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Das Übliche: Paroxetin + Arztwechsel

Verfasst: 22.09.2005 10:45
von Nada
Hallo Ihr Lieben,
ich lese hier schon eine Weile mit und bin sehr froh, daß es dieses Forum gibt, da ich im Juli dachte, ich werde psychotisch bis mir eine Freundin dieses Forum verlinkte und ich merkte, daß ich an heftigsten Absetzerscheinungen leide.

Ich habe gerade den zweiten Versuch des Runterdosierens abgebrochen, weil ich extreme Panikattacken bekam (ich bekam das AD gegen Depressionen und hatte vorher nie Panikattacken) die ich teilweise nur noch mit Medazepam halbwegs in den Griff bekam.

Meiner Psychiaterin vertraue ich überhaupt nicht mehr, da ich letzte Woche abgewimmelt wurde mit: Wir fahren jetzt erstmal in den Urlaub, dosieren sie doch wieder hoch und in Notfällen nehmen sie ihr Rudotel.

Meine Therapeutin hat mir einen Psychiater empfohlen der aber gerade nicht erreichbar ist und jetzt suche ich irgendetwas halbwegs Fähiges in Berlin (möglichst von Prenzlauer Berg aus irgendwie zu erreichen) um eine Hilfe beim Runterdosieren zu bekommen. Die Tabletten (40mg) kann ich nur so teilen, daß ich in 10mg-Schritten runterdosiere und das ist eindeutig zu hoch.

Entschuldigt bitte, falls ich etwas Wichtiges überlesen habe, aber ich leide momentan unter heftigen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und das Lesen längerer Beiträge ist mir nur schwer möglich.

Bedanke mich voraus und hoffe auf Antworten :D

Viele Grüße

Nada

Verfasst: 22.09.2005 11:23
von CloneX
Hallo Nada,

dieses Forum wurde gegründet weil es sehr schwer ist ärztliche Unterstützung beim Absetzen zu finden - besonders wenn es einem sehr schwer fällt. Die meisten "Experten" haben leider wenig Ahnung bei dem was sie tun.

Ich kann dir erstmal empfehlen, dich durch das Forum etwas schlau zu machen (Runterdosieren in kleineren Schritten durch flüssige Lösung, Raspeln, etc.)

Schau dir auch www.antidepressiva-absetzen.de an.

Verfasst: 23.09.2005 13:54
von Nada
Hallo CloneX,

ich glaube, ich habe seit Juli das komplette Portal mindestens zweimal durchgearbeitet und mich auch mit den 5 Schritten auseinandergesetzt.
Aber was ich im Moment brauche, ist ein Arzt, der mir zum einen das Paroxetin in flüssiger Form verschreibt und zum anderen ein EEG bei mir macht, da ich seit Monaten so heftige Konzentrations- und Gedächtnisstörungen habe, daß ich schon Probleme habe mich an die Schlagzeile der Bild-Zeitung zu erinnern (nicht, daß das unbedingt wünschenswert wäre, aber es ist doch besorgniserregend).

Zu meiner alten Neurologin will ich eben nicht mehr, daß mich ein Schulmediziner ernstnimmt, erwarte ich schon gar nicht mehr, ich will bloß jemanden, der mir nicht weiterhin 100er-Packungen Paroxetin zu 40mg aufschreibt wenn ich sage, ich möchte in Kleinstschritten runterdosieren, weil 10mg einfach zu viel sind.

Deswegen hoffe ich da auf irgendeinen Berlin-Tip (auch per PN) damit ich nicht die ganze Liste von der Kassenärztlichen Vereinigung abtelefonieren muß ;-)

Liebe Grüße

Nada

Paroxetin, scheiße..............

Verfasst: 05.10.2005 20:16
von dalideli
Hallo ihr Betroffenen,
auch ich bin wie ihr in diesem Kreis der Abhängigkeit und der Entzugssymptomatik und suche auch einen guten Psychiater in Berlin. Ich nehme das Paroxetin seit fast zwei Jahren, am Anfang für vier oder fünf Monate kam ich mit 10mg klar, dann war es doch besser hoch auf 20 zu gehen, da ich den Schutz der Tagesklinik nicht mehr hatte und auch wieder ins Arbeitsleben gestiegen bin. Vor Monaten habe ich in mehreren Selbstversuchen ,ohne das Wissen der Entzugssymptomatik, das Paroxetin von heute auf morgen abgesetzt. Nach drei oder vier Tagen wurde mir immer so schwummrig und ich wurde unruhig. Immer wieder dachte ich mir, dass ich mir das einbilde, denn durch meine Angststörung kontrollierte ich mich auch. Aber dann bei dem nächsten Versuch achtete ich mal gezielt darauf und merkte, dass es doch von dem Paroxetin kommt. Es kommt wirklich meist nach dem dritten Tag. Durch Eure Einträge und diese Website ist mir einerseits ein Stein vom Herzen gefallen, andererseits ist es wahnsinnig erschreckend, wie viele doch die gleiche Entzugssymptomatik aufweisen. Nun nehme ich seit vier Tagen nur 10mg, aber ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich unruhig werde und das kotzt mich an!!! Wie soll es erst werden, wenn man noch weiter runterdosiert?
Ich möchte mit meinen Partner bald ein Baby haben, aber solange ich diesen Scheiß nicht abgesetzt habe und auch noch nicht stabil bin ohne, jommt das leider nicht in die Tüte.
Meine Bitte an Euch liebe Leute, schreibt, ob ihr jetzt schon in Berlin einen Arzt gefunden habt, was Eure Absetzversuche machen und wie es Euch geht.
Danke fürs Zuhören, seid tapfer und verzweifelt nicht.....

Hallo dalideli,

Verfasst: 05.10.2005 20:37
von vivie
das kann ich gut verstehen, dass Dir die 10mg, die noch vor Dir liegen, endlos viel vorkommen.
Ging mirgenauso.
Aber scheinbar gibt es kein anderes Mittel als Geduld und Aushalten. Zumindest hab ich kein anderes gefunden.

Aber Dein Kinderwunsch ist doch wirklich ein lohnenswertes Ziel, oder?

Ich wünsch Dir viel Durchhaltevermögen!!!

vivie

Verfasst: 06.10.2005 12:51
von amanda
Hallo Dalideli. Reduziere langsamer. Tabletten kann man prima mit dem Küchenmesser teilen. Lies mal die Absetztips hier im ADFD. Lerne Entspannungstechniken die du geziehlt bei innerer Ruhe einsetzen kannst, Progressive Muskelentspannung erlernt durch die CD von Dr.Hans Grünn( im Buchhandel erhältlich) haben mir SEHR GEHOLFEN die Absetzsympthome auszuhalten Gruss AMANDA

Verfasst: 06.10.2005 13:15
von Nada
Hallo Dalideli,
ich habe jetzt zwei Adressen in Berlin, bei einem einen Termin nach seinem Urlaub, d.h., ich kann dir leider (noch) nichts berichten.

Seit meinen letzten entzugsbedingten Panikattacken bin auf 30mg geblieben, bzw. habe von 20 auf 30mg wieder hochdosiert um mich erstmal wieder zu stabilisieren. Das ist bestimmt bei jedem anders, aber im Zuge des Arztwechsels fühle ich mich besser, wenn ich 30mg bleibe.

Seitdem geht es mir auch wieder ziemlich gut, bloß schlafe ich in Massen und hole das nach, was bei 20mg nicht mehr ging.

Jedenfalls drücke ich Dir die Daumen und wenn ich einen halbwegs kompetenten Arzt gefunden habe, lasse ich es Dich wissen :D

Viele Grüße

Nada

Danke für die vielen Antworten!!!

Verfasst: 07.10.2005 08:31
von dalideli
Hallo Ihr drei Lieben,
was ich noch gar nicht dazu geschrieben habe ist, dass ich letzte Woche bei einem Psychiater war, den ich nicht kannte und ihn mir einfach aus dem Branchenbuch raussuchte, da er bei mir in der Nähe seine Praxis hatte. Er führte mich in sein sogenanntes Gesprächszimmer. Da ich ja wußte, dass die Zeit begrenzt ist, sagte ich ihm meine Diagnose und mein Anliegen das Paroxetin mit seiner ärztlichen Hilfe auszuschleichen. Auch das Anliegen meines Wunsches einer Schwangerschaft. Im Gespräch merkte ich, dass er ziemlich komisch drauf war, kann ich gar nicht richtig erklären, auf jeden Fall meinte er, dass meine Diagnose ja schon ziemlich heftig sei, so ungefähr das Schlimmste was es gibt und das man ja dann eigentlich mehr Paroxetin nehemen müsse. So 20mg mehr. Ich dachte ich hör nicht richtig. Ich sagte zu ihm, wieso denn wenn es mir mit 20mg gut gehe? Auch im weiteren Verlauf merkte ich, dass er immer merkwürdiger wurde, denn er sagte, dass ich ihm nicht wie eine Patientin vorkomme, sondern wie jemand, der sich über Paroxetin im Internet informiert hätte. Ich erzähle ihm nicht von meinem Gefühlsleben und seie mißtrauisch. Hallo? Ich kannte den Typ vielleicht 15Minuten und sollte ihm meine Gefühle darbieten? Am Ende wollte er mir ne Gesprächstherapie bei ihm aufdrücken, woraufhin ich ihm sagte, dass ich das erst einmal mit meinem Partner besprechen würde. Das paßte ihm gar nicht, er sprang wie von einer Tarantel gestochen auf, verabschiedete mich nicht und wollte mich loswerden. Meine Worte waren dann nur noch: Nein, ich möchte bei Ihnen keine Therapie machen, ich hab mir das überlegt.
Leute, ist das normal wie der war? Um Gottes Willen. Ich dachte, der läuft nicht ganz richtig.

An Amanda!

Verfasst: 07.10.2005 08:35
von dalideli
Was ist eigentlich eine Seretoninsyndrom?

Verfasst: 07.10.2005 11:42
von mücke
dalideli hat geschrieben: Auch im weiteren Verlauf merkte ich, dass er immer merkwürdiger wurde, denn er sagte, dass ich ihm nicht wie eine Patientin vorkomme, sondern wie jemand, der sich über Paroxetin im Internet informiert hätte. Ich erzähle ihm nicht von meinem Gefühlsleben und seie mißtrauisch. Hallo?
Hi

Es ist schon stark wie manche Psychiater bestimmte Situationen wahrnehmen, analysieren u. bewerten. Was der da von sich gegeben hat, ist doch nur sein eigenes denken u. das scheint sehr negativ zu sein.
So eine ähnliche Erfahrung habe ich auch gemacht, habe es später in einem Bericht gelesen.

Serotoninsyndrom: Phil hat darüber geschrieben
www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=1896 (9. Beitrag)

Gruss Annette