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 ! Nachricht von: Oliver

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Fluxet 20 mg bei Kopfschmerzen?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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coolme
Beiträge: 3
Registriert: 05.07.2005 14:57

Fluxet 20 mg bei Kopfschmerzen?

Beitrag von coolme »

Hallo liebes Forum,

vielleicht kann mir hier ja jemand weiter helfen, denn irgendwie steh ich momentan ein wenig auf dem Schlauch.

Ich bin Informatikerin und war schon immer ziemlich anfällig was Kopfschmerzen betrifft. Meistens hab ich dann ne Dolormin genommen, hab mich hingelegt, bissel ausgeruht und dann gingen die auch wieder weg.
Irgendwann, so vor ca. 3 Monaten sind die aber immer schlimmer geworden. Kamen kurz nach dem aufstehen, bin manchnal aber auch nachts davon wach geworden, mir wurde schwindelig, ganz schlecht, bin dadurch mies drauf, mag nur noch auf dem Sofa hängen weil ich bei jeder Anstrengung die Augen zusammen kneifen muss, etc. Vor 5 Wochen hat mich meine Freundin zum Arzt geschleift. Erster Verdacht war Migräne, hab Tabletten gegen Migräne bekommen, nix hat geholfen. Also ab zum Neurologen, der hat ein EEG gemacht, alles in Ordnung, mich vorsichtshalber zum CT geschickt, da ist auch alles klar, kein Tumor, Nasennebenhöhlen sind frei etc. Hab zwischendurch Novalgin-Tropfen bekommen, davon sind die Schmerzen zwar dumpfer geworden, kann die aber nicht ewig nehmen da ich nur eine Niere hab und meine Hausärztin meint, die könnte davon angegriffen werden. War dann wieder beim Neurologen, der hat mir Amitritylin verschrieben, sollte die abends nehmen. Davon werd ich zwar super müde, komme morgens überhaupt nicht in die Gänge, aber die Kopfschmerzen kommen nach wie vor, immer so 1-2 Stunden nach dem Aufstehen, aber manchmal auch nachts.
Jetzt war ich auf Rat meiner Oma beim Orthopäden, der hat ne Fehlstellung der HWS festgestellt und schickt mich zum MRT mit Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Er meint, die Kopfschmerzen kommen ganz sicher von da.
Gestern war ich dann wieder beim Neurologen, hab ihm das erzählt, daraufhin hat er mich nur ganz ungläubig angeguckt und gesagt "Na, wenn der das sagt, ich kanns mir nicht vorstellen." Hab ihm dann erzählt das die anderen Tabletten ausser Müdigkeit nix anrichten, und er meinte ich solle die wieder absetzen. Jetzt hat er mir Fluxet 20mg gegeben, davon soll ich morgens eine nehmen.
Nun meine Frage: Verarscht der mich? Ich bin kein Mediziner oder sonstwas, hatte nie irgendwelche psychischen Störungen, und die Kopfschmerzen und den Schwindel bilde ich mir nicht ein. Hab in den letzten 6 Wochen dadurch 7 Kg abgenommen, was ich zwar bis jetzt gut kompensieren konnte, aber so langsam gefall ich mir ja selber nicht mehr.
Ist es richtig, das Fluxet bei Kopfschmerzen verschrieben wrd? Hab ein wenig in Foren über dieses Medikament gelesen, nur irgendwie steht da nie was drüber, das man die wegen "Kopfschmerzen" bekommt.

Weiß leider erst am Donnerstag´was beim MRT rauskommt, hat sonst noch jemand eine Idee wovon die kopfschmerzen kommen könnten?
Hab noch nie in meinem Leben Antidepressiva genommen, und die ganzen Nebenwirkungen die auf den zetteln stehen ermutigen mich auch nicht wirklich dazu. Und eigentlich bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden wie es ist, so das ich gerne auf diese chemischen "Muntermacher" verzichten kann.

Vielleicht hat hier ja jemand nen Tip für mich?

Danke schon mal,

coolme
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Hi Coolme,

Fluxet bei Kopfschmerzen zu verschreiben ist eine Unart.

Ich würde auf JEDEN FALL andere Ergebnisse abwarten. Fluxet gehört zu den SSRI Antidepressiva und die sind nicht ohne. Neben zahlreichen Nebenwirkungen gehören bei einigen Menschen auch Abhängigkeitsprobleme dazu. Deswegen gibt es dieses Forum.

Ich habe gehört, dass diese Medikamente in seltenen Fällen für "Kopfschmerzen" verschrieben werden - allerdings würde ich dir das nur als aller aller aller aller letztes Mittel empfehlen.

Wie du ja selber bemerkt hast, handelt es sich um ein Antidepressivum - ein Medikament das man normlerweise bei schweren Depressionen bekommt. Wenn du also mit deinem Leben zufrieden bist, würde ich die Finger davon lassen - denn die Dinger können auch das Gegenteil bewirken.

Ich hoffe aber dass du eine Möglichkeit findest etwas gegen deine Kopfschmerzen zu tun. Wenn du einen Bandscheibenvorfall hast, wäre das zumindest ein Ansatz.

Und den Neurologen am besten auf die schwarze Liste setzen.

Von Informatiker zu Informatikerin :)
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo und willkommen im Forum.

Ich würde Dir ganz dringend davon abraten, das Fluoxetin zu nehmen. Über die letzten Jahre habe ich zunehmend mitbekommen, wie Ärzte diese in meinen Augen potentiell gefährlichen Medikamente für solche Symptome verschreiben und ich finde das schlicht und ergreifend unverantwortlich.

Die SSRI sind potente Psychopharmaka, die man nicht unterschätzen soll, zur Abhängigkeit führen können und eine Reihe von sehr unangenehmen Nebenwirkungen hervorrufen können. Unsere Meinung ist, dass sie sogar bei psychischen Störungen nur als letztes Mittel versucht werden sollen, wenn alles andere fehlgeschlagen hat.

Ich würde an Deiner Stelle erst abwarten, was am Donnerstag herauskommt und nach anderen Möglichkeiten zur Behandlung umschauen. Sanfte Mittel wie Homöopathie und Akupunktur würde ich auch probieren, ich kenne recht viele Menschen, die damit die besten Ergebnise erzielt haben.

Linda
coolme
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Beitrag von coolme »

Hallo nochmal,

und schon mal vielen Dank für Eure Antworten. Naja, den Neurologen fand ich noch nie so den Hit, aber er war der einzige bei dem ich auf die Schnelle einen Termin bekommen hatte. Jetzt werd ich mir wohl aber doch mal besser einen anderen suchen, denn mir sowas als "etwas stärkere Aspirin" unterjubeln zu wollen find ich ja schon eine Frechheit.
Kennt jemand evtl. einen guten Neurologen in Mainz/Ingelheim/Bad Kreuznach, oder eine Liste wo ich einen guten finden kann? Bin leider erst hergezogen und kann mir daher auch keine Empfehlungen von anderen holen.

Danke nochmal,

Coolme
PhilRS
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Re: Fluxet 20 mg bei Kopfschmerzen?

Beitrag von PhilRS »

Hi coolme,

meinen Vorrednern ist zuzustimmen (obwohl ich einigermaßen verstehe, wieso der Neurologe das versucht hat - er ist's aber wohl insgesamt falsch angegangen).
coolme hat geschrieben:Hab ein wenig in Foren über dieses Medikament gelesen, nur irgendwie steht da nie was drüber, das man die wegen "Kopfschmerzen" bekommt.
Da sollte aber wenigstens stehen, dass man davon Kopfschmerzen bekommt.

Sonst taugen diese Foren nichts.

Gruß von
-PhilRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.

Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
coolme
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Beitrag von coolme »

Hi PhilRS,

auch Dir erstmal vielen Dank für die Antwort. Lässt Du mich eventuell an Deinem Gedankengang teilhaben, warum der Neurologe das evtl. versucht hat? Und was er falsch angegangen ist? Vielleicht versteh ich das ja dann.

Und ja, es stimmt schon, das man von dem Zeug Kopfschmerzen bekommt steht ja sogar im Beipackzettel, aber nicht das sie davon weggehen.

Coolme
PhilRS
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Beitrag von PhilRS »

coolme hat geschrieben:Lässt Du mich eventuell an Deinem Gedankengang teilhaben, warum der Neurologe das evtl. versucht hat? Und was er falsch angegangen ist?
Sorry, war lange offline.

Über Motivationen des N. zu spekulieren ist eigentlich müßig bzw. falsch - aber mir ging es darum, dass er sich wahrscheinlich irgendwas dabei gedacht hat (=auch eine bloße Annahme).

Gedachte Variante: "larvierte Depression".
Er könnte gemeint haben, die Kopfschmerzen, wie Du sie berichtetest, passen in kein "somatisches" Schema (die Kriterien der Kopfschmerzformen hat er garantiert drauf), und dass dies eher Ausdruck einer depressiven Verstimmung ist => die er mit dem Fluoxetin angehen wollte.

Unwahrscheinlichere Variante: AD bei Schmerzen.
In letzter Zeit bemühen sich die Hersteller, SSRI und andere AD als wirksam bei verschiedensten Schmerzzuständen hinzustellen. Das gibt im Falle von Fluoxetin aber kaum eine glaubhafte Indikation ab. Die NW "Kopfschmerzen" dürfte auch viel häufiger sein als eine Wirkung bei (Kopf-)Schmerzen.

Es gibt noch abstrusere Varianten.

Mit "falsch angegangen" meinte ich, dass so etwas möglichst immer mit dem Pat. besprochen werden sollte, und man nicht einfach ein Med. verschreibt, dessen Zweck dem Betroffenen kaum klar werden kann.
-> In diesem Falle haben wir die Bestätigung: Der Pat. informiert sich woanders, und so kommt zu der Unklarheit mglw. noch die Verärgerung über die Verschreibung bzw. gegenüber dem Neurologen.

"Schiefer" kann's kaum laufen.

Alles Gute dennoch, Gruß von
-PhilRS.
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