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absetzsymptomatik cipralex

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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amanita
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absetzsymptomatik cipralex

Beitrag von amanita » Samstag, 08.01.05, 9:54

hallo ihr lieben,

seit anfang dezember nehme ich kein cipralex mehr und mir geht es noch immer psychisch sehr schlecht.
die körperlichen entzugserscheinungen sind sehr viel milder geworden...kopfschmerzen und zaps treten nur noch selten auf aber ich kämpfe täglich mit symptomen, die ich auch vor der behandlung mit antidepressiva hatte.
ich habe große probleme abends einzuschlafen, angst und panik flackern wieder auf...mir ist ständig speiübel, dazu kommen durchfall und ein ausgeprägtes gefühl der hoffnungslosigkeit. ich bin extrem geräuschempfindlich, starke gerüche machen mir zu schaffen und ich fange ohne grund plötzlich an zu weinen.
ich weiß nicht mehr, wie ich meinen alltag bewältigen soll, autofahren geht nur noch selten und nur auf kurzen strecken...ich kann mich nicht richtig konzentrieren und muß höllisch aufpassen, dass ich keinen unfall baue.
das größte problem bereitet mir, dass ich meinen job verloren habe....ich war bei meinem expartner angestellt und habe für ihn in der EDV gearbeitet.
meinen alten beruf als pharmazeutin kann ich wohl nicht mehr ausüben...es wäre verantwortungslos bei meinem derzeitigen befinden arzneimittel abzugeben...die gefahr, dass ich etwas falsch mache ist viel zu groß.
nun kommen zu allen problemen die ich sowieso schon habe auch noch massive existenzängste hinzu..ich bin alleinerziehende mama von zwei pubertären jungs...diese aufgabe belastet mich schon mehr als genug.

zum auffangen der entzugssymptome hat mein arzt mir doxepin verordnet...was ich zuerst täglich genommen habe.
jetzt nehme ich es nur noch in einer 50mg dosierung alle paar tage....ich bekomme davon starke muskelzuckungen in den beinen und bin extrem müde dazu kommen heißhungerattacken.
das alles empfinde ich als so unangenehm, dass ich am liebsten auch vom doxepin die finger lassen möchte.

wer hatte nach absetzen von cipralex ähnliche probleme und wie lange haben die angedauert??
wenn ich nur wüsste, ob das alte krankheitsbild wieder da ist oder ob alle probleme immer noch vom absetzen kommen!

vielleicht hat einer von euch ähnliches erlebt und kann mir helfen.

ich wünsche allen ein schönes wochenende,

alles liebe von amanita
Symptome: Magenschmerzen, Übelkeit, starke Gewichtsabnahme, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Panikattacken, Angstzustände; Diagnose: Angst- und Panikstörung,
nach 2 Suizidversuchen: schwere Depressionen
Medikation: Escitalopram 10 mg, 10 Monate (vorher Sertralin, Mirtazapin, Clomipramin und Maprotilin wegen der Nebenwirkungen nach kurzer Zeit abgesetzt)
Zusätzlich: bei Bedarf 25-50mg Trimipramin zum Schlafen
3 gescheiterte Absetzversuche
Absetzverlauf:ca. 14 Tage, Escitalopram, 7,5mg >> 3 Tage Escitalopram 5mg >> jetzt wieder bei 7,5 mg Escitalopram>>seit dem 18.11. 5mg Escitalopram und 50mg Doxepin>>seit dem 26.11. 2,5mg Escitalopram und 50 mg Doxepin>>seit dem 2.12. ohne Escitalopram, abends 50 mg Doxepin

Astrid
Beiträge: 313
Registriert: Mittwoch, 26.11.03, 18:02

Re: absetzsymptomatik cipralex

Beitrag von Astrid » Samstag, 08.01.05, 10:47

Hallo Amanita,

ja, ich habe Ähnliches erlebt, aber mit Paroxetin nicht mit Cipralex.
Für mich sind meine momentanen Probleme keine Absetzerscheinungen. Die kenne ich zur Genüge und ich weiß, die fühlen sich anderes an.
Ich hatte vielmehr einen heftigen Rückfall in die Depression begleitet von Ängsten und Panikattacken mit allen körperlichen Symptomen, so wie du sie auch beschreibst. Ein- und Durchschlafprobleme habe ich seit 6 Wochen. An zwei Tagen konnte ich gut schlafen. Die waren die reinste Wohltat.
Konzentrationsprobleme machen mir auch sehr zu schaffen. Ich schaffe es kaum einen Zeitungsartikel ohne Unterbrechung zu lesen. Auch das Schreiben fällt mir schwer. Nichts ist "im Fluss"

Ansonsten gibt es weitere Ähnlichkeiten. Wir sind gleich alt und ich habe eine 18jährige Tochter. In meiner schlimmsten Phase vor drei Jahren reagierte sie mit Essstörungen. Das hatte uns total umgehauen. Sie hat es auf therapeutischem Wege rechtzeitig in den Griff bekommen. Aber die Angst um sie und die Vorwürfe, die ich mir als Mutter machte, grämen mich noch heute.
Im Gegensatz zu dir, habe ich den großen Vorteil, einen zuverlässigen Partner zur Seite zu haben. Wenn das nicht wäre, ...? Ich darf gar nicht drüber nachdenken.

Das Thema Arbeit stellt für mich z.Zt. das Hauptproblem dar. Doch statt meinen Job zu verlieren, stehe ich vielmehr davor ihn von mir aus zu kündigen. Das ist so absurd - ich weiß - aber meine Probleme entstehen immer und immer wieder durch die Situation am Arbeitsplatz.
Auch ich stelle mir täglich die Frage, wie es dann weiter gehen soll. Ähnlich wie bei dir beherrschen mich Selbstzweifel und horrormäßige Zukunftsvisionen.

Dabei hätten wir auch gute Gründe, uns für eine bessere berufliche Zukunft zu motivieren. Wir sind gut ausgebildet, haben uns beruflich als flexibel erwiesen, haben Berufs- und jede Menge Lebenserfahrung und sind daher eigentlich "ideale Arbeitnehmerinnen".
Es gibt mittlerweile eine ganze Beratungsbranche, die sich dem Thema widmet und durch die wir bestimmt ein gutes Choaching erfahren könnten. Aber vorher scheint noch ein anderer Schritt wichtiger zu sein.
Wir müssen bereit sein, d.h. den Glauben an uns zurück gewinnen und psychisch stabiler werden.

Ich habe mich dazu entschieden, nicht zu Paroxetin oder anderen Medikamenten zurück zu kehren, denn sie helfen nur den eigenen Zustand vorübergehend zu verbessern, aber nicht zu heilen. Ich werde mich erneut in Therapie begeben.

In deinem Fall könnte ich es mir sehr gut vorstellen, dass dir ein Kur speziell für psychosomatische Probleme sehr gut tun würde. Wäre das möglich, deine Söhne für sechs Wochen beim Vater, bei Großeltern oder Verwandten zu lassen, damit du endlich mal raus kämst?
Ich habe schon von so vielen gehört, dass ihnen das enorm geholfen hat und vor allem, dass anschließend ein Neuanfang möglich war.

Vielleicht würdest du dann sagen können: "Nachdem es mir viel besser geht und meine Konzentrationsfähigkeit sich ebenfalls deutlich verbessert hat, werde ich mich bewerben, um stundenweise oder halbtags in meinen alten Beruf als Pharmazeutin zurückzukehren.
Meine Söhne sind sehr stolz auf mich und sehr glücklich, ihre Mutter wieder gesund bei sich zu haben."

Ich wünsche es dir sehr, dass es dir nicht länger schlecht geht.

Herzlichst
Astrid

amanita
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Beitrag von amanita » Samstag, 08.01.05, 11:25

liebe astrid!

danke für deine liebe und ausführliche mail.

eben habe ich mir noch einmal die seite mit den absetzerscheinungen zu gemüte geführt und bin mir eigentlich sicher, noch unter solchen zu leiden.
mir geht es heute wieder extrem schlecht und ich habe probleme mich zu konzentrieren und mich zu artikulieren..deshalb nur eine kurze antwort an dich.
meine erkrankung begann vor 5 jahren als mein mann sich von mir trennte....zuerst lief es ohne ihn noch ganz gut....aber ich entwickelte nach und nach psychosomatische beschwerden..die sich immer mehr aufschaukelten und schliesslich war mein körper durch die ständige überlastung, krank arbeiten gehen zu müssen total überfordert.
ich bekam pfeiffersches drüsenfieber durch die ausgeprägte schwächung des immunsystems..und danach war es mit meiner gesundheit ganz aus....mein knochenmark produziert nur noch sehr wenige leukozyten, die für die infektabwehr zuständig sind. daraus resultieren ständige erkältungen und pilzinfektionen....ein stetiger teufelskreis.
vor 2,5 jahren bewältigte ich als letzten kraftakt einen riesigen umzug...mein mann und ich wohnten viele jahre in bayern, wo auch die kinder zur welt kamen.
als der ex nach berlin zog um seine ruhe zu haben liess ich mich von meinen eltern und geschwistern überreden wieder zurück in die heimat zu ziehen...damit sie mir besser helfen können...im nachhinein besehen versetzte mir das den stoß ins endgültige aus.
noch heute habe ich "heimweh" ohne ende..im dicht besiedelten NRW fühle ich mich absolut unwohl....ich vermisse meine in 17 jahren gewachsenen freundschaften...meine lieben nachbarn und das selbst gebaute haus.
letztes jahr verbrachte ich mehrere monate in der psychiatrie ....alle paar wochen wurde ich für eine gewisse zeit dort eingeliefert...ich bekam immer neue arzneimittel....die immunschwäche wurde allerdings nicht behoben.....nach den klinikaufenthalten ging es mir nicht besser....mein hausarzt bekommt krämpfe, wenn er mich sieht, er ist mit meinem krankheitsbild total überfordert.
überweisung zum hämatologen brachten keinen erfolg...nun soll ich in die onkologie um mich durchchecken zu lassen.....was ich aber noch abblocke, weil ich es wohl psychisch nicht schaffe, mit vielen, sehr kranken menschen konfrontiert zu werden.
meine familie kommt mit meiner erkrankung nicht mehr zurecht....ich werde gedrängt endlich mir mal nen ruck zu geben und gesund zu werden....meine jungs waren während der krankenhausaufenthalte bei meiner jüngeren schwester...sie wurde durch die überlastung ebenfalls krank und kann sie nicht mehr nehmen. meine eltern blocken ebenfalls ab....der vater der kinder hält sich aus allem raus, er ist froh, weit weg zu sein und ist der liebe papi für urlaub und ferien.
die beziehung zu meinem partner scheiterte nach 1,5 jahren, weil er mit meiner krankheit nicht mehr zurecht kam...und nun stehe ich mehr oder weniger alleine mit meinen problemen hier.

wenn ich nur wüsste, was ich machen soll...!

danke dir fürs lesen..es tut zumindest schon sehr gut, sich mit leidensgefährten auszutauschen.

alles liebe für dich und deine famile wünscht dir

amanita
Symptome: Magenschmerzen, Übelkeit, starke Gewichtsabnahme, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Panikattacken, Angstzustände; Diagnose: Angst- und Panikstörung,
nach 2 Suizidversuchen: schwere Depressionen
Medikation: Escitalopram 10 mg, 10 Monate (vorher Sertralin, Mirtazapin, Clomipramin und Maprotilin wegen der Nebenwirkungen nach kurzer Zeit abgesetzt)
Zusätzlich: bei Bedarf 25-50mg Trimipramin zum Schlafen
3 gescheiterte Absetzversuche
Absetzverlauf:ca. 14 Tage, Escitalopram, 7,5mg >> 3 Tage Escitalopram 5mg >> jetzt wieder bei 7,5 mg Escitalopram>>seit dem 18.11. 5mg Escitalopram und 50mg Doxepin>>seit dem 26.11. 2,5mg Escitalopram und 50 mg Doxepin>>seit dem 2.12. ohne Escitalopram, abends 50 mg Doxepin

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