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Citalopram - Schwindel???

Verfasst: 11.04.2005 12:59
von Liz
Hallo,

ich habe 6 Monate lang Citalopram genommen (siehe Signatur).

Nun ist mir seit ca. 1 Woche schwindlig, habe teilweise leichte Kopfschmerzen und einen Druck auf den Ohren, seit 3 Tagen ist es auch teilweise so, das es im Kopf kurz sticht bzw. piekst (weiss leider nicht wie ich das sonst beschreiben soll).

Als ich mit der Einnahme angefangen habe, hatte ich in den ersten zwei Wochen nur das Problem das ich nicht einschlafen konnte, sonst überhaupt keine Probleme.

Letzten Donnerstag war ich zum Arzt (wg. dem Schwindel) und hatte dort einen zu hohen Blutdruck, am Freitag bei der Kontrolle war er aber wieder total in Ordnung. Der Arzt meinte, es könnte evtl. an den Tabletten liegen.

Nun bin ich total verunsichert, weil ich sonst noch nie solche Probleme hatte.
Kann es am Absetzen liegen??

Liebe, verzweifelte Grüße
Liz

Re: Citalopram - Schwindel???

Verfasst: 11.04.2005 14:45
von PhilRS
Liz hat geschrieben:Nun ist mir seit ca. 1 Woche schwindlig, habe teilweise leichte Kopfschmerzen und einen Druck auf den Ohren
Das sind zunächst mal recht allgemeine Symptome, die sich nicht so einfach zuordnen lassen. Die Möglichkeit besteht durchaus, dass es mit dem Absetzen zu tun hat.

Anders sieht es hiermit aus:
seit 3 Tagen ist es auch teilweise so, das es im Kopf kurz sticht bzw. piekst (weiss leider nicht wie ich das sonst beschreiben soll).
Das hört sich schon sehr charakteristisch an. Hier wird für sowas der Begriff "Zaps" verwendet, wenn ich's recht verstanden habe.

Ich habe selbst Cipramil mal genommen (aber recht kurz). Mit Zeitverzug (Wochen/Monate) hatte ich dann über einige Monate das "Problem", dass ich z.B. beim Autofahren keinen richtigen Schulterblick mehr machen konnte: Weil bei Kopfbewegung etwas wie ein Stromschlag vom Nacken/Hinterkopf nach unten in den Körper ging. Als Kind hab ich mal einen elektrischen Weidezaun angefasst, das war so ähnlich.
(BTW habe ich mich erst durch dieses Forum daran erinnert, ich dachte damals es wären Verspannungen oder so.) Ist inzwischen weg.

Dysregulation beim Blutdruck kann beim Absetzen vorkommen. Kopfschmerzen auch. Ob der Druck a.d. Ohren oder der Schwindel mit dem Blutdruck zusammenhängt, lässt sich von hier aus nicht sagen.

Immerhin hast Du einen Arzt, der die Absetzproblematik ernstnimmt! Das ist auch schon was, und er ist offenbar von sich aus drauf zu sprechen gekommen.

Aus meiner Sicht: Du solltest ihm am besten klarmachen, wie sehr Dich das belastet, und das sollte ihm zu denken geben. D.h. nicht "nur" Blutdruck messen und verkünden "alles wieder gut!" - andererseits ist eine ängstliche Erwartung ("oh Gott, was kann noch alles kommen") möglichst zu vermeiden... bei weitem nicht jede/r kriegt das "Vollbild", die ganze Palette der Absetzsymptome.

In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass es sich nicht verstärkt, sondern eher zurückgeht (was nicht unwahrscheinlich ist), Dein
-PhilippRS.

Re: Citalopram - Schwindel???

Verfasst: 15.04.2005 19:24
von jason
PhilRS hat geschrieben:
Liz hat geschrieben:Nun ist mir seit ca. 1 Woche schwindlig, habe teilweise leichte Kopfschmerzen und einen Druck auf den Ohren
Das sind zunächst mal recht allgemeine Symptome, die sich nicht so einfach zuordnen lassen. Die Möglichkeit besteht durchaus, dass es mit dem Absetzen zu tun hat.

Anders sieht es hiermit aus:
seit 3 Tagen ist es auch teilweise so, das es im Kopf kurz sticht bzw. piekst (weiss leider nicht wie ich das sonst beschreiben soll).
Das hört sich schon sehr charakteristisch an. Hier wird für sowas der Begriff "Zaps" verwendet, wenn ich's recht verstanden habe.

Ich habe selbst Cipramil mal genommen (aber recht kurz). Mit Zeitverzug (Wochen/Monate) hatte ich dann über einige Monate das "Problem", dass ich z.B. beim Autofahren keinen richtigen Schulterblick mehr machen konnte: Weil bei Kopfbewegung etwas wie ein Stromschlag vom Nacken/Hinterkopf nach unten in den Körper ging. Als Kind hab ich mal einen elektrischen Weidezaun angefasst, das war so ähnlich.
(BTW habe ich mich erst durch dieses Forum daran erinnert, ich dachte damals es wären Verspannungen oder so.) Ist inzwischen weg.

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Hallo , ich habe Insidon genommen angefangen mit 1 am tag und als ich auf 2 erhöht habe hatte ich auch dieses selltsame Gefühl , es fing im kopf an und dann runter durch den ganzen körper , wie kribbeln oder wie du sagtest stromschlag !!! Dachte erst an ein epileptischen anfall der eventuell nicht durchgedrungen ist. Ich hatte auch kein verschwommen sehn oder ähnliches .

Dann habe ich es abgesetzt , und jetzt ist es so , das ich jeden Tag das Gefühl habe ich fall um ,als wenn ein schwindelig ist .Beim bewegen und sehen , Aber anscheinend ist es der Kreislauf nicht , dachte ebendfalls auch an verspannungen ??? :?

Werde montag erstmal zum hausarzt gehen und eventuell mal blutwerte checken lassen , oder was denkt ihr ???Sind es Entzugserscheinungen ???

Soll man die Tabletten weiter einnehmen wenn dieses gefühl kommt bzw dieser stromschlag ????

Ich bin mir einfach nicht sicher ob ich noch mal die insidon nehmen soll , hab sie über 3 Wochen genommen aber keine änderung gehabt , hab auch erst spät mit 2 stück am tag angefangen hmm :?

Und was ist angenommen ich versuch es noch mal und dieser stromschlag kommt wieder was dann ????

Mfg jason

Re: Citalopram - Schwindel???

Verfasst: 15.04.2005 20:21
von PhilRS
jason hat geschrieben:habe Insidon genommen angefangen mit 1 am tag und als ich auf 2 erhöht habe hatte ich auch dieses selltsame Gefühl , es fing im kopf an und dann runter durch den ganzen körper , wie kribbeln oder wie du sagtest stromschlag !!!
Moment -> ... beim Hoch-Dosieren?

Das wäre das erste Mal, dass ich sowas höre.

Dummerweise kenne ich Opipramol (Insidon) nur als Uralt-Medikament von ca. Anfang der 90er. Damals war das mal "modern", als "Tranquilizer, der nicht abhängig macht".
War inzwischen fast vergessen, bis jemand drauf kam: "hey, lass uns das doch mal als (Super-Duper-Toll-Prinzip) verkaufen!"

So ähnlich wie bei Mirtazapin (Remergil) - das ist auch bloß ein stinknormales tetrazyklisches AD mit genau denselben Risiken wie die anderen alten 4ZA.
Dasselbe wie Mianserin, nur ein Atom ausgetauscht, aber: "hey, wir nennen das jetzt NaSSA, und reden allen Ärzten ein, es ist ein gaaaanz tolles neues modernes nebenwirkungsarmes unvergleichliches Ding!"

Na, immerhin hamse bei Mirtazapin wenigstens ein Atom ausgetauscht. Macht schön Patentschutz und Kohle in die Kasse.

Beim "Opi" wäre das Patent abgelaufen, dachte ich. Aber wer weiß.

Alles zum Kotzen, ... übrigens esse ich grade.

<hr>

ich weiß schon, dass mit dem Opipramol was "läuft". Manche verschreiben das wieder wie die blöden.

Ich finde das derart unaussprechlich ..., dass ich mich weigere, irgendwelche Einzelheiten dazu zur Kenntnis zu nehmen. Irgendwann ist mal Schluss.

<hr>
Und was ist angenommen ich versuch es noch mal und dieser stromschlag kommt wieder was dann ????
Was sich anfühlt wie ein Stromschlag, ist aber trotzdem keiner.
Wenn Du in die Steckdose mit einem Draht reingehst, kriegst Du eins verpasst, und das ist gefährlich z.B. fürs Herz.

Wenn Du aber das Gefühl eines Schlags hast, dann ist es Deine Entscheidung, ob Du das für "ausreichend schlimm" hältst. Soweit bekannt, handelt es sich im Rahmen von Absetzsymptomen insgesamt um eine "nur" gefühlte Sache - die aber extrem belastend sein kann.
Unmittelbar gefährlich ist das eher nicht, mehr ein Ausdruck einer anderen, noch nicht aufgeklärten Sache, die "tiefer" abläuft.


Ehrlich gesagt: Ich werde aus Deinem Posting nicht schlau.

Man sollte nur stets beachten: Wenn man in der Gehirnchemie herumrührt, ist vieles möglich. Da kann man nie genug auf der Hut sein.
Wir wissen um einige Dimensionen weniger, als wir bräuchten, um solche Sachen voraussehen zu können.

Darum zuletzt ein Zitat meines ollen Physiklehrers vor unserer Klasse:

"Mit dem, was Ihr nicht wisst, können noch 5 andere Klassen sitzenbleiben!"

Im Prinzip dasselbe möchte ich manchmal den Psychiatern entgegenschreien, die jeder "Neuheit" hinterher rennen und glauben, was in den Werbeheftchen steht. Das ist unerträglich.

Gute Besserung,
-PhilippRS.

Verfasst: 15.04.2005 21:24
von Liz
Hallo Phil,

danke für Deine Antwort :)

Ich hatte am Montag eine Gruppensitzung mit meinem Doc und anderen Patienten und habe dort dieses Problem angesprochen.

Er meinte, dass meine Probleme von den Tabletten kommen und es nach ca. 2 Wochen nach Ende der Einnahme verschwinden sollte.

Die letzten zwei Tage ging es mir schon wesentlich besser und heute hatte ich so gut wie gar keinen Schwindel und auch diese Stiche nicht mehr.

Ich bin froh, dass ich diese Tabletten nicht mehr nehme, auch wenn sie mir in einer schlechten Zeit geholfen haben, aber man sollte wirklich nicht vergessen was man da nimmt :cry:

Liebe Grüße
Liz