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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Nospie

Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Nospie » Dienstag, 02.09.14, 17:46

 ! Nachricht von: ADFD-TEAM
Dieser Thread ist gedacht als Rückzugsbereich für diejenigen, die schon lange an einem Entzugssyndrom leiden, um hier Kraft, Hoffnung und auch persönliches Leid zu teilen. Dieser Thread ist nicht dazu gedacht, um Diskussionen um allgemeine Heilungsaussichten zu führen.
Hallo :) ,
erst mal: Gut,dass es dieses Forum und fähige Helfer gibt :!:

Trotzdem komme ich mir als Langzeitbetroffener, ohne Möglichkeit noch irgendwas wieder aufzudosieren,
da ich ja schon bald 2 Jahre auf Null bin,sehr einsam vor.
Es gibt halt NICHTS was ich tun könnte,außer mich mit anderen Langzeitbetroffenen auszutauschen und auszuhalten und zu warten.....
Manche Langzeitbetroffenen müssen deckeln,weil die Symptome unerträglich sind (Schlaflosigkeit,Horrorpanik usw,usf....).

Wer ist hier noch im protrahierten Entzug ?Mir fällt ein: Drops,carlotta,bettie,monalinde,schneeflöckchen,coldine,curlytitus,rosalinchen,mrs.columbo usw,
mir fallen nicht alle ein .
Vielleicht könnte man auch Infos über SSRI- Langzeitentzug verlinken,falls man welche findet.

Je länger das dauert,umso weniger kann ich mit "normalen" Menschen über den Entzug reden,ich will es auch nicht mehr.
Die halten mich für bescheuert.
Und immer die Angst,dass da was zurückbleibt :wacko: ,nicht immer,aber doch oft genug.......
Ich habe Symptome ,die sich schon teilweise über 16 Monate halten (mit Schwankungen),da kann einen schon die Verzweiflung packen.
Wie geht es euch :?:

Aber egal,wir schaffen das :sports: ,
KEIN ENTZUG DAUERT EWIG :!:
LG
Nospie
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Grund: Titel geändert, Mod-Nachricht eingefügt

Quirk
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Quirk » Mittwoch, 03.09.14, 0:22

Hallo zusammen,

ich wollte nur nochmal den Langzeitbetroffenen ein wenig Hoffnung machen. Bei mir ging der "akute Entzug" bis ca. zum Ende des dritten Jahres, auch wenn es mir zwischendurch immer mal wieder für einige Wochen besser ging. Meine Symptome veränderten sich mit der Zeit teilweise stark: Neue kamen, alte gingen oder kamen plötzlich wieder. Das alles ist also "normal". Grundsätzlich geht es mir jetzt, am Anfang des 6. Jahres, wieder so gut, dass ich ohne große Einschränkungen normal leben kann.

Zudem sei noch gesagt, dass meiner Erfahrung nach nur die wenigsten derart lange mit Nachwirkungen zu tun haben.

Viel Kraft für diese schwere Zeit und eine baldig einsetzende Genesung!
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2008: 2-3 Monate Mirtazapin, unorthodox ausgeschlichen, keine Probleme
Ende August 2009: 4 Tage je 10mg Cipralex, gestoppt aufgrund starker Magen/Darm Probleme
2 Wochen später starke Absetzsymptome, dann Wellen und Fenster, aktuer "Entzug" hielt ca. 3 Jahre an, danach wurde es immer besser, noch nicht 100% genesen, aber normales Leben ist wieder möglich

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 03.09.14, 11:02

Hallo,
hier nochmal der Link zu einem Video zum Genesungsprozess.
Mir hilft das Anschauen immer sehr(wenn mich mal wieder die Verzweiflung packt).
Ist zwar auf englisch,aber ich schaue immer nur den ersten Teil,den versteht jeder.
Mir geht es anschließend besser.
Also Leute :) ,es gibt Licht am Ende des Tunnels :!:

http://survivingantidepressants.org/ind ... entry83648
Jetzt kann ich nur wieder die Luft anhalten,ob mein "Verlinke" geklappt hat....... :wink:
LG
Nospie

carriecat
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carriecat » Mittwoch, 03.09.14, 12:05

Hallo,

ich bin jetzt quasi im vierten Jahr, weil ich Ende August 2011 meine letzte Pille genommen hab...ab Oktober ging dann der Leidensweg los.

Tja, ich hab auch manchmal das Gefühl es geht gar nicht mehr weg. Klar, es ist immer stetig besser geworden. Aber immer noch nicht wie vorher, ich muss immer noch aufpassen was ich esse, kriege manchmal keine Luft usw. Ist doch alles nicht mehr normal :(
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Liebe Grüße,
Anja
____________________________________________________________________
Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.


Monalinde
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Monalinde » Mittwoch, 03.09.14, 12:37

Hallo, ich bin Langzeitbetroffene.
Ich habe Antidepressiva von 2005 bis 2012 eingenommen. Der Entzug dauert immer noch an. Es ist manchmal zum verzweifeln, weil immer wieder neue Symptome auftauchen und nicht weichen wollen.
Manchmal weiss ich wirklich nicht mehr ein noch aus. Dann ist eine Nachricht, wie die von Quirk wirklich ein kleiner Lichtblick.
Ich möchte nicht schreiben um zu jammern, sondern mich wirklich mit Betroffenen austauschen .Es wäre schön, wenn wir " mehr "werden würden.
Ich glaube ich schreibe jetzt einmal von meinen Symptomen, von denen die nicht mehr da sind und von denen die sich neu hinzugesellt haben Ich hatte schon so viele Symptome, hoffe, sie fallen mir noch alle ein.
Also:
Vorbei sind:
Schwindel, Albträume, Schlafstörungen, Grübelzwang, Endlosschleifen bei Ohrwürmern, Angstszustände haben sich gebessert, Ohnmachtsanfälle, Nasenbluten, Histaminunverträglichkeit weitgehendst

Vorhanden sind:
Hautjucken und rote Striemen auf der Haut, Neben- und Kiefernhöhlenentzündung, mal verstopfte und dann laufende Nase mit Atemnot, seit ca. drei Monaten.
(Diagnose vom HNO, Hausstaubmilbenallergie,ich vermute, dass ich durch die Antidepressiva einfach dafür sensibilisiert worden bin, ich nehme zur Zeit Antihistaminika und versuche, die Wohnung milbensicherer zu machen. Ich habe während meines ganzen Berufslebens mit Aktenstaub zu tun gehabt, aber keine Reaktion gezeigt. Der HNO meint, einmal ist es eben das erste Mal, aber daran kann ich nicht so recht glauben.

Saures und vermehrtes Aufstoßen, auch Atemnot was jetzt zu einer Speiseröhrenentzündung geführt hat, die auch behandelt wird mit Protonenpumpenhemmern.
Ich bin mir über die Problematik der Protonenpumpenhemmer im Klaren. Ich versuche sehr säurearm , d.h. basisch zu essen, und kleinere Mahlzeiten zu mir zu nehmen.

Besonders belastend ist diese wässrige Schleim im Hals,seit ca. drei Monaten der sowohl von der Allergie als auch von der Speiseröhrenentzündung oder auch von einem überregten vegetaiven Nervensystem kommen kann, wie bei den Pawlowschen Hunden. Wer weiss das schon! Ich bin Stammkundin beim Urologen wegen immer wieder kehrender Blasenentzündungen und beim Physiotherapeuten wegen Schulterverspannungen.

Ich bemühe mich trotz allem, nach vorn zu schauen und nicht die Nerven zu verlieren, denn ich muss ja auch noch für meine Familie, die selbst gesundheitlich angeschlagen ist, da sein. Da ich im Ruhestand bin, kann ich es mir erlauben, Pausen zu machen und mich auszuruhen. An Urlaub oder ähnliches ist nicht zu denken. Aber es geht mit der Zeit immer mehr, aber eben nur ganz langsam. Die paar Stunden, in denen es mir fast normal geht, versuche ich zu genießen.

Oft habe ich auch Zweifel, ob das alles noch mit Entzug zu tun hat, aber wenn ich von euren ähnlichen Beschwerden lese, sehe ich doch einen gewissen Zusammenhang.

Ich bin sehr froh, dass Jamie diesen Thread zugelassen hat, und hoffe, dass er sich gut weiterentwickeln wird.

Alles Liebe, Mona

Ach, und den Tinnitus muss ich noch hinzufügen, welcher während der Antidepressivaeinnahme gekommen ist und mich nun jeden zweiten Tag ständig begleitet. Ich versuche, mich daran zu gewöhnen, aber das nur mit mäßigem Erfolg.
Zuletzt geändert von Monalinde am Donnerstag, 04.09.14, 9:08, insgesamt 1-mal geändert.
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padmaedgarSiggiJamieschneefloeckchenInge2
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis
Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
2013: Zahlreiche Symptome:

( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018: N i c h t mehr vorhanden: Reflux, saures Aufstoßen, Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel

Kevin05

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 03.09.14, 14:23

Hallo,

das ist zwar so wie ich es verstehe ein Beitrag für Langzeitbetroffene die Antidepressiva abgesetzt haben und noch immer unter diversen Symptomen leiden, aber ich möchte mich kurz zumindest einbringen und sagen, dass es für mich schon erstaunlich ist, wie sehr sich die Symptome beim Absetzen oder nach dem Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinnen oft gleichen.

Ich finde auch Beiträge, die Betroffene schreiben, die sagen es gibt ein Ende der Symptome noch in diesem Leben sehr hilfreich und wertvoll, ich hoffe auch, dass es noch mehr werden, weil jeder positive Beitrag auch wirklich jedem hier hilft, dass er oder sie die Hoffnung nicht aufgibt und ich kann nur sagen, dass ich die verschiedendsten Erfahrungen gemacht habe, hier im Forum waren eher selten Erfolgsbeiträge dabei und in der Wirklichkeit kenne ich hauptsächlich Positivbeispiele, die eben viele Jahre ADs nehmen und gut zurecht kommen, wie es aussehen würde, wenn sie absetzen kann ich nicht sagen.

Ich denke der Faktor wie die Perspektiven aussehen hängt wirklich stark damit zusammen wie lange man bestimmte Substanzen genommen hat, das gilt für ADs wie auch Benzos, je länger desto länger auch der Heilungsprozess, wobei man bei einigen auch berücksichtigen muss, dass es Grunderkrankungen gibt und gab und alleine daraus entstehen ja auch Symptome, weil Angst sich ja auch sehr oft in körperlichen Schmerzen manifestiert.

Wenn ich mich mit Sozialarbeitern unterhalte, die sehr viel mit Menschen mit psychischen Problemen zu tun haben (die auch Medikamente nehmen oder nahmen) und diese wirklich sehr umfassend betreuen, auch bei der Erledigung von Behördengängen oder anderen Sachen hin bis zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess bekomme ich immer wieder positive Signale, dass sie es zurückschaffen ins normale Leben, eben wieder arbeiten können, belastbar werden und wie gesagt ein relativ normales Leben leben. Was mir aber dabei immer dazu gesagt wird ist, dass dies wirklich auch bei ihnen kein Prozess von Monaten ist sondern von Jahren und ich glaube dass das wirklich der Punkt ist, es ist möglich wie jemand hier schon geschrieben hat, aber das man vielleicht eben einige Jahre braucht bis man relativ gut wieder da steht und diese Geduld und Kraft aufzubringen ist natürlich nicht immer einfach, weil ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man schon oft sehr verzweifelt.

Ich schreibe oft über den Glauben an die Gesundung, aber wenn ich ganz ehrlich bin, wenn ich meinen eigenen Fall ansehe, schließe ich nicht aus, dass es vielleicht mein Leben lang so sein wird, ich werde und würde mich freuen, wenn ich mich irre, aber es ist beides möglich eine Verbesserung oder ein Gleichbleiben, hoffentlich keine Verschlechterung. Was ich aber auch als Feedback schon immer wieder bekommen habe von denen, die wirklich Erfahrung haben, ist, dass es eben wirklich darum geht die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen und zu glauben, man wird ein komplett anderer Menschen, es gilt einfach einen anderen Zugang zu seiner eigenen Problematik zu finden.

Wobei ich bleibe dabei, man kann keine generelle Aussage tätigen, die Möglichkeiten sind sehr breit gefächert über den Verlauf unserer Versuche gesünder zu werden. Kevin

drops68
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Mittwoch, 03.09.14, 14:54

Hallo,

da bin ich bis jetzt ja wohl die "jüngste" im Sinne von erst seit August 2013 ohne alles. Naja, Okt. 2013 nochmal ein 4wöchiger Versuch, mit Tav*r das Schlimmste abzumildern, was ja auch nicht geklappt hat. Rechnet man die Zeit noch dazu, dann sind es ja gerade 10 Monate ohne.

Symptome sind zwar besser als am Anfang, aber von gut bin ich meilenweit entfernt. Symptome sind wie bei vielen von Euch auch: Schwindel, Sehstörungen, Unruhe, Histaminunverträglichkeit, inneres Zittern, schlechter Schlaf, Heulattacken, massive Nacken-/Wirbelsäulenprobleme...

Es ist schon belastend, dass einem keiner glaubt. Und dass kaum einer damit umgehen kann und sich fast alle zurückgezogen haben. Gerade jetzt, wo man eigentlich "normale" Menschen gut um sich haben könnte.

Freue mich, dass es diesen Thread jetzt gibt. Man muss wohl nur darauf achten, dass man sich nicht verrückt machen lässt. Wenn ich lese, dass Ihr im 2, 3, 4... Jahre seid - horror
Aber wahrscheinlich muss ich denken: "Juhu, schon 1 Jahr ohne den ganzen Mist - den Rest schaffe ich auch noch!!!"

Auf jeden Fall war und bin ich froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein. Gab mir immer die Kraft, durchzuhalten.

LG drops
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padmaedgarSiggiJamieschneefloeckchen
seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
ab 19.08. alles auf 0
Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 03.09.14, 18:41

Hallo :group: ,
Monalinde hat geschrieben: Schwindel, Albträume, Schlafstörungen, Grübelzwang, Endlosschleifen bei Ohrwürmern, Angstszustände haben sich gebessert, Ohnmachtsanfälle, Nasenbluten, Histaminunverträglichkeit weitgehendst
Na,das klingt doch schon mal gut!
Monalinde hat geschrieben:Ich bin Stammkundin beim Urologen wegen immer wieder kehrender Blasenentzündungen
Auszug aus einer umfangreichen Symptomliste AD/Benzoentzug:
Blasenprobleme: Frequenz, Infektionen der Harnwege, teilweise oder vollständige Inkontinenz, Blasenüberempfindlichkeit, Dysurie
Da haben noch mehr mit zu kämpfen (ich auch :x ),ich knabber schon den ganzen Tag Petersilie,soll vorbeugend wirken.Komme mir schon vor wie ein Hase :wink: .
Merrettich (jeden Tag eine fingerdicke Scheibe) soll auch vorbeugend sein,wirkt antibakteriell.
Was gibt dir der Urologe denn?
Ich denke mal,dass unser Imunsystem angeschlagen ist.Ich frag`mich manchmal:Was ist da eigentlich nicht angeschlagen?
Man neigt auch vermehrt zu Entzündungen,zB Zahnfleischentzündung.......
Unverträglichkeiten werden wir wohl noch ne Weile mit uns rumschleppen,aber ich bin da zuversichtlich,dass es sich wieder einpendelt :!:
drops68 hat geschrieben:Aber wahrscheinlich muss ich denken: "Juhu, schon 1 Jahr ohne den ganzen Mist - den Rest schaffe ich auch noch!!!"
So sollte man das sehen,das ist schon mal geschafft ! :hug:

Ich bin irre geräuschempfindlich geworden und werde richtig agressiv,kennt ihr das auch?
LG
Nospie

>Miriam<
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von >Miriam< » Mittwoch, 03.09.14, 19:10

Hallo, auf was bezieht sich denn "langzeitbetroffen"? Auf eine lange Zeit der Symptome nach 0 mg oder auf eine lange Zeit der AD-Einnahme?
Oh weh, ich nEhm Paroxetin schon seit 2001 und komm davon nicht bzw. nur sehr langsam (noch langsamer als ne Schnecke) weg (wegen der üblen Absetzsymptome). Bin anscheinend noch empfindlicher als empfindlich :evil:

Bin ich dann also auch langzeitbetroffen?

Gruß
Miriam
Depression, generalisierte Angststörung, bipolare Störung
Medikation: 2001 - 2003 Lithium und Trimipramin; Insidon war auch mal dabei
Paroxateinnahme seit 2001
Paroxat 2001 bis 2003 60 mg
2003 bis 2007 40 mg, keine Absetzsymptome
2007 bis 2011 20 mg, keine Absetzsymptome!
November 2011 bis Januar 2012 18 mg
Januar 2012 bis Februar 2012 17 mg
Februar bis April 2012 15 mg
April bis September 2012 13,5 mg
September 2012 bis Januar 2013 11,7 mg
Januar bis Februar 2013 10,8 mg
Februar bis März 10 mg Bis hierhin wenig Absetzsymptome
Im April intensiver Rückschlag mit allen Formen der Entzugserscheinungen. Daher Erhöhung im April für 2 Tage auf 15mg (zu viel erhöht, schlimme Nebenwirkungen) und dann wieder für 4 Tage auf 12,5 mg
16.04.13 13,4 mg
Seit 17.04.13 wieder 12,5 mg
02.05.13: Nach kurzer Verbesserung wieder Rückschlag (Welle)
Seit 02.05.13 11,7 mg Warten auf Stabilisierung
Seit 10.05.13 10,8 mg
10.06.13 - 10.07. Ein Auf und Ab...
Seit 10.07.13 wieder viel besser, 19.09.13: immernoch bei 10,8 mg.
21.11.13: 10 mg. Paar Tage schlimme Absetzsymptome - auch bei nur 0,8 mg! Hurra, ich bin auf 10 mg!!!
19. - 21.07.14: Umstieg auf Suspension 10 mg. Nicht vertragen.
Ab 22.07.14 wieder Tablette 10 mg. Mir gings ein paar Wochen schlecht nach dem gescheiterten Umstellungsversuch, dann bis Jan. 2015 zwei üble Wellen. Im Allgemeinen aber schon stabil mit den 10 mg.
Mai 2015: Hänge immernoch bei den 10 mg! :(
Weiss noch nicht, wie ich weiter absetzen soll, da die Tabletten nicht mehr teilbar sind und ich die Suspension nicht vertrage :(
Februar 2016: Immernoch 10 mg. Ich hänge da irgendwie fest
Januar 2018: Immernoch 10 mg.

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 03.09.14, 19:32

Hallo Miriam :) ,
also erst mal:Keine Angst.
Langzeitbetroffene sind für mich Leute im protrahierten Entzug.
Menschen die nach Null noch nach längerer Zeit sogenannte "Absetzsymptome" haben.
Ich denke man kann von einem protrahierten Entzug sprechen,wenn man nach ca 6 Monaten noch Probleme hat....... :( .
LG
Nospie

Monalinde
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Monalinde » Mittwoch, 03.09.14, 19:43

Miriam, kluge Frage. Ich habe es so verstanden, für die Zeit nach O. Andersherum wird aber auch ein Schuh draus, schätze ich mal.

Nospie, ja, das mit der Inkontinenz kommt mir auch bekannt vor. Ich bin fast zu Tode darüber erschrocken, aber es ist Gott sei Dank wieder weg. Der Uro hat mir jetzt Östrogene verschrieben um die Blasenschleimhaut aufzubauen, anschließend, wenn er das Ergebnis von der Bakterienstammbestimmung hat, wird er gezielt mit Antibiotika behandeln. Anders geht es wohl nicht. Aber ich bin froh, dass es nichts Schlimmeres war, bei meinem Glück.
Mit der Hyperakusis hatte ich auch sehr lange zu kämpfen. Besonders unsere Heizungsanlage im Haus hat mich wirklich sehr gestört. Das ist nun besser geworden und ich hoffe, dass es so bleibt,

Nospie, ich denke Du bist eine Frau, aber ich glaube, Du bist ein Mann. Was stimmt nun?

Herzlichst, Mona
2005 bis 2010 Einnahme von Remergil 7,5 mg und Trevilor bis zu 37,5 mg, ich habe in diesem Rahmen manchmal erhöht und reduziert
2010 bis 2012 Trevilor 37,5 mg ausschließlich,
Dezember 2012 auf Null abgesetzt, ausschleichend alle drei Wochen 10 Prozent der ursprünglichen Dosis
Diagnose: Depression und Angststörung

Seit Dezembe 2012 im protahierten Entzug.
2013: Zahlreiche Symptome:

( Tinnitus 2011) , Speiseröhrenentzündung, Reflux, Schleim im Hals saures Aufstoßen seit 2014,
Albträume, Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Hautausschläge, Angstzustände,
Gelenkschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Zwangsgedanken, Ohrwürmer, Neuroemotionen, Durchfälle)

2018: N i c h t mehr vorhanden: Reflux, saures Aufstoßen, Hautausschläge, Gelenkschmerzen, Schüttelfrost , Schwindel

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 03.09.14, 21:06

Hallo Mona :) ,
Monalinde hat geschrieben: Nospie, ich denke Du bist eine Frau, aber ich glaube, Du bist ein Mann. Was stimmt nun?
Also lüfte ich mal das "Geheimnis":Ich bin eine Frau :o :D .
Ich hatte mich hier als Mann angemeldet ,aus einem Gefühl raus,auch aus Sicherheitsgründen,wollte halt wenig preisgeben.
Habe ja nicht geahnt dass es so ein Rattenschwanz wird.Einige aus dem Forum wissen es aber schon länger.
Monalinde hat geschrieben:Der Uro hat mir jetzt Östrogene verschrieben
Ja,das kenne ich auch,bei mir hat das allerdings die Vulvodynie(bekam ich im Anschluß an die Blasenentzündung) erst richtig angefeuert,
da leide ich noch heute drunter,ich habe mich da mal schlau gemacht.Das kommt vom ZNS und hat auch was mit Histaminintoleranz zu tun.
Und schon schließt sich der Kreis wieder.
Das habe ich jetzt genau ein Jahr :!: Jeden Tag :vomit: ,mit dem Ende des Entzugs wird es wohl hoffentlich auch weg sein.
Vulvodynie brauche ich natürlich auch noch :cry: .
LG
Nospie

edgar
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von edgar » Mittwoch, 03.09.14, 22:16

Hallo liebe Langzeitbetroffene, :D

ich möchte Euch hier im Namen aller Moderatoren und Admins sagen, dass Eure Beiträge mehr als herzlich Willkommen sind. :D

Mehr noch: Wir möchten alle Langzeitbetroffenen dazu einladen, Euch an diesem Thread zu beteiligen. Eure Erfahrungen und Rückmeldungen sind von unschätzbarem Wert - in mehrfacher Hinsicht:

- um für Euch einen eigenen Raum zu haben
- um Euch gegenseitig Trost spenden zu können
- um auf die Problematik der Langzeitentzüge aufmerksam zu machen, weil dies immer noch ein weitgehend unterschätztes und oft gar nicht erkanntes oder negiertes Problem ist

Vielen Dank an Dich, liebe Nadja, :) dass Du diesen Thread eröffnet hast.

Aus meiner Literatur- bzw. Internet-Recherche über die SSRI (schließt SNRI mit ein )kann ich noch berichten, dass zwei Phasen von Entzügen
beschrieben werden:

1. Entzüge, die sofort oder nach wenigen Tagen nach Null einsetzen und bis zu 6 Wochen anhalten.

2. Entzüge, die erst nach 6 Wochen auf Null beginnen und die man protrahierte Entzugs- oder Absetzsymptome nennt und die über Jahre anhalten können.

Leider gibt es so gut wie keine Literatur darüber.

Liebe Grüße an Euch und alles Gute :hug: :group:
edgar
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Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

carriecat
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von carriecat » Donnerstag, 04.09.14, 7:47

Nospie hat geschrieben: Das habe ich jetzt genau ein Jahr :!: Jeden Tag :vomit: ,mit dem Ende des Entzugs wird es wohl hoffentlich auch weg sein.
Vulvodynie brauche ich natürlich auch noch :cry: .
LG
Nospie
Guten Morgen!
Oje, das ist ja wirklich mies. Ich hatte letztes Jahr ja auch so in die Vollen gehauen...im Sommer Herpes genitalis (das sind Schmerzen, die wünscht man seinem ärgsten Feind nicht), dann im Herbst ne ganze Woche Magen-Darm...total ungewöhnlich, ist ja in der Regel nach 1 - 2 Tagen gegessen. Konnte auch nix gefunden werden, also Noro- oder Rotaviren, auch keine Samonellen. Das Immunsystem ist wohl einfach durch. Erkältungstechnisch bin ich auch total immun, hab jetzt die Erste dieses Jahr.
Liebe Grüße,
Anja
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Panikattacken im Nov. und Dez. 2010 aus heiterem Himmel
Citalopram 20 mg und Doxepin 10 mg (Aponal) ab Ende Dezember
Mirtazapin 15 mg ab Ende Januar statt Aponal
15 kg zugenommen in einem halben Jahr
Ab Juni 2011 Tabletten halbiert, ab Juli 2011 geviertelt
Ende August die letzten 5 mg Citalopram genommen, 3,75 mg Mirta eine Woche länger, dann auch abgesetzt.
Kurze Zeit danach kam das nächtliche Herzrasen wieder samt Tremor in den Beinen und Hitzeströme durch den ganzen Körper, Schwächegefühl und Erschöpfung - Eisen und Vitamin B-Komplex genommen
Danach hatte ich Magenbeschwerden, konnt nicht richtig essen und trinken und kriegte dann Herz- und Atemprobleme
Habe kurzzeitig Lasea genommen, danach Orthomol Vital F incl. Omega-3-Kapseln, um mal wieder ein bißchen auf den Damm zu kommen. Fühlte mich nur schlapp und krank.
War dann von Nov - Dez 2011 in einer Psychosomatischen Fachklinik. Es wurde langsam besser, was ich aber nicht auf die Behandlung dort zurück führen würde.
Seit 02/2012 arbeite ich wieder, in 05/2012 bin ich jetzt über ein halbes Jahr ohne Medis und es geht mir wieder recht gut. Manche Tage quäle ich mich aber immer noch mit Schwindel und Depersonalisierung. Und ab und zu nächtliche Panik mit Kribbeln am ganzen Körper und Herzklopfen.
Oktober 2012: Bin tagsüber viel müde, erschöpft, schwindelig und kämpfe immer mal wieder mit Angstattacken.
März 2013: Immer mal wieder Schwindel, Depersonalisierung und Angst
November 2013: Magenbeschwerden, Atemprobleme

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Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 04.09.14, 19:30

Ich wollte mal anfragen, ob im protrahierten Entzug dieses Gehirnwackeln-schwabbeln-wackeln-krampfen, dieser immer wieder kehrende brennende Schmerz unter der Schädeldecke (Paraceramol oder Th*mapyrin wirkungslos), das Gefühl, erhöhten Augendruck zu haben bzw. Druck hinter den Augen, die sog. Derealisation: also ob diese Kopfsymptome auch alle bleiben, die finde ich nämlich am unangenehmsten und die belasten mich am meisten; den Herzkasper und die Muskelschmerzen und -verkrampfungen sowie ein innerliches Gezitter, das kann ich irgendwie "wegstecken" .
Freue mich über Antwort, VG sleepless2014
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von edgar » Donnerstag, 04.09.14, 20:34

Hallo sleepless2014,
sleepless2014 hat geschrieben:also ob diese Kopfsymptome auch alle bleiben
Was meinst Du genau mit "bleiben" ? Dauerhaft ?

Wenn Du dauerhaft meinst, würde meine Antwort lauten: nein.

Aber vielleicht meinst Du ja, wie lange die bleiben, dann müsstest Du auf Antworten von Direkt-Betroffenen warten.Ist aber immer unterschiedlch von Person zu Person. Wie lange hast Du die schon ?

Brain-zaps ist ein häufiges Entzugs- bzw. Absetzsymptom. Ich würde das mal darin eingruppieren, da es unterschiedliche Abwandlungen gibt.

LG
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Donnerstag, 04.09.14, 21:12

Hallo Ihr Lieben,
edgar hat geschrieben:1. Entzüge, die sofort oder nach wenigen Tagen nach Null einsetzen und bis zu 6 Wochen anhalten.

2. Entzüge, die erst nach 6 Wochen auf Null beginnen und die man protrahierte Entzugs- oder Absetzsymptome nennt und die über Jahre anhalten können.
Gibt wohl auch eine dritte Form: Bei mir fing es ja gleich nach dem Absetzen an und hörte bis heute nicht auf :(

LG

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seit 2003 Citalopram zuletzt 30mg, dazu Melperon
03.13 stationär Umst. auf 125,5mg Venlafaxin, zusätzl. Zopiclon und ständig Atosil
05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
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Okt. 13 für 4 Wochen unregelmäßig 1mg Tavor/tgl. (alle 2-3 Tage)

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 04.09.14, 21:38

@edgar, danke für die Antwort. Ich habe diese eigenartigen, sehr unangenehmen und beängstigenden "Gefühle im Kopf" sofort mit dem stationären kalten Benzo-Entzug Nov. 2013 und der unmittelbar routinemäßig begonnenen S*roquel-Zugabe (Neuroleptika bis vor 1 Woche) bekommen. Damit verbunden sind auch irgendwie Denkverlangsamung und Gedächtnisstörungen, das ist gruselig. Ich wußte nie: Entzug oder NW? Wahrscheinlich beides. An diesen Beschwerden hat sich bis jetzt nichts geändert, im Gegenteil, sie nahmen eher zu und sind, seit ich kein Neuroleptikum mehr nehme, jetzt seit einer Woche wenigstens stundenweise besser. Ja,mit "bleiben" meine ich über Jahre bzw. für immer - ich bin 60 J. und habe also nicht mehr ewig Zeit, gräm.
@drops68: Was ist "ES", das gleich nach Entzug begann und nicht aufhörte? Hast Du auch "Kopf"? Wurde/wird "es" wenigstens BISSCHEN besser?
Danke Euch für die Antwort!
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Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Freitag, 05.09.14, 10:18

Hallo sleepless,
sleepless2014 hat geschrieben: dieses Gehirnwackeln-schwabbeln-wackeln-krampfen
Das kenne ich,ist zum Glück nicht durchgehend.
Ich habe dann das Gefühl,mein Gehirn schwimmt,.......schwabbeln und wackeln trifft es gut.
sleepless2014 hat geschrieben:Damit verbunden sind auch irgendwie Denkverlangsamung und Gedächtnisstörungen
Ich kann dann sogar nur langsamer sprechen.Ich habe dieses Gefühl immer in den berüchtigten Wellen.
Zumindest wird es bei dir stundenweise besser,es schwankt also.
sleepless2014 hat geschrieben:Ja,mit "bleiben" meine ich über Jahre bzw. für immer - ich bin 60 J. und habe also nicht mehr ewig Zeit, gräm.
Das wird nicht bleiben,da bin ich mir sicher.Ich werde im April 57,ich habe oft ähnliche Gedanken :hug: .
sleepless2014 hat geschrieben:@drops68: Was ist "ES", das gleich nach Entzug begann und nicht aufhörte?
Ich denke mal,Drops :) meint den Entzug im allgemeinen.
LG
Nospie

drops68
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von drops68 » Freitag, 05.09.14, 10:41

Moin moin,

ja genau, ich meinte den Entzug im Allgemeinen. Aber "Kopf" habe ich auch. Nicht mehr so schlimm wie in den ersten Monaten. Da war es beim gehen sogar so, dass ich dachte, der Bürgersteig wölbt sich nach innen, also so, als wenn ich bei jedem Schritt in ein Loch trete. Und dann dazu das Gefühl, ich torkele, kippe nach links weg. Ganz gruselig. Nun ist es schon deutlich besser. Nach jeder Zigarette (jaja, ich habe es noch immer nicht geschafft - ich schwacher Mensch :roll: ) ist es meist noch, geht dann aber schnell besser. Außerdem habe ich ja seit Beginn des Entzuges diesen permanenten Schwindel, oft Derealisation und immer noch Sehstörungen. Und wenn ich gehe und dabei geradeaus sehe ist es auch so, als ob alles schwimmt. Man kann das nur schwer beschreiben... Also - ziemlich viel "Kopf".
Bei mir steht und fällt vieles mit dem Schlaf. Gehe immer um die gleiche Zeit ins Bett. Wache ich, so wie heute Morgen (und wie so oft) gegen 3:30 Uhr wieder auf geht es mir den Rest des Tages auch deutlich schlechter. Schleppte mich nur so dahin. Nur 1 Stunde mehr Schlaf und der Tag ist wesentlich entspannter.

LG drops
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05.13 Venlafaxin kalt zuhause abgesetzt
06.13 für 4 Wochen wieder stationär, AD Amitriptylin + Pipamperon, heftigste Nebenwirkungen, grauenhafte Klinik, zuhause kalt abgesetzt
07.13 wieder in die erste Klinik, Mirtazapin 45mg + 50 mg Atosil zur Nacht, weil ich unter Mirtazapin noch schlechter als vorher geschlafen habe, hatte aber auch keine Wirkung
+ Tavor bei Bedarf (in 8 Wochen ca. 6 Mal, jeweils 1mg)
ab 12.08. Mirtazapin 30mg, Atosil + Tavor komplett weg,
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