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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Rezeptorenbelegung bei NL

Das Ausschleichen von Antidepressiva, Benzodiazepinen und anderen Psychopharmaka kann schwierig und langwierig sein. Hier findet ihr Artikel, die die jahrelange Erfahrung der Teilnehmer widerspiegeln.
Arianrhod
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Arianrhod »

Flummi hat geschrieben: 12.02.2018 09:27 Hallo,
Wäre es eine Idee, diesen Beitrag anzupinnen, da er eher allgemein ist? Hier könnte man von anderen NL noch die Rezeptorenbelegung posten.

Liebe Grüsse,
Claudia
Schließe mich an, denn ich möchte das öfter verlinken - und finde dann den thread nicht mehr, liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
LinLina
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von LinLina »

Hallo ihr beiden :-)

ich habs angepinnt, gute Idee :-)

Liebe Grüße
Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.
Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

Hallo Neverthelessw11


persönlich finde ich PubMed super


https://www.ncbi.nlm.nih.gov


Relativ wissenschaftlich, aber wenn man sich etwas mit der Materie auskennt, kriegt man dort gute, spannende & fundierte Infos. Aber ja...

Was die Rezeptorbelegung bei Quetiapin angeht, mag ja stimmen. Aber gerade die tiefe Rezeptorbelegung von Quetiapin zeigt doch, dass Dopamin2-Rezeptoren vermutlich nur indirekt bei Schizophrenien und Psychosen beiteiligt sind...

Eher kristalisiert sich heraus, dass auf neurobiologischer Ebene ganz viele andere Mechanismen während einer Psychose abspielen...

- Glutamat Überfunktion (Glutamat ist doch der Stresstransmittor ohnehin)
- Unter-/Übermethylation (schlechte Verwertung von Nährstoffen oder Probleme mit der Entgiftung)
- Glutamat-Rezeptor (NR2B) Unterfunktion

- Entzündliche Prozesse (ganz wichtig meiner Meinung nach)
- die ganzen endokrinen Funktionen (Cortisol, Schildrüsenhormome, Testosteron, Östrogen...)


also mit

- 5-HT2a Antagonismus (Serotonin-Blockade) & partiellem 5-HT1a Agonismus
- D2 Antagonismus (Dopamin-Blockade)

machen es sich die Hersteller schon relativ einfach!



Die Mechanismen zu untersuchen in allen Ehren, finde ich auch wichtig und legtim, aber um Milliarden mit den Ängsten der Leute zu machen, damit die mit Ferraris rumfahren können... skandalös!


Also ich finde wenn Medikamente helfen können, dass es dir besser geht und du sie nachher auch wieder absetzen kannst, ok warum nicht.


Aber zum Beispiel Risperidon hat doch so einen dramatischen Effekt auf das Gehirn, ohne nachhaltigen Beweis würde ich so etwas niemals verschreiben (haben Psychiater kein schlechtes Gewissen...?!) !!! Anfangs behaupteten die ja voll, das könnte nicht abhängig machen.


Ich könnte mal paar intresssante Publikationen raussuchen, falls es dich etwas spezielles intressiert.


VG
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Methylphenidat abgesetzt
Quetiapin (ehem. Schlafstörungen) abgesetzt

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Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

Neverthelessw11 hat geschrieben: 16.01.2018 19:44 Hallo ihr Lieben,

da ich den Beitrag nicht mehr bearbeiten kann: Ein kleiner Nachtrag.

Da man oben den "interessanten" Low Dose-Bereich nicht wirklich schön sieht, hab ich den nochmal rausgezoomt. Falls jemand weiß, wie man mit Excel diese Exponentialfunktion plotten kann, sagt Bescheid! Bis dahin die stückweise lineare Auftragung. Natürlich sind die einzelnen "Zwischenstücke" nicht linear und die Funktion müsste differenzierbar (knickfrei) sein - aber daran bin ich gerade gescheitert. Falls sich jemand mit Excel besser auskennt, sagt Bescheid - ich kann euch meine Excelsheet schicken mit allen Daten

LG Never

Hallo Nevertheless11,

und mit unretardiertem Quetiapin variert auch die D2-Rezeptor Belegung im Tagesverlauf...

Es gibt ja kein Patentrezept, aber um das Absetzen zu erleichtern, frage ich mich, ob Apotheker auch retardiertes Quetiapin in kleinen Dosierungen herstellen könnten.

Wäre intressant sich zu erkundigen... wenn es das Absetzen erleichtert, warum nicht.
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Neverthelessw11 »

Guten Abend

Ich vermute dass es sich im Falle des Unretardiertes Quetiapins zum Mittelwerte handelt. Da ich die Daten aber lediglich aus obiger Studie entnommen kann ich dazu nichts sagen. Wenn dich das interessiert ließ doch mal die Originalstudie

Soweit ich weiß gibt es die Möglichkeit auf Rezept Individualrezepturen zu erhalten. Das geht aber ins Geld befürchte ich. Dazu können andere dir sicher nochmal mehr Infos geben

LG Never
Medikamente zu Beginn: Seroquel (Quetiapin retardiert) 150 mg + Seroquel (Quetiapin unretardiert) 25 mg abends bei Bedarf

Grund der Medikamenteneinnahme: Somatisierungsstörung, Angststörung + (daraus resultierende Verzweiflung aka) Depressionen

Psychiatrieaufenthalte:
[spoil]2010-2012: Zwei lange + mehrere sehr kurze Aufenthalte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (absolute Katastrophe: Mit Medikamenten zugeballert und so entlassen worden, kaum Therapie, Entwicklung von vielen anderen Problemen, die ich vorher nie hatte - einfach weil die Zeit dort kaum aushaltbar war.)
2014: Sechs wöchiger Aufenthalt in der Erwachsenenpsychiatrie nach Wiederkehr der Panikattacken (Aufenthalt war ok.)
Medikamente in der Psychiatrie: Einnahme von Tavor (bis 12,5 mg täglich - in wenigen Tagen abgesetzt nach mehrmonatiger Einnahme), Fluoxetin (in wenigen Tagen abgesetzt nach mehrwöchiger Einnahme wegen plötzlich einsetzender, extremer Schlafstörung) und Dipiperon (kalt abgesetzt, wegen Neuro-Aggressionen)[/spoil]
Absetzgründe:
[spoil]Geistige Verlangsamung, Tagesmüdigkeit, Beinschwellung, extreme Gewichtszunahme ~35 kg, starker Durst + ständiger Harndrang, emotionale Verflachung, Visual Snow.[/spoil]
Absetzverlauf: :schnecke:-Tempo von Beginn an
Beginn des Absetzens am 24.11.2017 bei 150 mg Seroquel Retardiert
Aktueller Stand des Absetzens: Retardiert: 0 - 0 - 100 + Unretardiert: 0 - 0 - 0
Zwischenstufen (Immer Anpassung an Klausuren und Uniplanung):
[spoil] Seit ca. 09/2011: 150 mg Retardiertes Quetiapin
24.11.-03.12.2017: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 12.5-0-25 (- 8,3%) - Verbesserung des Schlafbedarfs
04.12.-04.01.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 6-0-25 (- 4,3%) - Für drei Tage Herzklopfen
05.01.-16.02.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-25 (- 4,8%) - 2× "Narkolepsie" & Verzweiflung
17.02.-23.03.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-19 (- 5,0%) - leichte Hautrötung + Juckreiz
24.03.-01.05.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-12.5 (- 5,3%) - alles super
02.05.-13.06.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-6 (- 5,6%) - alles super
14.06.-xx.xx.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-0 (- 5,9%) - Unwirklichkeitsgefühl.

Zwischenfazit nach 50 von 150 mg: Anfangs holprig, aber gut erträglich. Am Ende besser als man es sich wünschen kann. Weniger Schlafbedürfnis als vor dem Absetzen und etwas mehr Energie im Allgemeinen. Sehr zufrieden! [highlight=yellow]Aktuell Absetzpause wegen Stress in der Uni.[/highlight]

Weitere Pläne:
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 12.5-6-25 (-6,3%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 12.5-0-25 (-6,7%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 6-0-25 (-7,1%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 0-0-25 (-7,7%)

[/spoil]

Experimente mit NEM: Keine Aktiven.
[spoil]Seit dem 21.03.2018: Experiment mit Vitamin D, 1000 IE am Tag. Keine Triggerwirkung, gefühlsmäßiges Fazit: Verbesserung von Antrieb, Kraft und Energie. Experiment unterbrochen während der Sommermonate.

Seit dem 01.05.2018: Experiment mit einem Mutivitamin-/Mineralpräparat. Ziel: Testen, ob die Sehstörung sich dadurch beeinflussen lässt. Wenn ja, Suche nach dem relevanten Mangel. Experiment vorerst beendet, da kein Einfluss auf den Visual Snow.[/spoil]
Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

Tja... ich frage mich manchmal ob man sich nicht nur auf die Rezeptorbelegung konzentrieren soll. Vielleicht hilft es bei Quetiapin, von Anfang an die HPA Achse tief zu halten. Das Absetzen von Quetiapin führt zum Beispiel zu einem starken Rebound von Cortisol.

Ich bin auch nicht sicher, ob dieses Forum der geeignete Ort ist um sowas zu diskutieren, weil die Menschen hier bereits in Absetzprozessen sind und mit einem überreiztem ZNS zu kämpfen haben und andere Probleme haben.

Ausserdem weiss ich gar nicht ob die Möglichkeiten in Deutschland vorhanden sind so flankierende Massnahmen zu bieten. Was mich erstaunt hat, ist wie wenig von der gesetztlichen Versicherung bezahlt wird.

Zum Beispiel wird Alternativmedizin in der Schweiz von der Grundversicherung vergütet. Daher ist das ganze auch eine Kostenfrage, da hast du absolut recht.
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Flummi

Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Flummi »

Hallo Joseph,
Mit hilft das mit der Rezeptorbelegung ganz gut. So weiss ich, dass ich jetzt langsam in der kritischeren Phase bin.
Auch hilft mir das bei meiner Psychiaterin, da einige hier berichteten, dass ihre verschreibende Ärzte gar nicht recht glauben konnten, dass die Mini-Dosen so wirksam sein können.
Oder hatte ich Dich jetzt komplett missverstanden mit dem, was Du meinst?

Liebe Grüsse,
Claudia
Joseph
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

Flummi hat geschrieben: 21.02.2018 08:37 Hallo Joseph,
Mit hilft das mit der Rezeptorbelegung ganz gut. So weiss ich, dass ich jetzt langsam in der kritischeren Phase bin.
Auch hilft mir das bei meiner Psychiaterin, da einige hier berichteten, dass ihre verschreibende Ärzte gar nicht recht glauben konnten, dass die Mini-Dosen so wirksam sein können.
Oder hatte ich Dich jetzt komplett missverstanden mit dem, was Du meinst?

Liebe Grüsse,
Claudia

Hallo,


ok was ich gemeint habe: Da die D2-Rezeptor Blockade bei Quetiapin unretardiert, zwischen den Dosen fast auf Null fällt, während die Serontonin 2a-Blockade, auch bei tiefen Dosen relativ konstant hoch bleibt.


Das war theoretisch gemeint, in dem Sinne das D2-Blockade vermutlich wohl kaum der Grund ist warum, psychotische Symptome weggehen, sondern eher die starke Dämpfung der Stressachse (und das Wegknallen der Gefühle).


Aber fürs Absetzen ist das total irrelevant, wenn das für dich so stimmt und es auch klappt, hoffe ich, dass du das Zeugs möglichst schnell los bist. Da ist nix beizufügen. Was hier im Forum geschrieben wird mit den 10% alle 4 Wochen als Richtwert, finde ich absolut richtig.

VG
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von WittgensteinsNeffe »

Einen großen Einfluss dürfte auch die antihistaminerge Wirkung von Quetiapin haben. Viele Antihistamika kommen als Beruhigungsmittel zum Einsatz, entsprechend führt ein Absetzen höchstwahrscheinlich zum gegenteiligen Effekt: Unruhe / Stress. Im Rezeptorbindungsprofil sieht man,
dass dies einer der Hauptangriffspunkte der Substanz ist: (https://psychiatrietogo.de/2012/01/26/r ... nen-blick/).
Diagnose: Bipolare Störung Typ II, Panikstörung

Medikamente
2009 - 2013 150 mg Seroquel Prolong (Atypisches Neuroleptikum), Fluoxetin (SSRI) variabel
2013 - Mitte 2017 200mg Seroquel Prolong, Fluoxetin variabel
Anfang 2017 Fluoxetin kalt abgesetzt, keine Probleme damit

Das Absetzen des Fluxoetins erfolgte auf eine Phase, in der ich versucht habe, mich selbst mit hohen Dosen Fluoxetin aus der Depression herauszukatapultieren. Diese hohen Dosen führten zu schweren Unruhezuständen, die dazu geführt haben, dass ich Psychopharmaka insgesamt überdacht habe. Ich war teilweise schlaflos und litt an Bewegungsunruhe und konnte teilweise nicht länger still sitzen oder liegen. Nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe, sind diese Zustände verschwunden.

Seit September 2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert
Seit Mitte Oktober 150 mg Seroquel Prolong
Seit 12.10.2017 150 mg Seroquel Prolong + 25mg Seroquel unretardiert (Summe 175mg, Grund der Erhöhung: Absetzprobleme)
Aufgrund von Problemen wieder hoch auf 200 mg
Seit Januar 2018 Lithium (therapeutischer Spiegel inzwischen erreicht)
Seit Anfang Februar 2018 Seroquel Prolong auf 150 mg reduziert
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Neverthelessw11 »

Hallöchen,

falls jemand zu den übrigen Rezeptoren Daten oder Kurven (zB gegen die Plasmakonzentration) findet, plotte ich die sehr gerne! Leider habe ich die ausschließlich für D2 gefunden, daher diese Kurve

Never
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2014: Sechs wöchiger Aufenthalt in der Erwachsenenpsychiatrie nach Wiederkehr der Panikattacken (Aufenthalt war ok.)
Medikamente in der Psychiatrie: Einnahme von Tavor (bis 12,5 mg täglich - in wenigen Tagen abgesetzt nach mehrmonatiger Einnahme), Fluoxetin (in wenigen Tagen abgesetzt nach mehrwöchiger Einnahme wegen plötzlich einsetzender, extremer Schlafstörung) und Dipiperon (kalt abgesetzt, wegen Neuro-Aggressionen)[/spoil]
Absetzgründe:
[spoil]Geistige Verlangsamung, Tagesmüdigkeit, Beinschwellung, extreme Gewichtszunahme ~35 kg, starker Durst + ständiger Harndrang, emotionale Verflachung, Visual Snow.[/spoil]
Absetzverlauf: :schnecke:-Tempo von Beginn an
Beginn des Absetzens am 24.11.2017 bei 150 mg Seroquel Retardiert
Aktueller Stand des Absetzens: Retardiert: 0 - 0 - 100 + Unretardiert: 0 - 0 - 0
Zwischenstufen (Immer Anpassung an Klausuren und Uniplanung):
[spoil] Seit ca. 09/2011: 150 mg Retardiertes Quetiapin
24.11.-03.12.2017: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 12.5-0-25 (- 8,3%) - Verbesserung des Schlafbedarfs
04.12.-04.01.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 6-0-25 (- 4,3%) - Für drei Tage Herzklopfen
05.01.-16.02.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-25 (- 4,8%) - 2× "Narkolepsie" & Verzweiflung
17.02.-23.03.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-19 (- 5,0%) - leichte Hautrötung + Juckreiz
24.03.-01.05.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-12.5 (- 5,3%) - alles super
02.05.-13.06.2018: Retardiert: 0-0-100 + Unretardiert: 0-0-6 (- 5,6%) - alles super
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Weitere Pläne:
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 12.5-6-25 (-6,3%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 12.5-0-25 (-6,7%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 6-0-25 (-7,1%)
Retardiert: 0-0-50 + Unretardiert: 0-0-25 (-7,7%)

[/spoil]

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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

WittgensteinsNeffe hat geschrieben: 22.02.2018 12:47 Einen großen Einfluss dürfte auch die antihistaminerge Wirkung von Quetiapin haben. Viele Antihistamika kommen als Beruhigungsmittel zum Einsatz, entsprechend führt ein Absetzen höchstwahrscheinlich zum gegenteiligen Effekt: Unruhe / Stress. Im Rezeptorbindungsprofil sieht man,
dass dies einer der Hauptangriffspunkte der Substanz ist: (https://psychiatrietogo.de/2012/01/26/r ... nen-blick/).

Absolut, ich müsste mich selber einlesen, aber wenn man Antihistaminika oder Anticholingergika stoppt, kommt es doch zu einem Rebound. Daher ist ein langsames Absetzen wichtig,

10% pro Schritt finde ich einen guten Richtwert.
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Joseph »

Ich bin hier auch schon gebeten worden, mich etwas zurück zu halten, was absolut verständlich ist.

Aber ich würde es schön finden, gäbe es ein Ashton-Manual für atypische Antipsychotika :)
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Flummi »

Hallo,

ich habe noch einen Artikel gefunden zu der Rezeptorenbelegung bei Abilify (aripiprazol) auf Englisch:

https://www.nature.com/articles/1395894

VG
Claudia
padma
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Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von padma »

von Merlin:
ich habe auch Psychose-Erfahrung und hantiere mit dem Amisuprid und meiner Psychose-Neigung jetzt schon seit 20 Jahren,habe also etwas Erfahrung.

Die meisten Psychiater gehen viel zu hoch an die Dosierung mit Neuroleptika im Allgemeinen und auch zu hoch mit der Dosierung von Amsiulprid im Besonderen.

Bei Amisulprid zum Beispiel ist die fast maximale Rezeptorabdeckung im dopaminergen System schon bei den meisten Betroffenen mit 200mg erreicht,dass heißt dass eine starke Dosierung weit darüber hinaus die psychotischen Symptome nicht weiter auflöst,aber dafür die Nebenwirkungen und Folgen der Einnahme stärker und drastischer werden.

Ich bin vor langer Zeit mit 200mg Amisuprid ohne psychotische Erscheinungen über 4 Jahre klar gekommen,und auch jetzt wieder seit Herbst 2017 bin ich mit 200 mg weitgehend symptomfrei.
viewtopic.php?p=300817#p300817
"Durch neuere bildgebende Untersuchungsmethoden wurde deutlich, dass eine sinnvolle D2/3-Rezeptor-Blockade durch Neuroleptika in einem sogenannten therapeutischen Fenster von 50 bis 70% dieser Rezeptoren liegt. Jenseits dieser Obergrenze verstärken sich mögliche Nebenwirkungen oder treten überhaupt erst auf. Ab 72% lassen sich hormonelle Veränderungen feststellen (z.B. Prolaktin-Erhöhungen), ab 78% Verspannungen und Zittern unterschiedlicher Muskelgruppen (extrapyramidal-motorische Störungen) oder Unruhe in den Beinen (Akathisie). Bei einer D2-Blockade über 70% im Mittelhirn (Striatum) treten bereits spürbare Verstimmungen und Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit sowie verstärkte depressive und antriebsmindernde Symptome auf.Dies gilt grundsätzlich für Typika wie Atypika. (Im Anhang zu diesem Kapitel,S. 23, finden Sie eine Tabelle, welche Neuroleptika als Typika und welche als Atypika gelten.)Insbesondere Menschen mit nur geringgradig erhöhter Dopamin-Ausschüttung haben ein besonders hohes Risiko für diese Nebenwirkungen. Die individuelle Dosis, um dieses therapeutische Fenster eines Patienten zu erreichen, ist unter-schiedlich, aber generell niedrig. Sie liegt bei vorbehandelten Patienten in der Regel zwischen 2 und 4 mg Haloperidol pro Tag, in wenigen Fällen bei bis zu 10 mg Haloperidol bzw. vergleichbaren Mengen anderer Neuroleptika (s. Tabelle 1,S. 14). Bei Menschen mit einer erstmals behandelten Psychose liegen die erforderlichen Dosierungen um die Hälfte niedriger.Eine Übersichtsarbeit (Davis/Chen 2004) zur Auswertung aller vorhandenen Studien zu Dosis-Wirkungs-Beziehungen von Neuroleptika ermittelte oft erstaunlich niedrige effektive Dosisobergrenzen für Menschen mit sogenannten schizophrenen Psychosen, die bereits mehrfach oder länger vorbehandelt wurden. Oberhalb dieser angegebenen Dosierungen der maximalen Wirksamkeit (vgl. Tabelle 2, S. 15) wurden keine weiteren symptomreduzierenden Wirkungen mehr beobachtet, d.h.,eine weitere Erhöhung führt nicht zu mehr Hauptwirkung, jedoch meist zu mehr Nebenwirkungen."
https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_f ... setzen.pdf
P.S.: Manche Sachen gehen auch trotz Neuroleptika und auch trotz immer höheren Dosen von NL nicht weg,.es gibt partielle und komplette Non-Responder,also Betroffene,die weiter,trotz NL,teilweise oder komplett psychotische Phasen und Symptome haben.
Es gibt Auslöser und Trigger für die Verstärkung,aber auch für die Abschwächung von psychotischen Zuständen.

Meiden würde ich alle Substanzen und Drogen,die aktivierend sind und auf das Dopaminsystem wirken,wie Cannabis,Kokain,Speed,Ritalin,zuviel Kaffee,zuviel Nikotin und natürlich die Psychedelika wie Lsd und Zauberpilze.

Schlafentzug,der Klassiker,macht alles schlimmer.Viel Schlaf und ausreichende Ruhezeiten helfen der psychotisch angeschlagenen Seele.
Ausreichend Essen und Trinken,körperlicher Stress ist auch Gift für Psychose-Erfahrene.

Schließlich ist alles gut,was den Körper und den Geist/die Seele beruhigt,wie Entspannungstechniken,ruhige Musik,Natur und moderate Bewegung draußen.Alles,was überreizt,ist in psychosenahen Phasen eher zu meiden.
Merlin2019

Re: Rezeptorenbelegung bei NL

Beitrag von Merlin2019 »

Hallo,

kennt ihr schon diese Seite mit den Schaubildern und Diagrammen zur Rezeptorenbelegung unter Neuroleptika (auch die atypischen)?

https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... tika-fibel

Interessant ist,dass viele der atypischen NL alleine schon durch die vielfältigen Rezeptorenbelegungen als "dirty drugs" gelten und somit viele verschiedene und vielfältige Nebenwirkungen aufweisen können.

Dies gilt für die NL wie Abilify,Risperdal,Seroquel,Zeldox und Zyprexa und betrifft unter anderem so verschiedene Rezeptortypen wie das vom Dopamin,vom Serotonin,Histamin,Adrenalin und Acetylcholin..
Antworten