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Diazepam-Wann hört das auf?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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jafy
Beiträge: 43
Registriert: 14.04.2010 08:13

Diazepam-Wann hört das auf?

Beitrag von jafy »

Hallo!
Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und wollte mich auch mal vorstellen.
Früher war ich Heroinabhängig, später bekam ich Methadon. Davon habe ich mich vor 6 Jahren runtergestuft und bekomme jetzt seitdem Subutex. Ich führe ein recht normales Leben, gehe arbeiten etc.
Allerdings habe ich 4 Jahre (illegal) Diazepam genommen. Ich hatte zwar schon Erfahrungen mit Benzos, aber so lange hatte ich sie noch nie genommen.
Zuerst habe ich angefangen (vor etwa 5 Monaten) konstant 50mg. zu nehmen. Dann bin ich recht zügig auf 20mg. runter, was recht leicht ging. Ab da wurde es schwierig... Mal schaffte ich es einen Tag weniger zu nehmen und... dann auch wieder nicht.
Es dauerte mir zu lange, also machte ich Nägel mit Köpfen und ging gleich auf 10mg. runter. Als ich das geschafft hatte ging ich in viertel-Teilen von der letzten runter.
Beim letzten Viertel angekommen, wurde es komisch... Da ich schon Krampfanfall vorbelastet bin und ich ja leider wegen meiner Subutex-Substitution nicht mit dem Arzt sprechen konnte, hatte ich große Angst bei der Arbeit abzukrampfen.
Also nahm ich alle 3 Tage zur Sicherheit, 1.Viertel.Außerdem hatte ich ziemliche Entzugserscheinungen, die waren echt merkwürdig: Immer wenn ich eine Viertel genommen hatte, ging es mir schlechter als wenn ich 3 Tage nichts nahm....Und ich fühlte mich, trotz Entzug, schlecht wenn ich was genommen hatte.Aber irgendwie war(ist) es richtig toll, mal wieder einen klaren Kopf zu haben! Irgendwann dachte ich mir daß ich ja ,vom Logischen her, gar nicht mehr entzügig sein könnte und es endlich mal probieren könnte.Ich setzte es komplett ab. Das ist nun 5 Wochen her.
Manche Tage fühle ich mich super (vorallem das neu gewonnene, klare Körpergefühl), dann kommt wieder ein Tag an dem ich zittrig bin, mich absolut unwohl fühle, mich nur verstecken will, Angst hab u.s.w. Komischerweise habe ich auch an diesen Tagen kein Verlangen Diaz zu nehmen. Nur frage ich mich langsam, wann das endlich aufhört. Es zieht sich wie ein Kaugummi, immer wenn ich denke -jetzt ist es besser- kommt es wieder. :?
Es sind doch schon so viele Wochen um...Ich versuche an der neuen Körperwahrnehmung Kraft zu schöpfen, sage mir immer "guck, wie gut sich das anfühlt, endlich merkst du dich selbst wieder".
Aber ich habe die Schnautze voll, immer wieder den Hammer in den Nacken zu bekommen (und das ist meistens, wenn es so gar nicht angebracht ist :twisted: )
Z.B. bin ich letzten in den Frühdienst gekommen(arbeite im Altenheim), um 6.00 morgens im Schwesternzimmer und ich dachte daß mich ALLE atmen hören :frust: .
Deswegen habe ich versucht, mein Atmen zu kontrollieren. Alles wurde natürlich noch schlimmer und ich bekam kaum noch Luft.Dann bin ich ein paar Minuten raus, ich denke es hat keiner gemerkt. aber jetzt habe ich das Problem, daß ich schon bevor ich ins Schwesternzimmer komme, Angst habe, daß das wieder passiert...Durch diese Angst wird natürlich alles noch schlimmer. :(
Gruß,Jafy
.
mücke
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Registriert: 30.12.2004 09:24
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Re: Diazepam-Wann hört das auf?

Beitrag von mücke »

Hallo jafy

Herzlich Willkommen.
Z.B. bin ich letzten in den Frühdienst gekommen(arbeite im Altenheim), um 6.00 morgens im Schwesternzimmer und ich dachte daß mich ALLE atmen hören.
Deswegen habe ich versucht, mein Atmen zu kontrollieren. Alles wurde natürlich noch schlimmer und ich bekam kaum noch Luft. Dann bin ich ein paar Minuten raus, ich denke es hat keiner gemerkt. Aber jetzt habe ich das Problem, daß ich schon bevor ich ins Schwesternzimmer komme, Angst habe, daß das wieder passiert...Durch diese Angst wird natürlich alles noch schlimmer.
Das liest sich schon wie Angst vor der Angst.
Diesen Kreislauf solltest du schnellsten unterbrechen.
Machst du eine Verhaltenstherapie?

Mit der Arbeit im Altenheim kenne ich mich gut aus.
Hab selber 11 J. in einem gearbeitet.
Das nur so am Rande, falls du diesbezüglich mal Fragen haben solltest.

Gruss Mücke
jafy
Beiträge: 43
Registriert: 14.04.2010 08:13

Re: Diazepam-Wann hört das auf?

Beitrag von jafy »

Hallo Mücke,
nein ich mache keine Verhaltenstherapie. Ich analysiere mich allerdings selber recht gerne(manchmal zu oft) und ich denke auch daß ich oft Probleme mit "der Angst vor der Angst" habe. Es ist aber ziemlich schwer, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Mache mir dann immer klar:das ist nur das, es ist nur ein Gefühl, komm mal runter u.s.w. .

Ich mache meine Arbeit übrigens sehr gerne (auch wenn ich manchmal kotzen könnte, wie wenig diese Gesellschaft für alte Menschen übrig hat). Es hilft mir, mich nicht zu Hause zu verkriechen und den inneren Schweinehund zu überwinden.

Na ja, heute geht es mir mal wieder nicht so toll und ich hab frei. Werde mich jetzt mal einfach aufraffen und draussen ein paar Sachen erledigen...
Gruß
.
mücke
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Re: Diazepam-Wann hört das auf?

Beitrag von mücke »

Hallo Jafy
Ich analysiere mich allerdings selber recht gerne(manchmal zu oft) und ich denke auch daß ich oft Probleme mit "der Angst vor der Angst" habe. Es ist aber ziemlich schwer, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Mache mir dann immer klar:das ist nur das, es ist nur ein Gefühl, komm mal runter u.s.w. .
Sich selbst zu analysieren finde ich schwierig.
Als Betroffene hast du manchmal einen anderen Blickwinkel als ein Außenstehender.
Ich finde es besser das im Rahmen einer Therapie zu machen.
Aber das entscheidest du.

Wenn die Arbeit dir noch Freude macht, so ist das doch gut.
Du kommst raus, bist unter Menschen, hast keine Zeit trübe Gedanken zu haben.
Nur, pass auf dich auf.
Man kann nicht nur immer geben, sondern muß selber auch mal wieder auftanken, sonst winkt irgendwann das burn out.

Wie geht es dir?

Gruss Mücke
Gesperrt