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jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Jofab
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jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 17.08.17, 21:32

 ! Nachricht von: Jamie
Hallo. Jofab bezieht sich auf einen Beitrag von shosanna. Da mit einer Antwort der Teilnehmerin nicht mehr zu rechnen ist, erstellen wir Jofab einen eigenen Thread.
Shosannas Thread: viewtopic.php?f=35&t=11946&p=203844#p203844

Hallo Nadja,
vielen, vielen Dank für deine Geschichte! Ich kann dir wahrscheinlich noch nicht viel helfen, da ich mich gestern abend erst angemeldet habe. Aber vermutlich geht es mir im Moment ähnlich wie dir und ich bin soo froh, dieses Forum gefunden zu haben !
Habe vor 12 Wochen Fluoxetin (20 mg) auf Anraten meines Neurologen aprupt abgesetzt, da ich schlimme Nebenwirkungen hatte und keinerlei Besserung verspürt habe.

Er versicherte mir mehrmals, dass ich mich nicht auszuschleichen bräuchte (was ich im Jahr davor getan hatte ) !!! Zuerst ging es mir scheinbar etwas besser. Ich hatte meine letzten Arbeitstage vor meinem Rentenbeginn (1.Juli) und viel um die Ohren. Habe mich dann die ersten Tage im "Ruhestand" in Aktivitäten gestürzt wie Keller und Dachboden aufräumen. Aber ich musste mich fast dazu zwingen und alles völlig ohne Freude, was mich zutiefst gewundert hat, da ich sowas früher gern gemacht habe. Und die Befriedigung darüber blieb völlig aus !!

Danach sass ich plötzlich zuhause und wusste nichts mit mir anzufangen. Denn das Wetter war so schlecht, dass ich nicht hier im See baden gehen konnte, was ich eigentlich geplant hatte. Das war so vor 3 Wochen. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, es sei die Depression. Ach, und ich liess meine Schilddrüsenwerte überprüfen. Als sich herraustellte, dass diese o.k.waren, war ich verzweifelt - meine letzte Hoffung auf eine körperliche Ursache !

Und vor ca. 10 Tagen fing plötzlich wieder diese panikartige Angst beim Aufwachen an ! Die ersten Stunden nur schreckliche, nur negative Gedanken. Was körperlich im Moment fehlt, ist das innerliche Zittern. Aber das Herz schlägt mir oben im Hals und ich kann mich auf nichts konzentrieren. Ich habe dann angefangen, in wieder in Selbsthilfegruppen zu gehen.

Dort war ich vor 20 Jahren schon einige Jahre. Es handelt sich um EA-Gruppen (Emotion Anonymus). Das ist eine unabhängige Gemeinschaft von Menschen, die Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihre emotionalen Probleme zu lösen. Das hat mir sehr geholfen, unter Gleichgesinnten zu sein. Ich war in den vergangenen Tagen abends einige Male dort.

Aber morgens immer die ersten Stunden voller Angst. Das legt sich im Laufe des Tages, so ab frühen Nachmittag und abends merke ich nichts mehr und fühle mich relativ normal. Und gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass es mir vor 6 Monaten, als ich wieder mit Fluoxetin anfing, genau so ging !!! Daraufhin habe ich gottseidank dieses Forum gefunden und deinen Beitrag und bin so froh darüber!!!!

Jetzt weiss ich überhaupt nicht, was ich machen soll : wieder mit einer winzigen Dosis einschleichen oder durchhalten ??
Deshalb bin ich soo daran interessiert, wie es dir weiterhin geht.
Da dies mein erster Beitrag ist (der mich förmlich "angesprungen" hat) habe ich mich im Forum noch gar nicht vorgestellt.

Nur kurz zu meiner Geschichte : habe 2005 von einem Neurologen 20 mg Fluoxetin verordnet bekommen wegen Depressionen in den Wechseljahren (Gynäkologin). Hatte keine negativen Nebenwirkungen, nur 10 kg abgenommen und sehr agil.
Habe dann durchgängig 11 Jahre Fluoxetin genomme. Dann hatte ich letztes Jahr im Frühjahr den Eindruck, dass es nicht mehr wirkt.

Mein Neurologe hat mit den Schultern gezuckt, mir aber keine Erhöhung der Dosis vorgeschlagen (gottseidank).
Es stellte sich dann ein akuter Eisenmangel heraus, den ich mit Tabletten beheben konnte. Im August, September meinte ich dann, wenn das Fluoxetin nicht mehr wirkt, kann ich es auch weglassen. Habe mich dann über Wochen ausgeschlichen - erst 10 mg, dann jeden 2.ten Tag usw. Hatte auch weiter keine Beschwerden - aber richtig gut ging es mir auch nicht.

Habe mich dann vor eine Tageslichtlampe gesetzt. Brachte etwas im Winter - nicht mehr so müde. Kurz und gut : habe Mitte Februar wieder mit 10 mg Fuoxetin angefangen, weil ich " mein altes Leben" wieder wollte.
Nach ca.10 Tagen heftigste Nebenwirkungen : Panik beim Aufwachen, total zittrig innerlich. Es war schreckich. Bin sonntags einmal ins Krankenhaus, weil ich dachte, ich werde verrückt. Die konnten nichts mit mir anfangen : Blutdruck normal, nur erhöhter Puls. Mein Neurologe meinte nur : Augen zu und durch : Nebenwirkungen hören auf - Dosiserhöhung wieder auf 20 mg! Und dann habe ich wochenlang die Tage gezählt : aber es hörte nicht auf !!!

Ach ja, er verordnete mir Diazepamtropfen, welche ich aber nur ca.10 Tage genommen habe, weil ich mich selbst über die
enorme Suchtgefahr informiert hatte ! Zu dem Zeitpunkt war ich froh, dass ich arbeiten durfte !
Als ich dann Mitte Mai merkte, dass es mir wieder eher schlechter als langsam besser geht, hatte ich die Nase voll.

Als ich im Internet die jahrelangen Leidensgeschichten las, wo Patienten von einem Medikament zum nächsten geirrt sind, war mir klar :
das will ich nicht !!! Und wie schon oben erzählt, könnte ich das Fluoxetin sofort absetzen. Nicht ein einziges Wort über mögliche
Absetzprobleme !

Jetzt habe ich meine ganze Geschichte erzählt, ich hoffe, das ist in Ordnung.
Ich weiss sowieso nicht so recht, wie es jetzt im Forum für mich weitergeht.
Ich warte mal ab und lese noch ein bischen in den vielen Beiträgen.
Liebe Nadja, ich grüsse dich herzlich, hoffe, das es dir langsam besser geht und - denk dran : nur für heute ! Das Morgen ist morgen dran ! Jofab
Zuletzt geändert von Gwen am Freitag, 22.06.18, 15:31, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Name im Titel ergänzt zur besseren Übersichtlichkeit im Forum
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Freitag, 18.08.17, 10:37

Hallo Jofab,

Willkommen im Forum :)

Ich möchte dich um etwas Geduld bitten, es ist aktuell wieder viel los hier und man kommt mit dem Begrüßen der neuen Teilnehmer gar nicht mehr hinterher :o .

Du wirst heute oder spätestens am Wochenende auch inhaltlich Feedback bekommen; bitte stöbere auch schon mal bis dahin bei den anderen Teilnehmern und lies dir Infotexte durch, da wirst du viel Wissenswertes aufschnappen.

Grüße
Jamie
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Fluoxetin aprupt absetzen

Beitrag von Jofab » Freitag, 18.08.17, 12:12

Hallo, mein Name ist Jofab, ich bin 63 und seit 6 Wochen Rentnerin und möchte mich euch vorstellen. Ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben. Ich weiss noch nicht genau, wie es hier funktioniert, habe gestern aber schon einmal auf einen Beitrag geanwortet, der mich sehr angesprochen hat. Ich habe 11 Jahre lang 20 mg Fluoxetin wegen leichter Wechseljahresdepressionen genommen und hatte keine Beschwerden beim Einstieg (nur 10kg abgenommen und körperlich sehr aktiv - Garten)
Im Frühjahr letzten Jahres das Gefühl, Fluoxetin wirkt nicht mehr. Mein Neurologe hat sich dazu nicht geäussert, mir nicht geraten das Medikament zu wechseln oder die Dosis zu erhöhen. Da ich dann wegen akutem Eisenmangel behandelt wurde und es mir dadurch besser ging, habe ich mich im Herbst über Wochen ganz langsam ausgeschlichen. Habe auch keine Beschwerden festgestellt. Dann im Winter war ich nicht gut drauf, habe es mit einer Tageslichtlampe versucht und mit Homöopathie.
Im Februar habe ich dann wieder mit 10 mg Fluoxetin angefangen. Nach 14 Tagen ging die Hölle los mit Zittern und panischer Angst morgens. Mein Arzt meinte, das geht vorbei und ich sollte auf 20 mg erhöhen. Zusätzlich habe ich 10 Tage Diazepam genommen. Half aber auch nur wenig und ich hatte Angst, abhängig zu werden. Es verbesserte sich nur wenig, die extreme innerliche Zittrigkeit liess etwas nach. Nach einigen Wochen hatte ich das Gefühl, es würde wieder schlimmer. Ich wollte auf keinen Fall ein anderes Medikament, im Internet hatte ich gelesen, dass die SSRI sehr umstritten sind ob ihrer Wirksamkeit überhaupt!
Der Neurologe meinte, ich könnte sofort auf 0 gehen. Keinerlei Hinweis, dass es zu Absetzbeschwerden kommen könnte!
Seit dem 24. Mai nehme ich jetzt nur noch 2 Safrankapseln täglich und Magnesium.
Es ging mir etwas besser, aber ich war relativ antriebslos und wenn ich mich zu Aktivitäten aufraffte, machte es mir keinerlei Spass
und jegliche Befriedigung blieb aus. Nun bin ich seit Anfang Juli in Rente und weiss nichts mit mir anzufangen. Ich denke immer nur : wozu ? Ich habe nach 45 Arbeitsjahren meine Rente vorzeitig antreten können und mich seit letztem Jahr total darauf gefreut, endlich genug Zeit für meine Hobbys zu haben (vor allem Gartenarbeit) .Und jetzt macht mir nichts Spass. Meine beste Freundin und mein Sohn (34 Jahre) können es nicht mehr hören. Da ich von Anfang an wusste, dass ich mich nebenbei beschäftigen müsste und meine Rente nicht so üppig ist, habe ich mich für Nachbarschaftshilfe eintragen lassen und werde auch ehrenamtlich in einem
Verein für Obdachlosenhilfe kochen. Aber im Juli u.August wollte ich erstmal Urlaub an unserem Badesee mache. Daraus wurde nichts, das Wetter war zu schlecht. Wenn ich es auf den Punkt bringe : ich bin aus meinem Leben gefallen !
Nun merke ich mit Entsetzen, dass es mir körperlich wieder schlechter geht, ich wache morgens voller Entsetzen auf und habe den Vormittag über nur Angst. Zuerst dachte ich , es seien Depressionen und habe mich auf Selbsthilfegruppen für emotionale Gesundheit besonnen, die ich vor 20 Jahren schon regelmässig besucht habe. Das tut mir sehr gut.
Und vor 2 Tagen fand ich im Internet dieses Forum und frage mich, ob meine extremen Ängste verspätete Absetzerscheinungen sind? Was kann ich tun ??? Hier lese ich so oft, mit einer winzigen Dosis sich wieder einzuschleichen.Aber es ging mir ja auch mit Fluoxetin nicht gut und habe es eigentlich nicht mehr vertragen. Und eigentlich möchte ich das auch nicht. Wie lange können diese Ängste morgens anhalten? Vielleicht war ich zuviel allein in den letzten Tagen. Wird es mir helfen , wenn ich wieder in einer Gemeinschaft fühle (meinen ehemaligen, täglichen Kollegenkreis fühle ich nicht mehr - ich gehöre ja nicht mehr dazu) Wir werden uns zwar privat treffen, aber er fehlt mir - das war so selbstverständlich.
So, jetzt habe ich geredet und geredet und wollte mich eigentlich nur vorstellen. Es hat mir so gut getan, meine Ängste einfach unsortiert zu beklagen. Ich bedanke mich sehr fürs geduldige Zuhören und würde mich schrecklich über Antworten freuen !

Liebe Grüsse Eure Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Freitag, 18.08.17, 13:34

hallo Jofab, :)

auch von mir willkommen.

Dieses hier ist jetzt dein thread, du kannst hier deine Erfahrungen schreiben und deine Fragen stellen.
Ich habe 11 Jahre lang 20 mg Fluoxetin wegen leichter Wechseljahresdepressionen genommen und hatte keine Beschwerden beim Einstieg (nur 10kg abgenommen und körperlich sehr aktiv - Garten)
Fluoxetin wegen Wechseljahrsdepressionen zu geben, halte ich für eine Fehlbehandlung, vorübergehend Hormone zu nehmen, wäre sinnvoller gewesen. Noch dazu sind 11 Jahre Fluoxetin viel zu lange. (ich bin leider auch von einer Langzeiteinnahme Fluoxetin betroffen, wegen der Unkenntnis des Arztes)
. Da ich dann wegen akutem Eisenmangel behandelt wurde und es mir dadurch besser ging, habe ich mich im Herbst über Wochen ganz langsam ausgeschlichen. Habe auch keine Beschwerden festgestellt.
Sprich deine angebliche Depression war in Wirklichkeit zumindest in letzter Zeit ein Eisenmangel. :frust:
Ein tatsächliches Ausschleichen bei einer Langzeiteinnahme von 20 mg Fluoxetin hätte mindestens eins, eher mehrere Jahre gebraucht. Was du gemacht hast, war kein Ausschleichen sondern ein Turboentzug.
Dann im Winter war ich nicht gut drauf, habe es mit einer Tageslichtlampe versucht und mit Homöopathie.
Dass es dir nicht gut ging, waren höchstwahrscheinlich Entzugssymptome, diese können sich auch psychisch äussern.
Im Februar habe ich dann wieder mit 10 mg Fluoxetin angefangen. Nach 14 Tagen ging die Hölle los mit Zittern und panischer Angst morgens.
Das war eine paradoxe Reaktion, du hast Fluoxetin nicht mehr vertragen.
Mein Arzt meinte, das geht vorbei und ich sollte auf 20 mg erhöhen. Zusätzlich habe ich 10 Tage Diazepam genommen.
Die Erhöhung war so ziemlich das Falscheste, was man in einer solchen Situation machen kann :frust: . Die Unverträglichkeitssymptome dann mit Diazepam zu deckeln, ist ein Unding. :frust:
Seit dem 24. Mai nehme ich jetzt nur noch 2 Safrankapseln täglich und Magnesium.
Es ging mir etwas besser, aber ich war relativ antriebslos und wenn ich mich zu Aktivitäten aufraffte, machte es mir keinerlei Spass
und jegliche Befriedigung blieb aus.
Das waren vermutlich bereits Absetzsymptome.
Und vor 2 Tagen fand ich im Internet dieses Forum und frage mich, ob meine extremen Ängste verspätete Absetzerscheinungen sind?
Das ist sehr wahrscheinlich. Fluoxetin hat eine sehr lange Halbwertszeit, daher treten Entzugssymptome oft deutlich zeitverzögert auf.
Nun bin ich seit Anfang Juli in Rente und weiss nichts mit mir anzufangen. Ich denke immer nur : wozu ? Ich habe nach 45 Arbeitsjahren meine Rente vorzeitig antreten können und mich seit letztem Jahr total darauf gefreut, endlich genug Zeit für meine Hobbys zu haben (vor allem Gartenarbeit) .Und jetzt macht mir nichts Spass.
Natürlich ist der Renteneintritt ein ziemlicher Einschnitt und kann auch zu einer Lebenskrise führen. Du hast dich allerdings darauf gefreut, hast dich gut vorbereitet und hast Pläne, was du gerne machen möchtest. Insofern glaube ich nicht, dass das die Hauptursache ist.
Was kann ich tun ??? Hier lese ich so oft, mit einer winzigen Dosis sich wieder einzuschleichen.Aber es ging mir ja auch mit Fluoxetin nicht gut und habe es eigentlich nicht mehr vertragen.
Das ist bei dir wirklich ein Dilemma. Du bist allerdings mit 10 mg auch viel zu hoch eingestiegen. Möglicherweise würdest du eine Minidosis vertragen.

Da eine Wiedereindosierung so ziemlich das einzige ist, was man tun kann um Entzugssymptome abzufangen, würde ich es an deiner Stelle mit einer absoluten Minimaldosis versuchen. Höchstens 0,5 mg. Fluoxetintabletten sind gut wasserlöslich, du kannst die Wasserlösemethode anwenden.
Wie lange können diese Ängste morgens anhalten?
Entzugssymptome können leider sehr lange anhalten, wenn man nicht wieder eindosiert.
Vielleicht war ich zuviel allein in den letzten Tagen. Wird es mir helfen , wenn ich wieder in einer Gemeinschaft fühle
Das mag ein Aspekt sein, hilft jedoch nicht gegen Entzugssymptome.

Hier unsere wichtigsten Infos: viewtopic.php?f=18&t=12880

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Freitag, 18.08.17, 13:40

Liebe padma,
vielen, vielen Dank für die schnelle Antwort. LG Jofab
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Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Dienstag, 22.08.17, 21:11

Hallo, liebe Mitglieder
Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich z.B.padma nochmal erreichen kann. Mein Zustand hat sich innerhalb weniger Tage total verschlechert (morgens wieder Puls 110) und bis gegen Abend total fertig. Also heute mit 0,5 mg wieder eindosiert. Habe furchtbare Angst. Würde gerne wissen, wenn das Fluoxetin anschlägt, wie lange kann dieser Zustand anhalten ? Bin im Moment nur total verzweifelt. Liebe Grüsse Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Dienstag, 22.08.17, 22:19

Hallo Jofab, :)

alle Teammitglieder versuchen bei allen mit reinzulesen.
Wenn padma :) nicht antworten kann, und ich glaube es geht ihr heute auch gar nicht gut, versuchen wir anderen das zu übernehmen.
Nur leider haben wir aktuell schrecklich viel zu tun, sodass eben auch Wartezeiten entstehen.

Auch von mir noch mal willkommen im Forum :).

Psychopharmakaentzüge können jedes mögliche System im Körper betreffen; Unruhe und Herzrasen sind ganz typisch dafür.
Es war gut, dass du es ab heute mit 0,5mg probierst. Wir können dir nicht versprechen, dass es morgen schon besser ist - das wird vermutlich einige Tage dauern und vielleicht muss man auch noch mal an der Dosis feilen, aber es war auf jeden Fall vernünftig es zu probieren. Manchmal klappt das auch mit der Wiedereinnahme nicht, aber dann kannst du dir wenigstens sagen, dass du es probiert hast.

Ein AD falsch abzusetzen kann wirklich schrecklich sein; man fühlt sich grauenhaft und hat unendlich viele Symptome, aber eins darf ich dir schon mal versichern: AD Entzüge sind nicht tödlich.
Der Körper spinnt zwar, aber umbringen tun einen die Symptome nicht.

Wenn du so Herzrasen hast, dann würde ich dich bitten die Tage zum Hausarzt zu gehen, ein EKG schreiben zu lassen und dringend um einen Betablocker zu bitten, von dem du einen Krümel nehmen kannst, wenn das Herzrasen zu stark ist. Betablocker sind zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen, niedrig dosiert wirken sie aber nicht blutdurcksenkend, sondern "nur" pulssenkend und es gibt viele User hier im Forum, die genau wie du durch den Entzug Herzrasen haben und einen niedrig dosierten Betablocker nehmen. Ich würde dir das wirklich empfehlen - und sei es, dass du die Schachtel zur Sicherheit daheim liegen hättest und etwas nehmen könntest.

Im Entzug kommt der Körper auch mit dem Cortisol, dem körpereigenen Stresshormon, nicht gut klar.
Da Cortisol am meisten am frühen Morgen und Vormittag ausgeschüttet wird, geht es vielen Leuten im Forum morgens auch am schlechtesten. Das kann bei dir auch mit reinspielen. Der Gegenspieler von Cortisol ist Insulin. Probiere morgen früh doch mal was Süßes (Keks oder so) zu essen bzw. leg dir was Süßes gleich ans Bett - vielleicht mildert das den Cortisol Flash etwas?

Grüße und bitte keine Panik kriegen, wir versuchen dir so gut es geht zu helfen :group:

Kennst du unsere Absetzsymptomliste? Guck doch mal rein: viewtopic.php?f=18&t=12534

Jamie
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 23.08.17, 9:24

Lieber Jamie, ich bin dir total dankbar für deine Antwort ! Ich habe das ganze System mit den Foren noch nicht richtig kapiert, obwohl ich ständig darin lese.(auch die Absetzsymptomliste). Deshalb habe ich nach padma gefragt, weil ich nicht wusste, wie ich einen neuen Beitrag schreiben kann. Ich bewundere euch, wie liebevoll ihr trotz eigener Probleme so liebevoll auf die Neuen eingeht. War gestern bei Hausärztin, die sofort EKG machen liess und mir auf mein Bitten Diazepam verschrieben hat. Sie bot mir Betablocker an, die ich sofort abgelehnt habe, weil ich ohne dieses Forum gar nichts mehr nehme ! Danke für deinen Rat, auch über Cortisol, du glaubst nicht, wie wichtig das für mich war !!! Hätte nur noch 1 Frage : wieviel bedeutet Krümel und kann ich es wirklich nur bei Bedarf nehmen ( im Moment wahrscheinlich jeden Morgen !) Und wie lange kann oder muss ich bei 0,5 Fluoxetin bleiben?
Danke dir nochmal von Herzen, dass du dir für mich Zeit genommen hast, obwohl ihr so viele Beiträge habt !
Liebe Grüsse Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 23.08.17, 10:05

Hallo Jofab :)

wirklich keine Ursache, wir helfen gerne, bitte schreibe so oft du das Bedürfnis hast.
Hier soll keiner zu kurz kommen :hug: . Nur es können eben ab und an Wartezeiten entstehen.

Ich würde dir empfehlen das Angebot der Ärztin einen Betablocker aufzuschreiben anzunehmen.
Es ist weniger gefährlich als Diazepam, das eine hohe Suchtgefahr birgt. Diazepam muss bitte absoluten Ausnahmezuständen vorbehalten sein ! und man sollte es nicht öfter als 3-4 mal im Monat nehmen.
Es macht rasend schnell abhängig :(

Zum Betablocker - natürlich ist die Wahl des Wirkstoffs dem Arzt überlassen, ich zB nehme Bisoprolol in der niedrigsten Dosierung (1,25mg) und es reicht mir tatsächlich aus, ein knappes Viertel davon abzubeißen und es wirkt.
Man muss für sich selbst gucken, welche Dosis passt. Ich würde immer mit einem Krümel anfangen und wenn du es verträgst, aber es noch nicht ausreichend hilft, dann kann man was nachnehmen.

Grüße
Jamie
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 23.08.17, 10:39

Hallo Jofab,

ich würde dennoch zurückhaltend mit dem Betablocker umgehen. Bei Bedarf ein Krümel, Ok, aber regelmäßig eingenommen entsteht ebenso eine körperliche Gewöhnung wie bei anderen Medikamenten und auch Betablocker müssen dann ausgeschlichen werden.

Wir hatten hier auch schon Fälle, wo sich Entzugsbeschwerden durch BB-Einnahme bzw. Absetzen verlängert/verschlimmert haben.

Und jedes neue Medikament ist wieder ein neuer Eingriff/eine neue Belastung fürs ZNS, mit der es fertigwerden muss.

Es kann zudem gut sein, dass sich mit der Wiedereinnahme von Fluoxetin Dein Zustand bald bessert, dann brauchst Du nichts zusätzlich. Schließlich kommen die Symptome auch vom Absetzen.

Außerdem kann man bei Herzrasen auch zuerst einmal Magnesium und Fischöl versuchen, bevor man zu härteren Bandagen greift (neue Mittel immer vorsichtig auf Verträglichkeit testen). Beides ist insgesamt eine Unterstützung für den Körper im Entzug. Wenn das alles nichts hilft und die Beschwerden ständig unerträglich sind, kann man immer noch andere Wege in Betracht ziehen.

Sicher ist ein gelegentlicher BB Diazepam vorzuziehen. Ein Benzo solltest Du wirklich nur, wie Jamie :) schreibt, wenige Male im Monat nehmen. Aber unproblematisch ist ein BB auch nicht.

Sich den BB und/oder das Benzo für Notfälle zu Hause hinlegen, auch Ok. Allein der Gedanke, das da Notfallmittel sind, kann ja schon beruhigen. Aber als erste Option nehmen würde ich sie nicht.

Soweit meine Gedanken dazu.

Liebe Grüße :group:
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 23.08.17, 16:53

Liebe Carlotta, lieber Jamie,
vielen Dank für eure ausführlichen Antworten ! Ich habe mich so gefreut! Habe aber beim Lesen gemerkt, dass ich statt Fluoxetin Diazepam ! geschrieben habe. Natürlich k e i n Dia.! Das habe ich nur 10 Tage im Februar genommen und sofort danach entsorgt !
Jetzt weiss ich, was ein Krümel ist. Ich mache die Wassermethode bei Fluoxetin.
Ansonsten besuche ich die 12-Schritte- Selbsthilfegruppen, fast jeden Abend und das tut mir sehr gut.
Nochmals liebe Grüsse an euch, hoffe, dass es euch selbst im Moment auch gut geht ! Eure Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 23.08.17, 20:12

Hallo Jofab, :)

ich war heute Vormittag in Eile, ich habe leider einen pflegebedürftigen Vater, der mich emotional sehr stresst.

carlotta hat natürlich recht mit den pflanzlichen oder homöopathischen Alternativen bei Herzrasen.

Du kannst es mal mit Cardiodoron Tropfen von Weleda (leider teuer) probieren oder auch mit Strophantus D4 Sanum Tabletten, wobei das eher auf Langfristigkeit angelegt ist.

Im Entzug ist es so, dass man nach Möglichkeit Eingriffe mit blanker Chemie vermeiden oder auf ein Minimum reduzieren sollte.
Manche hier können sich ganz gut mit pflanzlichen Präparaten oder auch Atemübungen behelfen, wenn sie Herzrasen haben, anderen hilft nur der Betablocker.
Muss man für sich selbst austesten.

Alles Gute
Jamie
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 24.08.17, 8:39

Hallo Jamie, erst einmal Danke für deine Tipps gestern!
Ich bin ein Riesenidiot! Ich habe gestern die Wasserlösemethode falsch berechnet und wohl statt 0,5 - ca.1,5 mg eingenommen.
Um 4 Uhr wach mit Herzrasen (schlafe sonst durch). Mit Schoki tatsächlich wieder eingeschlafen.
Frage : kann ich heute 0,5 mg nehmen oder setze ich besser 1 Tag aus ?
Oder ist das ein Hinweis, dass Einschleichen wohl nicht funktioniert ?
2. Frage : wo kann ich einen Beitrag schreiben, wenn ich die Schnellantwort schon benutzt habe ? Ganz am Anfang in meinem Thread, wo "Antworten"( mit einem schrägen Pfeil nach unten) steht ?
Ich sollte heute eine Cortisonspritze ins Knie bekommen. Habe aber hier gelesen, dass es Absetzbeschw.verschlimmern kann und verzichte darauf.
Ich habe klappernde Angst, weil ich gar nicht weiss, was ich tun kann, wenn der Versuch scheitert !
Tut mir so leid, dich schon wieder zu behelligen, da ihr sowiel zu tun habt, um alle Beiträge zu beantworten.
Aber ich lese eure Antworten ständig, weil sie mich sosehr beruhigen, mehr als alles andere !
Sie vermitteln mir erfahrenes Wissen und ich traue im Moment sonst niemandem mehr !
Liebe Grüsse Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 24.08.17, 10:27

Hallo :),

zur Technik muss ich noch mal gucken, dass ich dir später einen Screenshot (Bild) reinstelle, damit du weißt, wo du draufdrücken musst.
Ich will schnell auf die mediz. und pharmazeut. Fragen antworten.

Ich würde heute normal die 0,5mg nehmen.
Bitte stelle uns rein, eine wieviel mg-Tablette du in wieviel ml Wasser löst, damit wir deine Rechnung überprüfen können - ist nur ein Angebot, aber machen wir gerne :roll: .

Cortisonspritze ins Knie? :o Kannst du den Termin absagen oder verschieben?
Ich muss dir sagen, in deinem eh schon aufgewühlten Zustand würde ich das nicht machen. Cortison kann im Entzug Unmengen Probleme machen (du merkst es morgens ja schon beim Cortisolflash, die beiden sind verwandt) und erst Recht Unruhe, Nervosität, Panik etc. triggern.

Natürlich bin ich kein Arzt und kann nicht beurteilen, wie dringend die Spritze ist, aber ich würde dir wirklich sehr empfehlen es erst einmal sein zu lassen. Vielleicht finden sich alternative Methoden?
Wenn es gar nicht geht, kannst du die Spritze irgendwann ja immer noch nachholen, notfalls.

Grüße
Jamie
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Lisamarie » Donnerstag, 24.08.17, 10:31

Hallo Jofab, du kannst immer mit der Schnellantwort am Ende der Beiträge antworten, auch wenn du diese schon genutzt hast, dann erscheint eben ein neuer Beitrag.

Ja geh heute wieder auf die 0,5 mg und nein das ist kein Zeichen das das Wiedereinschleichen nicht gelingt, da kann man erst genaueres drüber sagen wenn ungefähr 10 Tage um sind, dann können wir zusammen schauen ob du dich wieder stabilisieren kannst, ob du noch etwas aufdosieren musst. Vielleicht machst du dir ein Tagebuch in dem du aufschreibst, was noch an Symptomen da ist und was besser ist, so das wir mit dir zusammen nach den 10 Tagen ein Resümee ziehen können.

Bitte kein Cortison, das kann wirklich Symptome verschlimmern.
lg Petra
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Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 24.08.17, 12:12

Liebe Lisamarie, lieber Jamie,
vielen lieben Dank für eure schnellen Antworten. Da ich im Forum schon gelesen hatte, dass Cortison die Beschwerden evtl.versclimmert, habe ich das nicht gemacht. Kein Problem.
Ich viertele 10mg Fluox., löse 1/4 (2,5 mg) in 10 ml (Spritze) abgekochtem Wasser auf. Ziehe davon 3 ml auf Spritze zum Einnehmen. Ich denke, 3ml sind vielleicht für den Anfang genug.
Fühle mich im Moment nicht total schlecht, trotz relativ hohem Puls (trage heute gerade einen 24-Std.-Blutdruckmesser).
Bin ein bischen kaputt. Anstrengend. Dank eurer Tips kann ich um vieles besser damit umgehen. Schokolade hat sehr geholfen -
habe sonst immer erst mittags überhaupt etwas gegessen.
Das ich euer Forum gefunden habe, war meine höhere Führung. Ihr habt mir so viel Trost und Mut gemacht.
Nochmals von Herzen - danke ! Jofab (ich hoffe, ich labere nicht zuviel)
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Ululu 69 » Donnerstag, 24.08.17, 12:21

Hallo Jofab, :)

keine Angst, du laberst nicht zu viel. :group:

Gut, dass du die Cortisonspritze aufgeschoben hast.
Ist es trotz allem, was du durchmachst toll, dass dir ausgerechnet Schokolade etwas hilft ?
Ich sag ja schon immer, das ist kein Junkfood, sondern Medizin. :whistle:

Dass dich deine Situation im Moment anstrengt ist sehr gut verständlich.
Versuche etwas Ruhe zu finden, das tut deinem Gehirn im Moment gut.

Ach und übrigens, Jamie ist eine Frau. :D :D

Alles Gute Ute
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 24.08.17, 13:31

Hallo Ute, vielen Dank für deine tröstlichen Worte. Ich bin so bedürftig im Moment, das tut mir total gut !
Und ich bitte Jamie um Verzeihung (ich hab keine Ahnung, ob sie das hier lesen kann), aufgrund des Namens habe ich einfach auf einen Mann getippt !
Ich versuche, ein bischen Ruhe zu finden auch für mein Gehirn.
LG Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Donnerstag, 24.08.17, 18:15

hallo Jofab, :)

ich schaffe es leider nicht, bei allen immer zeitnah zu lesen :( . Aber es gibt hier ja viele Erfahrene die Antworten schreiben.

Zu deinem Knie: Hast du eine Entzündung? Ich habe eine gute Erfahrung mit Kohlwickeln. Einfach ein paar Weisskohlblätter nehmen, mit einer Wasserflache etwas darüber rollen, damit die Blattadern etwas brechen. Dann die Blätter aufs Knie packen und mit einer Mullbinde fixieren.
Ich viertele 10mg Fluox., löse 1/4 (2,5 mg) in 10 ml (Spritze) abgekochtem Wasser auf. Ziehe davon 3 ml auf Spritze zum Einnehmen. Ich denke, 3ml sind vielleicht für den Anfang genug.
Das ist nicht so optimal. Das Viierteln ist niche exakt genug und gerade bei diesen kleinen Mengen, sollte es möglichst exakt sein.
10 ml ist auch recht wenig zum Lösen. Abkochen brauchst du das Wasser nicht.

Du nimmst aktuell 0,75 mg.
Ich würde 40 ml Wasser in ein Glas geben, dazu die 10 mg Tablette komplett. Wenn du davon dann 3 ml aufziehst, hast du 0,75 mg.
Besorg dir am besten noch eine kleinere Spritze, z.B. eine 3 ml Spritze, damit lässt es sich noch besser abmessen.

Es kann sein, dass 0,75 mg Fluoxetin noch zu wenig sind, bei mir ist ab 2,5 mg eine deutliche Besserung eingetreten. Ich würde jetzt noch ein paar Tage auf den 0,75 mg bleiben, wenn dann noch keine Besserung spürbar ist, vielleicht auf 1,5 mg gehen.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 24.08.17, 22:01

Hallo padma, ich freue mich über jede Antwort und bewundere, wie ihr es schafft, so schnell zu antworten !
Zum Knie : habe Arthrose, heute Röntgen, doch verschlechtert, aber (noch) kein OP-Fall. Cortisonspritzen 3×jährl.haben mir sonst immer noch geholfen. Ist aber kein Thema, muss nicht sein. (Habe mich vorher gottseidank im Forum informiert). Werde auf jeden Fall Weisskohl versuchen. Danke für den Tip. (Sagt einem ja wieder kein Arzt)

Thema Tabletten : ich habe nur 20 Stück a10mg! Wenn die alle sind, wird mir die Hausärztin wohl nicht so schnell neue verschreiben
Ihr wäre lieber gewesen, ich wäre zu meinem Neurologen gegangen - konnte aber verstehen, das ich aufgrund seines, ja, fahrlässigen Verhaltens nun wirklich kein Vertrauen mehr hatte. Ausserdem hatte ich keine Lust, dort noch um einen Termin zu betteln ! Eine andere Praxis, der ich meine Nöte mit einem Kollegen (ganz vorsichtig) geschildert hatte, hat lapidar gesagt, sie nehmen keine neuen Patienten auf - fand ich unmenschlich in dem Fall! Es wäre ja erstmal nur um 1 Termin gegangen durch falsche Beratung eines Kollegen ! Mal eine weitere Erfahrung zum Thema Ärzte !
Ich nehme aktuell max. 0,5 mg.(wie gesagt - gestern klein wenig mehr, da habe ich heut nacht um 4 schon im Bett gestanden !!!)
Hat sich aber beruhigt (sh.oben) und es ging mir im Laufe des Tages zumindest nicht schlechter. Ich bin lieber erstmal vorsichtig und warte die nächsten Tage ab. Denn eigentlich hat das Fluox.in dem Vierteljahr, als ich es genommen habe, nicht so die positive Wirkung gezeigt.
D.h. ich hatte ja das Gefühl, das es eher wieder schlechter wird und ich es deshalb absetze.

Was mich aber viel mehr interessiert : wie geht es dir jetzt ? Ich hab deine Geschichte von Anfang an im Forum nachgelesen und es hat mich sehr berührt. Auch die Geschichte mit deiner Katze (ich hatte selbst lange Jahre eine Katze) .
Deshalb habe ich wohl auch nach dir gefragt und weil deine Fluox.-Geschichte ähnlich war.
Jetzt habe ich schon wieder soviel geschrieben - wollte nur kurz antworten - wer soll das alles lesen, wenn noch soviel andere auch Hilfe brauchen.
Ich hoffe sehr, das es dir im Moment auch körperlich gut geht und bedanke mich, dass du dir die Zeit nimmst.
Leider kann ich kein Schneckensymbol machen - (alle Sonderzeichen werden zensiert) sonst würde ich es tun !!!
Liebe Grüsse Jofab
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