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Erfahrungen mit MAO Hemmern (Moclobemid)?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Martina
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Erfahrungen mit MAO Hemmern (Moclobemid)?

Beitrag von Martina »

Liebe Mitglieder, nachdem ich mich im "bin neu hier" forum schon vorgestellt habe, hoffe ich, dass auch jeman den Beitrag gelesen hat.
Wie dort beschrieben nehme ich zur Zeit, also seit ca. 2 Monaten oder länger ein Antidepressivum namens Moclonorm 150mg.
Da ich bis zu dem Zeitpunkt, als ich durch einen Familienstreit in diese Stimmungen verfiel, so gut wie nichts über Depressionen und die Medikamente wusste, bin ich im Grunde auch jetzt nicht viel schlauer, außer das ich jetzt leider weis wie sich das anfühlt.
Zu Anfang der medikamentösen Behandlung, bekam ich erstmal Nebenwirkungen, wie Kopschmerzen, extreme Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schmerzen im ganzen Körper und Reizbarkeit. Das war echt schlimm für mich, aber hielt nur ein paar Tage an. Das schlimmste war die Erwartungshaltung, bis zur Wirkung. Nach ca. 2 Wochen, war ich dann einen Tag, einfach perfekt. Ich fühlte mich wohl, hätte Bäume ausreißen können, redete mit jedem und war einfach gut drauf. Nach und nach war dieses Gefühl öfters mal da, aber nie dauerhaft und niem mehr so intensiv. Das schlimme ist jedoch der Zeitraum zwischendrin. Ich bin dann immer extrem gereizt und möchte eigentlich nur meine Ruhe haben. Dann habe ich teilweise auch Angst vor mir selbst bzw. davor jemanden (wenn auch nur verbal, was schlimm genug ist) zu verletzen. Die Gedanken kreisen immer darum, dass die Dinger wohl doch nicht so wirken und es nie besser wird. Fairerweise muss ich zugeben, dass es mir seit letztem Montag gut ging. Da jedoch war ich überhaupt nicht gut drauf, war erst gereizt, grübelte dann wieder extrem und heulte anschliessend.
Heute ist nun wieder so ein Tag. Vorhin war ich gereitzt und wollte meine Ruhe, jetzt bin ich niedergeschlagen und fühle mich auch körperlich unwohl, verspannt und mir ist schlecht. Im Grunde bin ich mit dem Medikament recht unzufrieden, was zusätzlich daran hängt, dass ich das Gefühl habe, trotz der Aussage des Therapeutens, an Gewicht zuzunehmen. Ich hatte im beim letzten Termin auch gesagt, dass das ganze zu holprig läuft. Nur wollte er es nochmal versuchen.
Ein goßes Problem ist auch, dass ich immer noch nicht so recht Vertrauen zu ihm gefasst habe, und ihm nicht alles sage, bwohl ich weiss, dass das wichtig ist.
Das letzte Mal wollte er mir eigentlich die stärkere Dosis geben, gab mir aber wieder die gleiche als Muster. Da traute ich mich natürlich nicht nochmal nachzufragen und rief bei Infomed an, die mir sagtenich soll die selbe Menge wie vorher nehmen. Ob das ein Fehler war weis ich nicht.
Bei der Wirkung ist auch interessant, dass ich sobald ich das Gefühl bekomme, nichts mehr tun zu müssen, d. h. keine Aufgabe habe, oft wieder in diese negative Stimmung verfalle.
Ich vergleiche das gerne mit einem Warnsystem. Da geht dann sowas wie ein Alarmlicht an, dass sagt "Vorsicht, System läuft instabil". Klingt vielleicht blöde ist aber leider so.
Manchmal kann ich mich mit viel Kraftaufwand vor dem "Zusammenbruch" retten, aber das klappt nicht immer.
Zusätzlich bekomme ich in letzter Zeit beim Autofahren, regelrechte Panikattaken (Mitfahrer), was mir auch Sorgen macht.
Ich wäre froh, wenn mir jemand seine persönlichen Erfahrungen mit dem Medikament mitteilen könnte und vielleicht auch wenn es eine bessere Alternative gibt.
Heute Abend habe ich den nächsten Termin beim Therapeuten und hoffe, dass er mir vielleicht helfen kann.
Vielen Dank im Vorraus.
Liebe Grüße,
Martina
Zuletzt geändert von Martina am 05.12.2003 11:19, insgesamt 1-mal geändert.
Matthias
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Beitrag von Matthias »

"Mono Amino Oxidase" Hemmer gibt es schon sehr lange, sie werden heute meines Wissens kaum noch verordnet, da es inzwischen schon viele "moderne" (angeblich) bessere Antidepressiva gibt, dazu gehört v.a. die Gruppe der SSRIs.
Frag doch Deinen Arzt, warum er sich bei Dir ausgerechnet für Moclonorm entschieden hat.
Martina
Beiträge: 6
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Beitrag von Martina »

Lieber Matthias,
danke für deine Antwort. Soweit ich ihn verstanden hab, ist das wohl das einzigste, was nicht Abhänging und gleichzeitig wach macht.
Er möchte das nun nochmal "testen" und dann evtl auch zu etwas anderem greifen. Machen diese SSIRs abhängig? Machen sie wach oder müde und wie ist es mit der Gewichtszunahme?
Liebe Grüße,
Martina
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Martina.

Eigene Erfahrungen habe ich mit MAO Hemmern keine.

MAO-Hemmer hatten den Nachteil, daß man eine bestimmte Diät halten musste - tyraminfrei: kein Rotwein, keine reifer Käse und noch einiges mehr. Wenn ich mich nicht irre, ist Dein MAO-Hemmer allerdings ein moderner, bei dem man diese Diät nicht einhalten muss - hat Dein Arzt Dir das erklärt?

... ich habe jetzt mal kurz über Moclonorm gegoogelt ( http://www.netdoktor.de/medikamente/sho ... p?id=14971 ):
Eine spezielle Diät, wie sie bei älteren Wirkstoffen dieser Klasse eingehalten werden musste, ist nicht notwendig. Es sollte dennoch der übermäßige Verzehr von stark tyraminhaltigen Speisen (z.B. alter reifer Käse) vermieden werden.
Also, das mit dem Käse ist immer noch aktuell - falls Dein Arzt Dir das nicht erzählt hat, würde ich ihm mal heftig auf die Finger klopfen.

Was mir beim Lesen Deines Textes auf jeden Fall aufgefallen ist, ist das Du generell kein guts Gefühl hast, was das Medikament angeht.

Und dann hast Du in Deiner Vorstellung (willkomen im Forum übrigens :) ) noch folgendes geschrieben:
Aufgrund familiärer Probleme bin ich wohl in eine Depression reingeschlittert, ein völlig ungewohnter und wie ihr sicher nur zu gut wisst, sehr unangenehmer Zustand.
Wenn Du weisst, woher Deine Depression kommt, ist es wichtiger, am Auslöser Deiner Depression zu arbeiten - wenn Du Medikamente brauchst, um das überhaupt tun zu können, o.k. - ich für meinen Teil halte die medikamentöse Behandlung von Lebenskrisen für einen der unsinnigsten Auswüchse des modernen Gesundheitssystems - ist natürlich nur meine bescheidene Meinung.

Alles Gute
Oliver
Martina
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Beitrag von Martina »

Danke für Deine Antwort. Das mit der Nahrung hat er nicht weiter erklärt, aber ich stehe weder auf Rotwein noch auf Käse, dann geht es ja.
Im Endeffekt, lässt sich an dem familären Auslöser nichts ändern. Der Hauptgrund ist meine schwer Heroin-Abhängige Schwester. Nachdem sie zum weis nicht wievielsten mal, wieder die Therapie abgenrochen hat, wollte mein Vater das wir ihr wieder alle helfen und nachdem ich das ablehnte, schmiß er mich aus der Familie. Ich habe es auch durch eine Selbsthilfe Gruppe und deren Psychologen versucht zu verstehen, aber es wurde mir nur geraten, Abstand zu gewinnen und mein eigenes Leben zu führen. Das tat ich dann zwangsläufig auch, aber wie. Im Endeffekt hat man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich kämpfe nicht mehr, tue nichts mehr und heulte nur noch und das über Monate. Raus, einkaufen oder so gehe ich selten, drücke mich wenn möglich davor, weil ich denke keiner mag mich. Mein Hausarzt hat mich irgendwann zum Psychotherapeuten überwiesen und dennoch ging es mir immer schlechter. Im Grunde wollte ich dort nur reden, aber erhält diese medikamentöse Behandlung für notwendig. Sicher bin skeptisch gewesen und auch heute noch nicht voll überzeugt. Nun hatten wir aber Aufgrund der Panik und der Aggression runterdosiert und so hang ich die letzen Tage wieder total da, konnte nichts machen, nichts denken und so weiter. Mit meinen Eltern habe ich jetzt seit Anfang Juni nicht mehr geredet und möchte das auch nicht. Aber ich verstehe Dich. Die Frage ist, ginge es mir wirklich besser, wenn die sache auf welchem Weg auch immer bereinigt würde? Und so wie früher wird es wahrscheinlich auch nicht mehr, oder?
Jetzt will ich Dich aber nicht länger nerven, feue nmich aber über jede Antwort.
Liebe Grüße,
Martina
Linda
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Beitrag von Linda »

Hallo Martina,

ich wollte gerade auf Deine Nachricht antworten, jetzt sehe ich, dass Oliver alles gesagt hat, was ich eigentlich sagen wollte. Ich kann ihm nur in allen Punkten anschließen.

Gibt es in Deiner Familie niemand, der/die als Vermittlerin zwischen Dir und Deiner Familie fungieren könnte? Hast Du versucht, mit Briefen den Kontakt herzustellen? Wie siehst Du das - findest Du auch, dass Du Abstand brauchst oder denkst Du, dass eine Aussprache mit Deiner Familie Dir eher gut tun würde? Eigentlich ist Dein Therapeut da, um Dir zu helfen, Deine eigenen Lösungen für Deine Probleme zu finden, und nicht Dir irgendwelche vorgefertigte von-der-Stange Lösungen aufzudrängen.

Ich verstehe, dass das Leben mit einem Kleinkind auch anstrengend ist - dieses 24-Stunden-Verfügbar-Sein macht einen auf Dauer schon zu schaffen. Kinder sind etwas sehr schönes, aber auch sehr ermüdendes, besonders, wenn man selbst nicht auf der Höhe ist.

Du sagst selbst, Du bist mit dem Medikament nicht zufrieden. Zu Deinem Therapeuten hast Du auch kein Vertrauen.... ich denke nicht, dass das gute Voraussetzungen für eine Verbesserung Deiner Gesundheit und Deiner Lebenssituation sind.

Hast Du eigentlich Freundinnen mit gleichaltrigen Kindern? Kannst Du bei ihnen Hilfe und Unterstützung holen? Das hat mir sehr geholfen, als ich schwierige Zeiten durchmachen mußte - meine Freundinnen sind für mich ein kleiner "Familienersatz", da ich ja so weit weg von meiner richtigen Familie wohne (ich bin Engländerin). Der Vorteil an der "Freundinnenfamilie" ist, dass man sie sich aussuchen kann!

Ich glaube persönlich auch nicht, dass diese Medikamente für Dich der richtige Weg sind, einen Ausweg zu finden. Scheinbar machen sie alles auch noch schlimmer, wie ich aus Deinen Schilderungen lese.

Liebe Grüße

Linda
Matthias
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Beitrag von Matthias »

Liebe Martina!

Wia alt glaubst Du ist Dein "Therapeut" ungefähr?
Ist er Facharzt für Psychiatrie?

Zu Deinen Fragen:

Wird man von Antidepressiva (das gilt für ALLE) abhängig?
Es ist sicher keine klassische Sucht, weil wenn Du sie nicht mehr nimmst, hast Du nicht das Verlangen/den Drang sie wieder zu nehmen.
Trotzdem kann es zu massiven Entzugserscheinungen kommen, was aber daran liegt, daß AD den Gehirnstoffwechsel, genauer das Neurotransmittersystem verändern. Genauso wie sich das Gehirn an diesen Eingriff gewöhnen muß, muß es sich daran gewöhnen, wenn das AD wieder weggelassen wird. Dieser Entwöhnungsprozess kann leider Monate dauern.

Machen SSRI müde/kommt es zu Gewichtszunahme?
Müdigkeit kann anfangs vorkommen, sollte aber spätestens nach ein paar Wochen nachlassen. Diese Nebenwirkung ist so wie die meisten auch dosisabhängig.
Wenn Du ohne AD ständig müde bist, kann sich das durch AD möglicherweise bessern.
Gewichtszunahme ist selten, Abnahme häufiger.

Wenn Du mehr wissen willst, www.google.de findet fast alles. Infos zu den Medikamenten gibts auf www.documed.ch
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Martina.

Diesmal hat mir die Linda, das Wort aus dem Mund genommen ... nur eines noch: was Du erzählt hast, bestärkt auch meinen Eindruck, daß Medikamente definitiv das nicht das Richtige für Dich sind! Du hast allen Grund dafür, daß es Dir schlecht geht - Du brauchst ganz bestimmt Hilfe, und kein AD, welches Dir nur noch mehr Probleme bereitet.

Dein Arzt hat Dir das mit dem reifen Käse nicht erzählt ... Du findest das nicht so schlimm - mich macht es sehr wütend, weil das so typisch ist ... die verschreiben was und informieren nicht richtig. Aber Du hast im Moment andere Sachen um die Ohren, kann ich verstehen, daß Dich sowas nicht interessiert ... aber für mich ist sowas ein Zeichen, daß das kein guter Arzt sein kann bei dem Du da bist. Vielleicht solltest Du Dir einen anderen suchen?

Alles Gute
Oliver
Martina
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Beitrag von Martina »

Lieber Oliver,
ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir damals (also mein Hausarzt und ich) einen Thrapeuten gesucht haben. Der Therapeut ist ein Dr. med. Dr. Phil. - Facharzt für Psychiartrie und Psychotherapie, ist das nun gut oder schlecht?
Im Grunde fühle ich mich durch die vorherigen Angrife, etwas angegriffen und überlege, ob ich hier richtig bin.
Das Problem ist nur so, dass meine Eltern + Schwester mich eigentlich kaum noch kratzen, d. h. ich schiebe die Gedanken daran weg. Aber trotzdem kann ich mich nicht aufraffen. Entweder fühle ich mich total überfordert und werde aggressiv, oder ich verkrümel mich auf meinen Sessel, mache das Licht aus und heule. Zwischendrin bin ich dann manchmal total aufgegratzt.
Wie könnte man mir helfen? Eas habe ich? Und wann funktioniere ich wieder normal?
LIebe Grüße,
Martina
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Martina
Im Grunde fühle ich mich durch die vorherigen Angrife, etwas angegriffen und überlege, ob ich hier richtig bin.
Um Himmels willen Martina! Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, wenn Du Dich von dem was ich geschrieben habe angegriffen fühlst - nichts läge mir ferner als Dich anzugreifen ... wieso sollte ich auch?
Falls Du meine kritischen Bemerkungen über den Arzt meinst, habe ich höchstens den Arzt angegriffen und das zu Recht, wie ich finde. Aber ich schreibe hier nur meine Meinung zu dem klitzekleinen Ausschnit den Du mir aus Deiner Realitär hier erzählst - das kann natürlich dann für Dich schief oder falsch klingen ... aber es ist nur meine Meinung. Die solltest Du erstens nicht auf die Goldwaage legen und zweitens kannst Du Dir doch einfach das davon nehmen was Dir weiterhilft und den Rest liegenlassen :)

Wenn Du Dich von dem angegriffen fühlst was ich geschrieben habe würde ich wirklich gerne wissen was genau ... dann kann ich es hoffentlich richtig stellen.

Alles Gute
Oliver
Gesperrt