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Suizidgedanken als Folge von SSRI...
Verfasst: 22.01.2004 15:03
von Gast
Ich war heute wieder bei meinem Arzt. Ich habe ihm geschildert, wie Citalopram meine Suizidgedanken verstärkt hat. Antwort: Er glaubt es nicht, die Gedanken müssen vorher dagewesen sein. Er hält die höhere Suizidität für eine Folge des gesteigerten Antriebs.
Ich glaube das nicht. Ich habe es anders erlebt. Die meisten Ärzte kennen Depressionen (ich habe wohl keine klassiche Depression...) oder ähnliches nur von ihren Patienten. Erklären Blinde da nicht die Farben?
werni
Verfasst: 22.01.2004 15:40
von CloneX
Das kommt nicht unerwartet, Werni
Die meisten Ärzte wissen weder von Absetzungserscheinungen noch von Suizidsteigerung/auslösung.
Aber genau das ist mittlerweile auch der Grund warum die FDA die Medikamente neu bewerten will. (Hoffentlich tun sie's auch).
Verfasst: 22.01.2004 16:22
von Max
Hi Werni,
das stimmt absolut!
Über meine Erfahrung mit Ärzten bezüglich der Treffsicherheit bei Diagnosen könnte ich ein Buch schreiben, Psychologen erwähne ich besser erst gar nicht, eine einzige Katastrophe!
Ich traue längst keinem mehr, letztlich wollen die nur an uns verdienen.
Mein Neurologe meinte auch, ich sollte das CIPRALEX gleich wieder absetzen (nach 5 Wo.), hilft es nicht sofort, dann auch später nicht mehr. Ich entgegnete, daß es sinnvoller sei, dies langsam zu tun.
Können Sie auch machen, meinte er daraufhin beiläufig. Klar können diese „Experten“ sich in keiner Weise in unsere Lage versetzen! Die einzig brauchbaren Ratschläge bekommt man ausschließlich von Betroffenen, so meine langjährige Erfahrung! Und Therapeuten sind oft ein völlig überflüssiger Berufsstand, die mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wie gesagt: es geht im Endeffekt immer um`s Geld!
Alles Gute!
Max
Verfasst: 23.01.2004 09:07
von Gast
Hallo zusammen!
So, habe mich wieder beruhigt. Nun, die Sache mit den Suizidgedanken hat mich schon geärgert. Aber alles in allem glaube ich, ein recht gutes "Exemplar" erwischt zu haben. Ein klassische Depression sieht es bei mir nicht. Ich bin mehr ausgebrannt. Und das trifft es wohl, Gefühlslosigkeit habe ich nämlich nie erlebt. Daher sieht er bei mir keine große Gefahrt des Suizid. Und da hat er sicher recht.
Ich bin schon der festen Überzeugung, dass es auch gute Therapeuten gibt. Nur muß man immer bedenken: Sie kennen die meisten Beschwerden nur aus Beschreibungen. Und als Patient muß man einfach kritisch sein.
werni
Verfasst: 23.01.2004 12:35
von Gast
Hallo Anne. Ja, genau so habe ich es auch erlebt. Ich habe mich schrecklich gefühlt.
Mittlerweile geht es mir sehr gut. Falls Du meine Geschichte gelesen hast wirst Du wissen das ich auch oft mit Angst und Panik im Zusammenhang mit meiner Sexualität zu tun hatte. Das ist inzwischen absolut weg. Ich bin etwas müde, was aber auch vom wenigen schlaf kommt, den ich die letzten Wochen hatte. Ich kann --- bis auf die ersten drei Tage --- nur gutes berichten. Ich bin ausgeglichener und längst nicht mehr so aggressiv. Ich bin einfach auch mal wieder zufrieden. Bisher bereue ich es nicht, das Medikament zu benutzen...
werni
Weniger Angst vor`m Suizid ?
Verfasst: 23.01.2004 14:12
von Hippo
Wenn ich die Erfahrungen mit Suizidgedanken in Verbindung mit SSRI hier so lese, kommt mir folgender Gedanke bzw. Theorie.
Mein eigenes Gefühl bezüglich der Wirkung von Paroxetin ist, daß ich auf bestimmte äußere Einflüsse oder körperliche Symptome nicht mehr mit Angst und Panik reagierte, sondern einfach cooler, gleichgültiger, nach dem Motto "wird schon nicht so schlimm sein".
Wenn man nun versucht, dies auf eine schwere Depression mit Suizidgedanken zu übertragen, könnte das doch bedeuten, daß ein schon vorher bestehender Hang zu Suizidgedanken beim ein oder anderen nun durch die Komponente "was solls?", "sch..egal", "net so schlimm" usw. ergänzt wird, man sozusagen die Angst vorm Suizid verliert bzw. die Folgen unterschätzt und dadurch der Wunsch bzw. im schlimmsten Fall die Ausführung noch stärker bzw. konkreter wird.
Deshalb ist mein persönliches Gefühl, daß Paroxetin für Angststörungen weitaus besser geeignet ist als für Depressionen, besonders bei Suizidgedanken.
Ich hatte nie Suizidgedanken, deshalb, wie gesagt, das ganze ist ein Gefühl aus meiner eigenen Wirkungs-Erfahrung von Paroxetin, eine "Hippo"these sozusagen. Wenn man berücksichtigt, wie wenig man über die eigentliche Wirkungsweise von AD weiß, könnte aber durchaus was dran sein, oder ?
Was meint Ihr dazu ?