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Studie zum Absetzen von Psychopharmaka

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Murmeline
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Studie zum Absetzen von Psychopharmaka

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 06.09.15, 22:43

Die kleine Studie "Coping with coming off" wurde von MIND durchgeführt, einer mental health charity in England und Wales. Die Studie basier auf kurz- und Tiefeninterviews.

Zusammenfassung:
Why stop?
Die häufigsten Gründe für den Wunsch, Medikamente abzusetzen, waren Nebenwirkungen und der Wunsch, diese nicht dauerhaft/langfristig einzunehmen.

Doctors and patients
Die Studie zeigte signifikante Schwierigkeiten zwischen Ärzten und Patienten:
  • Ärzte konnten nicht voraussagen, welcher Patient erfolgreich absetzen wird. Wer die Medikament entgegen der Anweisung des Arztes reduziert hat, hatte eine genauso hohe Wahrscheinlichkeit, erfolgreich Abzusetzen, wie die Patienten, bei denen der Arzt dem Absetzen zugestimmt hat.
  • Menschen, die Stimmungsstabilatoren und Neuroleptika eingenommen haben, haben am ehesten gegen ärztlichen Rat abgesetzt oder ohne es ihrem behandelnden Arzt mitzuteilen. 2/3 haben es gegen ärztlichen Rat oder ohne diesen zu informieren versucht[/i]
  • Wenn Ärzte beim absetzen beteiligt waren, dann waren sie die am wenigsten hilfreichen Unterstützer. Die Hälfte derer, die Unterstützung des Arztes gesucht oder bekommen haben, fanden diesen hilfreich. Im gGgensatz dazu fanden 9 von 10 Menschen, die Hilfe oder Unterstützung bei Beratern oder Therapeuten suchten, diese hilfreich, genauso wie die Hilfe anderer Betroffener.
Diese Ergebnisse fordern generelle Annahmen heraus. Die erste Annahme ist, dass Menschen nicht ohne ärztliche Beratung versuchen sollten, Medikamente abzusetzen. die zweite Annahme ist, dass Ärzte besser als ihre Patientne wissen, wer sicher und gut Psychopharmaka absetzen kann.

Schwierigkeiten
Von den Interviewten haben die Hälfte Schwierigkeiten beim absetzen gehabt, darunter besonders Unruhe/Angst, Schlafprobleme udn Depressionen. Diejenigen, die SSRI abgesetzt haben, hatten noch eher Probleme als diejenigen mit Stimmungsstabilisatoren und Neuroleptika.

Vorteile
Als man alle, die erfolgreich komplett abgesetzt hatten, nach den Vorteilen fragte, benannten diese folgendes: besser kognitive/mentale Fähigkeiten, mehr-am-Leben fühlen, Kraft und Kontrolle wurde zurückerlangt, keine Nebenwirkungen mehr und das gute Gefühl, das Leben ohne Psychopharmaka selbst zu managen.

Empfehlungens
• All people who prescribe psychiatric drugs to have training in how to support people who take them.
• More funding for services to support people through coming off psychiatric drugs.
• Learning from best practice in mental health and substance misuse organisations.
• Commissioning of user-led projects offering independent information, advice and mutual support for people on psychiatric drugs.
• Dialogue between all interest groups concerned with taking or prescribing neuroleptics and mood stabilisers.
• Further research into people's experiences of trying to come off neuroleptics and mood stabilisers.


http://www.theicarusproject.net/sites/d ... fStudy.pdf

Der Leitfaden von MIND zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika oder auch Benzodiazepinen findet sich hier:
http://www.mind.org.uk/media/4727659/co ... 16-pdf.pdf
Zuletzt geändert von Murmeline am Dienstag, 29.11.16, 9:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link erneuert
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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