Ich bin einerseits erfreut, andererseits schockiert hier gelandet zu sein.
Erfreut deshalb, weil ich sehe, dass ich mit meiner Situation nicht allein dastehe und schockiert, naja, der Wissensbeereich alleine enthällt soviele Informationen, die komplett neu für mich waren, vor allem was die Gefahren der Medikamente betrifft, die ich zur Zeit nehme.
Aber erstmal zu mir:
Ich heiße Flo, bin 25, Student und wohne in München. Etwa im Sommer letzten Jahres hatte ich die ersten 'Symptome' einer Depression, vor allem Antriebs- und Motivationslosigkeit. Dies verschlimmerte sich bis November soweit, dass ich im wesentlichen nicht mehr in der Lage war, irgendwas zu machen. Also entschloss ich mich, professionelle Hilfe aufzusuchen. Ich ging zuerst zur Beratungsstelle des Studentenwerkes, die mich dann nach einigen Sitzungen an die ambulante Psychiatrie des Klinikums rechts der Isar weitervermittelte (müsste Mitte Dezember gewesen sein). Dort bekam ich gleich nach einem Gespräch, das etwa eine halbe Stunde gedauert hat und überwiegend meinen damaligen Gemütszustand zum Inhalt hatte, meine ersten Streifen Cipralex und Seroquel. Seroquel vor allem wegen Schlafstörungen, aber auch um den Grübelzwang zu unterdrücken. Weitere Untersuchen, etwa zu körperlichen Ursachen oä, wurden nicht gemacht. Aber Ich war einfach froh, dass ich endlich jemanden Gefunden hatte, der mir helfen konnte.
Und so schluckte ich meine Pillen, denn die helfen auf jeden Fall. Die typischen Nebenwirkungen vergingen und mir ging es besser, aber nicht wirklich gut. Auch hatte Seroquel den Nebeneffekt, dass ich kaum in der Lage war, weniger als 10 Stunden täglich zu schlafen. Und so kam irgendwann die Entscheidung meines Psychiaters 'Mehr Cipralex, weniger Seroquel'. Das hat aber auch net wirklich was gebracht. Zwischenzeitlich habe ich dann meine Psychotherapie angefangen und dadurch spürte ich endlich eine wesentliche Verbesserung. Einfach mal die Möglichkeit haben, sich den ganzen Müll von der Seele zu reden und jemandem gegenüberzusitzen, von dem man ein richtiges Feedback bekommt, einfach toll^^
Aber körperlich gings mir immer noch net besser, vor allem hatte ich Stimmungsschwankungen. Mal gings mir gut, dann wieder für ein oder zwei Tage nicht. Auch das Problem mit dem langen Schlafen hat sich nur unwesentlich verbessert. Deshalb erneut rauf mit dem Cipralex, runter mit dem Seroquel. Als ich dann mit der viertel Seroquel fast garnimmer Schlafen konnte, meinte mein Psychiater, dass ich es ganz weglassen solle und hat mir stattdessen Valdoxan zum Schlafen verschrieben. Nun, dass Valdoxan hat geholfen, schlafen konnte ich, aber das fehlende Seroquel hat mich fast auf nen Trip geschickt. Am Anfang war ich total hibbelig und unruhig, dann kam ne Art Angstattacke. Als ich das meinem Psychiater schilderte, meinte er, dass das ein Zeichen ist, dass mein Körper eben noch Medikamente braucht, dass das aber nix mit Abhängigkeit zu tun hätte. Und er sagte, dass man evtl etwas anderes probieren sollte, etwas, dass wie Seroquel wirkt, aber net die schlafförderdernde Komponente hat. Abilify.
Ich sollte es eine Woche ausprobieren und ich kann nur sagen, mein Gott war ich platt von dem Zeug.
Die finale Lösung war dann ein viertel Seroquel + Valdoxan zum Schlafen und Cipralex weiter wie bisher. Durch die Psychotherapie gings mir stetig besser, vorallem verstand ich, wie ich mit der Krankheit umgehen muss, dass ich für mich selber Strategien finden muss, die mir helfen, mich in der Situation zurechtzufinden und vor allem, dass Medikamente allerhöchstens eine Ergänzung sein können, aber keine Lösung.
Und dann bin ich auf diese Seite gestoßen, hab Informationen zu meinen Medikamenten gefunden und bin absolut baff, dass ich davon bisher nix gehört hab (bis auf das, was im Beipackzettel steht). Mein erster Impuls, nachdem ich ausreichend mit Input versorgt war 'sofort Absetzen', was natürlich beim Cipralex net so einfach ist, aber Seroquel hab ich seit einer Woche los. Ich hab Entzugserscheinungen, aber ich weis, dass es Entzugserscheinungen sind und deshalb kann ich damit umgehen. Und es geht mir besser. Ich bin atm noch auf Entzug, aber er lässt langsam nach und ich fühl so gut und so voller Kraft wie seit Monaten nicht. Der nächste Schritt wird aber definitiv in die Richtung gehen, Cipralex wieder auf Anfangsdosis zu reduzieren, oder, falls es sich er gibt, ganz abzusetzen
Vielen Dank fürs Zuhören,
Flo
Hallo zusammen!
-
Marsupilami
Re: Hallo zusammen!
Hallo Flo,
direkt ein Neuroleptikum gegen Depressionen, das ist der absolute Hammer angesichts der Gefahren dieser Mittel, die nur für die Behandlung akuter Psychosen eingesetzt werden sollten. Du bist leider an völlig verantwortungslose Ärzte geraten, auch ein derartiger Medikamentencocktail wiederspricht allen Leitlinien einer halbwegs verantwortungsbewussten Behandlung. Lass Dir Zeit mit dem Absetzen, besonders Neuroleptika sind noch heftiger als AD-a. Schön, dass Dir die PT hilft. Übrigens bekommen die meisten Leute eine solche Behandlung und Desinformation, das ist die Regel, wie es beim Psychiater abgeht, nicht die Ausnahme. Hier kannst Du Dich jetzt schlau lesen. Am Besten machst Du einen neuen Thread auf, in dem Du konkret berichten, fragen, usw. kannst, Du kannst auch eine Signatur erstellen, in der man Deine Medis und die Dosierung sehen kann, das hilft, wenn es um den Verlauf von Absetzproblemen geht, dass man nicht den Überblick verliert.
Gruß,
Marsu
direkt ein Neuroleptikum gegen Depressionen, das ist der absolute Hammer angesichts der Gefahren dieser Mittel, die nur für die Behandlung akuter Psychosen eingesetzt werden sollten. Du bist leider an völlig verantwortungslose Ärzte geraten, auch ein derartiger Medikamentencocktail wiederspricht allen Leitlinien einer halbwegs verantwortungsbewussten Behandlung. Lass Dir Zeit mit dem Absetzen, besonders Neuroleptika sind noch heftiger als AD-a. Schön, dass Dir die PT hilft. Übrigens bekommen die meisten Leute eine solche Behandlung und Desinformation, das ist die Regel, wie es beim Psychiater abgeht, nicht die Ausnahme. Hier kannst Du Dich jetzt schlau lesen. Am Besten machst Du einen neuen Thread auf, in dem Du konkret berichten, fragen, usw. kannst, Du kannst auch eine Signatur erstellen, in der man Deine Medis und die Dosierung sehen kann, das hilft, wenn es um den Verlauf von Absetzproblemen geht, dass man nicht den Überblick verliert.
Gruß,
Marsu
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Das-kleine-Runde
Re: Hallo zusammen!
Hallo Flo
,
herzlich willkommen
.
So klar wie Du Deine Ziele formulierst und Probleme in Kauf nimmst, hast Du die besten Chancen, Deinen Weg zu gehen und chemifrei zu werden.
Und nachdem Du positive Erfahrungen mit der PT machst, findest Du andere Wege, Deine Depression einzudämmen.
Alles Gute und viel Kraft

herzlich willkommen
So klar wie Du Deine Ziele formulierst und Probleme in Kauf nimmst, hast Du die besten Chancen, Deinen Weg zu gehen und chemifrei zu werden.
Und nachdem Du positive Erfahrungen mit der PT machst, findest Du andere Wege, Deine Depression einzudämmen.
Alles Gute und viel Kraft
Re: Hallo zusammen!
Vielen Dank für die positiven Antworten! Das gibt mir zusätzlich Kraft, den Weg zu gehen, den ich für mich als den besten betrachte.
Grüße
Grüße
Re: Hallo zusammen!
Hey Flo,
ähm ja also ich bin ja auch neu aber auch von mir ein herzliches Willkommen. Deine Problematik mit Seroquel kenne ich. Ich unternehme grade den vierten Versuch es entgültig abzusetzen -aber eig. nur weil ich wegen dem Benzo entzug wieder mal ne hypochondrische phase hab und angst hab, dass das zeug meiner leber nich gut tut-.
Der Schlaf leidet da doch sehr drunter allerdings. Ich finde die Idee allerdings auf Biegen und Brechen die medis abzusetzen nicht gut. Medikamente sind ok. Sie können wirklich helfen. Wenn du allerdings deine Probleme überwunden hast;klar weg damit.
Ich persönlich versuch mich grad mit dem Gedanken anzufreunden in der vorhersehbaren Zukunft Medikamente zu nehmen. Ich persönlich liebe Seroquel -falls es meine Leber nicht kaputt macht- aber das sind bestimmt wieder Phantom Schmerzen vom Entzug. Ich lass es von meinem genervten Doc die Woche checken.
Seroquel hat mir persönlich durch die schlimmste Phase des Benzo-Entzugs geholfen. Sprich das alles in Ruhe mit deinem Arzt durch und triff dann mit ihm deine Entscheidung.
Grüße
S1CKK
ähm ja also ich bin ja auch neu aber auch von mir ein herzliches Willkommen. Deine Problematik mit Seroquel kenne ich. Ich unternehme grade den vierten Versuch es entgültig abzusetzen -aber eig. nur weil ich wegen dem Benzo entzug wieder mal ne hypochondrische phase hab und angst hab, dass das zeug meiner leber nich gut tut-.
Der Schlaf leidet da doch sehr drunter allerdings. Ich finde die Idee allerdings auf Biegen und Brechen die medis abzusetzen nicht gut. Medikamente sind ok. Sie können wirklich helfen. Wenn du allerdings deine Probleme überwunden hast;klar weg damit.
Ich persönlich versuch mich grad mit dem Gedanken anzufreunden in der vorhersehbaren Zukunft Medikamente zu nehmen. Ich persönlich liebe Seroquel -falls es meine Leber nicht kaputt macht- aber das sind bestimmt wieder Phantom Schmerzen vom Entzug. Ich lass es von meinem genervten Doc die Woche checken.
Seroquel hat mir persönlich durch die schlimmste Phase des Benzo-Entzugs geholfen. Sprich das alles in Ruhe mit deinem Arzt durch und triff dann mit ihm deine Entscheidung.
Grüße
S1CKK
- 3. Monat Benzo (Zolpidem)-Entzug
Meds:
Seroquel 25mg (am absetzen)
Meds:
Seroquel 25mg (am absetzen)
Re: Hallo zusammen!
Hi S1CKK!!
Auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich glaube der Punkt ist nicht, dass mir Seroquel am Anfang nicht geholfen hätte, im Gegenteil. Es ist ein Neuroleptikum und es hat den Grübelzwang sehr gut unterdrückt. Und ich konnte das erste mal seit Monaten wieder 'erholsam' Schlafen. Aber irgendwo wurde dann einfach der Punkt verpasst es wieder loszuwerden. Allein die Idee, Seroquel, oder ein anderes NL weiterzunehmen, um keine Entzugserscheinungen davon zu bekommen, was ich damals ja nicht mal gewusst hab, ist einfach grenzwertig. Und ich stell mir inzwischen halt auch die Frage, ob es von Anfang an überhaupt notwendig war.
Auch habe ich jetzt net vor alles sofort abzusetzen. Zunächst nur Seroquel, einfach weil ich es eh schonmal absetzen sollte und ich es im Moment nicht mehr als notwendig erachte. Und es geht mir ohne deutlich besser. Ich könnte mich sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass es eine Besserung meiner Depression verzögert hat. Cipralex werd ich frühestens dann anfangen zu reduzieren, wenn ich ein paar Wochen ohne Probleme runter bin von Seroquel. Und auch dann erstmal nur auf 10mg um zu sehen was passiert. Und Valdoxan sollte das geringste Problem sein.
Ich hab das ganze auch schonmal mit meiner Hausärztin durchgesprochen, dass hab ich schon in meinem anderen Thread geschrieben. Aber sie ist nun mal kein Experte auf dem Gebiet und geht wohl davon aus, dass der Psychiater weis was er tut. Und mit meinem Psychiater sprechen... ich glaube, da könnte ich genausogut mit einer Wand reden.
Ich kenn mich leider kaum mit Benzoentzug aus, aber es freut mich, wenn dir Seroquel dabei hilft. Aber es ist meiner Meinung nach trotzdem keine Dauerlösung.
Grüße, Flo
Auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich glaube der Punkt ist nicht, dass mir Seroquel am Anfang nicht geholfen hätte, im Gegenteil. Es ist ein Neuroleptikum und es hat den Grübelzwang sehr gut unterdrückt. Und ich konnte das erste mal seit Monaten wieder 'erholsam' Schlafen. Aber irgendwo wurde dann einfach der Punkt verpasst es wieder loszuwerden. Allein die Idee, Seroquel, oder ein anderes NL weiterzunehmen, um keine Entzugserscheinungen davon zu bekommen, was ich damals ja nicht mal gewusst hab, ist einfach grenzwertig. Und ich stell mir inzwischen halt auch die Frage, ob es von Anfang an überhaupt notwendig war.
Auch habe ich jetzt net vor alles sofort abzusetzen. Zunächst nur Seroquel, einfach weil ich es eh schonmal absetzen sollte und ich es im Moment nicht mehr als notwendig erachte. Und es geht mir ohne deutlich besser. Ich könnte mich sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass es eine Besserung meiner Depression verzögert hat. Cipralex werd ich frühestens dann anfangen zu reduzieren, wenn ich ein paar Wochen ohne Probleme runter bin von Seroquel. Und auch dann erstmal nur auf 10mg um zu sehen was passiert. Und Valdoxan sollte das geringste Problem sein.
Ich hab das ganze auch schonmal mit meiner Hausärztin durchgesprochen, dass hab ich schon in meinem anderen Thread geschrieben. Aber sie ist nun mal kein Experte auf dem Gebiet und geht wohl davon aus, dass der Psychiater weis was er tut. Und mit meinem Psychiater sprechen... ich glaube, da könnte ich genausogut mit einer Wand reden.
Ich kenn mich leider kaum mit Benzoentzug aus, aber es freut mich, wenn dir Seroquel dabei hilft. Aber es ist meiner Meinung nach trotzdem keine Dauerlösung.
Grüße, Flo
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Marsupilami
Re: Hallo zusammen!
Neuroleptika sollten wirklich nur bei Psychosen eingesetzt werden, und selbst da nicht lebenslang, wie es sich als psychiatrische Lehrmeinung durchgesetzt hat. Denn diese Mittel sind saugefährlich.