Hallo Jonas,
Jonas hat geschrieben:Die Depression ist dadurch allerdings nur noch schlimmer geworden, so antriebs- und hoffnungslos war ich noch nie, es ist kaum zu ertragen.
Das hört sich sehr nach der
Amfetamin-artigen Wirkkomponente vom Venlafaxin/TREVILOR an - die beginnt ja auch "offiziell" in diesem Dosisbereich.
=> D.h. die akute "Aufputschwirkung" fehlt weitgehend oder macht nur einen kleinen Teil der Gesamtwirkung aus (weil das Med. erst im Körper nach und nach umgebaut werden muss), aber man hat die volle Bescherung der Erschöpfung usw., wie sie charakteristisch ist für den Zeitraum einige Stunden nach einer Amfetamin ("Speed"-)Einnahme.
(Warum ich das schreibe? ... Weil es Konsequenzen hat für das Absetzen - s.u.)
Habe inzwischen keine Hoffnung mehr, dass das Medikament jemals wirken wird.
Bei anderen AD geht man von 3-4 Wochen aus, die man abwarten soll, bevor ein "Therapieversagen" angenommen werden kann. Da TREVILOR aber lt. Hersteller-Werbung besonders "schnell" wirken soll (und ich nach den Ereignissen der letzten Jahre
nichts mehr glaube, was die behaupten), hast Du vermutlich recht.
Außerdem beschreibst Du ja, dass es Dir
mit dem Med. schlechter geht ... genug Gründe, Dich vom Absetzen nicht abhalten zu wollen.
<hr>
Kann ich es nun nach nur drei Wochen Einnahme abrupt absetzen oder muss ich es da auch schon langsam ausschleichen?
Olivers Empfehlung ist zuzustimmen, mit einer Ergänzung wg. der Amfetamin-artigen Wirkung.
Solche Substanzen machen nach dem Absetzen (ggf. noch im
Wash-Out) ein typisches Bild verstärkter Depression, mitunter extremer Verzweiflung, Erschöpfung, erhöhtes Schlafbedürfnis (aber evtl. auch Schlaflosigkeit) usw.
-> Darum würde ich darauf achten, dass möglichst während und nach der Reduktion/dem Absetzen jemand Zuverlässiges in Deiner Nähe ist. Ähnliche Stoffe haben sogar zu (vollendetem) Suizid beim Absetzen geführt, darum ist das Alleinsein dann nicht gut.
Da Du recht kurz "dabei" warst, ist das Risiko spezifischer Entzugsprobleme nicht so hoch wie z.B. bei Leuten nach jahrelanger Einnahme.
Ich denke, dass es ganz gute Erfolgsaussichten gibt; eine verstärkte Depression (falls sie eintritt) sollte eigentlich höchstens Tage dauern.
Dennoch - nochmals: Bitte nicht einsam+allein, wenn es sich irgendwie machen lässt. Ich habe das Zeug mal 3 Tage "getestet", und mich darunter ebenfalls hundeelend gefühlt -- die Normalisierung hat dann trotz der kurzen Einnahme ca. so lange gebraucht (ganz OK war ich erst nach 1 Woche).
Mag mir nicht vorstellen, wie es sich angefühlt hätte, wenn ich wirklich depressiv gewesen wäre. Deshalb die dringende Empfehlung zur Begleitung durch vertraute Menschen.
Alles Gute wünscht
-PhilRS.