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Paroxat und Eiweißshake

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Lillekai
Beiträge: 2
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Paroxat und Eiweißshake

Beitrag von Lillekai » Mittwoch, 11.04.18, 16:52

Hallo zusammen,

ich bin schon länger stiller Mitleser hier, und konnte schon so viel Nützliches aus diesem Forum für mich mitnehmen.
Nun bin ich gerade über einen älteren Beitrag gestolpert, welcher mich sehr verunsichert hat.
Und zwar, dass wohl eine Userin ein Serotonin-Syndrom durch den Verzehr von einem Eiweißshake bekommen hat.

Seit 2014 habe ich bis 2017 40 mg Paroxat genommen, und dann Anfang 2017 angefangen runterzudosieren.
Leider habe ich es bislang nicht unter 10 mg geschafft, mit den 10 mg geht es mir momentan zum Glück aber recht gut, was die Absetzproblematik betrifft.

Einen neuen Versuch weiter runterzudosieren, will ich erst nach dem Sommer beginnen, da in den nächsten Monaten bei mir ziemlich viel Streß sein wird.
Und da möchte ich, halbwegs stabil, durchkommen.

Leider habe ich durch das Paroxat über 20 Kilo zugenommen, und würde es endlich angehen, diese Kilos loszuwerden.

Ich habe vor Paroxat schon mal sehr gut mit einem Eiweißshake aus dem Reformhaus abgenommen, und hatte nun eigentlich vor, dies wieder zu tun.

Bin aber nun, durch den Bericht hier, doch etwas verunsichert.

Der Shake aus dem Reformhaus hat pro Portion 300 mg Tryptophan. Ich würde auch nur 1x am Tag einen trinken.

Das müsste doch eigentlich unbedenklich sein, oder?

Denn manche Lebensmittel haben da ja schon mehr Tryptophan.

Seht ihr das auch so?

Vielen Dank und sonnige Grüße!

padma
Team
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Re: Paroxat und Eiweißshake

Beitrag von padma » Mittwoch, 11.04.18, 17:02

hallo Lillekai, :)

willkommen im ADFD.

Man kann es einfach nicht sagen, ein gewisses Risiko ist es schon. Menschen reagieren da sehr unterschiedlich.

Wenn du Paroxetin ab dem Sommer weiter ausschleicht, wird dein Gewicht wahrscheinlich irgendwann von alleine wieder runter gehen, spätestens einige Zeit nach dem kompletten Absetzen.
Ich würde jetzt keine Diät machen, sondern nur auf eine gesunde Ernährung achten.

liebe Grüsse,
padma
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25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Lillekai
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Re: Paroxat und Eiweißshake

Beitrag von Lillekai » Mittwoch, 11.04.18, 17:16

Hallo,

vielen Dank für Deine rasche Antwort.

Mir hat der Shake damals einfach sehr gut getan, ich würde ihn wirklich gerne wieder nehmen.

Wenn es so bedenklich ist, dann müsste ich doch auch total aufpassen, z.B. nicht zu viele Eier, Thunfische oder Walnüsse zu essen, aufgrund des hohen Tryptophan Gehaltes?

Liebe Grüße!

Jamie
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Re: Paroxat und Eiweißshake

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 11.04.18, 19:41

Hallo lillekai, :)

es gibt schon einen Unterschied ob man täglich einen Shake verzehrt, dem künstlich 300mg L-Tryptophan beigemischt sind oder ob man ab und zu ein Lebensmittel mit natürlich hohem Tryptophangehalt isst.
Ich nehme nicht an, dass du jeden Tag eine Dose Thunfisch isst, oder? :wink:

Letztlich ist es so, dass wir überhaupt keine Aussagen darüber machen können, ob diese Kombination für dich problematisch ist. Von ´passiert überhaupt nix´ über ´krankenhausreifer Zustand´ könnte alles passieren. Menschen sind auch sehr verschieden; was dem einen überhaupt nicht schadet, kann beim anderen massiv Probleme verursachen.

Wenn du den Shake trotzdem trinken willst, dann behalte eben im Hinterkopf, dass du auf Symptome achtest.
Für die Zukunft achte doch einfach darauf, dass die Shakes frei von Tryptophanzusätzen sind; bei der breiten Auswahl auch an bio-Produkten sollte sich etwas finden lassen.

Alles Gute
Jamie
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Re: Paroxat und Eiweißshake

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 11.04.18, 20:53

Hallo,

in den Shakes ist nicht unbedingt Tryptophan künstlich zugesetzt, im Normalfall ist es das nicht, da es sich häufig um Molkenproteinshakes handelt oder - in der veganen Variante - um pflanzliche Proteinpulver, etwa Soja, Erbse oder Reis. (Das ist vergleichbar bei Bioprodukten.) Die Produkte sind einfach aufgrund der Pulverform konzentrierter im Bezug auf die Aminosäuren. Teilweise handelt es sich auch (bei tierischen Produkten) um isolierte Proteine, wo andere Lebensmittelbestandteile entfernt wurden; dann ist die Konzentration höher (um die 90 Prozent), bei den anderen Varianten bei ca. 50 bis 70 Prozent Proteinanteil. Aber - wie gesagt - im Regelfall nicht zugesetzt, sondern natürlich im jeweiligen Lebensmittel, das Basis für das Pulver bietet, enthalten.

Wenn man einige Löffel für einen Shake zu sich nimmt, kommt es notgedrungen zu einer höheren Aufnahme von Aminosäuren als gemeinhin durch ein nicht auf diese Weise verarbeitetes Lebensmittel. Das ist ja im Grunde auch gewünscht, um einen bestimmten Effekt zu erzielen.

Man kann die Aufnahme verringern bzw. sich vorsichtig herantasten, indem man mit wesentlich kleineren Dosierungen als den auf der Packung vorgegebenen einsteigt. Dann lässt sich durch einen solchen Shake allerdings nicht unbedingt eine komplette Mahlzeit ersetzen (falls das gewünscht wird).

Es gibt durchaus Betroffene im AD-Entzug, die solche Proteinpulver als Entzugshilfe nutzen (siehe das sehr empfehlenswerte US-Absetzforum survivingantidepressants.org), allerdings ist die Resonanz sehr unterschiedlich, von absoluter Unverträglichkeit bis hin zu Symptomverbesserungen. (Wie hoch zudem das Risiko eines Serotoninsyndroms durch Kombination mit serotonerg wirkenden Substanzen ist, lässt sich schwer einschätzen; alles eine Frage der individuellen körperlichen Gegebenheiten.)

Bioprodukte sollten schon wegen der schwächeren Belastung mit Giftstoffen bevorzugt werden, auch ungünstige Zusatzstoffe sollten vermieden werden. Aufs Kleingedruckte achten.

Man kann es nur individuell ganz vorsichtig ausprobieren, was geht und was nicht. Ob es vorteilhaft in puncto Diät ist im Entzug, wage ich eher zu bezweifeln. Die Ernährung insgesamt gesund zu gestalten, Zucker und Weißmehl einzuschränken bspw., ist grundsätzlich eine sinnvolle Maßnahme, speziell für den Darm, der im Entzug besonders in Mitleidenschaft gezogen ist und auch eine nicht unwesentliche Rolle spielt, was die Verstoffwechselung anbelangt. Was medikamentenbedingt zugenommen würde, verabschiedet sich mit dem Reduzieren/Absetzen meist wieder früher oder später von selbst; gesunde Ernährung kann dabei nicht schaden, im Gegenteil.

Liebe Grüße
Carlotta
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"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

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