Hallo!
Bin neu hier, habe mich schon eifrig im Forum umgeschaut und dabei viel Wertvolles für mich entdecken können.
Nun habe ich auch eine Frage:
Eine Psychaterin verschrieb mir vor ca. 10 Monaten das Moclobemid Aurorix. Ich litt aufgrund einer Trennung und meiner Arbeitslosigkeit u.a. auch an einer extremen Antriebslosigkeit. Eine Besserung konnte ich über diesen Zeitraum eigentlich nicht feststellen. Allerdings nahm mir das Medikament den extremen Druck im Brustraum, schon mal nicht schlecht, und teilweise auch die totale Hoffnungslosigkeit.
Trotzdem traten noch nach rund 6 Monaten Einnahme Selbstmordgedanken auf. Die Psychaterin sieht mich nur alle 3 Monate, dann nur ca. 1/2 Stunde und ist nur sehr schwer zu erreichen.
Als ich den 'Absetz-Gedanken' das letzte Mal ansprach, meinte sie nur lapidarisch, das Medikament müsse man mindestens 1 Jahr nehmen.
Dadraufhin suchte ich mir eine Psychotherapeutin, die ich leider, als im Ausland wohnend, aus eigener Tasche bezahlen muss. Mal sehen, wie lange ich das finanziell durchhalte.
Ich war jetzt 3x dort und sie meinte von Anfang an, ich litte unter einer schweren Depression. Obwohl die Therapeutin das Medikament nicht kennt (sie wusste nicht, was MAO-Hemmer sind) riet sie mir beim letzten Besuch, es radikal wegzulassen, ich wolle doch schliesslich gesund werden.
Der Gedanke gefällt mir an sich sehr gut. Die Male, bei denen ich die Einnahme des Aurorix vergessen hatte, fühlte ich mich sogar besser, wacher, mehr ich selbst.
Nun habe ich es einfach einmal weggelassen - seit 6 Tagen nun. Fühle mich tatsächlich weiterhin 'mehr ich selbst' und wacher/interessierter. Gestern und vorgestern hatte ich allerdings Beklemmungsgefühle, nicht unaushaltbar, doch erschreckend, da ich diese länger nicht hatte (wegen der Tablette, denke ich - habe schnell Lindenblütenextrakt eingeworfen). Heute ging's bisher ohne.
Was meint Ihr? Kann ich das Aurorix einfach so absetzen. Womit muss ich rechnen? Habe Angst, wieder in ein ganz tiefes Loch zu fallen.
Gibt es mehr Erfahrungsberichte zum Rosenwurz, dass hier in der 'Alternativ-Sparte' angesprochen wurde?
Liebe Grüsse und vielen Dank,
Ana-Maria
Moclobemid Aurorix absetzen
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PhilRS
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Hi ana-maria,
Moclobemid ist als MAO-Hemmer nicht im Zentrum des hiesigen Interesses.
Ich versuche mal eine prägnante Charakterisierung.
- Die alten MAO-Hemmer (Tranylcypromin; PARNATE, JATROSOM N) hatten Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, Entzugssyndrom wurde beschrieben.
- Das neuere Moclobemid wirkt etwas anders, weshalb unterstellt wurde, dass auch diese Absetzproblematik eine geringere Rolle spielt. Dennoch gibt es Berichte über Entzugssymptome und auch über Missbrauch.
- Generell sollte man solche Med. nicht "einfach so", v.a. nicht abrupt absetzen. Wie eine Psychologin, die noch dazu keinen blassen Schimmer hat, zu solcherart Handlung raten kann, dafür fehlt mir jedes Verständnis.
Es gibt eine brutale, aber im Resultat aussagekräftige Methode, die eigene Reaktion beim Absetzen auszutesten: Da Du ohnehin schon gehandelt hast, ist der Schritt 1 erledigt. Schritt 2 wäre jetzt, bei unangenehmen Symptomen die Einnahme mit der vorher genommenen Dosis fortzusetzen. Wenn sich Deine Probleme nach erneuter Einnahme deutlich bessern, dann weißt Du, dass es am Absetzen lag.
=> ACHTUNG: Bitte Latenz von ca. 2-3 Tagen einrechnen.
Das nur, weil Du die Sache selbst "eskaliert" hast - sonst würde ich nie und nimmer so ein Vorgehen gutheißen. Es gibt sehr gute Gründe, das Moclobemid nur ausschleichend abzusetzen - siehe oben.
Was mich interessieren würde, wäre die tägliche Dosis während der Langzeiteinnahme. 300? 600mg?
Es kann klappen mit dem Sofort-Absetzen. Muss aber nicht. Entzug kann kommen, muss aber nicht. >> die alte Leier.
Gute Besserung wünscht
-PhilRS.
Moclobemid ist als MAO-Hemmer nicht im Zentrum des hiesigen Interesses.
Ich versuche mal eine prägnante Charakterisierung.
- Die alten MAO-Hemmer (Tranylcypromin; PARNATE, JATROSOM N) hatten Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, Entzugssyndrom wurde beschrieben.
- Das neuere Moclobemid wirkt etwas anders, weshalb unterstellt wurde, dass auch diese Absetzproblematik eine geringere Rolle spielt. Dennoch gibt es Berichte über Entzugssymptome und auch über Missbrauch.
- Generell sollte man solche Med. nicht "einfach so", v.a. nicht abrupt absetzen. Wie eine Psychologin, die noch dazu keinen blassen Schimmer hat, zu solcherart Handlung raten kann, dafür fehlt mir jedes Verständnis.
Es gibt eine brutale, aber im Resultat aussagekräftige Methode, die eigene Reaktion beim Absetzen auszutesten: Da Du ohnehin schon gehandelt hast, ist der Schritt 1 erledigt. Schritt 2 wäre jetzt, bei unangenehmen Symptomen die Einnahme mit der vorher genommenen Dosis fortzusetzen. Wenn sich Deine Probleme nach erneuter Einnahme deutlich bessern, dann weißt Du, dass es am Absetzen lag.
=> ACHTUNG: Bitte Latenz von ca. 2-3 Tagen einrechnen.
Das nur, weil Du die Sache selbst "eskaliert" hast - sonst würde ich nie und nimmer so ein Vorgehen gutheißen. Es gibt sehr gute Gründe, das Moclobemid nur ausschleichend abzusetzen - siehe oben.
Was mich interessieren würde, wäre die tägliche Dosis während der Langzeiteinnahme. 300? 600mg?
Es kann klappen mit dem Sofort-Absetzen. Muss aber nicht. Entzug kann kommen, muss aber nicht. >> die alte Leier.
Gute Besserung wünscht
-PhilRS.