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Infos zu Serotonin, Melatonin

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

Infos zu Serotonin, Melatonin

Beitrag von chris2412 »

Hormoneller Zusammenhang von Störungen des Schlafes, der Inneren Uhr und dem Ausbrechen einer Depression - die Substanzen Serotonin und Melatonin spielen hier die Schlüsselrolle Schuld an Müdigkeit und depressiven Störungen ist meistens ist der Mangel an Licht. Der fehlende Sonnenschein führt zu einer Störung des Melatoninhaushaltes. Dieses Hormon schüttet unser Körper vor allem nachts aus, es dient dann dem Einschlafen. In den lichtarmen Monaten baut der Körper das überschüssige Melatonin tagsüber nicht ausreichend ab. Die Folge: Der Mensch bleibt müde und antriebsarm, die Innere Uhr des Menschen funktioniert nicht mehr richtig, das hormonelle Gleichgewicht im Gehirn gerät auseinander.

Genau umgekehrt wie beim Melatonin verhält es sich mit dem Stimmungsaufheller Serotonin. Dieses Hormon wirkt antriebssteigernd und bei Helligkeit und vermehrt in den Sommermonaten gebildet. Der Nervenbotenstoff beeinflusst Wohlbefinden, Antrieb und Schlaf. Gerade Sonnenschein, aber künstliches, sehr helles Licht (Lichttherapie) regt die Produktion von Serotonin an. Fehlt die Lichtquelle, fördert das die Entstehung einer Depression. Ist eine Depression ausschließlich auf Lichtmangel und Störung der Inneren Uhr zurückzuführen, spricht man von einer saisonal abhängigen Depression (SAD).

Melatonin wird bei Schlafstörungen (auch bei Störungen durch Jet-Lag und Schichtarbeit) eingesetzt (nicht in Deutschland).
Untersuchungen zeigten, dass bei Menschen in einer depressiven Stimmung die Hormonspiegel von Serotonin und Noradrenalin oft niedrig sind. Man geht heute davon aus, dass die Menge der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Organismus sehr großen Einfluss auf das psychische Befinden haben. Durch den Verzehr von Kohlenhydraten wie Zucker oder Stärke lässt sich die Menge des Serotonin im Organismus kurzfristig erhöhen. Essen wir z. B. Schokolade, stellt unser Körper das Hormon Insulin bereit. Dem Insulin kommt nicht nur eine große Bedeutung im Stoffwechsel des Zuckers zu, es fördert auch die Aufnahme des Eiweißbausteins Tryptophan ins Gehirn. Tryptophan wird in Serotonin umgewandelt, der Serotoninspiegel steigt und die Stimmung hellt sich auf. Zwar enthält auch eiweißreiche Kost wie Fleisch oder Milch Tryptophan. Sie blockiert jedoch über andere Eiweißbausteine den Transport des Tryptophan in die "grauen Zellen". Als Folge sinkt der Serotoninspiegel oft sogar ab. Verschaffen Sie sich möglichst viel Bewegung. Körperliche Bewegung stimuliert die Bildung von Serotonin, Endorphinen und einigen anderen Hormonen, die direkt oder indirekt die Stimmung positiv beeinflussen und auch depressive Symptome verschwinden lassen.

Um die Innere Uhr wieder im Takt laufen zu lassen, die Depression zu heilen und Schlafstörungen zu beseitigen werden Antidepressiva eingesetzt. Deren Aufgabe ist es, das natürliche Gleichgewicht der chemischen Botenstoffe im Gehirn wieder herzustellen, nicht mehr und nicht weniger! Sie sorgen dafür, dass mehr Noradrenalin und Serotonin den Nervenzellen im Gehirn zur Verfügung stehen und die Botenstoffe ihre Aufgabe der Informationsübertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle wirklich erfüllen können.




Der Neurotransmitter Serotonin Bedeutung und Funktion
Ursache für Depressionen ist eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Depressive haben vor allem ein Defizit an Serotonin. Serotonin ist ein Botenstoff im Gehirn (Neurotransmitter), der den Informationsaustausch zwischen den Gehirnzellen (Neuronen) ermöglicht. Ein Mangel an Serotonin verursacht eine Depressionserkrankung.

Vorkommen
Die Organe, in denen Serotonin im menschlichen Organismus vorkommt, sind Gehirn (0,1 bis 0,5 ppm) und Darm (1 bis 5 ppm). Einige Pflanzen (Bananen, Trauben, Äpfel, Ananas und Pflaumen) enthalten Spuren des Neurotransmitters. Der Gehalt an Serotonin im Darm lässt sich durch Ernährung beein- flussen, der Gehalt im Gehirn nicht! Serotonin kann nicht künstlich hergestellt oder in größeren Mengen aus Pflanzen oder Tieren isoliert werden!

Die chemische Substanz Serotonin
Serotonin ist ein relativ kleines organisches Molekül mit einer Aminogruppe, das im Stoffwechsel des Menschen gebildet wird . Es zählt daher zu der Stoffklasse der biogenen Monoaminen. Es besitzt einen aromatischen Kohlenstoffsechsring und einen heterocyclischen Fünfring mit einem Stickstoffatom.




Die Biosynthese und der Stoffwechsel von Serotonin
Die Darstellung und die Verstoffwechselund sind sehr gut aufgeklärt, doch etwas kompliziert: Serotonin entsteht aus Tryptophan durch Hydroxylierung (eine OH-Gruppe wird an den Kohlenstoffring angelagert, es entsteht 5-Hydroxytryptophan) und Decarboxylierung (Kohlendioxid wird abgespalten). Der Abbau erfolgt auf verschieden Wegen u.a. unter oxidativer Desaminierung (die NH2-Gruppe wird abgespalten) unter vielen anderen Substanzen auch zu Melatonin (siehe unten!) und sekundären oder und tertiären Aminen, die durchaus wiederum bedeutende Funktionen im Gehirn haben.

Serotonin und Depression
Sehr gut untersucht ist der Zusammmenhang zwischen dem Aminstoffwechsel und der depressiven Erkrankung. Depressive Patienten haben einen um 50% verminderten Serotoningehalt im Blutserum (gemessen im Zustand des für Depressionen typischen morgendlichen Stimmungstiefs). Auch die Ausscheidungsrate des Endproduktes des Serotoninstoffwechsels (5-Hydroxy-Indolessigsäure) im Harn ist entsprechend geringer. Man erklärt sich die verminderte Serotinkonzentration durch eine geringere Aktivität des Enzyms, welches die Umsetzung von 5-Hydroxytryptophan zu Serotonin ermöglicht.




Kann man durch Ernährung einen Serotoninmangel kompensieren und Depressionen vorbeugen?
Die Antwort ist Ja und Nein! Einerseits gibt es einen eindeutigen und nachgewiesenen Zusammenhang zwischen zuckerreicher Ernährung und der Serotoninproduktion im Körper: Kohlehydratreiche Nahrung wird im Körper größtenteils zu Glucose (traubenzucker) umgewandelt, Glucose stimuliert die Bauchspeicheldrüse zur Produktion von Insulin, Insulin erhöht den Tryptophanspiegel im Gehirn. Tryptophan ist Vorläufersubstanz von Serotonin und Serotonin wiederum regelt wichtige Funktionen wie Schlaf, Hunger Antrieb und Stimmung. In den lichtarmen Zeiten (Herbst- und Wintermonate) essen die zu Depressionen neigenden Menschen deutlich mehr süße bzw. kohlehydratereiche Nahrung als im Sommer, wenn sich der Serotonspiegel im Gehirn aufgrund des helleren Lichts auf einem höheren Niveau befindet. Bei manchen Bevölkerungsgruppen gehen die Selbstmordraten zurück, wenn der Verzehr von Kohlehydraten steigt.

Dieser Weg kann natürlich keine vorbeugende Therapie gegen die Depressionserkrankung darstellen. Es gibt jedoch auch gesunde Nahrungsmittel, die natürlicherweise Serotonin enthalten. Allerdings sind die Mengen für eine natürliche medikamentöse Therapie nicht von Bedeutung.

Serotonin kann nicht künstlich hergestellt oder in größeren Mengen aus Pflanzen oder Tieren isoliert werden, so fällt es als Substanz für eine Nahrungsmittelergänzung aus. Die Vorläufersubstanz Tryptophan jedoch steht relativ preiswert in größeren Mengen zur Verfügung, doch man hat bislang keine Erhöhung des Serotoningehaltes im Gehirn durch die erhöhte Einnahme von Tryptophan nachweisen können.

Fazit:

Um die Serotoninkonzentration im Gehirn zu erhöhen, bleibt nur eine vernünftige Möglichkeit: die körpereigene Bildung von Serotonin und die Erhöhung der Verfügbarkeit des im Gehirn vorhandenen Serotonins. Durch Antidepressiva, Ausdauertraining, Lichttherapie und Vermeidung von Störungen der Inneren Uhr können diese beiden Effekte erreicht werden.





Das natürliche Schlafmittel Melatonin Bedeutung und Funktion

Die mit den kürzer werdenden Tagen abnehmende Sonneneinstrahlung im Herbst führt zu einer vermehrten Melatoninausschüttung in den Blutkreislauf. Die Produktion von Melatonin wird durch das Licht, was der Mensch vor allem über das Auge und auch etwas über die Haut aufnimmt, gesteuert. Helles Licht, das auf die Netzhaut des Auges trifft, löst ein Signal aus, das die Ausschüttung von Melatonin hemmt. Dunkelheit sorgt für vermehrte Melatoninproduktion (siehe auch SAD und Lichttherapie).
Melatonin ist somit ein "natürliches" Schlafmittel, welches vor allem nachts in der Zirbeldrüse gebildet wird. Es wurde 1956 in den USA entdeckt.
Melatonin ist das "Schlüsselhormon" der Inneren Uhr. Es steht in ganz enger Wechselwirkung mit dem Schlaf-/Wach-Rhythmus und der Steuerung vieler chronobiologischen Funktionen.

Der Substanz Melatonin werden einige positive, aber auch negative Auswirkungen nachgesagt. Teilweise widersprechen sich die Ergebnisse der durchgeführten Studien und Tierversuche:

Steigerung des allgemeinen geistigen Wohlbefindens
Schutz vor Krebs durch Abfangen freier Radikale
Schutz vor Alzheimer-Erkrankung
Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugende Wirkung durch Verhinderung von Blutgerinseln
Verlängerung der Lebenszeit ("ewige Jugend"), siehe auch Bericht "Ewige Jugend durch Hormone" weiter unten!
Aktivierung des ImmunsystemsIn durch Stimulierung der Antikörperbildung der weißen Blutkörperchen
Inaktivierung des Fortpflanzungssystems

In Tierversuchen ließen sich einige der oben beschriebenen Effekte nachweisen, entsprechende Wirkungen beim Menschen sind noch nicht ausreichend erforscht. Daher Vorsicht! Melatonin ist nicht im deutschen Handel erhältlich. Da das Hormon in Deutschland nicht patentiert ist, hat die pharmazeutische Industrie kaum Interesse an der Durchführung größerer Studien, vor allem Langzeitstudien stehen noch aus.
Egal, welche Auswirkungen Melatonin nun wirklich hat, bei der Fülle der körperlichen Reaktionen, die von Melatonin katalysiert werden sollen, wird klar, dass die Einnahme den körpereigenen Hormonhaushalt komplett durcheinander bringen kann.

In vielen Ländern (nicht in Deutschland) ist Melatonin im Handel erhältlich. Dieses wird aus der Zirbeldrüse des Rindes isoliert, was das BSE-Risiko´in sich birgt.


Die chemische Substanz Melatonin
Melatonin ist ein Stoffwechselprodukt des Serotonins. Es entsteht durch Acetylierung und anschließende O-Methylierung.




Melatonin und Depression
Schuld an Müdigkeit und depressiven Störungen ist meistens ist der Mangel an Licht. Der fehlende Sonnenschein führt zu einer Störung des Melatoninhaushaltes. Melatonin schüttet unser Körper vor allem nachts aus, es dient dann dem Einschlafen. In den lichtarmen Monaten baut der Körper das überschüssige Melatonin tagsüber nicht ausreichend ab. Die Folge: Der Mensch bleibt müde und antriebsarm, die Innere Uhr des Menschen funktioniert nicht mehr richtig, das hormonelle Gleichgewicht im Gehirn gerät auseinander. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, steigt enorm.
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sannie
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Re: Infos zu Serotonin, Melatonin

Beitrag von sannie »

hi chris!
also mein beitrag wird sich jetz nich so fachkompetent anhören, aber ich hab ne vermutung:
dem körper wird also ein stoff zugeführt, den der körper nun nicht mehr selbst herstellen muss, oder?
der körper wird sozusagen "träge" und gewöhnt sich daran immer diesen stoff zu bekommen.
setzt man nun ab, glaube ich, das der körper eine ziemlich lange zeit braucht, um die stoffproduktion wieder selbst aufzunehmen, deswegen also diese entzugserscheinungen.
liege ich richtig mit dieser annahme, bei hormonzuführung (z.b. schilddrüsenhormon) ist das schließlich auch so.

gruß, cristina]
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mehrere Absetzversuche.
zurzeit Ausschleichen, ca. 12,5mg am Tag
Astrid
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Beitrag von Astrid »

Hallo sannie,

exakt so hat mir das mein Neurologe auch erklärt am Beispiel des Schilddrüsenhormons Thyroxin.
Nur dass auch bei Thyroxin die ärztlichen Meinungen auseinandergehen.

Grüße von Astrid
chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

Beitrag von chris2412 »

Hallo sannie,

also generell ist das richtig, trifft aber nur für Substanzen zu die dem Körper in seiner chemischen Zusammensetzung 1 zu 1 zugeführt wird.
Bei SSRI ist das ein weing anders, da man Serotonin nun in seiner Struktur nicht chemisch herstellen kann, erhofft man sich das bei der Kommunikation zwischen 2 Zellen das zuviel abgegebene Serononin nun nicht mehr aufgenommen und wiederverwertet wird, sondern eben diese Wiederaufnahme blockiert und der Körper mehr oder weniger gezwungen wird mehr Serononin herzustellen. Also kann ich mir vorstellen wenn nun das SSRI ausbleibt und die Wiederaufnahme nicht mehr blockiert wird die Zellen regelrecht von dem erhöhten Serotonin Spiegel überschwemmt werden. Folgedessen kommt es zu einem ungleichgewicht und es stellen sich diverse Somatische Symtome ein.
Aber vom Prinzip her hast Du doch recht.


Liebe Grüße
Chris
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natraj
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Beitrag von natraj »

Gerda nochmal was dazu : Soweit ich informiert bin, ist es gar kein Problem, Serotonin herzustellen...es ist nur nutzlos, da es (im Gegensatz zu Melatonin) die Blut/Hirn-Schranke nicht überwinden kann.

Und der Blut-Serotoninpegel korrelliert nicht unbedingt mit dem Hirn-Serotoninpegel...bei Depressionen und Angststörungen kann es durchaus sein, daß der Patient völlig normale Blut-Serotoninwerte hat.
Gesperrt