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Fluoxetin/Mirtazapin

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Stadt_am_Meer
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Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Donnerstag, 08.11.12, 7:52

Meine Vorgeschichte:

Ich war zuerst 1998 wegen einer schweren Depression in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Ich bekam damals damals zuerst Zoloft, später noch ein anderes SSRI und dann Fluoxetin. Parallel habe ich zunächst viel zu lange eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie gemacht, die mich nicht besonders weitergebracht hat. Später habe ich eine kognitive Verhaltenstherapie begonnen, die sehr hilfreicht war. Wir entdeckten dabei auch, daß mein Hauptproblem eine Angststörung ist. Irgendwann konnte ich dann das Fluoxetin ausschleichen. Es gab später noch zwei Phasen, in denen ich Fluoxetin genommen habe, aber seit ca. 5 Jahren war ich medikamentenfrei und habe mich meinen Ängsten so gestellt.

Die jetzige Situation:

In diesem Jahr sind leider ein paar heftige Dinge geschehen: meine Schwester entwickelte eine schlimme Psychose, die in einem Sprung von einer Brücke gipfelte (sie hat es schwer verletzt überlebt) und meine Mutter starb an Leukämie. Wir hatten unser zweites Kind bekommen, so daß ich wenig Schlaf hatte, auch beruflich gab es Streß und zu allem Überfluß war die Psychotherapie zu Ende. Insbesondere der Tod meiner Mutter, für den ich zu wenig Zeit hatte, hat mich offenbar so aus der Bahn geworfen, daß ich kurze Zeit später Panikattacken bekam, die sich dann zu einer massiven Herzangst steigerten.

Anfang Juli d.J. wurde im Krankenhaus eine Herzkatheteruntersuchung (ohne Befund) durchgeführt, bei der ich ein Beruhigungsmittel (vmtl. Benzo) gespritzt bekam. Ende Juli war der Zustand zu hause mit den kleinen Kindern nicht mehr auszuhalten (dachten wir) und ich bin zur Notaufnahme und auf eine allgemeinpsychiatrische Station gekommen. Dort bekam ich zunächst 4 Tage lang abends 1mg Tavor und erst 15 und dann 30 mg Mirtazapin. Am Anfang hatte ich massive Konzentrationsschwierigkeiten und auch Artikulationsprobleme. Das besserte sich etwas und nach 2 Wochen wurde ich entlassen. Allerdings waren zu hause die Panikattacken wieder da. Zusätzlich hatte ich Symptome, die ich vorher nicht hatte: Atemnot, Schwindel, verschwommenes Sehen, Todesphantasien, Hitzewallungen, Kälteschauer, starkes Schwächegefühl (wie von zu niedrigem Blutdruck), Muskelzuckungen. Notfallmedikation: Tavor (2x genommen, danach jeweils ca. 24h eine ziemliche Egal-Haltung und depressive Gefühle). Immerhin konnte ich mit Mirtazapin schlafen, aber das war eher seltsam: es hat mich abends einfach ausgeschaltet und der Schlaf war nicht erholsam und ich war tagsüber sehr müde.

Ende August hatte ich so schlimme Panik, gepaart mit dem Drang/der Befürchtung, mich aus dem Fenster zu stürzen, daß ich mich in einer Notsituation habe mit der Feuerwehr wieder in die Klinik bringen lassen. Dort sollte dann von Mirtazapin auf Fluoxetin gewechselt werden: das Mirtazapin wurde auf 15 mg reduziert und ich bekam 4 Tage lang 10 mg, danach 20 mg Fluoxetin. Nebenwirkungen des Wechsels: zunächst wieder Atemnot, Frieren, Sehstörungen, dann nach 20 mg Fluoxetin massive Schlafstörungen und eine furchtbare Getriebenheit, gepaart mit Suizidgedanken. Außerdem: Verlust von Gefühlen, das Gefühl, nicht richtig anwesend zu sein und große Schwierigkeiten, mit anderen zu reden, weil ich die ganze Zeit nicht ganz da war. Die Ärzte überredeten mich 2 Wochen lang, die 20mg weiter einzunehmen, da man am Anfang abwarten müsse, danach wurde auf 10 mg reduziert, vor allem wegen der Erregung und der Schlaflosigkeit. Als Bedarfsmedikation bekam ich Atosil, da ich bei Tavor Angst vor Abhängigkeit hatte. Das Atosil nahm ich dann auch, um schlafen zu können, teilweise 50 mg und selten auch 75 mg pro Nacht. Die 15 mg Mirtazapin wurden beibehalten wegen der Schlafprobleme.

Dann Entlassung in die Tagesklinik. Als ich nachts wieder zu hause war, wurde der Schlaf besser, daraufhin wurde nach einer Woche das Mirtazapin abgesetzt. Folge: 2 Wochen Kurzatmigkeit (bin mir aber nicht sicher, ob das vielleicht auch durch die vorhergehende Reduktion des Fluoxetin ausgelöst wurde), depressive Gefühle, erneutes Auftreten der Schlaflosigkeit.

Insgesamt gab es dann eine gewisse Stabilisierung, ich habe gelernt, mit den Panikattacken umzugehen (die aber auch durch das Fluoxetin seltener und schwächer wurden). Allerdings wurde die Gefühllosigkeit und Abwesenheit in vielen Situationen eher schlimmer. Das beeinträchtigt mich sehr und macht mir auch Angst, aber es ist so schwer, andere davon zu überzeugen, weil ich äußerlich ganz ruhig bin.

Da ich diese Gefühle auf das Fluoxetin zurückführe (inzwischen bin ich mir aber nicht sicher, ob das nicht auch vom schnellen Absetzen des Mirtazapin kommen kann) und die Schlaflosigkeit zwar durch Disziplin etwas verringert, aber nicht grundlegend verbessert wurde, wurde vor eineinhalb Wochen das Fluoxetin von 10mg auf 0 gesetzt. Ich weiß, daß das schneller ist, als hier empfohlen wird, aber der Arzt war da recht sorglos und ich war mir dann in dem Moment nicht so sicher.

Nach fast zwei Wochen ohne (habe in der Zeit auch kein Atosil gebraucht) ist der Schlaf besser geworden (noch nicht gut, aber ungefähr so wie vorher, als ich nur Angst, aber keine Medikamente hatte), die Gefühle der Abwesenheit (Derealisation?) und Gefühllosigkeit sind leider immer noch fast immer da (auch wenn es manchmal bessere Tage gibt). Seit ein paar Tagen habe ich mehr Ängste und depressive Gefühle, aber darauf hatte ich mich vor dem Absetzen eingestellt. Libidoprobleme gibt es auch, seit ich Fluoxetin nehme, aber das ist weniger schlimm als die scheußliche Gefühllosigkeit und Abwesenheit. Seit ein paar Tagen nun laufe ich ziemlich habe ich fast permanent den von einigen beschriebenen Nebel im Kopf, das Gefühl, nicht an meine Gedanken heranzukommen und viele Dinge nicht mitzubekommen.

Diese Symptome führen u.a. dazu, daß ich mich ganz schön von Freunden abkapsele, weil ich das Gefühl habe, nicht adäquat auf meine Umwelt reagieren zu können. Insbesondere im Umgang mit meinen Kindern empfinde ich es als sehr schlimm, nicht richtig auf sie zugehen zu können. Andererseits habe ich das Gefühl, daß diese immerhin durch ihre stärkere Emotionalität und Körperlichkeit auch im Moment ganz schön hilfreich sind für mich.

Nun zum Forum: wenn ich die vielen Informationen hier und bei Edit bitte keine Links zu anderen Websites posten (siehe: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=27&t=7204)(Rundi) richtig verstehe, war es erstens nicht sinnvoll, überhaupt mit SSRIs anzufangen. Auch der schnelle Wechsel war nicht gut und sicher hättet Ihr mir auch geraten langsamer abzusetzen. Allerdings will ich jetzt auch nicht zu früh anfangen, wieder hochzudosieren, zumal ich nicht weiß, ob meine jetzigen Probleme (Abwesenheit, Gefühllosigkeit) gerade durch das Absetzen des Mirtazapin oder durch das Nehmen des Fluoxetin ausgelöst sind. Daher tendiere ich dazu, erstmal abzuwarten, zumal zwei Wochen beim Absetzen von Fluoxetin wohl eine recht kurze Zeit sind, auch wenn es manchmal schwer ist, die Gefühle auszuhalten. Denkt Ihr, das ist sinnvoll? Und kann ich davon ausgehen, daß es besser wird?

Allerdings ist der Arzt in der Tagesklinik der Meinung, ich solle in zwei Wochen wieder (langsam, Teilzeit) arbeiten gehen. Dem möchte ich lieber etwas mehr Zeit geben, weil ich nicht weiß, was nach dem Absetzen noch kommt und um nicht völlig instabil nach einem halben Jahr wieder auf der Arbeit aufzutauchen.

Auch muß ich darauf achten, hier nicht zu viel negative Dinge zu lesen, weil ich dazu neige, mir dann Sorgen zu machen. Es ist aber auch nicht einfach, weil die Klinikärzte mir zu wenig Informationen geben und ich mich dadurch gezwungen sehe, mich anderswo zu informieren.

Um hier kein falsches Bild von den Ärzten zu machen: ich habe am Anfang auf Medikamenten bestanden und später darauf, das Fluoxetin zu bekommen, weil ich es doch schon einmal gut vertragen hatte. Allerdings hatte ich dann meine liebe Not, sie von der Dosisreduktion zu überzeugen und insgesamt wurde auf meine Schilderungen von Nebenwirkungen kaum eingegangen und vieles auf die Angst geschoben.

Gruß
Stadt_am_Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 08.11.12, 9:58

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

herzlich willkommen :) .

Zunächst in eigener Sache: Bitte beachte die Forenregeln. Unter Wichtige Hinweise kannst Du sie nachlesen.
Bei Deiner Anmeldung hatte ich Dich gebeten, den Link zu einer fremden Website zu entfernen, bitte beachte entsprechende Hinweise künftig.
Dort bekam ich zunächst 4 Tage lang abends 1mg Tavor und erst 15 und dann 30 mg Mirtazapin. Am Anfang hatte ich massive Konzentrationsschwierigkeiten und auch Artikulationsprobleme. Das besserte sich etwas und nach 2 Wochen wurde ich entlassen. Allerdings waren zu hause die Panikattacken wieder da. Zusätzlich hatte ich Symptome, die ich vorher nicht hatte: Atemnot, Schwindel, verschwommenes Sehen, Todesphantasien, Hitzewallungen, Kälteschauer, starkes Schwächegefühl (wie von zu niedrigem Blutdruck), Muskelzuckungen. Notfallmedikation: Tavor (2x genommen, danach jeweils ca. 24h eine ziemliche Egal-Haltung und depressive Gefühle). Immerhin konnte ich mit Mirtazapin schlafen, aber das war eher seltsam: es hat mich abends einfach ausgeschaltet und der Schlaf war nicht erholsam und ich war tagsüber sehr müde.

Wenn zusätzliche Beschwerden auftreten, dann handelt es sich wahrscheinlich um NW.
Dort sollte dann von Mirtazapin auf Fluoxetin gewechselt werden: das Mirtazapin wurde auf 15 mg reduziert und ich bekam 4 Tage lang 10 mg, danach 20 mg Fluoxetin
Stationär wird leider häufig so schnell von einem AD auf ein anderes umgestellt. Manche Patienten kommen damit zurecht, für sensible Betroffene ist das zu schnell.
Ging es Dir eigentlich mit Mirtazapin unterm Strich schlechter oder besser als ohne AD?
Nebenwirkungen des Wechsels: zunächst wieder Atemnot, Frieren, Sehstörungen, dann nach 20 mg Fluoxetin massive Schlafstörungen und eine furchtbare Getriebenheit, gepaart mit Suizidgedanken. Außerdem: Verlust von Gefühlen, das Gefühl, nicht richtig anwesend zu sein und große Schwierigkeiten, mit anderen zu reden, weil ich die ganze Zeit nicht ganz da war.
Es ist schwierig, zuzuordnen, ob es sich um Absetzbeschwerden von Mirtazapin oder NW von Fluoxetin habdelt. Deswegen ist es an sich besser, erst das eine Mittel auszuschleichen, wenn möglich.
Die Ärzte überredeten mich 2 Wochen lang, die 20mg weiter einzunehmen, da man am Anfang abwarten müsse, danach wurde auf 10 mg reduziert,
So wird leider meistens vorgegangen, bei Betroffenen, die unverträglich auf das AD reagieren, ist es leider ein Zeitraum, der die Probleme um einiges verschlimmert.
Wenn dermaßen massive NW auftreten, würde ich sicherheitshalber zeitnah absetzen, leichte NW legen sich manchmal tatsächlich, aber wenn man durch ein AD emotional stärker aus dem Lot gerät, wendet sich das selten zum guten, meiner Erfahrung nach.
daraufhin wurde nach einer Woche das Mirtazapin abgesetzt. Folge: 2 Wochen Kurzatmigkeit (bin mir aber nicht sicher, ob das vielleicht auch durch die vorhergehende Reduktion des Fluoxetin ausgelöst wurde), depressive Gefühle, erneutes Auftreten der Schlaflosigkeit.


Selbstredend war das wieder für einen sensiblen Betroffenen zu schnell und du hattest dementsprechend Absetzsymptome.
Allerdings wurde die Gefühllosigkeit und Abwesenheit in vielen Situationen eher schlimmer. Das beeinträchtigt mich sehr und macht mir auch Angst, aber es ist so schwer, andere davon zu überzeugen, weil ich äußerlich ganz ruhig bin.
Wie gesagt, beides ist möglich. Allerdings ist emotionale Abstumpfung und Gleichgültigkeit ebenfalls eine NW, die öfters erlebt wird oder von Angehörigen beobachtet wird.
Du kannst gerne in meinem Thread lesen, wie sehr AD das Gefühlsleben beeinträchtigen können. Der Link zu meinem Thread befindet sich in meiner Signatur.
wurde vor eineinhalb Wochen das Fluoxetin von 10mg auf 0 gesetzt. Ich weiß, daß das schneller ist, als hier empfohlen wird, aber der Arzt war da recht sorglos und ich war mir dann in dem Moment nicht so sicher.
Nach fast zwei Wochen ohne (habe in der Zeit auch kein Atosil gebraucht) ist der Schlaf besser geworden (noch nicht gut, aber ungefähr so wie vorher, als ich nur Angst, aber keine Medikamente hatte), die Gefühle der Abwesenheit (Derealisation?) und Gefühllosigkeit sind leider immer noch fast immer da (auch wenn es manchmal bessere Tage gibt). Seit ein paar Tagen habe ich mehr Ängste und depressive Gefühle, aber darauf hatte ich mich vor dem Absetzen eingestellt. Libidoprobleme gibt es auch, seit ich Fluoxetin nehme, aber das ist weniger schlimm als die scheußliche Gefühllosigkeit und Abwesenheit. Seit ein paar Tagen nun laufe ich ziemlich habe ich fast permanent den von einigen beschriebenen Nebel im Kopf, das Gefühl, nicht an meine Gedanken heranzukommen und viele Dinge nicht mitzubekommen.
Ein Wirkbestandteil von Fluoxetin hat eine HWZ von fast 2 Wochen, deswegen machen sich Absetzbeschwerden von Fluoxetin oft erst verspätete bemerkbar.
war es erstens nicht sinnvoll, überhaupt mit SSRIs anzufangen.
Das sehe ich genauso. Schiksalsschläge gehören leider zum Leben, besser sich Hifle zu suchen, um sie bewältigen und verarbeiten zu können, als zu Psychopharmaka zu greifen.
Iregndwann muß man sich, selbst, wenn man AD verträgt, den entsprechenden Gefühlen stellen.
Wegen der PA hätte ein Notfallpräparat wohl genügt. Ich hätte vermutlich ein paar Therapiestunden selber bezahlt und mir so lösungsorientierte Hilfe gesucht.
Auch der schnelle Wechsel war nicht gut und sicher hättet Ihr mir auch geraten langsamer abzusetzen.
Stimmt. :) Basiswissen findest Du hier: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6456
Allerdings will ich jetzt auch nicht zu früh anfangen, wieder hochzudosieren, zumal ich nicht weiß, ob meine jetzigen Probleme (Abwesenheit, Gefühllosigkeit) gerade durch das Absetzen des Mirtazapin oder durch das Nehmen des Fluoxetin ausgelöst sind. Daher tendiere ich dazu, erstmal abzuwarten, zumal zwei Wochen beim Absetzen von Fluoxetin wohl eine recht kurze Zeit sind, auch wenn es manchmal schwer ist, die Gefühle auszuhalten. Denkt Ihr, das ist sinnvoll? Und kann ich davon ausgehen, daß es besser wird?
Schwierig zu sagen. Sicherheitshalber wäre es jedenfalls sinnvoller, Fluoxetin langsam auszuschleichen.
Nein, Du kannst nicht unbedingt davon ausgehen, daß es besser wird, sonst gäbe es die vielen Threads mit schlechten Erfahrungen hier nicht.
Es kann gutgehen oder es kann richtig schief gehen.
Auch muß ich darauf achten, hier nicht zu viel negative Dinge zu lesen, weil ich dazu neige, mir dann Sorgen zu machen. Es ist aber auch nicht einfach, weil die Klinikärzte mir zu wenig Informationen geben und ich mich dadurch gezwungen sehe, mich anderswo zu informieren.
Lieber gut informiert zu viele Sorgen gemacht, als sich sorglos ein größeres Problem einbrocken, oder? :wink:
Allerdings ist der Arzt in der Tagesklinik der Meinung, ich solle in zwei Wochen wieder (langsam, Teilzeit) arbeiten gehen. Dem möchte ich lieber etwas mehr Zeit geben, weil ich nicht weiß, was nach dem Absetzen noch kommt und um nicht völlig instabil nach einem halben Jahr wieder auf der Arbeit aufzutauchen.
Dann mach es so, wie es Dir entspricht. Du steckst in Deiner Haut.

Alles Liebe
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Freitag, 09.11.12, 8:15

Hallo,

danke für Deine Hilfe.
Das-kleine-Runde hat geschrieben:Ging es Dir eigentlich mit Mirtazapin unterm Strich schlechter oder besser als ohne AD?
Schlechter, würde ich sagen.
Wegen der PA hätte ein Notfallpräparat wohl genügt. Ich hätte vermutlich ein paar Therapiestunden selber bezahlt und mir so lösungsorientierte Hilfe gesucht.
Naja. Das war alles nicht so einfach. Zu dem Zeitpunkt war mein Therapeut nach einem Unfall mehrere Wochen im Krankenhaus.
Allerdings will ich jetzt auch nicht zu früh anfangen, wieder hochzudosieren, zumal ich nicht weiß, ob meine jetzigen Probleme (Abwesenheit, Gefühllosigkeit) gerade durch das Absetzen des Mirtazapin oder durch das Nehmen des Fluoxetin ausgelöst sind. Daher tendiere ich dazu, erstmal abzuwarten, zumal zwei Wochen beim Absetzen von Fluoxetin wohl eine recht kurze Zeit sind, auch wenn es manchmal schwer ist, die Gefühle auszuhalten. Denkt Ihr, das ist sinnvoll? Und kann ich davon ausgehen, daß es besser wird?
Schwierig zu sagen. Sicherheitshalber wäre es jedenfalls sinnvoller, Fluoxetin langsam auszuschleichen.
Wäre gewesen... Nun ist es ja abgesetzt und ich tendiere dazu, mir im Moment eigentlich nicht noch mehr Hin und Her zumuten, sondern lieber zur Ruhe zu kommen.
Nein, Du kannst nicht unbedingt davon ausgehen, daß es besser wird, sonst gäbe es die vielen Threads mit schlechten Erfahrungen hier nicht.
Es kann gutgehen oder es kann richtig schief gehen.
Ja. Andererseits heißt es doch aber hier auch, daß die Absetzbeschwerden auf jeden Fall vorbeigehen. Insofern ist richtig schief im schlimmsten Fall eine Verlängerung des Prozesses, oder? Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen eine Verbesserung gespürt: viel mehr Gefühle, wenn auch sehr traurige und der Nebel ist nicht mehr permanent, sondern nur zeitweise.
Auch muß ich darauf achten, hier nicht zu viel negative Dinge zu lesen, weil ich dazu neige, mir dann Sorgen zu machen. Es ist aber auch nicht einfach, weil die Klinikärzte mir zu wenig Informationen geben und ich mich dadurch gezwungen sehe, mich anderswo zu informieren.
Lieber gut informiert zu viele Sorgen gemacht, als sich sorglos ein größeres Problem einbrocken, oder? :wink:


Schwierig. Ich habe eine Angststörung und muß auch ein bißchen schauen, der Angst nicht zu viel Raum zu geben. Insofern: informieren ja, aber ich neige eben dazu, schnell mal vom schlimmsten auszugehen.

Gruß
Stadt am Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 09.11.12, 9:22

Hallo Stadt_am_Meer :) ,
Nun ist es ja abgesetzt und ich tendiere dazu, mir im Moment eigentlich nicht noch mehr Hin und Her zumuten, sondern lieber zur Ruhe zu kommen.
Ja. Andererseits heißt es doch aber hier auch, daß die Absetzbeschwerden auf jeden Fall vorbeigehen. Insofern ist richtig schief im schlimmsten Fall eine Verlängerung des Prozesses, oder?


Überwinde Deine Bedenken und lies in den Threads anderer Betroffener.

Die Verlängerung kann schlimmstenfalls auch Monate oder noch länger anhaltende massive Beschwerden bedeuten, die die Lebensqualität beeinträchtigen, längerfristige Arbeitsunfähigkeit bedeuten etc.

Wir haben hier nicht wenige Mitglieder, die bereuen, daß sie sich gegen eine Wiedereinnahme entschieden haben, eben, weil die Verläufe ernsthafte Krankheit bedeuten können, nicht nur kleine Irritationen, die man gut ausblenden kann.
Eine erste Besserung kann auch nur vorübergehend sein, das weiß man vorher nicht, denn Aufs und Abs und symptomarme Zeiträume sind normal auch bei Leuten, die es übel erwischt hat.
Ich würde es nicht riskieren.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Freitag, 09.11.12, 11:22

Hallo,
Das-kleine-Runde hat geschrieben: Wir haben hier nicht wenige Mitglieder, die bereuen, daß sie sich gegen eine Wiedereinnahme entschieden haben, eben, weil die Verläufe ernsthafte Krankheit bedeuten können, nicht nur kleine Irritationen, die man gut ausblenden kann.
Ich frage nach, weil es für mich wirklich nicht einfach ist, nicht, weil ich Euch mißtraue. Es ist nur so, daß ich mich im Moment insgesamt so viel besser fühle, als mit Fluoxetin, so daß die Entscheidung gut überlegt sein muß.

Zum einen habe ich Fluoxetin schlecht vertragen. Es heißt, man soll die letzte Dosis nehmen, die man gut vertragen hat. Die gab es ja gar nicht für mich. Zum anderen schreibst Du, man hätte, als ich es schlecht vertrug gleich absetzen sollen. Zwischen damals und jetzt liegen ja nur wenige Wochen. Macht das den großen Unterschied zwischen Absetzen und Ausschleichen? Und: ich habe es nicht lange genommen (8 Wochen Mirtazapin, dann 7 Wochen Fluoxetin). Spielt das nicht auch eine Rolle?

Gruß
Stadt_am_Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
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Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 09.11.12, 11:41

Liebe Stadt_am_Meer :) ,

ich hatte gar nichts von Mißtrauen gesagt... :?

Ich kann verstehen, daß die Entscheidung für Dich schwierig ist.
Zum anderen schreibst Du, man hätte, als ich es schlecht vertrug gleich absetzen sollen.
Ja, gleich nach wenigen Tabletten, bevor der Organismus sich an das Präparat gewöhnt. Hat eine Gewöhnung stattgefunden, ist Ausschleichen ratsam.
Es heißt, man soll die letzte Dosis nehmen, die man gut vertragen hat.
Etwas anders... Man nimmt normalerweise die letzte stabile Dosis wieder ein, also die, mit der man ohne Absetzbeschwerden ist.
Bei schlechter Verträglichkeit und Absetzproblemen muß man ggfs. einen Mittelweg zwischen NW und Absetbesschwerden finden.
Und: ich habe es nicht lange genommen (8 Wochen Mirtazapin, dann 7 Wochen Fluoxetin). Spielt das nicht auch eine Rolle?
Die Einnahmedauer spielt eine sehr untergeordnete Rolle, wie die Erfahrung zeigt.
Zwischen damals und jetzt liegen ja nur wenige Wochen. Macht das den großen Unterschied zwischen Absetzen und Ausschleichen?
Wie genau meinst Du das?

Eins angemerkt: Ich will Dich zu nichts überreden, es ist Deine Entscheidung, was Du tust und DU trägst die Konsequenzen, so oder so.
Wenn Du fragst, was passieren kann und welchen Rat wir Dir geben können, dann antworte ich, wenn Du die Infos nicht haben willst, dann mach einfach, was Dir einleuchtend erscheint.
Mißstimmung zwischen den Zeilen wegen unerwünschter Antworten ist auch nicht so toll... :wink:

Wenn eine Situation ein bißchen verfahren ist, dann gibt es keine Patentlösung.
Einfach war es, als Du noch bei Mirtazapin warst, jetzt ist die Sitaution weniger eindeutig.

Du steckst in Deiner Haut und mußt entscheiden.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Registriert: Dienstag, 06.11.12, 8:45

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Freitag, 09.11.12, 12:09

Das-kleine-Runde hat geschrieben:ich hatte gar nichts von Mißtrauen gesagt... :?
Gut.
Zwischen damals und jetzt liegen ja nur wenige Wochen. Macht das den großen Unterschied zwischen Absetzen und Ausschleichen?
Wie genau meinst Du das?
Das hast Du oben schon beantwortet, es hat mit der Gewöhnung zu tun.
Eins angemerkt: Ich will Dich zu nichts überreden, es ist Deine Entscheidung, was Du tust und DU trägst die Konsequenzen, so oder so.
Wenn Du fragst, was passieren kann und welchen Rat wir Dir geben können, dann antworte ich, wenn Du die Infos nicht haben willst, dann mach einfach, was Dir einleuchtend erscheint.
Mißstimmungen zwischen den Zeilen wegen unerwünschter Antworten ist auch nicht so toll... :wink:
Keine Mißstimmung. Ich frage nur genau nach, weil die Situation für mich echt nicht einfach ist. Jetzt, wo die Gefühle wieder da sind, will ich nicht wieder zum Fluoxetin zurück, gerade weil das so schwierig mit den Kindern war. Deswegen will das gut überlegt sein.
Wenn eine Sitaution ein bißchen verfahren ist, dann gibt es keine Patentlösung.
Einfach war es, als Du noch bei Mirtazapin warst, jetzt ist die Sitaution weniger eindeutig.
Ja. Wenn Hochdosieren und Ausschleichen, würdest Du aber Fluoxetin empfehlen, nicht Mirtazapin, oder?
Du steckst in Deiner Haut und mußt entscheiden.
Wenn das mal so einfach wäre.

Gruß
Stadt_am_Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 09.11.12, 12:36

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

danke für Deine klärenden Worte. :)
Ich frage nur genau nach, weil die Situation für mich echt nicht einfach ist. Jetzt, wo die Gefühle wieder da sind, will ich nicht wieder zum Fluoxetin zurück, gerade weil das so schwierig mit den Kindern war
Das kann ich verstehen. :)
Letztendlich mußt Du entscheiden, denn nur Du weißt, wie Du Dich fühlst und kennst dich selbst.
Da kann man auch mit Erfahrung und Wissen nur bis zu einem gewissen Grad unterstützen.
Wenn Hochdosieren und Ausschleichen, würdest Du aber Fluoxetin empfehlen, nicht Mirtazapin, oder?
Ja, zurückwechseln wäre zuviel des "Guten".

Du kannst auch noch einige Tage warten und sehen, wie es klappt, ob die Entwicklung positiv weitergeht oder ob die Stimmung kippt und sich Beschwerden einstellen.

Daumen drücke für den richtigen Riecher.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Freitag, 09.11.12, 17:06

Hallo,

danke für Deine Hilfe. Ich denke, dieses Forum ist wirklich wichtig für Leute wie mich, die überhaupt erstmal drauf kommen müssen, womit ihre Beschwerden zu tun haben.

Seit heute mittag bin ich wieder extrem im Nebel. Das scheint im Moment bei mir ziemlich zu wechseln, ist aber etwas anderes als die Gefühllosigkeit, mehr, daß ich große Schwierigkeiten habe, einen klaren Gedanken zu fassen und auch mein Gedächtnis hat große Lücken. Es fühlt sich an wie stark betrunken, außer daß ich den Körper noch voll unter Kontrolle habe, also nur geistig betrunken.
Das-kleine-Runde hat geschrieben:Du kannst auch noch einige Tage warten und sehen, wie es klappt, ob die Entwicklung positiv weitergeht oder ob die Stimmung kippt und sich Beschwerden einstellen.
Ich denke, das werde ich machen. Ich werde auch noch einmal mit meinem Therapeuten darüber sprechen. Nicht, daß ich glaube, daß er viel über Absetzprobleme weiß, aber er kann eine große Hilfe sein, eine solche Entscheidung mit mir zu strukturieren.

Gruß
Stadt am Meer.
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Freitag, 09.11.12, 21:50

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

danke für Deine lieben Worte :) .
Seit heute mittag bin ich wieder extrem im Nebel. Das scheint im Moment bei mir ziemlich zu wechseln, ist aber etwas anderes als die Gefühllosigkeit, mehr, daß ich große Schwierigkeiten habe, einen klaren Gedanken zu fassen und auch mein Gedächtnis hat große Lücken. Es fühlt sich an wie stark betrunken, außer daß ich den Körper noch voll unter Kontrolle habe, also nur geistig betrunken.
Hmm, das sind typische Absetzbeschwerden.

Ich drück Dir die Daumen für eine gute Entscheidung.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Montag, 12.11.12, 6:54

Hallo,

Danke noch einmal für die Unterstützung. Es ist gut, daß Ihr da seid in schwerer Zeit.

In den letzten beiden Tagen war der Nebel immer noch da, in unterschiedlicher Stärke. Es scheint meist besser zu sein direkt nach dem Schlafen. Gestern war es weniger Nebel, dafür falle ich gerade stimmungsmäßig in ein sehr tiefes emotionales Loch, das sicher mit dem Absetzen zu tun hat, aber auch damit, daß mir klar wird, daß ich ein Opfer der Pharmawirtschaft werden könnte.

Ich warte gerade wie gesagt noch ab. Die sehr schwierige Entscheidung sieht so aus, daß ich entweder riskiere, über Monate/Jahre in diesem Loch zu stecken oder aber das Fluoxetin wieder zu nehmen und während der Monate Herunterdosierens diese furchtbare Gefühllosigkeit und die Schlafprobleme hinnehmen muß.

Meine Fragen, um die Entscheidung besser einschätzen zu können:

* Könnte die Gefühllosigkeit auch schon mit dem Herabsetzen zu tun gehabt haben oder ist das ganz eindeutig eine Nebenwirkung?
* Wenn ich jetzt wieder hochdosiere, muß ich wieder mit den Schwierigkeiten rechnen, die ich beim letzten Mal am Anfang hatte? Insbesondere mit der ganz schlimmen Getriebenheit?
* Ich würde für alles weitere gern zu meiner niedergelassenen Psychiaterin gehen. Dafür muß ich die Tagesklinik verlassen, weil das sonst nicht abgerechnet werden kann. Ich empfinde das als ziemlichen Streß. Aber vermutlich geht es nicht anders.
* Angenommen, der Nebel im Kopf würde sich in den nächsten Tagen legen. Dann ist da immer noch die Depression, in der ich gerade stecke, die sicher auch mit dem Absetzen zu tun hat. Nun heißt es hier im Forum an anderer Stelle, daß man Depression lieber aushalten soll, als mit Medikamenten anzufangen. Würde das auch in meinem Falle gelten?
* Ich hatte den Nebel auch schon bei 10mg Fluoxetin (kann da aber auch vom Absetzen des MIrtazapin ausgelöst gewesen sein), bei 20mg war ich aber nicht zum aushalten getrieben und schlaflos. Auf welche Dosis soll ich denn dann sinnvollerweise hochgehen, wenn ich mich dafür entscheide?

Gruß
Stadt am Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 12.11.12, 9:15

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

ich weiß, daß die Situation schwer einzuschätzen ist, leider kann man keine Frage eindeutig beanworten.
Man kann momentan auch nicht vorrausssagen, ob sich Deine Beschwerden demnächts verflüchtigen oder verstärken würden, wenn Du auf Null bleibst.
Könnte die Gefühllosigkeit auch schon mit dem Herabsetzen zu tun gehabt haben oder ist das ganz eindeutig eine Nebenwirkung?
Wie oben bereits erwähnt, kann es sich auch um ein Absetzsymptom von Mirtazapin handeln.
Ein Anhaltspunkt ist immer, wann ein Symptom begonnen hat. Andererseits können so gut wie alle Symptome NW und Absetzsymptom sein und ein gewisses Eigenleben entwickeln, wenn die Neurochemie erst mal aus dem Lot ist.
Wenn ich jetzt wieder hochdosiere, muß ich wieder mit den Schwierigkeiten rechnen, die ich beim letzten Mal am Anfang hatte? Insbesondere mit der ganz schlimmen Getriebenheit?
Nicht zwingend, wenn man sich nach den eigenen Bedürfnissen richtet, kann es relativ problemlos klappen. Es kommt darauf an, wie die individuelle Reaktion aussieht.
Angenommen, der Nebel im Kopf würde sich in den nächsten Tagen legen. Dann ist da immer noch die Depression, in der ich gerade stecke, die sicher auch mit dem Absetzen zu tun hat. Nun heißt es hier im Forum an anderer Stelle, daß man Depression lieber aushalten soll, als mit Medikamenten anzufangen.
Hmmm, wenn Du Dich auf Aussagen hier beziehst, dann zitiere oder verlinke bitte, damit man den Kontext einer Aussage findet.
Absetzbeschwerden aushalten ist wenig sinnvoll, weil sie durch zu schnelles Weglasssen eines Mittels ensthehen, nicht durch Probleme oder persönliche Faktoren.
Ein Depression als Grundproblematik würde ich zuallerletzt medikamentös angehen, stattdessen erst mal die entsprechenden Auslöser aufarbeiten, Veränderungen vornehmen etc.
Ich hatte den Nebel auch schon bei 10mg Fluoxetin (kann da aber auch vom Absetzen des MIrtazapin ausgelöst gewesen sein), bei 20mg war ich aber nicht zum aushalten getrieben und schlaflos. Auf welche Dosis soll ich denn dann sinnvollerweise hochgehen, wenn ich mich dafür entscheide
Das kann man leider pauschal nicht sagen, ich würde jedenfalls nicht über 10 mg dosieren, sondern tedenziell eher etwas darunter bleiben.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Montag, 12.11.12, 9:33

Hallo,
Das-kleine-Runde hat geschrieben:
Ich hatte den Nebel auch schon bei 10mg Fluoxetin (kann da aber auch vom Absetzen des MIrtazapin ausgelöst gewesen sein), bei 20mg war ich aber nicht zum aushalten getrieben und schlaflos. Auf welche Dosis soll ich denn dann sinnvollerweise hochgehen, wenn ich mich dafür entscheide
Das kann man leider pauschal nicht sagen, ich würde jedenfalls nicht über 10 mg dosieren, sondern tedenziell eher etwas darunter bleiben.
Also 8mg oder 5mg?

Zwei technische Dinge noch:

* Wäre es sinnvoll, diesen Thread in das Absetzforum zu verschieben, weil es hier ja wenig um persönliche Dinge geht?
* Hier steht:
Das Unterforum "Vorstellung" ist nur für Mitglieder einsehbar, sprich, man muß im ADFD registriert sein, um die Beiträge hier vollständig lesen zu können.
Da scheint ein Fehler zu sein, ich kann sie auch lesen, wenn ich nicht angemeldet bin, vorausgesetzt, ich habe den Link zum Thread, aber den findet man ja auch bei Google.

Gruß
Stadt am Meer
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Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Montag, 12.11.12, 9:47

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

die passende Dosis findet man heraus, indem man erstmal mit der Einnahme beginnt. So ein Stück mußt Du das auch selber handeln, denn Du fühlst, wie es Dir damit geht.
Nach Pausen und Problemen mit anderen Mitteln kann Dir kein Erfahrener die passende Dosis sagen, das ist zuviel verlangt.

Dein Thread steht längst im AD-Absetzunterforum, das geschieht automatisch. (siehe: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=12&t=6635)
...weiter unten im Text... :wink: ...

Liebe Grüße
Rundi :)

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Donnerstag, 29.11.12, 8:01

Hallo,

ich melde mich mal wieder.

In den letzten Wochen gab es ein Auf und Ab an folgenden Symptomen:

* Nebel im Kopf (bestehend aus: Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisproblemen, Derealisation, Depersonalisation)
* Kopfschmerzen
* Übelkeit
* Schwindel
* Schlafstörung
* sehr hohe Streßempfindlichkeit (da ist schon zu langes Spielen mit meinen Kindern ein Problem)
* Geräuschempfindlichkeit
* das Gefühl von Nadelstichen an verschiedenen Stellen des Körpers
* juckender Ausschlag an Brust und Rücken
* starke Ängste/depressive Gefühle
* starke Durchschlafstörungen

Das schlimmste davon ist der Nebel. Zum Glück ist sowohl die Stärke als auch die Zeitdauer pro Tag des Nebels sehr zurückgegangen. Dennoch bin ich jedesmal furchtbar verunsichert, wenn er kommt. Auch die Streßempfindlichkeit wird besser, je weniger ich über meine Grenzen gehe. Dafür ist aber sehr viel Einschränkung im Alltag hinzunehmen. Die Ängste und die Schlafstörungen sind leider schlimmer geworden.

Leider habe ich es (auch wegen der Ängste) bisher nicht geschafft, eine vernünftige Entscheidung für oder gegen die Wiedereinnahme einer geringeren Dosis zu treffen. Das hatte auch damit zu tun, daß ich zwischendurch aus der Tagesklinik entlassen wurde und mich nebenher auf die Suche nach einem Arzt gemacht habe, der das begleiten würde (auch was eventuelle daraus resultierende Probleme mit Schlaf o.a. angeht), meine Psychiaterin ist im Moment nicht da. Leider habe ich nur mit Ärzten gesprochen, die das Problem nicht ernstgenommen haben.

Am Montag könnte ist meine Ärztin wieder da.

Was aber ist sinnvoll?

Ich frage mich, ob nicht mein Körper inzwischen am Arbeiten ist, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen und man ihn mit Wiedereinnahme doch durcheinanderbringt. Ist es nach so langer Zeit überhaupt angeraten, noch über die Wiedereinnahme nachzudenken?

Oder macht das bei Fluoxetin wegen der langen Halbwertszeit nicht so viel aus, weil eh noch was im Körper ist?

Welche negativen Konsequenzen muß ich im schlimmsten Fall bei Wiedereinnahme erwarten?

Gruß
Stadt am Meer
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Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 29.11.12, 9:17

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

danke für das Update. :)
Das schlimmste davon ist der Nebel. Zum Glück ist sowohl die Stärke als auch die Zeitdauer pro Tag des Nebels sehr zurückgegangen. Dennoch bin ich jedesmal furchtbar verunsichert, wenn er kommt. Auch die Streßempfindlichkeit wird besser, je weniger ich über meine Grenzen gehe. Dafür ist aber sehr viel Einschränkung im Alltag hinzunehmen. Die Ängste und die Schlafstörungen sind leider schlimmer geworden.
Das klingt mehr danach, daß sich die Symptome ändern, anstatt nach einer echten Besserung.

Ich würde an Deiner Stelle einen Wiedereinnahmeversuch machen.
Erfahrungsgemäß sind ca. 6 Wochen Pause ein Zeitraum, der die Wiedereinnahme oft unmöglich macht.
Ich würde es an Deiner Stelle jedenfalls versuchen. Die Chancen, daß Du es klappt, stehen nicht schlecht.

Schlimmstenfalls verträgst Du Fluoxetin nicht mehr, ein Versuch, es wieder zu nehmen, ist jedenfalls das kleinere Übel.
Wenn sich die Absetzbeschwerden chronifizieren, kann man nichts mehr dagegen tun, falls Du jetzt schon extrem unverträglich reagieren solltest, dann läßt Du es weiterhin weg.

Aber bitte rechne damit, daß es ggfs. seine Zeit dauert, bis sich die Beschwerden legen, auch wenn Du mit der Einnahme wieder beginnst, bis Du wieder stabil bist kann auch einige Wochen dauern.

In Sachen Arzt - Leider wärst Du nicht der einzige, der keine Untersstützung findet und auf eigene Faust mit Hilfe anderer Btroffener seinen Weg gehen muß.

Daumen drücke. :)

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Beitrag von Stadt_am_Meer » Donnerstag, 29.11.12, 13:43

Hi,
Ich würde an Deiner Stelle einen Wiedereinnahmeversuch machen.
Danke für den klaren Rat. Das erfordert aber ganz schön viel Mut. Ich habe noch ein paar kleine Fragen:
Schlimmstenfalls verträgst Du Fluoxetin nicht mehr, ein Versuch, es wieder zu nehmen, ist jedenfalls das kleinere Übel.
1. Was heißt, ich vertrage es nicht mehr, woran merke ich das? (Auch, um es von weiter bestehenden Absetzerscheinungen unterscheiden zu können).

2. Die Tatsache, daß der Nebel (und auch der Schwindel) besser geworden sind, habe ich bisher so interpretiert, als würde mein Nervensystem sich langsam zu einem neuen Gleichgewicht hinarbeiten. Wenn ich es jetzt nochmal nehme, wird es dann nicht wieder gestört?

3. Wird das Gleichgewicht nicht massiv gestört, wenn ich das Fluoxetin jetzt noch einmal nehme und es dann wegen Unverträglichkeit wieder absetzen muß?

3. Dosis: Ich dachte daran, um meinen Körper zu schonen, vielleicht klein anzufangen, also zB 2.5mg und dann erst nach ein paar Tagen auf 5mg hochzugehen. Ist das sinnvoll oder Quatsch?

4. Ich hoffe sehr, daß die Nebenwirkungen bei einer niedrigeren Dosis geringer sind.

5. Würdest Du raten, am besten gleich morgen anzufangen oder ist es sinnvoller auf den Arzttermin am Montag zu warten (auch, um evtl. Verstärkung der Schlaflosigkeit abfangen zu können)?
Aber bitte rechne damit, daß es ggfs. seine Zeit dauert, bis sich die Beschwerden legen, auch wenn Du mit der Einnahme wieder beginnst, bis Du wieder stabil bist kann auch einige Wochen dauern.
Ok.
In Sachen Arzt - Leider wärst Du nicht der einzige, der keine Untersstützung findet und auf eigene Faust mit Hilfe anderer Btroffener seinen Weg gehen muß.
Ja. Das ist vor allem doof, weil es ja gar nicht so einfach ist, einfach einem Internetforum mehr zu trauen als einem Arzt (was nicht heißen soll, daß Ihr hier keine gute Arbeit leistet).

Gruß
Stadt am Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
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Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 29.11.12, 14:08

Hallo Stadt_am_Meer :) ,
1. Was heißt, ich vertrage es nicht mehr, woran merke ich das? (Auch, um es von weiter bestehenden Absetzerscheinungen unterscheiden zu können).
Ein Beispiel wäre eine paradoxe Reaktion.
2. Die Tatsache, daß der Nebel (und auch der Schwindel) besser geworden sind, habe ich bisher so interpretiert, als würde mein Nervensystem sich langsam zu einem neuen Gleichgewicht hinarbeiten. Wenn ich es jetzt nochmal nehme, wird es dann nicht wieder gestört?
Dazu hatte ich oben schon geantwortet. Die Symptome wechseln, da wird eines besser oder geht, andere kommen.
Das ist kein Zeichen für Geneseung.
3. Wird das Gleichgewicht nicht massiv gestört, wenn ich das Fluoxetin jetzt noch einmal nehme und es dann wegen Unverträglichkeit wieder absetzen muß?
Geh jetzt bitte nicht von Unverträglichkeit aus, das ist zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich.
Außerdem sollst Du Deinen Organismus nicht mit überhöhten Dosen konfrontieren, sodern auf die letzte stabile Dosis gehen.
5. Würdest Du raten, am besten gleich morgen anzufangen oder ist es sinnvoller auf den Arzttermin am Montag zu warten (auch, um evtl. Verstärkung der Schlaflosigkeit abfangen zu können)?
Ich würde nicht noch unnötig Zeit vergehen lassen, in der Hoffnung, einen der wenigen Ärzte, die sich mit dem Problem auskennen, zu treffen.

Du hast jetzt 4 Wochen Pause gemacht. Wenn Du lediglich harmlose Beschwerden gehabt hättest, ginge es Dir inzwischen gut.
Bitte schieb es nicht länger auf und nimm Fluoxetin wieder. Wenn Du noch lange wartest, klappt es ggfs. nicht mehr und Du mußt abwarten.
Bitte entschließ Dich für Schadensbegrenzung. :)
4. Ich hoffe sehr, daß die Nebenwirkungen bei einer niedrigeren Dosis geringer sind.
Das wünsche ich Dir :)

Alles Liebe
Rundi :hug:

Stadt_am_Meer
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Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Stadt_am_Meer » Donnerstag, 29.11.12, 14:22

Hi,
Ein Beispiel wäre eine paradoxe Reaktion.
Also verstärkte Angst? Genau das hatte ich ja, als ich es im Krankenhaus bekommen habe, allerdings bei 20mg.
Außerdem sollst Du Deinen Organismus nicht mit überhöhten Dosen konfrontieren, sodern auf die letzte stabile Dosis gehen.
Ja. Allerdings hatte ich ja bei 10mg unangenehme NW, würde es jetzt also mit 5mg probieren. Hast Du eine Meinung dazu, ob ich vielleicht erst langsam von 2.5mg hochgehen sollte oder nicht?
Du hast jetzt 4 Wochen Pause gemacht.
Sogar schon 5 Wochen.
Wenn Du lediglich harmlose Beschwerden gehabt hättest, ginge es Dir inzwischen gut.
Gilt das auch für Fluoxetin, das sich ja sehr langsam abbaut?
Bitte schieb es nicht länger auf und nimm Fluoxetin wieder. Wenn Du noch lange wartest, klappt es ggfs. nicht mehr und Du mußt abwarten.
Bitte entschließ Dich für Schadensbegrenzung.
Danke.
Stadt am Meer
Diagnose: Angsterkrankung, seit März 2012 Panikattacken
Medikation: vor Jahren wg. Depressionen Zoloft, ein anderes SSRI, dann Fluoxetin, später ausgeschlichen ohne Probleme >> Ende Juli 2012 Mirtazapin 30 mg >> 30.8.2012 Mirtazapin 15mg, 31.8. Fluoxetin 10mg, 4.9. Fluoxetin 20mg, 18.9. Fluoxetin 10 mg wegen starker Getriebenheit und Schlaflosigkeit
Zusätzlich: Tavor 1mg bei Bedarf, August 2012; Atosil bei Bedarf und wg. Schlafproblemen, September, Oktober 2012
Absetzverlauf: 27.9. Mirtazapin 15mg => 0mg, 25.10. Fluoxetin 10mg => 0mg

Das-kleine-Runde

Re: Fluoxetin/Mirtazapin

Beitrag von Das-kleine-Runde » Donnerstag, 29.11.12, 14:39

Hallo Stadt_am_Meer :) ,

bitte verusch Dich von den Überlegungen, was schief gehen kann, ein bißchen zu lösen, ich will auch gar nicht so sehr ins Detail dabei gehen, um nicht zuletzt noch etwas zu triggern.
Ja. Allerdings hatte ich ja bei 10mg unangenehme NW, würde es jetzt also mit 5mg probieren. Hast Du eine Meinung dazu, ob ich vielleicht erst langsam von 2.5mg hochgehen sollte oder nicht?
Du kannst zur Sicherheit einen kleinen Brösel versuchen, dann tastest Du Dich an die passende Dosis.
Sogar schon 5 Wochen.
Gilt das auch für Fluoxetin, das sich ja sehr langsam abbaut?
Hmm, schon. Ich hatte selber Fluoxetin.

Alles Liebe
Rundi :hug:

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