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Neue Höherdosierung Paroxetin

Verfasst: 19.03.2004 17:33
von kati
Hallo,
eben bekam ich eine Anruf von meinem Mann aus der Klinik. Nach 10 tägiger Einnahme von 30mg Paroxetin ( er steht immer noch irgendwie neben sich und ist innerlich noch sehr nervös) haben heute die Ärtze eine Höherdosierung vrordnet. Er soll nun 40mg täglich nehmen. Ich habe Angst!!!! Wer hat auch mit 40mg Erfahrungen. Ist eine Besserung in Sicht??? Die extremen Schlafstörungen sind nur leidlich durch Rusedal(o.ä.) verbessert wurden. er nimmt seit 10 tagen 1 Tablette am Abend.
Bitte antwortet mir schnellstmöglich. Ich bekomme langsam Angst um ihn, weiol wie ich finde es sich um eine ziehlich hohe Dosis handelt.

Danke schonmal
Kati.

Verfasst: 19.03.2004 22:30
von Uschi
Hallo Kati,

ich finde auch daß da viel zu schnell höher dosiert wird.Im Beipackzettel steht mindestens 14 Tage warten, dann höher dosieren. So habe ich es auch gemacht. Anne hat auch Recht, 40 mg sind noch nicht zu hoch, der eine braucht mehr der andere weniger. Meine Neurologin meinte jedenfalls man kann bis 60mg gehen. Was ich sonst noch so denke, über das höher dosieren habe ich Dir ja schon geschrieben. Ansonsten bin ich der gleichen Meinung wie Anne.

Gruß Uschi

Verfasst: 19.03.2004 23:57
von Astrid
Liebe Kathi,

es macht mich traurig zu lesen, dass dein Mann nun in einer Klinik ist. Vor kurzem war er doch noch zu Hause. Du schriebst von seiner Angst, in seinem Alter seine Stelle verlieren zu können. Ich ahne, wie groß diese Angst für deinen Mann wurde, wie sie mit jeder Minute, in der es ihm schlecht ging, größer wurde. Wie sich ihm seine Ohnmacht offenbarte.
Ich vergleiche es nicht mal mehr mit einem Teufelskreis, sondern mit einer Teufelsspirale, die einen Menschen mit der Kraft einer Zentrifuge in den endlosen Sog nach unten zieht.

Wie da raus kommen?
Tabletten helfen da nur bedingt weiter.

Zu deiner Frage nach der Dosis von Paroxetin weiß ich keine Antwort.
Aber ich möchte dir etwas schreiben, was mir durch den Kopf ging, als ich deine letzten Beiträge eben nochmals durchlas.

Als ich am absolut tiefsten und ohnmächtigsten Punkt meiner jahrelangen Krise war, als ich mich selbst in eine Klinik einweisen wollte, da bewahrte mich nur ein Wunder davor, dass ich den gleichen Weg nahm, wie dein Mann es jetzt zur Zeit erlebt.
Ich beschloss zu kündigen! Eine andere Möglichkeit sah ich nicht. Das war das Wunder, denn ich wunderte mich über mich selbst.
Bis zu dem Zeitpunkt hielt ich so dermaßen an dem Glauben fest: „Ich muss doch arbeiten. Ich muss es schaffen. Andere schaffen es auch. Wenn ich meine Arbeit verliere, bekomme ich NIEMEHR eine neue Stelle. Zu alt, zu wenig weitergebildet, zu uninteressant für den Arbeitsmarkt. Das war´s. Und was werden denn die Leute denken.“
Erst als ich diese Gedanken los ließ - weil ich beim Festhalten alle Kraft verloren hatte und nicht mehr anders konnte – da bekam ich nach jahrelanger Aussichtslosigkeit plötzlich diese gedankliche Alternative. Ich habe übrigens nicht gekündigt und ich wurde auch nicht gekündigt. Aber ich habe eine neue Haltung gewonnen. Das hat mir ungemein geholfen.

In dieser Woche hatte ich eine sehr belastende Auseinandersetzung mit meiner Chefin. Die Frau ist der nackte Horror. Noch vor zwei Jahren wäre ein solcher Konflikt für mich das absolute Ende gewesen. Doch diesmal konnte sie es nicht mehr schaffen, mich fertig zu machen. Als der Konflikt begann, dachte ich sofort daran, dass ich ja kündigen könnte, wenn es zu hart kommt. Das wirkte in dem Moment so erleichternd und befreiend, dass ich wie noch nie zuvor plötzlich Worte fand, die ich ihr in angemessener Weise entgegnen konnte. Die Sprachlosigkeit stand ihr ins Gesicht geschrieben. Und trotz großem innerlichem Stress und den ersten Panikattacken seit Monaten, spürte ich geradezu genussvoll, wie ich ihr urplötzlich überlegen war, denn ICH hatte eine Alternative.

Mit 44 würde ich in meinem Beruf so gut wie keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben. Aber ich war soweit annehmen zu können, dass angstfreies Leben ohne Depressionen wichtiger ist, als ein fester Job. Ich war mir auch sicher, eine Aufgabe für mich und mein Leben finden zu können.

Liebe Kathi, Paroxetin hat mir dabei geholfen, in einen Zustand zu kommen, in dem solche Überlegungen überhaupt erst möglich wurden. Seitdem arbeite ich daran und kann mich nun von Paroxetin verabschieden.
Aber eins ist mir wichtig zu sagen. Ein Medikament alleine schafft das nie, da hin zu kommen. Das muss man selbst machen. Aber genau DAS scheinen Ärzte zu übersehen und stopfen die Patienten mit allem möglichen Zeugs voll, ohne ihnen wirklich effektiv bei dem „eigentlichen“ Problem zu helfen.

Vielleicht hilft es dir, den Erfahrungsbericht von Linda zu lesen. Sie beschreibt die Leidensgeschichte ihrer Tochter, die an manchen Stellen vergleichbar ist mit der deines Mannes. Du kannst darin auch lesen, dass es einen Ausweg gibt.
Außerdem empfehle ich dir, das info-paket zu lesen und dich mit den enthalten Informationen für Gespräche mit den Ärzten deines Mannes zu wappnen.

Ich glaube, ihr seid an dem Punkt, ab dem man nur noch gewinnen kann!

In Hochachtung für dich und deinen Mann
und mit mutmachenden und herzlichen Grüßen

Astrid

Verfasst: 20.03.2004 10:46
von karin
hallo kati,

es ist üblich im krankenhaus höher zu dosieren als im täglichen gebrauch. da dein mann rund um die uhr überwacht wird, ist das auch vertretbar. diese vorgangsweise wird meiner meinung nach gemacht, um jemanden so schnell wie möglich wieder zu mobilisieren.

lg,
karin

Verfasst: 22.03.2004 09:26
von kati
Hallo Ihr Lieben,
kann mich erst heute für die hilfreichen Antworten bedanken.
Mein Mann und ich haben viel geredet über die Höherdosierung und waren doch sehr verunsichert. Er hat jetzt beshlossen bei den 30mg Paroxetin zu bleiben. Denn mit dem jetzigen Zustand könnte er zurecht kommen. Nur dieses Schlafdefizit, was besteht macht ihn fertig. Mit den Ärzten kann ich aus beruflichen Gründen erst am kommenden Donnerstag sprechen. ich möchte mich gut auf das Gespräch vorbereiten.

Danke erst mal ich werde in einem neuen Thema sicherlich andere Fragen an Euch stellen.
Gruß Kati

Verfasst: 25.03.2004 11:17
von Astrid
Liebe kati,

es ist Donnerstag!
Ich denk an Euch und wünsche Euch ein erfolgreiches Gespräch mit den Ärzten!

Astrid

Verfasst: 25.03.2004 11:38
von kati
Liebe Astrid,
vielen Dank. Ich freue mich sehr über Deine Anteilnahme. Ich bin wahnsinnig nervös und auch wütend auf die Ärzte. Sie haben meinen Mann übrzeugen können, daß er doch auf 40mg hochgehen soll.
Einen großen Zettel mit vielen Fragen habe ich mir geschrieben, damit ich nix vergesse.
Meine Hände zittern und die Uhr rückt immer weiter auf 14.30 Uhr zu. Hoffentlich hat die Ärztin auch für meine Ängste und Sorgen Verständnis. Ich werde für meinen Mann und seine Gesundheit kämpfen. Er ist sehr ratlos und wird von meine Erkenntnissen und von den Ärzten völlig verunsichert.
Ich hoffe auf vernünftiges Gespräch mit positivem Ausgang. Mein Temperament muss ich sicher noch mit Baldrian dämpfen.

Ich hab richtig "Schiss" vor den Weißkitteln. Aber ich bin Sternzeichen Löwe und brülle wenn einr meiner Herde was antun will.

Ich melde mich.
Danke für Alles Kati

Verfasst: 25.03.2004 14:34
von Astrid
Liebe Kati,

punkt 14.30 Uhr habe ich von dir gelesen, dass es jetzt in dieser Minute so weit ist.
Ich stehe dir in Gedanken bei und gebe dir Rückendecken.


Viel viel Glück, Stärke und Erfolg wünscht dir

Astrid