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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Entzug nach Absetzen von Cipralex-was kann ich tun?!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
bella77
Beiträge: 2
Registriert: 06.07.2005 10:20

Entzug nach Absetzen von Cipralex-was kann ich tun?!

Beitrag von bella77 »

Hallo zusammen,

nach etwas suchen habe ich diese Seite gefunden und hoffe, dass ich hier richtig bin!

Nachdem ich über ein Jahr Cipralex genommen habe, habe nun schon das zweite mal unter ärztlichen Anweisungen (die ich auch eigehalten habe) Cipralex ausgeschlichen.
Das Ganze ging über 14 Tage. Nun sollte ich laut meinem Arzt keine Entzugserscheiningen haben!

Seit 5 Tagen nehme ich nun gar nix mehr und der Entzug fängt schon wieder an. Mir wird ganz eigenartig im Kopf, ich bin müde, kann mich nicht mehr konzentrieren und habe ständig das Gefühl gleich umzukippen! Kann mir jemand sagen, wie lang das dauert und ob das normal ist?!

Danke
bella77
Linda
Gründer
Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
Danksagung erhalten: 8 Mal

Beitrag von Linda »

Hallo Bella,

willkommen im Forum.
Bella hat geschrieben: Nun sollte ich laut meinem Arzt keine Entzugserscheiningen haben!
Das ist ganz typisch. Anstatt, dass der Arzt den Patienten zuhört und sich erklären lässt, was in ihm vorgeht, wird dem Patienten vorgeschrieben, wie er sich fühlen soll. Lass Dich nicht davon beirren.

Manche Menschen brauchen Wochen und sogar Monate, um solche Medikamente auszuschleichen, ohne Entzugserscheinungen dabei zu erleiden.

Schaue auf http://antidepressiva-absetzen.de, um eine Anleitung zu lesen, wie man SSRI absetzen soll. Unser link:Infopaket ist auch in diesem Zusammenhang von Interesse.

14 Tage ist für Dich offensichtlich zu schnell. Sag Deinem Arzt, Du möchtest das Medikament wieder einnehmen - ich würde zuerst mit der halben Dosis versuchen - um dann langsamer auszuschleichen. Lass Dir nicht vorschreiben, wie Du vorgehen sollst, entscheide selbst. Dein Arzt ist letztendlich ein Dienstleister, der von Dir lebt.

Linda
bella77
Beiträge: 2
Registriert: 06.07.2005 10:20

Beitrag von bella77 »

ja, mein Arzt meinte schon vor meinem ersten Absetzen, dass ich eigentlich überhaupt keine Probleme haben dürfte, weil ich über ein Jahr "nur" 10mg/Tag genommen habe......

bella
Symptome: (Weinkrämpfe, Stimmungsverschlechterung, Müdigkeit, hatte zu nix mehr irgendwelche Lust und wollte eigentlich nur noch rumliegen); Diagnose: (Depressionen wahrscheinlich durch einen genetischen Fehler - keine Ahnung - ich hab`s eher auf meine zahlreichen Operationen geschoben, die ich innerhalb eines Jahres hatte und keine Verbesserung abzusehen war)
Medikation: (Cipralex 10mg, 1 Jahr)
Zusätzlich: (Dosierung, Start (wofür/wogegen));
Bisherige Absetzversuche: (10 mg, 14 Tage jeden 2 Tag 10 mg, gescheitert wegen Entzugserscheinungen nach vollständigem Absetzen)
Absetzverlauf (17.06.05, 5 mg): (14 Tage, 5 mg) >> (14 Tage, 2,5 mg) >> (vollständiges Absetzen)
alyans
Beiträge: 30
Registriert: 03.07.2005 16:21

Beitrag von alyans »

Hallo bella77,

also mein Arzt hält überhaupt nichts davon, Medikamente so abzusetzen, also jeden zweiten Tag zu nehmen. Er meint, dann ist der Medikamentenspiegel im Gehirn nicht konstant, d.h. mal steigt er, mal sinkt er. Und das tut dem Körper nicht gut. Ich habe vor kurzem das Trevilor abgesetzt und hatte auch ziemliche Schwierigkeiten damit. Ich habe jede Woche die Dosis halbiert, aber jeder muss selber rauskriegen welche Dosisreduzierung ihm nicht viel Probleme bereitet.

Meiner Meinung nach (nehme schon seit 10 Jahren AD und habe viele Ärzte in dieser Zeit kennengelernt) haben die Ärzte in dieser Hinsicht wenig Erfahrung, vor allem was die Absetzsypmtome betrifft, wird alles auf die leichte Schulter genommen. Ich glaube, bis heute wurde wenig über Absetzsymptome geforscht, weil es immer hiess: AD machen nicht abhängig. Aber meiner Meinung nach gewöhnt sich der menschliche Körper an alles, auch wenn es nicht direkt abhängig macht. Ausserdem denke ich, entwickelt sich mit der Zeit auch eine seelische Abhängigkeit.

Gehe so langsam wie nötig vor, lass deinem Körper und deiner Seele Zeit mit dem Absetzen. Sonst machst du es dir noch schwieriger.

Grüße

alyans
Symptome: keine Lebensfreude,Zurückgezogenheit,Schwermut,ständige Niedergeschlagenheit,generalisierte Angst, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Einschlafprobleme, somatisierte Beschwerden
Diagnose: Chronifizierte Depression, Angsterkrankung
Medikation: Doxepin 5 Jahre,Mirtazapin 2 Jahre,Sulpirid 1 Jahr,Venlafaxin und Zyprexa 1 Jahr,Citalopram 80mg und Mirtazapin 15mg (und Mianserin 10mg im Wechsel)
1. Absetzversuch: Vor 1-2 Monaten Citalopram erfolgreich abgesetzt, Ab 13.07. 10mg Mianserin>>nach 2 Tagen 5mg>>nach 2 Tagen 2,5mg>>nach 2 Tagen wieder 5mg und versuche dabei zu bleiben, klappt aber doch nicht! Also wieder 10mg
Absetzsypmtome: Überempfindlichkeit,Weinerlichkeit,nehme alles zu Herzen,Aggressivität,Grübeln,Einschlafprobleme,Müdigkeit,Erschöpfung

Therapie: bis vor 2 Tagen 10mg Mianserin, jetzt versuche ich ca. jeden 2.-3. Tag 7,5mg zu nehmen, da ich mehr Nebenwirkungen verspüre als Wirkung (nach Einnahme Verstärkung der Angst, Depression, Müdigkeit, Dämpfung usw.) Seit Anfang August täglich 7,5mg, hatte ca.1-2 Monate bis Sept.-Okt. nur 5mg Mianserin genommen und mir ging es super, danach musste ich wieder auf 7,5mg erhöhen (durch private Probleme)
ab Ende November 5mg Mianserin
Gesperrt