Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Bin neu hier, hallo zusammen

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
jessman1964
Beiträge: 4
Registriert: 18.02.2012 20:41

Bin neu hier, hallo zusammen

Beitrag von jessman1964 »

Hallo zusammen,
ich bin der "Jesse", 47 Jahre alt und möchte mich kurz vorstellen und ein bischen ´was erzählen und mein Anliegen schildern. Auf das Forum bin ich über google mehr durch Zufall gestossen und fühle mich positiv angesprochen.
Also ganz kurz stichpunktartig:
Ich hatte zurückliegend von klein auf meine privaten Probleme in meiner Herkunftsfamilie. Beruflich habe ich bei der Kripo hauptsächlich Sittendelikte zum Nachteil von Frauen und Kindern und später bei der Mordkommission Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag als Ermittler aus echter Berufung, teils bis zur absoluten mentalen Erschöpfung, bearbeitet, insgesamt seit etwa 17 J. immer im Kapitalverbrechensbereich.

"Vorgeschädigt" war ich dann 2004 erstmals vollkommen am Ende. Zu dieser Zeit bekam ich erstmals neben einer bis vor einigen Monaten andauernden ambulanten Therapie Fluexetin. (20 mg).
Bis Ende 2009 habe ich mich mit 40 mg täglich so "durchgewuschtelt" um dann völlig am Ende zu sein. Mir wurden schwere Depressionen, eine Borderline Persönlichkeitsstruktur und eine (schwächere) posttraumatische Störung attestiert. Sowohl 2004 als auch 2009 wollte ich nicht mehr leben. 2004 hatte ich deshalb einen schweren Motorrad"unfall" und 2009 hab ich meine Waffe "gerade noch so" wie in Trance " weggelegt. Seit dieser Zeit bekomme ich tägl. 60 mg Fluoxetin und ich war ab März 2010 für 10 Wochen stationär in Prien in der Schön Klinik.
Seitdem fühle ich mich (mit wenigen Einschränkungen) wieder richtig gut. Ich habe meine "Themen" aufgearbeitet und mein gesamtes Leben umgekrempelt, mich von meiner Herkunftsfamilie losgelöst, bin in einen anderen Bereich bei der Kripo gewechselt ohne so großer nervlicher Anforderungen und von der Grossstadt auf eine Landkripodienststelle :D und und und.
Deshalb mein Anliegen: Ich fühle mich stark genug und mittlerweile ausgeglichen genug, dieses "Teufelszeug" Fluexetin auszuschleichen, auch wenn ich weiss, dass es mir zurückliegend das Leben gerettet hat...
Zurückliegend habe ich dies ( vor 2009 )schon öfters versucht und bin immer wieder in ein tiefes Loch gefallen und wurde nach Aussagen meiner Familie unerträglich. Damals waren dier Vorzeichen allerdings anderer Natur.
Seit 2 Tagen nehme ich 50 mg und möchte nun die Medikation jeweils nach 3-4 Wochen (diesmal wirklich langsam!) in 10 er Schritten reduzieren und somit versuchen davon loszukommen, auch wenn ich nach eigener Einschätzung keinen "Film schiebe".

So das wars erstmal, ich hoffe Euch nicht gelangweilt zu haben und werde versuchen mich hier künfig (positiv) einzubringen und hoffe parallel die Eine oder Andere Erklärung auf kommende Fragen zu erhalten.
Machts gut, ich danke Euch und bis bald!
Der Jesse
Das-kleine-Runde

Re: Bin neu hier, hallo zusammen

Beitrag von Das-kleine-Runde »

Hallo Jesse :) ,

herzlich Willkommen :) .

Es hört sich nach einem guten Zeitpunkt zum Absetzen an. :)
60 mg Fluoxetin ist eine Menge...
Seit 2 Tagen nehme ich 50 mg und möchte nun die Medikation jeweils nach 3-4 Wochen (diesmal wirklich langsam!) in 10 er Schritten reduzieren
Im oberen Dosisbereich mag das klappen, weiter unten sind 10mg-Schritte u.U. zu groß.
Als Faustregel wird empfohlen 10% der ursprünglichen Dosis alle 3-4 Wochen zu reduzieren, was einigen Betroffenen immer noch zu viel ist.
Wie Dein Organismus reagiert, wirst Du sehen, danach kannst Du Dein Tempo wählen.

Wenn Du Absetzbeschwerden als Signal für zu schnelles Reduzieren siehst, kann wenig schief gehen. :)

In meiner Signatur habe ich einen Info-Artikel verlinkt, da findest Du Handwerkszeug zum Absetzen.

Liebe Grüße
Rundi :hug:
jessman1964
Beiträge: 4
Registriert: 18.02.2012 20:41

Re: Bin neu hier, hallo zusammen

Beitrag von jessman1964 »

Vielen Dank "Rundi" für Deine Antwort, die langsamere Reduktion klingt plausibel, weil der Körper (durch mich laienhaft betrachtet) ja wesentlich mehr Zeit bekommt, sich auf die jeweils neue Situation einzustellen. Dann soll es wohl auf die paar Monate auch nicht mehr ankommen. Ich werde berichten und bin prinzipiell (wieder!) positiv eingestellt. Hoffe nur, dass es nicht "nur" von den Medis kommt, wenngleich ich ( und meine Frau und Kinder!) auch so für meinen Zustand seit nunmehr bald 2 Jahren sehr, sehr dankbar bin.
Viele Grüße
Der Jesse
Das-kleine-Runde

Re: Bin neu hier, hallo zusammen

Beitrag von Das-kleine-Runde »

Lieber Jessi :) ,
Hoffe nur, dass es nicht "nur" von den Medikamenten kommt,
AD werden oft überschätzt.

Du hast Deine Vergangenheit aufgearbeitet und Belastungen abgestellt, also hast Du viel für Dich getan. :)
Du hast allen Grund, optimistisch zu sein. :)

Liebe Grüße
Rundi :hug:
jessman1964
Beiträge: 4
Registriert: 18.02.2012 20:41

Ausschleichen von Fluoxetin

Beitrag von jessman1964 »

Hi, ich nochmal,
wollte kurz berichten, wie es so läuft. Nehme nun seit 1er Woche 50 statt 60 mg Fluexetin. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich fühle mich gereizt, ziemlich schnell genervt und "hibbelig". Kann das echt sein, oder bilde ich mir das vielleicht wirklich doch nur ein?
Bin jetzt nach langer Zeit erstmals wieder die ganze Woche mit dem Fahrrad in die Arbeit gefahren (10 km einfach), das hat mir gut getan und ich freu mich schon immer auf die nächste Fahrt. :)
Ich hoffe die nächsten Monate durch gute Ernährung, moderaten Sport, genug Schlaf und allg. positive Einstellung "abzufedern" und ein Ausschleichen der Chemie diesmal damit zu schaffen... :? Auf jeden Fall bin ich fest entschlossen dazu.
Ich grüße Euch!
Der Jesse
nachtegal
Beiträge: 66
Registriert: 23.02.2012 17:16

Re: Bin neu hier, hallo zusammen

Beitrag von nachtegal »

Guten Morgen Jesse,

von meiner Seite auch positive Vibes. Ich probiere auch auch gerade selbstständig Medikamente auszuschleichen. ich bin hier auch neu - das forum hat mir schon gut geholfen, mich über die verschiedenen Aspekte der Halbwertszeit aufzuklären. Neben dem Forum hab ich noch eine Apothekerin meines Vertrauens hinzugezogen. Entgegen der Annahme, sind Apotheker manchmal gar nicht sooo die Chemiefans und haben daher auch gutes Wissen über die tatsächlichen Nebenwirkungen.

Zu meiner gegenwärtigen Selbsteinschätzung, ich gehe davon aus, dass ich die Schlaftabletten selbstständig meister ABER Sorgen macht mir die Zeit danach, wenn wieder Stress auftaucht. Dort Suche ich noch eine praktikable Lösung. Denk also auch daran, wie du unter Stress später reagierst und leg dir dafür einen Plan zurecht.

dein
Nachti
Symptome: (Ängste, Hypochondrische, Todesängste, Erschöpfung:); Diagnose: (Rezidivierende schwere Depression mit wahnhaften Symptomen (F32.3)
Medikation: (Citalopram, 40 mg, Seit 2006) >> (Sulpirit, 200-300mg, Seit 2006) >> (Noctamid 2mg (14 Tagesabstand) Seit 2006) >> Zopiclon 7mg (14 Tagesabstand) Seit 2006 >> Tetrazepam 30 mg, Seit Jahren, ca 4-6x im Jahr
Zusätzlich: (Seroquel 25 mg, 22.02.2012, Absatzsymptome lindern, Gemütsaufhellung); (21.03.2011 Seroquel abgesetzt)
Trimipramin zur Nacht ca 10-15 Tropfen, aktuell 4 tropfen
Bisherige Absetzversuche: 2007 Bromazepam, Kalter Enzug (Hölle), danach keine Probleme. 2011 Zopiclon, Noctamid ausgeschlichen, nach 3 Monaten, aufgrund von beruflichem Stress wieder Schlafmittel genommen.
2012 Noctamid, Zopiclon, Bromazepam und Tetrazepam ausschleichen. Komplett umgestellt auf Zopiclom (die anderen Benzos komplett weggelassen), Anfangsdosierung 7mg Zopiclon : (Zopiclon am 23.02 auf 5,25 reduziert) (Zopiclon am 08.03 auf 4,4 reduziert) (Zopiclon am 22.03. auf 3,75 reduziert) (Zopiclon am 07.04. auf 2,8 reduziert) (Zopiclon am 29.04. auf 1,8 reduziert) (zopiclon am 18.05. auf 0,9 reduziert) (Zopiclon seit 01.06. auf O)
Gesperrt