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Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD (NL, Benzos)

Verfasst: 12.05.2017 09:48
von LinLina
Hallo :group:

Wir haben immer wieder Mitglieder, die zu schnell abgesetzt haben und die entweder schon unter Symptomen leiden oder wo die Gefahr besteht dass sie noch verzögert schwere Symptome bekommen.

Wir empfehlen dann meist eine kleine Menge wieder einzudosieren, je nach dem wie lange das Absetzen her ist und wie hoch die letzte Dosis war, meist nur 1-2 mg.

Der Versuch einer Wiedereinnahme einer kleinen Menge macht vor allem in den ersten Wochen nach dem Absetzen Sinn, es kann aber teilweise auch nach wenigen Monaten noch funktionieren. Es gab auch einzelne Fälle, wo nach vielen Monaten eine Wiedereinnahme hilfreich war, aber das ist eine Abwägungssache und das würde ich nicht pauschal empfehlen.

Ausführlich ist diese Empfehlung auch in unserer FAQ beschrieben.

Es ist passiert häufig, dass Betroffene entweder nicht wieder eindosieren wollen, weil sie das Medikament einfach weg haben wollen, oder sich nicht trauen es wieder einzunehmen. Dann gibt es noch die Variante dass man sich einfach nicht vorstellen kann, dass kleine Dosierungen eine Auswirkung haben. All das ist verständlich.

Betroffene lassen es dann entweder ganz, oder nehmen eine viel zu hohe Dosis ein, die schlimmstenfalls auch paradoxe Wirkungen haben kann bzw. relativ häufig starke Unverträglichkeitsreaktionen hervorruft. Auch kann man häufig bei hohen Dosierungen aufgrund von vermehrten Nebenwirkungen nicht mehr gut bewerten, ob die Wiedereindosierung einen positiven Effekt hat.

Die Wiedereindosierung einer kleinen Menge ist keine Garantie für das Verschwinden von Symptomen, aber meist die einzige Option schwere Symptome abzumildern oder vorzubeugen.

Einige Mitglieder haben gute Erfahrungen damit gemacht, eine kleine Menge wiedereinzudosieren (Ausnahme: Lebensbedrohliche Nebenwirkungen des Medikaments, dann sollte man von einer Wiedereindosierung i.d.R. absehen).

Sollte der Versuch dennoch misslingen, hilft leider meist nur die Zeit, aber es ist wirklich empfehlenswert es vorsichtig auszuprobieren. Man kann sich damit oft schneller stabilisieren und erholen als mit einer "Durchhaltetaktik".

Wenn man sehr unsicher ist bzw. erfahrungsgemäß sensibel reagiert, kann man es auch erstmal z.b. nur mit 0,5 mg oder 0,3 mg versuchen.

So eine kleine Menge lässt sich dann später auch ganz gut absetzen in kleinen Schritten, wenn man sich erstmal stabilisiert hat, man fängt nicht wieder "von vorne an" mit dem Entzug.

Wichtig ist, nicht unbedingt schnelle Verbesserungen zu erwarten und die Dosis auch nicht schnell wieder zu verändern, sondern z.b. erstmal 1-2 Wochen auf 1 mg aushalten bevor man bewertet, ob sich etwas verändert hat und evtl. die Dosis leicht nach oben oder unten anpasst (Ausnahme: starke Verschlechterung durch die Wiedereinnahme, dann sollte direkt abgebrochen werden).

Eine wirkliche Stabilisierung nach dem Wiedereindosieren kann, individuell unterschiedlich, einige Wochen dauern. Wobei sich oft bessere Zeiten (Fenster) mit symptomreicheren Zeiten (Wellen) abwechseln.

Um den Erfolg einer Wiedereindosierung abschätzen zu können, ist es wichtig täglich das Symptommuster und die Stärke der Symptome möglichst genau aufzuschreiben.

Nur so kann man abschätzen, ob sich die Symptome bessern, verschlechtern oder gleich bleiben oder alte Symptome verschwinden und dafür neue Auftauchen. Ohne diese Aufzeichnung ist es sehr schwer, die Wiedereindosierung zu beurteilen.

Bevor man dann wieder ans reduzieren denkt, sollte man optimalerweise mindestens 6 Wochen auf einer konstanten Dosis stabil gewesen sein.

Möchte man z.b. wegen Nebenwirkungen nicht wieder eindosieren oder reagiert mit einer Unverträglichkeit, kann es leider manchmal individuell zu länger anhaltenden und/oder schweren Symptomveräufen kommen, die einige bis viele Monate dauern können bis hin zu Jahren bei protrahierten Entzugssyndromen.

Hier möchte ich gerne Erfahrungen sammeln, vor allem von Mitgliedern, die nach dem vollständigen, zu schnellen Absetzen mit einer kleinen Menge ihres ursprünglichen Medikaments den Entzug abfangen/abmildern konnten um Mut zu machen es zu versuchen.

Schreibt hier gerne eure Erfahrungen und Tipps rein, ob ihr euch mit einer kleinen Menge stabilisieren konntet :-)

Liebe Grüße
Lina
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Anmerkungen/Nachtrag:

Achtung, dieser thread dient nur dazu, von persönlichen Erfahrungen mit der Wiedereinnahme zu berichten. Fragen zu eurem persönlichen Medikamentenverlauf werden hier nicht beantwortet, bitte stellt diese in eurem persönlichen Thread.

Natürlich gibt es auch einige Betroffene, wo die Wiedereindosierung nicht greift oder nicht vertragen wird. Auch diese Berichte sind wertvoll, um eine informierte Entscheidung zu treffen, und berichtet auch gerne wenn es bei euch nicht funktioniert hat. Es ist einfach ein Versuch, und meiner Erfahrung nach lohnt es sich. Die Chancen, dadurch einem längeren Symptomverlauf vorzubeugen, sind vermutlich meist größer als das Risiko einer Unverträglichkeit, gerade wenn man wirklich kleine Mengen achtsam antestet.

Re: Erfolgreiche Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 12.05.2017 12:39
von JuleK
Vielen Dank Lina für den ausführlichen und sehr Hilfreiche Thema.
Ich habe mich lange gewehrt wieder eine kleine Dosis des Duloxetin zu nehmen.
Zu schwer war die Traumatisierung durch die Absetzsymptome und das mangelnde Verständnis sowohl von Freunden und vor allem von den Ärzten,die mir immer wieder signalisiert haben das mit den Medikamenten alles in bester Ordnung ist nur mit mir und meinem Empfinden etwas nicht stimmt.

Ich hab einfach niemandem mehr vertraut,hab festgesteckt in einem Käfig aus Symptomen ,die immer schlimmer wurden und der Angst das es nie mehr besser wird.
Hab dann gedacht ich hab einfach nichts mehr zu verlieren und bin mit 2mg wieder eingestiegen.
Zuerst war ich super skeptisch,hab so langsam auch das vertrauen in meinen Körper und in meine Empfindungen verloren.
Konnte einfach nicht glauben das schon ab dem zweiten Tag die quälendsten Symptome zurück gingen.
Jetzt nehme ich die 2mg seit 4 Tagen und kann wieder ein fast normales Leben führen.

Ich bin den Menschen aus diesem Forum so dankbar das sie mich immer wieder ermutigt haben es zu probieren.

Kann allen die in einer ähnlichen Situation sind nur sagen versucht es bitte, euch zu liebe.

Allen Freunden und Familienangehörigen erzähle ich von meinen Erfahrungen.
Es muss ins Bewusstsein gebracht werden
Meine Cousine will bald langsam absetzen laut Plan des Arztes viel zu schnell,durch die Geschichten der Menschen in diesem Forum und meiner kann sie jetzt vor solchen Erfahrungen vielleicht bewahrt werden.

Alles Liebe und gute für euch alle

Judith

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 17.05.2017 07:56
von LinLina
WaldundWiese hat im Oktober 2016 Citalopram ganz abgesetzt, bekam Absetzsymptome im Januar 2017 und konnte sich mit der Einnahme von 2 mg stabilisieren:
Ich wollte nach langer Zeit nun mal berichten, wie es mir geht.
Ich habe seit Mitte Januar täglich 2mg genommen, am Anfang konnte ich schnell eine Besserung spüren, bis es mir aber vollends richtig gut damit ging, gingen schon eeeiiinige Woche ins Land :)
Nach meinem letzten Post Anfang März ging es dann bergauf und hat sich nun mehrere Wochen gehalten in denen ich mich echt super gut gefühlt habe.
Nun habe ich letzten Samstag beschlossen, das es Zeit es der Reduktion den Kampf anzusagen und habe auf 1,6mg täglich reduziert.
Was soll ich sagen? Es geht wieder los :D
Habe seit Montag vermehrt Angstgedanken, heute morgen eine Mini-Panikattacke. Ich träume wieder unheimlich viel und stark.
Kenn ich alles schon, kommt wirklich vom Citalopram. Von depressiven Gedanken ist zum Glück weit und breit keine Spur...
Man muss wohl einfach durch...
Ich bin echt froh, das ich dieses Forum gefunden habe und das ich es am eigenen Leib nachvollziehen konnte, dass darum das Absetzen des Citaloprams schuld ist!
Mein Hausarzt hat mich übrigens ausgelacht, als ich ihm von meinen 2mg erzählt habe - aber das ist mir egal! Ich mach es dennoch, denn ich merke, dass es so richtig ist!
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 72#p192672

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 17.05.2017 14:59
von Arianrhod
Vielen Dank für diesen thread,
das gilt auch für Neuroleptika.

Als ich damals Amisulprid zu schnell abgesetzt habe, dachte ich, das funktioniert wie ein kalter Drogenentzug - ich muss Schüttelfrost, Übelkeit, Panik, Schmerzen, Hallus einfach nur durchhalten - und voila, nach 2- 3 Wochen bin ich draußen. Ich wußte, es gibt Leute, die schaffen das.
Nur: Der Psychopharmakaentzug verläuft anders als eine Drogenentgiftung. Es wurde nicht besser, sondern schlimmer - und es ging Monate.
Dessen muss man sich bewusst sein, daher in der Tat besser, wieder eine kleine Menge einzuschleichen, als das ZNS durch kalten Entzug völlig durcheinanderzubringen.

liebe Grüße Arian

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 19.05.2017 12:40
von Jamie
 ! Nachricht von: Jamie
Hallo nutzerrk, ich habe dir einen eigenen Thread erstellt. Hier: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=13244

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 24.05.2017 11:36
von ivonne
Hallo.

Ich habe Escitalopram nach einem Jahr ziemlich kalt abgesetzt. Daraufhin ging es mir nicht sehr gut. wollte eigentlich nicht wiedereindosieren, da ich ohne auskommen wollte und Angst vor Nebenwirkungen hatte. Ich habe es dann doch getan und eine minimenge von ganzen 0,25mg genommen. Damit habe ich nicht alle Absetzerscheinungen weg bekommen, aber mir ging es nach einigen Tagen deutlich besser.
Es lohnt sich also! Jetzt reduziere ich in 0,05mg-schritten und habe trotzdem kleine Probleme nach dem reduzieren. Das zeigt ja nur, was fuer ein teufelszeug das ist.

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 31.05.2017 12:34
von Gismo2
Ich habe die gleichen Probleme

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 25.06.2017 23:57
von Apintofbit
ivonne hat geschrieben:Hallo.

Ich habe Escitalopram nach einem Jahr ziemlich kalt abgesetzt. Daraufhin ging es mir nicht sehr gut. wollte eigentlich nicht wiedereindosieren, da ich ohne auskommen wollte und Angst vor Nebenwirkungen hatte. Ich habe es dann doch getan und eine minimenge von ganzen 0,25mg genommen. Damit habe ich nicht alle Absetzerscheinungen weg bekommen, aber mir ging es nach einigen Tagen deutlich besser.
Es lohnt sich also! Jetzt reduziere ich in 0,05mg-schritten und habe trotzdem kleine Probleme nach dem reduzieren. Das zeigt ja nur, was fuer ein teufelszeug das ist.
Hallo ivonne.

ich wollt fragen,wie du die 0,25 mg Escitalopram dosiert hast ? Mit Tropfen oder Tabletten in Wasser gelöst? Wie lang hälst du eine Dosis? 4 Wochen? Vielen Dank im Voraus.

Lg und Genesung,
Chris

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 26.06.2017 08:47
von Jamie
 ! Nachricht von: Jamie
Hallo Chris, bitte schau auch hier mal rein, falls noch nicht geschehen, danke:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 44#p196944

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 01.07.2017 20:35
von ivonne
Hallo Chris.
Ich löse 5mg in Wasser auf und nehm dann das was ich haben soll.
Ich halte die Dosis je nach befinden, aber mindestens 4 Wochen.
Habe vor 1,5wochen wieder reduziert um ganze 0,05mg und merke das gerade wieder in Form von benommenheit und leichten sehstörungen. Echt Wahnsinn...hätte ich nie erwartet. Es ist selten dass ich ganz klar im Kopf bin, setze aber trotzdem weiter ab...
Wünsche dir auch alles gute!!!

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 15.07.2017 17:02
von Sianala
Hallo Linlina,

Ich bin ganz neu hier, hab aber schon einiges gelesen, und moechte mich fuer deinen Artikel bedanken, haette ich nur früher von diesem Forum gehört!
Nun bin ich dabei, auszuschleichen, aber trotzdem unsicher, ob ich es richtig mache

Liebe Gruesse Sianala :) :)

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 15.07.2017 17:31
von LinLina
Hallo Sianala :-)

Danke dir - und willkommen bei uns im Forum :-)

Du kannst gerne hier deinen eigenen Thread aufmachen http://adfd.org/austausch/viewforum.php?f=35 und uns mehr von dir erzählen. Dort kannst du dann auch Antworten zu deinem bisherigen Verlauf bekommen.

Liebe Grüße
Lina

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 18.07.2017 08:22
von Annanas
 ! Nachricht von: Annanas
Hallo Blaukraut, habe dir hier einen eigenen Thread erstellt http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 35&t=13428 lG Anna

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 06.08.2017 16:48
von Jamie
 ! Nachricht von: Jamie
hallo Wiesenklee, ich habe dir hier einen eigenen Thread erstellt:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=35&t=13499

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 16.08.2017 10:07
von Murmeline
Christian_78 :)

10 Tage nach Wiedereinnahme einer kleinen Teilmenge:
Mir geht es etwas besser. Einige Symptome haben sich deutlich verbessert. So habe ich wieder Appetit, kann mich wieder besser konzentrieren, die Unruhe ist nicht mehr ganz so präsent und mit Ausnahme des morgendlichen Früherwachen (mit Schüttelfrost), schlafe ich auch wieder besser. Es ist zwar noch längst nicht so, dass ich sagen würde es ist stabil, aber es geht aufwärts und das trotz der geringen Dosis. War die letzten Tage viel an der frischen Luft und habe versucht leichten Sport zu treiben.
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 72#p203672

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 01.09.2017 10:56
von LinLina
Nochmal von Christian_78, vier Wochen nach der Einnahme einer kleinen Menge

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 46#p205846
da ich denke, dass es sehr wichtig ist für viele Betroffene zwischen all den negativen Geschichten auch mal positive Erfahrungen zu lesen, möchte ich euch mitteilen, dass ich mich seit gestern und somit ziemlich genau vier Wochen nach erneuter Einnahme einer kleinen Dosis wieder stabil fühle. Auch wenn es zwischenzeitlich für mich ein sehr harter Weg war, da ich nie genau wusste ob diese kleine Dosis überhaupt zum Erfolg führen kann und die Absetzerscheinungen sehr intensiv waren, bin ich froh gegen den Willen meines Arztes (er wollte dass ich gleich wieder auf 40mg gehe) auch Euch gehört zu haben! Vielen Dank!

Ich werde nun meinem Körper erst einmal Ruhe gönnen und die Dosis mindestens 2 Monate beibehalten um dann ganz behutsam einen erneuten und dann hoffentlich erfolgreichen Absetzversuch zu starten.

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 30.10.2017 19:10
von Rockola
Hallo zusammen
Ich war heute bei meiner Psychiaterin und wir haben eine neue Taktik zurechtgelegt.
Ich habe ihr gesagt das ich von Venlafaxin 37,5 mg auf ca 18 mg runterdosiert das vor 4 Wochen und das ging nicht gut.
Ich habe starke Kopfschmerzen und Kieferpressen es wurde immer schlimmer Carlotta hat mich gewarnt dass das zu schnell sei und sie hatte recht.
Jetz nehme ich wieder 21 mg und dazu nehme ich an morgen Cipralex 20mg und zwar drei Tage lang am Morgen die 21 mg Venlafaxin und 1 Tropfen Cipralex nehmen wenn ich es vertrage dann auf 2 Tropfen erhöhen.
Jetzt wollte ich euch fragen geht diese Kombination.

Liebe Grüsse und Danke an euch Nelly

Re: Erfolgreiche Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 08.11.2017 19:10
von greengras
JuleK hat geschrieben:Vielen Dank Lina für den ausführlichen und sehr Hilfreiche Thema.
Ich habe mich lange gewehrt wieder eine kleine Dosis des Duloxetin zu nehmen.
Zu schwer war die Traumatisierung durch die Absetzsymptome und das mangelnde Verständnis sowohl von Freunden und vor allem von den Ärzten,die mir immer wieder signalisiert haben das mit den Medikamenten alles in bester Ordnung ist nur mit mir und meinem Empfinden etwas nicht stimmt.

Ich hab einfach niemandem mehr vertraut,hab festgesteckt in einem Käfig aus Symptomen ,die immer schlimmer wurden und der Angst das es nie mehr besser wird.
Hab dann gedacht ich hab einfach nichts mehr zu verlieren und bin mit 2mg wieder eingestiegen.
Zuerst war ich super skeptisch,hab so langsam auch das vertrauen in meinen Körper und in meine Empfindungen verloren.
Konnte einfach nicht glauben das schon ab dem zweiten Tag die quälendsten Symptome zurück gingen.
Jetzt nehme ich die 2mg seit 4 Tagen und kann wieder ein fast normales Leben führen.

Ich bin den Menschen aus diesem Forum so dankbar das sie mich immer wieder ermutigt haben es zu probieren.

Kann allen die in einer ähnlichen Situation sind nur sagen versucht es bitte, euch zu liebe.

Allen Freunden und Familienangehörigen erzähle ich von meinen Erfahrungen.
Es muss ins Bewusstsein gebracht werden
Meine Cousine will bald langsam absetzen laut Plan des Arztes viel zu schnell,durch die Geschichten der Menschen in diesem Forum und meiner kann sie jetzt vor solchen Erfahrungen vielleicht bewahrt werden.

Alles Liebe und gute für euch alle

Judith

Liebe Judith, ich habe auch gerade cymbalta/duoxetin abgesetzt und mit denselben symptomen zu kämpfen. Ich möchte jetzt auch notgedrungen klein dosiert wieder anfangen, weil ich angst habe, dass sich der derzeitige zustand "einfrIert".
Hast du jede Kapsel ausgezählt? Wie kommst du auf den Wert 12 kügelchen=2mg?
Lg Greengras

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 09.11.2017 09:03
von JuleK
Hallo Greengras,
Eine gute Idee wieder mit kleiner Menge wieder ein zu Dosieren,mir hat es sehr geholfen und ich drücke die Daumen das es Dir genau so gut hilft.
Ich habe Duloxetin 20 mg von Zentiva.
Hab ca 5 Kapseln durch gezählt um einen Mittelwert zu haben.
Bei mir waren es ich glaube 86 Kügelchen dann habe ich im Dreisatz ausgerechnet wie viel Kügelchen 2 mg Entsprechen.
Die Anzahl der Kügelchen pro Kapsel sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, wäre es gut mehrere durch zu zählen.
Die 12 Kügelchen hab ich dann jeweils in Leerkapseln gefüllt.
Für mich ist es am besten sie in 2 Dosen von 6 Kügelchen zu nehmen.
Bin mittlerweile Stabil und fast ohne Symptome,nehme diese Dosierung jetzt noch bis Ende des Monats und versuche dann ganz langsam zu reduzieren.

Alles Liebe und Kraft
Judith

Re: Wiedereindosierung kleiner Mengen eines AD

Verfasst: 09.11.2017 09:05
von JuleK
Nachtrag;
Ich habe aber keine Erfahrung wie sich Amitryptilin auf die Absetzerscheinungen auswirkt.