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Entzugssymptome bei Neuroleptika

Das Ausschleichen von Antidepressiva, Benzodiazepinen und anderen Psychopharmaka kann schwierig und langwierig sein. Hier findet ihr Artikel, die die jahrelange Erfahrung der Teilnehmer widerspiegeln.
fruehling
Beiträge: 998
Registriert: 08.03.2014 19:48

Re: Entzugssymptome bei Neuroleptika

Beitrag von fruehling »

Was mir persönlich bei der Reduktion von Neuroleptika aufgefallen ist;
-Überforderung beim Umgang mit Problemen
-Gedankenkreisen bzw Veränderungen die während der Einnahme der Neuroleptika passiert sind werden erst mal wahrgenommen, Probleme, wofür keine Problemlösestrategie entwickelt werden konnte, erscheinen einem geballt.
-Gefühle kommen wie aus dem NICHTS und verschwinden. Es kann nicht beschrieben werden, warum.
-positive Gefühle können wieder gefühlt werden.
-das "scheißegal-Gefühl" wird weniger
-die Stimme hat wieder Schwingung, das Gesicht einen Ausdruck
- der Antrieb wird besser
Die ersten Punkte erscheinen einem schlimm, weil es anstrengend ist, wenn plötzlich alles hinterfragt wird, was vorher egal war.
Es sind Gedankengänge, die ich oft nicht nachvollziehen kann und teilweise total übertrieben sind.
Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht.
Im Allgemeinen werte ich es positiv und hoffe, dass diese Veränderung nicht bleibt und sich das Gehirn erholt.
Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15826
Registriert: 11.01.2015 13:50

Re: Entzugssymptome bei Neuroleptika

Beitrag von Murmeline »

Arianrhod hat geschrieben:
Ich wollte noch eine Information anfügen, die mir mein freundlicher Neurologe gegeben hat.
Ich berichtete ihm, dass ich während des Neuroleptikaabsetzens große Übelkeit hatte. Ich konnte kaum etwas bei mir behalten. Wenn ich etwas aß, musste ich sofort auf Toilette zum Spucken. Habe dann auch in zwei Monaten 30 kg abgenommen.
Der Neurologe sagte mir, dass Neuroleptika ganz starke Antiemetika, also Mittel gegen Erbrechen sind. Haldol wird auch gegen die Übelkeit bei Chemotherapie gegeben. Das Auftreten dieses Symptoms spricht also laut ihm FÜR eine Entzugssymptomatik.

Mein Psychiater hatte das übrigens anders interpretiert. Laut seiner Meinung nahm ich so stark an Gewicht ab, weil ich wegen Vergiftungsängsten nichts essen wollte. :( Die furchtbare Übelkeit ignorierte er völlig.

Also: Übelkeit ist ein typisches Absetz- Symptom bei NL.
Vermutlich ist man dann zu schnell beim Absetzen .
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 51#p134351
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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