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Hippo - 10 Monate "ohne" - Zaps & Schwäche !

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Hippo
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Hippo - 10 Monate "ohne" - Zaps & Schwäche !

Beitrag von Hippo » Freitag, 04.03.05, 16:09

Hallo wieder mal nach langer Zeit.

Bin ja jetzt ca. 10 Monate ohne Paroxetin, habe wieder sehr lange gezögert und mich überprüft, bevor ich hier schreibe, aber jetzt hab ich doch mal wieder das Bedürfnis, mich mit Betroffenen (…also Leuten mit Ahnung :wink: ) auszutauschen.

Hatte ja über einen Zeitraum von 8 Monaten abgesetzt. Von den Absetzsymptomen, die mich eigentlich die ganze Zeit begleitet hatten, sind mir BIS HEUTE folgende treu geblieben.

1) Zaps
Eigentlich immer schwächer und seltener, aber doch auch heute noch ab und an deutlich spürbar und zwar eigentlich immer nach Schlafphasen (frühmorgens bzw. auch nach einem Nickerchen zu anderer Zeit). Die Zaps waren (und sind) bei mir immer einseitig (links) nach schneller Augenbewegung zur Seite.

2) Schwäche in den Extremitäten
Fingen eigentlich ziemlich zum Schluss des Absetzens an. Ich kann es ungefähr wie folgt beschreiben: Wenn man müde ist und das Gefühl hat, sich strecken zu müssen. Diese Müdigkeit z.B., die man nach dem Aufwachen hat - von der Intensität her ca. multipliziert mit 5. Das heisst, morgens denke ich manchmal, ich komme überhaupt nicht hoch und auch sonst nach Ruhephasen, aber eben extrem verstärkt. Es betrifft die grossen Gelenke, also Kniekehlen, Ellenbeugen sowie hand- und Sprunggelenke. Wenn ich mal auf Touren bin, z.B. bei Bewegung spüre ich davon nichts, auch keinerlei Schmerzen.
Dazu kommt ein ständiges Gefühl des Frierens/Fröstelns, obwohl ich sonst eher nie verfroren bin/war.


Für diese Schwäche kommt natürlich einiges in Frage, ich dachte am ehesten an Stoffwechsel- oder Hormonprobleme, Schilddrüse usw.
Da aber die Zaps zu 100% der SSRI-Einnahme/Absetzens zuzuordnen sind, frage ich mich doch, ob auch bzgl. der Schwäche ein Zusammenhang zum Paroxetin hergestellt werden kann bzw. dass der SSRI-Konsum evtl. irgendetwas im Stoffwechselhaushalt längerfristig beeinflusst oder schädigt.
Leuts, ich hab das Zeug schon 10 Monate nicht mehr im Blut, irgendwas muss da doch dauerhaft "verändert" worden sein. :?

Bevor ich mich also (bei meinem psychosomatischen "Vorstrafenregister") wieder in die Diagnostik begebe, wollte ich mir gerne Eure Meinungen anhören.

Gibt’s ähnliche Erfahrungen, Beschreibungen, Beobachtungen, Forschungen, Ideen - auch Theorien ?

Bin dankbar für jeden Beitrag.

Grüsse an alle.
Hippo

Lotus
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Schilddrüse

Beitrag von Lotus » Samstag, 05.03.05, 19:36

Hallo Hippo, hallo Uschi,
Hippo hat geschrieben:Für diese Schwäche kommt natürlich einiges in Frage, ich dachte am ehesten an Stoffwechsel- oder Hormonprobleme, Schilddrüse usw.
Mir hat mein Hausarzt, ein Allgemeinmediziner und Internist, im Januar also als ich eine Dosis von 10 mg Paroxetin geschluckt habe, Blut abgenommen. Bei der Untersuchung kam ´raus, dass ich meine Schilddrüsenwerte schlecht waren. Der Arzt meinte, er würde noch mal
zur Sicherheit meine Schilddrüse per Ultraschall untersuchen. Wenn sie gesund ist, kann man davon ausgehen, dass das Paroxetin die Ursache für den schlechten Wert ist. Das ist gestern geschehen, meine Schilddrüse ist gesund.

Ich war bei ihm wegen der Nebenwirkungen von Paroxetin: Müdigkeit und Muskelschmerzen.

Hallo Uschi,

ich drücke Dir ganz doll die Daumen.

Gruß,

Lotus
1995 Selbstwertneurose, neurotische Depression, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Besserung ohne Medikamente
1998 schwerer Rückfall: 20 mg Paroxetin zur Antriebssteigerung,
Absetzversuch: von 02.02.05 bis Juni 05 null, ab Juni 05 10 mg Escitalopram
Diagnose: bipolar schizo-affektive Störung. Medikation: 600 mg Seroquel, 22,5 mg Mirtazapin, 40 mg Citalopram

TheCrow
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Re: Hippo - 10 Monate "ohne" - Zaps & Schwäche

Beitrag von TheCrow » Sonntag, 06.03.05, 16:21

Hippo hat geschrieben:Hallo wieder mal nach langer Zeit.

1) Zaps
Eigentlich immer schwächer und seltener, aber doch auch heute noch ab und an deutlich spürbar und zwar eigentlich immer nach Schlafphasen (frühmorgens bzw. auch nach einem Nickerchen zu anderer Zeit). Die Zaps waren (und sind) bei mir immer einseitig (links) nach schneller Augenbewegung zur Seite.
Nach 10 Monaten immer noch die Zaps? Was hat die Pharmaindustrie da für einen Müll produziert. :frust:
Also ich hab auch noch gelegentlich Zaps (auch links) bei Augenbewegung, aber sie werden jetzt zunehmend schwächer.

Hippo hat geschrieben: 2) Schwäche in den Extremitäten
Fingen eigentlich ziemlich zum Schluss des Absetzens an. Ich kann es ungefähr wie folgt beschreiben: Wenn man müde ist und das Gefühl hat, sich strecken zu müssen. Diese Müdigkeit z.B., die man nach dem Aufwachen hat - von der Intensität her ca. multipliziert mit 5. Das heisst, morgens denke ich manchmal, ich komme überhaupt nicht hoch und auch sonst nach Ruhephasen, aber eben extrem verstärkt. Es betrifft die grossen Gelenke, also Kniekehlen, Ellenbeugen sowie hand- und Sprunggelenke. Wenn ich mal auf Touren bin, z.B. bei Bewegung spüre ich davon nichts, auch keinerlei Schmerzen.
Dazu kommt ein ständiges Gefühl des Frierens/Fröstelns, obwohl ich sonst eher nie verfroren bin/war.
Das mit dem Frösteln ist mir auch aufgefallen. Selbst in beheizten Räumen kommt das vor, dass ich eine Art Kältezittern habe. Allerdings hält das nicht den ganzen Tag an, sondern meist nur mehrere Stunden und geht dann von alleine weg. Dabei war ich vorher auch eher kälteunempfindlich.

Hmm, das mit den Extremitäten kenn ich so nicht.
Dafür habe ich etwas anderes, was auch nicht viel besser ist (auch schon mit regelmäßiger Paroxetin Dosis, aber nicht so stark):
Nach dem Aufwachen ist mein Kreislauf immer extremst zerstört. Sobald ich aufstehe, wird mir schwindelig und oft wird meine Sicht dann noch benebelt, so dass ich fast nichts mehr sehen kann und ich geh dann meistens sofort zurück ins Bett und schlafe nach 2 Sekunden wieder ein. So dauert Aufstehen bei mir mittlerweile so 2-4 Stunden...
Langsames Aufstehen klappt auch nicht, denn wenn ich nicht ruckartig Aufstehe schlaf ich sofort wieder ein.
Hippo hat geschrieben: Leuts, ich hab das Zeug schon 10 Monate nicht mehr im Blut, irgendwas muss da doch dauerhaft "verändert" worden sein. :?
JA, 10 Monate sind wirklich lange. Da sollte der letzte Rest von dem Zeugs eigentlich verstoffwechselt sein. Entweder braucht das Gehirn sehr lange, um sich wieder richtig einzustellen oder es wurde wirklich dauerhaft etwas geändert.
Wie lange hast du denn das AD genommen?
soziale Phobie, Depression

seit Juni 04 Paroxetin 20 mg

August 04: auf 40 mg
September 04: auf 20 mg runter ohne Nebenwirkungen
30.1.05: 10 mg
seit 8.2.05: 5 mg
seit 25.2.05: 0 mg

Hippo
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Beitrag von Hippo » Sonntag, 06.03.05, 23:19

Hallo zusammen und erstmal vielen Dank für Eure Antworten.

@ Uschi
Ist doch kein Zufall, dass von dieser Schwäche öfter berichtet wird. Nun schön, wie die meisten Absetzsymptome verschwinden diese, wenn man die Dosis wieder einnimmt oder erhöht. Aber ich bin 10 Monate "ohne"... - OK, wenn mir jemand sagt, es dauert noch mal 10 Monate, dann kann ich das akzeptieren, Geduld habe ich mittlerweile gelernt - aber jetzt werd ich doch wieder ein wenig unruhig.

@ Lotus
Das ist natürlich höcht interessant. Genau in diese Richtung gingen meine Vermutungen.
Nehmen wir mal an, Dein Arzt hat Recht. Auf mich übertragen würde das bedeuten, Paroxetin verändert/hemmt/verschlechtert den Stoffwechsel oder schädigt irgendetwas dauerhaft ? Aber was und wodurch ?
Jedenfalls ermutigt mich das, in dieser Richtung weiter zu forschen.

Hat jemand ähnliche Zusammenhänge bei sich beobachtet bzw. ähnliche Untersuchungsergebnisse ? Wäre super, wenn er/sie davon berichten könnte.

@ The Crow
Ja, nach 10 Mo noch Zaps. Will ich gar nicht dramatisieren, ist nicht allzu oft und auch auszuhalten, kein Problem. Aber dass es sie immer noch gibt, nach 10 Monaten, zeigt doch, dass irgendwas geblieben ist, obwohl das Zeug natürlich schon verstoffwechselt ist.
Mit der Schwäche ist das schon anders, zumal ich das Gefühl habe, dass es schlimmer wird, das macht mich schon nervös.
Übrigens, das mit dem benebelt sein, passiert mir öfter beim Kurzschlaf (...so vorm Fernseher), wie wenn der Kreislauf auf 0 wäre und da kann ich dann öfter auch die Zaps spüren.
Du hast die Zaps auch links und bei Augenbewegung ? Komisch, es gibt so viele Parallelen, aber erforscht hat das noch niemand. Interessiert scheinbar ausser uns keinen.

Nochmals vielen Dank für eure Antworten und wenn sonst noch jemand was einfällt, bitte melden.

Danke, Grüsse & Alles Gute für Euch !
Hippo
PAROXETIN
20 mg von Juni - Okt. 02
abgesetzt in 2 Wochen (heftige Symptome )
20 mg von Nov. 02 - Aug.03
15 mg Sept. & Okt.03
10 mg Nov 03/Dez.03/Jan.04
8 mg KW 8 ...
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Lotus
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Beitrag von Lotus » Montag, 07.03.05, 11:22

Hallo Hippo, hallo TheCrow, hallo Uschi,
TheCrow hat geschrieben: Nach dem Aufwachen ist mein Kreislauf immer extremst zerstört. Sobald ich aufstehe, wird mir schwindelig und oft wird meine Sicht dann noch benebelt, so dass ich fast nichts mehr sehen kann und ich geh dann meistens sofort zurück ins Bett und schlafe nach 2 Sekunden wieder ein. So dauert Aufstehen bei mir mittlerweile so 2-4 Stunden...
Langsames Aufstehen klappt auch nicht, denn wenn ich nicht ruckartig Aufstehe schlaf ich sofort wieder ein.
Das ist genau das Symptom, weswegen ich abgesetzt hatte, leider habe ich es immer noch. Solange ich arbeiten ging, konnte ich damit halbwegs leben, weil der Druck zum Aufstehen da war. Seit ich nicht mehr arbeite, schlafe ich morgens eben lange. Das will ich aber gar nicht. Ich will doch eigentlich studieren! :frust:
Seit ich abgesetzt habe, ist es etwas besser geworden. Früher bin ich, sobald ich irgendwo einen ruhigen Moment hatte, tagsüber eingeschlafen. Jetzt gibt es deutlich getrennte Schlaf- und Wachphasen.
Hippo hat geschrieben: 2) Schwäche in den Extremitäten
Fingen eigentlich ziemlich zum Schluss des Absetzens an. Ich kann es ungefähr wie folgt beschreiben: Wenn man müde ist und das Gefühl hat, sich strecken zu müssen. Diese Müdigkeit z.B., die man nach dem Aufwachen hat - von der Intensität her ca. multipliziert mit 5. Das heisst, morgens denke ich manchmal, ich komme überhaupt nicht hoch und auch sonst nach Ruhephasen, aber eben extrem verstärkt. Es betrifft die grossen Gelenke, also Kniekehlen, Ellenbeugen sowie hand- und Sprunggelenke. Wenn ich mal auf Touren bin, z.B. bei Bewegung spüre ich davon nichts, auch keinerlei Schmerzen.
Das war der andere Grund für das Absetzen.

Das Frösteln kenne ich auch. Ich habe das bisher noch nicht mit dem Paroxetin in Verbindung gebracht. Aber es fühlt sich durchaus anders an als normales Frösteln.

Dass das nach 10 Monaten immer noch auftritt, macht mich wirklich ratlos. Der menschliche Körper ist eben ein extrem komplizierte Sache. Deutlich komplizierter als ein Eintopf, bei dem man ein bisschen von dieser oder jener Zutat zugießen kann, und selbst beim Eintopf geht das manchmal schief.

Gruß,


Lotus
1995 Selbstwertneurose, neurotische Depression, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Besserung ohne Medikamente
1998 schwerer Rückfall: 20 mg Paroxetin zur Antriebssteigerung,
Absetzversuch: von 02.02.05 bis Juni 05 null, ab Juni 05 10 mg Escitalopram
Diagnose: bipolar schizo-affektive Störung. Medikation: 600 mg Seroquel, 22,5 mg Mirtazapin, 40 mg Citalopram

Hippo
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Beitrag von Hippo » Freitag, 11.03.05, 11:38

Hallo Ihr lieben & besten Dank für Eure Antworten.

War gestern beim Hausarzt und wir werden der Sache nachgehen, also erstmal grosses Blutbild und Genaral-Check, dann je nach Bedarf zum Spezialisten.
Zunächst haben wir mal festgestellt, dass ich von den ca. 10 kg Gewichtszunahme unter Paroxetin inzwischen 14 kg (!) wieder abgenommen habe, bei jeweils unveränderter Lebens- & Ernährungsweise. Steht mir zwar nicht schlecht, aber daran kann man ja alleine sehen, wie massgeblich das Medikament den Stoffwechsel beeinflusst - und anscheinend nicht nur im Hirn...

Grüsse
Hippo
PAROXETIN
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Uschi
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Beitrag von Uschi » Freitag, 11.03.05, 18:43

Hallo Hippo,
da freu ich mich am meisten drauf! :roll:
Zunächst haben wir mal festgestellt, dass ich von den ca. 10 kg Gewichtszunahme unter Paroxetin inzwischen 14 kg (!) wieder abgenommen habe, bei jeweils unveränderter Lebens- & Ernährungsweise
Hoffentlich fallen mir die Kilo auch so vom Leib!
Du Glückliche. :D

Gruß Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)

Hippo
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Beitrag von Hippo » Freitag, 18.03.05, 10:52

Hallo Leute,

ich war also diese Woche bei der Vertretung meines Hausarztes zum Generalcheck, d.h. EKG, Ultraschall Bauchraum, Blutbild.
Also, alle Ergebnisse, inkl. aller Blutwerte (inkl. Schilddrüse) sind vollkommen unauffällig. Es gibt keinerlei körperliche Erklärung für meine Symptome und keinerlei Anzeichen für eine körperliche Erkrankung - und schon gar nicht in Verbindung mit Paroxetin. Im Gegenteil, ich sollte mir vielleicht überlegen (*Achtung - festhalten*), "ob ich nicht wieder von Paroxetin profitieren könnte". :frust:
OK, manchmal sollte man auch Verständnis für (besonders für junge -) Ärzte haben, bei meiner hypochondrischen Aktenlage und den geschilderten Symptomen… Aber wenn man keine Ahnung hat, vielleicht einfach mal die Schn…. halten ?
Ich hab ihm dann schon erklärt, dass man die Dinger "nicht mal einfach so" nimmt, sondern meiner Ansicht nach nur, wenn man wirklich keinen anderen Weg mehr sieht.

OK, ich bin jedenfalls so schlau wie vorher. Mir bleibt jetzt wieder mal nichts anderes, als mich über die Befunde zu freuen und zu versuchen, es mir - trotz Symptomen - gutegehen zu lassen und auf die Selbstheilungskräfte zu verlassen - physisch und/oder psychisch.

Das war Hippo`s kleiner Ausflug zurück in die Diagnostik.

Danke Euch und Alles Gute für alle.

Werde mich wieder mal melden.

Ciao
Euer
PAROXETIN
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Lotus
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Beitrag von Lotus » Freitag, 18.03.05, 21:54

Hallo Hippo,

entgegen dem allgemeinen Bild von der „naturwissenschaftlichen", „objektiven" Medizin ist die Interpretation von Blutwerten durchaus von Arzt zu Arzt unterschiedlich. Vielleicht lässt Du dich von einem anderen Arzt noch einmal begutachten.

Mein Psychotherapeut war DER Spezialist für Psychosomatik in der Kleinstadt, in der ich gewohnt habe. Seine Strategie, bevor er ein Symptom als psychosomatisch angesehen hat, war immer: sehr sehr gründlich untersuchen. Wenn Dein Arzt meint, Paroxetin würde gegen Deine Symptome helfen, meint er anscheinend, sie seien psychosomatisch bedingt. Und vor psychosomatisch steht bei der Problemlage erst mal die Diagnose Absetzsymptom und dann kommt erst mal eine ganz große Diagnostik.

Mein Therapeut hatte für Fälle, bei denen er selbst die Ursache von Symptomen nicht feststellen konnte, ein richtiges Netzwerk aus Spezialisten, die die ganze Palette an Medizintechnik auf einen los gelassen haben, und auch noch gut denken konnten.

Dazu gehört natürlich ein großes persönliches Engagement des Arztes. Und diese engagierten Leute sind echt schwer zu finden.

Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche,

Lotus
1995 Selbstwertneurose, neurotische Depression, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Besserung ohne Medikamente
1998 schwerer Rückfall: 20 mg Paroxetin zur Antriebssteigerung,
Absetzversuch: von 02.02.05 bis Juni 05 null, ab Juni 05 10 mg Escitalopram
Diagnose: bipolar schizo-affektive Störung. Medikation: 600 mg Seroquel, 22,5 mg Mirtazapin, 40 mg Citalopram

Sven
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Beitrag von Sven » Montag, 21.03.05, 12:01

hallo hippo,

eine interessante frage ist das ob die ssris den stoffwechsel beeinflussen.
ich denke auf alle fälle. aus eigener erfahrung ist es so, dass ssri zwar den hunger dämpfen können,
aber andererseits die verbrennung scheinbar drosseln. immer wenn ich die ssri absetze nehme ich zu, das dauert dann bis zu 4 monaten, danach nehme ich wieder ab bis ich normalgewicht habe. auch habe ich unter ssri hunger auf süsses, nach dem absetzen extrem süsshunger und nach 4 monaten geht auch das vorbei.

die zaps kenne ich nur allzugut, nur dass sie bei mir nur 3 bis 4 wochen anhalten und dann weg sind.
je langsamer ich ausschleiche umso weniger zappts in der birne bei mir, bei 2 mg die woche gar nicht mehr...

dass man gerade morgen die diese nebenwirkungen oder absetzsymptome hat ist logisch, denn nachts wenn man schläft wird serotonin teilweise in melatonin umgewandelt,
sodass noch weniger serotonin zur verfügung steht; deswegen haben viele depressive ein morgentief und deswegen kann schlafentzug auch depressionen lindern.
alles in allem denke ich dass die medikamente abläufe ändern, aber nicht auf ewig. das gehirn und der körper sind plastisch, selbst im hohen alter können noch neuronen nachwachsen. langwierige stoffwechselstörungen ja, für immer ? ich denke nein.
ein neurotoxin, also ein nervengift dass wirklich dauerhaft schädigt, schädigt alle menschen in gleicher form!
zuviel reiner ethanol ist bei allen tödlich, butolin verursacht immer die selben schäden, neurotoxische schlangengifte verurschen bei allen menschen die gleichen symptome oder den tod. zyanid ist bei allen menschen in 50 mg tödlich. keine ausnahme.

wären die Ads alle neurotoxisch, müssten alle die selben nebenwirkungen haben oder die selben absetzsymptome.
deshalb glaube ich, dass alle nebenwirkungen und absetzsymptome, so schlimm sie individuell sein mögen, wieder 100 reversibel sind.
ausschleichen und geduld ist hier der schlüssel.
das das den pharmakonzernen trotzdem anzukreiden ist steht ausser frage. wer gackert muss auch eier legen.
sie hätten früher rausgemusst mit der sprache, dass eben einige leute empfindlich auf die stoffe reagieren.
S

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