 Tage später ist der Alptraum zurück. Panikattacken, Durchfall, Weinanfälle, Appetitlosigkeit, Katastrophisierung, Schlafstörung usw. nicht ganz so schlimm wie im August letzten Jahres, aber mir reichts schon.

05.07.17 - Eine Ahnung. Ich stoße auf diese Seite.

Seit 21 Jahren nehme ich ADs. Mir schnürt es die Kehle zu. Ich bin Tablettenabhängig.
Zuletzt geändert von Gwen am Montag, 25.06.18, 11:37, insgesamt 4-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
24.02.19 20 mg (-3,846 %)

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Re: Ich stelle mich mich und meinen Albtraum vor.

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 06.07.17, 13:45

Willkommen, SeventhWave,
Seit 21 Jahren nehme ich ADs. Mir schnürt es die Kehle zu. Ich bin Tablettenabhängig.
Du bist körperlich abhängig durch Gewöhnungsprozesse des Organismus an die Substanz. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Du kannst anschaulich (be-) schreiben. Und Du bist jetzt hier. Den Rest kriegst Du auch hin.

Erste Grüße, Murmeline
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Re: Ich stelle mich mich und meinen Albtraum vor.

Beitrag von Muryell » Donnerstag, 06.07.17, 14:05

Hallo SeventhWave,

Du hast schon so viel geschafft, das kriegst Du auch hin. Irgendwann bist Du nicht mehr tablettenabhängig.

Viele Grüße und alles Gute

Muryell
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Maja72
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Re: Ich stelle mich mich und meinen Albtraum vor.

Beitrag von Maja72 » Donnerstag, 06.07.17, 15:47

SeventhWave hat geschrieben:Hallo.

Es ist, wie bei vielen hier, eine lange Geschichte. Ich halte es so kurz wie möglich.

(... gekürzt ...)

Seit 21 Jahren nehme ich ADs. Mir schnürt es die Kehle zu. Ich bin Tablettenabhängig.
Hallo SeventhWave,
Ich habe zwar nicht so lang wie Du ein AD's genommen, aber bis zu meinem Suizidversuch im letzten Oktober nahm ich zen Jahre Clomipramin.
Angefangen habe ich ich 2006 wegen einer Angststörung damit, die man wie ich heute weiss, hätte besser mit eine rTherapie behandeln können.
Ich begann mit 5mg und war schwupp die wupp bei 100mg am Tag.
Mein damaliger Psychiater sah nie einen Anlass darin, mir eine Therapie anzuraten. Mir ging es ja gut und die Symptome waren weg. ich konnte acht Jahre lang " vermeintlich gut leben ", aber nur vermeintlich, denn ich wurde aggressiv davon und machte meiner Familie das Leben zur Hölle.
Nach acht Jahren kam die Angst wieder hoch und ich bekam von Clomipramin Selbstmordgedanken. Ich entwickelte eine regelrechte Todessehnsucht,
die ich im Oktober 2016 verwirklichte.
Ich schluckte Tabletten und wurde im künstlichen Koma entgiftet und somit wurde mir ja auch das Clomipramin entzogen. Ich kam nach der Klinik in die Psychiatrie und die liess ich am selben Tag nachhause, ich solle doch zu meiner Psychiaterin gehen.
Zuhause bekam ich erst mal so eine seltsame Hochphase wahrscheinlich durch den Entzug, dann kam eine massive Schlafstörung.
Ich bekam Mirtazapin, davon konnte ich nicht schlafen, ich war a auf Entzug, was mir niemand glauben wollte. Der Horror ging weiter. Ich war so gut wie Schlaflos und bekam auch noch wirre Gedanken und Zwangsgedanken und alles .
Im Januar ging ich dann zu einem neuen Psychiater, der mir dnn erst mal Opipramol und Escitalopram und Lamotrigin verschrieb und mir eine Einweisung für diese Klinik gab, die mich so fahrlässig entlassen hatte. Dei fütterten mich mit Quetiapin und Temazepam.
Von Quetiapin bekam ich furchtbares Herzrasen. Dann wurde ich nach 3 Tagen entlassen mit der Begründung, die Klinik wäre nicht der richtige Ort für mich.
Zuhause nahm ich noch für ein paar tTage besage Medikamente und setzte sie dann ab, weil ich nicht damit schlafen konnte.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Januar erlebte ich die Hölle. ich bekam Panik ohen Ende und eine unermessliche Angst verrrückt zu werden.
Am nächsten Morgen gingen wir zu meinem Psyhiater und der verschrieb mir erst mal Opiprramol und Tavor in rauhen Mengen für Monate.
Und probierte noch mehr Medikamente an mir aus, die alle nicht halfen, sonder es nur noch verschlimmerten.
Seit ca. 5 Wochen nehme ich Doxepin, was mir aber auch nicht zum schlafen half und hilft, und auch eins der Medis ist, mit denen ich mir das Leben nehmen wollte. Ich bin es gerade am ausschleichen und möchte nie wieder ein AD nehmen. ich glaube, ich kann ganz gut nach vollziehen, was du durch machst. Nimmst Du im Moment noch was, oder bist Du am ausschleichen ?
PS: Das schaffst Du !
Liebe Grüße
Maja
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 06.07.17, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: gekürzt
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Benedikt24SeventhWaveMurmelineBittchen
100mg Clomipramin von 2006- 2016 (wurde abrupt entgiftet )
30 mg Mirtazapin für ca. 8 Tage, dann auf 15mg, dann auf 7,5mg ( Anfang November 2016)
50 mg Quetiapin für 6 Tage ( vom 06.01. - 12.01.17 )
20 mg Temazepam für 4 Tage ( vom 08.01.- 12.01.17 )
0,5mg - 1,0mg Risperidon 3 Wochen ( abrupt abgesetzt vom Psychiater)
10 mg Escitalopram 1 Tag ( am 12.01.17 )
30 mg Duloxetin 14 Tage ( abrupt abgesetzt vom Psychiater )
25 mg Lamotrigin 3 Tage
25 mg Prgabalin 4 Tage
10mg Paroxetin 14 Tage
15mg Paroxetin 7 Tage
20mg Paroxetin 7 Tage
150mg Opipramol seit 13. Januar und seit 4Tagen 50mg morgens
0,75mg Lorazepam aktuell, von ursprünlich mal 3,5mg seit dem 13. Januar
10mg Clomipramin 2 Tage ( Bekam ich von meinem Psychiater)
20mg Clomipramin 2 Tage ( " )
10mg Clomipramin 2 Tage ( Bekam ich wieder in der Klinik Berus )
20mg Clomipramin 2 Tage ( " )
30mg Clomipramin 1 Tag ( " )
Seit fast 7 Wochen Doxepin, angefangen mit 50 mg abends, und morgens und mittags 12,5 mg .
Nach 3 Tagen 75mg abends und 12,5mg morgens und mittags.
nach 3 Tagen 100mg abends und 12,5mg morgens und mittags.
Dann 125mg nur noch abends.
Nach 3 Tagen runter auf 100mg
Dann nach 3 Tagen runter auf 75mg
Dann nach 3 Tagen runter auf 62,5mg
Dann nach 3 Tagen runter auf 50 mg
Dann nach 3 Tagen auf 37,5mg
Seit 7 Tagen inkl. heute abend bei 37,5mg

lunetta
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Re: Ich stelle mich mich und meinen Albtraum vor.

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 06.07.17, 16:38

Hallo und willkommen!

Deine Geschichte kennt fast jeder hier, leider:(
Die Ärzte sind sich nicht bewußt was sie an uns verbrechen mit den ganzen falschen Medikationen, und vor allem mit ihrem Nicht-Wissen was das richtige Absetzen betrifft.

Du hats bei dir alles richtig erkannt, du klingst klar und geordnet, und ich bin mir sicher, dass du mit unserer Hilfe das Absetzen schaffst.

Wir hier setzen ca. alle 4-6 Wochen ab, immer nur maximal 10% der letzten Dosis, gegen Ende hin, wenn die Dosierungen kleiner werden, auch weniger.
Man soll sich erst auf jedem Reduzierungsschritt stabiliseren, und erst wenn ca. 95% der Absetzsymptome sich gebessert haben, kommt der nächste Schritt.

Deshalb dauert ein bedächtiges Absetzen bei vielen von uns Jahre, aber man soll auch alltagskompatibel bleiben.

Alles Gute und LG!
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Chrissie
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Re: Ich stelle mich mich und meinen Albtraum vor.

Beitrag von Chrissie » Donnerstag, 06.07.17, 19:25

Hallo und Willkommen auch von mir!
Ich setze auch gerade Citalopram ab, bin gerade bei 20mg angekommen.
Mein erster Absetzversuch ging furchtbar nach hinten los weil ich auch unwissentlich von 20 auf 10 mg in kurzer Zeit bin, das war die Hölle.
Mit viel Geduld wirst du das Absetzen schaffen, auch wenn du das Zeug schon so viele Jahre nimmst. Freu dich drauf aber gib dir Zeit damit dein Nervensystem sich wieder anpassen kann!
Liebe Grüsse und alles Gute von Chrissie
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Ululu 69Benedikt24padmaMurmelineSeventhWaveBittchen
Februar 2016: schwere depressive Episode mit Panikstörung Opipramol und Mirtazapin
März 2016: 2 Wochen Klinik, Umstellung auf Citalopram 20 mg
Dezember 2016: Citalopram auf 10 mg runterdosiert, erneute schwere Depression mit Suizidgedanken, Citalopram hoch auf 40 mg :cry: bin mittlerweile ziemlich sicher dass das keine erneute Depression war sondern massive Entzugserscheinungen, hatte aus Unwissenheit innerhalb einer Woche die Dosis halbiert
Ab 21.Juni 2017: wieder bei 20 mg Citalopram
Ab 13.Juli : 125 mg Pregabalin (neuropathische Schmerzen)
Ende August : 100 mg Pregabalin
Ab 21.September :450mg Quilonoum (Diagnose bipolar bekommen, nicht nur Depressionen :evil: )
Ab 02.Oktober : 75 mg Pregabalin
Ab Nov. : 675mg Quilonum
Ab Dez.: 50 mg Pregabalin
Ab Januar 2018 : 900mg Quilonum, 40mg Pregabalin
Ab März 20018 13wöchiger Klinikaufenthalt aufgrund extremer Stimmungsschwankungen , Diagnose bipolare Störung mit ultra rapid cycling ; Citalopram wurde ausgeschlichen ohne Probleme, wenigstens etwas!
Stand Februar 2019: 50 mg Pregabalin, 1125mg Lithium, 200mg Lamotrigin (seit Mai 2018), 10mg Abilify (seit 11.02.)
Das Abilify wurde gegen 50 mg Quetiapin ausgetauscht das ich ebenfalls seit Mai 2018 genommen habe
Für mich momentan der Horror, wollte alles loswerden und rutsche da nur von einem Medi zum Anderen :?

Benedikt24
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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Benedikt24 » Donnerstag, 06.07.17, 23:40

Hallo SeventhWave,

ich möchte Dich recht herzlich hier im Forum begrüßen. Und Dir gratulieren, dass Du Dich hier angemeldet hast. Es kann nun gut werden. Du kannst es mit Hilfe der vielen lieben Menschen hier, schaffen. Einige kennen sich richtig gut aus. Und helfen Dir bestimmt.
Du hast viel durchgemacht und Du hast gekämpft. Bitte bitte, setze Deine Medikamente sehr langsam ab. 4-6 Wochen 10 %. Oder noch weniger zum Ende hin. Ich reduziere ein anderes Medikament nun schon 6 Monate. Zwischenzeitlich, sind es auch mal 5-6 Wochen (und nicht 4). Weil ich manchmal mit Durchfällen zu tun habe. Bis die nicht weg sind, reduziere ich nicht weiter.Ich will mich dann erst stabilisieren. Dein Medikament hat sich in den Stoffwechsel eingebaut und der Körper muss nun lernen ohne es auszukommen. Und das gibt manchmal körperliche Entzüge. Viel mehr kann ich leider inhaltlich nicht beitragen. Das sind nur meine persönlich gemachten Erfahrungen.
Nimm Dir bitte paar Tage Zeit und lies hier im Forum quer. Ich habe mir eine Broschüre zum Thema bestellt: Neuroleptika reduzieren und absetzen
vom DGSP (Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (www.dgsp-ev.de) Wie kann es anders sein, auch diese Buchempfehlung habe ich von einem lieben Forumsmitglied.

Ich wünsche Dir alles Gute. Hier sind wir für dich da.

Herzlich, Benedikt
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LinLinaSeventhWavepadma
2007 erste Psychotherapiegespräche - ich war nicht arbeitswillig
12/2008 Lebenskrise, Aufnahme psychosomatische Klinik 6 Wochen (Diagnose: manisch/depressiv)
3/2009 Psychotherapiegespräche - ich war nicht arbeitswillig
2009 Wahnvorstellungen, manische/depressive Phasen
11/2009-9/2014 Haft
2010 - Ende 2011 Aufdosierung auf 200 mg Seroquel (Panik und Wahnvorstellungen - ich nahm mal Seroquel- mal nicht, Vertrauen hatte ich keins)
Nehme seit 2012 Olanzapin (auf Grund einer (Absetz)Psychose) (wurde in Psychatrie eingewiesen) Grund der Psychose: Traumata - noch nicht bearbeitet
Von 2012-2015, 15 mg Olanzapin (40 kg Gewichtszunahme)
2015 Absetzversuch auf 0 (gescheitert nach Arztempfehlung) Absetz- Psychose!
2015 wieder hoch auf 15 mg
Anfang 2016 auf 10 mg (ging gut)
12/2016 5 Tage mit 5 mg Olanzapin (laienhaft zerbrochen!) Große Absetzproblematik Danach auf 10 mg hochdosiert.
Seit Kindertagen diverse Asthmamittel (bis heute), Zaditen, Viani 50/250, Ditec, Salbutamol, Ultibro Breezhaler
Kortisonbehandlung über viele Jahre (Asthma, Morbus Crohn) seit 2008 nicht mehr.
Reduzierung von 10 mg Olanzapin - auf 9 mg (12.1.17)
Seit 20.1.17 schnell fettende Haare; Seit 2.2.17 Zittern in den Finger; 8.2.17 kein Zittern mehr
Reduzierung von 9 mg Olanzapin auf 8 mg (12.2.17)
Reduzierung von 8 mg Olanzapin auf 7 mg (12.3.17)
Es wurden am 14.3.17 schlechte Leberwerte, Vitamin D, Folsäure und B12- Mangel festgestellt.
Reduzierung von 7 mg Olanzapin auf 6 (15.4.17)
Reduzierung von 6 mg Olanzapin auf 5 mg (15.5.17)
22.6.17 Leberwerte verbessert (durch Olanzapin-Reduktion,Verzicht auf Alkohol und Mariendiestel-Präparat. Zinkamin schadet auch nicht.) Durch Zinkamin keine schnell fettende Haare
20.6.17 Reduzierung von 5 mg auf 4 mg Olanzapin
Durch Reduzierung fühle ich mich insgesamt aktiver und lebendiger.
Seit Januar 2017, gehe ich 1x monatlich zum Therapeutischen Malen bei einer Kunsttherapeutin. (6h) Durch die Bilder kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Den Gefühlsstau später auflösen und wieder fühlen. (Angst, Verlassenheit, Wut, Demütigung) Die Bilder nehme ich zum Therapeuten mit. Dort werden sie im geschützten Rahmen besprochen und ich durchlebe den dargestellten Ausdruck des Bildes dann bewusst- was vorher unbewusst durch das Malen geschah. So kann ich Verdrängtes wieder aktivieren.Therapie ist anstrengend. 1-2 Tage hat meine Seele dann noch zu tun. Die Arbeit (6 h täglich) stabilisiert mich wieder, holt mich ins Jetzt zurück.
5.7.17 Meine Psychotherapie wurde verlängert. Um 140 h. Insgesamt:300 h von 2014-2022.
25.7.17 Reduktion 4 mg auf 3 mg Olanzapin
25.8.17 Reduktion 3 mg auf 2,5 mg Olanzapin
5.9.17 Probleme mit der Wahrnehmung, (Ich - Umgebung) (Schizophrenie) kann es aber aushalten. Bleibe bei 2.5 mg.
30.10.17 Reduktion von 2.5 mg auf 2,25 mg Olanzapin Probleme mit der Wahrnehmung vorhanden, aber verantwortbar.
1.12.17 Reduktion von 2,25 mg auf 2 mg Olanzapin Probleme mit Wahrnehmung vorhanden, manische und depressive Phasen. Bei schlechten Phasen ist aber alles unter Kontrolle. Keine Gefahr für mich und andere.
6.12.17 Leberwerte halbierte Verbesserung (noch nicht gut)
9.12.17 Habe beim Therapeutischen Malen: Mutter-Kind Übertragung
24.12.17 Reduziere Selbstgespräche und Sexualität
1.1.18 Reduziere von 2 mg auf 1,8 mg Olanzapin
23.1.18 Erhöhung von 1,8 auf 2 mg Olanzapin
paar Tage auf 0 keine gute Verfassung
20.2.18 Aufdosierung 2,5 mg
20.3.18 Stabilisierung bei 2,5 mg Olanzapin

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von padma » Freitag, 07.07.17, 13:51

hallo SeventhWave, :)

auch von mir willkommen.

Du hast ja bereits viele Antworten bekommen, daher nur noch ein paar Ergänzungen:

Die Diagnose ADHDS sehe ich grunsätzlich als sehr problematisch an und für noch problematischer halte ich eine medikamentöse "Behandlung" dieser sogenannten Störung. Noch fragwürdiger ist es, eine solche Diagnose zu stellen, wenn man bereits ein SSRI nimmt. Diese AD können Unruhe, Unkonzentriertheit etc. hervorrufen.
Sie brauchen kein SSRI, das einzige was ihnen hilft ist Methylphenidat
Das ist extrem problematisches Aufputschmittel, auch wenn es gerne als harmlos und Mittel der Wahl dargestellt wird.

Wenn dein Kind, das auch nimmt, finde ich das noch problematischer. In ein sich in der Entwicklung befindendes Gehirn so einzugreifen, ist hochriskant. Niemand weiss, was das für Folgen hat.
schau mal hier, Mythos 7 viewtopic.php?f=15&t=12870&p=182342&hil ... in#p182342
Ich bekomme Medikinet adult. Nach zwei Monaten fühle ich mich so gesund wie … ich kann es bald nicht sagen. Mir geht es GIGANTISCH! Der Horror wird vom MPH gnadenlos weggedrückt. Zwei Monate Glück.
Du bezahlst einen hohen Preis dafür. Und ehrlich gesagt, hört sich deine Beschreibung, wie es dir geht, für mich, gar nicht gut an. Nicht gesund, sondern wie auf Drogen. Und es ist ja in der Tat eine Droge.

hier ein thread zu Ritalin viewtopic.php?f=15&t=11558&p=141131&hil ... in#p141131

Nun zu deinem AD Thema:
7 Tage später ist der Alptraum zurück. Panikattacken, Durchfall, Weinanfälle, Appetitlosigkeit, Katastrophisierung, Schlafstörung usw. nicht ganz so schlimm wie im August letzten Jahres, aber mir reichts schon.
Das sind heftige Absetzsymptome. Der Schritt von 40 mg auf 20 mg war viel zu gross. :shock: Falls noch nicht geschehen, solltest du unbedingt wieder höher dosieren.
Wann genau hast du reduziert? Wenn es erst ein paar Tage sind, würde ich auf mindestens 30 mg gehen.
Bitte erstelle eine Signatur und lies dich hier sorgfältig ein viewtopic.php?f=18&t=12880

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.01.2019: 0,1 mg :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Montag, 10.07.17, 9:17

Guten Morgen, ihr lieben Leute.

Die letzten Tage waren für mich sehr aufwühlend. Rückkehr des Grauens, die Angst vor dem, was vor mir liegt sowie die Angst vor der Angst.
Zuallererst vielen Danke für eure Worte. Ich habe mich jetzt ausgiebig durch die Freds gelesen und kann nun Symptomen Namen geben, die ich vorher nicht zu beschreiben wusste (z. B. Brain-Zaps.)

Als zweites möchte ich diesen Vorstellungs-Post nicht als Diskussionsbasis zu allem was ADHS betrifft nutzen. Das Thema ist wirklich hoch komplex, gerne stehe ich hierzu in einem separaten Fred Rede und Antwort.

Allerdings muss ich wohl noch mal zu dem GIGANTISCHEN Satz äußern. Hiermit meinte ich nicht eine euphorische Hochstimmung, wie manche sie gerne mit ähnlich gelagerten Substanzen erzielen. In meiner Jugendzeit habe ich diverse Drogen konsumiert, z. B. habe ich 1993 auf einer frühen Techno-Party mit Kumpels Exctasy eingenommen. Während meine Freunde stundenlang abfeierten, hatte ich einen gemütlichen Abend auf einem Sofa, auf dem ich schließlich einschlief. Vertauschte Rollen - Seit früher Kindheit verglichen mich die Kinder aus der Schule mit Otto Waalkes, das hörte erst auf, als der erste Ace Ventura Film erschien.

Im letzten Jahr sagten drei Psychiater unabhängig voneinander, ich würde die Skala sprengen. Hierbei ist meine innere Unruhe dreigeteilt, mittlerweile kann ich sie mit Vornamen ansprechen: Cita, ADHS und die Komorbidität, wobei ich dem Citalopram zu wenig Anteil zugesprochen hatte.

Methylphenidat ist gerade hilfreich, aber sicherlich kein Medikament, auf dem ich mein Leben stützen möchte. Trotzdem half es mir aus verschiedenen Faktoren, mich gigantisch zu fühlen:

- Durch das Ausschalten einer Unruhekomponente, konnte ich die anderen besser erfühlen, fast kategorisieren.
- Die Tage, an denen ich keine Methylphenidat einnehme, nehme ich differenzierter war. Bisher war ADHS – genauso wie das AD – wie ein Phantom, das in alle Bereiche des Lebens hineinspukte. Hat das Kind allerdings erstmal einen Namen, lässt es sich auch ansprechen.
- Durch Ruhe gelang es mir, meine Energiereserven wieder zu füllen. Die waren durch den Absturz des Entzuges quasi nicht mehr vorhanden.
- Der Umgang in der Familie, war harmonischer.
- Ich konnte wieder fast normal arbeiten.
- Ich hab den Haushalt geschafft, Steuererklärung, konnte das erste Mal in meinem Leben einen Routine-Zahnarzttermin machen und wahrnehmen.
- Ich vergas nicht mehr die Therapiestunden, pro Ausfall waren da immer 50€ Eigenleistung fällig.
- Ich kann für die Kinder abends kochen. Und ich vergesse sogar nicht mehr, den Herd einzuschalten.
- Die Lust auf ‚Kicks‘ löste sich auf (egal was, scharfes Essen, Alkohol, Zucker, völlig egal)
- Ich steig ins Auto und komme da an, wo ich hinwollte.
- Am besten war jedoch die innere Ruhe, die mir half meine Gedanken zu sortieren. Ich wusste intuitiv, dass ich endlich das Citalopram loswerden wollte.

Welches Monstrum mir jetzt da im Weg steht, konnte ich nicht ahnen.

MPH verhalf mir zu einer starken Akzeptanz mir gegenüber.

Wenn sich jemand mit mir eine Diskussion wünscht, dann einfach ein Repost oder schickt eine PM unter Kennwort: ADHS

THEMAWECHSEL:

Meine Absetzsymptome sind derweil täglich weniger geworden. Gestern hatte ich nur noch eine (leichte) Panikattacke, konnte fast 5 Stunden schlafen und hatte gegen Abend auch Hunger.

Ich hätte gerne von euch evtl. Tipps, zum ersten Vorgehen. Auf Wunsch erstelle ich hierzu auch ein Extra-Beitrag.

- Für wann soll ich meine Signatur ansetzen? Ich weiß ja nicht mal mehr, was ich wie und wann verschrieben bekommen habe. Ich hätte mal den Zusammenbruch im August letzten Jahres genommen.
- Ich habe auf 40 mg Citalopram zurückdosiert. Wie lange sollte ich stabilisieren, bevor ich den ersten Absetzschritt angehe?
- Kennt ihr die 40 mg Tabletten? Die lassen sich sch :censored: teilen. Soll ich zum Arzt gehen und mir 20er verschreiben lassen? Vorher macht das doch wenig Sinn
- Die Wasserlösmethode habe ich nicht ganz verstanden, zumindest nicht, wie man mit Spritze aufziehen auf die genaue Dosierung kommen soll. Woher weiß ich, wieviel mg ich tatsächlich einnehme?
- Die Feinwaage kapiere ich eher, im FAQ werden mehrere Amazon Links gepostet, ich nehme hierzu gerne noch individual Empfehlungen.
- Eignet es sich, die Tablette mit dem Mörser zu zerstampfen?
- Kennt jemand eventuell in Nürnberg einen Psychiater, der sich mit dem Thema SSRI-Absetzphänomen beschäftigt und der gerne Kunden an die Genesung verliert?
- Nutzt jemand homöopathischen Mittel zur Überbrückung der Symptome während der Reduktionsschritte?

Danke

7th
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 10.07.17, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: smiley eingefügt
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Mein Thread

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
24.02.19 20 mg (-3,846 %)

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Murmeline » Montag, 10.07.17, 9:40

Hallo 7th,

Deine Ausführungen zu ADHS erinnert an ein Gespräch mit einem Betroffenen. Er hat auch Psychiaterbetreut Medikamente genommen, die er als hilfreich empfunden hat. Der Psychiater sagte ihm: das ist jetzt der "Idealzustand". Aber weil wir diesen mit Medikamenten auch nicht dauerhaft aufrecht erhalten können, geht es jetzt darum, sich als das anzueignen und einzuüben - und während des Ausschleichens zu etablieren und beizubehalten - was eben an "alternativen" Maßnahmen dafür hilfreich ist. Er hatte seinen eignen Vater als Vorbild, der aufgrund einer anderen Generation früh nicht psychiatrische sondern rein psychologische Hilfe bei seinen "Besonderheiten" hatte und soweit klarkam. Er berichtete mir, dass es nicht immer leicht sei, aber im großen und Ganzen funktioniere (da war er schon wieder Jahre ohne Medikamente). Das nochmal als zum Thema ADHS.
Wenn sich jemand mit mir eine Diskussion wünscht, dann einfach ein Repost oder schickt eine PM unter Kennwort: ADHS
...
Ich hätte gerne von euch evtl. Tipps, zum ersten Vorgehen. Auf Wunsch erstelle ich hierzu auch ein Extra-Beitrag.
Idealweise hat hier jeder einen Hauptthread. Wenn es Dir ganz wichtig ist, das ADHS-Thema abzukoppeln, könntest Du unter Diskussion einen weiteren Thread aufmachen. Alles andere bleibt idealerweise hier zusammen.
Für wann soll ich meine Signatur ansetzen? Ich weiß ja nicht mal mehr, was ich wie und wann verschrieben bekommen habe. Ich hätte mal den Zusammenbruch im August letzten Jahres genommen.
Ich denke, das ist ok. Du kannst die Zeit davor kurz umschreiben (beispielsweise mehrere Medikamentenversuche von 20X bis 20Y)
Ich habe auf 40 mg Citalopram zurückdosiert. Wie lange sollte ich stabilisieren, bevor ich den ersten Absetzschritt angehe?
Wie sind zumeist für mehrwöchjige Stabilisierungsphasen, etwa vier Wochen. Idealerweise sind alle Symptome beinahe oder ganz abgeklungen.
Kennt ihr die 40 mg Tabletten? Die lassen sich sch :censored: teilen. Soll ich zum Arzt gehen und mir 20er verschreiben lassen? Vorher macht das doch wenig Sinn
Das kannst Du versuchen. Hier eine Übersicht über mögliche Darreichungsformen: http://www.apotheken-umschau.de/Medikam ... m-686.html Möglich wäre auch, 20mg als Tablette zu nehmen und den Rest über Wasserlösemethode.
Die Wasserlösmethode habe ich nicht ganz verstanden, zumindest nicht, wie man mit Spritze aufziehen auf die genaue Dosierung kommen soll. Woher weiß ich, wieviel mg ich tatsächlich einnehme?
Beispiel: Löst Du 40 mg in 50 ml Wasser auf und trinkst davon nur 25 ml, nimmst Du nur 20mg zu Dir. So kann man über Dreisatzrechnugn jede Dosis herstellen.
Eignet es sich, die Tablette mit dem Mörser zu zerstampfen?
Ja, das geht udn wird von anderen so praktiziert.
Kennt jemand eventuell in Nürnberg einen Psychiater, der sich mit dem Thema SSRI-Absetzphänomen beschäftigt und der gerne Kunden an die Genesung verliert?
In Nürnberg haben wir keine direkte Empfehlung von anderen ADFDlern.
Nutzt jemand homöopathischen Mittel zur Überbrückung der Symptome während der Reduktionsschritte?
Ja, da wirst Du beim Querlesen einiges finden. "Beliebt" sind zum Beispiel bei Unruhe Neurexan, Hopfen, Melisse und vieles weitere. Auch Fischöl könnte ein Thema sein: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=15&t=9653

Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Chrissie » Montag, 10.07.17, 11:34

Hallo 7th,
bei deiner Signatur meinst du bei den letzten drei Daten den Juli und nicht Juni, war etwas verwirrt.
Wenn ja würde ich auch noch warten bis du dich stabilisiert hast und dann nochmal in Ruhe das Absetzen beginnen.
Ich hatte auch 40mg Tabletten Citalopram und habe mit der Wasserlösemethode ,die echt gut funktioniert, reduziert.
Wünsche dir alles Gute und liebe Grüße aus der Metropolregion Nürnberg. :hug:
Chrissie
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März 2016: 2 Wochen Klinik, Umstellung auf Citalopram 20 mg
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Ab 21.Juni 2017: wieder bei 20 mg Citalopram
Ab 13.Juli : 125 mg Pregabalin (neuropathische Schmerzen)
Ende August : 100 mg Pregabalin
Ab 21.September :450mg Quilonoum (Diagnose bipolar bekommen, nicht nur Depressionen :evil: )
Ab 02.Oktober : 75 mg Pregabalin
Ab Nov. : 675mg Quilonum
Ab Dez.: 50 mg Pregabalin
Ab Januar 2018 : 900mg Quilonum, 40mg Pregabalin
Ab März 20018 13wöchiger Klinikaufenthalt aufgrund extremer Stimmungsschwankungen , Diagnose bipolare Störung mit ultra rapid cycling ; Citalopram wurde ausgeschlichen ohne Probleme, wenigstens etwas!
Stand Februar 2019: 50 mg Pregabalin, 1125mg Lithium, 200mg Lamotrigin (seit Mai 2018), 10mg Abilify (seit 11.02.)
Das Abilify wurde gegen 50 mg Quetiapin ausgetauscht das ich ebenfalls seit Mai 2018 genommen habe
Für mich momentan der Horror, wollte alles loswerden und rutsche da nur von einem Medi zum Anderen :?

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Montag, 10.07.17, 13:45

Jo, hab ich korrigiert, danke.

Also wenn ich das richtig sehe, dann ist das jetzt "mein Thread"? Quasi so eine Art interaktiver Blog?
Vorgeschichte:
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Mein Thread

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
24.02.19 20 mg (-3,846 %)

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Jamie » Montag, 10.07.17, 20:23

Ja, so in der Art :)
Du kannst alle updates... Fragen zu deinem Befinden in deinem Thread posten.
Das Team achtet drauf, überall reinzulesen.

Aber natürlich freuen wir uns auch, wenn die User bei den anderen Teilnehmern reinschauen und da vielleicht mal ein gutes Wort da lassen (hast du ja auch schon gemacht :)).

Grüße
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:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Juna » Dienstag, 11.07.17, 12:25

Huhu 7th,

willkommen im Forum.

Ich habe ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert bekommen, die Vorzüge von MPH (Concerta) weiß ich zu schätzen, ich habe es aber auch wieder abgesetzt und gehe so durchs Leben.
Die Wibbelfutt war ich schon als Kind, gg, es nervt eher die Außenwelt, wenn meine Beine mal wieder rumwackeln ohne Ende, ich habe auch die Diagnose RLS und dann doch wieder nicht.
Mit ganz viel (bitte nicht lachen oder schimpfen) Disziplin, Achtsamkeit, Gelassenheit, Akzeptanz und Strategien geht es meiner Meinung nach auch ohne MPH, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du da Deinen Weg findest.

Ich finde es klasse, dass Du das AD absetzen möchtest und wünsche Dir dafür viel Erfolg.

Alles Gute,
Juna
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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Mittwoch, 12.07.17, 10:56

Haha,

wenn ich jedes Mal für die Frage „Bist du nervös?“ ne Mark bekommen hätte, wäre ich jetzt steinreich. Mich hat es auch weniger gestört, viele Teile der öffentlichen Gesellschaft nahmen das anders wahr.

MPH ist für mich keine Lösung. Aber es hilft, gerade in der jetzigen Situation. Dass Citalopram verursacht in mir eine bisher unbekannte Form der inneren Unruhe. Das habe ich bereits 2014 unterschwellig gespürt und mit der Reduktion von 20 mg auf 10 mg angefangen. Was daraufhin damals passierte, kann ich jetzt zuordnen.

Ein hyperaktiver Mensch, mit einem antriebssteigernden AD. Dann noch Absetzsymptome und Stress dazu. Da war der große Knall ja vorprogrammiert.

Nebenbei, ich öffne dann meinen Fred auch für jegliche ADHS Diskussionen, ich hatte das so am Anfang nicht verstanden.

Für den Moment schaltet MPH wenigstens einen Seite des Wuselns aus. Das ist zwar nicht die schlimmere, verringert aber Gottseidank die Potenzierung.

Die Ungewissheit die mir noch bleibt ist, wie ich meinen Zusammenbruch von vor einem Jahr jetzt behandeln soll.

Citalpram weg -> Bupropion rein -> Bupropion raus -> Citalopram rein -> Atosil rein -> Trimi rein…

Frühere halbherzige Absetzversuche oder tagelanges Medikament-Vergessen habe zwar zu unangenehmen Zuständen geführt, aber dass, was mir heute vor eine Woche widerfahr, war schon wieder Schnuppern am Höllenrand.

Am liebsten würde ich sofort mit einer ersten Minireduktion beginnen, um zu sehen, wie ich reagiere, mich dem ganzen Dreck stellen. Jeden Tag schieb ich mir morgens die Tablette rein…

Ja, ich war stabil.

Aber ich bin noch unruhiger als ich es jemals war. Das muss das AD sein.

Was die Akzeptanz angeht, so kann ich sagen, dass es sowas in meinem Leben erstmalig seit der ADHS-Diagnose gibt. Hat vor allem meiner Ehe eine neue Qualität beschert <3 Ich glaube, ohne diese Unruhe würde nach all den Jahren ohne medikamentöse Unterstützung auch kein MPH brauchen.

Danke für eure Beträge. Ihr macht das total super!
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Mein Thread

Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Montag, 17.07.17, 17:36

Morgen fange ich an mit aufhören.

50 ml Wasser -> 40 mg Cita.
5 ml gehen weg.

Ich hab ganz gehörig Muffensausen. Nach wie vielen Tagen geht der Spuk normalerweise los?
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Chrissie » Montag, 17.07.17, 17:51

Hey,
ich denke du musst wirklich kein Muffensausen haben, wenn du langsam ausschleichst wird das ohne große Komplikationen ablaufen, bei mir hats auch geklappt bzw klappt es immer noch!
Bin auch bei 40mg gestartet und jetzt bei 20 mg angekommen.
Drück dir die Daumen, das klappt schon!
Liebe Grüsse von Chrissie
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Dezember 2016: Citalopram auf 10 mg runterdosiert, erneute schwere Depression mit Suizidgedanken, Citalopram hoch auf 40 mg :cry: bin mittlerweile ziemlich sicher dass das keine erneute Depression war sondern massive Entzugserscheinungen, hatte aus Unwissenheit innerhalb einer Woche die Dosis halbiert
Ab 21.Juni 2017: wieder bei 20 mg Citalopram
Ab 13.Juli : 125 mg Pregabalin (neuropathische Schmerzen)
Ende August : 100 mg Pregabalin
Ab 21.September :450mg Quilonoum (Diagnose bipolar bekommen, nicht nur Depressionen :evil: )
Ab 02.Oktober : 75 mg Pregabalin
Ab Nov. : 675mg Quilonum
Ab Dez.: 50 mg Pregabalin
Ab Januar 2018 : 900mg Quilonum, 40mg Pregabalin
Ab März 20018 13wöchiger Klinikaufenthalt aufgrund extremer Stimmungsschwankungen , Diagnose bipolare Störung mit ultra rapid cycling ; Citalopram wurde ausgeschlichen ohne Probleme, wenigstens etwas!
Stand Februar 2019: 50 mg Pregabalin, 1125mg Lithium, 200mg Lamotrigin (seit Mai 2018), 10mg Abilify (seit 11.02.)
Das Abilify wurde gegen 50 mg Quetiapin ausgetauscht das ich ebenfalls seit Mai 2018 genommen habe
Für mich momentan der Horror, wollte alles loswerden und rutsche da nur von einem Medi zum Anderen :?

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Dienstag, 18.07.17, 9:17

Danke Chrissi!

Seit 1996 nehme ich Antidepressiva. Ich lese hier so oft, dass sich Foris denken / fühlen / wissen, dass sie das Zeug für die Katz nehmen und dass es subtile Nebenwirkungen gibt. Ich habe sie nie wirklich mit den ADs in Verbindung gebracht.

Schwere NW unter Clomipramin:
  • Wochenlange Verstopfung
    Extreme Tagesmüdigung
    Schlaf-Apnoe (ich habe wg. hunderter Atemaussetzer lange ne Maske gehabt)
Alle drei Symptome verschwanden nach dem Wechsel auf Citalopram

Schwere NW unter Citalopram:
  • Brain-Zaps
    Gelenkschmerzen / Entzündungen im Knie und im rechten Unterarm
    Bis zu vier Mal im Jahr Nebenhodenentzündung
    Augenbrennen
    Kurz darauf Mouche Volantes / Floaters
    Aggression
    Konzentrationsstörung
    Verstärkte innere Unruhe
    Verspannungen, Schmerzen durch Blockaden
Viele dieser für mich damals noch nicht nachvollziehbaren Symptome trieben mich von Arzt zu Arzt. Ich entwickelte Hypochondrie und endete im Burnout. Ich möchte alle Punkte Citalopram zuschreiben.

Ein Arzt schrieb meine Symptomliste auf und überzeugte mich, ich leide an Depression. Das wollte ich nicht so recht glauben. Heute noch weniger.
Heute Morgen habe eine Citalopram aufgelöst, man sollte 10-15 Minuten Zeit investieren, aber es funktioniert zumindest optisch recht gut.

Weg mit dem Dreck
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
24.02.19 20 mg (-3,846 %)

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von Chrissie » Dienstag, 18.07.17, 10:28

Guten Morgen,
als ich gerade die Nebenwirkungen von Citalopram die bei dir aufgetreten sind gelesen habe, bin ich gerade schwer ins Grübeln gekommen, hab auch extreme Verspannungen in letzter Zeit, selbst die Physiotherapeutin war entsetzt, so was Heftiges ist ist ihr noch nicht untergekommen :shock:
Kämpfe auch seit Wochen mit einer Achillessehnenentzündung die mittlerweile chronisch geworden ist und die Sehne ist, laut Arzt, sogar abrissgefährdet! :o
Hätte den ganzen Mist bislang nicht mit dem AD in Verbindung gebracht, könnte das echt sein??
Verwirrte aber sonnige Grüße von Chrissie
Februar 2016: schwere depressive Episode mit Panikstörung Opipramol und Mirtazapin
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Dezember 2016: Citalopram auf 10 mg runterdosiert, erneute schwere Depression mit Suizidgedanken, Citalopram hoch auf 40 mg :cry: bin mittlerweile ziemlich sicher dass das keine erneute Depression war sondern massive Entzugserscheinungen, hatte aus Unwissenheit innerhalb einer Woche die Dosis halbiert
Ab 21.Juni 2017: wieder bei 20 mg Citalopram
Ab 13.Juli : 125 mg Pregabalin (neuropathische Schmerzen)
Ende August : 100 mg Pregabalin
Ab 21.September :450mg Quilonoum (Diagnose bipolar bekommen, nicht nur Depressionen :evil: )
Ab 02.Oktober : 75 mg Pregabalin
Ab Nov. : 675mg Quilonum
Ab Dez.: 50 mg Pregabalin
Ab Januar 2018 : 900mg Quilonum, 40mg Pregabalin
Ab März 20018 13wöchiger Klinikaufenthalt aufgrund extremer Stimmungsschwankungen , Diagnose bipolare Störung mit ultra rapid cycling ; Citalopram wurde ausgeschlichen ohne Probleme, wenigstens etwas!
Stand Februar 2019: 50 mg Pregabalin, 1125mg Lithium, 200mg Lamotrigin (seit Mai 2018), 10mg Abilify (seit 11.02.)
Das Abilify wurde gegen 50 mg Quetiapin ausgetauscht das ich ebenfalls seit Mai 2018 genommen habe
Für mich momentan der Horror, wollte alles loswerden und rutsche da nur von einem Medi zum Anderen :?

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Re: Ich stelle mich mich u. meinen Albtraum vor / Citalopram und ADHS

Beitrag von SeventhWave » Mittwoch, 19.07.17, 10:56

Ich war schon mal im kalten Entzug, von dem hatte ich mich nach einem Jahr noch nicht vollständig erholt.

Mein Junge hat Samstag Geburtstag, dass fällt genau in den Beginn der Entzugssymptome. Ich Trottel.

Wenn ich früher mal die Dosis verschludert hatte, gings mir auch nicht gut, aber die extreme Situation von vor 2 Wochen macht mir jetzt ganz gehörig Angst.
Vorgeschichte:
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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
07.11.17 28,8 mg (-4,605 %)
05.12.17 28 mg (-2,778 %)
27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
10.06.18 22,24 mg (- 5,362 %)
18.07.18 21,92 mg (- 1,439 %)
13.08.18 21,6 mg (- 1,457 %)
22.10.18 20,8 mg (-3,67 %)
24.02.19 20 mg (-3,846 %)

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