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Spätfolgen?

Verfasst: 09.12.2003 15:15
von Venustus
Liebe Linda,

weißt Du, evtl. aus den englischen Foren,
ob langjährige Einnahme von SSRI Präparaten in irgendeiner Weise Spätfolgen nach sich ziehen
Ich habe fast sieben Jahre lang durchgehend Seroxat (größtenteils 40 mg)genommen, teilweise kombiniert mit Bespar und anderen AD's. Zudem monatelang Citalopram, Fluoxetin, einige Wochen Trevilor und noch div. andere Präparate wie z.B. Remergil.
Gibt es bekannte Spätfolgen, wenn man diese Medikamente über einen so langen Zeitraum einnimmt (insgesammt 9 Jahre)

Für Deine Antwort wäre ich Dir sehr dankbar!

Herzliche Grüße
Andrea

Verfasst: 09.12.2003 20:51
von Matthias
Deine Frage kannst wohl nur Du selbst beantworten!:

Hast Du das Gefühl, daß Dein Gehirn/Dein Körper/Deine Persönlichkeit einen bleibenden Schaden durch die jahrelange Medikamenteneinnahme genommen hat?

Falls es tatsächlich schon wissenschaftlich erwiesen ist, daß AD Spätfolgen verursachen, dann wird es sicher absolut geheim gehalten und NIEMALS an die Öffentlichkeit kommen.

Milliardenverluste drohen den Pharmakonzernen, wenn wir nicht mehr bedenkenlos ihr Gift schlucken und hoffen, daß sich so unsere Probleme lösen und wir uns besser fühlen.

Verfasst: 09.12.2003 23:37
von Linda
Hallo Andrea,

tatsächlich gibt es nur wenige Informationen über evtl. Spätfolgen, da sich schlicht und ergreifend fast niemand dafür bis jetzt interessiert hat. Es gibt aber von der University of Liverpool einen Artikel über PANES, - Persistant Adverse Neurological Effects after SSRI Discontinuation unter
http://www.priory.com/psych/panes.htm, falls Du auf englisch darüber lesen möchtest.
Letztendlich weiß aber keiner, ob oder was passieren kann. Aber letztendlich brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen - das macht Dich nur nervös und das brauchst Du jetzt als Allerletztes. Ich würde an Deiner Stelle nach Nahrungsmitteln suchen, die den Nervenaufbau fördern. Wie wär's mit einer Ernährungsberatung? Das hat Jessica auch gemacht - Vitamin B-haltige Nahrung ist jetzt zum Beispiel wichtig.

Liebe Grüße

Linda

Verfasst: 11.12.2003 09:10
von Venustus
Vielen herzlichen Dank für die Antwort!

Ich bin mittlerweile derart verunsichtert und erforsche nun jede erdenkliche und mögliche Ursache, die meinen kathastrophalen und >andauernd schlechten Zustand erklären könnte.

Liebe Grüße
Andrea

Verfasst: 11.12.2003 09:27
von CloneX
Ich glaub Spätfolgen müssen das nicht unbedingt sein. Aber ich habe schon öfters gehört, dass manche Leute einfach so viel Medikamentenwechsel und Durcheinander mitgemacht haben, dass sie gar nicht mehr wussten woran sie sind und der Körper das auch nicht mehr mitmachte. Häufig half dann nur ein "Reset"....komplett runter von dem Zeug - was natürlich lang und beschwerlich ist. Aber vielen ging es danach besser als zuvor.

Aber man kann das natürlich nicht verallgemeinern.

Verfasst: 11.12.2003 11:35
von Venustus
Hi CloneX,
schön von Dir zu hören!!!

Habe sehr oft an Dich gedacht, da mich am Dienstag Abend auch wieder eine derartig abartige Pnikattake überfallen hat: Ich saß im Bus und hätte beinahe die Dame neben mir gebeten, iregendwie nen Notarzt zu rufen.
Hab's dann gerade noch nach Hause geschafft. Weiß nicht wie.
Es hat allerdings ewig gedauert, bis ich mich davon wieder erholt hatte.
Freitag letzte Woche das selbe Spiel, ging auf der Straße und hatte noch einen ziemlich langen Weg vor mir.
Ich krieg dann immer Herzrasen und Herzrhthymusstörungen,
Atemnot, Schwindel, meine Beine versagen u.v.m

Konnte dann die ganze Nacht kein Auge zu tun.
Ich war hellwach - und was hab ich getan - das Buch von Sigrun Schmid-Traub gelesen: Angst bewältigen, Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie.
Das ist sowas von genial!!!
Dort wird u.a. von der Panikforschung berichtet und u.a. körperliche (nicht organisch krankkhaften) Ursachen von Panikattaken erläutert. Irre interessant!
Angefangen von allergischen körperlichen Kreislauf-Reaktionen, über gestörte Blutzuckerspiegel, bis hin zu zig verschiedenen körperlichen Ursachen.
Mittlerweile wundert mich nichts mehr!
Bitte lies das unbedingt!!!!
Das ist wirklich so was von hilfreich.
Damit kannst Du Deine Symptome
absolut erklären.
Medikamentenmissbrauch führt übrigens auch zu Panik (... und was nicht noch alles für Hintergründe damit zusammenhängen)

Was ich noch so alles geschluckt habe die letzten Jahre: u.a. Tofranil, Cipramil, Bespar .... weiß gar nicht was das ist (insgesammt mind. 10 verschiede AD'S)
Ich glaube ich bin sowas von verseucht ...

Aber heute die 3 Woche ganz ohne!!! :lol:
Aber mir geht's mehr als dreckig!!! :cry:

Ganz liebe Grüße und bitte lies das Buch - es hilft Dir!

Andrea

Verfasst: 11.12.2003 12:45
von CloneX
Hi Andrea,

danke für deinen Beitrag :)

Vielleicht sollte ich mir wirklich mal das Buch zulegen. Ängste sind nach wie vor ein Problem für mich, und sie werden immer größer, da ich mich immer mehr alltäglichen Situationen abschotte. Das Problem ist nur, dass es nicht wie früher unbegründete Ängste sind, sondern diese Ängste diesmal einen Grund haben: Entzug und die daraus folgenden körperlichen Symptome. Früher hatte ich Angst dass ich irgendwo unter Leuten zusammenklappen könnte. Es war aber einfach nur unbegründete Angst. Heute ist das nicht mehr so. Da kann es mir psychisch gut gehen und der Entzug haut mal wieder rein und ich klappe wirklich um. :shock: Ein gefundenes Fressen für Ängste.

Würde ich doch bloß diese körperlichen Symptome loswerden...dann könnte ich mich auch langsam wieder an ein normales Leben gewöhen...

Trotzdem nochmal danke :) Und alles Gute weiterhin

Verfasst: 11.12.2003 13:30
von Venustus
Hi CloneX,

Du kannst diesen körperlichen Symptome entgenwirken, egal, worauf sie begündet sind.
Angst und Panik sind Folgen von Stressoren, psychisch oder physisch.


Vor allend Dingen, was ich absolut positiv empfinde, dort wird GEGEN :!: Medikamente propagandiert - da sie 'nur zudecken' und nicht heilen.
Zwar klar, aber trotzdem...
Was mich allerdings derart fasziniert hat, sind die körperlichen Vorgänge
-vor der Angst- z.B. die Gefäßerweiterung nach Blutdruckabfall und was dann im Köper abgeht oder die allergischen Reaktionen. Und die sind eben alle ohne organische Erkrankung (Seite 30 - 40).
Deine Symptomatik ist in jedem Fall erklärbar.
Ich habe wirklich die ganze Zeit an Dich gedacht, als ich das gelesen habe.

Besorg Dir bitte unbedingt dieses Buch. Versprich mir das bitte :!:
Du wirst da einiges 'brauchbares' rausholen. Können uns ja dann darüber austauschen.

Angst bewältigen. Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie von Sigrun Schmidt-Traub
Springer-Verlag

Rezension:
Es ist nicht leicht wenn man plötzlich von Panik heimgesucht wird. Hilflos steht man da und das Umfeld ist ratlos. Leider wissen noch zu wenig Mediziner mit dieser Störung umzugehen. Gerade deshalb ist es wichtig wenn Betroffene zumindest Literatur zu dem Thema finden, die sie jenseits von Esotherik ernst nehmen und ihnen Hilfe geben. Das ist der Autorin meines Ermessens nach gut gelungen. Das Buch ist sehr systematisch aufgebaut. Erklärt dem Leser zunächst die Angst und die körperlichen Sympthome die dabei ablaufen. Dem Leser werden die chemischen Vorgänge genau erklärt :!: und es wird darauf hingewiesen welche körperlichen Störungen diese Begünstigen :!: :!: :!: . Danach werden die typischen Gedankenmuster einer Angststörung aufgezeigt und erklärt wie unsinnig sie zum teil sind und wie sehr diese Gedankenkreisläufe die Angst fördern. Abschließend zum ersten teil des Buches wird noch ausgeführt welche Erlebnisse den Ausbruch der Angststörung ausgelöst haben können. Nachdem der Leser somit erfahren hat wie "normal" und erklärbar seine Empfindungen sind kommt er zum zweiten teil des Buches, der aus Anleitungen zum Überwinden der Störung sein will. Es werden Übungen zur Entspannung gezeigt, es wird Hilfe zur Reorganisation des Alltages gegeben und letztendlich wird der Leser ganz bewußt trainiert wieder Sachen zu machen vor denen er sich so fürchtet. Das Buch ist also ein absolutes Muß für Leute die den Gang zur psychologischen Behandlung scheuen oder noch keine geeignete gefunden haben. Es ist aber auch geeignet den Angehörigen die Welt der Angst verständlicher zu machen, damit sie dem geliebten Menschen nicht mehr hilflos gegenüber stehen. Ein durchaus gelungenes Buch, was für Leute mit Panik / Angst eines der besten ist.


Liebe Grüße
Andrea