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Seroxat: Sind das übliche Absetzsyndrom?

Verfasst: 10.06.2005 12:28
von kiki
Hallo zusammen,

vor drei Wochen habe ich mich entschieden, nach 2 Jahren Seroxat nun mal wieder abzusetzen. Ich habe zunächst von 20 mg auf 10 mg reduziert. Bisher habe ich Seroxat nie so lange genommen und hatte beim Absetzen keinerlei Probleme.

Nun stelle ich folgendes fest: In der 2. Woche war mir permanent übel, ich hatte totale Appetitlosigkeit. Das geht jetzt wieder.

Seit der 3. Woche wache ich regelmäßig morgens 1 1/2 Stunden vor meiner üblichen Zeit (7.00 Uhr) auf und ansonsten könnte ich wo ich gehe und stehe einfach einschlafen. Das macht sich im Büro besonders gut.

Meine Frage: Ich habe noch 16 Tabletten a 20 mg. Wie würdet Ihr weiter vorgehen? Zunächst weiterhin bei 10 mg bleiben oder die halbe Tablette noch einmal vierteln oder komplett absetzen?

Ich freue mich schon auf Eure guten Ratschläge! :group:

KIKI

Verfasst: 10.06.2005 15:53
von Hannes Wien
Hallo Kiki !
Seit der 3. Woche wache ich regelmäßig morgens 1 1/2 Stunden vor meiner üblichen Zeit (7.00 Uhr) auf und ansonsten könnte ich wo ich gehe und stehe einfach einschlafen. Das macht sich im Büro besonders gut.
Niedergeschlagenheit, schlecht Schlafen, Übelkeit gehören sehr wohl zu den Entzugserschnungen der SSRI AD.

Lese mal das link:infopaket !
Meine Frage: Ich habe noch 16 Tabletten a 20 mg. Wie würdet Ihr weiter vorgehen? Zunächst weiterhin bei 10 mg bleiben oder die halbe Tablette noch einmal vierteln oder komplett absetzen?
2 Jahre sind eine lange Zeit, es wäre sicher nicht falsch, wenn du dir Paroxetin flüssig besorgst und einfach langsam reduzierst, denn die letzten mg. sind oft die schwersten!

Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 21.06.2005 22:08
von kiki
Hallo,

Hannes, Dir zunächst vielen Dank für den Ratschlag, ich habe das Infopaket gelesen und habe diese Woche einen Termin beim Arzt, um ihn um flüssiges Paroxetin zu bitten.

Mir geht es inzwischen auch wieder richtig gut. Die Nebenwirkungen der letzten Wochen sind alle weg und nun möchte ich die nächsten mg angehen.

Nun lese ich wirklich mit Interesse Euer Forum und bin doch etwas ratlos.

Ich weiss, dass die Depression bei mir immer wieder kommen kann. Inzwischen habe ich davor aber nicht mehr so große Angst, denn ich weiss, dass das Seroxat mir innerhalb von ca. 14 Tagen hilft und ich dann mit dem Medikament wieder ein normales Leben führen kann.

Mit meinen Ärzten abgestimmt ist auch, dass weitere Therapien nicht notwendig sind, Sport treibe ich. Wenn Ihr nun sagt, dass die Medikamente so schädlich sind, was soll ich denn alternativ tuen?

Ich fühle mich ja jetzt schon ganz schlecht, wenn ich mich bei meinem jetzigen Absetzprogramm darauf verlasse, dass ich im Bedarfsfall sofort zum Neurologen gehen kann und wieder Seroxat verschrieben bekomme. Bin ich deswegen abhängig?

Verfasst: 21.06.2005 22:38
von Oliver
Hallo Kiki.

Unter www.antidepressiva-absetzen.de findest einen sehr guten Absetzplan an dem wir gerade basteln ... ist zwar momentan noch ein bisschen eine Baustelle, aber es wird langsam :)

Alles Gute
Oliver

Absetzsymptome bei Paroxetin

Verfasst: 26.06.2005 13:21
von Margit
Hallo Kiki! Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich dir sagen, daß es "normal" ist daß du solche Entzugserscheinungen unter Seroxat(Paroxetin) hast. Ich habe schon desöfteren versucht das Seroxat, daß ich schon fast seit 12 Jahren nehme abrupt aber auch ausschleichend abzusetzen . Hatte aber immer stärkste Absetzsymptome . Das letzte Mal wollte mich meine Psychiaterin von Seroxat 20mg auf Fluctin 20mg umstellen. Nach ein paar Tagen ging es mir so schlecht, hatte im Kopf elektrische Zaps, Schwindelgefühle, Appetitlosigkeit, Übelkeit, starke Entfremdungsgefühle, Panikattacken, konnte nachts nicht mehr schlafen. Als ich dann wieder umgestellt habe auf Seroxat ging es mir prompt wieder besser. jetzt habe ich 2 Monate wieder 20mg genommen und jetzt seit ca. 6 Wochen auf 15 mg reduziert. Bis jetzt merke ich eigentlich keine Verschlechterung. Aber ich weiß ja das es erst heftig wird wenns an die letzten mg geht. Werde jetzt nach ein paar Wochen, wennes so bleibt auf 12,5mg runtergehen. Für die letzten mg werde ich mir von meiner Hausärztin, weil ich momentan keinen Psychiater habe der mich unterstützen könnte, das flüssige Seroxat, das man mgweise reduziern kann besorgen. Bei mir ist die Sache so, daß ein Teil von mir dieses Medikament total hasst, aber wenn ich dann daran denke wie schlecht es mir geht wenn ich absetze nehme ich es wieder"gerne".

Verfasst: 30.06.2005 20:32
von kiki
Lieber Oliver, der Absetzplan wird wirklich!!! :P :

Liebe Margit,

nun habe ich seit 1 Woche auf 5 mg reduziert. Seit zwei Tagen habe ich wieder alle depressiven Symptome:

Ich wache um 5.00 Uhr auf, ich habe Angst, ich habe kein Selbstvertrauen und kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, dass ich meinen Job (leite derzeit ein Projekt mit 30 Mitarbeitern) auch nur ansatzweise schaffen kann. Wenn im Moment einer mit einem Problem kommt, denke ich: Nur weglaufen...das kann ich auch nicht lösen.

Das geht sicherlich nicht mehr lange gut...Mein Freund besteht darauf, dass ich am Montag wieder mal zu meinem Neurologen gehen.

Was ich einfach nicht verstehe ist, warum diese Krankheit immer wieder da ist, wenn ich das Seroxat absetze. Das kann doch nicht ein Leben lang so gehen. Du nimmst die Tabletten schon seit 12 Jahren??? Okay, dagegen sind zwei Jahre lächerlich.

Viele Grüße
Kiki