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Buetzfeld: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Freitag, 01.06.18, 8:46

Liebe Carlotta,
vielen Dank für deine aufmunternden Zeilen.
Ich verstehe absolut was du sagst, man muss versuchen gewisse Dinge zu akzeptieren. So tröste ich auch andere und viele kommen bei mir an und unterhalten sich mit mir, weil ich gut zuhören und trösten kann.
Aber so gut wie ich es anderen sagen kann, erfasse ich es selber nicht. Ich hadere oft mit allem, was mir widerfahren ist, verstehe diese Ungerechtigkeit nicht. Denke dass ich nach Jahren von negativen Ereignissen doch endlich mal für längere Zeit stabil was Positives verdient habe.
In meiner Hilflosigkeit und in meinem Gram mache ich oft Gott verantwortlich, beschimpfe ihn, verstehe nicht warum er soviel Ungerechtes zulässt. Anfang des Jahres habe ich ihn aufgrund von persönlichen gehäuften negativen Ereignissen schwer beschimpft und beleidigt.
Vielleicht ist das jetzt die Strafe von ihm. Dabei bin ich herzensgut, vielleicht zu einfühlsam und sensibel, mir stand oft das Wohl anderer näher als mein eigenes Wohlergehen.
Ich spüre und achte momentan nur noch auf meine Füße und die Missempfindungen wie Schmerzen und Brennen, kann mich kaum auf was anderes konzentrieren. Letzte Woche habe ich kaum drauf geachtet, da war ich psychisch viel besser drauf.
Ich weiß nicht, warum ich nicht stärker sein kann, ich sollte als Mann jenseits der 50 mitten im Leben stehen, aber ich weine und lamentiere. Man wird immer älter, die Zeit verstreicht immer schneller, die Wehwehchen werden immer häufiger und intensiver....das macht mir solche Angst.
Ich bin und bleibe eben ein Jammerlappen.
Euer
Buetze
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2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Clown » Freitag, 01.06.18, 12:41

Hallo Buetzfeld,
durch meine Lebenskrise habe ich zu Gott gefunden. Da ich glaube das Gott uns liebt,
kommt keine Strafe von ihm. Es sind Prüfungen und ich soll im Glauben wachsen.
Ich vertraue auf seine Güte und Barmherzigkeit. Auch ich hadere oft mit ihm, weil ich
so vieles nicht verstehen kann. Denke aber, das er seeehr viel Geduld mit uns hat.

Auch ich bin sehr sensibel. Meine Hausärztin hat mal gesagt es gibt Menschen die beißen und
es gibt Menschen die werden gebissen. Ich gehöre wohl zu denen die gebissen werden.
Als Mann, der die 60 schon überschritten hat, habe ich Probleme mit dem älter werden.
Vor allem das die Kraft immer weniger wird. Habe dieser Tage im Garten eine Pflanze umgesetzt.
War danach fix und fertig. Vor 20 Jahren hätte ich das zum aufwärmen gebraucht.
Das älter werden hat aber doch auch Vorteile. So brauche ich mir und anderen nichts mehr zu beweisen.

Für mich bist du kein Jammerlappen. Im Entzug ist eben alles intensiver. Vor allem die negativen
Gefühle. Ich akzeptiere meinen jetzigen Zustand und sage mir „es ist wie es ist und es ist gut so“.
Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen.
Lg
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2008/2009 Tagesklinik und Reha
Verordnung Pipamperon und Mirtazapin 45mg
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Verordnung Citalopram 30 mg
1 Q 2014. Reha
Kaltenzug Zopiclon
3 Q 2014 Kaltenzug Pipamperon
1Q 2015 Absetzen Citalopram 30-15-7,5-0
Bei 7,5 auf 0 sehr starke Absetzsymtome
1.1.2016 Mirtazapin von 45 auf 30 reduziert
Übelkeit,Kopfschmerzen, Tinitus verstärkt,
kein Selbstwert, Blutdruckschwankungen,
Magenschmerzen, Darmprobleme nach dem Mittagessen
1.2.2016 Reduziert auf 29, 13.2. auf 28, 22.2. auf 27, 7.3. auf 25
28.32016 Reduziert auf 23, 15.4 auf 22, 30.4 auf 21, 8.5 auf 20
1.6.2016. Reduziert auf 19, 26.6 auf 18, 23.7. auf 17, 21.8. auf 16
25.9.2016 Reduziert auf 15 Mg
Omeprazol 20 Mg ab ca. 2007, Omeprazol 40 Mg ab 2012
14.10.2016 Omeprazol wöchentlich um ca. 5% reduziert
20.12.2016 Omeprazol 20 Mg
16.01.2017 Omeprazol wöchentlich um ca. 10% reduziert
13.02.2017 Omeprazol 10 Mg
22.05.2017 Omeprazol wöchentlich um 1 Mg reduziert
12.06.2017 Omeprazol wöchentlich um 0,5 Mg reduziert
31.07.2017 Omeprazol abgesetzt
01.01.2018 Mirtazapin reduziert auf 14 Mg, 24.1. auf 13 Mg, 16.2. auf 12 Mg,
09.03.2018 Umstieg auf Wasserlösmethode reduziert auf 11 Mg, 1.4. auf 10 Mg, 30.4. auf 9,5
12.5 auf 9 Mg, 26.5 auf 8,5 Mg, 2.6. auf 8,25 Mg, 10.6. auf 8 Mg, 17.6. auf 7,75 Mg
24.6 auf 7,5 Mg Etappenziel erreicht, Absetzpause

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Freitag, 01.06.18, 13:51

Hallo. :)

Gott bestraft nie.
Niemanden und niemals.
Menschen, die mutwillig so etwas behaupten, um andere zu unterdrücken, zu ängstigen oder gefügig zu machen, missbrauchen seinen Namen und seine All-Liebe.

Aber das Leben stellt uns Herausforderungen.
Diese sind von Mensch zu Mensch jedoch sehr verschieden.
Herausforderungen dienen oft dem Seelenwachstum; so sehe und bewerte ich das zumindest.

Damit kann ich in Frieden sein und leben.

Namaste
Jamie
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Freitag, 01.06.18, 16:11

hi,
Gott bestraft nie.
...aber in die andere Richtung reisst er sich jetzt auch nicht gerade ein Bein raus.
Ich meine wenn ein Kind verhungert oder Krebs hat irgendwo,
was soll daran eine Prüfung sein für das Kind?
Das Kind krepiert und Gott tut genau was? Im Besten Fall zuschauen.Leid und Elend für die Unschuldigsten.

Sorry, Ich hab da immer so meine Probleme mit einem liebenden, wohlwollenden Gott.
Den gibts nicht.

Desillusionierte Grüße eines langjährigen Ministraten und Kirchgängers,
lake.
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2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
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2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
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12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Samstag, 02.06.18, 0:18

Hallo Achim, Hallo Jamie, Hallo Lane,

ich denke jeder Mensch hat seine eigene Sichtweise zu Gott. Die einen schöpfen Kraft und Hoffnung aus ihrem Glauben, andere verstehen Gott nicht, klagen an und zweifeln. Für die einen ist der Glaube an ihn der eigene Ruhepol, für jemand andere vielleicht ein Ventil, um Dampf abzulassen und um mit Ungerechtigkeiten besser klar zu kommen. Ich finde man sollte jedem seine eigene Sichtweise selber überlassen und respektvoll damit umgehen und niemanden aufgrund seiner Einstellung zu Gott verurteilen. Allein die Tatsache, dass man entweder im Positiven oder im Negativen zu Gott steht zeigt, dass man sich zumindest mit seiner Existenz beschäftigt und alleine das ist doch schon eine Art von Glauben.
Achim: Danke für deine netten Worte, es gibt sicherlich in den Charakteren Ähnlichkeiten zwischen uns. Deine Einstellung und deine nie aufgebende Hoffnung auf bessere Zeiten beeindrucken mich, da hast du mir noch einiges voraus. Vielleicht liegt es auch gerade an unsere einfühlsame und denkende Art, dass Menschen wie wir öfters Probleme mit der Psyche haben als andere.
Jamie: Danke für deine Zeilen. Ich glaube jedoch nicht, dass wenn ich Gott zürne und wegen vieler Ungerechtigkeiten in Frage stelle und beschimpfe, dass ich damit andere Menschen unterdrücke, ängstige oder gefügig machen möchte. Nein, es ist mein eigenes Empfinden von Gott, es zeigt irgendwo meinen Glauben an ihm, auch wenn ich ihn in Frage stelle. Wenn er für mich nicht existent wäre, würde ich wohl niemals von ihm sprechen . Ich bewundere deine Einstellung die du zu Gott gefunden hast und die dir Kraft gibt und deine Bewertung mit dem Seelenwachstum beeindruckt mich sehr. Ich würde mir wünschen selber in diese Richtung denken zu können.
lakeSonne1In deinen Zeilen finde ich vieles von dem wieder, wie ich selber über Gott denke. Ich bin früher auch öfters in Gottesdienste gegangen und noch heute besichtige ich gerne Kirchen, Gotteshäuser oder Kathedralen. Es ist für mich sehr ehrfürchtig und oft mit Hoffnung verbunden. Gerade diese eigentlich schönen Gefühle, verbunden mit dem was Gott trotz allem an Grausamkeiten duldet und zulässt haben auch mich sehr stark an seiner Existenz zweifeln lassen. Ich sehe es mittlerweile ähnlich wie du. Das ist schade, denn ich spüre wie dadurch immer mehr auch sie Hoffnung schwindet, denn gerade die benötige ich so dringend wieder.

Liebe von Herzen kommende Grüße
Buetze
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2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Samstag, 02.06.18, 15:04

Hallo Buetze, :)

du hast mich komplett missverstanden.
Ich habe überhaupt nicht von dir gesprochen, sondern von der jahrhundertelangen Unterdrückung zB durch bestimmte Priester / "die Kirche", die den Menschen das Fegefeuer angedroht haben, wenn sie sich nicht so verhalten, wie sie sollen bzw. keine "guten" (was auch immer das ist) Menschen waren.

Dieser Missbrauch fängt genau genommen schon viel früher an, zur Zeiten des Urchristentums und ist sicher nicht nur dem Christentum exklusiv, sondern auch Judentum, Islam usw.
Auch indigene Völker und uralte Hochkulturen haben sich da schon so manches Gräuel zuschulden kommen lassen.

Wann immer Menschen sich anmaßen eine Definition von Gott zu geben und was er will und nicht will, ist diese Gefahr gegeben.

Es ist mir wichtig das klarzustellen, denn ich habe Theologie studiert und möchte nicht, dass man mich da falsch auffasst. Ich werde aber dazu besser nichts mehr schreiben, denn mir scheint das Missverständnispotential zu groß :roll:.

Alles Gute
Jamie (die die Magisterarbeit über Hiob und Theodizee geschrieben hat)
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Samstag, 02.06.18, 18:43

Liebe Jamie,
nein nein, ich habe das auch niemals auf mich bezogen, ehrlich. Ich habe mir schon gedacht, wie du das gemeint hast. Ich finde es ganz toll deine Ansichten und Meinung dazu zu hören, weil du ja vom Fach bist. Ich habe meinen Beitrag so geschrieben, weil ich Missverständnisse vorbeugen wollte und weil ich dachte dass andere möglicherweise falsche Schlüsse ziehen könnten. Du kannst meinetwegen ruhig weiter dazu schreiben, ich habe hier schon einiges von dir gelesen und glaube mir, ich habe eine sehr hohe Meinung von dir.
Danke dir dafür von Herzen
Buetze :hug:
2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
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Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 03.06.18, 17:58

 ! Nachricht von: Ululu
Hallo, ich habe deinen Thread in die Rubrik "Antidepressiva absetzen " verschoben. LG Ute
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 04.06.18, 8:54

Hallo zusammen,
ich kann gar nicht beschreiben, wie schlecht es mir zur Zeit geht. Die Missempfindungen in den Zehen , Füssen bis hoch zu den Beinen machen mich noch wahnsinnig. Ich steigere mich da nur nur rein, kann an nichts anderes mehr denken. Dabei war ich letzte Woche beim Arzt und ich hatte vor einer Woche einige Tage, an denen es mir ganz plötzlich auf einmal richtig gut ging und ich mit den Missempfindungen leben konnte. Vielleicht habe ich ja doch MS oder einen Tumor der auf die Nerven drückt. Oder sind es tatsächlich nur die Entzugserscheinungen, ich kann es gar nicht glauben.Ich bin antriebslos, sehr weinerlich und grübel und grübel, sehe alles negativ, nerve jeden mit meinen Wehwehchen. Gestern habe ich mich versucht abzulenken, wir waren in einem botanischen Garten. Ich konnte die ganze Zeit nichts genießen, hatte nur Ziehen und Brennen an den Füssen, dazu die ängstlichen Gedanken, dass ich vielleicht einmal dadurch gelähmt sein könnte wenn es noch schlimmer kommt. Bitte, kann es denn tatsächlich sein dass das Absetzen so brutal ist. Mit den leichten Taubheitsgefühlen in den Zehen konnte ich jahrelang gut leben, aber dieses Nervenziehen bis hoch in die Beine macht mich wahnsinnig. Das hatte ich früher nie,,da standen extreme Schwindelgefühle im Vordergrund, erst nach der Reduktion von 10 mg auf 5 mg, mittlerweile habe ich ja auf 6 mg hochdosiert wurde es mit den Missempfindungen so schlimm.. Letzte Woche hatte ich fast 5 Tage ein super Fenster,war gut drauf und konnte mit den Symptomen, die nur schwach ausgelegt waren gut leben. Jetzt der brutale Rückfall. Bitte bitte, ich habe solche Angst dass ich nie wieder gesund werde. Sind die Symptome normal, gibt es hier Betroffene die ähnliche Symptome haben ? Bitte helft mir, ich bin so verzweifelt.
Von Herzen
Buetze
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2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
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2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

Jamie
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Jamie » Montag, 04.06.18, 9:57

Hallo Buetze, :)

mit sehr sehr großer Wahrscheinlichkeit sind es Absetzsymptome.

Einen Gehirntumor und MS kannst du mit einem CT oder MRT vom Schädel ausschließen.
Und das solltest du auch machen, um dich zu beruhigen.
Wir empfehlen Menschen, die sehr unter den Symptomen leiden und sich auf nichts Anderes mehr konzentrieren können solche Abkläruntersuchungen, damit die Angst nicht unterschwellig immer mitspielt.
Lass dich von deinem Arzt überweisen. Das MRT ist vorzuziehen, da keine Strahlenbelastung (nur Magnet).

Ferner gehört bei dem Kribbeln auch noch mal dein Rücken, insb. Wirbelsäule durch einen Orthopäden überprüft, da eingeklemmte Nerven (es muss nicht immer weh tun) auch solches Kribbeln auslösen können.

Diabetes hast du nicht? Das Kribbeln könnte auch eine Polyneuropathie sein.
Manchmal kann Vitaminmangel das auslösen. Hauptsächlich Vitamin B1 und B12.
Es gibt zugelassene Präparate bei Polyneuropathie, die sind aber sehr teuer und wie du weißt, können Vitamine auch einen Entzugszustand negativ triggern. Falls es dich trotzdem interessiert:
Keltican forte.

Was ebenfalls nicht für eine schwere organische Erkrankung spricht ist dein Fenster von letzter Woche. Erkrankungen solcher Art schreiten graduell voran oder stagnieren höchstens; ich glaube nicht, dass du dann so ein Fenster erlebt hättest, aber wissen tue ich es natürlich nicht.

Es tut mir leid, dass du so verzweifelt und ängstlich bist. :hug:
Ich kann das verstehen.
Ich hatte als Nebenwirkung in der Phase, in der man munter AD an mir ausprobierte, auch Ausfallerscheinungen / Kribbeln in den Extremitäten und bin damals vom Neurologen ins CT geschickt worden; sogar eine Lumbalpunktion stand im Raum - und was kam raus? Nix, Gehirn völlig normal. Danach hiess es dann, es sei psychosomatisch :frust: ..

Mitfühlende Grüße
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 04.06.18, 10:45

Hallo liebe Jamie,
ich war ja letzte Woche erst bei meinem Hausarzt. Der hatte auch noch die Untersuchungsergebnisse der Stromreizprüfungen des Neurologen vor einigen Monaten. Dort wurde eine Fehlstellung der Füsse vermutet und eine Empfehlung für einen Orthopäden gegeben. Er bestätigte auch, dass es mit der Reduzierung der AD zusammenhängt. Ich habe ihn auf meine Ängste mit Tumor oder MS angesprochen, da ist er gar nicht drauf eingegangen. Er meinte außerdem noch, dass meine ständige Konzentration dadrauf ein weiterhin negativer Faktor ist. Ich war danach sehr erleichtert und habe die Missempfindungen kaum noch gespürt. Es hängt auch mit meiner Stimmung zusammen, ist die besser, spüre sie kaum. Diabetes habe ich nicht. Ich denke auch dass man es nicht als Ausfallerscheinungen bezeichnen kann, es ist eher ein Brennen der Nerven, denn ich spüre ja weiterhin alles. Bei einem Tumor denke ich, hat man auch einseitige Ausfälle. Jamie, warum ist das so ? Ich heule gerade schon wieder. Ich habe einige Leute gekannt die an einem Hirntumor gestorben sind, deshalb grübel ich auch ständig davon. Kennst du sowas auch ?

LG
Buetze
2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Li-la022 » Montag, 04.06.18, 12:01

Lieber Buetze,

Ich kann dich sehr gut verstehen. Manche Symptome machen einen wirklich Angst.
Und ich weiß auch wie es ist immer wieder darüber zu grübeln. Man steigert sich immer mein rein und kann nicht mehr abschalten.

Ich kann leider zu deinem Thread nichts beitragen. Aber ich kann dir sagen du bist nicht allein. Auch wenn es ein schwerer Trost ist, es haben viele hier im Entzug. Halte durch... erinnere dich an die gute Zeit im Fenster. Ich wünsche dir das es bald wieder bergauf geht!

Alles Liebe
Lila
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Diagnose Schlafstörungen / Pannikattacken

März 2017 - Dezember 2017 Opipramol 100mg verschrieben wegen der Schlafstörung
25.12 - 30.12 Reduzieren von 100mg auf 0mg ( wollte der Arzt)
ab 02.01.18 innere Unruhe, Angst, Nervosität, brennende Haut
11.01.18 wieder eindosieren von 50mg ( wollte der Arzt)
Mitte Januar Kopf MRT
zum 01.02.18 Arztwechsel da mein Hausarzt in Rente ging
03.02.18 inneres vibrieren links neben der Wirbelsäule. das vibrieren zog in die Po-Packe und in den Oberschenkel
12.02.18 neuen Arzt aufgesucht, er meint Symptome sind Psychisch Opipramol sofort auf 0mg ab 13.02.18 Escitalopram 5mg
Symprome: starkes Muskelzucken, innerliches Zittern, Schüttelfrost, Kälteschauer, Apettilosigkeit 10kg in 2 Wochen abgenommen,
16.0218 lt Arzt Escitalopram 10mg Symptome wurde immer schlimmer ab 18.02.18 wieder 5mg und ab 21.02.18 Esctialopram 0mg


Symptome : starke Angst und Panik ( vorallem wenn ich allein sein musste) inneres zittern, muskelzucken, frieren, schüttelfrost, brennende Haut, Mandelentzündung, 2x Notaufnahme o.B.
Blutbild o.B.
Schilddrüse o.B
Vitaminemangel oder Nährstoffmangel liegt nicht vor
Borreliose o.B.
MRT HWS und BWS o.B

Irgendwann sagte mir dann der Chef und die Kollegin meines Hausarztes das ich wohl in einem Entzug stecke. Dieser könnte 6-8 Wochen dauern war die Aussage!

Meine
Heute : 23 Wochen opipramol 0 , 22 Wochen ohne Escitalopram


09.05.18 3. Therapiestunde (Verhaltenstherapie)

16.07.18 Aktuelle Symptome :
Ab und an innerliches Zittern ( tagsüber/früh nach dem erwachen)
Ab und an Stromgefühl ( unruhe gefühl) im kopf
~ angst vor der Angst

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Montag, 04.06.18, 12:59

Hallo Buetze,

ich denke, du musst dich erst mal daran gewöhnen, daß es wirklich Fenster und Wellen gibt. nicht nur in der Therorie.
Ich hatte damit auch am Anfang meine Probleme: Immer wenns mal 1-2 Wochen super war, dachte ich : "Perfekt, das wars, ich bin durch".
Aber so läuft es selten. Bei mir kam dann auch wieder ne schlechte Welle und und dann ging das Katastrophisieren/Panik schieben von vorne los.
Inzwischen hab ich mich so einigermaßen daran gewöhnt (naja ---) .

Gruß,
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Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
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2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.2018: 8,8mg Cita
9.6.2018: 8,7mg Cita
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 04.06.18, 13:51

Hallo Lila,
Li-la022 hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 12:01
Man steigert sich immer mein rein und kann nicht mehr abschalten.
Es ist furchtbar, ich konnte mich schon seit frühester Kindheit in alle möglichen Dinge reinsteigern. Es fühlt sich für mich unwiderruflich an. Ich hätte demnach schon alle schweren Krankheiten der Welt haben müssen. Erst jahrelang psychosomatische Herzsymptome, dann Schwindelattacken, dann Sodbrennen in schlimmster Form, jetzt Fußbrennen. Jede Symptomatik fühlt sich für mich extrem bedrohlich an.
Danke für dein Mut machen Lila, ich weiß das sehr zu schätzen !
Von Herzen
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2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 04.06.18, 14:42

Hallo lake,
lakeSonne1 hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 12:59
ich denke, du musst dich erst mal daran gewöhnen, daß es wirklich Fenster und Wellen gibt. nicht nur in der Therorie.
sobald es mir etwas besser geht, bin ich sofort sehr euphorisch, dann gönne ich mir auch keine Ruhe, sondern versuche sofort in dieser Zeit alles mögliche zu machen, bevor es mir wieder schlechter geht.
Du hast Recht, ich habe so richtig Wellen und noch gar nicht kennen gelernt. Obwohl, als sich meine Depression langsam besserte war es auch ein Auf und Ab. Bloß wie gesagt, ich hatte immer nur Schwindelgefühle,an die ich mich mit der Zeit gewöhnt habe. Fußbrennen ist mir neu und macht mir daher Angst. Alle neue Sachen machen mir Angst. Ach wäre ich doch bloß mental etwas stärker.
Von Herzen
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seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Montag, 04.06.18, 15:57

hi Buetze,
Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
► Text zeigen
2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.2018: 8,8mg Cita
9.6.2018: 8,7mg Cita
15.6.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 25 (von ehemals 50)
20.6.2018: 8,6mg Cita
16.7.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 0
17.7.2018: 8,5mg Cita: wegen Thyronajod absetzten nur langsames, vorsichtiges Absetzten des Cita. Will Körper nicht überfordern

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von lakeSonne1 » Montag, 04.06.18, 16:03

hi Buetze,
Ach wäre ich doch bloß mental etwas stärker.
Mentale Stärke läßt sich trainieren.
Immer wenn ich in einer Welle bin sage ich mir:

"Ja, das ist jetzt echt blöd und anstrengend. Aber ich werde es mit Geduld, Achtsamkeit und Gleichmut durchstehen und stärker aus dieser Welle wieder rauskommen wie ich hineingegangen bin."
Und das funktioniert wirklich.

viel Erfolg,
lake.
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2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
► Text zeigen
2018:
2.1.2018: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.2018: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.2018: 8,8mg Cita
9.6.2018: 8,7mg Cita
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20.6.2018: 8,6mg Cita
16.7.2018: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 0
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Buetzfeld » Montag, 04.06.18, 16:14

lakeSonne1 hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 16:03
Immer wenn ich in einer Welle bin sage ich mir:

"Ja, das ist jetzt echt blöd und anstrengend. Aber ich werde es mit Geduld, Achtsamkeit und Gleichmut durchstehen und stärker aus dieser Welle wieder rauskommen wie ich hineingegangen bin."
Hallo lake,
danke, dass du dir die Zeit für mich nimmst.
Ich habe ja erst 1 richtiges Fenster gehabt, Wenn ich mehrere hätte, dann wäre das mit der Zeit wieder ein Lerneffekt bei mir, weil ich wüsste, dass nach Wellen auch wieder Fenster kommen. Ich gehe heute so ziemlich jeden auf den Geist mit meinen hypochondrischen Ängsten. Was für ein furchtbarer Tag. Am besten geht es mir momentan wenn ich schlafe, dann tauche ich träumerisch in eine Welt ein, in der es mir gut geht.
Als ich letzte Woche das Fenster hatte, habe ich auch beschlossen, bei der nächsten Welle es lockerer zu sehen. Aber als es dann wirklich soweit war, da waren alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen.
LG
Buetze
2009 Beginn der Depressionen mit extremen Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken.
Hausarzt: 20mg Citalopram mit extremen Nebenwirkungen (Schwindel, extreme Ängste, Panik) für 8 Wochen
Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2009 - 2011 kaum Probleme, jedoch Beginn von leichten Taubheitsgefühlen an den Zehen
2011 Absetzen von Citalopram dann im 4 Wochen Rythmus -20mg-15mg-10mg-5mg , danach 3 Monaten keine Probleme
Mitte 2012 nach großer psychischer Belastung wieder extremer Schwindel, Angstzustände, Hypochondrie, Panikattacken. Psychiater20 mg Citalopram 8 Wochen krankgeschrieben
2014 Nach 2 Jahren guten Befinden außer den immer leicht tauben Zehen, 2.Absetzversuch, wie beim ersten Mal. Reduzierung alle 4 Wochen von 20mg-15mg-10mg-5mg.
Mitte 2014 nach 3 Monaten AD-frei wieder Beginn von massivem Schwindel, Panik, Hypochondrie etc. Psychiater20 mg Citalopram 10 Wochen krankgeschrieben. Danach für lange Zeit richtig gut
Mitte 2017 3.Absetzversuch, dieses Mal langsamer, 6 Monate auf 15mg, dann 3 Monate auf 10 mg.
Anfang April 2018 Reduzierung auf 5mg. Seitdem haben die Taubheitsgefühle und Missempfindungen in den Füssen stark zugenommen. Dadurch hypochondrische Befürchtungen und Grübeleien über mögliche andere Ursachen wie Tumor oder MS. Zeitweise stehen jedoch auch unterschiedlich andere Symptome wie Schwindelgefühle im Vordergrund und die Missempfindungen in den Füssen sind im Hintergrund so stark ausgeprägt. Die Symptome sind allerdings auszuhalten und ich kann nach wie vor meinem Job nachgehen.
Am 17.05.18 mit Wasserlösemethode wieder auf 6 mg hochdosiert. Seitdem sind die Missempfindungen mit Brennen in den Füssen extrem verstärkt. Außerdem Antriebslosigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit. Ich schleppe mich durch den Tag und bin extrem unglücklich und hypochondrisch.
seit 24.05.18 plötzlich einsetzende Besserung. Ängste und Panik sind verschwunden, die Dosierung mit 6 mg scheint gegriffen zu haben.
30.05.18 Das Fenster ist leider vorbei, die Missempfindungen in den Zehen, Füßen und Beinen werden wieder schlimmer. Die Ängste und Panik sind wieder da. Ich bin weinerlich und antriebslos, kein Vergleich und genau das Gegenteil von letzte Woche. Ich bin am Boden zerstört.
Juni 2016 So ganz langsam wechseln sich leichte Fenster mit zum Teil noch heftigen Wellen ab. Geht es mir zum Teil tagelang ganz mies, ändert sich das Befinden dann plötzlich innerhalb einer Stunde. Die Beschwerden sind dann weitaus geringer ausgeprägt und die Stimmung verbessert sich sehr. Für jemanden, der das noch nie erlebt hat, ist das unbegreiflich und kaum nachvollziehbar. Eben noch bricht die Welt zusammen und etwas später dann genau das Gegenteil. Allerdings schlägt es danach auch sehr schnell wieder um und die Ängste und Missempfindungen sind massiv wieder präsent. Ich hoffe jedoch auf zunehmende Stabilisierung. Die Fenster machen mir Mut, dass es tatsächlich nur Absetzsymptome sind und keine ernsthafte Krankheit. Aber die Symptome sind schon sehr heftig.

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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von Li-la022 » Montag, 04.06.18, 16:30

Buetzfeld hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 13:51
Hallo Lila,
Li-la022 hat geschrieben:
Montag, 04.06.18, 12:01
Man steigert sich immer mein rein und kann nicht mehr abschalten.
Es ist furchtbar, ich konnte mich schon seit frühester Kindheit in alle möglichen Dinge reinsteigern. Es fühlt sich für mich unwiderruflich an.
Ich weiß genau was du meinst... ich hatte 3 gute Wochen und dann kam bei mir wieder ein Einbruch. Man überlegt dann immer ob es wirklich entzug ist oder man eine Krankheit hat... und klar man steigert sich rein... was immer mehr Angst macht. Und man sagt immer man muss es gelassen nehmen usw... aber ich weiß das funktioniert nur schwer... aber hier sind soviele tolle Menschen die einen immer wieder Mut machen und aufbauen. Das ist sehr viel wert!

Alles Liebe Lila
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carlottaBuetzfeld
Diagnose Schlafstörungen / Pannikattacken

März 2017 - Dezember 2017 Opipramol 100mg verschrieben wegen der Schlafstörung
25.12 - 30.12 Reduzieren von 100mg auf 0mg ( wollte der Arzt)
ab 02.01.18 innere Unruhe, Angst, Nervosität, brennende Haut
11.01.18 wieder eindosieren von 50mg ( wollte der Arzt)
Mitte Januar Kopf MRT
zum 01.02.18 Arztwechsel da mein Hausarzt in Rente ging
03.02.18 inneres vibrieren links neben der Wirbelsäule. das vibrieren zog in die Po-Packe und in den Oberschenkel
12.02.18 neuen Arzt aufgesucht, er meint Symptome sind Psychisch Opipramol sofort auf 0mg ab 13.02.18 Escitalopram 5mg
Symprome: starkes Muskelzucken, innerliches Zittern, Schüttelfrost, Kälteschauer, Apettilosigkeit 10kg in 2 Wochen abgenommen,
16.0218 lt Arzt Escitalopram 10mg Symptome wurde immer schlimmer ab 18.02.18 wieder 5mg und ab 21.02.18 Esctialopram 0mg


Symptome : starke Angst und Panik ( vorallem wenn ich allein sein musste) inneres zittern, muskelzucken, frieren, schüttelfrost, brennende Haut, Mandelentzündung, 2x Notaufnahme o.B.
Blutbild o.B.
Schilddrüse o.B
Vitaminemangel oder Nährstoffmangel liegt nicht vor
Borreliose o.B.
MRT HWS und BWS o.B

Irgendwann sagte mir dann der Chef und die Kollegin meines Hausarztes das ich wohl in einem Entzug stecke. Dieser könnte 6-8 Wochen dauern war die Aussage!

Meine
Heute : 23 Wochen opipramol 0 , 22 Wochen ohne Escitalopram


09.05.18 3. Therapiestunde (Verhaltenstherapie)

16.07.18 Aktuelle Symptome :
Ab und an innerliches Zittern ( tagsüber/früh nach dem erwachen)
Ab und an Stromgefühl ( unruhe gefühl) im kopf
~ angst vor der Angst

carlotta
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Re: Ich möchte gerne weg vom Citalopram

Beitrag von carlotta » Montag, 04.06.18, 16:44

Hallo Buetze,

ich habe das Nervenziehen in den Beinen, wie Du es weiter oben beschreibst, seit dem Entzug seit Jahren phasenweise immer wieder - bis in die Füße, mal stärker, mal schwächer; in letzter Zeit interessanterweise meist nur einseitig. :o

Dabei handelt es sich um ein typisches Entzugssymptom; es hängt auch gerne mal mit quälender Unruhe/Akathisie zusammen. Bei Dir gehe ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch von einer Entzugssymptomatik aus, alles andere würde mich wundern.

Solche heftigen, hartnäckigen Symptome machen deutlich, wie potent diese Mittel ins Nervensystem bzw. insgesamt körperliche Prozesse eingreifen. Viel stärker, als man vermutet hätte.

Auch bei mir verstärkt sich dieses Symptom häufig stressbedingt, d. h. in Deinem Fall u. a., wenn Du ihm zu viel gedanklichen Raum gibst. Ich weiß, nicht unbedingt leicht, das zu ändern. Geht auch sicher nicht von heute auf morgen, daran kann man nur beharrlich arbeiten.

Krankheitsängste und Entzug sind natürlich eine explosive Kombi, das erlebe ich auch bei einer Freundin von mir. Gerade im Entzug kommt es ja häufig zu dermaßen schrägen Symptomen, dass es einen auch schon ohne vorherige Krankheitsängste schaudern kann. Dann damit umzugehen, ist eine spezielle Herausforderung. Wenn man sich eine Zeitlang intensiver mit Entzug beschäftigt hat, trifft man allerdings auch bei anderen auf vieles, was man selbst kennt und es überrascht einen nicht mehr wirklich (auch wenn es weiterhin einschränkt :( ). Aber für Menschen mit Krankheitsängsten kann natürlich auch die Beschäftigung mit dem Entzugsthema schwierig sein, weil sie u. U. dazu neigen, sich von Gelesenem nicht so gut abgrenzen zu können, Symptomlisten bspw. allzu erschreckend finden. Kann man nur gut abwägen, wie viel Dosen an Information jeweils sinnvoll sind.

Du bist auf jeden Fall nicht der Einzige mit diesem blöden Symptom, es wird von Betroffenen immer wieder geschildert.

Lass Dich nicht unterkriegen. :hug:

Liebe Grüße
Carlotta
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Li-la022Buetzfeldpadma
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine."(Monica Cassani)

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