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jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Jofab
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Montag, 04.12.17, 15:46

Liebe Anna, liebe Foris,
danke nochmal für die Antworten. Anna, du hast mir gestern ( PN ) geschrieben, dass hier schon mehrere schwere Verläufe
waren und es wurde wieder. Ich habe natürlich nur verstanden, dass ich auch einen schweren Verlauf habe !

Heute war ich ja 2 Std. bei meiner alten Dame.
Leider sind die Ängste derartig schlimm den ganzen Tag, dass ich glaube, sie nicht aushalten zu können. Selbst, wenn ich
unterwegs bin so wie vorhin.

Aber was ich sagen will : meistens hören sie abends auf. Auch die Depressionen sind abends besser. Ich weiss, dass das
hier bei vielen oft der Fall ist. Wenn es dunkel ist, fühle ich mich auch in meiner Wohnung zuhause, manchmal, als ob
nichts wäre. Das war auch immer so - aber ich meine, es ist auch jetzt noch so, wo ich diese schlimmen Ängste den
ganzen Tag habe.
Das bedeutet doch eigentlich, dass es Absetzerscheinungen ( oder Nebenwirkungen vom Eindosieren) sind - oder ?

Ausserdem habe ich gestern hier irgendwo gelesen, dass das Nervensystem bis zu 1 1/2 Jahre brauchen kann, um seine
natürliche Balance wieder herzustellen.
Auch habe ich im " Abgesetzt - wieder gesund" eine ganze Menge Beiträge gelesen, wo es nach 1 Jahr viel besser wurde. Vielleicht kann ich da auch ein bischen Hoffnung haben.
Habe nämlich leider immer noch die schweren Verläufe ( z.B.Algostrata) im Hinterkopf, wo es viele Jahre gedauert hat.
( Habe ich am Anfang mal gelesen und es macht mir bis heute furchtbare Angst )

Eine Frage habe ich noch : habe seit Monaten, schon seit dem Eindosieren im Febr. auf der linken Schulter ein Brennen auf
der Haut. Mal mehr - mal weniger schlimm. Habe erst hier begriffen, dass es mit dem Fluox. zusammenhängt.

Kann nichts finden in den Gesundheitstips. Hat jemand einen Rat für eine Salbe oder so etwas ?

Ich danke, dass ich hier schreiben darf.
Liebe Grüsse Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Montag, 04.12.17, 17:52

liebe Ilse, :)

es ist bei Absetzsymptomen sehr oft so, dass es gegen Abend besser wird. Das liegt daran, dass der Cortisol Spiegel, der ja morgens ansteigt, abends wieder abgesunken ist.Wellen und Fenster sind ein typisches Zeichen für eine entzugsbedingte Problematik.

Klasse, dass du trotz der Ängste, die 2 Stunden bei der alten Dame geschafft hast. :D
Auch habe ich im " Abgesetzt - wieder gesund" eine ganze Menge Beiträge gelesen, wo es nach 1 Jahr viel besser wurde. Vielleicht kann ich da auch ein bischen Hoffnung haben.
Ja, das ist so ein Zeitrahmen, wo es oft besser wird. Es ist ganz wichtig, die Hoffnung nicht aufzugeben.
Habe nämlich leider immer noch die schweren Verläufe ( z.B.Algostrata) im Hinterkopf, wo es viele Jahre gedauert hat.
Sehr schwere Verläufe gibt es leider auch, aber das muss für dich wirklich nicht zutreffen. Alostrata hat ja eine ganz andere Medikamentengeschichte, viele Psychopharmaka über viele Jahre.
Eine Frage habe ich noch : habe seit Monaten, schon seit dem Eindosieren im Febr. auf der linken Schulter ein Brennen auf
der Haut
Dieses Brennen ist eine Missempfindung, oder? Also sehen tut man nichts?
Kühlen könnte lindern, evtl. auch Magnesiumöl.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Montag, 04.12.17, 18:30

Hallo Ihr,
padma hat geschrieben:Alostrata hat ja eine ganz andere Medikamentengeschichte, viele Psychopharmaka über viele Jahre.
Padma :) verwechselt Altostrata vermutlich mit Monica Cassani. Letztere hat über 20 Jahre diverse PP aus verschiedenen Substanzklassen genommen (mehrere parallel) und einen extrem schweren, langwierigen Verlauf (mit mehrjähriger Bettlägerigkeit zu Beginn) wobei es über die Jahre deutlich besser wurde.

Bei Altostrata war es, wenn ich mich recht erinnere, "nur" Paroxetin über einige Jahre. Sie hat sich aber wohl in den ersten Entzugsjahren durch einen neuen, anstrengenden Job übernommen und dadurch wurden wahrscheinlich schlimme Symptome getriggert, die sehr langwierig waren. Mich (die ja selbst schon jahrelang "drinhängt") baut dieser Verlauf trotzdem auf, weil man daran sehen kann, dass Genesung trotz sehr langem Verlauf möglich ist. Woran man ja gerne, gerade wenn es sehr lange dauert, immer mal zweifelt in schlimmen Phasen.

Aber Ilse, das soll Dich jetzt nicht schrecken; die Verläufe sind so individuell, so viele Faktoren (von denen man noch lange nicht alle kennt bzw. vermuten kann), spielen eine Rolle. Vergleiche sind schwierig; aber so viele Verläufe, egal ob lang oder kurz, zeigen, dass man genesen kann - selbst wenn es länger dauert. Ja, es gibt sehr lange protrahierte Entzüge; es gibt auch Betroffene, die ein, zwei Jahre geradezu ein Elend durchleiden und plötzlich geht's steil bergauf.

Es ist auch viel zu früh, um jetzt zu beurteilen, wie schwer Dein Verlauf ist. Du hast ziemliche Probleme mit der Stabilisierung beim Wiedereindosieren, was nicht so ungewöhnlich ist, gerade bei einem Mittel mit so extrem länger HWZ wie Fluoxetin, wo Dosisänderungen u. U. erst nach Wochen spürbar werden. Es ist noch überhaupt nichts verloren.

Die Symptome sind gerade heftig, keine Frage, und beängstigend. Aber das sagt noch nichts über die Dauer und weitere Intensität des Ganzen aus. :hug:

Ich weiß, die Symptome verleiten allzu schnell dazu, das Schlimmste anzunehmen - lass Dich nicht von ihnen hinters Licht führen.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
Zuletzt geändert von carlotta am Montag, 04.12.17, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Montag, 04.12.17, 18:32

danke Carlotta :hug: , ja habe ich verwechselt.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 07.12.17, 23:23

Hallo liebe Foris,
ich muss schreiben. Langsam bekome ich Panik und es wird mir unheimlich. Vor Wochen noch wurde es nachmittags besser mit
dem Herzrasen, dann hielt es bis abends an, dann bis später am Abend und jetzt ist der erste Tag, wo ich hier um 23 Uhr noch
sitze und es hört nicht auf ! Selbst in den schlimmsten Zeiten, auch beim Eindosieren im Februar hörte es abends auf.
Ich hab mich da nicht reingesteigert, es hörte nur nicht auf, wurde sogar schlimmer. Sonst oft abends noch auf dem Sofa eingeschlafen.
Padma hat es auch genommen, war es bei ihr auch so ?
Was glaubt ihr , was ist los ? Liegt es am Fluoxetin ? Kann ich es nicht mehr vertragen ?
Oder ist es der Entzug ? Ich nehme ausser 0,9 Fluox. gar nichts.
Was passiert mit mir ? Wäre es auch ohne Einosieren so schlimm geworden ?
Ich weiss, ihr wisst es auch nicht. Irgendwas stimmt hier doch nicht. Serotoninsyndrom ?
Ich habe nur noch Angst, Angst, Angst

Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Freitag, 08.12.17, 8:33

Liebe Foris,
bitte entschuldigt, dass ich euch so erschreckt habe. Ich sehe mit Entsetzen, dass mein Beitrag heute nacht doch abgeschickt
wurde. Ich hatte auf ändern gedrückt und gedacht, ich hätte ihn gestoppt.

Als ich nämlich geschrieben habe, dass ich sonst nichts nehme, fiel mir ein, dass ich mir um 21 Uhr einen sehr starken Erkältungstee aufgebrüht hatte, doppelte Menge. Den habe ich vorher noch nicht getrunken. Mit verschiedenen Kräutern
we Weidenrinde usw.
Danach wurde die Unruhe langsam schlimmer. Das könnte der Grund gewesen sein. Ich habe dann ein bischen Schokolade
genommen und es wurde besser und ich habe versucht, diesen Beitrag aufzuhalten. Ich bin auch eingeschlafen.

Es hält wirklich bis abends an, bis sich die Unruhe etwas legt, aber gestern war die Ausnahme. Ich habe so viel bei Mary und
Melli gelesen, dass ich total in Panik geraten bin.
Am liebsten wäre mir, jemand von euch Moderatoren würde den Beitrag löschen.

Es tut mir leid, alle so in Aufruhr versetzt zu haben. Ich hoffe, grundlos.

Liebe Grüsse Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Freitag, 08.12.17, 8:50

Guten Morgen, Ilse :) -
ich habe mich gestern Abend nochmal ausgiebiger mit dem Fluoxetin beschäftigt.

Fluoxetin,einschließlich des Metaboliten, hat eine sehr lange Halbwertszeit von bis zu 16 Tagen -
der sogenannte steady state, der Zeitpunkt, bei dem sich die resorbierten u. eliminierten Wirkstoffmengen die Waage halten, (Fließgleichgewicht) liegt beim Fluoxetin bei 3 - 5 Wochen.

Das bedeutet für den Betroffenen, daß sich Dosisveränderungen erst nach Wochen im Befinden bemerkbar machen können! :(
Deshalb wäre es m.E. doch wichtig, eine längere Zeit auf einer Dosis zu bleiben.
Durch schnelles Hoch- bzw Runterdosieren kann, gerade beim Fluoxetin,wegen o.g. Faktoren/Zeiträume, nur schwer ein
gleichmäßiger Wirkstoffspiegel erreicht werden.
Jofab hat geschrieben:Langsam bekome ich Panik und es wird mir unheimlich. Vor Wochen noch wurde es nachmittags besser mit
dem Herzrasen, dann hielt es bis abends an, dann bis später am Abend und jetzt ist der erste Tag, wo ich hier um 23 Uhr noch
sitze und es hört nicht auf !
Jofab hat geschrieben:Was glaubt ihr , was ist los ? Liegt es am Fluoxetin ? Kann ich es nicht mehr vertragen ?
Oder ist es der Entzug ? Ich nehme ausser 0,9 Fluox. gar nichts.
Es ist nicht einfach, jetzt die Ursache zu finden - es kann eine Nebenwirkung vom Fluoxetin sein - es wirkt gerade beim Eindosieren/Wiedereindosieren/Aufdosieren eher aktivierend (teilweise bis hin zu Suizidgedanken) u. eine Aktivierung läuft über das vegetative Nervensystem zum Herzkreislaufsystem. Dh. der Puls und/oder Blutdruck steigen an!
Diese Symptome verursachen natürlich Unruhe und ängstliche Gefühle.

Weiterhin kann es durch das Abdosieren auch ein Absetzsymptom sein - zwischen den Dosiswechseln lagen teilweise nur 1 oder
2 Wochen (kein Vorwurf) u. in Hinblick auf HWZ u. steady state, kann das ziemliche Irritationen im ZNS erzeugen.

Ich würde jetzt versuchen, in den nächsten Wochen nichts an der Dosis zu verändern u. schauen, ob sich eine Stabilität einstellt.
Schreib' auch bitte dein Befinden hier weiter auf - dann können wir immer mal drüberschauen.

Liebe Ilse, hast du noch andere Symptome, außer dem Herzrasen??
Ein Puls von 107 fühlt sich fürchterlich an, aber er ist nicht lebensgefährlich, wenn keine Herzkrankheiten vorliegen.

Ich habe jedes Mal, wenn ich absetze, in den ersten beiden Wochen z.Zt, einen Puls bis zu 116 - das reguliert sich dann in der 3. Woche zumeist (da ist die kurze Halbwertszeit vom Venlafaxin wahrscheinlich von Vorteil) - beim Eindosieren damals war er so hoch, daß die mir in der Klinik ein Beruhigungsmittel dazu gaben.
Es ist hier sowohl eine Nebenwirkung, als auch ein Absetzsymptom :cry: !

Ich habe eine Maßnahme, die den Puls runterfahren kann (funktioniert nicht immer, aber oft):
Valsalva Manöver

Das Valsalva Manöver hilft, den Herzschlag wieder zu normalisieren. Es sollte nur durchgeführt werden, wenn beim Ruhe-EKG, Echokardiografie und anderen diagnostischen Maßnahmen keine Auffälligkeit entdeckt wurde und keine Herzerkrankungen vorliegen.
Das Valsalva Manöver ist eine Atemtechnik, welche die Herzfrequenz verlangsamt und die das Herzrasen reduziert. Dabei wird die Nase zugekniffen, der Mund geschlossen und 1 Mal kräftig ausgeatmet. Durch den Druckanstieg im Oberkörper verringert sich der Rückfluss des venösen Blutes zum Herz und das Schlagvolumen der rechten Herzkammer wird geringer.

Quelle: eatmovefeel.de/natuerliche-hausmittel-gegen-herzrasen

Vllt magst du das mal ausprobieren.
Ansonsten gäbe es noch ein pflanzliches Mittel, was vllt hilfreich ist:
Homviotensin Tropfen - senken den Puls, aber auch leicht den Blutdruck!

Wenn du dich dazu entschließt, bitte wegen der Verträglichkeit vorsichtig antesten!

Das wärs erstmal von mir - vllt kommen noch andere Meinungen -
liebe Grüße von Anna

überschnitten mit Ilse :)
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Freitag, 08.12.17, 9:35

Liebe Ilse :) ,
das ist gar nicht schlimm - wir löschen den Beitrag auch nicht - er hat dein gestriges Befinden widergespiegelt und das darfst du hier kundtun.

Außerdem könnte es für Andere noch hilfreich sein, wenn sie lesen, daß auch solche Tees Trigger sein können u. zudem, wie du dich aus dieser Situation selbst herausmanövriert hast. :hug:
Jofab hat geschrieben:Ich habe so viel bei Mary und
Melli gelesen, dass ich total in Panik geraten bin.
Ja, das kann leicht passieren, aber die Ausgangssituationen bei Beiden sind andere - in solch einer sensiblen Zeit, liebe Ilse,
ist es besser, wenn du eher die positiven Berichte liest.
Es ist in einer instabilen Phase, deutlich schwerer, sich abzugrenzen, was nicht bedeutet, daß man kein Mitgefühl hat, sondern daß man diese schlimmen Situationen nicht entsprechend verarbeiten kann, sondern sie auf sich bezieht.

Alles Liebe, Ilse, du wirst das schaffen - mit ganz kleinen Schritten, viel Selbstfürsorge u. Achtsamkeit
(bin da auch immer noch im Lernprozeß :roll: ).

Herzliche Grüße von Anna
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Bittchen » Freitag, 08.12.17, 10:39

Liebe Ilse,

tut mir sehr leid ,was du für Symptome hast.
Bei mir wird es gegen Abend auch oft besser,aber ich hatte auch schon schlechte Abende,was mir auch Angst machte.
Denn mein Gedanke war:" Jetzt hast du durchgehend die Symptome und kannst dich nur noch ins Bett flüchten."

Es wurde dann aber wieder besser.
Mir hilft tatsächlich auch etwas Schokolade,das ist kaum zu glauben,aber wahr.
Im Moment bin ich sehr antriebslos,das kenne ich aus akuten depressiven Phasen sehr gut.
Da kommen bei mir immer wieder Zweifel auf,ob ich auf dem richtigen Weg bin.
Wenn ich ruhig auf dem Sofa liege, kriecht oft die Angst in mir hoch.
Dann stehe ich auf,bewege mich etwas und warte bis diese Welle vorbei ist.
Aber wenn ich an meine Probleme mit Es-Citalopram denke,vergehen solche Gedanken auch wieder.

Gerade gestern hatte ich ein Belastungs EKG ,das ich nur mit Mühe und schneller Atemnot geschafft habe.
Das EKG war aber trotzdem OK.
Mein Hausarzt streitet ein so spätes Absetzproblem rigoros ab.
Da war es mir echt peinlich ,wie mir die Tränen kamen,dann war er aber auch wieder zugänglicher und lenkte ein.
Wenn ich hier nicht immer wieder lesen würde und mich selbst auch wiederfinden würde,wäre ich noch verzweifelter.
Wir halten weiter durch und es wird auch wieder besser.
Alles Gute für dich und alle Mitleser.

Liebe Grüße Bittchen
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Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von padma » Freitag, 08.12.17, 11:58

liebe Ilse, :)

ich denke, es war der Tee.
Die Wirkung von Kräutern sollte man nicht unterschätzen. Dein ZNS ist so sehr sensibilisiert, dass ein Tee mit einem anregenden Bestandteil massiv triggern kann.
Du musst wohl wirklich sehr vorsichtig sein. Wenn du einen Tee etc. neu ausprobierst, dann wirklich sehr, sehr vorsichtig austesten, schwach aufgebrüht und nur ein paar Schlückchen probieren. Und zuvor die Inhaltsstoffe unter die Lupe behmen.

Ich bin froh, dass es dir wieder besser geht. :hug:

liebe Grüsse,
padma
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Freitag, 08.12.17, 17:11

Liebe Foris,
vielen Dank, dass ihr mir so lieb geantwortet habt.
Gut, dass ihr auch der Meinung seid, dass es der Tee war. Ich habe ihn auch noch falsch zubereitet. Man sollte ihn kalt ansetzen
und dann erhitzen. Und ich habe gleich 2 Beutel genommen und wohl auch zuwenig Wasser ! Das war sehr dumm und
unachtsam von mir.

Ich glaube, ich habe in den 3 Monaten zuviel rumprobiert und bin zu schnell vorgegangen.
Nach 7 Wochen war ich schon bei 100 % mehr. Und die 0,5 mg hatten ja keine wirkliche Erleichterung gebracht.
Jetzt bleibe ich erstmal bei meiner Dosis und muss einfach abwarten.

Jetzt sitze ich hier um 15 Uhr und die Unruhe von heute morgen ist weg. Das ist sehr gut.

Aber ich sitze hier und weine. Ich habe ganz selten geweint in meinem Leben. Auch vor den PP nicht. Auch in den schlimmsten
Situationen nicht. Ich habe nur neulich das erste Mal geweint in dieser ganzen be :censored: Situation, als die Vorwürfe von
meinem Sohn kamen, wie kalt und abgewandt ich in den letzten Jahren war.

Ich weine, weil mein Sohn jetzt zur Arbeit gefahren ist. Weil ich mich so alleine fühle. Meine Freundin kommt erst morgen zurück. Ich schreibe das, weil es so absurd ist.
Alles, was mir in den ganzen Jahren unter Fluox. an Gefühlen verloren gegangen ist, bricht jetzt ungefiltert mit einer solchen
Intensität über mich herein, dass es schwer auszuhalten ist.
Ich schreibe das, weil es vielleicht anderen auch so geht. Und sie so erschreckt wie mich. Und weil ich mich hier im Forum zuhause fühle und mich nicht mehr so einsam fühle.

Denn das stimmt ja so nicht. Ich bin nicht allein, ich habe Familie, Freundinnen und Freunde, die sich auch immer mal
erkundigen, wie es mir geht.
Das heisst, es sind z.T. Neuroemotionen. Aber sie fühlen sich leider echt an, das macht es schwer, sie auszuhalten.

Mit meinem Sohn hat sich das Verhältnis sehr gebessert. Er war ja 4 Wochen bei seiner Freundin in Hamburg, der Abstand
war hilfreich, dass jeder es ein bischen verarbeiten konnte. Ich hatte ihn neulich auch sehr gelobt, das er so liebevoll ist und verständnisvoll usw. Und, dass ich ihn vermisst habe !
Das hat ihm sehr gut getan. Er merkt aber auch, dass es mir im Moment nicht gut geht und ich konnte ihm von diesem Dilemma erzählen, dass die Eindosierung leider noch nicht abzuschätzen ist. Die Unterstützung tut mir unglaublich gut. Er ist doch sehr liebevoll.
Und merkt, dass ich ihn sehr liebhabe, etwas, was er unter den Tabletten in den letzten Jahren sehr vermisst hat.
Da war es mir egal, ob er da ist oder nicht. Ich war mir allein genug. Das ich mich da so verändert hatte, habe ich nicht
gemerkt. Aber darüber habe ich ja bei vielen hier im Forum gelesen, über diese emotionale Verarmung.

Jetzt habe ich aber viel geschrieben und es geht mir besser. Gerade hat sich auch ein Freund gemeldet, nur um zu hören,
wie es mir geht.
Und jetzt sind die Gefühle wieder weg, als ob es sie nie gegeben hätte. Aber es ist ja auch Abend ! :wink:

Habe wieder ein bischen Hoffnung, dass es sich mit der Zeit vielleicht doch bessert.
Möchte noch mal allen danken, die sich immer wieder so liebevoll und langmütig die Zeit nehmen, um zu informieren,
zu trösten und aufzubauen. ( STOPP - sonst muss ich schon wieder weinen :D )
Ihr wisst schon, was ich meine !

Ganz liebe Grüsse an alle und ein symptomarmes Wochenende !
:group: Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Muryell » Freitag, 08.12.17, 17:30

Liebe Ilse,

es wird besser, für uns alle.

Fühle Dich gedrückt.

Ich wünsche Dir auch ein symptomarmes Wochenende.

Liebe Grüße

Muryell
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Freitag, 08.12.17, 18:43

Liebe Ilse :) ,
ich habe gerade nochmal nachgelesen - du hast dir Erkältungstee aufgebrüht - meistens beeinhaltet der Thymian u. auch
Süßholzwurzel - ich vertrage diese Süßholzwurzel z.B. gar nicht - egal in welchem Tee.

Süßholzwurzel kann auch den Blutdruck in die Höhe treiben - ggf. lags daran!
Jofab hat geschrieben:Aber ich sitze hier und weine. Ich habe ganz selten geweint in meinem Leben. Auch vor den PP nicht. Auch in den schlimmsten
Situationen nicht.
Vielleicht bricht jetzt alles auf, was verschüttet war, was einfach raus muß.
Ich mache beim Absetzen gerade die gleichen Erfahrungen - ich habe schon mal irgendwo geschrieben, so viel, wie ich
z.Zt weinen muß, habe ich in meinem ganzen Leben zusammen genommen, nicht geheult.

Aber vllt war das eben auch ein Fehler, daß man denkt, man muß immer stark sein u. frißt negative Gefühle unentwegt
in sich rein - so können sich dann auch Krankheiten manifestieren.

Ich freue mich für dich, daß sich das Verhältnis zu deinem Sohn gebessert hat - vllt nimmst du das einfach als den positiven
Aspekt der ganzen Absetzquälerei.
Wenn du das Fluoxetin in der üblichen Dosis weitergenommen hättest , wäre das wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen!

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, Mut und Geduld - ich glaube fest daran, daß sich diese Schinderei im Endeffekt
auszahlen wird.

Liebe Grüße von Anna
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Sonntag, 10.12.17, 9:50

Liebe Foris,

ich bitte nochmal um einen Rat. Leider sind meine Halsschmerzen (Mandeln) noch nicht völlig verschwunden.
Ich habe 7 Tage 2× tägl ein AB (Cefpodoxim 200 mg) genommen. Danach hat der HNO einen Abstrich genommen, weil
die Beschwerden nicht verschwunden waren.
Morgen habe ich jetzt nach 11 Tagen wieder einen Termin.
Vielleicht verordnet er ein neues AB. Ich weiss, dass ich keine Fluorchinone nehmen soll. ( habe ich gerade auch noch mal bei MM42 nachlesen können !)
Könnt ihr mir raten, wie ich mich verhalten soll ? Muss ich denn unbedingt nochmal ein AB nehmen ?
Habe ziemliche Angst, wei ich ja gar nichts vertragen kann.

Liebe Grüsse und einen schönen 2.ten Advent
Ilse

Übrigens - liebe Anna - im Tee war wirklich Süssholzwurzel !
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Sonntag, 10.12.17, 12:14

Hallo Ilse :) ,
Jofab hat geschrieben:Danach hat der HNO einen Abstrich genommen, weil
die Beschwerden nicht verschwunden waren.
Die Auswertung erfolgt dann aber erst morgen?

Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt (das müßte der Abstrich ergeben), dann wirst du wahrscheinlich nicht um ein AB
herumkommen - ist es allerdings eine virale - dann ist ein AB sinnlos, weil es nicht gegen Viren wirkt.

Ich weiß, du würdest jetzt wahrscheinlich lieber hören, daß du kein AB nehmen mußt (kein Vorwurf), aber das kann ich
nicht raten - eine unbehandelte, bakterielle Entzündung der Mandeln, kann u.U. einen schädigende Wirkung auf das Herz haben.
Die Bakterien gelangen über den Blutkreislauf dorthin.

Ich würde eben nur aufpassen, daß er keine Fluorchinolone verschreibt, sondern möglichst ein anderes AB findet.

Inzwischen könntest du vllt mit Salbeitee oder Kamille gurgeln, das kann auch die Entzündung verringern.
Jofab hat geschrieben:Übrigens - liebe Anna - im Tee war wirklich Süssholzwurzel !
Vllt war das wirklich der Auslöser für die Attacke an diesem Abend!

Gute Besserung, liebe Ilse u. einen schönen 2. Advent, trotz allem,
wünscht dir Anna
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Bittchen » Sonntag, 10.12.17, 13:24

Liebe Ilse,

ich möchte dir gute Besserung wünschen.
Halsschmerzen solltest du jetzt nicht auch noch haben.
Ein altes Hausmittel,was ich oft anwende bei Halsschmerzen ist,ein Glas warmes Wasser, 100 ml,einen Teelöffel Salz rein und mit der Lösung mehrmals lange gurgeln,dann ausspucken.
Das kann am Tag des Öfteren gemacht werden und hat mir schon geholfen.
Vielleicht hilft es dir ja auch,gut schmecken tut es aber nicht,aber Versuch macht klug.
Bakterien sollen da auch abgetötet werden.

Wenn aber Eiter im Spiel ist,sollte ein AB eingenommen werden.
Da bin ich aber nicht sehr belesen und du hast da ja schon Tipps bekommen.
Weinerlich bin ich auch noch oft.
Das war mit ADs gar nicht so,da konnte ich bei schmerzlichsten Ereignissen nicht weinen,ich war wie erstarrt.
Das hat mich sehr belastet,diese ätzende Gefühlslosigkeit.

Auch meine Mimik war dann oft starr,das war auch eine Nebenwirkung.
Aber nur nach außen,innen hat mich die Trauer fast zerrissen.
Das habe ich aber schon oft von Betroffenen einer depressiven Störung gehört,die Medikamente nehmen.
Das Leben ist wie unter einem dämpfenden Helm,so habe ich das auch empfunden.
Eine Bekannte von mir sagte neulich:"Ich brauch das,sonst halte ich meine Gefühle nicht aus."
Das will ich so nicht.

Vor ein paar Wochen hatte ich auch starke Wutausbrüche(Neuroemotionen),mit meiner Berliner Tochter hatte ich da auch Probleme,weil mein Mann alles abbekam.
Das ist GsD vorbei,das war so ätzend für mich,ich habe mich selber nicht erkannt und sehr geschämt.
Aber ich konnte das erklären und ist wieder besser geworden.
Jetzt ,ohne Medikamente,bin ich sehr viel empfindsamer,wenn es nicht gerade Heulkrämpfe über Stunden sind(hatte ich auch schon),ist mir das Weinerliche schon angenehmer.
Aber es muss nicht so oft wie im Moment sein.
Noch einen schönen 2.Advent,ruhe dich aus,das ist bei einer Erkältung die beste Medizin.

Liebe Grüße
Bittchen
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Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Sonntag, 10.12.17, 13:34

Liebe Bittchen,
ich danke auch dir sehr für deine Antwort.
Hatte gestern schon versucht, dir in deinem Thread zu antworten. Hat leider nicht geklappt, weil ich mich nicht erinnern konnte,
was du mir geschrieben hast. Obwohl ich es gerade durchgelesen hatte.

Gut, dass dein EKG wenigstes in Ordnung ist.
Aber es ist wirklich frustrierend, wenn einem der Arzt nicht glaubt. Bei meinem Neurologen ist es auch so. Nach 3 Monaten
könnten keine Absetzprobeme mehr auftreten. Ich kann es mir nur so erklären, dass speziell die Neurologen ihre
Existenz bedroht sehen. Patienten, die Hilfe suchen zu sagen, dass ihnen vielleicht nur eine Therapie helfen kann, kommen
nicht wieder. Und ausser Tabletten zu verschreiben, bleibt da nichts. Also ignorieren sie das, solange es noch möglich sein
wird. Gottseidank wird ganz langsam auch die Öffentlichkeit aufmerksam, nicht zuletzt auch durch Beiträge auf Visite
zum Beispiel.

Ja, es ist schön, wenn man sich hier wiederfinden kann. Ich leide nicht unter Antriebslosgkeit - im Gegenteil.
Morgens beim Aufwachen habe ich seit 4 Monaten Herzrasen und die Unruhe hält bis nachmittags an.

Was mir allerdings viel mehr Sorge macht, sind die massiven, unkontrollierten Gefühle.
Ich habe sie noch nicht solange. Besonders die Ängste nicht. Die sind schwer auszuhalten.
Aber es ist auch, jedenfalls für mich, im Moment eine dunkle Zeit.
Und nach Weihnachten ist mir in diesem Jahr gar nicht. Alles löst im Moment massive Gefühle aus.
Wenn ich Weihnachtslieder höre, bin ich sofort traurig. Alles, was jemand tut oder unterlässt,
die harmlosesten Dinge, und ich fühle masslose Enttäuschung. Oder Eifersucht - nie ein grösseres Problem für mich. Plötzlich bin ich nicht mehr gern allein. Das kenne ich aus frühen Jahren - unter dem Fluox. war ich am liebsten allein.
Nun bin ich ja auch noch nicht so lange in dieser Situation und ich hoffe, mit der Zeit auch
ein wenig gelassener zu werden.
Aber leider hat es sich bei mir nicht grossartig verbessert in den letzten Monaten, sonder ist eher
schlimmer geworden. Das macht natürlich Angst.

Du schreibst, dass in deinem Bekanntenkreis nicht alle daür Verständnis haben, dass du keine Medikamente mehr nehmen willst. Aber du hast ja auch die Erfahrung gemacht, dass sie dir
die ganzen Jahre nur bedingt geholfen haben. Da bist du ja hier in guter Gesellschaft.

Wir wollen die Hoffnung behalten, dass es uns immer besser gehen wird.

Jetzt wünsche ich dir und deinem Mann einen schönen 2.ten Advent.
Und allen anderen im Forum natürlich auch.

Liebe Grüsse Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Sonntag, 10.12.17, 16:01

Liebe Bittchen,

da haben sich unsere Beiträge gerade überschnitten !
Danke für deine guten Wünsche ! Ich habe die Halsschmerzen ja jetzt schon 2 Monate und habe alles versucht.
Auch mit Salzlösung gegurgelt und mit Salbeisud ( zu letzterem hat der HNO übrigens gesagt, dass es austrocknet !)
Sämtliche Lutschtabletten. Geholfen hat nichts.
Und ich habe natürlich Angst vor einem AB, dass es die Symptome noch verschlechtert.

Direkt Wutausbrüche hatte ich nicht, aber oft eine Ungeduld. In einer Warteschlange zu stehen, fällt mir sehr schwer.
Das merke ich ach, wenn ich telefoniere. Konnte ich früher stundenlang.

Das kann ich gut verstehen, dass du dich für die Wut geschämt hast. Aber es ist schwierig, jemandem zu erklären, dass
sie eigentlich nicht "echt" ist.
Gestern abend hatte ich darüber eine Diskussion mit meinem Sohn. Ich hatte gestern mittag über Stunden so furchtbare
Angst, wie ich sie noch nie erlebt habe. Sie war so elementar, ohne jeden Bezug, also nicht Angst vor etwas, was ich auch
gut kenne. Ich bin dann durch den Park gelaufen, half nichts, aber irgendwann wurde sie dann doch weniger.

Ich vermute, dass Tropfen die Ursache gewesen sein könnten. Ich hatte am Tag davor 3×10 Cardiodorontropfen genommen.
Sollen gegen hohen Puls wirken. Habe ich immer mal wieder genommen, aber nur ganz wenig. Hat nie geholfen.
Sie enthalten Eselsdistelbüten, Primelblüten nd Bilsenkraut. Vielleicht habe ich etwas davon nicht vertragen.

Jedenfalls hatte ich meinem Sohn vor einigen Tagen erzählt, dass ich neuerdings unter Ängsten leide.
Daraufhin erklärte er mir dann, dass ich keinen Grund hätte, Angst zu haben.
Mir ginge es gut, bräuchte nicht mehr zu arbeiten, schöne Wohnung, genug zu essen, jeden Monat Rente aufs Konto.
Meine Ängste entsprächen nicht der Realität, sonder wären nur eingebildet.

Damit hat er ja auch in gewisser Weise recht. Aber Angst vorm Alleinsein fühlt sich trotzdem schlimm an, ich kann sie ja nicht
einfach abstellen. Ich konnte dann aber ruhig bleiben, weil ich es ihm nicht richtig erklären konnte.
Meinte, manchmal müsse man mich auch wiederauf den Boden der Tatsachen holen.
Er hatte aber auch schlechte Laune, sonst ist er etwas nachsichtiger.

Ginge es mir besser, würde ich mich z.B. mehr verabreden, aber das ist im Moment nur bedingt möglich.
War vor 2 Wochen mit einem Freund nachmittags im Cafe verabredet und habe die Stunde nur mit Mühe ausgehalten,
weil ich innerlich total unruhig war und mich aum auf eine Unterhaltung konzentrieren konnte.

Am liebsten würde ich viel mehr Zeit mit meiner besten Freundin verbringen, ( sie wohnt gegenüber )
aber das ist natürlich auch nur bedingt möglich, da sie sich sehr gut alleine beschäftigen kann und natürlich auch andere
Sachen macht.

So, nun habe ich aber genug gejammert. Ich hoffe sehr, dass diese Gefühlsintensität sich mit der Zeit legt. So möchte ich
es auf Dauer nicht haben.
Es ist ja jetzt auch schon ein ein halbes Jahr vergangen, seit ich abgesetzt habe und ich denke, das ZNS arbeitet seitdem
mit Hochdruck daran, ein neues Gleichgewicht herzustellen. Den Prozess habe ich wahrscheinlich noch gestört durch mein Rauf-
und Runterdosieren.
Durch diese Zeit müssen wir irgendwie durch und die Hoffnung behalten, dass es sich langsam, aber sicher verbessert !

Ich freue mich immer sehr, wenn du mir schreibst !
Nochmals liebe Grüsse :hug:
Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Dienstag, 12.12.17, 14:11

Guten Morgen liebe Foris,

wenn ich nur ein bischen schreiben darf. Ich habe seit Stunden diese furchtbare Angst und Panikgefühle.
Ich nehme ausser Fluox. nichts mehr, morgens Haferflocken mit warmer Milch.
Morgens Schoki beim Aufwachen. Und diese Valsalva-Übung von Anna. Ich höre morgens positive Affirmationen und renne
durch die Wohnung. Ich habe grosse Zettel liegen mit - ich bin gesund - nur Absetzsymptome - es wird von Tag zu Tag besser usw.
Ich versuche, auf andere Beiträge zu antworten und lösche sie sofort, weil es mir nicht gelingt, vernünftige Sätze zu formen.
Ich bemühe mich wirklich, alles umzusetzen, was ihr mir ratet.

Vielleicht glaubt ihr - ich übertreibe.
Aber ich kann einschätzen, dass es sich jetzt definitiv kontinuierlich über Wochen verschlechtert hat und ich glaube, es ist nicht alles mit den triggernden Umständen zu erkären.
Führe ja Tagebuch und kann nachlesen, was ich noch alles machen konnte im August, als die Beschwerden richtig anfingen mit
der Akathisie. Ich hatte sicher grosse Angst z.B., dass die Eindosierug nicht klappt. Aber frühen Nachmittag wurde es besser.
Jetzt erst gegen 21 Uhr.

Dann, Anfang November tauchten plötzlich die Suizidgedanken auf. Plötzlich habe ich Angst, allein zu sein.
Und massive Gefühle von Eifersucht, mich zurückgesetzt fühlen, alleingelassen zu sein. Vorher war es mehr die Angst "vor etwas".
Ein Berg von negativen Gefühlen, die über mich hereinbrechen. DAS HATTE ICH ALLES NICHT !!!

Ich hatte gehofft, dass der Körper sich langsam wieder an das Fluoxetin gewöhnt.
Ich weiss natürlich nicht, wie schlecht es mir noch gegangen wäre, wenn nicht versucht hätte, wieder einzudosieren.
Und ich sehe es auch absolut nicht als Fehler an - es war eine Chance und ich musste es versuchen. Ich hätte sonst immer
gedacht, dass es mir vielleicht besser gegangen wäre.

Ich vermute, dass ich das Fluox. nicht mehr vertrage und jetzt mehr unter den Nebenwirkungen leide.
Bin Mitte Aug. mit 0,5 mg eingestiegen und war nach 7 Wochen bei 1mg für 14 Tage. Ob das zuviel von dem Fluox. war.
Bin nach 14 Tagen etwas runter.
Aber dann fingen diese massiven Beschwerden an und das fiel ja noch voll in die lange Halbwertzeit von der Erhöhung auf 1mg.

Seit ca. 7 Wochen bin ich jetzt bei 0,9 mg.

Ich weiss, ich habe das alles schon gefragt, und ihr könnt auch nur vermuten, aber ich muss doch entscheiden, was ich mache.
Vielleicht mache ich es von Tag zu Tag schlimmer mit dem Einnehmen. Ich weiss es einfach nicht.
Ich möchte ein bischen reduzieren. Weiss nicht, wieviel. Vielleicht auf 0,85, da sind 5%.
Ich versuche verzweifelt, wenigstens die Richtung zu finden : rauf oder runter !
Aber es ist schön, zu schreiben und sich wenigstens für den Moment mit euch verbunden zu fühlen. Verabreden zum Ablenken geht ja leider nicht mehr im Moment.

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich mal so bedürftig fühlen würde. Mein Sohn hat Urlaub und ist gestern wieder mit
zu seiner Freundin nach Hamburg gefahren. Sonst hat mir das nie soviel ausgemacht. Vor 6 Wochen noch nicht !
Danke, dass ich hier schreiben darf.
LG Ilse
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Re: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jamie » Dienstag, 12.12.17, 15:45

Hallo Ilse,

du hast alles richtig gemacht. :hug:

Weißt du, es ist ein Strohhalm, ein berechtigter, dass man es nach falschem Absetzen noch einmal mit der Wiedereinnahme probiert.
Es klappt ja auch bei einigen, aber leider nicht bei allen.
Wenn man es nicht getan hätte, hätte man immer gezweifelt, ob man sich damit einer reellen Chance beraubt hat.

Du hast es probiert, du hast viel beobachtet und analysiert und es fühlt sich für dich nicht gut an bzw. die Symptome nehmen an Intensität zu und / oder verändern sich und werden schlimmer.
Ich denke das sind starke Indikatoren, weiter runterzugehen und dass du das Fluoxetin vermutlich leider wirklich nicht mehr richtig verträgst.

Ich würde wie du eine kleine Menge wählen. Das Tückische ist die blöde HWZ beim Fluoxetin, die sich erst in Wochen bemerkbar macht, deswegen müssen die Veränderungen auch klein sein, sonst kann ein Donnerwetter auf einen warten :oops:.

Ich schicke dir Mut, Hoffnung und Kraft :group:
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