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Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Timi88
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Timi88 » Donnerstag, 19.04.18, 12:46

Hallo zusammen,

auch ich möchte wieder ein Update nach Null geben: Mittlerweile sind es schon 4 Monate her nachdem ich nichts mehr nehme und spüre wieder einen enormen positiven Effekt meines Körpers. Ich schlafe mittlerweile tief und fest durch...keine Alpträume , kein Erwachen mit Panik oder Ängsten..und Unruhe kenne ich nicht mehr...

Ich bin wieder zu 95% der alte...die Lebensqualität hat sich stark gebessert!!!! Gehe sehr viel wandern, bin positiv und strahle die pure Lebensfreude aus...SO WIE ES SICH GEHÖRT :-)

Bitte haltet irgendwie durch, einfach für den Moment das tun was man für richtig hält und auf den Körper hören. Dein Körper stabilisiert sich von ganz allein...es braucht eben seine Zeit...

Ich habe nicht an eine annähernde Heilung geglaubt...und wo bin ich MITTENDRIN genauso wie IHR ALLE :fly:

Ihr könnt mich auch gerne jederzeit anschreiben und ich teile euch meine Erfahrung mit Mirta.

LG
Timi

Edit: hier ist der thread von Timi viewtopic.php?f=18&t=13655
Zuletzt geändert von padma am Donnerstag, 19.04.18, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
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Februar 2017 - Ende Mai 2017 = 7,5 mg Mirtazapin aufgrund Ängste und Schlaflosigkeit (Diagnose Burnout)
Juni 2017= 0 mg (kalt abgesetzt, laut Psychiater können kleine Dosen abgesetzt werden)
Nach 2 Wochen haben sich dann Absetzsymptome eingeschlichen (Schwindel, Benommenheit, Ängste vor allem Panikattacken, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit)
08.07.2017 - 24.08.2017 = mehrere Dosisschwankungen teilweise bis zu 15mg (wegen Paradoxer Wirkung vor allem Benommenheit und PA sowie starke Ängste , deshalb wieder ausgeschlichen - je niedriger ich gegangen bin, desto besser ging es mir) am Ende bei 0,003 mg ausgeschlichen

seit 25.08.2017 bei 0 mg = daraufhin erneut Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Ängste (vor allem morgens), Schlaf ist einigermaßen besser geworden

16.09.2017= 0,006mg
20.11.2017= 0,006mg (Welle mit Unruhe und Schwindel, Schlaf fast normalisiert...Erfolg durch Kurkuma und Omega 3)
11.12.2017=0,006mg (Welle/Fenster)
24.12.2017=0,0000000mg :fly:
18:01.2018= Weniger Wellen, mehr Fenster: Super tiefer Schlaf, weniger bis gar keine Kopfschmerzen, Schwindel nur bei Stress und Müdigkeit, gute Konzentrationsfähigkeit, keine Ängste, keine nervosität, ein wenig erschöpft (ES WIRD BESSER)
20.03.= Nun sind es fast 3 Monate nach NULL und ich fühle mich wunderbar...Wellen seltener und nur an Wochenenden...Ablenkung hilft...ich werde wieder :sports:
19.04.2018= 4 Monate nach Null...kaum spürbare Wellen, nur noch bei wenig Schlaf und Stress...aber Wellen sehr minimal und aushaltbar... :D
18.05.2018= Ich hatte vor 2 Wochen eine Leistenbruch-OP und hatte eine Vollnarkose (Propofol) erhalten...kleiner Rückfall...aber es geht wieder vorwärts...
20.06.2018=Psyche in Ordnung, kaum Beschwerden ABER weiterhin hin und wieder Schwindel und Kopfrausch...an einer HIT liegen.

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 19.04.18, 17:18

hallo Timi, :)

herzlichen Dank für dieses mutmachende update. :D
Ich bin wieder zu 95% der alte...die Lebensqualität hat sich stark gebessert!!!! Gehe sehr viel wandern, bin positiv und strahle die pure Lebensfreude aus..
Das ist wunderbar. :party2:

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 20.04.18, 18:01

Sheol´s Frau :) hat Citalopram abgesetzt :party2: :party2: :party2:
viewtopic.php?p=242665#p242665

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Samstag, 21.04.18, 9:43

Hallo chris!

Du hast deinen eigenen Thread und diesen Beitrag dort gestellt. viewtopic.php?t=14884

Bitte warte dort auf antworten und poste nicht das gleiche an verschiedenen stellen. Danke!

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 23.04.18, 17:40

hallo zusammen :) ,

hier ein positiver Bericht von Taramtamtam :) 1 Jahr nach 0
Hallo ihr Lieben,

nach nun langer Zeit wollte ich mal berichten, was passiert ist:

Es war ca. Mitte Februar diesen Jahres, da fing es wie aus dem nichts an meiner Freundin jeden Tag besser zu gehen. Diese schlimmen Zustände von Schwindel, Migräne, Übelkeit etc. haben sich immer weiter zurückgezogen!!! Soweit, dass sie mittlerweile wieder Auto fährt, Einkaufen geht, mit unserem Sohn spielt etc. und sogar soweit, dass sie mal abends mit Freunden ausgehen konnte.

Es gibt zwar immer noch Tage, an denen die "Kopfsymptome" stark sind, aber nun bleiben sie meist nur wenige Stunden bzw. 1-2 Tage. Die Missempfindungen sind zwar leider nie ganz weg, aber - Gott sei Dank - kein Vergleich zu der Zeit, in der ich mich an dieses Forum gewand habe. Natürlich ist auch immer noch eine gewisse Angst da, dass es nie ganz aufhören wird und so richtig "auf den Körper verlassen" geht auch noch nicht, aber wir haben zumindest wieder ein einigermaßen normales Leben.
Jetzt, wo das Wetter endlich schön ist hatten wir auch Freunde zum Grillabend da oder verabreden uns mit anderen Eltern usw.

Auch ich selbst kann immer öfters das Haus verlassen um meinen Hobbies nachzugehen und weiß, dass meine Freundin sich gut um unseren Sohn kümmern kann, mit ihm spielt, isst, ließt, lacht und ihn abends ins Bett bringt. Das ist schon etwas sehr besonderes nach so einer langen Zeit des extremen Leidens!!!

Ich hoffe natürlich auch, dass wir damit dem Ein oder Anderen Mut machen können und wollte an dieser Stelle noch mal von ganzem Herzen "DANKE" sagen!!!
viewtopic.php?p=242776#p242776
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Dienstag, 01.05.18, 22:35

hallo zusammen, :)

hier sehr mutmachende Ausschnitte eines Berichtes von Siggi :) , einer Langzeitbetroffenen (9 Jahre im Entzug, viertes Jahr nach 0)

Ich hatte immer wieder vor zu berichten, nachdem ich nun schon im 9. Jahr mit meinem Entzugsschlamassel -
meinen Medikamenten - und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten , den Ängsten, Unruhe, Panik, Schlafstörungen,körperlichen Schmerzen , und Vielem mehr, rummache ....
aber, jedesmal wenn ich positive Ansätze spürte, diese mitteilen wollte, kamen erneute Schicksalsschläge dazu.

Aber....abgesehen von all den zusätzlichen "Schlägen", bin ich seit ca. 6 Wochen voller Demut und Dankbarkeit,
dass meine Tage durchaus positiv und relativ gut verlaufen.
D.h. meine Ernährung ist weitaus variabler, ich kann sogar sagen, sie beinhaltet seit Wochen fast alles was
dem geschundenen Körper gut tut, und entstandene Mängel etwas ausgleicht!

Meine körperliche Beweglichkeit, trotz Schmerzen, ist fast wieder ganz zurückgekehrt, und ich absolviere schon seit
vielen Monaten meine über 100 km Fahrradstrecken pro Woche.

Irgendwie bekomme ich auch wieder mehr Vertrauen in mein Dasein, mein Umfeld, mein Tun und Handeln.
Ich traue mir auch wieder mehr "Konsequenz und Aushaltung" zu... d.h. ich kann besser verkraften, wenn ich merke, aus welchem Grund auch immer, auf Ablehnung stoße, ohne daran "zugrunde" zu gehen...
Fazit:
Ich glaube nun ernsthaft die schwerste und schlimmste Zeit meines protrahierten Entzugs überstanden zu haben...
und das macht einfach nur f r o h :party2: :party2:

Nachdem mein Leidensweg nun schon soo lange währte, fast ohne jegliches Fenster, verließ mich sehr oft die Hoffnung
auf jegliche Besserung..
Mit diesen Zeilen möchte ich Denjenigen, die hoffnungslos und verzweifelt sind , und glauben nie mehr
Licht am Horizont zu erblicken, Mut und Kraft geben, daran zu glauben, dass alles seine Stunde und seine Zeit hat
und man versuchen soll mit "Geduld das Gras alleine wachsen zu lassen", ohne meinen zu müssen,
daran zu ziehen, damit es schneller wächst!
Ihr Lieben, euch allen, die noch einen langen Weg vor sich haben, möchte ich von Herzen, Geduld, Hoffnung,
Glaube und Frieden wünschen.
In lieber Verbundenheit mit all unserer kleinen wertvollen Familie
grüße ich euch herzlichst :group: :group:
Siggi :hug:
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von gouvion » Freitag, 04.05.18, 14:19

Liebes Forum

Heute ist es an der Zeit, sich Zeit zu nehmen! Für Euch, liebes Forum. Ich möchte Euch verkünden. ICH BIN GESUND! Ich habe meinen Langzeit-Entzug überstanden. Ich möchte Euch allen Mut machen: Es geht vorüber, sei es noch so schlimm. Frieden und Ruhe kehrt wieder ein. Glaubt daran und gibt nie, nie, nie auf. Ich habe es selber erfahren. Ich habe gelitten wie Jesus am Kreuz, ich war verzweifelt, verloren, keine Hoffnung mehr. Doch ich habe gekämpft, ich ging trotzdem zur Arbeit. Und heute bin ich gesund.

Gerne erzähle ich Euch kurz meine Geschichte. Meinen Leidens-Thread findet Ihr hier:
viewtopic.php?f=18&t=9755&p=172158&hili ... on#p172158

Mein herzlichster Dank geht an das Moderations-Team, insbesondere auch an Murmeline und Padma.

Alles begang nach einer Trennung von meiner Freundin, dann Jobwechsel, ungelöste Probleme aus der Kindheit. Nach sechs Monate heftigsten körperlichen Beschwerden bekam ich vom Hausarzt eine Überweisung zum Psychiater. Diagnose: Mittelschwere Depression. Mir wurde eine intensive Psychotherapie verordnet und täglich 10 mg Cipralex. Dies habe ich dann eingenommen: erster Fehler; 10 mg auf einmal. Die ersten Tage merkte ich nichts. Nach einer Woche viel ich in das tiefste Loch, in das Mann fallen kann. Suizidgedanken (kannte ich in der Depression nicht), heftigste Ängste. Nach drei Wochen - welch Wunder - setzte die gegenteilige Gefühlslage ein. Plötzlich waren all meine körperlichen Beschwerden weg. Es ging mir super, super gut. Ich erholte mich langsam, nahm aber unter Cipralex 10 Kilogramm zu und hatte sexuelle Schwierigkeiten (Ereketion). Also nichts wie weg mit dem Zeug.
Nach 9 Monaten Einnahme entschied ich mich, die Chemie auszuschleichen. Mein Hausarzt meinte, zwei Monate Ausschleichen genügen und ich könne einen Tag eine Tablette nehmen, den anderen Tag darauf verzichten. Dank dem Forum habe ich dies nicht gemacht und nicht zwei Monate ausgeschlichen, sondern drei (meine Entscheidung - Forum hat mir abgeraten so schnell Auszuschleichen). Doch auch dies war viel zu schnell. UND DANN fing die Hölle erst an (viel schlimmer als die Depression):

- 01. April 2015: 0 mg Cipralex
- bis 30. April 2015: vier Wochen massivsten Schwindel und Schlafstörungen
- nach vier Wochen war der Schwindel weg, die Schlafstörungen blieben massiv. Dazu kamen heftigste Gähnattacken (ca. 20. Minuten am Stück mit Schmerzen im Kiefer) und Angstzustände und Depersonalisierung
- 31. August 2015: nach 5 Monaten erste Besserung der Schlafstörung nach 10 Tagen Ferien, restliche Symptome blieben
- Mitte November 2015: nach einer Fasten- und Saunawoche erster GROSSER Heilungs-Schub (Rückgang Gähnattacken & Depersonalisierung). Schlafstörungen noch immer massiv (10 mal Erwachen / Nacht; kein Tiefschlaf)
- Ende März 2016: zweiter grosser Heilungsschub nach einem Jahr (Rückgang Depersonalisierung, Gähnen fast weg, besserer Schlaf). Achtung neues Symptom: extreme Gereiztheit, Angstzustände, unbegründetes Herzklopfen in der Nacht)
- Ende September 2016: 90 % Heilung. Keine Gähnattacken mehr, Angstzustände und Nervosität weg. Schlaf zu 99 % wiedergekehrt.
- Heilung im Feb./März 2017. Seit dann symptom-frei.
(Gliederschmerzen im 2017 hatte andere Ursachen, die man gefunden hat)!

Mein Entzug dauerte als total fast zwei Jahre. Erste richtiger Heilungsschub nach 9 Monaten, zweiter grosser Schub nach einem Jahr. Dritter Schub nach 1.5 Jahren. Heilung nach 2 Jahren.

Das schwierigste im ganzen Entzug war der Glaube daran, dass dies alles durch die Medikamente verursacht wurde. Ich dachte immer, ich sei nun chronisch psychisch krank. DOCH das war falsch. Es waren die Medikamente. Dank dem Forum habe ich mir das immer wieder eingeredet. Es war richtig. Ich bin gesund. Auch die Wellen waren typisch. Ein paar Tage gut, ein paar Tage schlecht. Und die Intervalle wurden mit der Zeit grösser. Auch das wird hier beobachtet und es stimmt zu 100 %. Plötzlich sind es nicht mehr Tage, die gut sind, sondern Wochen und Monate. Und irgendwann kommt die Heilung. Auch bei Euch. Warum sollte Euer Gehirn anders sein? Alles ist eins. Glaubt daran und gebt nie auf.

Meldet Euch bei Fragen. Gerne helfe ich Euch und berichte von meinen Erfahrungen. Glaubt an EURE Selbstheilungskraft. Es ist möglich!

Alles Liebe

Was mir im Entzug geholfen hat:
- Ruhe, Ruhe, Ruhe
- Auf sich hören und seinen Bedürfnissen kompromisslos nachgehen
- Schwimmen / Sport
- Fischöl und Magnesium
- Glaube an Heilung
- Strukturierter Tagesablauf, einfache Arbeit ohne Stress
- Gute Freunde, um darüber zu reden
- Guter Therapeut
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20.02.15 - 31.03.15: 2.5 mg Ciprlaex
seit 01.04.2015 auf 0mg

Absetzsymptome: Schlaflosigkeit, extremes Gähnen, teilweise starke Nervosität, generalisierte Ängste

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 04.05.18, 17:41

hallo Gouvion, :)

ich freue mich so sehr, dass du wieder gesund bist. :party2:

Herzlichen Dank für deinen mutmachenden Bericht. Diese Heilungsbericht sind so wichtig.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute,
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von gouvion » Freitag, 04.05.18, 18:08

Danke Euch allen. Ohne Euer Wissen und Euren Rat hätte ich das nicht geschafft.
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 17.05.18, 18:18

hallo :) ,

Svenja hat erfolgreich Mirtazapin abgesetzt
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liebe Grüsse,
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Freitag, 01.06.18, 13:21

Black Hannah :) berichtet ein Jahr nach null
Black-Hannah hat geschrieben:
Freitag, 01.06.18, 13:12
Hallo ihr Lieben. :)

Ich hatte gestern quasi Jahrestag. Am 31.05.2017 war nämlich der erste Tag nach 7 Jahren an dem ich keine Antidepressiva mehr eingenommen habe und wenn ich dieses Forum und die vielen nützlichen Infos nicht gefunden hätte, ich bin mir nicht sicher, ob ich mich dann auch seit einem Jahr als Medikamenten-frei bezeichnen könnte.

Es ist für mich immer noch ein merkwürdiges Gefühl tatsächlich schon ein Jahr ohne Venlafaxin zu sein.

Natürlich hab ich mir das auch anders vorgestellt. Das ich durch einen langen kalten Entzug gehen würde, konnte ich vor einem Jahr noch nicht ahnen.
Ich dachte, nach ein paar Wochen (schlimmsten falls auch 3 Monate, so wie im Beipackzettel verwiesen) sei ich mit den Absetzerscheinungen durch und mein Körper hätte sich reguliert.

Nun ja, es kam ja doch anders.

Aber immerhin kann ich jetzt mittlerweile sagen, ich bin mit dem Schlimmsten durch. Unfassbar, dies nach einem Jahr nach Absetzen der Medikamente endlich vorsichtig behaupten zu können.

Es ist zwar noch nicht alles fit und im Lot. Im Großen und Ganzen hat sich mein Zustand nicht verändert seit dem letzten Update vom April und der Status quo stagniert zur Zeit, aber immerhin ist es auch nicht wieder schlimmer geworden. Das sehe ich doch als sehr positiv an. :)

Es gibt Wochen in denen sich wenig Fenster einstellen möchten und wenn vorhanden nur kurz, sonst ist ein eher Wellen-artiger Zustand vorhanden. Die Woche darauf ist es meist wieder umgekehrt. Einige und lang anhaltende Fenster und wenn vorhanden nur kurze Wellen-Symptome.

Die letzte Mai-Woche verlief bspw. recht positiv. Wenige und leichte körperliche Symptome vlt. psychisch leicht niedergeschlagen und die Wärme macht mir etwas zu schaffen. Aber da bin ich nicht die einzige, die sich in meiner Region endlich eine Abkühlung in Form eines Gewitters herbeisehnt. Die Woche davor hingegen, hatte ich häufiger Schwindel, gelegentliche leichte Muskelzuckungen und fühlte mich allg. oft müde.

Da auch meine Konzentration-und Gedächtnisleistung wieder zugenommen hat, gelingt es mir jetzt auch nach und nach wieder besser mich zB. einem Sachbuch zu widmen (Woher vermutlich auch die leichte Resignation stammt, wenn man Bücher über Massentierhaltung und Klimawandel liest, ist das auch nicht verwunderlich…). :roll: :whistle:

Auch da muss ich erst wieder ein für mich gesundes Maß finden, Interesse und Wissensdurst hin oder her, auf meine Psyche-Hygiene muss auch geachtet werden.

Ich möchte noch mal ausdrücklich dem Forum danken. Wie oben schon angemerkt, haben mich die vielen bereitgestellten Infos und Erfahrungen zu Psychopharmaka und Co. wirklich davor bewahrt wieder zu AD zu greifen. Ich vermute mal, ich hätte das Rezept vom Psychiater Anfang März während meiner schlimmen depressiven Phase, evtl. tatsächlich angenommen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es dann mit mir weiter gegangen wäre…

Zum Glück war ich zu diesem Zeitpunkt schon auf das Forum aufmerksam geworden, und wusste, dass die AD nicht heilen sondern bestenfalls deckeln. Und das ich auch nicht wirklich „krank“, sondern wohl eindeutig im Entzug bin.

Jetzt hab ich schon ein Jahr ohne ADs geschafft. :party2: Dieses Jahr hatte es sich wirklich in sich, es war anstrengend und ich musste durch so einige tiefe Täler hindurch. Bin nun aber froh, dass tatsächlich seit einiger Zeit ein Aufwärtstrend zu verzeichnen ist.

Ich wünsche euch alles Gute und baldige Besserung.
Ihr kämpft alle so tapfer, gebt nicht auf! :) :sports:

Alles Liebe und viele Grüße
Hannah
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Montag, 11.06.18, 12:22

Kessi :) gibt ein Update
Kessi hat geschrieben:
Montag, 11.06.18, 11:46
Hallo ihr Lieben,
nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Seit 8 Monaten auf 0 und mir geht's weiterhin gut!! Allerdings gibt es auch manchmal Tage, da kämpfe ich mit bleiernen Gliedern, Kreislauf (extrem niedriger Blutdruck) und es "kriecht" mich wieder ein altbekanntes und verhasstes Gefühl der ängstlichen Unruhe an. Da denke ich dann aber gezielt an die Hinweise hier im Forum, dass es noch Monate nach 0 "ruckelige" Phasen geben kann. Nehme dann bedarfsmäßig Passionsblume, die mir ja schon früher so gut geholfen hat und mache mich nicht verrückt, da diese Tage erfahrungsgemäß wieder enden. Leider ist das Schlafen auch immernoch problematisch.

TROTZDEM kann ich sagen, ich fühle mich gesund (habe auch seit Januar bewusst über 20 KG abgenommen) und bin jeden Tag froh und dankbar darüber, dass ich völlig ohne Medikamente (gut) leben kann.

Euch allen hier - besonders den Mods - von ganzem Herzen alles Gute. Danke, dass ihr Euch so kompetent, liebevoll und unermüdlich um die immer größere Schar der Hilfesuchenden kümmert.
Ich werde wieder berichten, wie es nach 1 Jahr bei mir aussieht.
HERZLICHST Eure Kessi
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Maus 66 » Dienstag, 12.06.18, 17:58

Hallo Ihr,
ich wollte nur sagen, dass ich seit über 4 Monaten mit Pregabalin auf 0 bin und habe keine Entzugserscheinugen mehr dadurch..:D
Juhuuuuuuuu, jetzt ist nur noch Opi dran..;-)
LG Maus
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Aktuelle Medikation:
Aspirin Effect 500mg 1x wöchentlich
Bei Bedarf: Zolpidem 5mg, höchstens 1 x im Monat..zur Zeit ca 3x im Monat.....abgesetzt seit 12.5.2017!
Opipramol: seit 5.12.2016.. 0mg..seit dem 25.3. wieder 50-0-0-75... seit Ende März wieder 125mg..0-25-0-100!
Thyroxin 88mg 1-0-0-0, seit ca 3 Wochen nur noch 75mg....seit 12.5.2017 100mg!
Seit 17.1.2016 Natürliches Progesteron: 0-0-0-200mg oral, seit 3 Wochen Blähbauch und Magen Darm Probleme..
früher 100mg vaginal alle 14 Tage....seit Mai, 100mg vaginal
Transdermales Pflaster Estradot: 50mg..seit 2 Wochen 37,5mg...seit 1 Woche wieder auf 50mg!
Bei Bedarf 10mg Promethazin..abgesetzt
Seit 20.6. 2017!!
Opipramol: 0-50-0-100
Lyrica: 0-0-0-75
Seit 1.8. 2017!
Opipramol: 0-25-0-100
Lyrica:0-0-0-50mg
Seit 5.11. 2017:
Opipramol: 0-12,5-0-75
Seit 1.9.2017
Lyrica: 0-0-0-25
Thyroxin:100-0-0-0
Progesteron oral:
0-0-0-200mg
Estradiol50 transdermal
2x wöchentlich
Seit 3.12.2017
20mg Lyrica Lösung
Seit 5.12.2017
Opipramol:
6,25-0-0-75
Lyrica Lösung 20mg/1ml
Seit 26.1.18
0,4mg
Seit 3.2.2018
Opipramol
0-0-0 75mg
Seit 26.2.18
Pregabalin : 0
Seit 1.5.2018
Opipramol
0-0-0-68,75mg
Seit 1.7.2018
0-0-0-60mg

Irrtum
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Irrtum » Samstag, 23.06.18, 10:45

Ich dachte mir ich schreibe noch mal ein halbes Jahr nachdem ich das Mittel Escitalopram erfolgreich abgesetzt habe, da mir seit ca. 2 Monaten diverse Dinge aufgefallen sind:

- Bestimmte Medikamente, die auf das ZNS wirken (z. B. Muskel-Entspannungsmedikamente, die über das ZNS laufen), wirken heftig und unangenehmst, inkl. Kreislaufschwierigkeiten, Blutdrucksenkung, Pulsrasen, Übelkeit etc. Das hatte ich vor der SSRI-Einnahme nicht. Ebenfalls betroffen ist Melatonin, was ich selten zum Schlafen genommen habe. Inzwischen lasse ich die Finger von ZNS Medikamenten, weil mein Körper anders darauf reagiert. Auch insgesamt habe ich das Gefühl, dass Medikamente und teils Nahrungsergänzungsmittel anders wirken und kurzzeitiges Unwohlsein herbeiführen.
- Schwindel: Es kommt vor, dass ich mich manchmal eine halbe Stunde wie benommen fühle. Für wenige Minuten fühle ich mich wie auf einem Schiff, das sich im leichten Wellengang bewegt. Unschön! Kommt aber meist nur vor, wenn ich Schlafmangel oder lange Arbeitstage hatte.
- Brainzaps (?): Ca. 2 Mal im Monat bin ich in Phasen der Entspannung für einen Bruchteil von einer Sekunde "weg". Es tut nicht weh aber ich bin in dieser halben Sekunde geistig weggetreten und dann sofort wieder "bei mir". Während ich ausgeschlichen hatte, hatte ich ein ähnliches Symptom, aber das war eher ein Aufleuchten vor den Augen. Ich hoffe, dass es weniger wird.

Ansonsten: Gedankenkreise erkenne ich frühzeitig und stoppe sie ziemlich erfolgreich. Regelmäßiger Sport ist unverzichtbar. Anstrengung und leichter Muskelkater führt auch dazu, dass man seinen Körper besser wahr nimmt und stolz auf das Erreichte ist. Ich mag Sport jetzt nicht sonderlich, aber das Gefühl danach unter der Dusche ist unbezahlbar. Vor wirkt es bei mir ausgleichend :D

Würde ich SSRI noch mal nehmen oder empfehlen? Eher nein. :?
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12.10.2017: 25mg Sertralin; nur drei Tage genommen aufgrund heftiger Kopfschmerzen und Weggetreten-Seins.
17.10.2017: Umstellung auf Escitalopram: 1 Tropfen pro Tag gesteigert.
25.10.2017: Stopp bei 8 Tropfen
Ab 27.10.2017: Reduktion auf 7 Tropfen wegen starkem Schwitzen
Ab Anfang November: Panik, Unruhe, hoher Puls, schlaflose Nächte mit Bewegungsdrang; Trimipramin als Schlafhilfe hilft mit 5 Tropfen nicht und gleichzeitig komme ich mit Trimipramin am nächsten Morgen nicht aus dem Bett. Fast schon paradox.
14.11.2017: Escitalopram aufgrund immer schlimmer werdenden Nebenwirkungen abgesetzt.
16.11.2017: Einmalige Einnahme von 2 Tropfen; leichtes Schwitzen; Körper scheint sich gegen Medikament zu wehren
15.-17.11.2017: Angenehmes Wohlbefinden. Glücklich. Innere Bestätigung, das Medikament komplett abzusetzen
18.11.2017: nach 10 km joggen komme ich in meine Wohnung und bekomme aus dem heiterem Himmel einen Schwindelanfall. Mir wird übel und mein Kreislauf fährt komplett runter, sodass ich mich hinlegen muss. In zeitlichen Abständen von 45 Minuten nehme ich jeweils einen Tropfen. Nach drei Tropfen stabilisiert sich der Körper. Leichter Schwindel bleibt.
19.11.2017: leichte innere Unruhe und erhöhter Pulsschlag. Starke Konzentrationsschwierigkeiten seit gestern. Weggetreten-Sein immer noch vorhanden. Aber nur noch leichte Übelkeit. Reduktion der Dosis auf einen Tropfen pro Tag für die nächsten Tage bis sich der Körper stabilisiert hat.
20./21.11.2017: Körper ist stabil. Lediglich kleine Sehstörungen 1-2 Mal am Tag (Aufflashen einer hellen ovalen Form für eine Viertelsekunde)
23.11.2017: Sehstörungen weg. Leichtes Kälte-Empfinden. 9 km Laufen mit etwas verminderter Leistungsfähigkeit.
25.11.2017: Reduktion auf 0,9 mg mit Wasserlösmethode. Keine Vorkommnisse
26.11.2017: Reduktion auf 0,8 mg. Nach 1h leichtes "Kaltschwitzen". 10 km Joggen. Fühle mich gut und ausgeglichen.
27.11.2017: Reduktion auf 0,7 mg.
28.11.2017: Beibehaltung 0,7 mg. Leichtes Unwohlsein nach 9 km Joggen.
29.11.2017: Reduktion auf 0,6 mg.
30.11.2017: Reduktion auf 0,5 mg.
01.12.2017: Reduktion auf 0,4 mg.
02.12.2017: Verschnaufpause bei 0,4 mg.
03.12.2017: Reduktion auf 0,3 mg.
06.12.2017: Reduktion auf 0,2 mg.
07.12.2017: Reduktion auf 0,1 mg.
08.12.2017: Letztmalige Einnahme von Escitalopram (0,1 mg)
09.12.2017: Escitalopram abgesetzt. Fühle mich nicht so gut und versuche es, über‘s Wochenende dennoch durchzuziehen. Habe mir 3 Tage Sportverbot erteilt.
15.12.2017: Jetzt auch kein Trimipramin mehr. Reduktion von 1 auf 0 Tropfen ohne Schwierigkeiten. Testen von Lasea als pflanzliche Alternative zur Beruhigung.

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Dienstag, 24.07.18, 18:00

hallo zusammen, :)

eine Erfolgsmeldung von MPK 9 Monaten nach 0
Halli hallo. Monate zogen ins Land und ich wollte mich noch mal melden.

Nach Oktober 2017 (Null der Opipramol) ist alles wieder ok. GANZ unglaublich selten KANN es mal sein, dass ich was spüre - ist aber ein Witz.
Gewicht: 3kg runter - hat auch erst spät angefangen.
All das kann ich wieder machen, seit ich auf Null bin. Es hat zwar gedauert, bis ich die letzten Symptome los war, aber sie sind weg. Ich bin fitter, schneller, stärker - nicht wie damals - aber das wollte ich auch nicht. Das Gewicht geht langsam runter, ca. 500gr pro Monat. Und das ist auch gut so.

An alle, die mir geholfen haben und die sich so viel Mühe mit den Guides geben: danke. KEIN Arzt, keine Psychologen - nein, selbst betroffene haben geholfen.

Ich behaupte es weiterhin: jeder kann den Mist loswerden. Es ist nur eine lange Reise, ein Marathon und es hilft, sich Ziele zu setzen.
Niemals aufgeben!

*drück*
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 32#p260332
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Flummi » Sonntag, 29.07.18, 15:10

Hallo,

mein Mann ist nach einem halben Jahr Reduktion von 1800 mg Lithium (Quilonium retard) nun seit einer Woche auf NULL.

LIebe Grüße,
Claudia

Edit von padma: hier der link zum thread https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=14265
Zuletzt geändert von padma am Montag, 30.07.18, 18:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 09.08.18, 15:17

LenaLenas Zwischenbericht
LenaLena hat geschrieben:
Donnerstag, 09.08.18, 15:03
EIN JAHR ENTZUG nach Null GESCHAFFT! :party2:

Heute vor einem Jahr war mein erster Tag ohne AD!

Wenn ich auf dieses absolute Horrorjahr zurückblicke … möchte ich es einfach nur vergessen. Dennoch sehe ich Fortschritt, wenn ich Vergleiche ziehe. Es wird definitiv besser, ich bin auf einem guten Weg. Ich habe mein Ziel, auch in größter Verzweiflung keine Antidepressiva mehr anzurühren und auch keine anderen Psychopharmaka, eingehalten. Ich habe alle Medikamente vermieden, die ich vermeiden konnte und ernähre mich sehr gesund, bewusst und histaminarm.

Die Monate 5-8 waren mit Abstand die schlimmsten, das kann ich nicht in Worte fassen. Mein Körper hat mich gefoltert, mein Kopf mir Wahn vorgespielt. Mein Nervenkostüm war so dünn, dass es bei jedem Benachrichtigungston des Handys riss. Es war richtig "nackt" :shock:
Ich war so überreizt, dass ich mit Sonnenbrille herumlaufen musste und nicht einmal für 2 Minuten ein Telefonat führen konnte. Den Fernseher musste ich häufig auf stumm oder gänzlich ausschalten. Ich habe 99,9% der Zeit in der Wohnung verbracht.
Wenn ich das vergleiche, hat sich so vieles verbessert. Ich hatte am Wochenende zum zweiten Mal eine Freundin zu Besuch, die auch hier geschlafen hat, und ich konnte mich ganze Tage unterhalten und das wegstecken, auch wenn mich alle paar Stunden eine fast tödliche Müdigkeit überkam, die eine Überreizung anzeigte. Aber: Ich habe mich immer wieder (recht schnell) davon erholt.

Ich bin mittlerweile nach über 6 Monaten die ersten Male wieder Auto gefahren und war manchmal draußen, war einkaufen und spazieren. Diese ständigen Angstzustände und Panikattacken vom Beginn, die ich immer bei Überforderung (also Überreizung) bekam - zB im Supermarkt wegen der vielen optischen Reize oder der vielen Menschen, oder auf der Straße wegen der vielen Fußgänger (Großstadt), sind nach 7-8 Monaten komplett abgeflaut. So gut wie nie mehr spüre ich diese furchtbare entzugsausgelöste Angst, schon gar nicht Panik. Was auch bedeutend weniger geworden ist, sind die "Kopfsymptome" - Schwindel, Brain Fog, Neben-mir-stehen, Verwirrtheit, Konzentrations- und Denkstörungen. Diese innere starke Getriebenheit und Unruhe, die ich monatelang fast pausenlos gespürt habe (eines der folterndsten Gefühle, die es gibt!!), ist mit kleinen Ausnahmen verschwunden und hat einer inneren Gelassenheit Platz gemacht.

Viel raus kann ich noch immer nicht, weil mein Nervensystem noch sehr angegriffen ist (auch in Fenstern) und nicht viel wegsteckt. An manchen Tagen geht es, an anderen kämpfe ich stark oder es ist gar nicht möglich.

In den Fenstern geht es mir wirklich schon zufriedenstellend und so viel besser als die meiste Zeit im Entzug. Wenn ich auch noch lange nicht dieselbe bin wie vorher. Ich bin oft noch schwach, habe einen wackligen Kreislauf und einen etwas wirren Kopf, neben anderen kleinen wechselnden Symptomen. Aber meine Energie reicht wieder, um den Haushalt recht locker zu bewältigen und zeitweise auch mehr (aussortieren, langsam auch Kisten packen für den Umzug).
In den Wellen geht es mir immer noch sehr übel. Dafür, dass schon ein ganzes Jahr vorbei ist, frustriert mich das oft noch ziemlich.

Da ich öfter erwähnt habe, dass ich definitiv Traumen aus dem Entzug davongetragen habe (allem voran aus Situationen, wo diese starke und lange Panik mich überschwemmt hat, bis ich dachte, ich drehe komplett durch, z.B. ganz zu Beginn des Entzugs mitten beim Auto fahren…), arbeite ich nun mit dem Buch von Klaus Bernhardt daran, dass sich das nicht im Denken festsetzt. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht wieder hinkriege, nachdem ich vorher schon in der Therapie meine Ängste so toll überwunden hatte! :sports:

Eigentlich war ich immer sehr positiv eingestellt, aber in letzter Zeit war ich, je näher die Jahresmarke rückte, zunehmend frustriert über meinen immer noch schlechten Zustand, besonders in Wellen. Sorry dafür… :?
Ich musste mich eine Zeitlang damit auseinandersetzen und an den Gedanken gewöhnen, dass es noch bedeutend länger dauern wird, bis ich wieder gesund bin. Realistisch betrachtet ist es ein jahrelanger langsamer Prozess, bis diese "Verletzung" im Gehirn geheilt ist, da bin ich wohl keine Ausnahme. Leider :D

Zum Glück haben mich viele sehr ermutigt und mich wieder sehen lassen, dass ich auf einem guten Weg bin, der Fortschritte zeigt. Danke dafür <3
Ein Jahr liegt hinter mir, und ich werde diesen Weg genauso weitergehen und auch weiterhin heilen, bis ich wieder gesund bin!
Ich glaube an die Selbstheilungskräfte des Körper und an die Neuroplastizität des Gehirns :sports:

LG Lena
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Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 13.08.18, 17:13

Bine :) hat Paroxetin erfolgreich abgesetzt:
Hallo ihr Lieben

Habe mich ja schon ewig nicht mehr gemeldet. Hatte eine ganze Zeit kein Internet, da ich es mir durch die damalige Arbeitslosigkeit erstmal nicht mehr leisten konnte, was auch u.a durch meinen damaligen Partner verschuldet wurde, ja mittleweile schon lange Ex-Feund.
Habe eigentlich den Thread über erfolgreiches Absetzen gesucht,yep, habe es geschafft! Lebe wieder ganz normal! Schon ca 8 Monate komplett frei vom Paroxetin,keine fiesen Absetzerscheinugen mehr, von denen ich ja reichlich hatte x( und ich nie gedacht hätte ,dass ich wieder ganz normal werde. Aber nach 'nem knappen Jahr, war es wieder alles normal,natürlich nicht von heut auf morgen, aber stück für stück. Gehe wieder arbeiten, ich schlafe wieder normal, sogar sehr gut :) wache ganz normal auf, drehe mich auch gerne mal wieder entspannt um noch 5min länger zu dösen, ach,machen wir's kurz..
ICH LEBE WIEDER! :D
Und das habe ich natürlich auch dank eurer Unterstützung geschafft! Nochmal eine ganz liebes Danke und auch nochmal ein liebes danke an die, mit denen ich aufbauende chatgespräche hatte, denke die ich meine,können sich erinnern, danke :) Hoffe den andern geht es auch schon besser?! Werde mich gleich hier ma durch die Threads lesen..

LG
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 87#p264487
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Muryell » Montag, 13.08.18, 18:04

Danke, liebe Bine.

Danke, liebe Padma, fürs Posten hier.

Liebe Grüße

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