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Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

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Wolf79
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Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 20.03.16, 9:46

Hallo,

mein Name ist Wolfgang, bin 68 Jahre und wohne in Düsseldorf.
Seit nunmehr über ca. 30 Jahre nehme ich immer mal wieder Tavor (generelle Angststörung-Herzbezogen/Panikattacken usw.).
Auch Imap wurde gespritzt, allerdings seit ca. 6 Jahren nicht mehr.
Manchmal 3-4x die Woche (Tavor) , dann wieder wochenlang nichts , und auch mal einige Tage durchgehend. Nie mehr als 1 Mg ( überwiegend nur davon die Hälfte).
Tavor hat mir kurzfristig oft -Situationsbedingt- das Leben erleichtert und war immer eine große Hilfe, bisher ohne erkennbare Nebenwirkungen.
Seit einigen Wochen jedoch -wegen u.a. Fam.Stress mit der Ausicht auf erhebliche negative finanzielle Auswirkung- habe ich keine längeren Pausen mehr gemacht, sondern die Gabe ist überwiegend bei 3-4x die Woche oder auch mal mehr geblieben.
War zwischenzeitlich in einer psychosomatischen Klinik , habe dort auf Tavor verzichtet , hatte aber erhebliche Probleme mich dort entsprechend einzulassen und habe dann wegen meiner Rastlosigkeit/Unruhe dort abgebrochen. Konnte mir das aber nicht erklären.
Stelle jetzt seit einiger Zeit fest, das es mir hier zu Hause auch so geht, wenn ich auf Tavor 2-3 Tage verzichte.
Mein Blutdruck spielt verrückt (trotz Senker), mein Kopf brummt ständig mit dem Gefühl er würde platzen und an Schlaf ist kaum mehr zu denken.

Habe jetzt hier über die u.a. auch gefährlichen Absetzprobleme gelesen und Angst bekommen und deshalb nach ca. 5 Tagen Pause gestern nacht 1Mg Tavor genommen und beobachte mich nun jetzt.
Sind denn solche Auswirkungen auch hier bekannt ?
Bin eigentlich schon immer ein Stress-Typ gewesen (auch Hochsensibel) und hatte mir bzgl. Tavor bzw. wegen der o.g. Symptome zunächst keine größen Gedanken gemacht, werde nun aber doch "hellhörig".
Werde das am Montag mit meiner Ärztin besprechen. Die meinte allerdings bisher und auch mein Therapeut (Neurologe), das man bei einer Gabe v. ca. 3-4x die Woche (egal welche Menge) kaum Abhängig werden könne.
Erstmal danke für Euer Interesse

Gruß
Wolfgang
Zuletzt geändert von padma am Samstag, 23.05.20, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Lisamarie
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 20.03.16, 10:39

Hallo Wolfgang,

willkommen im ADFD.

Also ich denke du bist in einer Abhängigkeit gelandet, da Lorazepam sehr potent ist,Rastlosigkeit und Unruhe, wie der verrückt spielende Blutdruck, sowie Schlafprobleme sind wahrscheinlich Absetzprobleme. Du hast es ja in letzter Zeit praktisch jeden 2 Tag genommen.

Liste der möglichen Absetzproblematiken , gilt nicht nur für AD,s http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html

Ja das wäre intressant zu erfahren wie es dir jetzt nach 5 Tagen Pause geht. Wie ging es dir die 5 Tage ohne ?

Also wenn sich das heute alles gelegt hat was du an Symthomen hattest dann bist du ganz klar in einer Abhänigkeit gelandet. Dann wäre es wichtig dich erstmal auf einer täglichen Dosis von ungefähr 0,5 mg Travor einzustellen und es dann langsam auszuschleichen, wir hier im Forum setzen alle zwei bis vier Wochen höchstens 5% ab, vielleicht wäre es auch besser auf ein Benzo zu wechseln mit einer längeren Halbwertzeit wie b.s.w.Diazepam Oxazepam einzustellen. Und dieses dann auszuschleichen, du kannst es natürlich auch mit dem Travor versuchen, aber das wird etwas schwieriger, weil es eine geringe Halbwertzeit hat und man tagsüber in Minientzüge kommen kann.
Ich schick dir mal ein paar Infos mit:

viewtopic.php?f=19&t=2207
viewtopic.php?f=19&t=9913
lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Wolf79
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Tavor als Dauermedikation ?

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 20.03.16, 10:40

Hallo,

wenn ich das hier so alles lese, bekomme ich Angst was auf mich zu kommen könnte.
Habe die letzten Tage mal über die vergangenen Jahre nachgedacht und muss feststellen, das es mir nach der Einnahme von max. 1 Mg Tavor (immer Schmelztabs) die folgenden ca. 2 Tage immer besser ging und ich wohl -trotz unreglmäßiger Einnahme je nach Bedarf- schon seit Längerem eine gewisse Abhängigkeit entwickelt haben könnte.
Wenn ich versuche die ganzen Medis/Spritzen usw. der letzten ca. 30 Jahre aufzuzählen, wird mir Angst und Bange, was der Körper/Psyche so alles aushalten muss/kann. Wegen der Angst vor möglichen Nebenwirkungen habe ich die z.B. AntiDepris nie länger genommen und oft gewechselt ,bis auf Cypralex mal länger als ca. 1 Jahr. Habe meine Ärztin damit schon fast zur Verzweiflung gebracht.
Seit über 4 Jahren nehme ich außer Tavor und Blutdrucksenker nichts anderes mehr.
Überlege aber tatsächlich schon länger, ob ich Tavor als sog. Erhaltungstherapie ständig nehmen soll (wie bisher kontrolliert ca. 3-4x die Woche).
Werde nächstes Jahr 70 , bin zwar sportlich durchtrainiert, habe aber trotzdem einige gesundheitliche Probleme u.a. seit 5 Monaten einen unangenehmen Hautkrebs am Kopf. So wie bisher hats mit Tavor ja ganz gut geklappt und warum soll ich mir die Absetzprobleme aufhalsen.
Obwohl ich ja insgeheim gerne davon los käme.
Wer weiß wie es in Zukunft gesundheitlich mit mir weiter geht und einen Entzug mit den hier beschrieben Nebenwirkungen würde ich nicht überstehen.
Denke ernsthaft darüber nach.

Wolfgang

Lisamarie
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 20.03.16, 10:51

Hallo Wolfe,hab jetzt erst deinen zweiten Text entdeckt, bitte schreib in deinem Thread und das ist natürlich Abwägungssache ob du noch ausschleichen möchtest, ne Entzug ist leider kein Spaziergang und wenn es dir sowieso gesundheitlich nicht gut geht würde ich beinah sagen nimm es weiter, ich weiss ist nicht die Philosophie unseres Forums, weil wir ein Absetzforum sind und Menschen begleiten die ihre Medikation los werden wollen.

Aber du nimmst es 3 bis vier mal die Woche, vielleicht kannst du mit dir selber einen Pakt schliessen es nur noch 3 mal die Woche zu nehmen, was dann ja auch schon besser ist wie vier mal und ersparst dir den Rest.
lg Petra
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Wolf79
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 20.03.16, 10:56

Hallo Petra,
danke für die Begrüssung .
Ja, ich habe zumindest mal ca. 4 Stunden an einem Stück geschlafen und bin gelassener i.d. Tag gegangen. Mal sehen wie sich der Tag heute entwickelt. Es geht mir mit Sicherheit besser als die Tage davor (bis jetzt wenigstens).
Werde weiter berichten. Bin auch froh auf dieses Forum gestoßen zu sein.

LG
Wolfgang

Wolf79
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 20.03.16, 11:06

Hallo Petra,

bin ja noch gewillt die Dinger abzusetzen, aber denke eben auch über die andere Alternative nach.
Dann wäre ich natürlich hier im Forum falsch. Da hast Du recht.
Werde das alles mit meiner Ärtzin und meinem Therapeuten besprechen.
Die Ärztin (internistin) geht übrigens locker mit Tavor um. In Zeiten, wo es mir psychisch ganz schlecht ging hat sie mir empfohlen Tavor doch mal mindestens 1/2 Jahr täglich ohne Unterbrechung zu nehmen.
Angesprochen auf die Abhängigkeit gab sie als Beispiel eine Patientin an, die auch über 6 Monate 6 Mg täglich Tavor genommen und danach problemlos ausgeschlichen hätte.

LG
Wolfgang

Lisamarie
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 20.03.16, 11:35

Hallo Wolfgang, deine Internistin ist ja wirklich ne Hausmarke, nach einem halben Jahr täglicher Einnahme bist du abhängig und das die Patientin so absetzen konnte ohne Probleme daran Zweifel ich etwas, obwohl es immer wieder Menschen gibt die das können, aber auf sowas würde ich mich nicht verlassen. Les mal im Benzobereich, ich quäl mich seit zwei Jahren durch den Entzug und mal eben so absetzen, das wäre herrlich ist aber leider sehr selten so.

Und nein du bist im Forum nicht falsch, das wollte ich damit auch nicht sagen, aber ist für mich das erste mal das ich sage ja mei nimm es halt weiter, du bist im Niedrigdosisbereich und musst nicht erhöhen, nimmst es alle drei vier Tage. Also da sehe ich jetzt nicht die große Gefahr drin, wenn du es weiter nimmst. Zumal es schwierig ist dir mit dem Absetzen was zu raten, wir dosieren von einer festen täglichen Dosis ab und du kommst mit den alle zwei drei Tage nehmen gut klar.

Und ob man sich mit 70 noch einen Entzug antun möchte dazu würde ich nicht unbedingt raten, aber natürlich entscheidest du das und wir unterstützen dich auch wenn du dich fürs Absetzen entscheidest, aber genauso gut verstehe ich wenn du sagst ne das will ich mir nicht antun.
Lg Petra
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Wolf79
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 20.03.16, 14:54

Hallo Petra,

nochmals danke für Deine letzte Antwort dazu.
Irgendwann wird man (egal welcher Arzt) als lästig angesehen und landet auf der psychosomatischen/Psycho-Ecke.
Dann muss der Patient irgendwie (egal womit) ruhig gestellt werden.
Hab hier im Forum vieles an Medis gefunden, die ich auch "probiert" habe wie:

Fluoxetin,Mirtazapin,Trimipramin,Venlafaxin,Quetiazipin , Insidon usw.usw. meine Liste würde noch länger werden.
Auch gegen meine Schmerzen nach einem Wirbelbruch habe ich Valeron "versucht" und noch einiges mehr.
Hätte Probleme damit die Imap-Spritzen i.d. Anfangszeiten der Ängste u. Panikattacken -vor ca. 30 Jahren- zahlenmäßig zu erfassen.
Über evtl. Spätfolgen war man sich seiner Zeit noch nicht ganz klar, aber es jedesmal 1 Woche sehr gut geholfen.
In über 30 Jahren kommt einiges zusammen, aber wier geschrieben seit ca. 3 Jahren oder sogar mehr nichts mehr davon.
Evtl. hatte ich ja schon vor Jahren- aus unkenntnis u.wegen der öfteren Wechselei- bestimmte Entzugsprobleme und habe das zeitweise mit Tavor überdeckt, weil ich das nicht einordnen konnte und habe dabei meine Grundangsterkrankung immer schön am Laufen gehalten.
Zig-psychosomatische KH-Aufenthalte und ambulante Psychotherapien haben leider in den ganzen Jahren keine wesentliche dauerhafte Änderung gebracht.
Kenne mich bereits in und auswendig aber ich konnte für mich bisher nichts ins Positive umsetzen, warum auch immer.
Entschuldige, wenn ich jetzt etwas weit ausgeholt habe, aber was ich eigentlich sagen will ist, ich hätte nie für möglich gehalten, das man v.d. o.g.Medis derartige -wie hier beschrieben- Absetzprobleme bekommen kann. Sind doch überwiegend oder "nur" AD-Medis oder angstlösende die lt. Beipackzettel und nach Aussagen der Ärzte kein Abhängigkeitspotenzial haben, wohl aber teilweise "nur" kurz problemlos ausgeschlichen werden sollten.
Seit Wochen legt mir mein längjähriger Psychotherapeut der auch Internist u.Neurologe ist u.Leiter einer Tagesklinik war,Promethazin oder Quetiazipin oder sonstiges ans Herz, das niemals Abhängig machen würde.
Kann mich nur wiederholen, dieses Forum macht zwar ängstlich aber ist sehr hilfreich und eine Bereicherung meiner bisherigen Erkenntnisse.

LG
Wolfgang

Lisamarie
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Re: Vorstellung und Frage zu Tavor

Beitrag von Lisamarie » Sonntag, 20.03.16, 19:05

Hallo Wolfgang, ja das kennen wir auch das man schnell in der Psychoecke landet. Scheint an der Zeit zu liegen das man jede Erkrankung erstmal auf die psychosomatische erhebt und dagegen gibt es ja so tolle Psychopharmaka. :frust:

Und du hast ja schon ne Menge durch :o und das kann ich mir auch vorstellen das das eine oder andere mal sicher Absetzprobleme waren, die Ärzte nicht als solche erkennen und für die dann immer gleich die Grunderkrankung zurück gekommen ist :o inzwischen steht in den meisten AD,s Beipackezettel das es ausgeschlichen werden muss, was für mich unlogisch ist, denn wenn es nicht abhängig machen würde, bräuchte man es nicht auszuschleichen.

Die Pharmaindustrie benutzen da einen Trick, sie sagen AD,s und NL machen nicht süchtig, was richtig ist denn sie lösen kein Craving aus wie die Benzos , aber sie machen eindeutig abhängig wie du hier im Forum lesen kannst.

Du kommst mit deiner Benzosdosis aus, lass dich bitte nicht auf Promethazin oder Quentiapin ein, das sind Neuroleptiker die ihr eigenes Gefahrenpotenzial haben. Und du hast genug Experimente hinter dir , da sollte jetzt nicht weiter in deiner Gehirnchemie rumgefuscht werden. Und wenn der Neurologe die Medikamente so gerne hat steht dem ja nichts entgegen das er sie selber schluckt. :sports:

Schau doch mal Hier rein vielleicht findest du dort noch Anregungen für dich die dir in deinem Leben weiterhelfen.

viewforum.php?f=4
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
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Wolf79
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Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Wolf79 » Freitag, 22.05.20, 17:48

Hallo,

war ja lange nicht hier. Möchte aber einige Fragen stellen :

Seit ca. Juli 19 nehme ich täglich Tavor . Anfangs insgesamt max. 1 mg (Tabs) pro Tag , entsprechend geteilt bzw. verteilt über den Tag.
Nunmehr seit ca. 3 Monaten nur noch 0,25 (also 1/2 vo. 0,5 mg) abends vor dem Einschlafen.
Bei Bedarf jedoch auch ganz selten mal 0,25 mg zusätzlich tagsüber.
Ich versuche nun seit 5 Tagen jeweils einen Tag zu überspringen -also einen Tag/Nacht ohne- ging eigentlich bisher ganz gut, trotz der teils wachen Nächte ( habe mein ganzes Leben bisher nie gut schlafen können, also nichts neues für mich).
Komischerweise geht mein Puls nun langfristig in den Keller, selten über 60 und ich bin tagsüber extrem schlaff und müde und meine teils schmerzhaften
Verspannungen in Brust/Herznähe nehmen zu und damit auch die Ängste.
Leide seit Jahrzehnten unter einer Herzphobie/Neurose und Ängsten um mein Herz und vor einem plötzlichen Tod.
Tavor ist mir auch seit Jahrzehnten als "Lebensretter" bei Panik/Ängsten usw. bekannt , also als sog. Bedarfsmedikation und nie über längere Zeiten dauerhaft.
Bin mittlerweile 72 Jahe alt und hatte auch mal -mit Absprache der Ärzte, sie ist übrigens dafür- überlegt Tavor in überschaubarer Dosis dauerhaft einzusetzten, weil ich u.a. noch mit einigen körperlichen Baustellen ( Krebs (aber gut im Griff) usw. zu kämpfen habe.
Ich versuche nun aber trotzdem von der dauerhaften Einnahme von Tavor so langsam Abstand zu gewinnen .
Ist ja nur eine Mini-Dosis, aber ist dieses "Strecken" der Dosis wie o.a. so in Ordnung ? oder muss ich möglicherweise noch mit mehr Absetzprobleme rechnen ?
Beim lesen der Beiträge hierzu bekomme ich schon etwas"schiss".

Danke und Gruß

Wolfgang

padma
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Re: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von padma » Freitag, 22.05.20, 18:46

hallo Wolfgang, :)

willkommen zurück.

Deine Frage ist hier im falschen Bereich, ich verschiebe sie später in deinen thread, im Bereich "Hier bist du richtig" viewtopic.php?t=11265
Nach dem Verschieben findest du deinen thread dann bei "Hier bist du richtig" auf der ersten Seite.

Du bist zwar nicht neu, ich setzte dir vorab hier schon mal unseren Begrüssungstext rein, da dieser wichtige Infos enthält:

Begrüssungstext:


Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Clarissa
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Re: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Clarissa » Samstag, 23.05.20, 10:12

Hallo, Wolfgang.

Wenn es Dir gelingt, mit einer überschaubaren Dosis Tavor ein gutes Leben zu führen: warum nicht?

Benzoentzug ist richtig Streß und kann Jahre des Lebens beeinträchtigen..

Tage erzwungen auszulassen bei der Einnahme ist große Belastung für das ZNS: dieses Auf und Ab mit Tavor mit seiner kurzen Halbwertszeit.

Hauptsache, Du mußt wegen Toleranz nicht immer weiter und exorbitant steigern!

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Wolf79
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Wolf79 » Sonntag, 24.05.20, 17:00

Hallo Clarissa,,
vielen Dank für Deine Antwort.
Hatte bisher niemals einen Steigerungswunsch der Dosis.
Aber es stimmt schon, ist wohl so mit der Belastung des ZNV bei wechselhafter Einnahme selbst bei meiner kleinen Dosis.
Man (ich) will es ja nicht wahrhaben aber ich merke es schon . Irgendwie ist man auch noch beruhigt , das es auch 1-2 paar Tage ohne geht und glaubt das ein richtiger Entzug zu verkraften sei bzw. evtl. überhaupt keine Abhängigkeit vorliegt. Denke ja immer, das könnte bei dieser Mini-Dosis nicht sein.
War und bin -auch noch mit 72- schon immer ein ruheloser Sresstyp und würde z.Zt. auch aus physischen Gründen die Belastung eines Entzugen wohl nicht überstehen, obwohl ich schon gerne "ohne" sein und die Kontrolle über mich -ohne diese "Hilfsmittel" lieber selber hätte.
Mal sehen....
Schön, das Du schon lange Zeit ohne Medis auskommst.
Alles Gute

LG
Wolfgang

Clarissa
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 24.05.20, 17:49

Hallo, Wolfgang.

Ich bin mir ganz sicher, daß bei Dir eine Abhängigkeit vorliegt und ein Entzug nicht ohne weiteres von Dir verkraftet wird. Mit zunehmendem Alter wird zudem alles schwieriger :wink: , leider.

Am besten, Du lebst ein gutes Leben mit einer konstant niedrigen Dosis Tavor und denkst nicht weiter darüber nach.

Bei mir MUSSTE Benzo bzw. Z-Substanz weg, ich war richtig in die Toleranz geraten :( !

Alles Gute und VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von lunetta » Sonntag, 24.05.20, 19:43

Lieber Wolfgang!

Ich finde es super, dass du deinen Tavorkonsum kritisch anschaust, und dir auch bei deiner wirklich kleinen Dosis, Gedanken machst, ob und wie du es ganz absetzen könntest.

Natürlich wäre es möglich ein Leben lang eine geringe Dosis einzunehmen, aber erfahrungsgemäß kommt fast jeder früher oder später in die Toleranz und müßte dann die Dosis erhöhen um den gleichen Effekt wie vorher zu haben.

Wir hier im Forum sind ja nicht FÜR Psychopharmaka, also können wir auch nicht ruhigen Gewissens sagen es lebenslang einzunehmen und sich weiter keine Gedanken zu machen ist ok, auch wenn die Dosis nur gering ist, das wäre gegen unsere Regeln.

Du bist 72 und Absetzen ist wirklich kein Zuckerschlecken, aber es ist auch nie zu spät, dass man sich dranwagen könnte;)

Ich persönlich würde es auch überhaupt nicht schlimm finden, wenn es nicht gelingen würde, ich nehme selbst noch PP ein, also wäre ich die letzte die mit Steinen wirft, wenn sie im Glashaus sitzt. Und auch ich setze es nur im Schneckentempo ab.

Trotzdem würde ich gerne in den Raum stellen, dass ein ganz ganz sanftes Reduzieren dir vielleicht helfen könnte, ganz von Tavor loszukommen.

Du könntest eventuell versuchen mit der Wasserlösemethode nur Winzmengen der Ausgangsdosis, alle paar Wochen zu reduzieren, und hättest damit vielleicht das Erfolgserlebnis, dass du ganz kleine Mengen weniger einnimmst, und wenn es nur 0,1 mg in einem Jahr ist - und mit der Wasserlösemethode kriegst du auch Mengen von 0,01mg hin, und könntest so gaaaaaaaaaaaanz langsam, ganz wenig absetzen, aber du hättest das Gefühl, dass du etwas in Richtung Benzofreiheit tust.

Es gibt hier user, die sehr strikt komplett gegen PP sind und nicht müde werden gegen PP-Einnahmen zu sein, aber prinzipiell versuchen wir jeden als Individuum zu sehen, und den einzelnen Fall zu sehen und dann demjenigen zu helfen versuchen von seinem Medikament loszukommen.

Ich sehe die Gefahr der Toleranz, die fast bei jedem Benzokonsumenten früher oder später kommt, und deshalb wäre es doch vielleicht überlegenswert ob und wie du so schonend wie möglich zumindest den Versuch wagst, langsam zu reduzieren.

Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn du es zumindest nicht ausschließt, und aus Angst vorm Absetzen den Versuch nicht wagen würdest, und ich beziehe mich jetzt nur auf deinen ursprünglichen post, in dem du ja schreibst, dass du eigentlich gerne OHNE das Benzo leben würdest.

Und wenn du auch nur auf eine noch kleinere Dosis (z.B. 0, 125mg kommst), wäre das schon ein persönlicher Erfolg!

Sollte es dir nicht möglich sein, bleibt immer noch es so zu nehmen, dass du damit ein lebenwertes Leben leben kannst, aber du hättest es zumindest versucht;)

Die Einnahme auf alle 2 Tage zu strecken ist schlecht, da es durch ein An- und Abfluten das ZNS sehr streßt, also keine gute Idee ist.


Ich wollte dir nur noch mal das Für und Wider aufzeigen, und wünsche dir eine weise Entscheidung!

Alles Liebe und Gute! GLG
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Clarissa
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 24.05.20, 20:45

Hallo, Wolfgang.

Ich bin so eine Userin, die strikt gegen PP-Einnahme ist und nicht müde wird, davon abzuraten, besonders die Benzos betreffend, denn das Thema kann ich beurteilen.
Aber bei Dir ist das Kind leider längst in den Brunnen gefallen und es geht um Schadensbegrenzung in meinen Augen.

Ich habe so viele schon am Benzoentzug scheitern sehen oder sich unfaßbar quälen. Ich gehöre selbst zu Letzteren. Ich weiß nicht, wie man das Ü70 durchhält, es war mit 60 schon schwer genug.

Ich würde heute noch Benzos nehmen, wenn mein Leben nicht durch Toleranz völlig aus den Fugen geraten wäre. Diese Gefahr besteht natürlich. Ich bin gottfroh, daß mein Leben nicht mehr von Medikamenten bestimmt wird. Aber ich bin immer noch beeinträchtigt.

Nun mußt Du selber entscheiden, welchen Weg Du gehst. Es ist schwer.

Ich feiere jeden, der sich von den Benzos befreien kann!!!

Alles Gute und VG von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

padma
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von padma » Montag, 25.05.20, 19:17

hallo, :)

ein Benzoentzug kann auch moderat verlaufen. Eigene Erfahrungen lassen sich nicht verallgemeinern. Auch im höheren Alter kann ein Benzoentzug noch gelingen.

Wolfgang :) , die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Es gibt durchaus Gründe die dafür sprechen (NW, Sturzrisiko, Risiko der Toleranzbildung).Wenn du einen Entzug gerne versuchen möchtest, dann kannst du sehr vorsichtig reduzieren.

Wenn du sagst, es ist dir zu heikel, du möchtest dir das nicht zumuten, dann ist auch das in Ordnung.

Beide Alternativen haben ihre Risiken. Der Versuch eines Entzugs ist eine Herausforderung aber auch eine Chance.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Wolf79
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Wolf79 » Mittwoch, 27.05.20, 20:27

Hallo,

herzlichen Dank für die vielen Anregungen sowie Erfahrungsberichte und Tips zur möglichen Reduzierung/Entzug.
Für mich sehr interessante, hilfreiche und auch aufschlußreiche Beiträge auch mit viel Herz und Gefühl.
Leide ja u.a. immer wieder unter Herz/Kreislaufproblemem mit zeitweise extrem schwankendem Blutdruck sowie Puls.
Die letzten Jahrzehnte habe ich ja immer wieder -überwiegend bei Bedarf- mal z.B. 2 Tage ,dann mal 1 Woche, dazwischen wochenlag nichts usw.usw.
Tavor-Tabs allerdings selten mehr als max. 1 mg pro Tag genommen und nun ja seit einigen Monaten eigentlich täglich in kleiner Dosis.
Glaube nun, das die genannten Beschwerden wohl auch Tavor geschuldet sind/waren.
Dieses jetztige Strecken lasse ich auch lieber.
Einen richtigen Entzug mit entsprechenden "Nebenwirkungen" würde ich z.Zt. wohl körperlich und psychisch nicht überstehen.Meine Ärztin würde mich dabei zwar begleiten ist aber doch der Meinung, das ich dies z.Zt. nicht in Erwägung ziehen sollte , da mir die durch "echte" Krankheiten bedingten physischen Belastungen doch sehr viel Angst machen und es mir mit Tavor doch besser geht.
Es stehen noch einige Untersuchungen aus und man könne dann auch nochmal darüber reden.

Also, ich würde gerne ohne Tavor sein und den Weg der ganz langsamen -schonenden- Reduzierung wie von Lunetta angeregt wäre sehr interessant.

Nochmals allen vielen Dank

LG
Wolfgang

lunetta
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 27.05.20, 21:22

Lieber Wolfgang!

Ich kann dich sehr gut verstehen!

Ich hatte Ende letzten Jahres 3 schwere Gehirn-OP`s und überstand die Krankenhaus-Aufenthalte und Therapie bzw. Kontrolltage auch nur mit Tavor, auch nur maximal 1mg, und Diazepam muß ich als Krampfschutz einnehmen.

Ich leide seit meiner Tumordiagnose an schwersten Angstzuständen, und die Op`s und die nachfolgende Zeit mit einer nicht heilen wollenden Kopfwunde, mit unzähligen Kontrollterminen, schon während Corona in überfüllten KH- Warteräumen, haben mich jedesmal auf`s Neue traumatisiert.

Trotzdem setze ich gaaaaaaaaaaaaaaaanz langsam ab.
Immer nur ein Tröpfchen alle paar Wochen, dazwischen immer lange Pausen.

Ich mache das für mich und damit ich das Gefühl habe, dass das Benzo nicht mein Leben bestimmt, sondern, dass ich wenigstens noch ein klein wenig mitwirken kann, dass ich es irgendwann einmal losbekomme.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute! GLG
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Wolf79
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Re: Wolf79: Tavor-Entzug richtig ?

Beitrag von Wolf79 » Samstag, 30.05.20, 14:15

Hallo,

meine Güte was hast Du erlebt und trotzdem kommt durch die Zeilen sehr viel postives rüber.
Dir auch alles erdenklich gute und ich werde später mal berichten wie es um mich steht.

Ein schönes Pfingstwochenende ebenso Euch allen.

Liebe Grüsse aus Düsseldorf
Wolfgang

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