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Das Team informiert, Neu: Infoartikel: Antidepressiva reduzieren und absetzen

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Das Team informiert, Neu: Infoartikel: Antidepressiva reduzieren und absetzen

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 18:42

Vorbemerkung:

Dieser Artikel gibt eine leicht verständliche Einführung in das Thema Antidepressiva und Ausschleichen von Antidepressiva.

Die wichtigsten Infos sind direkt sichtbar.
Bitte lies dir den direkt sichtbaren Teil vollständig und sorgfältig durch bevor du dich am Austausch im ADFD Forum beteiligst

Erklärungen zu den einzelnen Abschnitten kannst du ausklappen, indem du auf "Text zeigen" clickst.
Viele grundlegende Fragen werden immer wieder gestellt. Das Beantworten nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Diese Zeit fehlt dann für die individuelle Begleitung.
Bevor du im Forum eine Frage stellst, lies dir daher bitte die entsprechende Erkärung durch.

Um diese Einführung leicht verständlich zu halten, sind sehr komplexe Zusammenhänge stark vereinfacht dargestellt.
Unter "Text zeigen" findest du links zu weiterführenden Artikeln.

So kannst du dich Schritt für Schritt in das Thema einlesen.

Übersicht:

1. Was bewirken Antidepressiva (Wirkung und Nebenwirkungen)
2. Wie wirken Antidepressiva im Gehirn?
3. Entzugssymptome (Absetzsymptome)
4. Absetzempfehlungen für Antidepressiva
5. Praktische Tipps zum Herstellen fein abgestimmter Dosierungen
6. Was tun bei Entzugssymptomen?
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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 18:51

1. Was bewirken Antidepressiva

(Wirkung und Nebenwirkungen)


Antidepressiva wirken auf die Psyche ein.
Sie können anregend oder beruhigend wirken und sie können Gefühle dämpfen. Ob und wie sie wirken, ist jedoch von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Antidepressiva haben keine speziell antidepressive Wirkung. Sie können nicht heilen.
Ihre Wirksamkeit ist gering, die Risiken sind hoch.

Wie in Studien nachgewiesen wurde, wirken Antidepressiva bei leichten und mittel- schweren Depressionen nicht besser als Placebos (Scheinmedikamente). Bei schweren und schwersten Depressionen wirken sie möglicherweise geringfügig besser.


mehr lesen:
► Text zeigen


Antidepressiva sind keine harmlosen Medikamente. Es gibt kein leichtes Antidepressivum.
Antidepressiva können vielfältige Nebenwirkungen haben, sowohl körperliche als auch psychische. Diese Nebenwirkungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen, einige Nebenwirkungen können sehr schwerwiegend sein.

Antidepressiva können zudem körperlich abhängig machen, es kann ein langwieriger Absetzprozess erforderlich sein. Antidepressiva machen jedoch nicht süchtig, da keine psychische Abhängigkeit entsteht.

Antidepressiva können zu schweren Persönlichkeitsveränderungen führen.


mehr lesen zu Nebenwirkungen und Risiken:
► Text zeigen
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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 18:59

2. Wie wirken Antidepressiva im Gehirn?

Antidepressiva greifen direkt in den Gehirnstoffwechsel ein.

Das Gehirn gehört zum Zentralen Nervensystem (ZNS). Nervenzellen leiten mit Hilfe von Botenstoffen Informationen weiter.
Einer dieser Botenstoffe ist Serotonin. Die meisten Antidepressiva sollen Serotonin in der Gehirnflüssigkeit zwischen den Nervenzellen erhöhen.


mehr lesen zu den Wirkstoffgruppen der Antidepressiva :

► Text zeigen

Der Verordnung von Antidepressiva liegt die Annahme zugrunde, ein "biochemisches Ungleichgewicht" im Gehirn sei die Ursache für psychische Störungen. Es wurde vermutet, dass die Ursache für Depressionen ein Serotoninmangel im Gehirn sei.
Diese sogenannte "Serotoninmangel - Hypothese" wurde mittlerweile widerlegt. Für ein "biochemisches Ungleichgewicht" konnten bis heute keine Belege gefunden werden.


mehr lesen zum Serotoninmythos:
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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 19:17

3. Entzugssymptome (Absetzsymptome)

Antidepressiva sind vermutlich meist nach ca. 4 Wochen in den Gehirnstoffwechsel eingebaut. Das Gehirn hat sich dann an die tägliche Zufuhr des Stoffes angepasst. Ein abruptes Weglassen des Antidepressivum kann zu Funktionsstörungen im zentralen Nervensystem führen. Diese Störung kann zu Entzugssymptomen führen.

mehr lesen zur Entstehung von Entzugssymptomen:
► Text zeigen

Entzugssymptome können innerhalb weniger Tage nach dem Absetzen oder einer Dosisreduktion auftreten. Sie können jedoch auch zeitverzögert erstmalig Wochen oder Monate nach dem Absetzen auftreten (in Einzelfällen Jahre später).

Entzugssymptome können leicht, mittel, schwer oder sehr schwerwiegend sein.

Entzugssymptome können von selbst innerhalb von 1 - 2 Wochen vergehen. Sie können jedoch auch Wochen, Monate, schlimmstenfalls Jahre anhalten.

Entzugssymptome können den ganzen Menschen betreffen.
Es können Symptome der Körperfunktionen sein (z.B. Magen/Darm, Schlaf ); der Wahrnehmung und Empfindungen (z.B. Missempfindungen, Reizüberempfindlichkeit, Sehstörungen); der Gefühle (z.B. Niedergeschlagenheit, Gereiztheit, Angst), des Denkens (z.B. Konzentrationsstörungen, Gedächnisstörungen).


mehr lesen: Liste möglicher Entzugssymptome:
► Text zeigen

Entzugssymptome können denen einer psychischen Störung sehr ähneln. Daher werden sie oft nicht erkannt und es wird fälschlicherweise ein Wiederauftreten der Grunderkrankung diagnostiziert.
Entzugssymptome sind jedoch körperlich (neurophysiologisch) und nicht psychisch bedingt.


mehr lesen zur Unterscheidung von Entzugssymptomen und einem Rückfall:
► Text zeigen
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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 19:29

4. Absetzempfehlungen für Antidepressiva

Wichtig:
Jede/r ist selbst verantwortlich dafür, ob und wie er sein Antidepressivum absetzt. Das ADFD vermittelt Informationen und ermöglicht einen Austausch von Betroffenen untereinander.
Das ADFD gibt keine medizinische Beratung im rechtlichen Sinne.

Beim Absetzen von Antidepressiva kann es zu schwerwiegenden Entzugssymptomen kommen.

Wir empfehlen daher ein risikominimierendes Ausschleichen. Das heißt ein achtsames, schonendes und kleinschrittiges Absetzen des Antidepressivums.
Nachhaltiges, schonendes Absetzen ist keine Frage von Wochen, sondern von vielen Monaten, manchmal auch Jahren. Es ist Geduld gefragt.


Warnhinweis:

Antidepressiva sollten nach längerer Einnahme (über 4 Wochen) möglichst niemals abrupt oder sehr schnell abgesetzt werden (Ausnahme: Lebensbedrohliche Nebenwirkungen). Ein solcher Kaltentzug kann zu sehr schweren und lang anhaltenden Symptomen führen bis hin zu Bettlägrigkeit und Suizidalität.



Die "10 % Empfehlung"


Eine Faustregel, die sich sowohl bei uns als auch in anderen (weltweiten) Foren als guter Anhaltspunkt erwiesen hat, ist das Reduzieren um jeweils 10% der aktuellen Dosis alle 4-6 Wochen.

Jeder Absetzverlauf verläuft jedoch unterschiedlich. Die Reduktionsschritte müssen dem jeweiligen Verlauf angepasst werden.
Wichtig ist, dass es für dich stimmig ist, und es dir gut damit geht.



mehr lesen zur 10 % Empfehlung:
► Text zeigen

Problematische/riskante Vorgehensweisen


Erfahrungsgemäß können folgende Vorgehensweisen häufiger zu starken und anhaltenden
Symptomen führen und sind daher nicht zu empfehlen.

mehr lesen:
► Text zeigen

Absetzen nach einer Kurzzeiteinnahme

Antidepressiva sind meist ab ca. vier Wochen in den Gehirnstoffwechsel eingebaut.
Bei einer Einnahme unter vier Wochen kann man zumeist noch sehr zügig absetzen.


mehr lesen zum Abdosieren nach Kurzzeiteinnahme
► Text zeigen


Absetzen von mehreren Psychopharmaka


Nimmt man mehrere Psychopharmaka parallel ein, so sollte man auf keinen Fall mehrere Stoffe gleichzeitig absetzen, sondern immer nur eins nach dem anderen.

mehr lesen:
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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Sonntag, 08.07.18, 22:44

5. Praktische Tipps zum Herstellen fein abgestimmter Dosierungen

Um kleine Schritte beim Absetzen zu machen, braucht man die Möglichkeit fein abgestimmte Dosierungen abzumessen.

Bitte beachten:
Die hier vorgestellten Methoden wurden von uns sorgfältig überprüft und sind nach unserem Kenntnisstand bei richtiger Anwendung sicher. Diese Methoden werden von vielen Betroffenen problemlos angewendet.

Da diese Methoden jedoch von den Herstellern so nicht vorgesehen sind, können wir keine Sicherheitsgarantie geben.

Je nach Medikament sind unterschiedliche Methoden geeignet. Bitte schau zunächst in dem Beipackzettel nach, was für ein Präparat genau du hast.
Retardierte Tabletten dürfen nicht geteilt oder aufgelöst werden.

mehr lesen
► Text zeigen


Methoden:

Umstellung auf ein Flüssigpräparat
geeignet für Antidepressiva, die als Tropfen oder Lösung erhältlich sind

mehr lesen:
► Text zeigen
die Wasserlösemethode
geeignet für unretardierte Tabletten/ Filmtabletten/ Dragees und Lösungen/ Tropfen

mehr lesen:
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Die Kügelchenmethode
geeignet für Retardkapseln mit vielen kleinen Kügelchen (Venlafaxin, Cymbalta)

mehr lesen:
► Text zeigen
Reduzieren mithilfe einer Feinwaage
geeignet für unretardierte Tabletten sowie unretardierte Kapseln, die Kügelchen oder Pulver enthalten

mehr lesen:
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Individuelle Kapselherstellung in der Apotheke
geeignet für nichtretardierte Tabletten

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Re: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Montag, 09.07.18, 12:55

6. Was tun bei Entzugssymptomen?


Entzugssymptome können während des Reduzierens und nach dem kompletten Absetzen auftreten.
Entzugssymptome lassen sich nicht völlig vermeiden, sie sollten aber möglichst erträglich sein und nicht allzu lange anhalten.

Treten Entzugssymptome nach einem zu schnellen oder abrupten kompletten Absetzen auf, kann die Wiedereindosierung einer kleinen Menge des abgesetzen Antidepressivum hilfreich sein.

mehr lesen zur Wiedereindosierung:
► Text zeigen


Treten stärkere Entzugssymptome nach einem Reduktionsschritt auf, kann eine leichte Höherdosierung hilfreich sein.

mehr lesen zur Höherdosierung:
► Text zeigen


Tritt keine wirkliche Stabilität ein, kann eine Absetzpause hilfreich sein

mehr lesen zur Absetzpause:
► Text zeigen

Es gibt kein direktes Heilmittel gegen Entzugssymptome. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Maßnahmen, die hilfreich sein können.
Jeder Mensch reagiert im Entzug anders. Daher kann nur jeder für sich selbst herausfinden, welche der Maßnahmen für ihn hilfreich sind.


Maßnahmen zur Linderung von Entzugssymptomen

1. Gönn dir Ruhe
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2. Vermeide es, das Nervensystem zusätzlich zu reizen
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3. Verfalle wegen der Entzugssymptome nicht in Panik
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4. Achte auf eine gesunde Ernährung
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5. sanfte unterstützende Mittel für das Nervensystem
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6. Lenke dich ab und finde heraus, was dir gut tut
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7. Vertraue auf deinen Heilungsprozess
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Erfahrungen und Tipps zum Umgang mit dem Entzug
allgemein und mit speziellen Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit.
Bitte benuzte auch die Suchfunktion oben rechts.




Vielen Dank, dass du diesen Text bis zu Ende gelesen hast
Eine Zusammenstellung der wichtigsten links findest du auch unter Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Wir wünschen dir einen erfolgreichen Absetzprozess und einen guten Austausch im Forum.

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