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Citalopram und dann ... ?

Verfasst: 12.10.2003 12:44
von Hoschi
Hallo Leute,

ich habe letzte Woche Citalopam verordnet bekommen. Ich soll von 10mg auf 20mg und dann auf 30mg steigern. Ist diese Dosis hoch (Ich bin 30)? Als Nebenwirkungen habe ich zittrige Hände und Abends Kopfschmerzen. Wie lange muß ich diese Dinger nehmen, damit sich eine Besserung einstellt ?
Ich habe gelesen, daß sich bei einigen so ca. nach 10-11Tagen eine Besserung einstellt.
Was habt ihr für Erfahrungen ?

Bin für Antworten sehr dankbar.
Hoschi :roll:

Citalopram

Verfasst: 12.10.2003 13:34
von Linda
Willkommen zum Forum. Falls Du das noch nicht gemacht hast, schaue auf die Hauptseite http://www.antidepressiva-forum.de. Da findest Du viele Informationen über die Nebenwirkungen und Absetzsymptome der SSRI. Ich persönlich kann nichts Gutes über diese Medikamente berichten. Meine Tochter hatte extreme Probleme bei der Einnahme und nach dem Absetzen (Erfahrungsbericht Jessica auf der Hauptsite). Ich finde, dass eine Dosis von 30 mg zu hoch ist - normalerweise ist eine Tagesdosis von 20 mg ausreichend. Weswegen wurde Dir Citalopram verschrieben?

Verfasst: 12.10.2003 14:24
von Hoschi
Ich bin zur Neurologin gegangen, weil ich starke Konzentrationsschwierigkeiten habe. Auf der Arbeit konnte/kann ich mich vielleicht nur ein bis zwei Stunden konzentrieren. Da ich am Pc arbeite und mich den ganzen Tag konzentrieren muß, bin ich einfach nicht arbeitsfähig. Vor einigen Wochen hatte ich zudem auch noch einen Hörsturz. Seitdem ist mein Tinnitus extrem laut geworden. Die Neurologin hat mich zur Psychologin geschickt. Diese meint, daß ich Depressionen habe. Der Tinnitus komme wohl daher, deswegen hat die mir Citalopram verschrieben.

Hmmmm......

Verfasst: 12.10.2003 15:06
von Linda
Das macht mich sehr mißtrauisch. Meiner Erfahrung nach sagt jeder Arzt, wenn er nicht weiterkommt, dass Symptome von einer Depression kommen (es ist natürlich nicht ausgeschlossen, aber....) An Deiner Stelle würde ich zuerst nach weiteren körperlichen Ursachen schauen. Hast Du zum Beispiel Deine Schildrüsenwerte überprüfen lassen? Welche physischen Untersuchungen hat man bei Dir gemacht? Was meinst Du zu dieser Diagnose "Depression".....

Kannst Du auch Englisch?

Verfasst: 12.10.2003 15:13
von Linda
Wenn ja, schaue auf diese Site:
http://www.bbc.co.uk/science/humanbody/ ... hree.shtml
Falls Du das nicht verstehst, kann man Dir eine Zusammenfassung auf deutsch schreiben. Ein Artikel über Omega-3 gibt es auch auf der Hauptsite unter "Medizinische Infos".
Weißt Du, diese Medikamente werden als ein "Allheilmittel" gepriesen. Sie werden oft für Krankheitsbilder verschreiben, für die sie gar nicht geeignet sind. Hast Du Dich schon mit der Wirkungsweise der SSRI auseinandergesetzt?

Verfasst: 12.10.2003 17:22
von Pascal
Sali Hoschi
ich habe gerade über Deine Probleme gelesen. Konzentrationsprobleme können auch entstehen wenn Du in Stressituationen bist. Durchaus kann ich mir vorstellen das Du dadurch auch Depressiv werden kannst. Ich würde mal versuchen mit Alternativen Techniken, z.B. Yoga, Dich zu entspannen. Nach alten Ueberlieferungen sagt man; Ist Yoga Entspannung für Körper, Geist und Seele. Es soll auch das Konzentrazionsvermögen und das Selbstwertgefühl stärken.

Kann ich bei mir absolut bestätigen.

Ich habe einen Beitrag in der Rubrik: Alternative Methoden hinterlegt.

Gruss
Pascal

Verfasst: 12.10.2003 17:24
von Hoschi
Ich bin bereites seit ca. 1,5Jahren auf der Suche nach der Ursache für die Konzentrationsstörungen. Ich habe vor vier Jahren mein Studium mit sehr guten Noten abgeschlossen. Damals war es überhaupt kein Problem für mich längere Zeiten auf eine Sache zu konzentrieren. Seit 1,5Jahren habe ich einfach schwierigkeiten damit. Ich war bei diversen Ärtzen (Hausarzt, HNO, Augenarzt, Orthopäden, ...). Die haben sämtliche Blutuntersuchungen, Kernspinthomographie, etc. bei mir durchgeführt. Kein Hinweis auf "physische Fehlfunktionen". In den letzten 2-3Monaten ist es aber extrem geworden. Ich kann ja nicht einmal mehr eine Buchseite lesen. Ich mache jetzt auch seit drei Wochen Autogenes Training. Regelmäßig zum Sport gehe ich auch, also daran kann es auch nicht liegen.

Ernährung

Verfasst: 12.10.2003 20:02
von Linda
Hallo Hoschi, hast Du irgendwas an Deiner Ernährung geändert?

Verfasst: 13.10.2003 20:16
von Hoschi
Ja, ich esse jetzt bewuster. Also mehr Obst, Salat, usw. Meine Freundin und ich kochen jetzt auch nichts mehr aus diesen "Maggi-Fertig-Tüten", wegen des Glutamins (ich glaub so heißt das!?). Weniger Chips, ohne schaff ich nicht ;-)) Aber nicht mehr als eine Tüte in der Woche. Aber auch vorher habe ich verhältnismäßig ordentlich gegessen (also nicht übermäßig viel und bewußt).

Und wie geht's jetzt?

Verfasst: 18.10.2003 21:56
von Linda
Hallo Hoschi, wollte mich einfach erkundigen, wie es Dir momentan geht. Linda

Verfasst: 19.10.2003 13:18
von Hoschi
Hi Linda,
danke der Nachfrage.

Ja, mir geht es weder schlecht noch gut. Ich häng einfach irgendwie den ganzen Tag nur ab und grübel wie es weitergehen soll. Bin jetzt seit 5 Tagen auf 30mg Citalopram. Irgendwie wirken sie leider aber noch nicht, außer den Nebenwirkungen ;-((

Letzte Woche war ich das erstemal zur Therapie. ( War ja ein Krampf einen Termin bei einem Therapeuten zu bekommen). Sie ist eine supernette Therapeutin, leider ist sie eine Tiefentherapeutin. Sie hat mir aber gleich noch einige Telefonnummern von VT'lern gegeben. Als ich die erste angerufen habe, wußte sie gleich Bescheid, weil sie da schon angerufen hatte und ihr alles erzählt hatte. Einen Termin hatte ich auch schon bei ihr. Ich fühl mich bei beiden gut aufgehoben. Mal sehen was die Therapie bringt. Hoffentlich klappt es, ich habe darauf kein Bock mehr.

Verfasst: 19.10.2003 21:26
von dany
hi hoschi,

ich habe gerade deine beiträge gelesen und wollte mal fragen wie es dir geht? mein neurologe hat mir am mo auch citalopram 20mg verschrieben. bisher habe ich mich noch nicht getraut, das medi zu schlucken.

lg - alles gute

dany

Verfasst: 20.11.2003 01:08
von Hoschi
Ich wollte mich mal wieder melden.
Also ich bin jetzt seit ca. 2Wochen auf 40mg Citalopram. Die ersten Tage ging es mir echt besser für 3Tage. Keine Nebenwirkungen, ich dachte nur : "Endlich hast Du es geschaft". Die Tage danach ging es mir dann immer schlechter. Zum Schluss lag ich wieder in der dunklen Stube am Boden und hab nur Musik gehört und gegrübelt was das Zeug hält. Meine Konzentration hat sich immer noch nicht wieder eingestellt (auch die Tage nicht, als es mir gut ging). Zum Schluss kamen sogar teilweise Gedanken, was der Tod bringen würde. Ich denke nicht, dass ich das könnte, aber die Gedanken waren da :-(
Morgen muss ich wieder arbeiten, ich weiss nicht, ob ich es schaffen werde. Ich denke nicht. Meine Therapeutin hat mir davon abgeraten wieder zu arbeiten. Aber ich bin ja jetzt schon seit über 6 Wochen weg. Es ist einfach ein scheiss Teufelskreis. Arbeit -> keine konz. -> Frust -> Krank -> schlechtes gewissen, weil krank -> Arbeit -> keine konz. -> ...
Ich weiss nicht, ob der Einbruch jetzt durch die Tabletten, durch die Krankheit selber oder durch die Situation, das ich morgen arbeiten muss, kommt.

Kennt jemand von Euch auch diese Gedanken oder hat ähnliches erlebt und durchgemacht. Ich weiss zur Zeit einfach nicht weiter....
Ist einfach alles scheisse..............
Und schlafen kann ich auch wieder nicht .......... :-(


Hoschi

Verfasst: 20.11.2003 01:19
von Linda
Lieber Hoschi, wenn Du diese Gedanken nicht vor der Einnahme des Citaloprams gehabt hast dann bin ich persönlich der Meinung, dass sie durch das Medikament ausgelöst werden. In den englischen Beipackzetteln steht, dass man sofort zum Arzt sollte, falls sowas passiert. Es ist oft genug bewiesen worden, dass das möglich ist. Die ganzen BBC-Sendungen handeln davon.

Gehe doch bitte nochmals zum Arzt und frage nach, ob die Dosis nicht zu hoch ist - Du nimmst 2x soviel wie die empfohlene Tagesdosis.

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Linda