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Mirtazapin, Cipralex und die Antwort meines Psychiaters

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
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Schimmelreiter
Beiträge: 2
Registriert: Sonntag, 16.12.12, 8:51

Mirtazapin, Cipralex und die Antwort meines Psychiaters

Beitrag von Schimmelreiter » Sonntag, 16.12.12, 10:42

Hei liebe Forum-User.

Im April 2012 hatte ich nachdem ich den Job gewechselt hatte ploetzlich Panikattacken und eine Angststoerung. Hab mich lange gegen Antidepressiva gewaehrt aber dann irgendwann das Gefuehl gehabt es geht nicht mehr ohne da ich zusaetzlich Zwangsgedanken hatte. Habe nebenbei eine Therapie begonnen.

Habe im Juni dann Remergil erhalten um besser schlafen zu koennen. Die Wirkung setzte nie ein. Auch mit 30 mg konnte ich nicht schlafen. Habe dann zusaetzlich Cipralex 20 mg erhalten. Seitdem geht es mir einigermassen besser aber super ist es immer noch nicht.

Habe meinen Psychologen im Oktober gesagt, dass ich nochmal mit dem Psychiater reden will weil ploetzliche tiefe Verzweiflungsmomente immer noch da sind. Hab vom Psychiater als Antwort bekommen, dass mein Serotinspiegel im Blut super ist. Tja nachdem ich jetzt ueber 2 Monate versucht habe einen Termin beim Psychiater zu bekommen habe ich nach etlichem Bitten und Flehen endlich zum Mittwoch einen bekommen.

Nun aber zu meiner Frage: ich nehme 30 mg Remergil aber habe nicht das Gefuehl, dass es hilft. Soll es laut Arzt aber weiternehmen. Wiege mittlerweile 30 kilo mehr und habe gestern nur 15 mg genommen. Wie lange soll ich diese Dosis halten und wann kann ich mehr senken?

Sorry wenn es zuviel Text ist.

Habt noch einen schoenen 3. Advent
Remergil seit Juni 2012 30 mg
Cipralex seit Juli 2012 20 mg
Krankheiten: Angststoerung, Zwangsgedanken und Depression
NW: Schwindel, Angstattacken, enorme Gewichtszunahme, Angespanntheit

Das-kleine-Runde

Re: Antidepressiva und die Antwort meines Psychiaters

Beitrag von Das-kleine-Runde » Sonntag, 16.12.12, 12:21

Hallo Schimmelreiter :) ,

herzlich willkommen. :)

Es ist allein die eigene Entscheidung, AD zu nehmen oder nicht.
In meinen Augen sind AD das letzte Mittel der Wahl, da sie nichts heilen, sondern nur Krücken sind, bestenfalls aber einige Risiken an NW und Absetzbeschwerden mit sich bringen bei nicht so großem Vorsprung gegenüber Placebo.

Wenn Du erst mit einer Therapie begonnen hast, hättest Du besser vielleicht noch weitergemacht und gesehen, welche Erfolge sich einstellen.
Im April 2012 hatte ich nachdem ich den Job gewechselt hatte ploetzlich Panikattacken und eine Angststoerung.
Falls Dein Job der auslösende Faktor ist, wäre es sinnvoll, nach einer Alternative zu suchen oder in die Aufgabe hineinzuwachsen.

Anstatt einer Dauerbehandlung mit AD hättest Du erst einen Versuch mit einer Bedarfsmediaktion machen können.
Um zu schlafen, gibt es außerdem pflanzliche Dinge wie Baldrian, außerdem hilft auch Sport, Entspannungsübungen, Yoga, autogenes Training.

AD werden gerne überschätz:

Prinzipiell haben AD gegenüber PLacebo nur einen Vorsprung von 20%, nur bei schwerer Depression, das kann man nicht nur in paharmakritischen Quellen finden, sondern auch in konservativen.

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... ert#p52637
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... ert#p46678

Seriöserweise muß man zu den diversen Stoffwechseltheorien sagen, daß es Theorien sind, liest man in einem Fachbuch weiter, findet man heraus, daß es viele verscheiden Depressionsmodelle gibt und keines bewiesen ist.
Also ist die Vereinafchung des Problems auf das Thema Serotonin, das Deine Ärztin anbringt, einfach nur vom Pharmarefenbrenten übernommmenens Werbegerede, nicht weiter.
http://www.adfd.org/wissen/Depressionen ... _Gehirn%3F

Hmmm, schade, daß Du Dich jetzt erst meldest, am einfachsten ist immer zu raten, bevor mit der Einnahme begonnen wird.
Jetzt stehst Du mit zwei AD die Absetzbeschwerden verursachen können und wenig Wirkung da.
Nun aber zu meiner Frage: ich nehme 30 mg Remergil aber habe nicht das Gefuehl, dass es hilft. Soll es laut Arzt aber weiternehmen. Wiege mittlerweile 30 kilo mehr und habe gestern nur 15 mg genommen. Wie lange soll ich diese Dosis halten und wann kann ich mehr senken?
Jeder erwachsene Mensch, der nicht unter Betreuung im medizinischen Bereich steht, kann selbstredend selber entscheiden, ob er AD nimmt oder wieder absetzt.
Daß es Behandler gibt, die einen Menschen mit emotionalen Problemen per se für unmündig halten und und Vorschriften zu machen versuchen, ändert daran nichts.
Ausnahmen wären lediglich Eigen- oder Fremdgefährdung.

Um Mirtazapin abzusetzen, gehe aber bitte vorsichtig vor. Da es Dein erster Absetzversuch ist, weißt Du nicht, ob Du empfindlich reagierst oder nicht.
Die Faustregel lauetet 10% der ursprünglichen Dosis im Monat zu reduzieren. Dazu kann man ggfs. ein Flüssigpräparat benutzen.

Man beginnt jedenfalls mit einer 10%-Reduktion und wartet ein paar Wochen, um zu sehen, wie es klappt, wenn man keine Probleme bekommt, kann man evtl. flotter abdosieren, wenn man arge Probleme bekommt, muß man langsamer reduzieren.

Ich würde auf keinen Fall im ersten Schritt von 30 mg auf 15 mg abdosieren, das ist riskant und kann Absetzbeschwerden provozieren.

Hier findest Du Basiswissen zum Thema: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6456

Liebe Grüße
Rundi :hug:

Schimmelreiter
Beiträge: 2
Registriert: Sonntag, 16.12.12, 8:51

Re: Mirtazapin, Cipralex und die Antwort meines Psychiaters

Beitrag von Schimmelreiter » Sonntag, 16.12.12, 12:43

Danke fuer die Antwort


Die Therapie setze ich derzeit noch fort. Ich habe mit der Therapie Ende September angefangen aber ich fuehle nicht, dass ich weitergekommen bin. Der Therapeut will auf meine Beziehungen eingehen, da ich in meiner Kindheit zum Teil sehr wenige Emotionen gezeigt habe und viele Probleme in mich reingefressen habe. Also Streit der Eltern mitbekommen und dann nichts davon richtig verarbeitet.

Ich werde versuchen heute abend 27 mg zu nehmen. Allerdings fuehle ich mich heute deutlich besser mit 15 mg als gestern aber ich vermute, dass das nur ein Gefuehl ist und habe, glaub ich, davon schon gehoert, dass man erstmal denkt, dass es zunaechst problemlos wirkt.

Die Ursache fuer die Depression ist Einsamkeit. Die Angststoerung und die Einsamkeitsproblematik machen die Hauptprobleme aus. Und dann halt noch die Zwangsgedanken.

Die Aussagen des Psychiaters waren zum teil laecherlich. Er meinte, dass mit ein wenig Sport mein Zustand wieder besser werden wuerde. Da ich aber mittlerweile 4 mal pro Woche Sport mache (Fitnessstudio und Schwimmen) und trotzdem noch Tiefen habe habe ich nicht das Gefuehl, dass eine Besserung nur durch Sport erreicht werden kann.

Was vielleicht auch noch interessant zu erwaehnen ist: Ich hatte schon immer mit Glaskoerperflocken Probleme aber ich habe das Gefuehl, dass durch die Antidepressiva , und da spreche ich vor allem von Remergil, die Problematik zugenommen hat. Was das ist: [http://de.wikipedia.org/wiki/Mouches_volantes][/http://de.wikipedia.org/wiki/Mouches_volantes]

LG David
Remergil seit Juni 2012 30 mg
Cipralex seit Juli 2012 20 mg
Krankheiten: Angststoerung, Zwangsgedanken und Depression
NW: Schwindel, Angstattacken, enorme Gewichtszunahme, Angespanntheit

Das-kleine-Runde

Re: Mirtazapin, Cipralex und die Antwort meines Psychiaters

Beitrag von Das-kleine-Runde » Sonntag, 16.12.12, 13:12

Lieber David :) ,

Therapie ist natürlich ein langfristiger Prozeß und hängt stark davon ab, ob eine passendes Therapeuten-Klienten-Team zusammengefunden hat.
Du kannst gerne in meinem Thread oder im PT-Thread meinen Weg verfolgen.
Ich werde versuchen heute abend 27 mg zu nehmen. Allerdings fuehle ich mich heute deutlich besser mit 15 mg als gestern aber ich vermute, dass das nur ein Gefuehl ist und habe, glaub ich, davon schon gehoert, dass man erstmal denkt, dass es zunaechst problemlos wirkt.
Bitte Vorsicht! Absetzbeschwerden terten gerne zeitverzögert auf. Es gibt zwar einige Betroffene, die bereits auf eine ausgefallene Dosis reagieren, aber häufig bemerkt man das Dielmma erst nach einiger Zeit. Deswegen lieber Geduld, als sich eine Eigentor schießen.
Die Ursache fuer die Depression ist Einsamkeit. Die Angststoerung und die Einsamkeitsproblematik machen die Hauptprobleme aus. Und dann halt noch die Zwangsgedanken.
Ok, Du kennst die Ursachen, dann weißt Du, woran Du arbeiten mußt und wo Du Dir selber gutes tun kannst.
Alte Muster auflösen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend leben, macht allermeistens Pillen überflüssig.

Liebe Grüße
Rundi :hug:

PS: Bitte erstelle Deine Signatur (siehe auch:http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=7428)

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