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jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Montag, 27.11.17, 14:51

Liebe Ilse :hug: ,
es ist schlimm, was du durchmachen mußt.

Ich würde Jamies :) Einschätzung teilen! Gibt es eine Dosis, auf der es dir besser ging, als jetzt, weißt du das noch?
Darauf würde ich zurückgehen - vllt auf 0,85 mg oder in noch kleineren Schritten, zumindestens rückwärts u. dann am besten immer
hier melden, wie es dir geht - damit wir gemeinsam das weitere Vorgehen abstimmen können.
Jofab hat geschrieben:Ich weiss, für euch ist das kaum zu beurteilen, aber wenn ich so lese, kann ich nicht feststellen, dass es mir besser ging.
Kann das denn sein, dass das Fluox. es noch verschlimmert ? Wäre das überhaupt möglich ?
Ja, das ist leider möglich :( !
Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Venlafaxin machen müssen - es wirkte plötzlich nicht mehr (wenn es denn überhaupt je gewirkt hat -
aber das ist ein anderes Thema) u. ich hatte mit den ganzen Nebenwirkungen zu kämpfen.
Allem voran diese unerträgliche Unruhe (Akathisie) - ich konnte keine paar Minuten still sitzen oder stehen, konnte kein gemeinsames
Essen durchhalten, weil ich sofort wieder aufstehen mußte - wäre am liebsten aus meiner Haut gefahren. Fürchterlich :(

Das hatte sich dann erst mit dem immer weiteren Abdosieren langsam gegeben!

Liebe Grüße von Anna
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Montag, 27.11.17, 17:11

liebe Ilse, :)

es tut mir sehr leid zu hören, wie schlecht es dir geht. :hug:

Ich bin mir sehr unsicher über das beste Vorgehen.

Mit schlimmen Gedanken meinst du sicherlich Suizidgedanken. Ein Suizid im Umfeld kann solche Gedanken triggern, gerade, wenn es einem selbst nicht gut geht. Bitte pass auf dich auf.

Ich habe jetzt nochmal nachgelesen, die Suizidgedanken sind seit dem 14. 11 erstmals aufgetreten, vermutlich als Folge der Hochdosierung auf 0,95 mg. Nach der Reduktion zurück auf 0,92 mg wurde es etwas besser.

Dann kam die Halsentzündung und das AB und dazu der Suizid, was beides getriggert haben kann.
Wirklich wissen, was jetzt genau die Ursache dafür ist, dass es dir soviel schlechter geht, kann man derzeit nicht.


Da nicht klar ist, ob du von der Wiedereindosierung überhaupt profitierst, wäre mein Impuls auch sicherheitshalber ein wenig runter zu gehen und zu schauen, ob und was das für eine Wirkung hat. Mein Vorschlag wäre 0,9 mg.

Ich würde möglichst nur sehr kleine Dosisveränderungen vornehmen, da bezogen auf den Spiegel die tatsächliche Veränderung ja deutlich grösser ist. Und eine Reduktion kann die Symptome ja auch verstärken.

Es wäre wichtig, dass du mit jemandem über den Suizid sprechen kannst. Die Telefonseelsorge wäre auch eine Möglichkeit.

Ich denke an dich :hug:

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Ululu 69 » Montag, 27.11.17, 17:21

Hallo Ilse,

auch ich schicke dir zuerst einmal einen Drücker.
:hug:
Du hattest das Fluoxetin ja nach längerer Zeit wieder eingenommen, leider ist es dann ja oft so, dass es nicht mehr oder sogar paradox wird.
Ich sehe es also genauso wie Jamie :) und Annanas :) und würde vorerst mit der Dosis nach unten gehen und schauen, ob sich etwas verbessert.
Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass der Selbstmord deines Cousins einen großen Anteil an deiner Suizidalität hat. Zum einen sicher aufgrund der Trauer, die du empfindest zum anderen hat das bei dir aber vielleicht auch zu einem Tabubruch in deinem Denken geführt ? Was ich meine ist, dass du dir diese Gedanken vor dem Suizid deines Cousins nicht gestattet hast, weil du ja eigentlich leben willst aber weil eben genau dieses Undenkbare in deiner Familie eingetreten ist, beschäftigst du dich jetzt gedanklich auch damit.
Ist nur so eine Idee von mir.

Wenn du Angst vor deinen Gedanken haben musst, such dir bitte Hilfe im Krankenhaus.
Manchmal geht es eben nicht anders.

LG Ute

Überschnitten mit Padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Montag, 27.11.17, 20:48

Liebe Ilse,

erst mal mein herzliches Beileid zu dem Todesfall in Eurer Familie. Es tut mir auch sehr leid, wie die Symptome Dich quälen. :(

Es wurde schon viel Wichtiges geschrieben; tendenziell würde ich - wie Padma :) schon vorgeschlagen hat - die Dosis ganz vorsichtig nach unten anpassen. Dann kann es allerdings wegen der so langen HWZ von Fluoxetin etwas dauern, ehe sich die Änderung deutlich bemerkbar macht.

Padma hat jedoch noch einen sehr wichtigen Hinweis auf das AB gegeben. Aus mehrfacher Erfahrung (meiner eigenen eingeschlossen) kann ich sagen, dass AB (und das können durchaus auch andere sein als die sehr gefährlichen Fluorchinolone) im Entzug dermaßen triggern können, dass sich die Symptomatik um ein Vielfaches potenziert (leider u. U. auch über längere Zeiträume). Von daher lässt sich wirklich kaum sagen, woher die verstärkten Symptome nun herrühren.

Sicher spielt auch die familiäre Tragödie eine Rolle; aber so extrem, wie Du Deine Gefühle schilderst (und vor dem Hintergrund, wie ich Dich bislang gelesen habe), habe ich den Eindruck, dass da Prozesse ablaufen, die in nicht zu unterschätzendem Maße substanzinduziert sind (die Frage ist eben nur, von welcher genau bzw. hauptsächlich).

Wie gesagt, würde ich die Dosis leicht senken.

Liebe Grüße und ganz viel Kraft :group:
Carlotta

P. S.:
Wenn du Angst vor deinen Gedanken haben musst, such dir bitte Hilfe im Krankenhaus.
Das ist richtig; nur schau, dass man Dir im absoluten Notfall möglichst nichts anderes verabreicht als ein Benzo (natürlich nur sporadisch), nicht dass weitere Medikamente die Symptome noch verschlimmern.
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Montag, 27.11.17, 21:41

Hallo ihr Lieben,
ich bin wirklich zu Tränen gerührt, wie lieb ihr euch kümmert. Ich danke euch allen von Herzen und hoffe sehr, dass ich bald
mal etwas zurückgeben kann. :group:

Bin immer noch am Überlegen. Bin von 0,87 mg auf 1 mg gegangen. Auf 0,87 mg war ich nur 1 Woche. Davor 0,83 mg.
Das war eine Erhöhung um 20% !
Ca. 5 Wochen nach der Erhöhung auf 1mg hab ich angefangen "sehr depri" zu notieren.
Ich erinnere mich an extreme Einsamkeitsgefühle, die vorher nicht da waren. In den nächsten Tagen fingen die Suizidgedanken
an. Das Fluox. hat ja eine lange Halbwertzeit. Für mich sieht das nach paradoxer Reaktion aus. Nach 14 Tagen 1mg bin ich ja
runter auf 0,92 (0,95 mg waren nur 3 Tage.) Wenn ich es wirklich nicht mehr vertragen habe, wäre das eine viel zu grosse
Erhöhung gewesen, die sich durchaus so massiv hätte äussern können. Und dann auch negative Nebenwirkungen (Suizidgedanken) statt nur Absetzsymptome.
Der Tod meines Cousins war erst 14 Tage später. Da hatte ich diese Gedanken längst.

Ich denke auch, dass ich geringfügig reduzieren sollte auf 0,9 mg. Da will ich wirklich vorsichtig sein. Und dann bleibt mir wohl
nichts anderes als abzuwarten und zu beobachten.
Ist das denn nun immer noch ein Kaltentzug, wenn ich es wirklich nicht vertrage ? Oder würde der Spiegel und das langsame
Reduzieren jetzt doch ein Rolle spielen ? Hab es ja immerhin 3 Monate genommen.

Es ist sicher schwer zu sagen, was hier alles triggert, da gebe ich euch recht. Ich kann nicht anders, ich muss versuchen,
herauszufinden (wenn es denn möglich ist), ob eine Wiedereinnahme mir etwas bringt.
Und das Nachdenken darüber ist immer noch besser als in negativen Gedanken zu versinken.

(Übrigens : ich habe mir die Finger wund gewählt bei der Telefonseelsorge - kein Durchkommen ! Und als ich das gegoogelt
habe, bekam ich das auch bestätigt : man kommt kaum durch)

Nochmals : danke Jamie, Anna, Padma, Ute und Carlotta - dass ihr euch die Zeit genommen habt - jeder einzelne eurer Gedanken,
eurer eigenen Erfahrungen hat mir dabei geholfen eine Entscheidung zu treffen. :group:
Und das offen auszusprechen und soviel Fürsorge zu erfahren, hat mir unglaublich gut getan.

Liebe Grüsse Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Montag, 27.11.17, 22:02

Liebe Ilse,

ich spreche jetzt mal mit für die anderen, wenn ich sage, wir haben das alle gerne gemacht. :hug: Du tust, was Du kannst, um da rauszukommen, und wir unterstützen Dich gerne dabei. Und Du selbst hast Dich doch bei anderen auch schon einfühlsam eingebracht, obwohl es Dir nicht gut geht. So hilft man sich gegenseitig, so gut man kann.

Zur Verträglichkeit wollte ich noch was ergänzen: Ich würde das nicht so absolut sehen. Ok, es kann sein, dass Du Fluoxetin u. U. gar nicht mehr verträgst, es kann aber auch sein, dass Du es "nur" ab einer gewissen Dosishöhe nicht mehr verträgst bzw. auch, dass die letzten Dosiserhöhungen zu schnell waren (gerade auch angesichts der langen HWZ, wo sich Veränderungen z. T. erst wochenlang später zeigen). Von daher lässt sich m. E. noch überhaupt nicht sagen, dass gar keine Verträglichkeit mehr gegeben ist.

Es kann gut sein, dass diese fiesen paradoxen Wirkungen in niedrigeren Dosen wieder abflachen, aber leider dauert es vermutlich eben wegen der HWZ, bis man durchschlagend was merkt.

Und es ist nicht ausgeschlossen, dass das AB (plus seelischer Stress) all das noch verschärft hat. Es muss ja nicht unbedingt nur eine Ursache geben. Ein angeschlagenes ZNS reagiert ja auf sämtliche Einflüsse i. d. R. viel extremer.

Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du bald zumindest einigermaßen zur Ruhe kommst. :hug:

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Dienstag, 28.11.17, 9:48

Hallo Ilse, :)

ich wollte auch ganz kurz noch einen Kommentar da lassen und carlottas :) Position unterstreichen.
Bitte siehe alles nicht ganz so absolut.
Ich weiß du suchst Antworten, aber bei manchen Sachen können auch wir sie nicht geben, so gerne wir auch wollten :roll: (und wir würden wirklich gerne!)

Bei Psychopharmaka gibt es nicht nur hilft - hilft nicht, wird vertragen - wirkt paradox etc.
Hast du schon mal den Ausdruck gelesen, dass man nicht mit, aber auch nicht ohne kann?
So geht es einigen hier. Ohne ist es schei***, mit aber nur geringgradig besser oder anders oder anders schei**.
Ich fürchte du bist auch in so einer Lage.
Und oft machen es dann vorsichtige Schritte beim Ausloten der Dosis aus, die über Bekömmlich- oder Nichtbekömmlich - oder Verträglichkeit entscheiden.

Ich denke es sollte dosismäßig jetzt sachte nach unten gehen, evtl. auf 0,9mg oder einer Dosis, die sich stimmig für dich anfühlt, und dann muss man weiterschauen.

Viel Kraft :group:
Jamie
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Freitag, 01.12.17, 9:32

Liebe Foris,
allen noch einmal Danke fürs Antworten.
Ich war gestern bein HNO, Mandelentzündung etwas besser, er hat Abstriche genommen, ob man ein stärkeres AB geben muss.
Ausserdem hat er unter örtlicher Betäubung eine Probe eines Hautzipfels entnommen, die er zur Untersuchung einschicken
muss. Neuerdings habe ich eine Stelle am Bein, die juckt sosehr, dass ich sie blutig kratzen könnte. Trage Systral-Gel auf.

Aber ich schreibe wegen etwas anderem. Ich hatte heute morgen beim Aufwachen nicht nur Herzrasen wie immer,
sondern so grauenhafte Ängste, wie ich sie zuvor noch nicht erlebt habe. Ängste hatte ich von Anfang an, aber realere
Ängste. Es war auch nicht Angst, dass ich sterbe. Es war das nackte Grauen selbst. Es war so furchtbar, dass selbst die
Unruhe in den Hintergrund trat. Es war fast wie manifestiert spürbar. Es tauchte langsam auf.
Hatte gestern mal eine Krümel Betablocker versucht, von 2,5 mg BisoHexal 1/4 Tabl.

Seitdem ich aufgestanden bin und schreibe, wird es etwas besser. Das Herzrasen ist plötzlich fast aushaltbar. Das ist sonst um diese Zeit noch stärker. Jetzt habe ich nur noch die Angst, dass ich irgendwie abdrehe und wirklich in einer Klinik lande.
Der Gedanke ist mir bisher noch nie gekommen. Bislang konnte ich doch noch einigermassen meinen Alltag bewältigen.

Warum wird es immer schlimmer ? Was passiert mit mir ? Kennt ihr das ?
Ihr habt mir ja schon liebevoll zu verstehen gegeben, dass ihr nicht alles erklären könnt. Das verstehe ich auch.
Wenn ich nur einfach schreiben darf.
Ich hatte nie eine Angststörung in meinem Leben, kenne nur das Wort.
Kann es denn sein, dass meine ganze momentane Situation (mit dieser Nachricht) so lange triggert ?

Bitte entschuldigt, ich weiss und habe vollstes Verständnis, dass so viele auf Antwort warten.
Aber vor Monaten ging es mir noch besser. Wie konnte ich so euphorisch dieses "Fenster" beschreiben, es waren nur ein
paar Stunden und seitdem wurde es nur schlechter.
Ich bemühe mich wirklich, das könnt ihr mir glauben, mich nicht in die Zukunft reinzusteigern, genau wie ihr immer ratet,
aber das ist so überwältigend und ich bin so allein damit, dass es manchmal einfach nicht geht.
Aber das Schreiben jetzt hat mir gut getan, nur weil ich weiss, dass mich jemand hört.
Aber stat der schlimmen Unruhe ist da jetzt im Moment die Angst, die nicht weg geht, nur nicht mehr so unaushaltbar wie
heute morgen.
Woher kommen jetzt seit Wochen diese schrecklichen Gefühle, die vorher nicht da waren ? Das muss doch einen Grund haben.
Ich wollte eigentlich wirklich nicht schon wieder schreiben - entschuldigt.
Ich danke euch fürs Zuhören. Ich weiss, ihr wisst es auch nicht und könnt nur vermuten, aber das tröstet schon.
Meine Freundin ist auch 1 Woche weg, mit ihr kann ich sonst mal reden.
Mit meinem Sohn muss ich vorsichtig sein, wenn er keinen Rat mehr weiss, bringt er mich vielleicht in eine Klinik(seine Freundin ist Krankenschwester und meint noch, es müsste doch Medikamente geben.)

Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Muryell » Freitag, 01.12.17, 10:29

Liebe Ilse,

ich kenne dieses Gefühl, dass es einem gut tut, zu wissen, dass jemand liest und versteht, was man schreibt.
Ich habe ein sehr verständnisvolles Umfeld, meine Familie unterstützt mich sehr und meine Freunde lassen mich in Ruhe, weil sie wissen, dass ich diese Ruhe brauche. Trotzdem seid Ihr die einzigen, die richtig nachvollziehen können, was ich empfinde.

Durch die Einnahme von Paroxetin kenne ich diese absolute Angst. Das Gift soll gegen Panikstörung helfen und hat bei mir eine extreme Angst ausgelöst. Viele fragten: „wovor hast Du Angst?“ Es ist, wie Du schreibst. Es ist das nackte Grauen selbst.

Ich kann nichts zu Deiner Medikation sagen. Ich kann nur sagen, dass ich mich nicht mehr bemühe. Ich nehme es an. Ja, es ist schlimm, aber es ist so, wie es ist. Und ich lege mich hin, ich schaue einen Film ohne Ton, nur mit Untertiteln, ich lese hier, ich male. Ich denke, das sind nicht meine Ängste, es sind die Ängste von diesem Gift, und das werde ich auch klein kriegen. Ganz nebenbei: deshalb gefällt es mir so gut, Paroxetin zum Wiegen kleinzumachen. :P

Ich kenne diese Angst schon, vielleicht fällt es mir deshalb leichter, sie wahrzunehmen, ohne ihr viel Platz einzuräumen.

Ich hoffe sehr, dass Du ein bisschen Erleichterung finden kannst.

Liebe Grüße

Muryell
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Bittchen » Freitag, 01.12.17, 10:54

Liebe Ilse,

ich kann sehr gut nachempfinden wie du dich im Moment fühlst.
Mir geht es gerade ähnlich.
Ich habe eine sehr hohe Dosis 20mg Es-Citalopram ,nach über 7 Jahren abgesetzt.
Es ist die Unsicherheit,ob es richtig war, im Hinterkopf.
Aber gut ging es mir mit AD auch nicht und die Nebenwirkungen waren bei mir schon sehr gravierend.
Ich bin noch 5 Jahre älter wie du,ja, die Ängste begleiten mich auch sehr stark.
Wenn ich hier schreibe und lese, bin ich auch abgelenkt,aber das ist ja auf Dauer keine Lösung.
Ich hoffe sehr ,dass ich mich wieder stabilisieren kann und wünsche dir das auch von ganzem Herzen.

Ganz liebe Grüße
Bittchen
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Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Muryell » Freitag, 01.12.17, 11:50

Liebe Ilse,

hier kannst Du sehen, wie ich das Paroxetin, das Angstmonster, kleinmache.

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Freitag, 01.12.17, 13:26

liebe Ilse, :)

lass dich mal :hug:

Dieses Grauen ist mit Sicherheit substanzinduziert, es wird immer wieder beschrieben. Mit dir hat das nichts zu tun, es ist das ZNS, das ausser Kontrolle geraten ist.

Natürlich kann der tragische Tod deines Cousins die Symptome verstärkt haben, ursächlich ist es jedoch nicht.
Warum wird es immer schlimmer ? Was passiert mit mir ? Kennt ihr das ?
Ich weiss es leider nicht. Es kann eine Reaktion auf die Dosisreduktion sein. Es kann eine heftige Welle sein, getriggert durch diesen traumatischen Vorfall. Vielleicht auch mitgetriggert durch die örtliche Betäubung.
Oder du verträgst Fluoxetin nicht mehr.

Da du jetzt erst reduziert hast, würde ich nun abwarten und beobachten.
. Jetzt habe ich nur noch die Angst, dass ich irgendwie abdrehe und wirklich in einer Klinik lande.
Diese Angst ist verständlich, ich glaube es aber nicht. Dennoch könntest du sicherheitshalber eine psychiatrische Patientenverfügung verfassen http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de ... atrie.html

Ilse, du brauchst dich wirklich nicht dafür zu entschuldigen, wenn du uns hier deine Not schilderst.
Du bist uns damit willkommen, auch wenn wir leider nicht viel für dich tun können. :hug:


liebe Grüsse,
padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Ululu 69 » Freitag, 01.12.17, 14:59

Hallo Ilse,

das klingt alles ganz schlimm bei dir im Moment.
Ich schicke dir mal einen Drücker.
:hug:
Wenn es dir nur ein klein wenig hilft hier zu schreiben, ist es die Sache doch auf jeden Fall schon wert. Dann hat dir das Forum schon ein bisschen geholfen und dafür ist es da. :wink:
Ich denke bei dir kommen im Moment einfach sehr viele Dinge zusammen, die sich gegenseitig aufschaukeln.
Du wirst es aushalten, auch wenn es sich im Moment absolut nicht so anfühlt.

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Freitag, 01.12.17, 15:16

Liebe Ilse,

vergiss bitte auch die ganzen Medikamente nicht, die noch im Spiel waren/sind. Das wird oft völlig unterschätzt. Im Entzug können bspw. AB Symptome geradezu potenzieren (habe ich selbst erlebt und weiß es auch von anderen).

Du beschreibst zudem, dass dieses Grauen nach dem Betablocker so extrem wurde. Da kann es durchaus einen Zusammenhang geben.

Selbst das Gel, das Du aufträgst, kann zentral wirken und Symptome auslösen/verstärken. Ich habe mal geschaut, die NW sind nicht so ohne. Evtl. gibt es eine harmlosere Alternative?

Auch das Ekzem kann entzugsbedingt sein.

Ich weiß, es ist kaum vorstellbar, was wir Betroffene durchmachen müssen. :hug:

Ich kann Dir nur sagen: Es wird wieder.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 03.12.17, 15:33

Liebe Ilse,

Ich wollte mich kurz für deinen sehr netten Beitrag bei Bittchen bedanken. <3
Du bist Ei toller Mensch, dass du es schaffst anderen so liebe, mitfühlende Worte da zu lassen, obwohl es dir gerade selbst so schlecht geht.
:hug:
Ich wünsche dir einen zumindest erträglichen ersten Advent.

LG Ute
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Rosenrot » Sonntag, 03.12.17, 17:00

Liebe Ilse, :)

es ist so schlimm, was du gerade erlebst.

Wie gut, dass du noch ein paar Menschen an deiner Seite hast. Auch wenn sie nicht nachvollziehen können, was wir durchmachen. Ihre Gegenwart ist so wertvoll.

Ich hoffe, dass es ganz bald wieder lichtere Augenblicke und Zustände geben wird.

Ganz viel Kraft und Heilung für dich! :hug:

Rosenrot
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von neuling » Sonntag, 03.12.17, 17:05

Liebe Ilse,


Sei umarmt.

Wir werden aus dieser schrecklichen Zeit heil rausgehen.

Es darf einfach nicht anders sein.

BASTA! !!!!

WIR WERDEN DURCHHALTEN UND ES WIRD WIEDER BESSER WERDEN.

LG MARY
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Diagnose: keine- längere Krankheit, hab 10 Kilo ungewollt abgenommen, hab mich in eine Panik gesteigert, konnte nicht mehr schlafen, es stand Ms und borreliose im Raum. Bis heute nicht endgültig geklärt.
Stattdessen Beruhigungstabletten Opipramol bekommen. Zum ausprobieren!


Opipramol 25 mg - 50 mg täglich für ca. 5 Wochen (Ende März 16 bis ca.Ende April 2016) kalt abgesetzt wie Neurologin gesagt hat
Hatte keine Ahnung das so ein Horror folgt
Konnte nicht mehr schlafen, etc. Hab nicht verstanden das es vom absetzen kommen kann.

zunächst Mai 16 Oxacepam 10 mg 2 x, Zopiram 1 x, Tavor 1 mg 1 x, dann nochmal Ende Mai 5 x Oxacepam, Diazepam 1x, Umstellung auf Bromazepam 2mg für ca. 17 Tage mit Mirtazapin zunächst 7,5mg, dann 15 mg

Hatte auch noch eine Vollnarkose in dem Zeitraum.

dann Umstellung auf Mirtazapin 15 mg , Dominal 80 mg (3Tage), Olanzapin 2,5mg (4Tage), Dominal und Olanzapin wieder abgesetzt w/ Unverträglichkeit, stattdessen Mirta und Dipiperon 40mg (für 7 Tage).

Jetzt nur noch Mirtazapin 15 mg alles nur um zu schlafen
17.08.16 Mirta 7,5mg sonst nix schlimme Symptome seit langer Zeit, werde nochmal auf 15 mg gehen

Habe dann wieder auf 7,5mg reduziert
10.9.16 bin auf 0 Mirta gegangen lt.Arzt

Hatte die ganze Zeit auch mit Mirta schlimmste Zustände vermute hab ich nie vertragen

28.9. 16 Psychatrieeinlieferung
haben mir gar nicht zugehört mit den Tabletten in der Vorgeschichte --- Risperdal angesetzt wegen Psychose (kann nicht von den Tabletten sein! )
hab ich nicht genommen
Haldol unter Androhung Gerichtsbeschluss
Habe mich ergeben.
Haldol 2mg früh 4mg abends
Diazepam 10 mg
Dominal zum schlafen 40mg
Ca.4 Wochen lang an 1x Tavor erinnere ich mich
24.10.16 Umstellung auf Risperdal von Haldol
Akineton, Diazepam innerhalb 4Tage
Ab 3.11.Risperdal u.Akineton
Ab 10.11.16 alles abgesetzt und
Oxacepam u.Zolpidem
Dann irgendwann Mirtazapin bis 30mg aufdosiert
Und abilify 5 dann 10 dann 5 dann 3 mg
So bin ich dann entlassen worden.
Ohne Diagnose! !!
Absoluter Wahnsinn was die mit mir gemacht haben .
Aussage : Wir sind ein Fachkrankenhaus vertrauen Sie uns! !
Jetzt heißt es das auf Station wohl nicht SO GUT GELAUFEN IST.
5.1.17 Mirtazapin nach Entlassung auf 15 mg reduziert
Keine Veränderung der Symptome
Abilify alle paar Tage um 0,5 mg reduziert
Ging schief.
Ende Jan 17 Abilify auf 0
Mirta auf 15 mg
22.2.17 Abilify wieder genommen 1mg
Dann 2mg
24.2.17 Abilify 3 mg
16.3.Mirtazapin 7,5 mg
23.3.Mirtazapin lt Arzt auf 0
Seitdem kein Mirta mehr
Abilify reduziert ab 01.04.17 immer um 0,5mg
Von 3 mg auf 0
23.05.17 Abilify 0
Keine Medikamente mehr seitdem.
Aber mir geht es schrecklich.
Nach absetzen Mirta ging es besser und während Reduzierung Abilify auch.
Auf 0 dann wieder Horror vom feinsten.

2.6.17 Abilify 0,5mg lt.Arzt
Ging nicht.
Wieder ohne.
27.6.17 Abilify 0,2mg versuch lt. Forum nach 7 Tage
4.7.17 Abilify auf 0,4mg bis 23.7. durchgezogen keine Besserung.
18.7. Psychosomatische Klinik o Wunder die haben mir geglaubt das das meiste Medikamenten bedingt ist und sie mit mir absetzen.
24.7.Reduzierung auf 0,3mg Abilify
6.8. Reduziert auf 0,2 mg
13.8.reduziert auf 0,1 mg
21.8. Auf 0
Keine Änderung der Symptome während Reduzierung.

Allerdings geht's mir immer noch ganz schrecklich. Hölle auf Erden. Bin zuhause.

Habe ALLE Symptome vor allem Kopf , Akathisie, Sehstörungen, Gefühl umzufallen, Gefühl das mein Hirn "ausschaltet". Es ist die pure Hölle! !!!

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Sonntag, 03.12.17, 17:43

Ach ihr lieben Foris,
wollte mich am Freitag bei euch allen bedanken. Habe es nicht geschafft. Dabei bin ich so dankbar und lese eure Antworten
immer wieder.
Ich hoffe auch sosehr, dass wirklich bald ein paar lichtere Momente wieder kommen.
Im Moment ist es psychisch wirklich schlimm. War heute derartig depressiv. Obwohl ich mittags im NA-Meeting war und
heute nachmittag nochmal ins Freie. Sitzt irgendwie im Bauch. Habe nochmal über Neuro-Emotionen nachgelesen.
Substanzinduziert - wie Padma schreibt. Ist natürlich schwer einzuschätzen. Bin zuviel allein, aber verabreden ist im Moment
schwierig, bin innerlich so nervös, dass ich es nicht aushalten würde, mich über Belangloses zu unterhalten.
Vielleicht triggert alles im Moment noch stark, was in den letzten 14 Tagen war. Ich muss einfach hoffen, dass es wirklich
eine Welle ist und es sich bessert.

Vor allem möchte ich dem Team nochmal danken. Ich habe gelesen, dass fast alle selbst stark angeschlagen sind.
Ihr leistet Übermenschliches. Jeder einzelne von euch müsste das Bundesverdienstkreuz bekommen - das meine ich wirklich
ernst. Soviel Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit habe ich noch nie erlebt. Trotz massiver eigener Beeinträchtigungen.

Ich wünsche von Herzen, dass es euch allen bald ein wenig besser geht. :group:

Liebe Grüsse Ilse
Zuletzt geändert von Jofab am Sonntag, 03.12.17, 18:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Sonntag, 03.12.17, 18:01

Ach - liebe Mary,

ich umarme dich auch ganz fest und danke dir und drücke dich ! :hug:

Wie schön, kämpferische Töne von dir zu hören ! Das tut auch mir so gut !

So ist es richtig - es nützt ja nichts !
Wir haben uns und wollen uns Mut machen.
Sich nicht überwältigen lassen von der Angst ! Es ist schlimm im Moment. Aber Angst machts noch schlimmer !
Das haben mir immer wieder alle gesagt.
Das kann man üben ! Das wollen wir üben !

Bei allen, über die ich hier im Forum gelesen habe, ist es irgendwann besser geworden. Ich lese ganz oft in Jamies Erfahrungsbericht und es macht mir immer Hoffnung.

Habe mich so gefreut von dir zu hören !

Liebe Grüsse :group:
Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Sonntag, 03.12.17, 18:33

Liebe Ilse :hug: ,
Jofab hat geschrieben:Im Moment ist es psychisch wirklich schlimm. War heute derartig depressiv. Obwohl ich mittags im NA-Meeting war und
heute nachmittag nochmal ins Freie.
Das ist aber wirklich eine Leistung, daß du das geschafft hast - bitte auch nicht kleinreden oder -denken - für alles, was eigentlich
ein "normales" Leben ausmacht, brauchen wir z.Zt. enorm viel Kraft u. dieses Nichtkönnen kann zusätzlich runterziehen!
Jofab hat geschrieben:Bin zuviel allein, aber verabreden ist im Moment
schwierig, bin innerlich so nervös, dass ich es nicht aushalten würde, mich über Belangloses zu unterhalten.
Ich kenne das auch - aus Erfahrung kann ich sagen, bloß sich nicht dazu zwingen, wenn so ein Gespräch nicht unbedingt erforderlich ist -
dieser Kraftaufwand kann eine Symptomverstärkung mit sich bringen.

Aber nicht mit dir hadern, du kannst nichts dafür u. wenn jetzt nicht viel geht, dann ist das eben so!

Menschen, die sich das Bein gebrochen haben, sagt man auch nicht, sie sollen einen Marathon laufen! :o
Im Gegenteil, da würde Jeder Mitleid u. Verständnis aufbringen. :cry:
Das hier ist nichts Anderes, nur, daß man uns unser Befinden meist nicht ansieht u.zudem kann man beim Beinbruch noch die Dauer der Heilung abschätzen, was in unseren Fällen auch nicht ohne Weiteres möglich ist.
Jofab hat geschrieben:Vielleicht triggert alles im Moment noch stark, was in den letzten 14 Tagen war. Ich muss einfach hoffen, dass es wirklich
eine Welle ist und es sich bessert.
Es war wirklich sehr viel, was in den letzten Wochen zusätzlich auf dich eingeprasselt ist - so konnte dein Gehirn gar nicht zur Ruhe kommen -
das war eine enorme zusätzliche Belastung - denn z.Zt. vollbringt das ZNS sowieso schon Höchstleistungen!

Liebe Ilse - wir haben einen Thread, "AD abgesetzt und wieder gesund" - wenn du die Kraft dazu hast, kannst du gerne mal stöbern -
mir hilft es immer, da mal reinzuschauen :
AD abgesetzt u. wieder gesund - Sammelthread

Ganz liebe Grüße von Anna

PS: Dankeschön für deine lieben Wünsche!
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
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