Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe ADFDler,

Ein verspätetes frohes neues Jahr wünschen wir euch allen und eine Neuigkeit haben wir auch:

Im Laufe der Zeit haben sich einige Mitglieder gefunden, die Interesse haben, eine lokale Selbsthilfegruppe aufzubauen. Gleichzeitig wird immer häufiger nachgefragt, ob solche Angebote bereits existieren. In unserer neuen Rubrik "Selbsthilfegruppen" wollen wir Angebot und Nachfrage zusammenführen und unser virtuelles Anliegen in Form von persönlichen Treffen und Austausch auf "lebendige Füße" stellen.


Bist Du neu und weißt nicht, wie du anfangen sollst?

Registriere Dich zunächst und wähle einen Benutzernamen, der mit Deinem echten Namen möglichst wenig zu tun hat, wenn Du anonym bleiben möchtest. Du darfst als Benutzernamen keine Marken- oder Medikamentennamen verwenden. Wenn Du ganz auf Nummer sicher gehen willst, verwende am Besten auch eine Wegwerf-Emailadresse. Wenn Du genaueres wissen möchtest, lies bitte auch unsere Regeln.

Stelle Dich und Dein Anliegen dann in einem neuen Thema vor. Du kannst als neu registrierter erstmal nur im Bereich "Hier bist Du richtig" schreiben. Beachte bitte, dass der Beitrag solange unsichtbar bis jemand aus dem Team ihn freigeschaltet hat. Das kann eine Weile dauern.

Hier klicken, um Dich zu registrieren.

Hier klicken, um neues Thema im Bereich "Hier bist Du richtig" zu erstellen".

Bitte lest euch auch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.
Ausführlicher Artikel zu Antidepressiva absetzen
Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen
Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Das ADFD Team

Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
suisse
Beiträge: 136
Registriert: Sonntag, 05.08.18, 12:17
Hat sich bedankt: 231 Mal
Danksagung erhalten: 187 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von suisse » Mittwoch, 02.01.19, 22:42

Hallo Anna,

ich bin ziemlich sicher, dass es der Entzug ist... nachdem ich auch so meine Probleme derzeit habe (vermutlich aber durch Vit D), habe ich im Forum quer gelesen und viele hat die stressige Weihnachtszeit oder das feucht fröhliche Silvester getriggert.
Meine Vermutung ist einfach dass unser ZNS auf jegliches "zu viel oder mehr" reagiert. Das wird uns sicherlich noch ein wenig begleiten.
Keine schöne Aussicht, aber wir werden es schaffen und irgendwann zurück schauen und staunen, wie stark wir waren!!

LG Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor suisse für den Beitrag (Insgesamt 2):
Guglhupfpadma
► Text zeigen

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Donnerstag, 03.01.19, 0:07

Huhu Anna

Ja da hast du bestimmt Recht, es ist wie immer - wenn die Angst kommt sucht man nach Erklärungen und will nicht glauben, dass sie noch immer so präsent ist.

Es ist eh schon viel besser geworden. Ich hab inzwischen wirklich wochenweise gute Zeiten und dann kommen doch in regelmäßigen Abständen paar Tage, die weniger gut sind. Das sind an den Tagen dann aber trotzdem so 2-3 Std bloß brennen sich diese negativen Erlebnisse so viel stärker ein, als eine tolle Woche ohne Probleme.

Und wenn ich denke wie sehr alle in einem Kaltentzug leiden, ist es eigentlich klar, dass sich bei langsamer Reduktion das System langsamer anpasst. Nur beschwerdefrei wird das wohl kaum gehen.

Das Problem ist denke ich eher, dass die Familie davon keine Ahnung hat und nicht nachvollziehen kann, warum trotz Reduktionspause noch immer Probleme da sind. Das bringt einen selbst zum Nachdenken.

Liebe Grüße
Anna
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

suisse
Beiträge: 136
Registriert: Sonntag, 05.08.18, 12:17
Hat sich bedankt: 231 Mal
Danksagung erhalten: 187 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von suisse » Freitag, 04.01.19, 8:26

Hallo,

ich bin da voll bei dir!
Daher bin ich so glücklich über dieses Forum... hier können wir uns gegenseitig stützen.

LG Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor suisse für den Beitrag:
Guglhupf
► Text zeigen

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 507 Mal
Danksagung erhalten: 1245 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 04.01.19, 14:05

Huhu :)

Ja ich auch, es hilft so sehr, wenn man weiß, dass man nicht allein ist. Heute ist auch eher ein schlechter Tag, hatte schon beim Aufwachen fast eine PA die ich noch abfangen konnte und muss ständig grübeln. Da hilft es total hier Zuspruch zu bekommen <3

Wie geht's dir?

Liebe Grüße
Anna :hug:
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag:
suisse
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

suisse
Beiträge: 136
Registriert: Sonntag, 05.08.18, 12:17
Hat sich bedankt: 231 Mal
Danksagung erhalten: 187 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von suisse » Freitag, 04.01.19, 15:22

Hallo,

toll dass du gegen sie arbeiten konntest!!! Ich bin in solchen Momenten auch immer so ärgerlich, dass es so schwierig ist abzusetzen!
Ich kämpfe weiterhin mit einer gewissen inneren Unruhe, aber habe das Gefühl, dass es seit gestern wieder besser wird.

Ich wünsche dir ein schönes WE und wir halten gemeinsam durch :sports:
LG Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor suisse für den Beitrag:
Guglhupf
► Text zeigen

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 507 Mal
Danksagung erhalten: 1245 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Dienstag, 08.01.19, 20:10

Hallo :-)

Habe mir letzte Woche eine Erkältung geholt und war vorhin paar Medis in der Apotheke holen. Da hab ich gleich gefragt, ob sie evtl individuelle Dosen pressen da ich vom Cipralex 2,7mg bräuchte. Sie fragte ob ich wohl 2,5mg also genau die Hälfte meine. Ich verneinte und sie fragte wie ich auf die Dosis komme. Habe ihr dann natürlich geschildert wie ich das mit der Wasserlösmethode mache und warum da war sie total baff. Sie war richtig entsetzt und holte eine Kollegin, dann fragte sie mich 20 Minuten über das schrittweise absetzen aus, weil sie immer wieder Kunden hätten, die danach fragen würden, sie bis dato aber nur von Benzodiazepinen sowas hörte.

Beide schrieben wie wild mit und ich kann euch gar nicht sagen wie gut das mal tat, statt Besserwisserei und Ablehnung ehrliches Interesse und Anteilnahme zu erfahren.

Sie bedankten sich dann für meine Ausführungen und wünschten mir und allen anderen Betroffenen (also euch ;-) ich hab erzählt, dass ich erst durch dieses Forum Einblick bekommen habe) von Herzen alles Gute für den Absetzprozess.

Liebe Grüße
Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag (Insgesamt 8):
Ululu 69lakeSonne1Kaenguru70reddiepadmasuissefeenarmMurmeline
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Mittwoch, 09.01.19, 20:18

Hallo ihr Lieben :)

Nach der letzten Erhöhung auf 2,7mg Anfang Oktober dauert es nun schon ne gefühlt halbe Ewigkeit und trotzdem wechseln sich stetig Wellen und Fenster ab.

Dabei ist es so, dass die Wellen auch mal heftige Panikattacken bringen oder ich den ganzen Tag ängstlich grüble. In den Fenstern dagegen bin ich ganz die Alte und kann sorglos genießen.

Denkt ihr ich bin am richtigen Weg und muss mich einfach gedulden oder soll ich etwas hoch gehen? Ich möchte mir den Weg bis hierher nicht ruinieren und tendiere eher zum Durchhalten. Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und Meinungen freuen!

Danke und
liebe Grüße
Anna :hug:
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Melina 17
Beiträge: 173
Registriert: Sonntag, 15.07.18, 11:43
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 151 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Melina 17 » Donnerstag, 10.01.19, 12:19

Hi Anna,

also ich kann dir keinen wirklich fundierten Rat geben.....ich persönlich hab das Glück, daß der Entzug bei mir (bis jetzt) recht milde verläuft, bin aber auch noch in höheren Bereichen als du. Also von daher erst schonmal Hut ab, daß du überhaupt soweit bist!

Vom Gefühl würd ich eher dazu tendieren, noch ne Weile aushalten und gucken, aber du mußt auf DEIN Gefühl hören, ich denk, das ist das allerwichtigste.

Aber nach allem was ich hier gelesen habe, kann der Entzug einfach tückisch sein und der Körper kann manchmal echt lang brauchen, bis er das alles verarbeitet.

Grundsätzlich halt ich das in jedem Fall für ne gute Idee, von ner relativ hohen Dosis abzudosieren, aber das hast du ja getan, das war ja alles sehr vernünftig. Ich vermute am ehesten, daß dein Körper einfach mehr Zeit braucht als vielleicht ein anderer, von daher würd ich, wenn`` s nicht zu unangenehm ist, lieber rnoch etwas warten, hochgegen kannst du ja jeder Zeit, das läuft nicht weg.

Aber nochmal, das allerwichtigste find ich, daß man im lauf der Zeit sein eigenes Gefühl für seinen Körper entwickelt, daß man das einschätzen kann. (ist mir aber klar, daß das nicht immer gelingt :wink: )

Ich wünsch dir, daß du einen guten Weg findest!

liebe Grüße

Melina

PS: Hab grad erst gesehen, daß du voriges Jahr ja von 10mg schnell auf 5mg runter bist....die Erfahreneren hier mögen mich korrigieren, wenn ich falsch liege, aber ich könnt mir vorstellen, daß das der Körper immer noch etwas verpacken muß
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Melina 17 für den Beitrag (Insgesamt 3):
GuglhupfAnikkepadma
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Donnerstag, 10.01.19, 16:21

Hallo ihr Lieben,

meine Oma wurde mit einer beidseitigen Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert :( :cry:

Ich habe nun die Medikamente erfragt, die sie wegen ihrer Aggression bekommen hat. Sie nimmt seit Jahren 20mg Seropram, zusätzlich hat ihr der "Hausarzt" nun Trittico und Risperidon verschrieben. Habe gelesen, dass speziell Risperidon tiefe Venenthrombosen verursachen kann und gerade für Demenzpatienten total kontraindiziert ist :censored: ich hab meine Mutter gesagt, sie soll veranlassen, dass das so schnell wie möglich abgesetzt wird, da sie es noch nicht so lange nimmt (seit Mitte November ca).

Uns wurde damals vom Arzt gesagt, er würde ihr nur das Seropram erhöhen. Ich wusste nichts von ihrer Dosis, dass sie bereits auf 20mg war. Ich mache mir jetzt solche Vorwürfe, da Risperidon in Zusammenhang mit Thrombosen gebracht wird :cry: und sie solche Chemiebomben eingeworfen bekommen hat, nur weil wir alle nicht mit ihrer Demenz umgehen konnten. Keiner wollte sehen, dass sie an Demenz erkrankt ist und nicht bloß aus einer Laune heraus aggressiv ist. Sie war wie schon oft erwähnt zwar immer schon ein schwieriger, egoistischer Mensch, trotzdem sind das zwei verschiedene Paar Schuhe, ob sie ein gesunder junger egoistischer Mensch ist oder ein an Demenz erkrankter.

Kann sie das Risperidon, das sie seit Mitte November genommen hat gleich absetzen oder ist da jetzt besondere Vorsicht auch wegen der Thrombosegefahr geboten? Und wenn ihr Erfahrung mit demenzkranken Angehörigen habt - wie geht ihr damit um? Werden bestimmte Medikamente verabreich und wenn ja, welche (gerne auch als PN weil wir ja keine Medikamententipps geben, aber bei einer so schwerwiegenden Erkrankung ist das doch was anderes, oder?) oder fährt ihr am besten ganz ohne?

Warum kann man sich nicht auf die Ärzte verlassen und ihnen einfach vertrauen? Es ist so schlimm, so allein zu sein und gegen die ankommen zu müssen, die es doch eigentlich besser wissen müssten :cry:

Liebe Grüße
Anna
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

reddie
Beiträge: 213
Registriert: Samstag, 28.04.18, 12:00
Hat sich bedankt: 913 Mal
Danksagung erhalten: 495 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von reddie » Donnerstag, 10.01.19, 17:13

Liebe Anna,

ich möchte deiner Oma meine besten Wünsche senden.

Ich finde es übrigens wunderbar, wie du dich kümmerst. Man kann als medizinischer Laie nicht alles voraussehen. Aber das die Ärzte auch noch solche Fehler machen, vernichtet das Vertrauen vollends.

Habe selbst nur wenig Erfahrungen mit Demenzkranken, kann dir also nicht wirklich weiterhelfen. Dieses Aggressionen sind bestimmt auch für deine Oma selbst sehr anstrengend. Was ich mal gelesen habe: Man soll eher nicht beruhigen, sondern zustimmen: Ja, es ist alles schlimm Omi, ja da muss man sauer werden... Naja, leichter gesagt, als getan.

Alles Gute auf jeden Fall für dich und deine ganze Familie! :hug:
reddie
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor reddie für den Beitrag (Insgesamt 2):
Guglhupfpadma
► Text zeigen

Kaenguru70
Beiträge: 1163
Registriert: Donnerstag, 05.04.18, 17:58
Hat sich bedankt: 2603 Mal
Danksagung erhalten: 2082 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 10.01.19, 17:51

Hallo Anna,

Du kannst mir gerne schreiben, ich denke auch öffentlich, Medikamente gegen Demenz ist ja was ganz anderes als PP.
Meine Schwiegermutter hat die
Lewy-Körperchen Demenz.
Das Medikament muss ich suchen, ich habe es in den Akten.

Alles Gute für deine Oma
LG
Sarah
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kaenguru70 für den Beitrag:
Guglhupf
► Text zeigen
Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null

Melina 17
Beiträge: 173
Registriert: Sonntag, 15.07.18, 11:43
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 151 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Melina 17 » Freitag, 11.01.19, 20:51

Hi Anna,

das tut mir total leid mit deiner Oma. Also privat ist eine Tante von mir an ((leichter) Demenz erkrankt. Sie bekommt da auch irgendwein umstrittenes Medikament, wo ich aber kaum Wirkungen seh, weder positiv noch negativ. Ist bei einem Alter von 96 aber sowieso nicht mehr so wichtig.

Beruflich hab ich öfter mit Demenzkranken zu tun und hab auch den alten Betreuungsschein § 87 b gemacht. Da bin ich auch sehr froh drum, als Laie ist man mit Thema Demenz oft überfordert, die Kranken erfordern wirklich einen völlig anderen Umgang. Ich weiß nicht, ob es speziell für Angehörige auch Kurse gibt, wäre sehr begrüßenswert, ich erleb da leider oft Frustrationen auf allen Seiten, wenn die Krankheit nicht verstanden wird.

Wie hier schon beschrieben wurde, fang auf keinen Fall mit einem Demenzkranken das diskutieren an, sondern begleite ihn in seiner Welt (wenn z.B verstorbene Leute noch da sind, dann sind sie halt da), "Validation" nennt man das. Es bringt immer sehr was, auf die emotionale Ebene zu gehen, da spüren die meisten noch ganz normal, also alles rationale mehr weglassen, mehr "Beziehung" leben. Grad bei den Aggressionen deiner Oma würd ich sehr genau hingucken, was genau macht sie wütend? Das kann was völlig irrationales sein, wichtig ist nur, daß das akzeptiert, im besten Fall sogar verstanden wird.

Ich hatte z.b mal einen dementen Kunden, der auch aggressiv war, das artete Kollegen zufolge schon mal in Handgreiflichkeiten aus. Der war bettlägerig und hatte da einen Schlauch im Körper, da spielte er öfters dran rum. Wenn du jetzt versuchst, "normal" mit ihm zu reden, so "sie dürfen da nicht dran, wenn das rausrutscht ist das gefährlich" und dann später "Hände da weg, Herr X" oder womöglich per Hand eingreifst ist das logisch, daß ein Dementer dann evtl ausrastet. er versteht das ja absolut nicht. Ich hab das immer so gehandhabt, daß ich erstmal sehr genau hingeguckt hab, und nur wenn mir das zu heikel wurde, hab ich durch Ablenkung (das ist eh ein Zauberwort bei Dementen) versucht, die Hände da wegzukriegen. Hab irgendwas genommen was da lag (eine aufgeklärte Familie hätte auch viel Material gehabt) und hab gesagt, "gucken Sie mal hier, ist das nicht hübsch? Fühlt sich ganz toll an, wollen Sie mal fühlen?" Kann sein, daß man sowas alle 5 Minuten machen muß, aber egal, die Aggressionen werden verhindert.

Ja, Ärzte sind da leider keine große Hilfe, leider gibt es die bei Thema Demenz aber auch nicht. Ich wünsch dir und deiner Familie erstmal alles Gute!

liebe Grüße

Melina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Melina 17 für den Beitrag (Insgesamt 5):
suisseKaenguru70Guglhupfreddiepadma
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Freitag, 11.01.19, 22:40

Hallo :)

Ich war vorhin bei Oma im KH, es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie hat eine sehr robuste Natur und das Ganze gut weggesteckt. Wenn der Verlauf so bleibt, darf sie Montag Nachhause.

Was die Medikamente betrifft weiß ich nicht was ich machen soll. Ich bin kein Arzt, kann nicht beurteilen ob die Embolien davon gekommen sind. Der Arzt im KH meinte nein, das wundert mich aber nicht. Ich will meine Mutter aber auch nicht verunsichern.

Wir haben aber begriffen, dass wir nicht so weitermachen können, als wäre alles okay. Auch heute war die sehr verwirrt. Wir haben das schon viel besser gemeistert, sie da abgeholt wo sie mit ihrer "Geschichte" stand und es klappte sehr gut. Manchmal war sie wieder klar, dann schweifte sie wieder ab und schien verwirrt. Das schlimmste für sie sind Ortswechsel. Im KH wird sie nun laufend untersucht und da der Komplex riesig ist, weiß sie kaum wo sie ist. Im Laufe des Besuchs konnte sie sich aber mehr und mehr sammeln und besser orientieren und die Geschehnisse einordnen. Regelmäßige Ansprache durch uns ist besonders wichtig, deshalb haben wir uns nun die Besuche auf täglich 3x aufgeteilt.

Melina :) danke für deine Schilderung, das hilft mir auch nochmal im Umgang. Habe mich schon erkundigt, ob es bei uns Kurse im Umgang für Privatpersonen gibt. Vorerst konnte ich nur welche für Pflegepersonal finden aber ich schau weiter.

Liebe Grüße
Anna
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Melina 17
Beiträge: 173
Registriert: Sonntag, 15.07.18, 11:43
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 151 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Melina 17 » Samstag, 12.01.19, 13:21

Guglhupf hat geschrieben:
Freitag, 11.01.19, 22:40
Hallo :)

Das schlimmste für sie sind Ortswechsel. Im KH wird sie nun laufend untersucht und da der Komplex riesig ist, weiß sie kaum wo sie ist. Im Laufe des Besuchs konnte sie sich aber mehr und mehr sammeln und besser orientieren und die Geschehnisse einordnen. Regelmäßige Ansprache durch uns ist besonders wichtig, deshalb haben wir uns nun die Besuche auf täglich 3x aufgeteilt.


Anna
Hi Anna,

ich sehe wieviel Mühe ihr euch gibt und das finde ich sehr schön, vor allem, weil sie ja offenbar zeitlebens ein eher schwierigerer Mensch war. Trotzdem gehört sie zur Familie und da hält man zusamen, ne? Schön, wenn es heute immer noch sowas gibt.

Also wie bei einem Kind sind auch für Demente klare Strukturen sehr sicherheitsgebend, also möglichst immer gleiche Alltagsverläufe, dieselben Personen usw. Hilfreich ist auch, wenn derjenige früher ein Hobby hatte oder irgendeine Tätigkei, die denjenigen sehr ausfüllte. In einem Heim gab´s z.b mal einen Mann, der den ganzen Tag völlig sinnfrei an etwas rumbastelte, er war früher Handwerker. Und der Mann war glücklich damit. (Musiker verlieren z.B auch fast nie ihre Talente, obwohl sie dement sind!)

Aber so wie ich das sehe,macht ihr das ganz prima und seid auf einem guten Weg, also weiter so!

liebe Grüße

Melina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Melina 17 für den Beitrag:
Guglhupf
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Samstag, 12.01.19, 14:24

Liebe Melina :)

Danke für deine Zeilen, das klingt sehr schlüssig, so hätte ich es auch eingeschätzt. Bei Routine geht es ihr besser, fehlt diese wird es schlimm.

Ja es ist kompliziert, einerseits war sie sehr liebevoll und hat uns Enkelkinder verwöhnt, andererseits konnte sich das schnell ändern und sie wurde sehr gehässig und verletzend.

Danke nochmal <3

Liebe Grüße
Anna
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Melina 17
Beiträge: 173
Registriert: Sonntag, 15.07.18, 11:43
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 151 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Melina 17 » Sonntag, 13.01.19, 13:20

Hi Anna,

ich weiß, wie schwierig die Situation mit solchen Menschen ist.....die Macken verstärken sich im Alter auch eher als daß sie sich besserrn. Ein Dementer kann aber z.B auch seine Gehässigkeit irgendwann vergessen, das ist ein bißchen Glücksspiel wohin die Reise geht.

Ich wollt dir nur dringend an`s Herz legen, dich nicht zu überfordern, also du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen, wenn du da auch mal (auch gehörige) Wut empfindest/empfunden hast. Das gehört auch mit dazu. Ein schwieriger Mensch ist nun mal ein schwieriger Mensch und sich selbst zu schützen ist auch immer oberstes Gebot.

Ich trau dir aber zu, daß du da die Balance gut hinkriegen wirst :)

Alles Gute und liebe Grüße

Melina
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Melina 17 für den Beitrag (Insgesamt 2):
Guglhupfsuisse
1994 erste Einnahme Doxepin ca 5mg zum Schlafen
1996-1997 Doxepin 20mg, Absetzen problemlos, jedoch ein Jahr gedauert, bis ich mich wieder wie "ich selbst" fühlte
Herbst 2004 erneute Einnahme von Doxepin wegen schwerer depri, raufdosiert auf 100mg
Frühling 2005 Abdosieren von Doxepin, Einschleichen von Citalopram ca 30mg
Frühling 2006 abruptes Absetzen von Citalopram, nach 4 Wochen extreme Depri, wieder Einnnahme; paar Wochen später Ausschleichen über ca 4 Wochen, nach drei Monaten schwere Depri
immer mal wieder Reduktion versucht, kam auch mal bis ca 7,5 mg, aber immer wieder depri, im Lauf der jahre Einnahme zwischen 10 und 40 mg (auch zwischendurch escitalopram)
ca Mai 2018 nach wasserlösmethode in 10% über 4 Wochen von 15 auf 7 mg reduziert, dann instabil geworden, wieder auf 10 mg hochgegangen
09.09.18 auf 9 mg Citalopram reduziert
17.09. zusätzlich 6 bzw 12 mg Doxepin abends zum schlafen (brauch ich oft im Herbst)
ca Anfang Oktober 2018 gleichmäßige Einnahme Doxepin 12,5 mg
24.10.18 8mg Citalopram
24.11.18 ca 7,5 mg
22.12.18 7 mg Citalopram, Doxepin nur noch bei Bedarf

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Sonntag, 13.01.19, 14:19

Huhu

Danke liebe Melina für deine netten Worte.

Wünsche dir einen feinen Sonntag,

liebe Grüße
Anna
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Guglhupf
Beiträge: 506
Registriert: Sonntag, 23.07.17, 14:26
Hat sich bedankt: 507 Mal
Danksagung erhalten: 1245 Mal

Re: Guglhupf: Cipralex (Escitalopram) absetzen

Beitrag von Guglhupf » Dienstag, 15.01.19, 17:03

Hallo ihr Lieben

Meine Oma ist seit gestern wieder Zuhause <3 ich bin so froh. Gleichzeitig auch wieder fast ein Wunder, wie schnell und gut sie das weggesteckt hat aber so war sie immer. Nach einer schweren Unterleibs OP fragte sie als erstes nach einem Backhuhn im Aufwachraum :)

Es scheint, als hätten die Pfleger in der Notaufnahme - bei dem Stress den die ertragen müssen völlig verständlich - die Dosierungen ziemlich durcheinander gebracht. Seit sie wieder im Heim ist, ist sie auch geistig wieder klarer und nicht ganz so schlimm verwirrt wie im KH.

Ich selbst habe seit heute den Darmvirus meines Mannes übernommen, juhu. Was ich allerdings total spannend finde - beim letzten im Oktober war ich vor Panik wegen des Virus komplett fertig und außer mir. Ich hab fast stündlich meine Mutter angerufen und gefragt, ob das eh nichts schlimmes sein kann etc. Konnte keinen klaren Gedanken fassen.

Heute ist das ganz anders. Seit letzten Freitag habe ich ein Fenster und bin überhaupt nicht ängstlich. Ich hatte ja schon Angst, dass ich gar nicht mehr in der Lage bin normal auf Krankheit etc zu reagieren. Diese Erfahrung hier beruhigt mich sehr.

Ich merke auch, wie ich mich langsam an sämtliche Empfindungen und Emotionen gewöhne, die unter mehr Escitalopram einfach weg waren. Als würde ich meinen Körper und Geist neu kennenlernen müssen.

Es ist unfassbar, was diese Tabletten auslösen. Ich bin im Moment aber sehr dankbar, dass ich paar gute Tage genießen darf.

Liebe Grüße
Anna
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Guglhupf für den Beitrag (Insgesamt 7):
lakeSonne1suissepadmaJamieSunshine71reddieUlulu 69
Meine Signatur
► Text zeigen
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

Antworten