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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Montag, 20.08.12, 16:37

Hallo Rundi,

abgesehen von meinem Tief ^^
Ich habe 2 Jahre Venlafaxin genommen, wärend dessen eine Umschulung gemacht und vor Ende eigenmächtig von 37,5 auf 0 abgesetzt.
Unter den üblichen Entzugsymptomen hatte/hab ich auch Schwierigkeiten mich zu artikulieren. Am Anfang war es ganz schlimm, in meinem Kopf fand keine Signalübertragung statt. Jetzt, ca. 1,5 Jahre nach dem absetzten ist es besser aber ich kann nicht mehr so schwafeln wie vor der Medikation.

Ich wollte fragen ob Leute ähnliche Erfahrungen haben. Und mich würden Mitglieder interessieren die hefige Entzugssymptome über lange Zeit hatten und jetzt auf einige Jahre ohne Medis zurückschauen können.

Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 20.08.12, 17:01

Hallo Bart :) ,

leider werden Foren oft mit Spam übersäät, deswegen werden nur Mitglieder mit konkrtetem Anliegen freigeschaltet.
Das ist sicher auch in Deinem Interesse.
Aus Deinem ersten Text war nicht zu entnehmen, ob es sich um einen ernstgemeinten Beitrag handelt oder um einen der Texte, die man nur als Mod. zu lesen bekommt, weil Spam und Fakes entfernt werden.

Den Teil über Deinen Konsum und einige persönliche Daten hättest Du ruhig posten können. :)

Liebe Grüße
Rundi

PS: Inhaltlich mehr morgen, da ich in Eile bin...

Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Dienstag, 21.08.12, 8:26

Hallo Bart :) ,
Ich habe 2 Jahre Venlafaxin genommen, wärend dessen eine Umschulung gemacht und vor Ende eigenmächtig von 37,5 auf 0 abgesetzt.
Wieviel war Deine ursprüngliche Dosierung und in welchen Schritten hast Du abgesetzt?

Du hattest in Deinem ursprünglichen Posting Cannabismißbrauch erwähnt, deswegen die Frage, hast Du auch andere Drogen genommen?
hab ich auch Schwierigkeiten mich zu artikulieren.
Hast Du Probleme, überhaupt zu formulieren oder beim Sprechen?

Als langfristiges Absetzsymptom ist mir das von unseren Mitgliedern nicht als vordergründiges oder auffälliges Symptom bekannt.
Wortfindungs-/Artukulationsstörungen können z.B. NW von sedierenden TZA sein.

Im Zusammenhag mit Drogen vermute ich dort eher die Ursache.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

bart123456
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Registriert: Sonntag, 11.12.11, 19:00

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Dienstag, 21.08.12, 14:17

Hallo,

wie genau die Zeitabstände der Dosiseinnahmen gewesen sind kann ich nicht sagen.
Circa:

ein paar Wochen Citalopram
3 Monate 75mg actavis
3 Monate 150 hormosan
12 Monate 75 actavis
6 Monate 37 heumann

und dann auf einen Schlag abgesetzt. Ich nahm Generika von unterschiedlichen Herstellern. Cannabis hab ich in der Zeit der Einnahme nur selten bis garnicht Konsumiert. Alkohol aber dafür in dem Umfang das ich fast jedes Wochenende einmal betrunken war :party:
Dieses Wattegefühl im Kopf welches man nach dem absetzten hat, hab ich gefühlt immernoch, ich werde einfach nicht mehr ganz klar im Kopf.
Wenn ich rede fehlen mir ab und zu mal Wörter, das Sprechen an sich funktioniert problemlos, die Formulierung macht mir zuschaffen. Wenn ich mich retorisch halbwegs wertvoll ausdrücken will, sollte ich vorher über das was ich sag nachdenken. Das mach ich zwar noch aber nicht mehr so das ich daraus einen guten Ausdruck schaffe.
Ich weis nicht wie ich es sonst beschreiben soll.

Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Dienstag, 21.08.12, 14:48

Lieber Bart :) ,

danke für die Erklärungen. :)

Ich denke, Du hast versehentlich Citalopram statt Venlafaxin geschrieben?

Hmmm, wenn nichts anderes in Frage kommt, dann bleibt nur Venlafaxin als Ursache übrig...
Wir haben einige Mitglieder mit langandauernden Verläufen, Z.B. Quirk, Irat, Anne 17, Evelyn, Muffin, Eisberg um einige zu nennen, meist wechseln die Beschwerden.

Hast Du sonst noch Symptome?

Liebe Grüße
Rundi :hug:

bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Dienstag, 21.08.12, 15:19

Ich bekamm zuerst Citalopram, nahm dieses ein paar Wochen, Klischee es ging nicht schnell genug - also wechselte ich auf Venlafaxin.
Sonstige physische Beschwerden hab ich keine, ich bin 24 und während der Medikation zum "Sportler" geworden. Nach dem Entzug habe ich durch Sport wieder viel "Mentale Kraft" sammeln können :)

Aber es bleibt alles komisch. Ich bin weder die Person vor der Medikation habe aber "dessen Handicaps" sprich meine alten Versagensängste usw. Von der Persönlichkeit die ich unter Medikation war bin ich weit entfernt, man könnte sagen das Gegenteil. Ich sehe viele Dinge aber noch aus der Sicht der Person die unter Medikamenten stand. Ich könnte das jetzt noch weiterführen aber es gehört nicht hier her :whistle:

Zum Sprachproblem.
ich habe gelesen das AD nachweislich die plastizität das Gehirns steigern. Zum Beispiel werden kleine Verästelungen im Gehirn weitergebildet. Das und die Anreicherung der Botenstoffe führen wohl zu einer besseren Konzentration, diese widerum ua. zu einem besseren Ausdruck.

Ich denke, dass sich das mit dem Absetzten wieder zurückgebildet hat. Inwieweit es besser oder schlechter als vor der Medikation ist weis ich nicht. Ich denke auch das es, wenn es darum geht, keinen Unterschied macht was das "wie" absetzen angeht.

Meine Theorie, kann kompletter Irrsinn sein :frust:
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Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Dienstag, 21.08.12, 15:38

Lieber Bart :) ,

eineinhalb Jahre auf Null sind nicht so besonders viel, wenn man einen schweren Verlauf hat.
Das wird sich bestimmt noch weiter bessern, denke ich.
ich habe gelesen das AD nachweislich die plastizität das Gehirns steigern. Zum Beispiel werden kleine Verästelungen im Gehirn weitergebildet. Das und die Anreicherung der Botenstoffe führen wohl zu einer besseren Konzentration, diese widerum ua. zu einem besseren Ausdruck.
Uff, das klingt nicht besonders seriös...

Ich denke, wenn man ein AD länger eingenommen hat, ist es in die Neurochemie eingebaut, Absetzbeschwerden bedeuten mE., daß sich das natürliche Gleichgewicht in den diversen Regelkreisen im Organismus noch nicht wieder hergestellt hat.

Venlafaxin ist bekannt dafür, bei empfindlichen Betroffenen die Emotionen nach dem Absetzen oft lange Zeit zu beeinträchtigen, aber früher oder später wird es immer besser. :)

Ich denke, man fühlt sich unter AD vielleicht konzentrierter und ausdrucksstärker, wenn das AD einem etwas bringt, man fühlt sich selbstbewußter.
Die gesitige Kapazität steigern AD meines Wissens nicht, gelegntlich aber die Selbstüberschätzung... :wink:

Hier ist übrigens mein Info-Thtead, vielleicht findest Du etwas interessantes: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6456

Liebe Grüße
Rundi :hug:

bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Dienstag, 21.08.12, 15:49

Das-kleine-Runde hat geschrieben:eineinhalb Jahre auf Null sind nicht so besonders viel, wenn man einen schweren Verlauf hat.
Ok, das ist mir neu. Wieviel Zeit sollte ich mir, angenommen ich habe einen schweren Verlauf, in etwa geben ? Ich weis, dass sich das nicht pauschal beantworten lässt. Welche Erfahrungen gibt es diesbezüglich? Ich habe noch nicht nichts von Betroffenen gelesen.

Grüße
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Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Dienstag, 21.08.12, 16:19

Lieber Bart :) ,

ich kann es Dir nicht genau sagen, es gibt aber Betroffene die einige Jahre für die Genesung brauchen.
Ich weiß von einem Betroffenen mit paradoxer Reaktion mit einer 7-jährigen Genesungszeit.
Irat ist das vierte Jahr nach Null z.B.

Übrigens habe ich in meinen Info-Thread auch zwei englischsprachige Foren verlinkt, dort findet man ein paar schwerere Verläufe mehr als hier.

Lies Dich ein bißchen ein, über die Suche kannst Du nach den Beiträgen bestimmter Mitglieder stöbern, einige hab ich Dir schon gennant.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

muffin123
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Registriert: Montag, 30.07.12, 8:43

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von muffin123 » Dienstag, 21.08.12, 20:23

Hallo Bart!

Herzlich willkommen auch von meiner Seite! :)

Wie Rundi schon geschrieben hat, bin ich eine der Betroffenen, die auch nach vier Jahren noch unter Absetzerscheinungen leidet. Ich habe damals innerhalb von zwei bis drei Wochen von 150 mg Venlafaxin auf 0 reduziert...ein grosser Fehler.

Meine Beschwerden kannst du in meiner Signatur sehen. Das "Problem mit dem Sprechen" kommt mir insofern bekannt vor, als dass ich oft unter Konzentrationsproblemen leide...ich sehe das Problem bei mir eher darin. Bei einem "komplexeren" Gespräch verliere ich manchmal kurz den Faden...vergesse, was ich eigentlich sagen wollte oder ich kann mich kurz nicht konzentrieren, während mir mein Gegenüber gerade etwas Wichtiges erzählt. Das verwirrt mich dann und bringt mich aus dem Konzept. Könnte es bei dir evtl. so ähnlich sein?

Liebe Grüsse, :group:
muffin
Symptome: Psychisch sehr schlechter Zustand nach schweren Erlebnissen (Scheidung, Stalking, sex. Belästigung am Arbeitsplatz, schlechte Behandlung durch neuen Freund etc.), starke Suizidgedanken. Davor nie psychische Probleme.
Diagnose: Wurde mir vom Arzt nie mitgeteilt. Behandlung nur durch Hausarzt durch Medikation, keine Gesprächstherapie o.ä..

Medikation:
Paroxetin (Parexat) 40mg (?) ca. von Juni 2006 bis Dezember 2006 -> "kalter Entzug"
Venlafaxin (Effexor XR) 150mg (?) ca. von Dezember 2006 bis März 2008 -> "kalter Entzug"

An die genauen Dosierungen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiss, dass die Dosis nach kurzer Zeit jeweils erhöht (mindestens verdoppelt, evtl. sogar noch mehr) wurde, weil ich kaum auf die Medikamente ansprach. Hauptsächliche Nebenwirkungen: extrem starke Müdigkeit, Schwindel, Migräne, geschwächtes Immunsystem.

März bis Oktober 2012: Johanniskraut

Seit Absetzen: müde (nicht mehr arbeitsfähig), antriebslos, abgeschlagen, Durchschlafprobleme, oft Kopfschmerzen/Migräne, Schwindel, niedrige Körpertemperatur, geschwächtes Immunsystem, dauernd irgendwo Schmerzen ohne Grund, Konzentrationsprobleme, schlechtes Erinnerungsvermögen, null Stresstoleranz, permanent zu niedriger Blutdruck (Durschnitt 88/55), immer wieder depressive Phasen (mit Suizidgedanken), phasenweise Depersonalisation und Derealisation, hochsensibel und andererseits emotionslos.

bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Dienstag, 21.08.12, 21:28

Hallo muffin123,

ich habe deinen Thread gelesen und ehrlich gesagt kann/will ich das nicht glauben. Aber es wird wohl stimmen. Ich konnte mich auch in vielen Absetzsymptomen die du beschrieben hast wiederfinden. Ich denke der Schlüssel zum Thema Zeit und Beschwerden liegt wohl wirklich darin, froh über einen Zustand zusein, mit dem sich ein Strukturierter Tagesablauf gestalten lässt inkl. einer Arbeit. Ich glaube wenn einem das gelingt und man feststellt nicht immer an seinen Horror erinnert zu werden ist alles andere relativ. Aber ich schweife ab.

Ein Brett vorm Kopf. Jemand redet mit mir und ich sage nicht:" Moment mal hab ich nicht verstanden" Irgendwann kommt die große Wolke im Kopf und das Gegenüber macht einen Punkt, meine Reaktion nichts. Ich schweife wieder ab.

Wie du schreibst, öfters bin ich auch so von der klaren Ausdrucksweise einer Person überwältigt, dass mir selbst die Spukke wegbleibt. Unter Medikation, fielen mir beim Zuhören (übertrieben) tausende Dinge ein, auch witziges. Dann im Entzug war ich wie Tod im Kopf, ich konnte an keinem Gespräch teilnehmen, weil mir nichts einfiel. Ich bin sicher, dass das Problem in sehr abgeschwächter Form immernoch besteht. Das hat manchmal zur Folge das ich Dinge sage, die nicht Wasserdicht sind und keiner Gegenargumentation standhalten. Da ich mir beim Ausdruck nicht genug Mühe gegeben habe und einfach nur meinen Senf abgeben wollte. Da ich froh bin Senf zu haben ^^ Es ist kompliziert, danke fürs lesen
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Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Mittwoch, 22.08.12, 9:22

Lieber Bart :) ,

leider hat nicht jeder der Betroffenen mit chronischem Verlauf einen eigenen Thread, aber so wie Muffin :hug: geht es leider einigen.

Hier Qirks Thread: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 285#p52285

Mach Dir mal die Mühe und lies Irats :hug: Erfahrungen, erweiterte Suche benutzen, Verfasser Irat eingeben, da wirst Du sehr viel wiederfinden und auch sehr viel Wissen zum Thema (oder Anne17, Evelyn, Eisberg).
Manche sind nicht mehr oft online, wenn man länger dabei ist, ist irgendwann alles gesagt und man hat privat mit denen Kontakt, mit denen man sich versteht.... :)

Unser Forum ist weniger als andere Foren auf Austausch angelegt, vielmehr ist es eine Infosammlung zum Theman Absetzen/NW. Viele machen auch nur einen Abstecher zum Thema hierher und schreiben sonste in anderen größeren, thematisch weiter gefaßten Foren...

Wegen Adressen habe ich dir per PN schon geschrieben, zum Thema Therapie kurz:
Ich würde mich bei der Suche nach einem Therapeuten nicht darauf festlegen, daß er die Absetzproblematik verstehen und akzeptieren muß, sonst wird´s wahrscheinlich sehr eng...
Ich würde nach jemanden suchen, mit dem Du an Deiner Vergangenheit arbeiten kannst und der Dir hilft, Deine Symptome zu bewältigen, dafür ist es egal, ob sie aufgrund einer Depression/Angstproblematik bestehen oder Folge vom Absetzen sind, der Weg zur Bewältigung ist vom Meiden von Psychopharmaka und anderen Symptomtriggergn (siehe: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442 abgesehen, derselbe.

Wer sich sehr auf die Absetzproblematik versteift, reibt sich nur unnötig auf.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

muffin123
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Registriert: Montag, 30.07.12, 8:43

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von muffin123 » Mittwoch, 22.08.12, 20:16

Lieber Bart, :)

Als ich das erste Mal von Personen mit jahrelangen / chronischen Absetzerscheinungen gelesen habe, konnte ich es auch kaum glauben. Bei mir wurde jedoch alles andere körperliche ausgeschlossen (Schilddrüse, Nebenniere, Eisenmangel usw.) und als ich zum ersten Mal hier ins Forum kam, ging mir ein Licht auf. Ich hatte vor der AD-Einnahme eine sehr harte Zeit und mir ging es psychisch nicht besonders gut, aber körperlich hatte ich vorher NIE Probleme...ich war topfit, war nie müde und immer leistungsfähig. Erst als ich AD bekam, ging es bergab und leider bisher nur ganz langsam wieder bergauf. Aber: auch wenn es bei einigen wirklich jahrelang gedauert hat, irgendwann wird es besser und dies halte ich mir immer vor Augen.

Ich will auch niemanden schrecken, wenn ich jeweils meine Erfahrung erzähle...ich will einfach diejenigen Personen warnen, die dabei sind, ihre Medikamente zu reduzieren und dabei ungeduldig werden. Denn bei mir war es genauso. Ich hatte genug von den Nebenwirkungen, ging zum Arzt und er befürwortete meinen Wunsch, sie in kürzester Zeit abzusetzen. Ich wusste damals nichts von der Möglichkeit solch langer Absetzerscheinungen und muss nun mit den Folgen leben. Aber die Leute, die hier ins Forum gefunden haben, können gewarnt werden und ersparen sich dabei möglicherweise viel Leid.


Das Gefühl, dauernd was Falsches zu sagen, kenne ich. Eigentlich geht es mir auch beim Schreiben so...nach jedem Beitrag zweifle ich, ob er passend war und ob ich die richtigen Worte gefunden habe. Ich denke dann auch oft lange darüber nach und ärgere mich, wenn ich meiner Meinung nach etwas Blödes gesagt habe.
Aber ich glaube, das ist oft nur das eigene Empfinden. Wenn man sich nicht so sehr auf seinen Körper verlassen kann (Konzentration, Gedächtnis etc.), beobachtet man sich selbst doch irgendwie ständig. Und schon alleine durch das Wissen, dass man oft nicht 100%ig "da" ist, wird man sofort unsicher und hat das Gefühl, alle andere machen es besser, finden die besseren Worte oder Gesprächsthemen. Natürlich kann es auch tatsächlich sein, dass man eben mal was Blödes sagt...bei mir liegt es eben meistens daran, dass ich mich kurz nicht konzentrieren kann und nicht mitkriege (oder verstehe), was der andere gesagt hat. Dann fällt mir keine Antwort ein und ich sag einfach irgendwas Oberflächliches. Vielleicht geht das anderen auch so, nur merken wir es da nicht so sehr, weil wir ja ständig nur uns "beobachten".

Ich versuche im Moment (wie es auch Rundi :hug: empfohlen hat), mich nicht ZU sehr auf die Absetzsymptome zu konzentrieren...eben auch in solchen Situationen. ...das ist natürlich nicht leicht, aber es kann helfen.

Liebe Grüsse,
muffin :group:
Symptome: Psychisch sehr schlechter Zustand nach schweren Erlebnissen (Scheidung, Stalking, sex. Belästigung am Arbeitsplatz, schlechte Behandlung durch neuen Freund etc.), starke Suizidgedanken. Davor nie psychische Probleme.
Diagnose: Wurde mir vom Arzt nie mitgeteilt. Behandlung nur durch Hausarzt durch Medikation, keine Gesprächstherapie o.ä..

Medikation:
Paroxetin (Parexat) 40mg (?) ca. von Juni 2006 bis Dezember 2006 -> "kalter Entzug"
Venlafaxin (Effexor XR) 150mg (?) ca. von Dezember 2006 bis März 2008 -> "kalter Entzug"

An die genauen Dosierungen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiss, dass die Dosis nach kurzer Zeit jeweils erhöht (mindestens verdoppelt, evtl. sogar noch mehr) wurde, weil ich kaum auf die Medikamente ansprach. Hauptsächliche Nebenwirkungen: extrem starke Müdigkeit, Schwindel, Migräne, geschwächtes Immunsystem.

März bis Oktober 2012: Johanniskraut

Seit Absetzen: müde (nicht mehr arbeitsfähig), antriebslos, abgeschlagen, Durchschlafprobleme, oft Kopfschmerzen/Migräne, Schwindel, niedrige Körpertemperatur, geschwächtes Immunsystem, dauernd irgendwo Schmerzen ohne Grund, Konzentrationsprobleme, schlechtes Erinnerungsvermögen, null Stresstoleranz, permanent zu niedriger Blutdruck (Durschnitt 88/55), immer wieder depressive Phasen (mit Suizidgedanken), phasenweise Depersonalisation und Derealisation, hochsensibel und andererseits emotionslos.

Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 23.08.12, 9:55

Liebe Muffin :hug: ,

das hast Du super gesagt :D

Alles Liebe
Rundi :hug:

bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Freitag, 24.08.12, 1:49

Hallo liebe muffin und liebe Rundi

Danke für Eure Aufmerksamkeit. Muffin, was du schreibst liest sich super, aber was ich schreibe, hör mir auf :D Wenn ich den Eindruck erweckt habe das ich mich noch aktiv mit Absetztbeschwerden beschäftige möchte ich dieses klarstellen. Es beschäftigt mich anscheinend nur wenn es mir mal psychisch nicht so gut geht, wie jetzt. Das liegt daran das ich einen Monat "Urlaub" habe und danach vor neuen Aufgaben stehe, wofür ich mich mal wieder für nicht geschaffen halte. Dazu kommt, dass ich in einer neuen Stadt wohne und über keine sozialen Bindungen verfüge, hätte haben können aber lehne ab. Ich weis dabei nicht genau ob es noch das "Einigeln" vom Entzug ist oder wirklich desinteresse an den Personen. Muffin, die Sache mit dem topfit sein. Für mich war es das Gefühl als hätte ich alles verloren. Ich realisierte, als ich mich fühlte wie sich wohl mein Opa mit 75 fühlt, was ich vorher für eine Power hatte. Und dachte - hoffentlich. Wenn man früh aufsteht mit Kopfschmerzen und total neben sich steht. Als hätte man durchgefeiert und das ca. 9 Monate. Davon war ich 5 abstinent, habe in den ersten 4 Monaten Praktikum gemacht (Bad der Schuldgefühle :oops: ) Und später meine Ausbildung mit Belobigung abgeschlossen - Zapps in den Prüfungen (irre aber es geht). Dummerweise hatte ich danach das Gefühl nichts mehr von dem was ich gelernt habe anwenden zukönnen. Egal. Ich habe mich vor allen Leuten so geschämt. Als stände in meinem Gesicht ich hab AD genommen. Jetzt, 1 1/2 Jahre später und nach Euren Aussagen denke ich das es funktioniert, mit etwa 25 wieder der zu sein der ich mal war oder mehr. Muffin, dir wollte ich nocheinmal Mut machen. Auch nocheinmal erwähnen, dass Johanniskraut den Entzug (bei mir zumindest) kognitiv gesehen, negativ beeinflusst hat. Im Moment habe ich das Gefühl wieder mit meinen "alten Freunden" mithalten zukönnen und manchmal denke ich sogar das ich fitter bin - ihren Behauptungen zufolge. Ich fühle mich bis auf die sozialen Umstände und die Kleinigkeit mit dem Sprechen, physisch richtig fit (ich kann zb. 4 Bier trinken, 45km Radfahren, 10 Bier trinken und wieder 45km zurück Rad fahren) Dummes Beispiel aber mein Opa kann das nicht.
Uhrzeit :sick:
Danke für Eure Erfahrungen

Grüße
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muffin123
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von muffin123 » Freitag, 24.08.12, 8:14

Lieber Bart

Vielen Dank für deine lieben Worte! :hug:

Es freut mich zu lesen, dass es dir körperlich wieder so gut geht! :)
Dass es dich belastet, weil du vor neuen Aufgaben stehst, verstehe ich nur zu gut und es ist klar, dass man sich viele Gedanken macht, wenn es einem psychisch gerade nicht gut geht. Ich wünsche dir, dass alles gut geht und dich der Erfolg dann auch motiviert. Und ich hoffe, dass es dir mit dem Sprechen und "den sozialen Umständen" (ich kenne das Problem...) auch bald etwas besser geht.

Vielen Dank auch wegen dem Hinweis zum Johanniskraut. Mir ging es Anfang des Jahres psychisch überhaupt nicht gut und ich dachte, dass Johanniskraut evtl. helfen wird. Damals war ich leider noch nicht in diesem Forum und hatte keine Ahnung, dass das keine gute Idee ist. Deshalb setze ich es jetzt ab, aber eben sehr langsam, weil empfindliche Personen ebenfalls heftige Absetzsymptome haben können, wenn sie zu schnell vorgehen. Aber ich erwische mich auch immer wieder dabei, ungeduldig zu werden wie damals bei den AD...wenn ich weiss, dass etwas nicht gut für mich ist, dann möchte ich am liebsten sofort damit aufhören...diesmal bin ich mir jedoch bewusst, dass dies dafür Langzeitfolgen mit sich bringen kann und lasse mir deshalb viel Zeit damit...

Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende!
muffin
Symptome: Psychisch sehr schlechter Zustand nach schweren Erlebnissen (Scheidung, Stalking, sex. Belästigung am Arbeitsplatz, schlechte Behandlung durch neuen Freund etc.), starke Suizidgedanken. Davor nie psychische Probleme.
Diagnose: Wurde mir vom Arzt nie mitgeteilt. Behandlung nur durch Hausarzt durch Medikation, keine Gesprächstherapie o.ä..

Medikation:
Paroxetin (Parexat) 40mg (?) ca. von Juni 2006 bis Dezember 2006 -> "kalter Entzug"
Venlafaxin (Effexor XR) 150mg (?) ca. von Dezember 2006 bis März 2008 -> "kalter Entzug"

An die genauen Dosierungen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiss, dass die Dosis nach kurzer Zeit jeweils erhöht (mindestens verdoppelt, evtl. sogar noch mehr) wurde, weil ich kaum auf die Medikamente ansprach. Hauptsächliche Nebenwirkungen: extrem starke Müdigkeit, Schwindel, Migräne, geschwächtes Immunsystem.

März bis Oktober 2012: Johanniskraut

Seit Absetzen: müde (nicht mehr arbeitsfähig), antriebslos, abgeschlagen, Durchschlafprobleme, oft Kopfschmerzen/Migräne, Schwindel, niedrige Körpertemperatur, geschwächtes Immunsystem, dauernd irgendwo Schmerzen ohne Grund, Konzentrationsprobleme, schlechtes Erinnerungsvermögen, null Stresstoleranz, permanent zu niedriger Blutdruck (Durschnitt 88/55), immer wieder depressive Phasen (mit Suizidgedanken), phasenweise Depersonalisation und Derealisation, hochsensibel und andererseits emotionslos.

Das-kleine-Runde

Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 24.08.12, 8:31

Hallo Ihr Lieben :) ,

Daumen drücke und gute Wünsche da lasse :D :D

Alles Liebe :group:
Rundi

bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Samstag, 26.10.13, 2:03

update

lebensituation hat sich wieder geändert. ich stelle fest das ich ohne sport anfange zutrinken, den antrieb verliere und sehr depressiv werde. das ist momentan der fall, wird sich aber hoffentlich bald ändern. in dieser phase fällt mir viel negatives auf was ich eigentlich nicht wahr haben will. ich weis nicht genau was alles durch das ad absetzen kam. wenn ich meine gesamtsituation betrachte ist es nicht verwunderlich das es mir nicht gut geht. bin gerade fürs studium in eine neue stadt gezogen, (in der vorigen war ich auch nur ein jahr) noch keine kontakte, wohnung war ein fehlgriff, alles läuft irgendwie nicht. man sitzt rum hat keine lust und denkt über die unmöglichsten sachen nach. ich glaube ich bilde mir vieles ein. zur zeit komm ich mir vor wie ein halber mensch und ich betrachte alles irgendwie von oben. ich sehe vorzugsweise die negativen seiten an allem. das ist ziemlich leicht. es ist aber sehr hinderlich beim kennenlernen von leuten. ich hab das gefühl ich treff nur fröhliche menschen.

ich kann mir irgendwie mein leben derzeit garnicht mehr vorstellen. ich suche gerade eine neue wohnung mit einer mindestdistanz von 5km zur schule.
das tägliche radeln im letzten jahr hat meine ängste/entzug oder was auch immer irgendwie abgetötet und mir energie gegeben.

dieses nichts im kopf. dieser lehre gesichtsausdruck. das hat der entzug gemacht.

so viel dazu. nicht gerade gut ich weis. gejammere. aber ich arbeite dran.
not my time
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Jamie
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von Jamie » Samstag, 26.10.13, 10:08

Hallo bart,

welcome again im adfd :)

Die Crew ist eine andere geworden und natürlich die User auch - viele neue - aber wir sind sehr interessiert, wie es den Leuten geht, die von den AD weg waren; egal, ob sie sie jetzt nehmen oder nicht.
Bist du eine der Personen, mit der Nospie gesprochen hat?

Du nimmst jetzt nichts mehr, richtig?
Hört sich alles nicht so schön an, ich lasse dir mal ein Kraftpäckchen da :group:

Bitte unterrichte uns weiter wie es dir geht und was deine Lebenssituation macht,

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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bart123456
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Re: Heut ist ein guter Tag - Venlafaxin

Beitrag von bart123456 » Samstag, 26.10.13, 17:44

hallo Jamie,

danke für das kraftpäkchen. woher hattest du meine adresse?

:wink:

mit nospie hab ich nicht gesprochen. ad nehm ich schon lange nicht mehr. wie oben beschrieben stellt sich meine situation so: wohnung misst, start in den tag misst, in der schule nicht konzentriert, keine lust aufzustehen, finde keine alternative wohnung, schlafe zuviel, zu nichts zu gebrauchen. bin einfach nur noch schlecht drauf und grübel die ganze zeit bis der kopf weh tut und der wohnungmarkt kotzt mich einfach nur noch an. ich such eine einraum wohnung die nicht den ganzen tag von irgendetwas beschallt wird und die keinen durchlauferhitzer oder solche späße hat. diesen monat wurde mir diese wohnung vor der nase weggeschnappt. studium geht wärend dessen den bach runter.

auf der anderen seite. ich kanns nicht ändern und bin auf mein glück angewiesen. meine bude kann jeden moment im internet stehen. ich hab kein stress mit dem arbeitsamt oder sowas. ich muss halt nur wenn ich alles geklärt hab und klarer im kopf bin einiges nachholen. ich bin eigentlich sehr strebsam aber nicht an einer hauptverkehrsstraße. mein fehler. warum ich das hier schreib, ich bin so platt wie in den zeiten des entzuges. es fühlt sich sehr ähnlich an.

naja. danke fürs lesen. ich schreib hoffentlich bald was besseres
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