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Audrey: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Audrey
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Audrey: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Freitag, 08.12.17, 17:16

Liebe Forumsmitglieder!
Ich bin weiblich 41 Jahre alt und habe kürzlich dieses Forum entdeckt. Ich wage kaum daran zu glauben, dass es für meine Symptome, die ich nun schon so lange habe endlich eine Erklärung gibt.
Leider habe ich aus Unwissenheit alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.

Ich habe 6 Wochen nach meiner zweiten Schwangerschaft 2009 urplötzlich Panikattacken bekommen. Panikattacken, die die Gesundheit betreffen. Panik zu sterben. Es war schrecklich. Jedes körperliche Symptom, jedes Mißempfinden, jeder Herzschlag, sogar Schnakenstich mündete in schrecklichen Angstzuständen zu sterben.

Ich landete damals 2009/2010 um die Weihnachtszeit beim Notdienst, bekam Bromazepam und sollte zum Neurologen. Bromazepam nahm ich ein paar Wochen und konnte es ohne Schwierigkeiten wieder weglassen. Ich bekam Citalopram und sollte bis 20 mg hochdosieren. Die Anfangszeit war die Hölle, alles wurde schlimmer, die Angstzustände, der Schwindel, ständig das Gefühl umzukippen. Aber das wäre normal, ich sollte durchhalten. Ich tat es und nach vielen Wochen wurde es besser. Ich konnte mich wieder um die Kinder kümmern, das Mama Dasein genießen und einen normalen Alltag leben. Sprich ich konnte wieder funktionieren.

Nach knapp drei Jahren, nachdem ich auch endlich meine schlimme Ehe hinter mir hatte und stabil war, wagte ich einen Versuch Citalopram zu reduzieren. Viel zu schnell, innerhalb weniger Wochen. Von 20 mg auf 10, dann auf 5 und 0. Ich bekam ziemlich schnell wieder Angstzustände und mir ging es bescheiden. Ich bin noch nicht über den Berg hieß es und sollte wieder aufdosieren. Diesmal mußte ich allerdings bis auf 30 mg hochdosieren, um den stabilen Zustand von vorher wieder zu erreichen. Mit stabil meine ich nicht das es mir super damit ging. Aber ich konnte mein Leben einigermaßen Angstfrei leben und auch wieder arbeiten gehen. Ab und an gab es auch mal ein paar Tiefs, die aber dann recht schnell ausgestanden waren.


Im Laufe des Jahres 2014 stellte sich bei mir dann eine immer größer werdende Abneigung ein das Medikament zu nehmen. So stellte sich unbewußt ein, dass ich meine 30 mg Citalopram nicht mehr regelmäßig nahm. In der ersten Zeit habe ich nur hier und da mal eine vergessen und gegen Ende hin nahm ich die Tabletten ungefähr 2 bis maximal 4 mal die Woche. Eher weniger. Absolut falsch, aber das wußte ich damals nicht. Mein Psychiater sagte dazu, dass es gut möglich ist, dass diese geringe Menge auch garnichts mehr bewirken würde.

Ab und zu hatte ich mal einen Schwindelanfall mit Ängstlichkeit, aber ich glaubte das lag am Medikament und wenn ich es nicht mehr nehme, wäre auch das weg. Ich war auch immer sehr erschöpft, aber das konnte ich damals noch kompensieren.
Im Mai 2015 lernte ich meinen jetzigen Partner kennen und auf diesem Hoch nahm ich das Citalopram (etwa Juli 2015) dann garnicht mehr.

Im Oktober startete ich dann einen Versuch mit der Pille zu verhüten, der nach hinten losging. Ich heulte nur noch und alles war sinnlos und traurig. Also wieder aufgehört. Das Weinen hörte auf, aber irgendwie wurde es nicht mehr so wie vorher. Und ab November ging es dann richtig bergab mit den unterschiedlichsten Symptomen. Ich war total erschöpft, emotional nicht auf der Höhe, der Schlaf wurde schlechter und dann kam irgendwie der totale Zusamnenbruch. Ich konnte mich fast nicht mehr auf den Beinen halten, hatte ständig das Gefühl umzukippen, Rückenschmerzen, verspannter Nacken, war total erschöpft. Bekam Muskelschmerzen, Schwindel, Kribbeln auf dem Kopf, Schwäche und hatte Mühe meinen Alltag zu bewältigen. 2 Wochen später bekam ich dann eine Grippe und ab da hab ich mich nie mehr von erholt. Die Erschöpfung ist so schlimm, dass ich morgens nicht weiß wie ich den Tag überstehen bzw schaffen soll. Nichts hilft und es kommen immer mehr oder wechselnde Symptome hinzu. Und natürlich kommt bei all dem die Angst wieder durch an einer schlimmen Krankheit zu leiden. Im März letzten Jahres war es dann auch wieder soweit und die Angstzustände gesellten sich zurück.

Im Sommer letzten Jahres bekam ich unerträgliche Bauchschmerzen. Festgestellt wurde eine leichte Magenschleimhaut-und Speiseröhrenentzündung. Bei einem Abdomen MRT kam zum Glück nichts weiter bei raus. Und auch sämtliche Blutuntersuchungen sind bis dato in Ordnung gewesen.
Trotzdem habe ich diese ganzen Symptome und es geht mir garnicht gut.

Und vor ein paar Wochen habe ich wahrscheinlich einen großen Fehler begangen. Hausärztin, Neurologe und die Therapeutin waren der Ansicht ich bräuchte in jedenfall wieder Citalopram. Denn es fing alles an, als ich damit aufgehört hatte. Ich bräuchte das - wohl ein Leben lang. So wie ein Schilddrüsenpatient seine Medikamente nehmen muss oder jemand gegen Bluthochdruck. Und einem Herzpatienten würde man schließlich auch nicht sagen, dass er seine Medikamente nicht mehr nehmen soll. Und ich bräuchte eben diese Tröpfchen (Escitalopram) und meine Wohlfühldosis läge wohl bei 10 Tropfen. Ich wollte keine Antidepressiva mehr, aber ich war nach diesen zwei Jahren so am Ende das ich mich geschlagen gab. Leider!

Ich begann mit einem Tropfen. Soweit alles gut, nur ein leichtes merkwürdiges Gefühl begleitete mich. Nach einer Woche zwei Tropfen. Gleich am ersten Tag eine Panikattacke ohne Grund. Schwindel, Unruhe gesellten sich dazu und erträgliche Kopfschmerzen über drei Tage. Dann wieder nach einer Woche auf drei Tropfen erhöht. Dann lief das Fass über.... ständig aufkommende Panik, Dauerschwindel, Unruhe, Sehstörungen, starke Muskelschmerzen und starke Nervenschmerzen an immer unterschiedlichen Stellen. Einen sehr heftigen  Migräneanfall hatte ich am dritten Tag mit drei Tropfen. Und natürlich das tolle Gefühl gleich umzukippen. Ich sollte trotz der Nebenwirkungen durchhalten, doch das schaffte ich nicht. Ich bin wieder auf 2 Tropfen zurückgegangen, dann wieder auf einen und dann habe ich sie weggelassen.

Seitdem sind die Symptome unverändert massiv, ständig wechselnd und es geht mir viel schlechter als vorher. Ich soll es jetzt mit Paroxetin versuchen, doch das Rezept habe ich noch nicht abgeholt.

Dann habe ich hier dieses Forum entdeckt. Waren meine ganzen Symptome und mein schlechter Zustand die letzten beiden Jahre etwa der Entzug? Habe ja völlig falsch mit Citalopram aufgehört.. Ich habe jetzt sehr große Angst das ich nach dem kürzlich gescheiterten Escitalopram Versuch wieder am Anfang stehe und die letzten beiden Jahre "umsonst" waren.
Heute habe ich wieder sehr starke Nervenschmerzen. Über dem Ohr. Stechende Schmerzen die mich wieder zweifeln lassen ob jemals wieder alles halbwegs gut wird. Ich weiß einfach nicht was ich jetzt tun soll... Vielleicht weiß hier jemand einen Rat für mich?

Eine Signatur werde ich noch erstellen.

Herzliche Grüße und vielen Dank fürs Lesen,
Audrey
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2009 Angstzustände, Panik 6 Wochen nach Geburt

2010-2013 Citalopram 20 mg

2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

24.01.2018 0,025 mg Escitalopram
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carlotta
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von carlotta » Freitag, 08.12.17, 23:47

Hallo Audrey,

herzlich willkommen im ADFD! :)

Eine Signatur hast Du schon angelegt, perfekt. :) Vielen Dank dafür.

Schlimm, wie Du in diese Psychopharmaka-Geschichte hineingeraten bist, aber leider allzu typisch. :( Du kannst aber nichts dafür. Klar sagt man sich hinterher, hätte ich mich doch frühzeitig besser informiert etc. Das habe ich mir auch gesagt und nicht nur einmal. Und vieles bereut. Aber weißt Du was? Wir haben in diesem Land ein streng reglementiertes System, wenn es um Arzneimittel geht. Nicht Hinz und Kunz dürfen sie verkaufen, sondern eigens dafür ausgebildetes Fachpersonal. Und kaufen darf man sie auch nicht einfach so, sondern braucht ein Rezept (jedenfalls bei PP und zahlreichen weiteren Substanzen). Das suggeriert erst mal, dass Fachleute, die wissen, was sie tun, dafür sorgen, dass einem kein Schaden entstehen sollte, wenn man sich an ihre Vorgaben hält. Dass dieses System im Grunde völlig marode ist und mehr Schlupflöcher und Schwächen aufweist, als Sicherheit bietet, daran hätte ich - zumindest in diesem Ausmaß, das sich nach eingehender Beschäftigung damit eröffnet - nicht im (Alp-)Traum gedacht. Das muss man erst mal verdauen. Klar sollte man die Verantwortung für seine Gesundheit selbst übernehmen (lernt man spätestens bitter im Schadensfall), aber das wird einem systemimmanent nicht vermittelt. Im Gegenteil wird eine selbstbewusste Position diesbezüglich und Eigeninitiative, auch wenn es darum geht, sich selbst breit zu informieren, sehr häufig als problematisch hingestellt, als unvernünftige Weigerung, sich der professionellen Obrigkeit zu fügen (oder auch als "non-compliant").

Aber genug philosophiert, es geht um Deinen Verlauf. So wie ich Dich lese, ist Dir bereits einiges klargeworden.
Audrey hat geschrieben:Ich tat es und nach vielen Wochen wurde es besser. Ich konnte mich wieder um die Kinder kümmern, das Mama Dasein genießen und einen normalen Alltag leben. Sprich ich konnte wieder funktionieren.
Ich frage mich an solchen Stellen immer, inwieweit das - gerade nach mehreren Wochen - auch gänzlich ohne Medikation besser geworden wäre. Denn seelische Krisen sind oft selbstlimitierend, wie man weiß. Und die Studienlage zur Wirksamkeit von SSRI zeigt ja wenig überzeugende Ergebnisse.
Audrey hat geschrieben:Viel zu schnell, innerhalb weniger Wochen. Von 20 mg auf 10, dann auf 5 und 0. Ich bekam ziemlich schnell wieder Angstzustände und mir ging es bescheiden.
Das war in der Tat ein Turboentzug, das weißt Du ja. Da sind Symptome programmiert. Auch das Aufdosieren nach der Wiedereinnahme auf 30 mg war ein Brett fürs ZNS. Aber es zeigt auch deutlich, dass Dein Körper nach der Abstinenz anders als vorher auf das Mittel reagiert hat, was häufiger vorkommt.
Audrey hat geschrieben:So stellte sich unbewußt ein, dass ich meine 30 mg Citalopram nicht mehr regelmäßig nahm. In der ersten Zeit habe ich nur hier und da mal eine vergessen und gegen Ende hin nahm ich die Tabletten ungefähr 2 bis maximal 4 mal die Woche. Eher weniger.
Ja, das war leider ein katastrophaler Ausstieg, im Grunde schlimmer als ein Kaltentzug, da das ZNS durch ständige Dosissprünge bis zum Äußersten gefordert wird. Aber da können wir uns die Hand geben: Ich habe das mit Duloxetin und dem tageweisen Überspringen über mehrere Monate so praktiziert (aus Unwissenheit; dachte, ich könnte so ausschleichen).
Audrey hat geschrieben:Mein Psychiater sagte dazu, dass es gut möglich ist, dass diese geringe Menge auch garnichts mehr bewirken würde.
Das sind so die gängigen Aussagen der schlecht Informierten. Du kennst die Grafiken zur Serotonintransporter-Blockade? Dein Psychiater offensichtlich nicht:
viewtopic.php?f=19&t=8829&sid=e2af56a58 ... 9cd4374eca
Audrey hat geschrieben:Und ab November ging es dann richtig bergab mit den unterschiedlichsten Symptomen. Ich war total erschöpft, emotional nicht auf der Höhe, der Schlaf wurde schlechter und dann kam irgendwie der totale Zusamnenbruch.
Entzüge von SSRI/SNRI treten häufiger zeitverzögert auf, auch erst Monate nach null (war bei mir auch so). Ich fürchte, das Experiment mit der Pille hat das ZNS noch mal ordentlich getriggert.

Die von Dir geschilderten Symptome samt Grippe, die irgendwie nicht richtig enden will, sind allesamt ganz typisch für einen AD-Entzug.
Audrey hat geschrieben:Im Sommer letzten Jahres bekam ich unerträgliche Bauchschmerzen. Festgestellt wurde eine leichte Magenschleimhaut-und Speiseröhrenentzündung. Bei einem Abdomen MRT kam zum Glück nichts weiter bei raus. Und auch sämtliche Blutuntersuchungen sind bis dato in Ordnung gewesen.
Auch Magen-Darm-Probleme kommen häufig im Entzug vor (das meiste Serotonin sitzt im Darm). Das ist ja bei Entzugssymptomen auch typisch, dass reguläre Untersuchungen meist keine Ergebnisse liefern. Außer indirekten Ergebnissen, wie veränderten SD-Werten oder verändertem BD etc. (die aber meist nicht mit Entzug in Zusammenhang gebracht werden), kommt i. d. R. nicht viel raus. Denn das, was auf Neurotransmitter-Ebene nicht stimmt, lässt sich mit den gängigen Methoden nicht darstellen.

Wurde denn der Magen medikamentös therapiert? Prinzipiell kann im Entzug leider jedes Medikament triggern - muss nicht, aber kann.
Audrey hat geschrieben:Hausärztin, Neurologe und die Therapeutin waren der Ansicht ich bräuchte in jedenfall wieder Citalopram. Denn es fing alles an, als ich damit aufgehört hatte. Ich bräuchte das - wohl ein Leben lang. So wie ein Schilddrüsenpatient seine Medikamente nehmen muss oder jemand gegen Bluthochdruck. Und einem Herzpatienten würde man schließlich auch nicht sagen, dass er seine Medikamente nicht mehr nehmen soll.
Klassische Argumentation von Behandlern, die keine Ahnung von AD-Entzug haben. So hält man Patienten in der Endlos-Psychopharmaka-Schleife. Es gibt KEINEN Nachweis darüber, dass AD irgendeinen Mangel o. Ä. ausgleichen, auch wenn das gerne behauptet wird. Mehr in den Hintergrundinfos, wenn Du magst.

Der Versuch mit dem Escitalopram war dem Druck von außen und der Verzweiflung geschuldet. Das ist nachvollziehbar. Leider hat er dem bereits angeschlagenen ZNS einen weiteren Schlag versetzt. Aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Das Aufdosieren war sicher auch viel zu schnell.

Warum wurde eigentlich nicht wieder Citalopram angesetzt?

Ich habe den Eindruck, es wäre das Beste, Dein ZNS jetzt in Ruhe zu lassen. Es hatte so viel durchzustehen die letzten Jahre, dass es nun sicherlich äußerst sensibilisiert ist. Auch mit anderen Medikamenten wäre ich vorsichtig. Nimmst Du noch irgendwas ein z. Zt.?

Die einzige Möglichkeit, ein Entzugssyndrom zu "behandeln", wäre eine Wiedereindosierung. Aber nach so langer Zeit auf null und der Reaktion auf das Escitalopram bin ich da sehr skeptisch. Gut, man weiß nicht, wie es sich entwickelt hätte, wenn Du länger bei einem mg geblieben wärst. Normalerweise steigt man niedrig ein und lässt sich beim Aufdosieren (in Minischritten) ganz viel Zeit. Denn das ZNS braucht gerade nach längerer Abstinenz oft Monate, um sich wieder auf ein Medikament einzustellen.

Aber ein neuer Versuch wäre ein Risiko, es könnte auch zu noch mehr Erschütterung führen.

Du hast Dir sicher nicht die ganze Entwicklung der letzten 2 Jahre ruiniert, aber das Ganze noch mal zum Beben gebracht. Es wird sich auch bestimmt wieder beruhigen, nur dauert so was erfahrungsgemäß oft länger.

Aber das ZNS strebt grundsätzlich immer nach Heilung. Nur solltest Du Dich schonen, so weit wie möglich.

Hast Du Dich schon in unsere Basisinfos eingelesen? Dort findest Du viele wichtige weiterführende Infos:
viewtopic.php?f=18&t=12880&sid=e2af56a5 ... 9cd4374eca

So, ist jetzt etwas länger geworden. ;) Hoffe, nicht zu viel auf einmal.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Samstag, 09.12.17, 1:19

Liebe Carlotta,
ich danke Dir sehr herzlich für deine ausführliche Antwort. Und ich habe hier schon einiges gelesen und werde es.auch noch weiter tun. Ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben und danke von ganzem Herzen für die Unterstützung.

Ich bin so ziemlich am Ende mit meinem Latein und auch sehr verzweifelt, da in den letzten zwei Jahren keine Besserung stattgefunden hat. Im Gegenteil. Es kamen immer mehr Symptome hinzu.
Die Magensache wurde mit Pantoprazol behandelt und im Krankenhaus hab ich noch Schmerzmittel erhalten. Dazu noch zwei Narkosen für die Magenspiegelung und den Magenultraschall.

Mein gereiztes ZNS ist wohl auch die Erklärung dafür, im Nachhinein betrachtet, dass ich Medikamente generell.sehr schlecht vertrage und mich eine Tetanus Impfung bei meiner Hausärztin und eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt für Tage völlig ausgenockt haben.

Momentan nehme ich keine Medikamente. Ausser LaVita, Magnesium und Vitamin D Öl. Sollte ich das auch besser lassen?

Aktuell sind die immer mal wieder auftretenden Muskel und Nervenschmerzen am schlimmsten zu ertragen. Selbst die Kopfhaut ist übersensibel und lässt bei Berührung den Schmerz einschiessen. Daher bin ich auch noch wach und kann nicht schlafen... Das schürt natürlich wieder meine Angst, und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Es ist zum weinen. Und es gibt seit dem Versuch Escitalopram einzudosieten keinen Tag an dem ich zur Ruhe kommen kann. Jeden Tag ist es etwas anderes...

Mir wurde jetzt dieses Escitalopram verschrieben. Es wäre besser verträglich und könnte als Tropfen besser dosiert werden. Mit meiner Vorgehensweise 1 Tropfen pro Woche war ich schon behutsamer als mir verordnet wurde...
Als ich nur einen Tropfen nahm, hatte ich ein paar wenige Tage an denen es mir sogar besser ging. Ich weiss nur nicht ob es dem.Medikament geschuldet war, oder einfach der Tatsache dass ich glaubte mir wird jetzt geholfen. Leider ist dieses Gefühl als ich dann von drei wieder zurückdosiert habe nicht wieder gekommen. Und jetzt geht es mir ja sogar noch schlechter als vor dem Escitalopram. Und jetzt soll ich es ja mit Paroxetin probieren nachdem ich Escitalopram nicht vertrage...

Schonung ist leider nur bedingt möglich, da ich zwei Kinder, Partner, (der mich so gut er kann unterstützt) Hund und einen Halbtagsjob habe. Leider war ich in letzter Zeit viel krank, so dass dies auch schon negativ auffällt und ich mir Gedanken mache wie lange das mein AG mitmacht.

Wie kann ich denn mein angeschlagenes Nervensystem beruhigen? Ich habe über Fischölkapseln, Presselin oder Passidon gelesen. Oder reizt das jetzt noch zusätzlich?

Vielen lieben Dank und liebe Grüße,
Audrey
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2009 Angstzustände, Panik 6 Wochen nach Geburt

2010-2013 Citalopram 20 mg

2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

24.01.2018 0,025 mg Escitalopram
09.02.2018 0

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Ululu 69 » Samstag, 09.12.17, 19:12

Hallo Audrey,

es ist leider absolut typisch, dass die Symptome sich im steten Wechsel quasi die Klinke in die Hand geben, wenn das ZNS gereizt ist. Genau so,. wie du es beschreibst, jeden Tag etwas anderes.
:x
Leider haben wir keinen Geheimtipp, was da hilft. Die Erfahrung zeigt, dass neue oder mehr Medikamente die Situation eher noch verschärfen. Nur die Zeit kann dein ZNS heilen.
Manche Betroffene profitieren etwas von Fischölkapseln. Wenn du es für dich ausprobieren möchtest, teste es bitte mit einer ganz kleinen Dosis an, ob du es verträgst.

Wir haben einen Thread zu dem Thema. Ich lasse dir mal den Link da.

viewtopic.php?f=15&t=9653&p=219057&hili ... 6l#p219057

LG Ute
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Samstag, 09.12.17, 20:54

Liebe Ute,
vielen Dank für dein Feedback. Ich werde mich gleich Belesen was das Fischöl betrifft. Danke für den Link.

Auch wenn man nicht viel tun kann, so hilft es doch sich darüber auszutauschen. Ich war mir garnicht bewußt, was mit mir die letzten zwei Jahre los ist. Ich habe schon so viel Ängste ausgestanden, da ich immer dachte ich leide an einer schlimmen Krankheit die noch nicht festgestellt wurde...

Von einem Entzug wusste ich nichts. Was mit dem Gehirn unter Antidepressiva passiert auch nicht. Geschweige denn wie lange das ZNS zur Gesundung braucht und was es alles für Symptome auslösen kann. Bis ich euer Forum hier gefunden habe. Ich danke allen hier für ihr Engagement sehr. Denn man wird im Grunde mit seinen Symptomen alleine gelassen. Das einzige was man bekommt sind neue Rezepte für Antidepressiva....

Ganz herzliche Grüße,
Audrey
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2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jamie » Samstag, 09.12.17, 21:37

Liebe Audrey.

Danke für deine lobende Worte für das Forum :).

Ja, das ist leider oft so, dass Menschen monatelang, teilweise jahrelang denken, sie seien schwer krank und egal was sie untersuchen lassen, der Arzt findet vielleicht die ein oder andere Kleinigkeit, aber nichts, was so ein ungesundes Körpergefühl und schwer wiegendes Krankheitsgefühl auslösen würde / könnte.

Psychopharmaka in ihrer Einnahme, aber auch als Nebenwirkungen und im Entzug, können Symptome ähnlich einer Fatigue oder auch einem multifaktoriellen Schmerzsyndrom vergleichbar einer Fibromyalgie auslösen.
Man fühlt sich dauerhaft kränklich, schlapp, müde, erschöpft, hat Schmerzen im ganzen Körper und an seinen speziellen Stellen / Organen etc. und fragt sich als, was mit einem los ist (?) .. :oops:

Wenn Wiedereindosieren nicht infrage kommt, dann kann man vielleicht vorsichtig mal bei pflanzlichen Präparaten schauen, ob diese unterstütze können.
Vor allem macht es aber auch die Geisteshaltung aus: Sich nicht überfordern und denken, man müsse doch endlich wieder funktionieren; stattdessen viele Ruhe, Achtsamkeit und Akzeptanz - das erleichtert es maßgeblich durch diese anstrengende Zeit zu kommen.

Alles Gute und willkommen im Forum :)
Jamie
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Sonntag, 10.12.17, 8:46

Liebe Jamie,
erstmal auch Dir vielen Dank für deine Antwort und das Willkommen heißen.

Ich habe hier schon einige Beiträge gelesen, die mir die Augen geöffnet haben. Und wenn ich bedenke dass ihr alle auch selbst betroffen seid, dass alles in eurer freien Zeit macht und jedem der hier schreibt antwortet und das tag täglich, gebührt das meinen ganz großen Respekt!

Welche pflanzlichen Mittel genau meinst Du?

Es ist leider nicht einfach sich nicht zu überfordern. Ich wußte ja nicht was mit mir los ist und man will ja auch irgedwann wieder für die Familie funktionieren. Hat den Anspruch an sich selbst endlich wieder alles wuppen zu.können, ohne permanent das Gefühl zu haben, jeder Tag ist der letzte, kräftemäßig...

Leider hält sich diese totale Erschöpfung schon seit gut zwei Jahren. Und die Symptome wechseln oder es kommen neue hinzu. Zu glauben ich habe eine schlimme Krankheit wie MS hat mich über die Zeit wirklich traurig ja sogar depressiv und hoffnungslos gemacht.

Die Ärzte erklären das anders herum. Das die Depression die ganzen Symptome hervorruft und ich Medikamente bräuchte, da meine Gehirnchemie wohl nicht im Einklang ist.

Ich habe es auf Anraten vor einem Jahr mal mit 5htp versucht. Das würde mir beim Schlafen helfen. 200mg könnte ich vor dem schlafen gehen nehmen. Ich habe nur eine Kapsel mit 50mg genommen und habe dann in der Nacht Panikattacken vom Feinsten bekommen.

Was würdet ihr mir denn mit eurer Erfahrung raten? Vor allen Dingen nach dem kürzlich gescheiterten Escitalopram Versuch? Nochmal ein mg nehmen zum Stabilisieren? Oder macht das keinen Sinn und reizt nur noch mehr?
Ich bin wirklich hilflos grade.

Vielen lieben Dank und herzliche Grüße,
Audrey
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2010-2013 Citalopram 20 mg

2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Bittchen » Sonntag, 10.12.17, 14:01

Liebe Audrey,

Auch ich habe Es-Citalopram 20 mg,nach 7 Jahre Dauer Einnahme zu schnell abgesetzt.
Deine Symptome kenne ich alle.
Allerdings bin ich erheblich älter und kann mir Ruhe gönnen.
Das macht mir auch keinen Spaß,weil es bleibt so viel liegen,aber mit Kindern ist das noch mal eine andere Nummer.
Da möchte ich dir nur ganz viel Kraft wünschen.

Nach der Geburt meiner jüngsten Tochter wurde bei mir eine Depression diagnostiziert.
Es kamen später noch andere Faktoren dazu.
Das war vor über dreißig Jahren und bestimmt mit einer Psychotherapie zu behandeln gewesen,aber da wusste man noch weniger wie heute.
Psychische Störungen waren da noch mehr stigmatisiert,das hatte man nicht und wenn dann ging es in die "Klapse"
So nahm das Unglück seinen Lauf,mit vielen erneuten depressiven Phasen und immer anderen ADs.

Heute habe ich für mich entschieden,mein überreiztes ZNS zu schonen und keine Ads mehr zu nehmen.
Wie ich damals erkrankt bin,hatte ich auch drei Kinder zu versorgen und war berufstätig.
Unbedingt wollte ich weiter funktionieren,aber der Preis war hoch.
Das merke ich heute mit meinen 67 Jahren sehr stark.
Aber es ist ja nie früh und selten zu spät,sich wieder anders zu entscheiden.

Du bist noch jung und wirst den Entzug unbeschadet durch stehen,auch wenn es nicht leicht ist.
Eine Psyochtherapie wird dir da helfen können.

Auch für mich war das wieder eindosieren gleich mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden,so dass ich es nach nur 0,5 ml wieder gelassen habe.

Alles Gute und Liebe Grüße

Bittchen
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Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Sonntag, 10.12.17, 15:12

Liebe Bittchen,
vielen Dank für deinen Beitrag und deine aufmunternden Worte. Wie ich lese hast Du schon sehr viel mitgemacht und schlimmes erlebt. Das tut mir sehr leid und ich wünsche Dir auch alles erdenklich Gute und Kraft.

Von den Ärzten werden PP immer sehr leichtfertig verschrieben. Sicher gibt es auch Fälle wo es nach sorgfältiger Abwägung angebracht ist. Aber das steht in keinem Verhältnis zu den Massen an Pillen, die in der heutigen Zeit verschrieben werden. Man wird nicht aufgeklärt, sondern alles wird verharmlost und das macht mich echt wütend. Mir hat niemand gesagt, welche Auswirkungen Antidepressiva nach sich ziehen. Im Gegenteil. Sie sollten mich wieder "normal" machen. Und wenn es nicht ohne geht, dann eben ein Leben lang, dafür wären die ja schließlich gemacht!!!!!! :shock:

Ich kann nicht leugnen, dass mir Citalopram damals ein paar Jahre geholfen hat. Aber um welchen Preis?
Hätte ich damals gewußt wie es mir heute geht, hätte ich sicherlich mehr um Alternativen gekämpft. Wenn ich es richtig verstanden habe geht es Dir wohl ähnlich.

Ich mache aktuell eine Verhaltenstherapie. Ich komm gut mit der Therapeutin klar, aber sie steht leider auch hinter der Medikamentenschiene. Manche bräuchten das eben ihr Leben lang, wie z.B. Schilddrüsenpatienten ect. Auch kann sie meine starke Erschöpfung nicht nachvollziehen, denn ich hätte ja schließlich nur einen Halbtagsjob und die Kinder wären aus dem Gröbsten raus, andere schaffen das ja schließlich auch. Von daher sind die Gespräche zwar in Ordnung, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es mir nachhaltig etwas bringt.

Mit welchen Mitteln oder Maßnahmen versuchst Du Dir denn zu helfen? Werden diese schrecklichen Symptome denn irgendwann besser?

Ganz liebe Grüße und alles Gute,
Audrey
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Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Gwen » Sonntag, 10.12.17, 15:26

Hallo Audrey,

ich bin gerade an diesen Sätzen von Dir "hängen geblieben", zu denen ich Dir gerne meine Gedanken hier lassen will:
Ich mache aktuell eine Verhaltenstherapie. Ich komm gut mit der Therapeutin klar, aber sie steht leider auch hinter der Medikamentenschiene. Manche bräuchten das eben ihr Leben lang, wie z.B. Schilddrüsenpatienten ect. Auch kann sie meine starke Erschöpfung nicht nachvollziehen, denn ich hätte ja schließlich nur einen Halbtagsjob und die Kinder wären aus dem Gröbsten raus, andere schaffen das ja schließlich auch. Von daher sind die Gespräche zwar in Ordnung, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es mir nachhaltig etwas bringt.
Wenn Du nicht das Gefühl hast, dass Du wirklich auf einer Wellenlänge mit Deiner Therapeutin bist und Du auch nicht glaubst, dass sie Dich wirklich versteht, solltest Du Dir überlegen, ob Du nicht zu einem anderen Therapeuten wechseln kannst.

Ich habe selbst auch einiges an Psychotherapie hinter mir. Imund ich weiß aus meiner Erfahrung, dass es einfach nicht den Erfolg bringt, wenn die Chemie zwischen Dir und dem Therapeuten nicht stimmt. Ich weiß, dass das eine ganz blöde Entscheidung ist und es auch schwierig ist einen anderen Therapeuten zu finden. Aber die Krankenkasse zahlt nicht beliebig lange und dann ist es einfach zu schade, wenn man zu viele Einheiten mit jemandem "verschwendet" der einem nicht nachhaltig helfen kann.

Ich bin damals auch viel zu lange geblieben, weil ich das Problem eher bei mir sah und mich damals auch nicht so offen getraut hätte, das anzusprechen. Im Nachhinein betrachtet ist es einfach ärgerlich und verschenkte Zeit und Energie gewesen.

Viele Grüße Gwen
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Montag, 11.12.17, 8:53

Liebe Gwen,
Danke für deine Einschätzung und Ratschläge.
Es ist leider nicht einfach jemanden zu finden. Die Wartezeiten sind extrem lang oder man wird nie zurückgerufen.
Ich hatte vorher eine tolle Therapeutin bei der ich gern geblieben wäre. Aber leider praktiziert sie nur als Privatärztin und rechnet nicht über die KK ab. So waren nach einiger Zeit und 100 Euro pro Sitzung leider sämtliche finanziellen Mittel verbraucht...

Nach langem.Suchen hab ich dann meine jetzige Therapeutin gefunden und mich darauf eingelassen. Aber ich denke auch, dass ich da nicht weiter komme.
Andererseits liest man auch oft, dass man denkt es bringt nichts und hinterher stellt sich doch ein Erfolg ein. Von daher wollte ich der Therapie auch eine Chance und Zeit geben.

Ich habe mich nunallerdings bei der nächstgelegenen Tagesklinik angemeldet und werde wohl ab Mitte/Ende Januar einen Platz bekommen. Ich habe das Gefühl ich muss etwas tun und werde dann sehen, ob es mir etwas bringt.

Am Donnerstag habe ich einen Termin bei meinem Neurologen/Psychiater. Bin gespannt was er zu den Nervenschmerzen sagt die mich seit dem Escitalopramversuch plagen und Angst machen.
Die Auswertung des EEG's und der Blutwerte stehen auch noch aus.
Allerdings hab ich das Paroxetin Rezept ja nicht abgeholt. Von daher wird er mir sicherlich sagen, dass er für mich nichts tun kann, wenn ich die Medikamente nicht nehme...

Kann mir vielleicht jemand sagen welche pflanzlichen Mittel zur Unterstützung Jamie gemeint hat?
Oder würdet ihr das eindosieren einer kleinen Menge nochmal wagen? Ich weiß entscheiden muss ich selbst, aber mit eurer Erfahrung könnt ihr das bestimmt besser einschätzen.

Ich bin für jeden noch so kleinen Strohhalm und Rat von ganzem Herzen dankbar!

Ich wünsche allen hier einen guten Start in die neue Woche, die hoffentlich ein kleines Stückchen Besserung bringt.

Liebe Grüße,
Audrey
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2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

24.01.2018 0,025 mg Escitalopram
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Bittchen » Montag, 11.12.17, 9:49

Liebe Audrey,

ich sehe das Verhältnis mit deiner Therapeutin genau wie Gwen.
Ich selbst bin auch auf Therapeutensuche,da ich gerade schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Im Moment bin ich in einer sehr belastenden Lebenssituation zusätzlich und mein Therapeut war da nicht hilfreich .
Allerdings war er kein Verfechter von Medikamenten,das will ich ihm doch zu Gute halten.
Mich triggern Ereignisse oder auch nur Bemerkungen immer wieder neu und die Zukunftsangst ist mein ständiger Begleiter.
Das lässt sich auch so schnell nicht ändern.

Aber ich habe noch keine Psychiater ,auch nicht in Kliniken gefunden,die bereit waren, mir ohne Chemie zu helfen.
Da habe ich viel zu lange vertraut.
Aber ich kann gut verstehen,wenn du nach jedem Strohhalm greifst.

Für mich gilt,ich mache jeden Tag weiter,so gut es eben geht.
Da wage ich nicht dir zu raten,deine Situation ist eine ganz andere und ich bin selbst auf die Erfahrung der sehr motivierten und einfühlsamen Moderatoren angewiesen.
Meine Hoffnung ist,das ich mit kleinen Schritten wieder aktiver werde und dann diese Entzugssymptome hinter mir lassen kann.
Schnelle Erschöpfung gehört bei mir auch dazu.
Allerdings wundert es mich schon,dass deine Therapeutin deine Erschöpfung nicht nachvollziehen kann,denn du leistest ja, trotz deiner jetzigen Probleme, enorm viel.

NEM nehme auch,aber auch da wirst du sehen müssen,was dir gut tut.
Vielleicht ergibt sich ein Mangel durch die Blutwerte,den du ausgleichen kannst.

Dir alles Gute und liebe Grüße
Bittchen
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Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jamie » Montag, 11.12.17, 13:27

Hallo Audrey, :)

wären finanzielle Mittel vorhanden mal einen Heilpraktiker / Homöopathen aufzusuchen und würdest du das überhaupt in Erwägung ziehen? Sie können besser austesten, was dem Körper fehlt.
200€ müsste man rechnen; 100 für die Erstuntersuchung und das Austesten, weitere 100€ für Medikamente.

Wenn das nicht infrage kommt, sind folgende pflanzliche Mittel vom Forum als für hilfreich befunden worden und relativ nebenwirkungsarm:
Zur seelischen Stabilität: Passionsblume
Zur Milderung von Unruhe und Verbesserung des Schlafs: Baldrian, Hopfen, Melisse
Lavendel in Kapseln (Lasea) könnte infrage kommen, aber wir haben eine einzelne Schilderung, dass ein Teilnehmer hier davon mal Abhängigkeitssymptome bekam; allerdings bislang ein Einzelfall.
Auch probierenswert: Duftöle (bitte nur 100 % reine, natürliche mit Bioqualität) wie Zitrone, Orange oder Mandarine in einem Aromalämpchen (wirkt alles drei stimmungsaufhellend) oder auch gerne erdige Töne, die einen runterholen können (Hölzer, Fichte usw)

Bei Verträglichkeit können gerade alle oben genannten Substanzen außer Lavendelöl manchmal als Urtinktur sehr interessant sein, aber das müsste ein Homöopath austesten; wenn nicht, dann kann man einfach mal eins rauspicken (zB Lioran (Passionsblume)) und es vorsichtig in einer kleinen Dosis antesten.
Oder du kaufst dir einen Nervenberuhigungs /- Schlaftee und startest damit.

Solltest du tatsächlich über eine erneute Wiedereinnahme nachdenken, würde ich mit max. 0,1mg starten. Das wäre trial and error, nachdem es mit dem einen Tropfen nicht geklappt hat und ich will dir da keine falsche Versprechungen machen. Käme darauf an, wie du dich entscheidest.

PS. Kein Johanniskraut, es wirkt ähnlich potent wie ein SSRI und ist ein Antidepressivum; auf Beimischung achten!

Grüße
Jamie
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Gwen » Montag, 11.12.17, 13:34

Hallo Audrey, hallo Bittchen,

es gibt die Möglichkeit, auch bei Therapeuten ohne Kassenzulassung Psychotherapie auf Kosten der Krankenkasse zu machen. Das ganze nennt sich Kostenerstattungsverfahren und kann dann angewandt werden, wenn kein Therapeut mit Kassenzulassung in angemessenem Zeitraum einen Platz anbieten kann und Psychotherapie zeitnah notwendig ist.

Hier Mal die Infos dazu:
https://www.therapie.de/psyche/info/fra ... rstattung/

Liebe Grüße Gwen
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Jamie » Montag, 11.12.17, 13:43

Hallo Gwen,

das gilt aber leider nicht, wenn die zuvor genehmigte Therapie abgebrochen wird.
Dann müssen leider 2 Jahre Wartezeit / Nichtbehandlungszeit abgesessen werden.

Ich finde das schrecklich, weil manchmal merkt man eben nicht gleich nach 5 Sitzungen, sondern erst nach 40 oder 50, dass man mit dem Therapeuten doch nicht so gut klarkommt oder der auf einmal komisch wird und seltsame Ansichten hat und dann muss man entweder eine minderwertige und / oder unbefriedigende Therapie weiter fortführen oder sich eben auf ein zweijähriges Warteintervall einlassen (vielen geht es viel zu schlecht dafür :( )

Grüße
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Beitrag von Audrey » Montag, 11.12.17, 23:18

Liebe Bittchen, Gwen und Jamie!
Ich danke Euch sehr für euer Feedback. Es tut gut sich austauschen zu können. Meine Familie, mein Partner unterstützt mich zwar sehr, aber wer nicht in solch einer Lage war bzw ist, kann das nicht wirklich nachvollziehen, wie schrecklich man sich fühlt.

Ich war schon bei einigen Ärzten und habe alles mögliche probiert und viel Geld dagelassen. Biologische Medizin, Naturheilverfahren, klassische Homöopathie.... Es hat mir bis jetzt leider nichts nachhaltig geholfen. Ich habe meinen niedrigen Vitamin D Spiegel wieder aus dem.Tief bekommen, was die Blutwerte belegen, leider merke ich dadurch nichts Positives.
Mit auf mich abgestimmten Kügelchen habe ich es probiert, leider auch ohne Erfolg.
Mit Vitamin C Infusionen und Sauerstofftherapie, die ich ganz schnell abbrechen musste. Das ging garnicht.

Ich habe noch ein paar Stunden meiner Verhaltenstherapie übrig. Diese jetzt abzubrechen traue ich mich nicht. Wenn ich Anfang nächsten Jahres in die Tagesklinik gehe, hat sich das ja dann erstmal erledigt. Ich hoffe ja das mich das weiter bringt.

Leider geht es mir körperlich seit der Escitalopram Einnahme wieder so schlecht wie damals als der verzögerte Entzug eingesetzt hat. Von dem ich da ja noch nicht wußte das es das ist.
Gerade ist es sehr schwer das auszuhalten und nebenbei noch zu funktionieren. Familie, Haushalt, Job. Ich habe zwar Hilfe, aber es bleibt dennoch genug übrig...

Vor der kürzlichen Escitalopram Einnahme gab es wenigstens auch immer mal Tage oder Stunden in denen ich mich besser gefühlt habe. Solche Momente, die einem wieder Kraft geben und aufbauen sind seitdem leider nicht wieder aufgetreten.

Aber ich will nicht weiter jammern. Ihr habt ja auch jeder euer Päckchen zu tragen und gebt dabei noch wertvolle Tips und Hilfe.
Ich danke Euch wirklich sehr und bin sehr froh hier sein zu dürfen!

Ich wünsche Euch und Allen hier, dass wir sehr bald wieder gute Zeiten durchleben werden!

Liebe Grüße,
Audrey
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2009 Angstzustände, Panik 6 Wochen nach Geburt

2010-2013 Citalopram 20 mg

2013 Absetzversuch. Innerhalb 4 Wochen auf 0 reduziert. Panik sofort wieder da. Dann wieder aufdosiert. Es wurde schnell besser

2013-2014 Citalopram 30 mg

2014-2015 Citalopram 30 mg nicht mehr regelmässig genommen. Immer sporadischer.

Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von SeventhWave » Dienstag, 12.12.17, 16:29

Hi Audrey!

Darf ich dir und deiner Familie folgendes Buch empfehlen?

https://www.klett-cotta.de/buch/Ratgebe ... zept/74820

Auch wenn du nicht in der Lage bist es zu lesen; deinen Lieben, die dich unterstützen, dürfte es die Kehle zuschnüren. Danach verstehen sie dich.

Viele Grüße

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Beginn Wasserlösmethode Citalopram Mylan Dura 40 mg
18.07.17 36 mg (-10 %)
29.08.17 32,8 mg (-8,9 %)
28.09.17 30,4 mg (-7,317 %)
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27.01.18 26 mg (-7,143 %)
18.03.18 24 mg (- 7,692 %)
26.04.18 23,5 mg (- 2 %)
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Mittwoch, 13.12.17, 7:36

Liebe SeventhWave,

ich danke Dir für deinen Buch Tip! Ich werde es uns sicherlich besorgen, denn man kann sich schwer in etwas hineinversetzen, wenn man "soetwas" garnicht kennt.
Leider kommt an mich alles immer komplett ungefiltert heran, da ich sehr sensibel bin. Ich fühle leider sehr bei allen möglichen Situationen mit, auch wenn mir die Personen garnicht nahe stehen. Ich bekomme alleine schon ein beklemmendes und ungutes Gefühl, wenn ich nur eine Krankenwagen Sirene höre.... total absurd.

Deiner Signatur nach hast Du auch schon sehr viel mitgemacht. Das tut mir wirklich sehr leid und ich hoffe sehr für Dich, dass es auch Dir bald besser gehen wird. Welche Symptome hast Du aktuell bei der Citalopram Reduktion? Ich habe damit ja leider völlig falsch aufgehört, denn ich wußte es nicht besser. Dadurch fährt mein ZNS seit über 2 Jahren Achterbahn in Endlosschleife...
Wie behilfst Du Dir denn deinen Alltag zu schaffen? Meine beiden Kinder sind 9 und 13 Jahre und jeder Tag geht an die gefühlten Grenzen und darüber hinaus.

Ich wünsche Dir alles Gute und schicke liebe Grüße,
Audrey
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Bis Juli 2015 ganz aufgehört.

November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

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Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
Aktuell reduziert auf Null. Symptome bleiben (siehe oben) und es sind neue dabei.

Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
Neben den Symptomen wie schon beschrieben, seit heute Nachmittag Kreislaufprobleme. Das Gefühl gleich umzukippen, Unruhe und Angst

21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

Januar 2018 immer noch bei 0,05 mg, aber keine Besserung der Symptome

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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von WaldundWiese » Mittwoch, 13.12.17, 13:25

Huhu Audrey - hier noch eine Citalopram-Gestörte..äähh Geschädigte :o :party:

Erstmal mein vollstes Mitgefühl, ich weiß wie man sich da fühlt!
Ich habe nach mehreren Monaten auf 0 wieder eindosiert, bei mir hat es geklappt. Was natürlich nicht heißen muss, das es bei anderen auch klappt.

Ich sehe das so, du hast es jetzt so lange ohne alles versucht und mit einem anderen Medi - hat nix gebracht.
Was hast du zu verlieren? Trial error, wie Jamie schon sagte!

Liebe Grüße :)
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September 2013 - Burn Out/Belastungsdepression - 20mg Citalopram
März 2015 - Mai 2015 Ausschleichen Citalopram: 4Wochen 10mg - 4Wochen 5mg - 0mg

Januar 2016 - Rückfall/Absetzsyndrom Part I - 20mg Citalopram
Januar 2016 - heute Verhaltenstherapie
August 2016 - Oktober 2016 Ausschleichen Citalopram: 4Wochen 10mg - 4Wochen 5mg - 2Wochen 2,5mg

Januar 2017 - Rückfall/Absetzsyndrom Part II
Seit 13.1.2017 2mg Citalopram, Symptome schlagartig verschwunden, Besserung der Symptome bis Anfang März, danach komplett verschwunden und beste Stimmung!
13.5.2017-16.05. 1,6mg Citalopram: Kurz nach Reduktion vermehrtes Starkes Träumen, vermehrt Angstgedanken, Mini-Panikattacke
17.05. 1,8mg Citalopram - Reduktion war wohl zu viel. Direkt wenige Tage später wieder bomben Stimmung :) wieder alles gut! Nun sollte ich wirklich nur immer 10% reduzieren!
25.7 1,7mg Citalopram (wieder Unruhe, vermehrtes krasses träumen, Unzufriedenheit)
30.9. 1,6mg Citalopram (erst 1,5Wochen lang super, dann vermehrtes Träumen, Kopfschmerzen, Druck auf Brust)
17.11. 1,5mg Citalopram (erst 2Wochen super, dann vermehrtes Träumen, innere Anspannung/Hektik)
29.1. 1,4mg Citalopram (komisches träumen, Seh Probleme, Ekel vor essen, Müdigkeit)
31.3. 1,3mg Citalopram (zwei Tage starke Kopfschmerzen, starke Müdigkeit, vermehrtes Träumen)
Anfang Mai wenige Tage total unwohl gefühlt, eine Nacht mini-panikattacke - Mutmaßung: mönchspfeffer ein und abdosiert innerhalb 2 Wochen wegen allergie
03.06. 1,2mg Citalopram
15.7. 1,1mg Citalopram

Audrey
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Re: Verzögerter Entzug (Citalopram)? Erklärung für meine Symptome?

Beitrag von Audrey » Mittwoch, 13.12.17, 17:37

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Nachrichten. Bin jetzt hin und hergerissen und denke nun doch an einen Versuch des Wiedereindosierens nach.

Bin allerdings auch etwas verunsichert über das wie. Und soll ich Citalopram, was ich damals genommen habe eindosieren oder die Escitalopram Tropfen, mit denen ich es kürzlich versucht habe?

Jamie schrieb ich solle es mit 0,1 mg versuchen. Wie lange soll ich diese Dosis nehmen und wie weit dann noch gegebenfalls erhöhen?

Sorry, ich bin gerade ein bissi planlos im Kopf.... :cry:

Danke und liebe Grüße,
Audrey
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November 2015 Zusammenbruch. Viele körperliche Symptome für die es scheinbar keine Erklärung gibt:

Massive Erschöpfung, Schwindel, Augenschwindel, Rückenschmerzen, Kribbeln auf dem Kopf, Kälteschauer, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Schmerzempfindlicher Bauch, das Gefühl umzukippen, Herzstolpern und Mißempfindungen überall, starke Nackenverspannungen. Ohrgeräusche. Schlafstörung.

Die Angst kommt zurück

September 2016
3 Tage Krankenhausaufenthalt. Magenschleimhautentzündung, Refluxstörung

Hypnosetherapie ausprobiert und aktuell Verhaltenstherapie

Juni 2017 Versuch mit Johanniskraut. Nach 2 Wochen abgebrochen wegen Herzrasen

Ende Oktober 2017
Versuch mit Escitalopram. Jede Woche ein Tropfen mehr
Ab 2 Tropfen Nebenwirkungen, ab 3 Tropfen unerträglich.
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Starke Muskelschmerzen. Sehstörungen (unscharfes Sehen) Schwäche. Dauerschwindel. Angstzustände, Unruhe. Stechende Nervenschmerzen an unterschiedlichen Stellen seit Escitalopramversuch.

18.12.2017 Wiedereindosieren 0,1 mg Escitalopram
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21.12.2017 Escitalopram 0,05 mg

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