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Clarice: Escitalopram absetzen (vorher Venlafaxin)

Wenn Antidepressiva abgesetzt werden, kann dies zu schweren und langwierigen Entzugserscheinungen führen. Viele Hersteller und Ärzte verharmlosen diese Problematik leider.
Clarice
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Clarice: Escitalopram absetzen (vorher Venlafaxin)

Beitrag von Clarice » Dienstag, 12.05.15, 16:45

Hallo zusammen!

Ich nenne mich hier im Forum Clarice, aber das nicht mein richtiger Name :wink: (Clarice heißt die "Freundin" von Rudolph the Rednosed Reindeer). Ich bin 45.

Ich will gar nicht zu weit in meine Geschichte zurück gehen, das würde wohl ausufern (mein Beitrag ist eh schon lange genug geworden) und versuche es halbwegs kurz zu mache. Diagnostiziert bin ich mit "rezidivierenden Depressionen", die erste Phase war ca. 1999. Ich habe zwei Rehas hinter mir, diverse Therapien und auch Medikamente. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie das erste AD hieß, um ehrlich zu sein. Danach kam lange Citalopram. Ganz kurz Cymbalta/Duloxetin und jetzt Venlafaxin.

Bei meiner letzten, auch meiner schlimmsten, Phase in 2009, sagte meine Ärztin damals, ich solle mich damit abfinden, immer AD nehmen zu müssen. Ich würde ja sehen, dass nach dem Absetzen (damals Citalopram) sehr schnell wieder eine depressive Phase käme. Blutdruckpatienten und Diabetiker müssten ja auch immer ihre Medikamente nehmen. Ich machte also meinen Frieden mit den ADs. Zunächst nahm ich auch wieder Citalopram und bin dann, weil es nicht weiter bergauf ging, über Cymbalta/Duloxetin jetzt bei Venlafaxin. Genauen Zeitpunkt, seit wann ich es nehme, weiß ich nicht mehr. Irgendwann 2009 oder Anfang 2010. Also mindestens 5 Jahre.

Die Dosis war ewig bei 150 mg. Ich bin schön regelmäßig zu meiner Ärztin zur Kontrolle; ja - alles gut; fühl mich gut, keine Probleme, nur immerzu müde. Ich weiß gar nicht wie oft ich das gesagt habe. Bis ich selbst irgendwann darauf gekommen bin, dass es am AD liegen könnte. Ich weiß ja, dass die Wirkungen teilweise gegensätzlich sein können. Ich also a) die Tabletten abends genommen und b) reduziert. Und zwar direkt auf 75mg. Das war Anfang letzten Jahres (also 2014).

Mir ging es blendend, die bleierne Müdigkeit, die ich oft gespürt habe war weg. "Achja, das Venlafaxin kann auch müde machen", sagte meine Ärztin dann auf meine Feststellung. Da war ich schon bedient; ich hatte es ihr doch zigmal erzählt, dass ich immer müde bin. Darauf kam sie nie, auch nicht, dass ich doch mal die Dosis reduzieren könnte wenn es mir besser geht. :x

Ich kam jedenfalls auf die Idee weiter zu reduzieren ("Ja machen sie ruhig"). Mir hat letztes Jahr auch wirklich die Sonne aus dem Allerwertesten geschienen. Ich hatte seit Jahren nicht mehr ein so glückliches, zufriedenes und entspanntes Jahr. Warum es also nicht doch mal ganz ohne AD probieren?

Das Absetzen habe ich dann sehr schnell betrieben und war im August 2014 schon 18 mg.
Wie mit einem Schlag trafen mich dann die Absetzsymptome. Totale Weinerlichkeit vor allen Dingen. Ich fragte mich, ob die Ärztin nicht doch Recht hatte (Absetzen und sofort wieder Depri) und bin bei der Recherche auf den tollen Absetzplan vom ADFD gestoßen.

Ich habe dann den ganzen Rest des Jahres bei 37,5 mg verharrt. Im Januar fing ich an, mit Hilfe einer Feinwaage, zu reduzieren. Ich nehme das Venlafaxin übrigens als Tabletten, nicht retardiert, da ich Retard-Kapseln nicht vertrage. Ich habe also ca. 3/4 einer Tablette genommen. Wochenlang. Dann irgendwann die Hälfte, also wieder ca. 18mg.

Und da hänge ich nun wieder. Ich bin seit 10 Tage aus einem 2wöchigen Urlaub zurück und null erholt. Alles ist mir zu viel. Ich habe das Gefühl, meine Arbeit (ich gehe arbeiten, 90 % Teilzeit, das ist jeden zweiten Freitag frei) nicht zu schaffen, kann mich nicht konzentrieren. Ich habe das Gefühl alles in meiner Freizeit (Haushalt, Termine) überfordert mich und ist zu viel.
Ich muss dazu sagen, dass ich seit Oktober eine sehr hohe Arbeitsbelastung hatte; sowohl Menge als auch Anspruch. Dazu kommt eine riesige Re-Orga meines Unternehmens. Die lässt mich (meine ich jedenfalls) eher kalt, weil ich keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben muss, aber naja, stressig ist das schon alles.

Zu allem Übel hat sich meine Mutter vor Ostern einen mehr als komplizierten Armbruch zugezogen und ich musste mich um sie und ihren Hund kümmern. Sie hat das psychisch auch nicht gut vertragen (Die Abhängigkeit von anderen, die Unfähigkeit etwas selbst tun zu können, Angst, dass es nie wieder gut wird) und mich hat das ganz sowohl vom zeitlichen Aufwand, der mein Leben durcheinander gewirbelt hat, als auch ihr völliges Durchdrehen (anders kann ich es nicht nennen) auch psychisch belastet.

Und jetzt hocke ich hier und bin fix und fertig, habe tierische Angst vor einer erneuten Depression. Kommen meine Symptome (Gefühl der Überforderung, Herzrasen, frühes Aufwachen, Weinerlichkeit, Konzentrationsmangel) von der dauernden Belastung seit Oktober? Oder doch durch das Absetzen? Wittere ich vor lauter Angst überall eine Depression?

Ich hab keine Lust zu meiner Ärztin zu gehen... die Antwort kenne ich *schiefgrins*.
Auch mag ich das AD gar nicht wieder erhöhen, das Ausschleichen ist so ein langwieriger Prozess. Oder sollte ich testen, ob es mir mit der erhöhten Dosis doch wieder besser geht? Wenn ja: Spricht das dann für die Wirksamkeit des ADs und dass ich eine Depression habe oder für die Absetzsymptome?

Das soll's erst mal gewesen sein. Danke fürs "Zuhören" und ggf. Tips geben.
viele Grüße
Clarice
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 28.06.18, 9:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt

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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Dienstag, 12.05.15, 19:25

Mmh, habe noch etwas quergelesen: Im Artikel "Unterscheidung zw. Absetzsymptomen und psych. Erkrankung", fand ich diesen Absatz:

"Es kann besonders schwierig sein, zwischen Absetzsymptomen und neu entwickelten psychiatrischen Symptomen zu unterscheiden, wenn Stressoren wie Konflikte zu Hause, auf der Arbeit oder irgendein anderer Verlust oder Stressor während oder kurz nach der Reduzierung auftauchen.“ (Breggin 2013/eigene Übersetzung)"

Genau das Problem habe ich ja...

Die Dosis 18 mg nehme ich nun schon mehrere Wochen, weshalb ich eigentlich glaube, dass meine Symptome keine reinen Absetzsymptome sind.
Ich kann allerdings jetzt nicht genau sagen, wenn genau ich die Dosis reduziert habe. Ich habe leider nie die Daten aufgeschrieben wie offenbar viele hier. Ich kann nur sagen, dass ich Anfang Januar von 37,5 mg (das ist eine Tablette) auf 3/4 runter bin und dann ca. nach 8 Wochen auf 1/2 Tablette, also 18 mg.

Aber gerade die Info mit der Rezeptorenbelegung und das es gerade bei niedrigen Dosen so schwer wird, fand ich sehr interessant, da ich wie gesagt sehr schnell von 150mg auf 75 und dann auf 37,5 bin, ohne dass ich Auswirkungen hatte, aber der Schritt von 37,5 auf 18 mg so heftig war und es so schwer scheint, weiter zu reduzieren.

LG
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 12.05.15, 19:36

Hallo Clarice,

Willkommen im ADFD.

Schön das du dich zum Absetzen entschieden hast. Und ja bleiernde Müdigkeit von Venlafixin ist uns bekannt. Den Ärzten weniger. :x oder es stört sie nicht . :x

Du schreibst das du das Absetzen das erste mal zu schnell gemacht hast. Wie gestaltet du denn es jetzt ? Wir setzen hier alle vier bis sechs Wochen höchstens 10% ab. Warten nach jedem Absetzschritt solange bis die Absetzprobleme zu 95% weg sind bevor wir weiter absetzen. Und wie ich lese ist die 18 mg deine persöhnliche Hürde, das hat jeder von uns , irgendweine Marke gibt es die besonders schwer zu überwinden ist. Wann hast du denn auf die 18 mg reduziert ?

Und Stress den du ja anscheinend genug hast triggert im Absetzprozess Symthome. Auch das erleben wir immer wieder. Und ich denke das du jetzt mit einer Absetzproblematik zu tun hast und nicht mit der Ursprungskrankheit. Wäre ein komischer Zufall das die genau immer an der 18 mg Marke zurückkehrt. Also da ich jetzt nicht weiß wie lange du auf den 18 mg bist, kann ich im Moment noch nicht sagen ob es besser wäre wieder etwas aufzudosieren. Und dann noch vorsichtiger abdosieren.
Soweit erstmal von mir lg Petra
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 12.05.15, 19:42

Hallo Clarice, hat sich gerade mit deinem neuen Beitrag überschnitten, also ich glaube schon an Absetzproblematiken ,schau hier unsere Liste der Absetzfieslingen

http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

also wenn du jetzt mehrere Wochen auf 18 mg bist und es dir nicht besser geht, dann würde ich wieder etwas aufdosieren. Vielleicht auf 20 mg ? Dann abwarten bis du dich wieder vollkommen stabilisiert hast und dann noch langsamer abdosieren. Da wäre mein Vorschlag erstmal mindestens sechs Wochen auf den 20 mg bleiben und dann alle vier bis sechs Wochen 0.5 mg auszuschleichen, so das du deine persöhnliche Grenze von den 18 mg überwinden kannst.

Natürlich jetzt meine Einschätzung von dem was ich bis jetzt bei dir gelesen hab.
Lg Petra
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6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Dienstag, 12.05.15, 21:04

Danke für deine Antwort Petra! :)

Das mit der Müdigkeit ist doch echt ätzend. Ich habe da ganz schön drunter gelitten. :evil:
Ich hatte tagsüber - auf der Arbeit - oft das Gefühl mir fällt gleich der Kopf auf die Tastatur so benommen war ich.

Ich habe mir gerade meine Einnahme für die ganze Woche vorbereitet; habe so eine Box Mo-Fr, sonst neige ich zum Vergessen, was die Sache nicht einfacher macht. So hatte ich auch die Einnahme Sonntag vergessen, was dann vielleicht auch meine heutige verstärkte Problematik erklärt. Habe ja auch gelesen, dass die Einnahme alle zwei Tage (was ja durchaus auch von den Ärzten empfohlen wird *mpff*) nicht gut ist.

Habe mir die Tablette wieder auf ca. 3/4 geschnippelt, das entspricht so 28mg. Werde dann sehen, dass ich die Tablette in 0,01g Schritten "abreibe". Meine Feinwaage wiegt in 0,01 Schritten. Kleiner geht nicht, 0,01 g sind dann 2,5mg Wirkstoff.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. :schnecke:

Ich habe den festen Willen dranzubleiben! :sports:

Edit: du hast ja auch eine heftige Geschichte! :shock:
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 12.05.15, 22:17

hallo Clarice, :)

auch von mir noch herzlich willkommen.
So hatte ich auch die Einnahme Sonntag vergessen, was dann vielleicht auch meine heutige verstärkte Problematik erklärt.
Oh ja, :shock: das kann durchaus daran liegen.
Habe mir die Tablette wieder auf ca. 3/4 geschnippelt, das entspricht so 28mg.
So hoch würde ich nicht gehen, da du ja bereits mehrere Wochen auf 18 mg bist. Auch eine Hochdosierung ist Stress für das Nervensystem. Und da die Verschlechterung vermutlich auch mit durch das Vergessen der Einnahme bedingt ist, würde ich, wie Petra :) vorschlägt, zunächst auf 20 mg gehen.

Eine Möglichkeit in kleinen Schritten abzudosieren ist die Wasserlösemethode:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. :schnecke:
Aber auch es wird irgendwann satt. :D
Bei uns ist eine ganze Schneckenkarawane unterwegs, :schnecke: :schnecke: :schnecke: :schnecke: :schnecke: :schnecke: du kannst dich gerne bei uns einreihen.

liebe Grüsse,
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Mittwoch, 13.05.15, 21:05

Danke Padma, ich hab dann gestern noch mal nachgewogen und etwas weniger genommen als geplant.
Heute geht es mir stimmungstechnisch auch schon wieder viel besser. 8-)

Bin sehr gespannt wie es weiter geht. Die letzte Woche war echt ätzend. Ich glaube aber da kam sehr viel zusammen (u.a. auch Jetlag). Ich glaube ich messe solchen Dingen und den Auswirkungen, die sie haben können, oft zu wenig Bedeutung bei.

Ich will aber auch nicht immer jede Abweichung als Anlass oder Begründung nehmen, warum es mir wie geht. Man kann ja auch in den Krümeln suchen, nicht wahr?

Ich nehme mir auch oft vor, ein Stimmungstagebuch zu führen (genauso wie ein Haushaltsbuch :D ), hab da auch extra mal eine App für gekauft, bei der man ganz viel eingeben kann; aber dieses Self-Tracking liegt mir irgendwie nicht. :roll:

Liebe Grüße
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von padma » Mittwoch, 13.05.15, 22:30

hallo Clarice, :)
Ich glaube ich messe solchen Dingen und den Auswirkungen, die sie haben können, oft zu wenig Bedeutung bei.
Ich will aber auch nicht immer jede Abweichung als Anlass oder Begründung nehmen, warum es mir wie geht. Man kann ja auch in den Krümeln suchen, nicht wahr?
Im Entzug sind viele sehr empfindlich und man reagiert dann besonders stark auf äussere Faktoren. Es ist also häufig eine Kombination aus Absetzen und äusseren Faktoren,
Ich nehme mir auch oft vor, ein Stimmungstagebuch zu führen (genauso wie ein Haushaltsbuch :D ), hab da auch extra mal eine App für gekauft, bei der man ganz viel eingeben kann; aber dieses Self-Tracking liegt mir irgendwie nicht. :roll:
Ein Blatt Papier tuts auch. :haha: Du nimmst eine Skala von 0 . 10, 0=keinerlei Beschwerden, 10 = schlimmer gehts nicht, und trägst das ein. Das kann hilfreich sein, man schreibt es auf und kann es dann loslassen.

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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Kassiopeia » Sonntag, 17.05.15, 15:41

Liebe Clarice,

ein herzliches Willkommen von einer Venalfaxin-Schnecke :schnecke: :)

Die ewige Müdigkeit und das Gefühl, meinen Körper nur noch mitzuschleppen war auch bei mir ein Grund für den Entschluss, mich auf den Weg zu machen.

Scheinbar dürftest du so eine Art Grenze haben, über die du nur schwer drüber kommst. Da hilft wirklich nur (ein wenig) hochdosieren und dann wieder viel langsamer über diese Schwelle weiter. Da ja auch eine Dosiserhöhung immer eine Einwirkung auf den Körper ist, der versucht eine Balance herzustellen, versuche es möglichst vorsichtig anzugleichen. Das ist wie bei einer Waage. Wenn du auf dem leichteren Ende zu viel draufpackst, hast du erst recht wieder alles schief. Stabilisierung ist jetzt erst mal ganz wichtig, wie auch die anderen schon geraten haben.

Das mit dem zusätzlichen Stress übersehen wir gerne Mal, das kenne ich auch. Wir merken gar nicht, wie sehr und die Dinge beeinflussen und auf uns wirken, bis es uns unser Körper zeigt. Ich habe den Eindruck, dass du eine bist, die auch gerne über den Dingen steht.
Ist aber nur eine Vermutung :whistle:

Ich bin nach einigen Kamikaze-Aktionen im Vorjahr, die mich wirklich viel Lebensqualität gekostet haben, sehr vorsichtig geworden und setze gar nicht ab, wenn ich recht unter Druck stehe.
Auch ich habe mir sagen lassen, ich solle mich darauf einstellen, immer mit den Medikamenten leben zu müssen, aber das will und kann ich nicht akzeptieren. Ich suche nach Alternativen und will gesund werden.

Ja, es ist schwierig, zwischen Absetzsymptomen und Grunderkrankung zu unterscheiden. Noch schwieriger sicher, wenn man schon so lange Medikamente nimmt, denn dann fehlt ja auch der Vergleich. Diesen versuche ich immer anzustellen. Kenne ich das Symptom von vorher, fühlt es sich so an, wie vor der Medikamenteneinnahme oder ist es etwas, das ich erst danach kennen gelernt habe? Es sind oft so kleine qualitative Unterschiede im Empfinden und Wahrnehmen.

Die Frage ist auch immer, in wiefern ist es entscheidungs- oder handlungsrelevant, ob es nun das eine oder das andere ist. Gut ist natürlich alles, was in beiden Fällen eine Verbesserung bringen würde. Oft ist das vor allem Ruhe.

In diesem Sinne: noch ein schönes Restwochenende!

Alles Liebe
Kassiopeia
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Mittwoch, 20.05.15, 19:34

padma hat geschrieben: Ein Blatt Papier tuts auch. :haha:
selber :haha: :D
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Mittwoch, 20.05.15, 20:14

Kassiopeia hat geschrieben:Liebe Clarice,

ein herzliches Willkommen von einer Venalfaxin-Schnecke :schnecke: :)
Danke! :)
Das mit dem zusätzlichen Stress übersehen wir gerne Mal, das kenne ich auch. Wir merken gar nicht, wie sehr und die Dinge beeinflussen und auf uns wirken, bis es uns unser Körper zeigt. Ich habe den Eindruck, dass du eine bist, die auch gerne über den Dingen steht.
Ist aber nur eine Vermutung :whistle:
ich weiß nicht, ob ich es über den Dingen stehen nennen würde, aber ich glaube ich weiß schon was du meinst.

Obwohl seit 1999 in der Depressions-Schleife, habe ich manchmal selbst das Gefühl: ich weiß wenig bis gar nichts über die Krankheit, vergesse, was mir gut tut, was nicht, hänge in der Bequemlichkeitsfalle, falle in alte Verhaltensmuster, weiß trotz zwei Rehas und langer Therapie nicht, wie ich mich verhalten soll, wenn ich das Gefühl habe in eine Depression zu rutschen, wie ich mich schützen soll. Bewerte einen quersitzenden Pups (sorry... *g*) über und messe vielleicht wichtigen Dingen zu wenig Bedeutung bei.
Ich bin nach einigen Kamikaze-Aktionen im Vorjahr, die mich wirklich viel Lebensqualität gekostet haben, sehr vorsichtig geworden und setze gar nicht ab, wenn ich recht unter Druck stehe.
Deshalb werde ich die Dosis aktuell auch nicht weiter reduzieren (aber auch nicht erhöhen); ich habe aktuell zu viel Druck auf der Arbeit (Mega-Reorga) und wenn ich jetzt wg. der Absetzerei Probleme mit allem möglichen kriege, tut das meiner Gesamtverfassung sicher nicht gut.
Ja, es ist schwierig, zwischen Absetzsymptomen und Grunderkrankung zu unterscheiden. Noch schwieriger sicher, wenn man schon so lange Medikamente nimmt, denn dann fehlt ja auch der Vergleich. Diesen versuche ich immer anzustellen. Kenne ich das Symptom von vorher, fühlt es sich so an, wie vor der Medikamenteneinnahme oder ist es etwas, das ich erst danach kennen gelernt habe? Es sind oft so kleine qualitative Unterschiede im Empfinden und Wahrnehmen.
Ich hatte ehrlich gesagt bei nur ganz wenigen Dingen, dass Gefühl, dass es eine Nebenwirkung der AD ist.
Starkes Schwitzen, verändertes Träumen und dann letztes Jahr die Müdigkeit. Aber es mag sein, dass ich andere Nebenwirkungen als solche nicht erkannt habe (eben wegen meiner o.g. Lern- oder Wahrnehmungs-Resistenz (oder wie auch immer ich das nennen soll)). Und jetzt fällt mir in der Tat die Bewertung von Symptomen schwer.
Die Frage ist auch immer, in wiefern ist es entscheidungs- oder handlungsrelevant, ob es nun das eine oder das andere ist. Gut ist natürlich alles, was in beiden Fällen eine Verbesserung bringen würde. Oft ist das vor allem Ruhe.
Die Versuche ich mir so gut es geht zu schaffen. Ich nehme nicht mehr so viele Verabredungen an auch wenn ich damit oft Leute vor den Kopf stoße, versuche die vielen " ich muss noch das-und-das-machen" aus dem Kopf zu kriegen, versuche weniger online und immer erreichbar zu sein (eigentlich machen mir Social Media Spaß, aber ich weiß, dass ich es oft übertreibe).
Na, und deshalb bin ich jetzt off... :lol:

Liebe Grüße
Clarice
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Donnerstag, 21.05.15, 17:54

Oh man, ich hab wohl Mist gemacht. :frust:

Nach dem ich wie gesagt mengenmäßig auf der Arbeit eh schon am Limit bin und hat mein Chef gestern noch eins drauf gepackt hat. Zudem ein Thema, bei dem ich, wenn überhaupt, nur mit Halbwissen glänzen kann und es mir Angst macht.

Ich bin gestern abend das Gedankenkarussel und die Angst, bei Gelegenheit zusammenzuklappen, wieder mal nicht losgeworden. Da ich die letzten Nächte auch schon schwer eingeschlafen und zw. 4-5 uhr wieder aufgewacht bin, hatte ich gestern das Bedürfnis, mich auszuknocken.

Ich habe für den Bedarfsfall Zolpidem 5 mg zu Hause. Bedarf heißt, dass ich es wirklich nur 1-2x nehme, dann wieder nichts. Der Bedarf ist unterschiedlich, manchmal wochenlang gar nicht, manchmal so alle zwei Wochen. Ich habe es noch nie dauerhaft genommen.

Nun, ich habe gut geschlafen :whistle: :P
Bin heute morgen gut aus dem Bett gekommen, aber Lust hatte ich keine weil mich meine Arbeit echt ankotzt im Moment.
Aber gut, ich bin los, saß im Auto und dann kam die Angst und Tränen drückten sich hoch... :cry:
Bin auf der Hälfte vom Weg umgedreht und nach Hause und habe erstmal ne Runde richtig geheult. Zum Glück war mein Schatz noch da.

Die Arbeitsproblematik will ich hier gar nicht ausweiten, gehört hier sicher auch nicht hin.

Ich war den ganzen Tag dann jedenfalls tot und habe auf der Couch vor mich hingedämmert. :?
Das Zolpidem war wohl keine gute Idee. :frust:

Ich will das Venla wirklich los werden, aber mir drängt sich auch wieder der Gedanke auf, doch wieder auf eine ganze, also 37,5 mg, zu gehen in dem Glauben, dass es mir dann beser geht. Ich kann aktuell nicht länger ausfallen... Wenn ich zwei Wochen krank wäre, hätte ich am Ende doch nur noch mehr zum Aufarbeiten... :cry:

Mpfff..
LG
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Donnerstag, 21.05.15, 18:47

Was ist eigentlich mit Auswirkung weiblicher Zyklus auf das Absetzen? Beginnende Wechseljahre?
Andere Krankheiten? Also ich habe z.B. Heuschnupfen - insbesondere Birkenpollen, die ja gerade sehr aktiv sind.
Da der Körper durch o.g. Dinge auch belastet wird, könnte ich mir inzwischen vorstellen, dass das alles dazu kommt...
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Jamie
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 21.05.15, 22:18

Hallo Clarice,

also Zolpidem ab und an genommen ist sicher kein Problem; die Sache ist nur das, was du beschreibst: Manche Menschen reagieren daraufhin am nächsten Tag mit Weinerlichkeit oder labiler Stimmung.
Ich kenne das von Berichten anderer Betroffenen, aber auch von mir selbst --> gut geschlafen, katastrophale Stimmung :( ....

Ob es wirklich nötig ist zu den vollen 37,5mg Venlafaxin zurückzugehen, das kann ich nicht beurteilen.
Vielleicht wäre zurückgehen auf 30mg ausreichend?
Das musst natürlich du entscheiden, aber es ist natürlich gut, wenn man nach dem Motto "So viel wie nötig, so wenig wie möglich" vorgehen kann.

Auch wenn du die Arbeitssituation hier nicht weiter erörtern willst, was vollkommen okay ist, so stellt es sich mir als Außenstehende doch so dar, als ob die Arbeit der Punkt in deinem Leben ist, der bei deiner Erkrankung eine Rolle spielt und den du angehen solltest.
Permanente Überforderung, Versagensangst.. etc. - das ist nicht gesund und kann nicht gesund sein! Das wird sich vermutlich weiter zuspitzen, wenn es da keine tragfähigen Kompromisse für dich gibt. Gegen diese Belastung gibt es keine Antidepressiva und auch keine andere Pillen; sie können das Ganze nur deckeln, aber nicht für dich lösen und darum ist es auch so wichtig hinzuschauen, wo im Leben es hapert, wenn es einem nicht gut geht.

Mir ist vollkommen bewusst, dass Arbeit wichtig ist und kein Themenfeld, wo es mirnichts dirnichts rasche und zufriedenstellende Lösungsansätze gibt - dennoch muss jeder Mensch im Interesse seiner Gesundheit und seines Seelenheils gucken, dass die Arbeit einen nicht kaputt macht.
Ich war so weit, dass mich die Arbeit wirklich völlig verschlissen hat - mir hat nichts anderes mehr geholfen als die Langzeitkrankschreibung und letztlich auch die Berentung. Mein großes Engagement "dankte" man mir übrigens mit der Kündigung, nachdem ich zu oft krank wurde :(. Soviel zum Thema "Dankbarkeit", aber das muss jetzt hier nicht weiter erörtert werden.

Zu deinen Fragen. Ja, AD und auch das Absetzen hat bei vielen Frauen Auswirkungen auf den Zyklus. Ist alles mit dabei: Periode zu früh, zu spät, zu oft, zu selten, zu stark, zu unregelmäßig, Zwischenblutungen, PMS... und so weiter.
Besonders übel wird es, wenn sich zu den Absetzbeschwerden auch noch Wechseljahrsprobleme gesellen :? .. das ist absolut unschön.
Viele Frauen spüren beim Absetzen auch, dass sie erst unmittelbar nach Periodenbeginn absetzen können - da muss individuell geschaut werden.

Alle Antidepressiva wirken modulierend auf Neurotransmitter, welche wiederum in enger Wechselbeziehung zur hormonellen Steuerung des Körpers stehen; deswegen haben sie maßgeblich Einfluss auf das Hormongeschehen im Organismus! (Man denke auch an so typische Nebenwirkungen wie Orgasmusstörungen, Libidoverlust, Potenzstörungen etc. Hängt alles eng zusammen).

Gruß
Jamie
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Freitag, 22.05.15, 9:34

Liebe Jaime, danke für deine Antwort!
Jamie1979 hat geschrieben:Hallo Clarice,
Ich kenne das von Berichten anderer Betroffenen, aber auch von mir selbst --> gut geschlafen, katastrophale Stimmung :( ....
echt ätzend, dabei sollte es einem nach gutem Schlaf doch auch gut gehen... :roll:
Auch wenn du die Arbeitssituation hier nicht weiter erörtern willst, was vollkommen okay ist, so stellt es sich mir als Außenstehende doch so dar, als ob die Arbeit der Punkt in deinem Leben ist, der bei deiner Erkrankung eine Rolle spielt und den du angehen solltest.
Permanente Überforderung, Versagensangst.. etc. - das ist nicht gesund und kann nicht gesund sein! Das wird sich vermutlich weiter zuspitzen, wenn es da keine tragfähigen Kompromisse für dich gibt. Gegen diese Belastung gibt es keine Antidepressiva und auch keine andere Pillen; sie können das Ganze nur deckeln, aber nicht für dich lösen und darum ist es auch so wichtig hinzuschauen, wo im Leben es hapert, wenn es einem nicht gut geht.
Ach, es ist gar nicht, dass ich Probleme hätte, darüber zu reden, ich will das hier nur nicht überfrachten und nicht wirklich zugehörigen Themen :wink:
Aber danke für deine (sehr gute) Einschätzung. Es ist ganz sicher einer der Punkte in meinem Leben, der immer mal wieder aufkommt. Das 'Belastungsproblem' mit meinem aktuellen Job ist: es ist ganz schwer durch mich zu kontrollieren. Die Stelle, die ich aktuell seit fast 6 Jahren inne habe macht mir grundsätzlich Spaß und war bisher auch immer von Anspruch und Menge her perfekt, absoluter Traumjob für mich. Nun kamen Mitte letzten Jahr durch geänderte (gesetzliche) Regularien neue Dinge hinzu, die wir alle mitmachen mussten. Da war Mengenmäßig viel zu tun, aber auch viel Neues zu lernen. Das ganze ist umgesetzt und läuft gut und es könnte so schön sein.

Jetzt kommt mit der Re-Orga des Gesamtunternehmens, die natürlich auch alle betrifft, wieder ein Klopper dazu, der organisiert werden muss, der Mehrarbeit produziert, der natürlich auch seelisch belastet (was wird die Re-Orga bringen), etc.pp.
D.h. keine Entspannung zwischen zwei heftigen Phasen. Die gingen nun beide in einander über und das wird mir nun langsam zu viel.

Wenn ich jetzt zu meinem (sehr netten) Chef gehe, wird die Frage sein: wie kann ich helfen? Was soll ich machen?
Und die Fragen kann ich selbst beantworten: er kann aktuell NICHTS tun. Er kann ja nu nicht die Re-Orga stoppen :o und die Arbeiten ändern, die damit in Verbindung stehen. Das bisschen, was er machen konnte, hat er schon getan: ich habe ab 1.6. ca 20 Personen weniger, die ich betreuen muss (Personal). Gut, bis ich die neue Kollegin eingearbeitet habe, was ja auch Mehrarbeit ist, dauert, aber dann ist an dieser Front hoffentlich etwas Entspannung angesagt.
Mir ist vollkommen bewusst, dass Arbeit wichtig ist und kein Themenfeld, wo es mirnichts dirnichts rasche und zufriedenstellende Lösungsansätze gibt - dennoch muss jeder Mensch im Interesse seiner Gesundheit und seines Seelenheils gucken, dass die Arbeit einen nicht kaputt macht.
Ich war so weit, dass mich die Arbeit wirklich völlig verschlissen hat - mir hat nichts anderes mehr geholfen als die Langzeitkrankschreibung und letztlich auch die Berentung.
Wenn es doch nur eine Zwischenlösung zwischen Verschleiß und Berentung gäbe... ich fühle mich mit 45 zu jung für die Berentung. Ganz sicher will ich nicht bis 67 arbeiten :shock:, aber jetzt, das wäre mir zu früh. Es würde mir auch nicht gut tun, ich benötige Struktur in meinem Tag, den mir die Arbeit durchaus gibt. Wenn ich nicht arbeite, verlottere ich :whistle:
Ich könnte noch etwas weniger arbeiten, aber das hätte an den beiden vorgenannten Problemen auch nichts geändert.
Mein großes Engagement "dankte" man mir übrigens mit der Kündigung, nachdem ich zu oft krank wurde :(. Soviel zum Thema "Dankbarkeit", aber das muss jetzt hier nicht weiter erörtert werden.
Das tut mir leid zu hören. Den Mann meiner besten Freund hat es letztes Jahr auch so getroffen. Das ist in unserer schönen Arbeitswelt leider so...Immer weniger Leute müssen mehr Arbeit machen, werden dadurch kaputt gemacht und dann rausgeworfen, wenn sie es nicht mehr bringen. Und dann wird man zwischen KV, Arbeitsamt und Rentenversicherung hin und her geschubst, weil einen keiner auf der Payroll haben will.
:evil:
Zu deinen Fragen. Ja, AD und auch das Absetzen hat bei vielen Frauen Auswirkungen auf den Zyklus. Ist alles mit dabei: Periode zu früh, zu spät, zu oft, zu selten, zu stark, zu unregelmäßig, Zwischenblutungen, PMS... und so weiter.
verdammtes Teufelzeug... :x

viele Grüße
Clarice
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Samstag, 23.05.15, 12:07

Guten Morgen!

Ich habe mir die ganze Zeit Gedanken gemacht über die Symptome. Ich bin etwas verwirrt weil hier teilweise steht: wenn es neue Symptome sind, die man nicht kennt, dann sei es Absetzproblematik. Was ist, wenn hauptsächlich aber bekannte Symptome auftauchen? Ist es dann Grunderkrankung die zurückkommt? Oder verstehe ich das nur falsch und ich man kann einfach nur eindeutiger sagen, dass es Absetzsymptome sind, wenn unbekannte Probleme dazukommen?

Die meisten Symptome, die ich gerade an mir feststelle, kenne ich aus meinen depressiven Phasen.
Aggressivität, Morgentief (mit Weinen), Überforderung auf ganzer Linie (Arbeit, Freunde, Haushalt, Termine...), Angst alles nicht zu schaffen, Konzentrationsstörung, Gefühl der Kopf ist voll und ich kann nichts mehr aufnehmen, Herzrasen, Pfeifen im Kopf (anders als Tinitus, weiß nicht wie ich das beschreiben soll), Kraflosigkeit, Müdigkeit, Probleme mit dem Darm.

Neu für mich ist:
PMS seit diesem Jahr, das habe ich aber auf mein Alter und ggf. beginnende Wechseljahre geschoben.
Fast schon dauerhaftes Erkältungsgefühl und am Ende kommt doch nicht wirklich eine Erkältung (obwohl ich dieses Jahr schon zweimal richtig erkältet war).
Wortfindungstörung. Ich stocke regelrecht, weiß nicht mehr was ich sagen will/wollte.
Seit Monaten auch Probleme mit der Nase (das Gefühl, dass mir Schleim in den Rachen läuft, aber nach vorne läuft nichts), seit dem auch Schnarchen (mein armer Freund) (ohne das ich es dem Heuschnupfen zuordne, denn der ist hauptsächlich im April/Mai bei mir: Birke)
Seit ein paar Tagen eine Entzündung in der Nase (Heuschnupfen?).
brennende, trockene Augen (Heuschnupfen?)
trockene und juckende Haut (habe ich eigentlich dem Urlaub/Sonne zugeschrieben, aber das ist jetzt 3 Wochen her); ich bin eher der 'fettige Typ'

Jedenfalls geht es mir im Moment richtig sche...., im Grunde stetig schlechter werdend, seit ich aus dem Urlaub zurück bin (1.5.), obwohl ich die Dosis seit dem nicht verringert habe - nicht mehr seit Februar und dann diese Woche ja sogar wieder etwas hoch. :cry: :cry: :cry:

Nächste Woche habe ich für eine Woche Urlaub in Barcelona gebucht mit einer Freundin. Eigentlich will ich im Moment gar nicht fahren. Ich glaube das stresst mich zu sehr, ich habe Angst, verzweifelt in Barcelona zu sitzen und uns den Urlaub zu versauen (was ich mit einer Absage allerdings auch täte).

Aktuell will ich einfach nur, dass dieses Sch...-gefühl aufhört. Ich bin kurz davor mir wieder ne ganze Tablette Venla einzuwerfen. Aber ich habe hier ja auch schon gelesen, dass das hin und her nicht gut ist, dass viele, die ungeduldig sind, noch mehr Probleme beim Absetzen haben.

:frust: :frust: :frust:
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Kassiopeia » Samstag, 23.05.15, 14:08

Liebe Clarice,

ich denke, dass du deine Symptome sehr genau wahrnimmst und auch auseinanderhalten kannst, was wovon kommt. Zumindest finde ich deine Einschätzung sehr plausibel. Und ja, wahrscheinlich ist es eine Mischung aus Absetzsymptomen und Überlastung, die dir so zusetzt. Da tust du dir mit zusätzlichem Freizeitstress, der das "du MUSST" noch mehr verstärkt, sicherlich keinen Gefallen.

Und ich gebe viel auf das, was Jamie weiter oben geschrieben hat. Wenn du schon an der Arbeit nichts ändern kannst, dann muss in der Freizeit wirklicher Ausgleich passieren. Sowas wie "Chillen in Barcelona?" Städtetrips in diesem Zustand können einem den Rest geben, wenn sie, wie so oft ein dichtes Programm beinhalten. Das habe ich auch selbst schon erlebt.

Alles Liebe
Kassiopeia
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Diagnose 3/2013: Schwere/mittlere Depression/Burn-Out induzierte D.>>März 2013: Venlafaxin 75 mg>>auf 225 mg
nach Abklingen der NW gut vertragen>>Dezember 2013: Um Tiefs (Schmerzen am ganzen Körper, extreme Schwäche)abzufedern auf 300 mg: stabile Stimmung, jedoch körperlich ständig erschöpft, extrem hohes Schlafbedürfnis und neue NW: "Stöße" am Hinterkopf + kurzzeitig schwankender Gang>>5.2.2014:225 mg Absetzsymptome: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, Weinerlichkeit, intensive (auch Angst-) Träume, Nachtschweiß, Kälteschauer, Kribbeln an den Fußsohlen. Positiv: Bin seitdem tagsüber nicht mehr so erschöpft und müde! AS nach etwa drei Wochen abgeklungen>>9.3.2014: Reduktion auf 200 mg. Erst Hochgefühl (manische Phase?) Plötzliche AS nach zehn Tagen: Kopfschmerzen, Augenbrennen, Rachenschmerzen, intensive Träume, Kälteschauer, Tinnitus verstärkt, Müdigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Gliederschmerzen, Verspannungen, Pessimismus, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Gefühl der Überforderung. Dann psychisch eine Besserung, jedoch werden die Krankheitssymptome heftiger: Kopf, Kiefer, Hals, Ohren, Zunge abwechselnd oder gleichzeitig, wechselnd besser und wieder schlechter>>26.4.2014:: 150 mg: Körperliche Schwäche und Gliederschmerzen. Halsschmerzen und Kopfschmerzen abwechselnd. Tinnitus, Müdigkeit. Nach etwa 1 Monat symptomfrei. Dann Tabletten vergessen: Alptraumnacht und massive körperliche Symptome. Wiedereindosiert nach 2 Tagen. Symptome nun wieder wie nach letztem Absetzschritt, mit Ausnahme von Halsschmerzen.
Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Samstag, 23.05.15, 15:06

Kassiopeia hat geschrieben: Sowas wie "Chillen in Barcelona?" Städtetrips in diesem Zustand können einem den Rest geben, wenn sie, wie so oft ein dichtes Programm beinhalten. Das habe ich auch selbst schon erlebt.
Liebe Kassiopeia,
zum Glück kann ich sagen, dass wir 5,5 Tage in Barcelona haben und beim Buchen schon gesagt haben: großer Relax-Anteil und eben nicht durch die Stadt hetzen von einem Hotspot zum nächsten. Hotel hat Dachterrasse mit Pool, Barcelona hat Strand. Nichtsdestotrotz befürchte ich auch nicht wirklich Gutes.

Ich bin auch gerade dabei, den Freizeitstress zu minimieren, allerdings: lernt man in der Therapie nicht, dass man gerade eben nicht auf Ausgleich verzichten soll? Ihr seht... ich bin völlig durch den Wind, was ist richtig, was ist falsch... :zombie:
Geht wohl nur Trial and Error...

Lieben Gruß
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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Kassiopeia » Samstag, 23.05.15, 15:43

Klar soll man nicht auf Ausgleich verzichten, und sich auch immer wieder dazu aufraffen. Ich denke aber, dass es auch auf das richtige Maß ankommt. Und auf die Qualität, damit es auch wirklich ausgleichend wirken kann. Da geht es glaube ich viel um Fragen wie: Konnte ich bei dieser oder jener Tätigkeit gut runter kommen und mich entspannen? War der Stadtbummel schön oder stressig? Was löst es aus, wenn ich daran denke, dieses oder jenes zu tun? Haben wir viel gelacht? Bringt mich die Erinnerung an die Unternehmung zum lächeln?
Diese Antworten lassen sich halt besser erspüren als vorschreiben. Denn leider gibt es kein Rezept.
Mich zu spüren ist für mich in der Therapie auch eine enorme Aufgabe, aber das zu lernen ist glaube ich notwendig, um eine innere Entscheidungsinstanz aufzubauen. Denn in der Theorie hat alles ein Für und Wider. Innere Gewissheit braucht eine festere Basis. Da habe ich aber noch einen langen Weg vor mir :schnecke:

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Absetzpause, Reha, Stabilisierung. Neue Diagnose: rezidivierende Depression und somatoforme Schmerzstörung
20.12.2014: Ca. 147,5 mg leichte Absetztsymptome
31.12.2014: Ca. 145 mg die ersten paar Tage nix, dann Schwitzen, Kälteschauer, Gliederschmerzen und Antriebslosigkeit
07.01.2015: Ca. 142,5 mg Schmerzen am ganzen Körper, grippig, morgens total im Eimer
17.01.2015: Ca. 140 mg
19.01: Bakterieller Infekt mit Fieber: Wegen heftiger Muskelzuckungen wieder zurück auf 142,5 mg
02.02. 140 mg
11.02. 137,5 mg
13.03. 132,5 mg
05.04. 127, 5 mg
23.04. 125 mg
27.05. 122,5 mg
10.06. 120 mg
04.08. 117.5 mg
18.08. 115 mg
08.09. 75 mg. hypomanische Phase, Schwitzen, Kälteschauer, Träume, dann Tief mit Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Gliederschmerzen.
03.01. 7 Kügelchen weniger
08.02. 10 Kügelchen weniger
28.02. 15 Kügelchen weniger - also bei etwa 70,8 mg
14.03. 20 - etwas zu früh
Umstellung von morgendlicher Einnahme auf abends
2.5. 25 Kügelchen weniger
15.5. 30 Kügelchen
28.5. 35 Kügelchen
20.6. 40 Kügelchen
14.7. 45 Kügelchen
2.8. 55 Kügelchen - der Schritt war anscheinend zu groß. Enorme Erschöpfung und Schmerzen in den Fingern, Händen, Füßen, Oberarmen, Oberschenkeln, Kribbeln im Gesicht, Halsschmerzen. Jeder Schritt ist anstrengend.
1.9. 60 Kügelchen
20.9. 65 Kügelchen
5.10. -70 Kügelchen :schnecke: :o
16.10. -75 K.
30.10. -80 K.
20.11. -85 K.
20.12. -90 K. - immer noch ca. 50mg to go :frust:
weitergemacht in dem Tempo, bis ich gemerkt habe, dass eine vergessene Dosis mir kaum mehr etwas ausgemacht hat, da hab ich dann immer geschwindelt und bin am nächsten Tag deutlich niedriger eingestiegen.
Ab 1.5.2017 Countdown von 70 Kügelchen, jeden Tag eines weniger
1.7.2017 9 Kügelchen to go
10.07.2017 - 0. Ich bin gereizt und weinerlich, meine Muskeln ziehen, es kribbelt und mir schlafen die Gliedmaßen ein

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Re: Neu hier - Venlafaxin absetzen

Beitrag von Clarice » Montag, 25.05.15, 11:09

Kassiopeia hat geschrieben:Denn in der Theorie hat alles ein Für und Wider.
Oh ja, bei diesem für und wieder halte ich mich das ganz WE schon auf.
Mir geht es ziemlich mies. Ich hatte seit Donnerstag jeden Tag ein Tief mit Weinen. Zweimal morgens, zweimal mittags.
Meine Gedanken rattern den ganzen Tag! insbesondere um die Entscheidung, morgen arbeiten zu gehen oder nicht. Es kann beides falsch oder richtig sein, wer weiß das schon. Gehe ich arbeiten und bin irgendwann völlig am Ende, falle ich ewig aus und muss am Ende auch noch in die Klinik. Gehe ich nicht arbeiten, muss ich aber irgendwann wieder und stehe dann vor einem Berg, es sei denn ich bin so lange krank, dass die Arbeit umorganisiert werden muss. :o

Viele Grüße Clarice
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