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Hallo Ihr da draussen....

Verfasst: 07.12.2004 22:50
von Dori
.... ich bin grade auf dieses Forum gestossen während ich mal wieder versucht hab mich von der ewigen grübelei über das leben, das universum und den ganzen rest abzulenken. Jetzt habe ich mich einfach mal hier angemeldet weil ich hoffe dass Ihr mir vielleicht bei der ein oder anderen Frage helfen könntet und vielleicht kann ich ja auch dem ein oder anderen einen Tip geben...
jetzt möchte ich mich aber erstmal vorstellen:

ich bin Dori, bin 28 Jahre und habe schon seit ewigkeiten (eigentlich seit ich denken kann) mit Depressionen zu kämpfen... Es hat natürlich lange gedauert bis ich mal geschnallt habe dass es sich bei meiner ständigen, schubweisen Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit und Mutlosigkeit wohl um Depressionen handelt....
Um genau zu sein habe vor kanpp 1 1/2 Jahren jemanden kennengelernt der mir diese Tatsache vor den Latz geknallt hat. Zuerst hab ich abgeblockt, aber dann hab ich angefangen zu recherchieren und bin darauf gekommen dass das ganze eine Krankheit ist...
naja lange geschichte jedenfalls nehme ich jetzt seit über einem Jahr Cipramil (Citalopram) und muss sagen dass ich in der ersten Zeit wirklich "aufgewacht" bin. Es hat super geholfen! (nachdem ich mich durch die ersten 3 Wochen mit echt heftigen Nebenwirkungen gequält habe)
Aber seit ein paar Wochen habe ich das Gefühl dass die Wirkung nachlässt. Und ich fühle mich zunehmend schlechter... ich bin etwas ratlos... ich kann das Zeug doch nicht mein ganzes Leben lang nehmen (oder doch??) Und vor allem: Was soll ich tun wenn mir das Zeug gar nicht mehr hilft! Ich möchte nicht wieder so ein Leben führen wie die ganzen Jahre davor... Hat jemand von Euch so eine Erfahrung gemacht? Und weiß jemand ob es bei Leuten, die schon Ihr ganzes Lebenlang mit Depressionen zu kämpfen haben, einfach hoffnungslos ist sie zu heilen?

Ich mache keine Therapie nebenher, obwohl ich weiß dass ich es eigentlich tun müsste. Aber ich finde niemanden der einen freien Platz hat...

Ich würde mich freuen von jemandem zu hören der etwas über all das weiß...

Liebe Grüße
Dori

Verfasst: 08.12.2004 09:30
von CloneX
Hallo Dori,

das mit dem Grübeln über Universium und sowas kenne ich auch von meiner depressiven Phase.

Dass die Wirkung von den Medikamenten nachlässt kommt leider bei manchen Menschen vor.

Aber hoffnungslos ist gar nichts. Jeder depressive Mensch hat seine eigene Geschichte - deswegen macht es oft auch keinen Sinn sich mit anderen zu vergleichen. Alles ist möglich.

Hast du auch Ängste oder "nur" Depressionen ?

Wie weit hast du dich über Alternativen informiert ? Ein Versuch wert ist immer Fischöl, Sport (Joggen), Therapie, Meditation (und was mit dem verbunden ist), usw. Komplettcheck beim Arzt einfach um körperliche Ursachen ausschließen zu können. Und viel Informationen aneignen.

Verfasst: 08.12.2004 16:25
von Dori
Hi CloneX, Danke für Deine Anrwort.
Einen Komplettcheck beim Arzt habe ich hinter mir. (so mit allem drum und dran und vor allem auch wegen Schilddrüse) Haben aber nix gefunden. Alternative Dinge hab ich hier und da mal versucht, aber es war alles hoffnungslos. Vor allem hat mir bis jetzt absolut KEINE Terpie geholfen... (was damit zusammenhängen mag dass ich schon als Kind ständig zum Terapeuten geschleift wurde wegen der familiären verhältnisse und es immer der totale horror war und es gar nichts gebracht hat)

Von Fischöl hab ich allerdings noch gar nichts gehört und Meditation habe ich noch nie probiert...

Neben meiner Depression habe ich glaub ich auch Ängste aber es sind keine Ängste die offensichtlich sind oder sich an etwas bestimmten festmachen lassen. Es ist eher sowas wie Angst vor fremden Menschen denen ich in bestimmten Siuationen begegne. Z.B. wenn ich freunde treffe und da sind leute dabei die ich nicht kenne, kann es gut sein dass ich wie blöde das zittern anfange, was, wenn man ein glas in der hand hat ,ziemlich auffällt.... ganz schön peinlich irgendwie... naja das ist nicht wirklich dramatisch aber ich glaube das könnte man vielleicht zu "Ängsten" zählen...

Das hat sich aber plötzlich alles durch das Cipramil in wohlgefallen aufgelöst... Mir ging es so gut plötzlich und ich bin eigentlich ein sehr geselliger Mensch und habe es genossen dass ich so unternehmungsfreudig war.

Und jetzt geht es wieder los. Es ist als würde alles wieder von vorne losgehen. Ich kann nachts kaum noch schlafen und wenn ich schlafe hab ich schlimme Träume... meine Antriebslosigkeit steigt und paart sich mich einer wahnsinnigen Panik vor der Zukunft die mich wiederum hemmt irgendwas dafür zu tun...

Wie solls nur weitergehen? Im Moment nehme ich 20mg soll ich mehr nehmen? Oder soll ich es ganz bleiben lassen? Mein Arzt der mir das verschrieben hat hat mir hoch und heilig versprochen dass das Zeug weder abhängig macht noch meine persönlichkeit verändert... aber wenn ich hier so von den ganzen Entzugserscheinungen lese macht mir das doch ganz schön Sorgen.... Und wenn man von irgendwas abhängig wird (ob Drogen oder Alkohol) braucht man doch auch eine immer höhere Dosis um noch eine Wirkung zu spüren.... Ist das bei diesen Medikamenten vielleicht auch so?

Ich bin wirklich ratlos wo das alles hinführen soll....