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Suche Erfahrungsberichte über Perazin
Verfasst: 16.05.2005 07:13
von wenkie
Hallo, da ich jetzt Perazin nehmen soll ( wegen Soziophobie), ist mir jeder willkommen der das Medi kennt und berichten kann.
Ich weiß, es ist ein NL, aber ich reagiere auf viele ADs paradox oder sie haben nicht gwewitkt und viele haben ich nicht vertragen.
Wer kann zu Perazin berichten?
Hilft es auch gegen Ängste?
Muss ich mit einer Gewichtszunahme rechnen?
LG
Wenkie

Perazin
Verfasst: 17.05.2005 15:24
von mücke
Hallo wenkie
Ich habe bisher als NL nur Atosil als auch Eunerpan eingenommen, da es damals für mich in der Psychiatrie keine andere Alternative gab. Beide Medikamente wirkten beruhigend, hatten aber auch viele NW.
Du möchtest Perazin ausprobieren. Warum ? wegen des beruhigenden Effekts ?
Ich kenne Perazin nur im Zusammenhang mit einer Psychose.
Meinst du, daß so ein Medikament wirklich gut für dich ist ? Es hat wie alle Neuroleptika viele NW u. kann über einen längeren Zeitraum eingenommen zu Spätdyskinesien führen.
Wie zeigt sich denn deine Phobie ?
Kannst du das Haus verlassen ?
Welche Art der Therapie machst du, außer der medikamentösen ?
Wie wäre es mit Verhaltenstherapie ? gezielte Konfrontation mit deiner Angst ? Das ist auch mit einem Therapeuten möglich.
Ich glaube, daß es gar keine Medikamente gibt, die Ängste auflösen. Da suchst du die berühmte Stecknadel im Heuhaufen u. wirst sie wohl nie finden.
Gruss
Annette
Verfasst: 27.09.2005 17:18
von BELLA1975
Hi mein Mann nimmt perazin 100mg und hat eine menge kg zugenommen und hat sich im wesen geändert... fühlt sich aber gut ubd vorallen schläft er viel
Perazin ist Verwandter d. ersten Neurolepticums Levopromazin
Verfasst: 05.01.2006 11:53
von Dr.H.G.Vogelsang
Vor über 50 Jahren wurde das Levopromazin entwickelt für Operationen am offenen Herzen mit der Herz-Lungen-Maschine. Dabei mußte die Blutzufuhr zum Gehirn oft länger unterbrochen werden, als bei der normalen Körpertemperatur von 37 ° C ohne bleibenden Gehirnaschaden möglich (als Grenze gelten 4 Minuten). Also unterkühlte man die Patienten auf 25 °C, was erst möglich war, als man den körpereigenen Thermostaten mit Levopromazin blockieren konnte.
Dann erst kam man darauf, mit dem Molekül Erregungszustände zu dämpfen.
Daraus lassen sich viele Nebenwirkungen der Neuroleptica ableiten: sie rufen eine Art Unterkühlungsstarre hervor mit der häufigen Folge des Körperübergewichtes, des allgemeinen Antriebsmangels und Erlöschen des sexuellen Interesses und der sexuellen Fähigkeiten.
Verfasst: 05.01.2006 12:47
von PhilRS
Danke für den Hinweis auf Levopromazin!
Fehlte bisher in meinem Archiv.
Sachverhalt sinngemäß schon vor einigen Monaten eingetragen bei
Wikipedia:
- Einige Phenothiazine (v.a. des Chlorpromazin-Typs) können Störungen der Wärmeregulation verursachen.
Beruhte auf eigenen Beobachtungen an Pat. nach Neurocil (Levomepromazin-)Gabe und anschließender Nachforschung: Körpertemp. sank oft um ca. 2°, in einem Fall um fast 4°, was im Psychiatrie-Normalbetrieb leider kaum auffällt, aber ggf. gefährlich werden kann!
Aber meinen Sie wirklich, daraus die übrigen Dinge ableiten zu können?
Die Unterkühlung ist m.E. relativ unabhängig von den anderen UAW.
BTW: Levomepromazin (NEUROCIL) - nicht Perazin (TAXILAN) - haben wir u.a. in der Urologie verwendet, um Erektionen bei frisch operierten (jungen) Pat. zu verhindern; dafür dürften sich alle Phenothiazine ähnlich gut eignen.
Das auch zur Frage von Wenkie nach Nebenwirkungen - es macht eine gewisse Impotenz, jedenfalls häufig.
MfG
PhilRS.
Unterkühlungsstarre durch Neuroleptica
Verfasst: 05.01.2006 16:46
von Dr.H.G.Vogelsang
Ohne Energiefreisetzung läuft nichts. Wenn Sie das drosseln, werden Sie zur neuroleptischen Marionette. Der Ausdruck ist bei Betroffenen und Psychiatern wohlbekannt. Der Psychiatrieprofessor FINZEN sagt: Mit Neuroleptica machen wir aus dem psychiatrischen einen neurologischen Patienten. Und das heißt: einen Ganzkörperpatienten. Denn ohne intaktes Nervensystem funktioniert kein Organ.